Titel: One wrong turn

Autor: Lady Charena
Fandom: The A-Team

Pairung: das Team, Frankie

Rating: gen

Beta: T'Len
Archiv: ja

Summe: Die Jungs haben eine kleine Party zur Feier des 4. Juli geplant, doch eine traurige Nachricht aus BAs Jugendzentrum trübt die Stimmung.

 

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„So, wie gewünscht, Milch für BA und Bier für den Rest.“

 

„Danke, Frankie“, sagte Hannibal und nahm die bereits geöffnete Flasche, die ihm der junge Mann reichte. Er biss von seinem Burger ab und nahm einen Schluck Bier. Der Colonel lehnte sich zufrieden in seinen Stuhl zurück. Stockwells Dankbarkeit über seine Befreiung hatte sich in drei Tagen Urlaub für sie alle erschöpft. Und er ließ sie in Los Angeles bleiben – unter der Bedingung, dass sie nichts taten, womit sie eine wie auch immer geartete Aufmerksamkeit auf sich lenkten – vor allem nicht die des Militärs.

 

Face hatte seine alten Kontakte spielen lassen und ein Haus besorgt, in dem sie während ihres Aufenthalts wohnen konnten. Es hatte einen Garten und eine Terrasse, auf der sie sich eingefunden hatten, um bei herrlichem Sonnenschein den Unabhängigkeitstag zu feiern. Ganz traditionell mit Burgern und Bier und Murdock hatte auf ein Feuerwerk bestanden. Er wurde von Frankie unterstützt und schließlich gab Hannibal kopfschüttelnd, aber amüsiert nach und die beiden fuhren shoppen. Mit Papiertüten bepackt, kehrten sie gerade rechtzeitig zurück, um für die Dauer ihres „Urlaubes“ zum Küchendienst verdonnert zu werden.

 

Nachdem er ihn eine Weile beobachtet hatte, scheuchte BA knurrend Frankie vom Grill weg, wo der vergeblich versucht hatte, ein Feuer in Gang zu bringen. Jetzt brutzelten die Burger über den Kohlen und sie genossen den Feiertag. Am nächsten Morgen würden sie schon nach Virginia zurück fliegen.

 

BA akzeptierte das Glas Milch mit einem Nicken und einem Dankesknurren. Seine Miene war noch düsterer als gewöhnlich.

 

Face warf ihm einen neugierigen Blick zu, bevor er sich wieder in seine Zeitschrift vertiefte.

 

„Jetzt komm’ schon Murdock“, maulte Frankie, an dem die ganze Arbeit hängen geblieben war. „Hilf’ mir gefälligst.“

 

Der Pilot hatte unerwartet Spielkameraden gefunden. Er krabbelte mit den dreijährigen Zwillingssöhnen der Familie, die neben ihnen wohnte, im Gras herum und amüsierte sich königlich. „In einer Minute“, rief Murdock. Er nahm die beiden Jungs auf den Arm und wirbelte mit ihnen in den Nachbargarten, Flugzeuggeräusche von sich gebend. Es war ohnehin Zeit für den Mittagsschlaf der beiden.

 

Frankie setzte sich zu den anderen und machte sich über seinen Burger her.

 

Hannibal warf nachdenklich einen Blick auf BA, von dem er eigentlich einen Kommentar über den Piloten erwartet hätte – überhaupt war BA noch schweigsamer als sonst, seit er am Vortag von einem Besuch in dem Jugendzentrum zurückgekehrt war, in dem er früher gearbeitet hatte. Natürlich hatte er damit gegen eine von Stockwells Regeln verstoßen – kein Kontakt mit jemand, der sie von früher kannte. Doch BA hatte ihnen versichert, dass die beiden Jugendbetreuer, die er getroffen hatte, absolut vertrauenswürdig waren.

 

Der Colonel räusperte sich. „Alles okay, BA?“, fragte er schließlich.

 

BA schien sich von seinen Gedanken zu lösen und sah Hannibal an. „Ja, alles okay. Es ist nur...“, er zögerte und entschied sich schließlich, doch weiter zu sprechen. „Ich war gestern auf einer Beerdigung.“

 

„Eine Beerdigung?“, fragte Hannibal überrascht. „Jemand, den du näher kanntest?“

 

Face sah neugierig von seiner Lektüre auf und auch Frankie vergaß für den Augenblick sein Essen.

 

„Eins der Kinder, das ins Jugendcenter kam, als ich dort noch arbeitete.“ BA stellte sein Milchglas ab und musterte seine Hände. Er fühlte sich sichtlich unwohl, so die Aufmerksamkeit auf sich gelenkt zu sehen.

 

„Was ist passiert?“, fragte der Colonel weiter.

 

„Das übliche.“ BA machte eine Pause. “Crack”, setzte er dann verächtlich hinzu. Wut und Trauer zeigten sich auf seinem Gesicht. „Er hieß Tommy. Er war ein guter Junge... zumindest für eine gewisse Zeit. Ging wieder zur Schule, arbeitete in seiner Freizeit und hielt sich von Ärger fern. Er war wirklich klug, vielleicht hätte er es sogar aufs College geschafft. Meine Freunde im Zentrum haben mir erzählt, dass er dann irgendwann im letzten Jahr in schlechte Gesellschaft geriet. Er begann Drogen zu nehmen, wurde wegen Einbruchs verhaftet. Sie versuchten ihm zu helfen, aber sie kamen nicht mehr an ihn heran.“

 

„Wie ist er gestorben?“, fragte Face leise. Sie hatten alle diese Art von Geschichte schon zu oft gehört.

 

„Er wurde vor ein paar Tagen von der Polizei erschossen, als er versuchte, einen kleinen Lebensmittelladen auszurauben.”

 

„Mann...“ Frankie schüttelte den Kopf. Eine Reihe der Jungs, mit denen er großgeworden war, hatten ein ähnliches Schicksal erlitten.

 

„All’ das Potential, dass er hatte... einfach vergeudet.“ BA schüttelte ebenfalls den Kopf. „Wenn ich die Kerle erwischen würde, die ihn zu diesem Gift verführt haben...“ Frust zeigte sich auf seinem Gesicht. „Wenn es nur einen Weg gäbe, zu verhindern, dass anderen Kindern das gleiche passiert. Um so etwas sollten wir uns kümmern, nicht russische Jets stehlen!“

 

Face legte die Hand auf BAs Arm. “Du hast doch mit deiner Arbeit vielen anderen Kindern geholfen“, sagte er. „Aber niemand kann allen helfen. Wie viele, die sonst tot oder im Gefängnis geendet wären, haben dank deiner Arbeit im Zentrum die Schule beendet, gingen aufs College oder fanden einen guten Job?

 

„Manchmal frage ich mich, ob man überhaupt etwas bewirken kann. Die Probleme dieser Kinder sind so riesig und es gibt so wenige Menschen, die sich darum kümmern.“ BA schüttelte den Kopf und blickte auf das Spielzeug, das die Zwillinge hatten liegen lassen. Er dachte an die beiden kleinen Jungs, und wie leicht sie später auf den falschen Weg geraten könnten. Es gab so viele da draußen, die genau auf diesen Moment warteten. Daneben erschienen Stockwells Spionagegeschichten wie weltfremder Romanstoff.

 

Als Murdock wenig später zu ihnen zurückkam, fragte er sich verwundert, was in seiner Abwesenheit geschehen war, um seine Freunde in so trübe Stimmung zu versetzen.

 

Ende