Inspektor Jury am Strand

T’Len

2008

 

 

 

Fandom: Inspektor Jury, Magnum, P.I.

Charaktere: Richard Jury, Thomas Magnum

Kategorie: G

Hinweise: crossover-meme gewünscht von Lady Charena

Feedback: tlen11@freenet.de

Summe: Ein Treffen am Strand.

 

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen. Vielen Dank an Lady Charena fürs Beta.

 

 

 

„Verdammte Biester! Lasst mich in Ruhe!“ Schwer schnaufend blieb Thomas Magnum am Ufer des Pazifik stehen, Zeus und Apollo dicht auf den Fersen.

 

„Meinen Sie nicht, wenn sie die Hunde freundlicher behandeln würden, wären sie auch freundlicher zu Ihnen?“

 

Magnum zuckte zusammen und sah sich dann um, woher die Stimme gekommen war. Er hatte den hochgewachsenen, dunkelhaarigen Mann, der einige Meter von ihm entfernt stand, bisher gar nicht bemerkt. In seiner langen Hose und dem weißem Hemd wirkte er seltsam deplaziert. Magnum selbst trug nur eine Badehose und sein unvermeidliches Basecap. Die Hunde hatten sich mittlerweile dem Fremden zugewandt und saßen Schwanzwedelnd vor ihm. Magnum fand, den Mann umgab irgendwie eine stark melancholische Aura.

 

„Wer sind Sie denn?“, wollte Thomas wissen.

 

„Richard Jury“, stellte der andere sich vor und streckte Magnum die Hand entgegen.

 

„Ah, sie sind der Lord oder Earl oder so was, den Higgins erwartete“, sagte Magnum.

 

Der andere schüttelte den Kopf. „Das ist mein Freund Melrose Plant“, erklärte Jury. „Und er hat seine Titel abgelegt“, fügte er noch hinzu.

 

„Warum das denn? Ich dachte ihr Engländer seid auf so was ganz scharf?“, wunderte sich Thomas.


“Ich weiß nicht“, antwortete Jury. „Wohl eine sehr persönliche Sache.“


Magnum zögerte und beäugte die Hunde vorsichtig, ehe er langsam näher trat und die dargebotene Hand schüttelte. „Thomas Magnum. Freut mich, Sie kennen zu lernen.“

 

Er deutete auf die Hunde, die ihn zwar misstrauisch ansahen, aber ganz entgegen ihrer sonstigen Gewohnheit still hielten. „Wie machen Sie das?“

 

Jury zuckte mit den Schultern. „Man muss andere Lebewesen einfach ernst nehmen, auf sie zugehen und versuchen sich in sie hinein zu versetzen, egal ob es Kinder oder Tiere sind. Wenn man sie respektiert, wird man auch von ihnen respektiert. Das macht den Umgang leichter. Habe ich zumindest festgestellt.“

 

„Sie sind wohl Psychologe, was?“, fragte Magnum.

 

„Nein, Superintendent bei New Scotland Yard“, erwiderte Jury. „Aber etwas Einfühlungsvermögen kann da oft nicht schaden.“

 

„Sie sind aber nicht wegen einem Fall hier?“, wollte Magnum neugierig wissen.

 

Erneutes Kopfschütteln antwortete ihn. „Eine Freundin von uns, Melrose und mir, ist Schriftstellerin in Baltimore und kennt zufällig Mr. Masters persönlich. Als dieser letztes Jahr aus Recherchegründen englische Dörfer bereiste, war er auch auf Ardry End zu Gast. Das ist Melrose’ Zuhause. Als Dankeschön hat er ihn hierher eingeladen und Melrose war so freundlich, mich mitzunehmen.“

 

Magnum, der wieder einen gewissen Sicherheitsabstand zwischen sich und die Hunde gebracht hatte, musterte Jury neugierig. „Es geht mich zuwar nichts an, aber Sie und dieser Nicht-mehr-Lord, Sie sind zusammen, nicht?“

 

„Wie bitte?“, wunderte sich Jury.

 

„Sie sind ein Paar“, sagte Magnum.

 

Ein bitterer Ausdruck tat in Jurys Augen: „Wir sind Freunde, mehr nicht“, antwortete er.


“Aber Sie lieben ihn“, hakte Magnum nach. Als er Jurys überraschten Blick bemerkte, erklärte er. „Die Art und Weise, wie Sie seinen Namen aussprechen, so zärtlich und ihre Augen leuchten dabei. Ich bin zwar nur ein kleiner Privatschnüffler, aber ich besitze durchaus auch eine gewisse Beobachtungsgabe.“ Unerfüllte Liebe, dachte er, das erklärte wohl auch die melancholische Aura des Engländers.

 

„Sie haben Recht“, gestand Jury ein.

 

„Und keine Chance?“, wollte Magnum wissen.

 

Richard zuckte mit den Schultern. „Ich weiß nicht.“

 

„Was?“ Nun war es an Thomas ihn überrascht anzustarren. „Wie war das noch mit auf andere zugehen und sich hineinversetzen?“

 

Jury lächelte bitter. „Ich fürchte, das funktioniert bei mir nur mit Kindern und Tieren. Meine Beziehungen waren bisher immer ein einziges Desaster.“

 

„Ich war in Vietnam“, sagte Thomas. „Da habe ich vor allem eines gelernt, dass jeder Tag ganz schnell der letzte sein kann. Man sollte im Hier und Heute leben und seine Chancen nutzen, bevor es zu spät ist und man sich irgendwann fragt, was wäre gewesen wenn.“

 

Er gestikulierte um sich. „Sie sind im Paradies, Mann. Weit weg von zu Haus und dem Alltag mit all seinem ablenkenden Kleinigkeiten. Sonne, Meer, Strand, romantischer und entspannter geht’s doch nicht. Genießen Sie Ihren Urlaub. Wann, wenn nicht jetzt ist die Gelegenheit.“

 

Richard blieb skeptisch. „Ich weiß nicht. Was, wenn er...“ Er ließ den Satz unvollendet.

 

„Wie lange kenne Sie sich?“, wollte Magnum wissen.

 

„Fast zehn Jahre“, antwortete Jury.

 

„Und wie viele Frauen hatte er in der Zeit.“

 

„Eigentlich keine. Aber das heißt doch nicht...“

 

„Natürlich nicht“, unterbrach Magnum ihn. „Aber denken Sie doch mal nach. Er nimmt Sie mit in den Urlaub, nicht irgendjemand anderes. Er hätte ja auch allein fahren können. Oder?“

 

Jury nickte.

 

„Sie sind enge Freunde. Selbst wenn er Ihre Gefühle nicht erwidern könnte, meinen Sie nicht, dass er sie respektieren wird und sich an Ihrer Freundschaft nichts ändert? Was hätten Sie also zu verlieren? Sie bekommen endlich Gewissheit und müssen sich nicht eines Tages, wenn es zu spät ist, vorwerfen, hätte ich doch nur etwas unternommen. Schlimmstenfalls bleibt alles, wie es ist nur ohne Ihre Zweifel und bestenfalls...“

 

Jury holte tief Luft. „Ja, Sie haben Recht“, gestand er. „Vielen Dank:“

 

„Gern geschehen:“ Magnum deutete aufs Meer. „Lust auf eine Runde Schwimmen?“

 

Richard schüttelte den Kopf. „Ich glaube, ich schaue lieber mal nach, ob Melrose schon wach ist.“

 

„Viel Glück“, wünschte Magnum, als Jury sich zum Gehen wandte.

 

„Danke. Wir sehen uns sicher wieder.“

 

„Klar, ich will doch wissen, wie es ausgegangen ist.“

 

Zeus und Apollo, die bisher friedlich auf dem Sand zu Jurys Füßen gelegen hatten, richteten sich auf  begannen zu knurren, kaum dass er sich einige Schritte entfernt hatte.

 

„Könnten Sie mir noch einen großen Gefallen tun“, rief Magnum Richard hinterher. „Würden Sie bitte die Hunde mitnehmen.“

 

Ende