Titel:  Die Legende vom Lichtgefährten

Kapitel 4 von 9

Autor: Liliane Romano

Serie:  Star Trek TOS

Paarung: K/S, S/m, K/m

First Time

Rating:  NC17, ein bisschen

Dies ist eine homoerotische Liebesgeschichte. Wer unter 18 ist oder homoerotische Erzählungen nicht mag, sollte bitte nicht weiterlesen.

 

Zusammenfassung: Eine alte vulkanische Legende erwacht zum Leben und ein emotionaler vulkanischer Dichter hilft Kirk und Spock sich zu finden.

 

Feedback: Ja.

Hier oder liliane_romano@yahoo.de

Archiv: Ja

Beta:  T'Sihek. Nach ihren Hinweisen – vielen Dank dafür! – habe ich nach der Erstveröffentlichung das eine oder andere nochmal korrigiert.

Disclaimer: Das Star Trek Universum gehört mir nicht und ich verdiene damit kein Geld. Ich spiele nur ein bisschen mit den sexy Jungs und den netten Mädels die dort wohnen. Ich schreibe nur zum Spaß und will keine Rechte verletzen.



Kirk stellte sich Spock in den Weg, als dieser wie die anderen den Besprechungsraum verlassen wollte.

„Bleiben Sie hier, Mr. Spock.“

 

„Ich habe noch im Labor zu tun, Sir. Dort müssen noch einige Einstellungen vorgenommen werden, die für den Fall von Bedeutung sind.“

 

„Sicher müssen Sie das, und ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mich in Ihre Pläne und Gedankengänge einweihen würden. Sie wussten über die Ereignisse auf Tribas schon vor der Besprechung mehr als ich jetzt nachher weiß. Was zum Beispiel hat es mit dem Lichtgefährten auf sich? Wann wollen wir Mr. Selenos danach fragen?“

 

„Nach den Einstellungen, die ich vornehmen muss.“ Spock wandte sich wieder zum Ausgang.

 

„Danach werden Sie mich informieren?“

 

„Selbstverständlich, Captain.“

 

„Richtig, Mr. Spock. Ich bin der Captain, und auch, wenn Sie von wissenschaftlicher Arbeit und einer Menge anderer Dinge mehr verstehen als ich, brauche ich genügend Informationen darüber. Von Zeit zu Zeit habe ich Entscheidungen zu treffen, wie Sie sicher wissen. Informationen wären dabei sehr hilfreich.“

 

„Ich werde Sie informieren, Captain. Ich sehe nur keinen Sinn darin, Ihnen meine Vermutungen ausführlich darzulegen, so lange es sich nur um Vermutungen handelt und nicht um gesicherte Erkenntnisse. Ich würde nur Ihre und meine Zeit verschwenden und Ihre Gedanken zu sehr in Anspruch nehmen.“

 

„Nun, Mr. Spock, wenn Sie das so sehen...Nehmen Sie Ihre Einstellungen vor und treffen Sie sich dann mit mir auf dem Freizeitdeck. Dort werden Sie mich  informieren und danach befragen wir Selenos.“

 

°°°

 

Jim betrat das Freizeitdeck und der Anblick, der sich ihm bot, veränderte sein ‚Ich-geb’s-auf, Spock’-Gesicht in ein ‚Zum-Glück- sind-nicht-alle-Vulkanier-gleich’-Antlitz.

 

Selenos thronte auf einem der Tische im Raum, die Beine zum Schneidersitz verschränkt und rezitierte aus einem Buch.

‚Seine Gedichte sicher’, dachte Jim.

Um ihn herum saßen oder standen mindestens 20 weibliche und einige männliche Besatzungsmitglieder und lauschten ihm. Einige wirkten andächtig, und andere, wie Uhura, die beinebaumelnd neben ihm auf dem Tisch saß,  lächelten versonnen.

Der Vulkanier wehrte die Bitten der Zuhörer um Zugabe ab.

„Dies war das einzige Gedicht, das ich bisher in Standard übersetzt habe, meine Damen und Herren...Außerdem scheint mir, der Captain will mich sprechen. Wenn Sie mich bitte entschuldigen würden...“

 

Die Zuhörer verstreuten sich in den verschiedenen Teilen des Freizeitdecks und Kirk trat auf Selenos zu.

„Ich möchte allein mit Selenos sprechen, Lieutenant Uhura. Leihen Sie ihn mir für eine Weile aus?“

 

Uhura war als einzige der Zuhörer nicht von Selenos’ Seite gewichen und schien auf Kirks Worte verlegen zu reagieren. Dann nickte sie, hüpfte vom Tisch und verschwand unter den anderen.

 

„Sie haben einen Fanclub, Mr. Selenos.“

Der Mann lächelte offen.

 „Bisher kannten nur Vulkanier meine Poesie. Ich hatte nie daran gedacht, sie für Menschen zu übersetzen. Doch es ist sehr angenehm, von Fremden anerkannt zu werden.“

 

Jim blickte versonnen in das offene Gesicht des vulkanischen Dichters.

‚So anders als Spock...er versteckt weder seine Freude noch seinen Schmerz.’

„Selenos, wir wollen Sie noch nach einigen Dingen fragen. Spock hat wohl eine Theorie, die mit dem Lichtgefährten zu tun hat. Ich muss gestehen, ich weiß nicht, worauf er hinaus will. Ich weiß nicht mal, was ‚Lichtgefährte’ bedeutet. Erklären sie es mir?“

 

Elegant schwang sich der Vulkanier vom Tisch. „Wenn Sie es wünschen, Captain...

Der Lichtgefährte ist eine vulkanische Mythologie, die ihren Ursprung vor 7140 Jahren  hat. Auf der Erde existieren keine wahrheitsgemäßen Aufzeichnungen, die solange zurückreichen, oder?“

 

„Ja.  Erst seit 500 Jahren sind die Aufzeichnungen verlässlich genug, um Ereignisse in wahr oder erfunden zu unterteilen.“

 

„Auf Vulkan ist dies schon seit etwa diesen 7140 Jahren der Fall. Logischerweise kann der Zeitpunkt nicht exakt bekannt sein. Zu eben dieser Zeit geschah etwas, was die Vulkanier nach Surak meist verdrängen.“

 

„Sie meinen, es könnte geschehen sein, Selenos.“

 

„Es könnte auch nicht geschehen sein. Doch in meinem Herzen verankert ist die Hoffnung, die Mythologie vom Lichtgefährten entspräche der Wahrheit. Sie leuchtet als ewiges Glück in der Verbundenheit mit dem Universum.“

 

Kirks Lächeln wurde breiter.

„Nach diesem poetischen Satz würde mein Erster Offizier erst mal eine ganze Nacht meditieren, um seine Emotionen unter Kontrolle zu bringen. Sie sind ein ungewöhnlicher Angehöriger ihrer Spezies, wie ihr Schwager Richard Matisse schon erklärte. Sie lassen sich ihre Gefühle von niemandem einengen. Wenn Sie Ihre Werke in Standard übersetzen, gewinnen Sie mich sicher als Leser. Schon seit ich Sie zum ersten mal erlebte, habe ich den Eindruck, Sie schwingen vor Poesie und Gefühlen.“

 

Er schwieg. ‚Was rede ich da?  Das kann ich doch nicht...Schon bin ich im Fanclub und habe noch nicht mal ein Gedicht von ihm gehört.’

 

Selenos blickte ihn prüfend an, dann fuhr er fort.

„Unser Planet ist eine Wüste, lebensfeindlich solange wir denken können. Die Vulkanier mussten schon immer um ihr Überleben kämpfen. Der Tod durch Mangel an Wasser und der Tod im Kampf gegen die Nachbarstämme um das Wasser waren alltäglich. Auf Vulkan herrschten Gewalt und Durst. Als die technische Entwicklung voranschritt, hätten diese Tode beendet werden können. Doch die Vulkanier waren an Gewalt zu sehr gewöhnt, innerlich gewöhnt, als dass sie mit ihr hätten brechen können. Unser Volk fand andere Wege, sich der eigenen Ausrottung näher zu bringen.“

 

Kirk nickte.

„Atomwaffen. Spock hat davon erzählt. Seinen Worten nach hätte Ihre Spezies ohne Suraks Philosophie der Beherrschung der Emotionen nicht mehr lange überlebt.“

 

„Das ist sicher wahr. Doch die Legende vom Lichtgefährten weist auf eine zweite Möglichkeit.“

 

„...“

 

„Vor 7140 Jahren wanderte ein Bilderkünstler, ein Maler und Reliefkünstler, wenn man so will, von Oase zu Oase. Er lebte einige Tage bei dem Stamm, der dort wohnte, verkaufte ihm seine Kunst gegen Wasser und ein Feuer bei Nacht, wanderte weiter zur nächsten Oase und zum nächsten Stamm.

Wir Vulkanier genossen auch damals, als Durst und Gewalt herrschten, Schönheit und Kunst. Dieser Künstler, sein Name spielte nie eine Rolle, konnte von seinen Werken leben. Er hatte Wasser bei Tag, Feuer bei Nacht. Das hat den Vulkaniern, zusammen mit ihrer künstlerischen Seele, damals genügt. Den meisten genügt es noch heute.

Eines Tages begegnete der Künstler dem besten Schmied auf Vulkan. Es dauerte nicht lange bis die Bildermotive des wandernden Künstlers die Arbeiten des Schmiedes zierten. Sie hatten sich ineinander verliebt und liebten sich von Tag zu Tag mehr. Ihre Liebe ließ ihre gemeinsamen Werke zum schönsten und besten werden, was Vulkan jemals gesehen hatte. Sie wurden berühmt, man verehrte sie für ihre Fähigkeiten und ehrte ihre Verbundenheit in Liebe. Trotz aller Gewalt kannte unser Volk damals den Wert der Liebe.

Sie wissen, Captain, dass bei uns Vulkaniern in einer engen Verbundenheit zwischen zwei Individuen auch die geistige Verbundenheit über das Partnerschaftsband sehr wichtig ist. Unsere  Fähigkeit, den Geist anderer wahrzunehmen, an seinen Gefühlen und Gedanken teilnehmen zu können und zwei Individuen geistig durch das Band zu verbinden, verhilft uns zu einer anderen Wahrnehmung des anderen. Sie verhilft auch – und das ist sehr bedeutsam – zu einer anderen Wahrnehmung des Universums.

Zurück zu den beiden Liebenden. Ihre Einheit  schuf eine ungewöhnlich starke und von Liebe geprägte Schwingung ihrer Geister. Die anderen Vulkanier bemerkten das, fühlten sich in ihrer Nähe wohl und dann ereignete sich etwas bis dahin unbekanntes.

Die Legende erzählt es so.

Eines Tages schwang das Band, das die beiden verband so stark, dass sie in die Schwingungen des Universums überging, in die Schwingungen der Schöpfung.

Und was passiert, wenn die eigene Schwingung mit jener der Schöpfung in Einklang kommt?

Das Universum nahm die Schwingung der beiden auf als sei sie schon immer ein Teil von im gewesen. Normalerweise sind die Schwingungen von uns gewöhnlichen Wesen nicht gleichmäßig genug, nicht stark genug oder ganz einfach von zuviel Hass verzerrt, um der Schwingung der Schöpfungskraft nahe zu kommen.“

 

„Klingt wie Esoterik. Diese Gedanken sind auch auf der Erde bekannt. Bei den Vulkaniern ist das natürlich anders. Sie erleben geistige Kraft ihr Leben lang.“

 

„Richtig, Captain.

Die Bezeichnung Lichtgefährte bedeutet auf Vulkan soviel wie >Der Gefährte, mit dem man so eng verbunden ist, dass man zusammen mit ihm das Licht erreicht.<

Licht, Jim, bedeutet bei uns nicht dasselbe wie bei Ihnen. Bei uns ist Licht etwas geistiges. Seit den Tagen des Künstlers und des Schmiedes bedeutet Licht Gleichklang mit dem Universum.

Dieser Zustand, den die beiden erreichten, die sich so sehr liebten, die so eng verbunden waren, war das Licht. Auf einmal besaßen der Künstler und der Schmied einen Teil der Schöpfungskraft des Universums, auf einmal hatte die Oase, in der sie lebten, immer genügend Wasser. Die beiden Liebenden erschufen erst unbewusst, später bewusst das Wasser, die Nahrung, den Frieden.

Sie vollendeten ihre Kunst. Die Oase erblühte in geistiger Hinsicht und sie erblühte von Pflanzen, die Schatten und Nahrung spendeten. Sogar Bäume wuchsen. Vor der Zeit der Legende vom Lichtgefährten ist in keiner Überlieferung von diesen Gewächsen die Rede. Seit dieser Zeit jedoch gibt es Bäume auf unserem Planeten, natürlich nicht so viele wie bei Ihnen auf der Erde. Die Oase, in der die beiden lebten, existiert noch heute – sie ist die vegetationsreichste Region auf Vulkan.

Die Vulkanier fürchten sich im Geheimen vor ihrer geistigen Kraft.  Sie wissen, wozu sie fähig sind. Deshalb wurde es schon vor Surak nicht gern gesehen, wenn  jemand die Lichtgefährten – Legende erforschen wollte. Nach der Reformation wurde sie  aus dem Bewusstsein der Vulkanier verdrängt. Unendliche Liebe, dank der man die Schöpfungsebene erreicht, passt nicht zur Beherrschung der Emotionen.

Die Schöpfungsebene ist anders als die Surak – Philosophie. Bei Surak werden die präzise Logik und die Beherrschung der Emotionen bei deren Schulung zu einer instinktiven Anwendung durch den einzelnen.

In der Lichtgefährtenlegende gibt es keine Logik, nur Liebe, nur geistige Verbundenheit.

Die Schöpfungskraft des Universums ist Logik und Liebe in einem.“

 

Jim nickte verstehend mit dem Kopf.

„Beeindruckend, Selenos, wirklich...Und Sie? Sie hatten insgeheim gehofft, ihr Partner Simis könnte zu Ihrem Lichtgefährten werden, zumindest symbolisch, mit Ihnen einen andern Weg einschlagen als den der kalten Logik.“

Selenos wandte sich für einen Moment ab. Er nickte und fokussierte dann etwas hinter Kirk. Dieser drehte sich um. Spock. Jim hatte sein Eintreffen nicht bemerkt.

„Einen Moment noch, Spock. Ich höre mir gleich ihren Bericht an.“

 

Selenos blickte den Captain ein wenig wehmütig an. „Simis war nicht mein Lichtgefährte. Ich hatte es mir gewünscht, aber dieser Wunsch war unlogisch von Anfang an. Er war mein Freund und mein Geliebter im Körper und im Geist. Mein t’hy’la,  wie man auf vulkanisch sagt. Das war wundervoll genug, doch ich habe das nicht verstehen wollen. Ich suchte nach der Emotion der Lichtgefährten und habe dabei meinen t’hy’la verloren.“

Jims Herzschlag hatte sich erhöht, sein Mund wurde trocken.

 

‚T’hy’la’, dachte er, ‚Spock hat mich so genannt, als er mich nach seiner missglückten Hochzeit um Verzeihung gebeten hatte. Er sagte mir, es bedeute Freund.’

 

Langsam drehte er sich um und schaute Spock in die Augen.

„Spock...“

 

Der Vulkanier wollte seinem Blick ausweichen, konnte es nicht.

 

„Spock, du hast mich...Es heißt Geliebter, nicht nur Freund...“

Jetzt wandte Spock sich ab.

„Du wusstest...“

 

Selenos  murmelte etwas und zog sich zurück.

 

 

 

 

Jim trat dicht an seinen Freund heran.

„Du hast mich Geliebter genannt, doch du weist mich zurück?“

 

„Ich will es nicht, Jim.“

 

„Ich liebe dich, Spock, du weißt das. Wenn du mich auch liebst...“

 

Jim hoffte auf Spocks Antwort, doch der Vulkanier schwieg.

 

„Empfindest du für mich dasselbe?“

 

„Jim, bitte...es ist nicht so einfach...Ich will, dass alles so bleibt zwischen uns wie es ist. Es ist besser so.“

 

„Warum, Spock? Es ist unlogisch, wenn wir es beide wollen.“

 

„Es ist nicht unlogisch...bitte Jim, lass mich...“

 

„Worauf wartest du, Spock? Wenn du mich liebst, worauf wartest du dann?“

 

Der Vulkanier schwieg, schaute den Menschen nicht an.

 

„Befürchtest du, eine Liebesbeziehung zwischen uns beiden würde nicht funktionieren? Glaubst du, sie hätte keine Zukunft?

 

Fürchtest du, ich könnte dir nicht treu sein?“

 

Spock antwortete nicht.

 

„Worauf wartest du, wenn du mich liebst? Oder fürchtest du dich davor? Spock, bitte antworte mir!“

 

Spock sah Jim in die Augen, seine Lippen bebten.

„Die Emotion, Jim...Sie ist für mich...und all das was du gesagt hast...Bitte, Jim, nicht...bitte lass mich...“

 

Kirk schwieg.

‚Das ist es also, t’hy’la. Du schreckst zurück vor deinen Gefühlen und du traust mir nicht, traust uns beiden nicht.’

 

Spock straffte die Schultern.

„Captain, ich würde es vorziehen, mit meiner Arbeit fortzufahren. Ich muss Mr. Selenos noch einige Fragen stellen. Den Bericht bekommen Sie später, Sir.“ Er drehte sich weg und floh.

 

 

 

 

Kirk warf sich auf sein Bett. ‚Wir lieben uns, Spock. Ich hatte die Hoffnung nie verloren.’

Instinktiv  drehte er sich auf den Bauch und rieb sich an der Matratze. ‚Oh, Spock, t’hy’la, ich liebe dich.’

 

Er dachte an die Zeit zurück, bevor er sich Spock genähert hatte, damals während ihres Landurlaubes auf der Lichtung. Als er seinen Freund küssen wollte und der ihn zurück stieß und ihm unmissverständlich klar machte ‚ich will es nicht’.

 

Wenn Jims Sehnsucht vor dieser Zeit zu groß wurde, wenn ihn Spocks Nähe zu sehr erregte, fühlte er diese Erregung als ein glückliches Gefühl in seinem Körper und genoss es. Er dachte an Spock, wenn  er mit einem anderen Mann schlief, mit einer Frau oder wenn er sich selbst streichelte, so wie jetzt...Nach Spocks Zurückweisung änderte sich das. Für eine ganze Weile verkrampfte er sich, sobald er bei Spock an mehr dachte als an Freundschaft und Loyalität. Für eine ganze Weile fühlte er sich schlecht und schämte sich dafür, wenn er erotische Gedanken an seinen Freund erlebte. Inzwischen hatte sich ihr Verhältnis entkrampft, zum Glück, und sie waren wieder die besten Freunde.

Jim fühlte, er würde gleich kommen...“Spock“, hauchte er, „Spock...“

Während sich sein Körper entspannte, er in den Schlaf hinüberglitt, verzog sich sein Gesicht zu einem Lächeln. Er hatte wieder Hoffnung, den Vulkanier bald in Wirklichkeit in seinen Armen halten zu können. Sehr bald. ‚Spock liebt mich. Wir lieben uns. Ich weiß es...Bald sind wir zusammen.’

 

°°°°°

 

„Sie können mir also keine weiteren Informationen über dieses fremde Wesen im Wald von Tribas’mink geben?“

 

„Nein, Commander Spock. Ich spüre, da ist etwas in meinem Erinnerung, doch ich kann sie nicht aktivieren.“

„Wenn Sie gestatten, Mr. Selenos...ein mindmeld könnte hilfreich sein.“

Der Vulkanier zuckte mit den Schultern. „Vielleicht wäre er das. Aber als ich vor einigen Tagen mit meiner Schwester T’Adrana eine geistige Verbindung hatte, kam nichts zum Vorschein. Wenn Sie glauben, mehr erfahren zu können...Beginnen Sie.“

 

Spock legte die Finger an Selenos’ Gesicht. „Dein Geist zu meinem Geist, deine Gedanken zu meinen Gedanken...“

 

‚Du hast eine Blockade in deiner Erinnerung...ich versuche, sie zu durchbrechen...’

 

‚Hör auf, es schmerzt...hör auf..’

 

Spock zog sich etwas zurück, berührte nur noch die oberen Erinnerungen.

‚Das Wesen hat deinen Partner getötet. In deinem Geist kann ich vielleicht finden, was nötig ist, um es zu finden, um alles aufzuklären...’

 

‚Nein, Spock, geh’ nicht tiefer, bleib hier...Ich möchte dir etwas zeigen...von meinem t’hy’la...sieh dir an, wie es war...’

 

Die Erinnerungen Selenos’ umfingen Spock wie ein sanftes Rauschen an einem Brunnen in der Oase der mythischen Lichtgefährten. Die Liebe, das Glück, die geistige Verbundenheit von Simis und Selenos.

 

‚Es ist..’

 

‚Wundervoll, Spock, spürst du es? Soviel, so stark...’

 

‚Ja...’

 

Selenos umfasste Spocks Hüfte, zog ihn dicht an seinen Körper.

‚Du kannst es auch erleben, wenn du willst...Du liebst deinen Captain...und er liebt dich...lass es zu...’

 

Spock wollte sich aus Selenos’ Emotion befreien, ihre Geister trennen. Doch die Emotionen, die er für Jim empfand, ließen ihn bleiben.

 

‚Ich zeige dir, wie es sein könnte, wenn du dir deine Emotionen eingestehst, wenn du deine Angst davor überwindest...Genieße es...’

 

Spock sah in Jims Augen. Er lag auf ihm, küsste seine vollen Lippen, streichelte seine Hände...Tat all das mit seinem t’hy’la, was er heimlich begehrte...

Spock spürte, wie sich sein Geschlecht versteifte und als er merkte, dass er sich an Selenos rieb, wich er erschrocken zurück.

 

‚Bleib, Spock...nur einen Augenblick noch...’

Spock konnte und wollte sich nicht wehren, wollte wieder in Gedanken seinen t’hy’la küssen, wollte in ihn eindringen...

Er kam wieder zu Bewusstsein, als der Höhepunkt ihn überrollte. Spock trennte ihre beiden Geister, schwer atmend. Selenos drückte ihn noch immer an sich. Auch ihn hatte der Höhepunkt erreicht.

 

„Siehst du, Spock, so schön ist es. Lass es zu...du und Jim, ihr gehört zusammen. Du kannst diese Gefühle immer wieder erleben, wenn du mit ihm zusammen bist“, flüsterte Selenos an seinem Ohr.

 

‚Kontrolle’, dachte Spock, ‚Kontrolle...’

Er löste sich aus den Armen des anderen Vulkaniers, erblickte die Spuren des Höhepunktes  an ihrer beider Kleidung, sah Selenos erschrocken an.

 

 

„Selenos, du kannst doch nicht...das ist gegen alle Regeln...“

„Du wirst mir noch dafür dankbar sein. Eines Tages. Ich habe dir gezeigt, was sein könnte wenn du es wagst. Ihr liebt euch. Also, Spock, sage mir: Worauf wartest du?“

 

Später lag Spock auf dem Meditationsstein in seiner Kabine, versuchte zur Ruhe zu kommen. ‚Es darf nicht sein, ich darf nicht die Kontrolle verlieren. Es ist zu gefährlich...’

Später, noch immer nicht ganz beruhigt, begab er sich zu den Enterprise-Ingenieuren auf Tribas und beteiligte sich an den Untersuchungen.

 

°°°

 

Jim saß im Kommandosessel als ihn Spocks Ruf erreichte.

„Wir haben etwas gefunden, Captain. Ich schlage vor, die Kommandocrew trifft sich in einer halben Stunde im Besprechungsraum.“

 

„Einverstanden, Spock.“

 

°°°

 

Angespannte Gesichter. ‚Das sieht nach ..’

 

„Captain“, unterbrach Spock seine Gedanken. „Ich sagte Ihnen heute morgen, ich wäre nicht sicher, ob meine Vermutungen richtig sind. Eine von Ihnen war es tatsächlich nicht. Ich hatte den Ingenieuren Anweisungen gegeben, einer meiner anderen Theorien nachzugehen und sie fanden etwas.“

 

„Was?“

„Die Ingenieure haben die Reste des Labors noch mal untersucht.“

 

„Berichten, Sie, Mr. Spock.“

„Wir haben an mehren übriggebliebenen Resten des Labors biologische Substanzen gefunden, die jemand dort angebracht haben muss.“

 

„Was für eine Art von Substanzen?“

 

„Das Labor wurde absichtlich von einem der Kolonisten vernichtet. Bei den biologischen Substanzen, die wir bei den ersten Untersuchungen nicht beachtet hatten, handelt es sich um hochwirksamen Sprengstoff.“

 

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Weiter: Teil 5