Titel:  Die Legende vom Lichtgefährten

Kapitel 5 von 9

Autor: Liliane Romano

Serie:  Star Trek TOS

Paarung: K/S, S/m, K/m

First Time

Rating:  NC17, ein bisschen

Dies ist eine homoerotische Liebesgeschichte. Wer unter 18 ist oder homoerotische Erzählungen nicht mag, sollte bitte nicht weiterlesen.

 

Zusammenfassung: Eine alte vulkanische Legende erwacht zum Leben und ein emotionaler vulkanischer Dichter hilft Kirk und Spock sich zu finden.

 

Feedback: Ja.

Hier oder liliane_romano@yahoo.de

Archiv: Ja

Beta:  T'Sihek. Nach ihren Hinweisen – vielen Dank dafür! – habe ich nach der Erstveröffentlichung das eine oder andere nochmal korrigiert.

Disclaimer: Das Star Trek Universum gehört mir nicht und ich verdiene damit kein Geld. Ich spiele nur ein bisschen mit den sexy Jungs und den netten Mädels die dort wohnen. Ich schreibe nur zum Spaß und will keine Rechte verletzen.

 

 

Persönliches Logbuch des Captains :

Aus dem scheinbar mysteriösen Fall auf Tribas ist doch noch ein Kriminalfall geworden, denn das Forschungslabor wurde durch Sprengstoff vernichtet, nicht durch eine fremde mentale Macht. Das heißt, die Flutwelle, die der Explosion folgte und bei der Tausende Kolonisten verletzt wurden, ist indirekt auch die Schuld des Attentäters. Spock  wird mich und Selenos in meiner Kabine gleich über die neueste Entwicklung informieren und ich vermute, es wird noch die eine oder andere Überraschung ans Tageslicht treten.

Zum Glück habe ich heute aber auch eine angenehme Überraschung erlebt: Meine große Liebe erwidert meine Gefühle! Es wird noch etwas dauern, bis alle Zweifel und Hindernisse beseitigt sind, aber dann....

 

 

 

„Bevor ich Ihnen unsere neuen Erkenntnisse mitteile, möchte ich den Fall zusammenfassen.“

 

Spock fing Jims warmes Lächeln auf. Noch immer spürte er das entspannte Gefühl des Orgasmus’ in seiner Körpermitte, hervorgerufen durch Selenos, der ihm während des mindmelds seine Gefühle für seinen Freund und Captain vor Augen geführt hatte.

Selenos hatte nach dem Höhepunkt, der auch ihn überrollt hatte, in Spocks Badezimmer seine Hosen gesäubert. Er selbst hatte es nicht. Sein Sperma, vergossen für seinen t’hy’la. Nur selten zuvor hatte Spock den Gipfel der Lust erlebt, denn normalerweise hielt er seine Körperfunktionen unter Kontrolle. Doch dieses Mal...

Bevor Spock sich auf den Meditationsstein gelegt hatte, um zur Ruhe zu kommen, hatte er seine Hosen gewechselt und die mit dem Samen in einer Schublade verstaut.

 

‚Dein Liebessaft...’, hatte Selenos  zu ihm gesagt, bevor er Spocks Quartier verließ, ‚bewahre ihn eine Nacht auf und morgen früh kannst du es verstehen.’ 

 

‚Was verstehen?’ hatte er den Dichter gefragt.

 

‚Deine Gefühle, Spock. Sie sind kraftvoll und schenken dir Glück und Freude. Deine Kleidung wird dich an sie erinnern. Und weil dir deine Gefühle dies schenken, ist es richtig, sie zu beachten. Sie erzählen dir, was du dir wünschst, was du brauchst, und das ist mehr als deine Forschungsarbeit und dein Pflichtgefühl gegenüber dem Schiff. Es ist neu für dich, ich weiß, aber ich rate dir auch nicht, dein ganzes Leben auf den Kopf zu stellen. Du bist nicht wie ich. Ich sage dir nur eines: Du würdest sie immer wieder erleben, die Küsse, die Zärtlichkeiten und du könntest wieder und wieder die Lust spüren, wenn er dich berührt, wenn du in ihn eindringst. Und  dann, wenn du die Erregung nicht mehr steigern kannst... ’

 

Dann war Selenos noch einmal dicht an Spock herangetreten und hatte an seinem Ohr die Worte geflüstert, die ihm nun schon seit Stunden nicht mehr aus dem Kopf gingen:

‚Dir, t’hy’la, deinem Mund, deinen Händen und deinem Innersten, dir schenke ich den Saft meiner Liebe und meiner Leidenschaft.’

 

Für einen Moment schloss Spock die Augen. Zu schön war die Erinnerung. Wieder fühlte er, wie sich sein Glied mit Blut füllte. ‚Kontrolle’, ermahnte er sich...

 

„Mr. Spock?“

 

Seine Worte. Die Worte seines t’hy’la.

 

„Spock?

 

„Ja, Captain...Die Zusammenfassung...

 

Kirk lächelte. „Sie sind etwas unkonzentriert, Mr. Spock. Was ging Ihnen denn soeben durch den Kopf?“

 

Spock schaute ihn erschrocken an, senkte dann den Kopf, als wäre er bei etwas Verbotenem ertappt worden. Sein Geschlecht war noch immer steif und er hoffte, in den nächsten Minuten nicht aufstehen und hinter dem Schreibtisch hervortreten zu müssen. Spock sprach in Gedanken eine Meditationsformel und begann endlich mit seinem Bericht.

 

„ Das Forschungslabor auf Tribas wurde mit Hilfe chemisch aktivierter biologischer Substanzen zur Explosion gebracht. Wir wussten bis vor wenigen Minuten nicht von wem, noch warum. Jetzt wissen wir es. Das Labor wurde  zur Explosion gebracht, um die Flutwelle auszulösen.“

 

„Was!“ Kirk sprang auf. „Jemand wollte absichtlich eine Naturkatastrophe auslösen?! Wer würde so etwas tun?“

 

Er schaute seinen Ersten Offizier ungläubig an. „Ist das  eine Theorie? Haben Sie Anhaltspunkte?“

 

Er zögerte, dachte über das eben gehörte nach. „Nein, sie sagten, Sie wissen es. Wer war es, sagen Sie’s endlich!“

 

Spock lehnte sich zurück. Er hatte seine Ruhe wiedergewonnen, seine Wissenschaftsoffiziersmiene aufgesetzt und genoss die ungläubige Reaktion seines Captains.

 

„Die Untersuchungen der letzten Stunden haben neue Erkenntnisse ergeben. Ich werde sie gleich erläutern. Zuvor möchte ich jedoch unser bisheriges Wissen zusammenfassen.“

 

„Wer, Spock, wer würde eine Flutwelle auslösen? Das ist im Moment die entscheidende Frage. Das wichtigste zuerst.“

 

Mit unschuldigem Blick schaute Spock seinem Captain in die Augen. „Die bisherigen Erkenntnisse sind wichtig, Captain. Es geht um den Zusammenhang.“

 

Kirk sank auf seinen Stuhl zurück. „Fangen Sie einfach an, Spock. Sie wissen, was Sie tun.“

 

„Ja, Sir.

Wir kennen den Todeszeitpunkt von Mr. Simis, dem Laborleiter. Es ist derselbe Zeitpunkt, zu dem das Labor explodierte. Es ist jedoch nicht derselbe Zeitpunkt, zu dem sein Partner Selenos den Riss des Partnerschaftsbandes spürte. Er spürte den Riss des Bandes in dem Moment, als die Flutwelle hereinbrach, das heißt, zwei Stunden später. Wir hatten daraus die Erkenntnis gezogen, dass in den Wäldern von Tribas’mink ein fremdes Wesen mit großer mentaler Macht existiert und die Kontrolle über das Partnerschaftsband übernommen hatte. Für zwei Stunden. Mit dem Ankommen der Flutwelle riss das Band.

Es schien von Anfang an logisch, im Ankommen der Flutwelle am Strand die Ursache für das endgültige Reißen des Bandes zu sehen. War das fremde Wesen von der Flutwelle betroffen? Wurde es vielleicht sogar dabei getötet? Wenn ja, wo lebt oder lebte dieses Wesen? Die Flutwelle hatte den weit entfernten Wald nämlich nicht erreicht.

Der zweite Grund ist der Tod von Mr. Simis, dem mit geistiger Macht die Venen zum Platzen gebracht worden waren. Der dritte Grund für  unsere Theorie von dem fremden Wesen sind die Aussagen von Selenos und Richard Matisse, dem Ehemann seiner Schwester. Mr. Matisse berichtete uns von den persönlichen Differenzen zwischen den Partnern und dem Minimieren ihres Bandes. Doch von Selenos erfuhren wir, dass er beim Schreiben seiner Gedichte zur Lichtgefährten-Legende eine große mentale Berührung spürte. Er sprach sie seinem Partner zu. Selenos nahm an, Simis hätte aus Sehnsucht nach ihm das Band aktiviert, ihm das aber verschwiegen. 

Ich halte es aber für ausgeschlossen, dass Selenos während seiner Aufenthalte im Wald von Tribas’mink nie einen Verdacht schöpfte. Seinen Angaben nach hat er nie daran gezweifelt, dass Simis die mentale Berührung auslöste. Selenos hatte überhaupt nie etwas ungewöhnliches im Wald bemerkt. Er schrieb an seinem Werk und genoss die mentale Kraft, die er im Wald spürte.“

 

Spock sah Selenos fragend an. „Ist das korrekt?“

 

Der Dichter nickte.

 

„Aber das ist sehr unwahrscheinlich. Selenos müsste  wenigstens irgendetwas bemerkt haben. Aber er hat es nicht.“

 

„...und das bedeutet, Mr. Spock?“, fragte Jim.

 

„Das bedeutet, das Wesen hatte zu diesem Zeitpunkt mehr Macht, als wir zuerst glaubten. Es hat Selenos beeinflusst, damit er nichts ungewöhnliches bemerkt.

Selenos ist jedoch nicht der einzige, der von dem Wesen beeinflusst worden war. Mit dem Ziel beeinflusst wurde, nichts ungewöhnliches zu bemerken.

Ich habe Theorien aufgestellt und die Ingenieure und die anderen Spezialisten der Enterprise mit neuen Parametern versorgt, um Klarheit zu erlangen. 

Mr. Scotts Team fand daraufhin die Explosionsstoffe und ich fand auch was ich gesucht hatte.“

 

„Als Autor von Kriminalromanen hätten Sie sehr berühmt werden können, Spock. Spannung bis zum Schluss“, sagte Jim.

 

„Es geht um die Natur und die Macht des Wesens. Wenn es, wie ich annahm, geistig sehr mächtig ist oder war, müsste das festzustellen sein. Seine Existenz oder irgendwelche Anomalien auf Tribas. Deshalb haben wir den Planeten gescannt und die Ergebnisse mit den verschiedensten Scans der vergangenen Jahre, die von dem Planeten gemacht wurden, verglichen. Die Ergebnisse bestätigen meine Theorie.“

 

„ Was haben Sie herausgefunden?“

 

„Geologische und biologische Veränderungen auf der Oberfläche des Planeten, in tiefen Erdschichten und in der Atmosphäre.

Ständig ansteigend seit 20 Monaten . Noch vor zwei Jahren war Tribas ein normaler Klasse M Planet. Heute ist er auf anomale Weise verändert. Erhöhte Temperaturen in den Erdschichten, molekulare Veränderungen im Gestein und in den Gewässern. Beinahe alle wildwachsenden Pflanzen auf Tribas durchliefen eine deutlich schnellere Evolution als normal und es entwickelten sich mindestens 450 neue Arten – und diese neuen Pflanzen wachsen rapide.

Wir stellten diese Veränderungen ausschließlich durch das Auswerten der routinemäßig durchgeführten Langstreckenscans der Föderationssatelliten fest. Diese werden meist nur gesammelt und erst dann gründlich ausgewertet, wenn ein direkter Grund dafür vorliegt. Die Wissenschaftsabteilung von Starfleet sieht keinen Grund zur gründlichen Auswertung dieser Routinescans. Schließlich gelten sie nur den Föderationskolonien – und dort führen deren Wissenschaftler eigene Untersuchungen durch. Wir haben die Routinescans  ausgewertet, einen Teil davon, korrekt ausgedrückt, und unsere Wissenschaftler auf Tribas haben von mir den Auftrag erhalten, eigene Untersuchungen anzustellen. Kurz vor diesem Treffen erhielt ich die ersten Ergebnisse. Sie gleichen denen der Langstreckenscans.

Doch in den wissenschaftlichen Unterlagen, den Computernetzwerken allgemein oder sonst irgendwo auf Tribas war von diesen Veränderungen nirgendwo die Rede. Abgesehen von dem explodierten geologischen Labor hat der Planet ein Institut für Chemie und eines für Physik und von  keinem der Wissenschaftler dort wurden die Veränderungen registriert.“

 

Spock schwieg einen Moment.

 

„Ich bin mir sicher, die Lichtgefährtenlegende hat mit den Ereignissen zu tun. Selenos hat im Wald an Gedichten zu dieser Legende gearbeitet. In ihr geht es auch um Schöpfung, und was auf Tribas in den letzten zwanzig Monaten geschah, ist Schöpfung.“

 

Kirk schaute Spock an. Ungläubig.

 

„Eine Legende, die Wirklichkeit wurde? Geschieht die Legende hier?“

 

„Sie hat mit ihr auf irgendeine Weise zu tun, aber sie geschieht nicht. In der Legende gab es keine unbekannte Macht, die Individuen manipuliert hat. Es gab in der Legende nur zwei Liebende, die dank der Schwingungen ihres Partnerbandes, ihres Liebesbandes, einen Teil der Schöpfungsmacht erlangten.“

 

„Spock, ich habe da eine Theorie...“

 

„Ohne Zweifel eine uneindeutige und unbewiesene“, seufzte Spock.

 

„Das haben Theorien nun mal an sich.“

 

„Jim“, sagte Spock, „Theorien habe ich auch und sicher vermuten wir dasselbe, doch wie eindeutig  ist Ihre Vermutung? Ist sie nicht eher ‚schwammig’?

Spock warf einen Blick auf Selenos. „Ein zweiter mindmeld könnte Klarheit bringen.“

 

Selenos antwortete nicht.

 

„Was ist mit den  Veränderungen? Haben Sie den Kolonisten geschadet?“, fragte Kirk.

 

„Nicht auf diese Weise, nicht im Sinn von direkten Gefahren aus der Umwelt.“

 

„Und niemand hat die Veränderungen registriert?“

 

„Doch, Captain. Einer schon. Jemand mit genügend mathematischem und geologischem Wissen, um die Kettenreaktion zu berechnen, die er mit einer ganz bestimmten Sprengstoffmenge und – kombination auslösen würde. Das Labor wurde zerstört, um über den Weg von Druckwelle und dem Sturz der Felsen in den Binnensee die Flutwelle auszulösen – und das Wesen aufzuhalten, wie ich glaube.

Aufgrund der Tatsachen gibt es nur einen Kolonisten, der – selbst unbemerkt- die Veränderung erkennen, die Explosion berechnen und das Labor präparieren konnte.“

 

Spock blickte Selenos in die Augen.

 

„Simis“, flüsterte der Dichter.

 

„Simis hätte den Kolonisten nie bewusst Schaden zugefügt. Das ist mir bewusst. Ich gehe davon aus, er hätte die Kolonisten rechzeitig vor dem Eintreffen der Flutwelle gewarnt. Doch er starb, bevor er es hatte tun können.

Vielleicht hat er mit seinem Eingreifen die Kolonisten gerettet. Wenn er bemerkte, was in der Kolonie geschah, wenn er mehr wusste als wir zum jetzigen Zeitpunkt wissen...hat er den richtigen Weg gewählt. Das Wesen ist inaktiv, schwer verletzt oder tot. Er muss gewusst haben, wo es sich befand und wie er die Kolonie von dessen Beeinflussung befreien konnte. Wir dürfen nicht vergessen: Das Wesen veränderte mit geistiger Macht den Planeten und manipulierte die Bewohner, damit diese die Veränderung nicht bemerkten. Ich bin noch nicht sicher, wie es das getan hat, nur dass es mit Selenos zusammenhängt. Auch das Ziel kann ich nur vermuten und auch, wie sehr die Kolonisten gefährdet waren.“

 

Spock schaute Selenos noch immer in die Augen, Bedauern im Blick.

 

„Unser letzter mindmeld hat keine Ergebnisse gebracht. Sie hatten Blockaden im Gedächtnis und ich nehme an, das Wesen hat diese verursacht. Stimmen Sie einem zweiten Versuch zu, Selenos? Um die offenen Fragen zu klären? Dann erfahren wir vielleicht auch, wieso Simis jetzt tot ist. Schließlich ist er von dem Wesen für einen langen Zeitraum nicht beachtet worden, für den ganzen Zeitraum seiner Vorbereitungen für die Explosion.“

 

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Selenos saß auf dem Stuhl, bemüht, sich zu entspannen. Jim lehnte, ihm gegenüber, an der Wand.

Der Dichter hatte die Hände zu Fäusten geballt, öffnete sie, schloss sie wieder. Seine Augen taten es den Händen nach und suchten irgendwo nach Halt. Jim schenkte ihm das aufmunterndste Lächeln, zu dem er fähig war.

 

„Ich will das nicht...“, flüsterte Selenos.

 

Spock stand hinter seinem Rücken und er unterbrach den Weg seiner Hände zu dessen Gesicht, als er Selenos’ leise Worte hörte.

 

„Ich kann es nicht gegen Ihren Willen tun. Wenn Sie nicht zustimmen...“

 

„Doch...ich stimme zu“, sagte Selenos eine Spur lauter. „Es muss sein, schon wegen meines t’hy’la.“

 

Die Blicke von Kirk und Spock trafen sich.

 

‚Jetzt nicht’, dachte Jim, ‚Spock muss sich konzentrieren. Später...’

 

Spock legte die Fingerspitzen seiner rechten Hand auf Selenos’ Wange.

„Selenos...ich beginne jetzt...“

 

„Ja, tu es...“

 

„Dein Geist zu meinem Geist, deine...“

 

Kirk hatte es schon mehrmals erlebt. Er wusste, was Selenos jetzt erleben würde.

Er kannte die vulkanische Gedankenverschmelzung aus eigener Erfahrung.

Das sanfte Anklopfen, das vorsichtige Eindringen von Spocks Gedanken in die seinen.

Den kurzen Anflug von Panik, wenn dann Spocks Geist ihn einzunehmen schien.

Die ersten Male hatte er sich in jenem Moment dem Ertrinken nahe gefühlt, doch inzwischen hatte er gelernt, sich bewusst fallen zu lassen.

Kirk beobachtete Spock und Selenos. Die Gesichter der beiden Männer ähnelten sich während der Verschmelzung, wie Jim erstaunt feststellte.  

 

 

‚Ich fühle Angst, Spock.’

 

‚Weil ich so tief in deinen Geist eindringen muss. Deine Angst ist verständlich.’

 

‚Aber du bist mehr Vulkanier als ich, auch wenn du genetisch zum Teil Mensch bist. Du bist diszipliniert, und könntest deine Angstgefühle beherrschen.’

 

‚Du solltest deine Disziplin schulen lassen, Selenos. Wende dich an einen Lehrer, wenn alles vorbei ist. Du hast mir vorhin gesagt, ich muss mein Leben nicht auf den Kopf stellen, um meine Gefühle für Jim zuzulassen. Für dich gilt das selbe. Zur Zeit ist deine vulkanische Disziplin, deine Beherrschung der Emotionen zu gering, außerhalb der Toleranz. In diesem Zustand bist du vielleicht sogar eine Gefahr für andere. Du weißt, wie heiß vulkanische Emotionen brennen können und dass unser Volk sie deshalb beherrschen muss.’ 

 

‚Darf ich um dich als meinen Lehrer bitten? Du wärst mir lieber als ein Fremder.’

 

‚Das erforderte Zeit, die ich nicht habe.’

 

‚Ja, daran hatte ich nicht gedacht.“

 

‚Selenos, ich versuche jetzt, deine Blockaden aufzubrechen. Es wird wieder schmerzen.’

 

‚Warte. Möchtest du nicht erst noch einmal deine Gefühle für Captain Kirk erleben? Diese Emotionen würden uns entspannen und dann ist das Aufbrechen der Blockaden nicht mehr so schmerzhaft.’

 

‚............’

 

‚Spock?’

 

‘…Wenn du nicht wieder zu weit gehst?’

 

‚Ich werde nicht übertreiben. Das wäre....zuviel Entspannung.’

 

‚Ja.’

 

°°°Jim stand vor Spock. Hinter ihm loderte ein Feuer. Der Vulkanier sah sich um und erkannte eine hochwandige Höhle, in der Mitte ein Bett, mit dunkelrotem, seidigem Stoff überzogen. Kein Bett zum Schlafen, nein, ein Bett, gebaut damit zwei Partner sich Liebe und Leidenschaft schenken können.

 

°°°Schüchtern trat der Mensch näher, senkte den Blick. ‚Spock...t’hy’la...’

 

‚Ja...t’hy’la...’

 

‚Ich...’ Jim blickte zögernd zu Spock auf. Dann, ohne den Vulkanier aus den Augen zu lassen, zog er sich das goldene Hemd über den Kopf, legte es unsicher auf den Boden. ‚Ich liebe dich, Spock. Ich begehre dich. Fühlst du so wie ich? Wollen wir unsere Gefühle...gemeinsam erleben...’

 

Spock trat langsam zu ihm. Er berührte Jims kühle Wange.

Der Mensch schmiegte sich in seine Hand. Dann öffnete er seine Hose.

 

‚Nein..’

 

‚Nein?’ fragte Jim ungläubig.

 

‚Ich meine...ich will das tun...’

 

Spock sank langsam auf die Knie und Jims Hände legten sich auf seinen Kopf. Der Vulkanier bewegte seine Finger federleicht über Jims Beine, griff sich dann entschlossen den Bund und zog die Hose nach unten.

Kein Slip war im Weg.

 

Kirk beobachtete die beiden, die beinahe regungslos erschienen. Dann stieß er überrascht den Atem aus, als er sah, wie sich Spocks Geschlecht versteifte. ‚Was...’  Jims Blick glitt zu Selenos, sah die selbe Erregung bei ihm. ‘Was tun die beiden?’

Er sah, wie sich Spock an der Stuhllehne rieb. Kurz nur.

 

 

Spock berührte Jims Körper mit seinem Mund, seinen Händen.

Jim stöhnte und Spock erhob sich, zog den Mann seiner Träume zu dem dunkelroten Bett.

Dann fiel ihm ein, dass dies nur ein mindmeld war und er dieses Mal nicht weitergehen durfte, auch Selenos warnte ihn, rief seinen Namen. Er konzentrierte sich wieder auf seine Aufgabe und begann, die Blockaden in Selenos’ Gedächtnis aufzubrechen.

 

‚Was ist dahinter, Selenos...öffne die Tür...’

 

‚Wie...Du siehst das Schloss davor...’

 

‚Ich werde es zerbrechen...’

 

Mit der Wucht seiner Gedanken zerbarst das Schloss.

 

Selenos schrie auf, schrie so laut, dass Jim zu ihm stürzte. ‚Nein’, ermahnte er sich, ‚Ich darf nicht eingreifen. Spock weiß was zu tun ist.’

 

‚Was.....’

 

Als Spock sah, was sich hinter der Tür befand, verstand er. Einen Wimpernschlag nur brauchte er für das Erkennen. ‚Ein Irrtum’, dachte er, ‚ich habe mich geirrt.’

 

Die Bilder liefen noch einmal ab, und jetzt verstand sie auch Selenos.

 

Wie ein Berserker sprang Selenos auf, schlug um sich, traf die anderen beiden Männer im Raum mit der Kraft und Verzweiflung eines Mannes, welcher erkannte, dass er das Eine getan hatte, was es nie hätte tun wollen, dass durch seine Schuld das geschehen war, was nie hätte geschehen dürfen.

 

Spock war nach Selenos’ Ausbruch aus der Gedankenverbindung an die Wand getaumelt. Dann war er von dem um sich schlagenden Selenos getroffen worden und lag jetzt bewusstlos auf dem Boden der Kabine.  Kirk gelang es dieses Mal, Selenos auszuweichen. Mit letzter Kraft erreichte er den Kommunikator an der Wand, schlug darauf und rief den Sicherheitsdienst.

 

 

 

Captains Logbuch:

„Der Erste Offizier Mr. Spock ist verletzt worden. Er war mit Mr. Selenos eine vulkanische Gedankenverschmelzung eingegangen, um die Rätsel auf Tribas zu lösen, und diese wurde aus mir bisher unbekannten Gründen unterbrochen. Mr. Selenos schlug wie im Rausch unkontrolliert um sich und traf Spock an der Schläfe. Er liegt zur Zeit auf der Krankenstation und ich hoffe, er ist bald wieder bei Bewusstsein. Selenos wurde ruhig gestellt und wird von seiner Schwester T’Adrana betreut.“

 

In der Krankenstation angekommen, begab sich Kirk sofort zu der Liege, auf der sein Erster Offizier lag. 

 

„Er ist gleich wieder bei sich, Jim“, hörte er McCoys Stimme hinter sich, „ich bin gespannt, was er erfahren hat. Nach Selenos’ Reaktion zu urteilen, muss es etwas furchtbares gewesen sein.“

 

„Das ist ziemlich wahrscheinlich, Pille.“

 

„Hast du keine Ahnung, was geschehen sein könnte?“

 

Jim dachte an die kurze Phase sexueller Erregung, die er bei den beiden Männern beobachtet hatte.

 

„Ich weiß nicht, was geschehen ist. Es begann meinem Eindruck nach recht...angenehm für beide. Dann fing Selenos an zu schreien, doch das dauerte nicht lange. Für einige Sekunden schien dann alles wieder friedlich, bevor Selenos...ausrastete...“

 

„Captain...“

 

Spock war erwacht und schaute Jim ins Gesicht.

 

„Captain, ich kann Ihnen sagen, was Selenos aus dem mindmeld ausbrechen ließ.“

 

Jim wartete, sah wie Spock mit dem Aussprechen der nächsten Worte zögerte.

 

„Er wollte es nicht tun und konnte sich auch nicht daran erinnern.

Selenos hat mit seiner mentalen Kraft Simis getötet.“

 

 

Weiter: Teil 6