Titel: Wer hat Angst vorm weißen Mann?

Teil: 1

Autor: Lady Charena
Fandom: Bewegte Männer

Paarung: Norbert, Axel, Waltraud

Rating: Humor, PG

Beta: T'Len
Archiv: ja

Summe/Hintergrund: Norbert muss zum Zahnarzt

 

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.

 

 

„Und wenn du schon einmal dort bist, könntest du nicht gleich das Salz mitbringen?“, flötete Waltraud und warf Axel eine Kusshand zu.

 

Axel schnitt eine Grimasse und neigte sich Norbert zu. „Sag’ mir noch mal, warum sie heute Abend bei uns essen muss“, zischte er seinem Mitbewohner zu. „Wenn ich blöd angemacht werden will, kann ich auch im Rosenberg arbeiten. Heute ist mein freier Tag.“

 

Norbert rührte ungerührt in der Kirschkaltschale, die es zum Nachtisch geben sollte. „Du weißt doch, dass sie sich einsam fühlt, wenn Frank nicht da ist.“

 

„Und warum geht sie dann nicht irgendjemand anderem auf die Nerven?“ Axel versuchte den Finger in die Kaltschale zu stippen, doch Norbert klopfte ihm mit dem Schneebesen drauf. Eine weniger kluge Entscheidung, denn nun zierte die Arbeitsplatte ein apartes Muster rosafarbener Spritzer.

 

„Ach verdammt, sieh’ dir diese Schweinerei an.“ Norbert lief nach einem Aufwischlappen. „Franks Verein macht nun mal jedes Jahr an Nikolaus diesen Ausflug. Und die Jahreszeit bekommt Waltraud einfach nicht. Sie hat ihren Adventsblues. Irgendwer muss sich um sie kümmern, bevor sie zu viel Prosecco trinkt, den Adventskalender plündert und sämtlichen Weihnachtsmännern den Kopf abbeißen will. Das war wirklich peinlich, letztes Jahr endete sie in der Auslage beim Bäcker um die Ecke. Sie behauptete, die Weihnachtsmänner im Schaufenster hätten ihr anzügliche Blicke zugeworfen.“

 

Axel verdrehte die Augen und holte den Salzstreuer. „Und Herr Norbert spielt natürlich den Babysitter für diese Verrückte.“

 

„Hab’ doch mal ein bisschen Mitgef...au!“ Norbert hatte sich einem Löffel genommen und die Kaltschale probiert. Doch jetzt hielt er sich die Backe und jammerte.

 

„Was is’n jetzt los?“, fragte Axel entgeistert.

 

„Hättet ihr vielleicht mal die Güte?“ Waltraud tauchte vor der Küchenzeile auf und schnappte sich den Salzstreuer, den Axel noch immer festhielt. „Also wirklich, alles muss man hier selber machen.“ Kopfschüttelnd setzte sie sich wieder an den Tisch. Typisch. Es nahm mal wieder niemand Rücksicht auf sie.

 

„Isch musch auf einen überschehenen Kirschkern gebischen haben“, nuschelte Norbert und verzog das Gesicht, als er den schmerzenden Zahn mit der Zunge betastete. „Dasch tut weh.“

 

„Du und deine Zähne.“ Axel holte sich ein Bier aus dem Kühlschrank. „Dann geh’ doch endlich mal zum Zahnarzt.“

 

„Das ist überhaupt nicht nötig“, behauptete Norbert und beschäftigte sich angestrengt damit, die Flecken aufzuwischen. „Schon wieder gut. Siehst du?“ Er bleckte die Zähne.

 

„Was macht ihr denn da in der Küche?“, rief Waltraud dazwischen, denn es ging natürlich nicht an, dass man sie ignorierte. „Ich wollte euch gerade erzählen, was ich mir zu Weihnachten wünsche!“

 

Axel lehnte sich mit dem Rücken gegen den Kühlschrank und öffnete die Flasche. „Also jetzt werd’ hier mal nicht kindisch. Du wirst doch keine Angst vor dem Zahnarzt haben.“

 

Norbert verschränkte die Arme vor der Brust. „Na und“, erwiderte er trotzig. „Du hast Angst vor Spinnen.“

 

„Zahnärzte haben auch nicht die Angewohnheit, sich in meinen Schuhen zu verstecken“, schnappte Axel zurück. Er trat zu seinem Freund und schlug ihn auf die Schulter. „Mensch, Norbert. Benimm’ dich einmal wie ein Mann und geh’ zum Zahnarzt.“

 

Norbert verdrehte die Augen. „Na gut“, murrte er.

 

„Ich werde dich auch begleiten“, fuhr Axel heroisch fort. Dabei freute er sich schon darauf, den anderen erzählen zu können, wie sich Norbert auf dem Arztstuhl gewunden hatte.

 

„Was?“ Entsetzt blickte Norbert seinen Mitbewohner an.

 

„Aber Herzchen!“ Auf einmal war auch Waltraud da und mischte sich ein. Sie hatte gute Ohren. „Warum sagst du denn nicht, dass du Schmerzen hast.“ Sie nahm Norbert am Arm und führte ihn zum Esstisch. „Ich kenne einen wirklich wundervollen Zahnarzt. Du wirst kaum merken, dass er drin war.“ Sie kicherte über die Doppeldeutigkeit.

 

Seufzend ließ Norbert den Kopf sinken. Konnte es noch schlimmer werden?

 

 

 

 

 

 


Titel: Wer hat Angst vorm weißen Mann?

Teil: 2

Autor: Lady Charena
Fandom: Bewegte Männer

Paarung: Norbert, Axel, Waltraud

Rating: Humor, PG

Beta: T'Len
Archiv: ja

Summe/Hintergrund: Norbert muss zum Zahnarzt. Waltraud und Axel sind natürlich dabei.

 

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.

 

 

„Also ich finde wirklich, dass ihr da nicht mit reinkommen müsst.“ Norbert wand sich fast vor Verlegenheit. „Ich kann das schon alleine. Was sollen die denn von mir denken?“

 

„Unsinn, keiner wird sich irgendwas denken“, entschied Waltraud und hakte den zur Flucht gewandten Norbert unter. Sie hatte sich in Schale geworfen – genauer gesagt, sie trug eine äußerst sexy Schwesternkluft. Minirock. Netzstrümpfe. Highheels.

 

Axel trottete grinsend hinterdrein. „Nee, die werden alle viel zu beschäftigt sein, dich anzustarren.“

 

Waltraud rückte ihr Häubchen zurecht. „Ich kann eben nichts dafür, dass ich so eine göttliche Erscheinung bin, nach der alle Männer lechzen.“

 

Axel prustete los und schnappte sich Norbert, der die Gelegenheit nutzen und abhauen wollte.

 

Norbert stöhnte und versteckte das Gesicht hinter seinen Händen. Das war ja noch peinlicher als damals, als ihn seine Mutter zum Zahnarzt begleitet hatte.

 

Axel schob ihn durch die Eingangstür. „Los, Norbert. Benimm’ dich nicht wie eine Memme.“ Er grinste. „Ich bleibe hier im Wartezimmer und halte Wache, damit er dir nicht noch mal entkommt.“

 

Waltraud verdrehte die Augen, schnappte sich Norberts Ärmel und zerrte ihn in die Praxis. „Na los, wir sind spät dran. Dein Termin war vor zwei Minuten.“ Ohne Umstände zog sie Norbert in einen Korridor, zu einer Tür, über der „Anmeldung & Behandlungsräume“ stand und verschwand mit ihm darin.

 

Axel trat durch eine offene Tür, an der ein Schild „Wartezimmer“ hing. Das Ganze fing an, ihm Spaß zu machen. Vor allem, weil er nicht selbst auf dem Stuhl landen würde. Er warf einer der wartenden Patientinnen einen interessierten Blick zu, doch die blickte nur grimmig zurück. Axel zuckte mit den Schultern und nahm Platz. Vermutlich hatte sie Zahnschmerzen. Er langte nach einer der Zeitschriften auf dem Tisch in der Mitte und richtete sich auf eine längere Wartezeit ein.

 

Allerdings hatte er kaum fünf Seiten weitergeblättert, als die Tür aufflog und Norbert herauseilte. Er hatte einen Papierlatz um und hielt seine Jacke an sich gepresst.

 

Axel rappelte sich auf und holte ihn ein, bevor Norbert aus der Praxis flüchten konnte. „Hey, was ist jetzt los?“

 

Waltraud stöckelte ihnen entgegen. „Du wirst es nicht glauben. Er hat den Zahnarzt gebissen!“, verkündete sie lautstark.

 

Norbert wurde knallrot und wünschte sich ein Mauseloch, in dem er verschwinden konnte, als sich die Blicke aller Anwesenden auf ihn richteten. Allerdings waren nicht alle Blicke unsympathisch.

 

Waltraud stemmte die Hände in die Hüften. „Norbert Brommer, du hörst sofort auf, dich wie ein kleines Kind zu benehmen und gehst wieder da rein“, befahl sie.

 

„Ich denke gar nicht dran!“ Norbert riss sich den Latz vom Hals. „Ich habe dieses ganze Theater jetzt endgültig satt. Ich gehe!“

 

„Hey, nix da.“ Axel hielt ihn fest. „Ich hör’ mir doch nicht ständig dein Gejammer an. Du gehst jetzt da rein.“

 

„Genau.“ Waltraud tappte mit dem Fuß ungeduldig auf den Boden.

 

Norbert seufzte und kehrte mit hängenden Schultern in den Behandlungsraum zurück.

 

 

 


Titel: Wer hat Angst vorm weißen Mann?

Teil: 3

Autor: Lady Charena
Fandom: Bewegte Männer

Paarung: Norbert, Axel, Waltraud

Rating: Humor, PG

Beta: T'Len
Archiv: ja

Summe/Hintergrund: Norbert muss zum Zahnarzt. Bitte recht weit aufmachen.

 

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.

 

„Du musst wirklich nicht dableiben.“ Norbert wandte sich an Waltraud. „Ich verspreche, ich rühre mich nicht weg.“

 

„Ja, ja, schon gut.“ Waltraud tätschelte Norberts Arm. „Keine Angst, ich bleibe bei dir. Und der Stuhl ist doch echt bequem. Glaub’ mir, ich weiß, wovon ich spreche.“

 

„Waltraud, jetzt hör’ mir doch einmal zu“, flehte Norbert. Aber Waltraud war viel zu beschäftigt, mit dem Zahnarzt zu flirten, als ihrem Freund Gehör zu schenken. „Rede du mit ihr!“ Norbert sah hilfesuchend zu Axel, der grienend an der Wand lehnte.

 

„Ich?“ Axel deutete übertrieben erstaunt auf sich. „Genau so gut könnte ich mich mit der Zimmerpflanze in der Ecke da drüben unterhalten. Sie ist deine Freundin.“

 

„Das hier ist so was von peinlich.“ Norbert hätte sich am liebsten den Papierlatz über den Kopf gezogen und wäre darunter verschwunden.

 

„So, dann wollen wir mal.“ Dr. Hartmann riss sich von Waltraud los und näherte sich dem Behandlungsstuhl. „Es ist wirklich keine große Sache, nur eine alte Füllung, die entfernt und ersetzt werden muss. Der Kirschkern hat sie gelockert. Das dauert nur zwanzig Minuten und ich habe eine Verabredung zum Mittagessen.“ Er zwinkerte Waltraud zu, die verlegen tat und kicherte.

 

„Ist das wirklich notwendig?“, wandte Norbert ein. „Ich würde diese Füllung wirklich gerne behalten. Irgendwie habe ich mich an sie gewöhnt.“

 

„Es wird überhaupt nicht wehtun“, versicherte Dr. Hartmann. „Ich gebe Ihnen eine Betäubungsspritze und dann ist das ein Kinderspiel.“

 

Norbert fuhr auf, wenn er auch nicht völlig aus dem Stuhl hochkam, der für die Behandlung schon zurückgekippt war. „KEINE SPRITZE! Auf keinen Fall! Niemals! Ich lasse mir keine Spritze geben.“

 

„Okay, okay“, beschwichtigend hob der Zahnarzt beide Hände. „Aber eine Narkose für einen simple Extraktion einer Füllung und eine Neugestaltung ist etwas übertrieben.“

 

„Dann kann ich jetzt ja wohl gehen.“ Norbert zappelte herum wie ein auf den Rücken gefallener Käfer und kam nicht hoch.

 

„Du bleibst gefälligst da!“ Waltraud legte die Hände auf Norberts Schultern und drückte ihn zurück. „Du bekommst eine Narkose. Und wenn ich sie dir höchstpersönlich selbst verpassen muss.“

 

„Hey, lass mich das übernehmen.“ Axel grinste breit. „Ich verlange auch keine Gebühren dafür, bekommst du von mir auf Krankenschein.“

 

„Aber bitte, keine Gewalt, das ist eine Arztpraxis.“ Dr. Hartmann holte eine Maske und einen Gaszylinder aus einem Schrank. „So. Sie setzen jetzt die Maske auf und atmen ganz tief und entspannt. Und in Nullkommanichts befinden Sie sich im Schlummerland und werden von meiner Arbeit überhaupt nichts mitbekommen.“

 

Bevor Norbert erneut Einwand erheben konnte, hatte sich „Schwester“ Waltraud die Maske geschnappt und sie Norbert aufs Gesicht gedrückt. Und tatsächlich sackte Norbert gleich darauf in sich zusammen, sein Kopf sank zurück. Waltraud zog die Maske weg. „Na also“, erklärte sie zufrieden, geht doch.

 

Axel kam näher und stupste Norbert an. „Hey, wie lange wird er schlafen?“

 

„Etwa eine Stunde.“ Dr. Hartmann riss sich von Waltrauds Anblick los und begann, seine Instrumente bereit zu legen. „Sie können jetzt gerne gehen und alles weitere mir überlassen.“

 

Axel machte keine Anstalten. „Hey, vielleicht sollte ich mir mal ein bisschen von dem Zeugs ausleihen. Für Doro.“ Er grinste. „Sind Sie völlig sicher, dass er nichts mitbekommt?“

 

„Absolut sicher“, bestätigte Dr. Hartmann.

 

Axel beugte sich zu Norbert hinunter. „Norbert, als ich letzten Samstag so blau war, habe ich in deine Blumen gepinkelt“, flüsterte er ins Ohr seines Mitbewohners. Keine Reaktion. „Dein Hintern ist echt fett.“ Wieder keine Reaktion und Axel richtete sich zufrieden auf. Er griff in Norberts Tasche, nahm dessen Geldbörse und zog einen Hunderter heraus. „Was?“, meinte er unschuldig, als die beiden anderen ihn ansahen. „Ich habe einen Verdienstausfall wegen der Veranstaltung hier.“ Pfeifend spazierte er zur Tür. „Ich geh jetzt erst mal was Essen.“ Er stoppte und drehte sich noch mal um. „Hey Doc, was dagegen, wenn ich Ihre Sprechstundenhilfe ausführe?“ Damit verließ er das Behandlungszimmer.

 

Waltraud zupfte ihren Ausschnitt zurecht und lächelte dem guten Dr. Hartmann verführerisch zu, der mit dem kleinen Untersuchungsspiegel fast Norberts Auge aufspießte, weil er nicht hinsah.

 

* * *

 

Norbert kam mit einem Brummschädel und einem scheußlichen Geschmack im Mund zu sich. Er betastete mit der Zunge seine Zähne, dann mit den Fingern seinen Kiefer von außen, aber er spürte gar nichts, alles taub. „Hallo?“, nuschelte er und spuckte die Watteröllchen aus, die noch in seinem Mund steckten. „Waltraud? Dr. Hartmann?“ Mit etwas wackeligen Beinen rappelte er sich auf und steuerte auf die Tür zu. „Waltraud!“

 

Waltraud kam kichernd und mit Kleidung in sichtlich aufgelöstem Zustand aus dem Nebenzimmer, denn Norbert hatte die falsche Tür erwischt. Dr. Hartmann folgte ihr und hielt seinen Kittel vorne zusammen. „Norbert, Schätzchen, da bist du ja wieder.“ Sie umarmte ihn. „Na, wie fühlst du dich, du Armer.“

 

„Es geht mir gut.“ Norbert musterte die beiden verwirrt. „Habe ich irgendwas verpasst?“ Er sah auf die Uhr. „Meine Güte, ich muss los. Mutter verzeiht es mir nie, wenn ich zu spät komme. Sie hat für mich gekocht.“ Norbert eilte aus der Praxis, aufatmend hielt er erst inne, als er draußen stand. Er zupfte an seinen Lippen, die sich wie gekochte Spaghetti anfühlten, dann zuckte er mit den Schultern. So wie’s aussah hatte er bei dem ganzen tatsächlich noch was Gutes gewonnen: er würde nichts schmecken. Aber nie, nie, nie wieder würde er sich von Waltraud hierher schleppen lassen. Norbert setzte sich in Bewegung, ohne zu beachten, dass der Papierlatz immer noch um seinen Hals flatterte...

 

Ende