Titel: Die Legende vom Lichtgefährten Kapitel 1 von 9 Autor: Liliane Romano Serie: Star Trek TOS Paarung: K/S, S/m, K/m First Time Rating: NC17, ein bisschen Dies ist eine homoerotische Liebesgeschichte. Wer unter 18 ist oder homoerotische Erzählungen nicht mag, sollte bitte nicht weiterlesen. Zusammenfassung: Eine alte vulkanische Legende erwacht zum Leben und ein emotionaler vulkanischer Dichter hilft Kirk und Spock sich zu finden. Feedback: Ja. Hier oder liliane_romano@yahoo.de Archiv: Ja Beta: T'Sihek. Nach ihren Hinweisen - vielen Dank dafür! - habe ich nach der Erstveröffentlichung einiges nochmal korrigiert. Disclaimer: Das Star Trek Universum gehört mir nicht und ich verdiene damit kein Geld. Ich spiele nur ein bisschen mit den sexy Jungs und den netten Mädels die dort wohnen. Ich schreibe nur zum Spaß und will keine Rechte verletzen. Die Legende vom Lichtgefährten Kapitel 1/9 Selenos gehörte zu den wenigen Bewohnern von Tribas 1, die der Explosion des Forschungslabors unverletzt entkommen waren. "Ich war der einzige, der sich zu dem Zeitpunkt als die daraus resultierende Flutwelle über die Siedlung hereinbrach, außerhalb ihrer Reichweite befand. Schon seit dem Abend vorher befand ich mich hinter der Hügelkette von Tribas'mink. Dort hatte ich meinen Gedichtband beenden wollen...einen letzten Schliff geben, wie Sie als Mensch wohl sagen würden. Ich muss gestehen, dass ich fast etwas stolz war auf mein Werk. Es fällt uns heutigen Vulkaniern sehr schwer, in die Welt unserer emotionellen Vorfahren einzutauchen, ihr Lebensgefühl in unseren Seelen zu leben..." Ohne eine Spur von Scheu oder Abscheu streichelte der Vulkanier das entstellte Gesicht des toten jungen Mannes in dem Lazarettzelt, das die Enterprise-Crew auf Tribas errichtet hatte. Er berührte die bleichen Finger, führte sie ohne zu zögern an seine Lippen, küsste sie. "Seit 12 Jahren arbeite ich an den Gedichten zum >Lichtgefährten<, einer alten Legende auf Vulkan, genauso lange wie ich mit Simis gebunden war. Jetzt ist das Werk vollendet und unser gemeinsames Leben...vorbei." Selenos` Stimme schien Jim Kirk zu kühl und zu nüchtern im Vergleich zu den zärtlichen Gesten seinem toten Gefährten gegenüber. Dann lachte der Vulkanier plötzlich auf, gequält, irgendwo zwischen Hysterie und Wut. "Ich kann meiner Schwester beim besten Willen nicht dankbar sein, dass sie mich mit ihrer mentalen Fürsorge aus dem geistigen Chaos gerettet hat. Besser, ich wäre mit Simis gestorben als ohne ihn weiterleben zu müssen." Captain Kirk schwieg. Nicht aus Unfähigkeit sein Mitgefühl auszudrücken, nein, das hätte er gekonnt, nur aus Überraschung. 'So viel Liebe, so viel Leidenschaft...Logik ist wohl doch nicht der einzige Gedanke im Leben unserer kühlen spitzohrigen Nachbarn.' Er klappte den Kommunikator auf. "Kirk an Transporterraum. Beginnen Sie mit dem Hochbeamen." Titel: Die Legende vom Lichtgefährten Kapitel 2 von 9 Autor: Liliane Romano Serie: Star Trek TOS Paarung: K/S, S/m, K/m First Time Rating: NC17, ein bisschen Dies ist eine homoerotische Liebesgeschichte. Wer unter 18 ist oder homoerotische Erzählungen nicht mag, sollte bitte nicht weiterlesen. Zusammenfassung: Eine alte vulkanische Legende erwacht zum Leben und ein emotionaler vulkanischer Dichter hilft Kirk und Spock sich zu finden. Feedback: Ja. Hier oder liliane_romano@yahoo.de Archiv: Ja Beta: T'Sihek. Nach ihren Hinweisen - vielen Dank dafür! - habe ich nach der Erstveröffentlichung das eine oder andere nochmal korrigiert. Disclaimer: Das Star Trek Universum gehört mir nicht und ich verdiene damit kein Geld. Ich spiele nur ein bisschen mit den sexy Jungs und den netten Mädels die dort wohnen. Ich schreibe nur zum Spaß und will keine Rechte verletzen. Die Legende vom Lichtgefährten Kapitel 2/9 "Persönliches Logbuch des Captains. Mr. Chekov hat mich vor einer halben Stunde abgelöst und wird die Ermittlungen auf Tribas leiten. Spock, Pille und die anderen aus unserer Schicht habe ich schlafen geschickt; wobei ich das Schlafen schicken bei meinem Ersten Offizier fast als Befehl formulieren musste. Spock vergisst ganz gern, dass auch Vulkanier nach vierundzwanzig Stunden Arbeit in rauchenden Trümmern und schmutzigen Wassermassen Ruhe brauchen. Fähnrich Lara Pinos hat meinen unermüdlichen Vulkanier abgelöst und Dr. M`Benga hat den Platz von Pille eingenommen. Die Hälfte der Kolonisten auf Tribas, etwa 700 Menschen und Vulkanier waren bei der verhängnisvollen Kettenreaktion so schwer verletzt worden, dass sie für einige Tage in den Lazaretten behandelt werden müssen. Die am schlimmsten Verletzten werden an Bord der Enterprise versorgt. Mr. Simis, der Leiter des explodierten Forschungslabors, ist der einzige, der die Katastrophe nicht überlebt hat. Ironischerweise starb er nicht bei der Explosion sondern bei der Flutwelle. Offensichtlich hatte er die Nacht am Strand verbracht und wurde dort am frühen Morgen von der Flutwelle überrascht. Sein Partner, der Dichter Selenos, der in jener Nacht auf der anderen Seite des Kontinents sein 12-Jahres-Werk vollendete, hat erst bei dem mentalen Schock, den er durch Simis Tod erlitt, von den Ereignissen erfahren. Er blieb unverletzt, physisch unverletzt, besser gesagt. In Wirklichkeit ist er wohl von den Bewohnern Tribas` derjenige, den es am schlimmsten getroffen hat." Jim Kirks Blick fiel auf den Bericht seines Wissenschaftsoffiziers. Exakt wie immer hatte dieser die Ereignisse beschrieben, sogar eine detaillierte Abhandlung über die Entstehung von Flutwellen beigelegt. 'Wie aufmerksam von ihm, auch an mich Naturwissenschafts-Trottel zu denken', dachte Jim sarkastisch, entschuldigte sich aber sofort in Gedanken bei Spock. 'Er denkt immer an die menschliche Unvollkommenheit.' Dennoch ließen sich die Ereignisse auf Tribas in wenigen Worten zusammenfassen - sogar Admiral Komack hatte das gekonnt, als er die Enterprise vor noch nicht mal sechsunddreißig Stunden auf diese Rettungsmission geschickt hatte: "Die Explosion eines Forschungslabors hat zu einer Druckwelle geführt. Diese pflanzte sich bis zu den Felsen an einer weiter entfernten Stelle des Binnensees fort, ließ sie ins Wasser stürzen und kurz darauf eine Flutwelle auslösen." Jim nahm an, dass Komack sich bald wieder melden würde um die Verlängerung ihrer Mission auf Tribas 1 anzuordnen. Hier gab es Arbeit für mindestens drei Wochen - selbst wenn alle Crewmitglieder der Enterprise mit anpackten. Die Ruinen beseitigen, das Gelände vor weiteren Überraschungen aus der Umwelt sichern und den Kolonisten zu neuen Unterkünften zu verhelfen. Da die Bewohner von den Ereignissen ziemlich mitgenommen waren, mussten die Leute von der Enterprise vermutlich den größten Teil der Arbeit erledigen. Jim trat unter die Ultraschalldusche und ließ sich von den Wellen den Dreck des Tages entfernen und die verspannten Muskeln lockern. Er beschloss die Dusche noch eine Weile zu genießen. Als sich sein Körper mehr und mehr entspannte, drang die Erinnerung an Selenos wieder in seine Gedanken. Jener Vulkanier hatte seine Liebe zu seinem Partner offen gezeigt. Jim war erstaunt darüber, dass er als Vulkanier so tief empfinden konnte und seine Gefühle ohne Scham zeigte. Jim ließ die Augen geschlossen und stellte sich vor, wie es wäre von jemandem so intensiv geliebt zu werden, wie es bei dem vulkanischen Dichter sicher der Fall war. 'Simis muss ein Glückspilz gewesen sein. Soviel Liebe mit einem so attraktiven und einfühlsamen Mann erleben zu dürfen...' Kirks Magen verkrampfte sich, als die Erinnerung an Spock in ihm hochkam. 'Er hat mich zurückgewiesen. Hat einfach nein gesagt. Ohne mich zu Wort kommen zu lassen... +++...Spock und Jim lieferten sich einen Trainingskampf während eines Landurlaubes, mitten in der unberührten Natur eines Planeten. Spocks Gesicht war dunkel vom Kampf und seine Augen lächelten als er Jim zum wiederholten Mal auf das weiche Gras schickte. 'Ich liebe dich, mein Freund, weißt du das? Empfindest du vielleicht ebenso für mich?' Hatte Jim gedacht und beschlossen, alles auf eine Karte zu setzen. Als sie sich beim nächsten Kampf gegenüber gestanden hatten, dicht an dicht, hatte der Mensch den Rücken des Vulkaniers umfasst, dessen Kopf mit den Händen berührt und mit seinen Lippen sanft die des Freundes gestreift. Doch als er dabei war die Zärtlichkeit zu intensivieren, seinem schon solange still geliebten Freund mehr von seinen Gefühlen zu zeigen, hatte dieser ihn von sich geschoben, nicht brüsk, aber fest, hatte Jim festgehalten, eine ganze Armeslänge entfernt und nur ein Wort gesagt. Nein. Das Nein was Jim am schlimmsten getroffen hatte von allen Neins, die er sich jemals in seinem Leben hatte gefallen lassen müssen. Von den dienstlichen Neins, den privaten Neins, den intimen Neins. Nein. "Spock, ich wollte, ich meine...ich habe das nicht getan weil ich nichts besseres zu tun hatte...ich wollte dir sagen..." Spock hatte ihn nicht ausreden lassen, hatte ihm noch mal sein Nein ins Gesicht gesagt, den Druck seiner Hände um Jims Oberarme erhöht, schmerzhaft erhöht. "Schau mir in die Augen Jim, schau mich an! Ich weiß, was du willst, Jim. Du willst es schon so lange, ich bin ja nicht blind. Aber ich sage dir ganz klar, ich will es nicht. Ich bin dein Freund und nicht mehr und ich will, dass wir beide nie mehr über das hier reden. Ist das klar für dich?" Jim hatte gezittert, wegen Spocks schmerzhaftem Griff an seinen Armen und seinen noch schmerzhafteren Worten. "Ist das klar für dich?" "Ich bin ja nicht taub." Spock hatte Jim abrupt losgelassen, war einige Schritte zurückgetreten und gesagt, er werde sich hochbeamen lassen. "Bitte mich zurückziehen zu dürfen, Captain", waren seine Worte noch gewesen und Jim hatte genickt, unfähig zu Sprechen wegen des Kloßes in seinem Hals... +++ Seit wenigen Minuten lag Jim im Bett und die Müdigkeit begann ihn zu übermannen. Als er fast nichts mehr wahr nahm, wurde er unsanft hochgeschreckt. Der Kommunikator an der Wand neben seinem Bett hatte das vollbracht und Jim hieb ebenso unsanft mit der Faust darauf. "M'Benga hier, Sir. Tut mir leid Sie zu stören, aber es ist etwas eingetreten, was unsere Mission, nun wie soll ich sagen, verändern dürfte. Ich bitte Sie auf den Planeten zu beamen und Spock und McCoy gleich mitzubringen." °°° "Ich weiß, Pille, ich habe euch ins Bett geschickt, doch wenn du hörst, was M'Benga zu sagen hat - und das gilt auch für Sie, Spock, wirst du verstehen, dass es keine Zeit zu verlieren gibt." Sie beamten nach unten und wurden von Selenos und seiner Schwester T`Adrana empfangen, bei ihnen auch ein älterer Mensch, den T`Adrana als ihren Ehemann vorstellte. "Es ist unmöglich, Captain, doch M`Benga irrt sich sicher nicht", begrüßte ihn Selenos. "Bitte kommen Sie." ° M`Benga deutete auf den unter einem Stasisschirm liegenden toten Körper von Simis. "Er starb nicht in den Fluten, das haben meine Untersuchungen ergeben. Ich habe sie zweimal überprüft. Er starb nicht in den Fluten und auch nicht in zu dem Zeitpunkt, den Mister Selenos angegeben hat. Sie wissen ja, als er den Bruch des Bandes, das ihn mit Simis verband, zusammenbrechen ließ. Er starb, weil die Venen in seinen Beinen und Füssen plötzlich geborsten sind. Höchstens drei Minuten nachdem das begonnen hatte, war er tot. Das muss etwa zu der Zeit gewesen sein, als das Labor explodiert ist, also zwei Stunden vor der Flutwelle und dem Bruch des Bandes zwischen den beiden Partnern." Er wandte sich an McCoy. "Bitte wiederholen Sie die Untersuchung, Doktor, damit wir sicher sein können." Dann drehte er sich Spock und Kirk. "Es gibt keine Krankheit im vulkanischen Körper, die das so plötzlich verursachen könnte. Der Einfluss kann nur von außen kommen. Verstehen Sie, Captain? Das Forschungslabor explodiert, zur gleichen Zeit stirbt Simis und erst als viel später die Flut hereinbricht, spürt Selenos seinen Tod. Wäre Selenos diese zweieinhalb Stunden ohne die mentale Hilfe seiner Schwester in der Einsamkeit gewesen, hätte er nicht überlebt. Seine Angabe über Simis` Todeszeitpunkt entspricht also der Wahrheit. Und doch sagen meine Untersuchungen, dass sie nicht der Wahrheit entsprechen." "Sie haben recht, Doktor", sagte Spock mit leiser Stimme. "Unmöglich, völlig unmöglich.", flüsterte Selenos, dem inzwischen das Blut aus dem Gesicht gewichen war. "Doktor, Sie hatten recht", sagte Spock. "Das verändert unsere Mission beträchtlich. Offensichtlich hat ein noch unbekannter Einfluss Mr. Simis getötet, mit einer noch unbekannten mentalen Macht." Titel: Die Legende vom Lichtgefährten Kapitel 3 von 9 Autor: Liliane Romano Serie: Star Trek TOS Paarung: K/S, S/m, K/m First Time Rating: NC17, ein bisschen Dies ist eine homoerotische Liebesgeschichte. Wer unter 18 ist oder homoerotische Erzählungen nicht mag, sollte bitte nicht weiterlesen. Zusammenfassung: Eine alte vulkanische Legende erwacht zum Leben und ein emotionaler vulkanischer Dichter hilft Kirk und Spock sich zu finden. Feedback: Ja. Hier oder liliane_romano@yahoo.de Archiv: Ja Beta: T'Sihek. Nach ihren Hinweisen - vielen Dank dafür! - habe ich nach der Erstveröffentlichung das eine oder andere nochmal korrigiert. Disclaimer: Das Star Trek Universum gehört mir nicht und ich verdiene damit kein Geld. Ich spiele nur ein bisschen mit den sexy Jungs und den netten Mädels die dort wohnen. Ich schreibe nur zum Spaß und will keine Rechte verletzen. Persönliches Logbuch des Captains. Seit zwanzig Jahren bin ich bei Starfleet, erst als grüner Kadett, dann als unerfahrener Fähnrich und inzwischen als Captain des Flagschiffes der Föderation. In Situationen wie dieser wird mir immer wieder der Zwiespalt bewusst zwischen den Träumen von fremden Welten, auf denen es soviel zu entdecken gibt und den Gefahren, in die wir uns auf unseren Reisen begeben. "Diese Gefahren sind der Ausgleich für die Freude, der wir im All begegnen", hatte mir mein Vater vor unendlich langer Zeit gesagt. " Freude und Leid gehen Hand in Hand. Das ist im Weltall genauso wie zu Hause auf der Erde. Der Unterschied ist nur die Größe dieser beiden Erfahrungen. Im All ist beides viel intensiver. Aber nicht nur das. Auch Freundschaft und Liebe und auch Zurückweisung oder Ablehnung wirst du viel stärker erfahren als es die daheim Gebliebenen tun." Er hatte recht. Ich habe es nicht einmal erlebt, sondern ich erlebe es Tag für Tag. Seit zweiundsiebzig Stunden sind wir nun schon auf Tribas 1 und ich spüre es. Ich spüre es, wenn ich die Verletzten in den Lazaretten auf dem Planeten sehe, die Ärzte und Schwestern, die sich um sie kümmern; ich spüre es, wenn ich in die Augen von Selenos schaue, jenes Vulkaniers, der, während er ein Kunstwerk vollbrachte, seinen Lebensgefährten verlor, und ich spüre es, wenn jemand ganz bestimmtes vor mir steht, nämlich das wundervollste Individuum, dem ich jemals begegnet bin und wenn ich dann an seine Ablehnung denke, die freundschaftliche Beziehung zwischen uns in mehr zu verwandeln. Seit ich dem Dichter Selenos begegnet bin, kann ich mich meiner Erinnerung daran kaum erwehren. Doch dieser vulkanische Dichter ist ungewöhnlich für einen Angehörigen seiner Spezies. Normalerweise ist diese zurückhaltend und erscheint uns Menschen zu kühl. Ehen zum Beispiel werden auf Vulkan normalerweise von den Eltern arrangiert, zu einem Zeitpunkt, an dem die späteren Partner noch Kinder sind. Ich nehme an, diesen Beziehungen fehlt dann das, was man im Rest der Galaxis als wahre Liebe bezeichnen würde. Heute Mittag, nachdem Mr. Spock, die Doktores McCoy und M'Benga und Mr. Scott ihre neuesten Berichte über die Ereignisse auf Tribas 1 vorgelegt haben, werde ich eventuell noch die Zeit haben, eine Weile mit Selenos zu sprechen. Wenn es mir gelingt, diesen Vulkanier besser zu verstehen, gelingt mir das vielleicht auch bei einem gewissen anderen. "Haben Sie schon eine Theorie, Mr.Spock" "Sicher, Captain." "Auf Sie ist Verlass! Dann schießen Sie mal los." "Es ist aber nur eine Theorie, Sir." "Genau davon habe ich soeben gesprochen." "Die Wahrscheinlichkeit meiner Theorie ist momentan noch nicht messbar. Einen völligen Irrtum kann ich nicht ausschließen. Und wenn meine Theorie sich als falsch herausstellt..." "Mr. Spock! Nicht einmal Sie können alles richtig machen und immer Recht haben. Und jetzt beglücken Sie uns endlich mit den Ergebnissen Ihrer Überlegungen!" "Natürlich, Captain, Entschuldigung, ich wollte Ihnen nur klar machen..." "Mr. Spock!" "Captain? " "Es wird bald dunkel, bitte fangen Sie an!" "Wir haben 9 Uhr morgens an Bord der Enterprise und selbst wenn es schon Abend wäre, wir haben hier künstliche Beleuchtung...Und wieso sind Sie der Meinung, Licht würde eine Rolle spielen? Sowohl Menschen als auch Vulkanier können bei Dunkelheit nachdenken und ich als Vulkanier kann sogar im Dunkeln lesen, also zum Beispiel meine Daten vorlesen." "Ich bin aber kein Mensch, Spock, und Sie sind kein Vulkanier." "Das entspricht nicht der Wahrheit." "Doch, Spock, tut es. Ich bin nämlich inzwischen zu einem Nervenbündel mutiert. Offensichtlich als Folge Ihrer Mutation zu einer Nervensäge." Spock legte den Kopf schief. "Ich glaube, ich verstehe. Sie wollen, dass ich nicht soviel rede sondern stattdessen mit meinem Bericht beginne." "Genau, Spock. Bitte beginnen Sie." "Es ist aber nur eine Theorie, Sir" Jim atmete tief ein und ermahnte sich ruhig zu bleiben. "Sie wissen, es handelt sich im Fall von Mr. Simis nicht um einen normalen Mord. Er geschah in etwa gleichzeitig mit der ebenfalls ungeklärten Explosion des Forschungslabors, dessen Leiter er war. Wäre Mr. Simis kein gebundener Vulkanier gewesen, wäre ich dem Gedankengang, den ich jetzt darlege, wohl nicht gefolgt. Doch da ich ihm gefolgt bin, stieß ich auf eine mögliche Version der Ereignisse. Da aber noch Fragen offen sind, habe ich Mr. Selenos zu diesem Treffen hinzugebeten." Er wandte sich an den neben ihm sitzenden Vulkanier. "Die Frage, die ich Ihnen jetzt stellen muss, wird Ihre Privatsphäre verletzten. Ich bitte Sie dafür um Entschuldigung, Selenos." Der Angesprochene starrte einige Sekunden vor sich hin, dann nickte er knapp. "Ich habe meinen Lichtgefährten verloren. Wenn ich helfen kann, seinen Tod aufzuklären..." Spock senkte den Kopf, schluckte, nickte dann. In Jim quoll ein Gefühl von Wärme empor. Wie immer, wenn er Spocks Schüchternheit und Unschuld erlebte. Diese waren so typisch für ihn und weckten in Jim den Wunsch, ihm einen Mantel aus eben dieser Wärme, verziert mit seiner Liebe, um die Schultern zu legen. 'Du beschützt mich, Spock, mit deiner Ruhe und deinen Fähigkeiten. Passt es da nicht, wenn ich dich als Ausgleich dafür, in einen Kokon aus meinen Gefühlen hülle?' Er dachte an das Wort Lichtgefährte, mit dem Selenos seine große Liebe benannte. Er beschloss, herauszufinden was dieses Wort genau bedeutete. Er würde Selenos' Dichtungen erkunden und diese würden es ihm sicher erklären können. Spock befragte Selenos. "Wann hatten Sie mit Mr.Simis zum letzten mal telepathischen Kontakt über das Band?" "Unmittelbar nachdem ich zwei Kilometer vor meinem Ziel im Wald von Tribas'mink den Gleiter abgestellt hatte. In dem Gebiet dürfen technische Aktivitäten nur im Notfall stattfinden, sollten Sie wissen. Er wünschte mir Erfolg bei meiner Dichtung." Jim spürte sofort, dass Selenos etwas verschwieg. "Da ist noch etwas, Selenos, habe ich recht?", fragte er leise. "Vielleicht etwas, das Spock nicht gefragt hat, aber dennoch vielleicht wichtig wäre?" Spock nickte leicht. Er hatte das selbe fragen wollen. 'Jim's Intuition vermutlich. Diese seltsame Fähigkeit, die so anders als vulkanische Logik ist', dachte er. Selenos sah ihn nicht an. Er starrte auf die Tischplatte und schwieg. "Mr. Selenos", bat Jim, "falls es wichtig sein sollte...Sie selbst haben Simis soeben als ihren Lichtgefährten bezeichnet. Ich weiß zwar nicht genau, was dieses Wort bedeutet, aber offensichtlich etwas wunderschönes. Wenn wir seinen Tod aufklären wollen..." Selenos blickte ihm in die Augen. Jim erwiderte seinen Blick, fest und bittend. 'Seine Augen sind heller als die von Spock', dachte er. 'Heller und runder, und seine Lippen beben. Er leidet. Tut mir leid, Selenos', flüsterten seine Gedanken. 'Es ist kaum zu ertragen, ein geliebtes Wesen zu verlieren. Das weiß ich.' Der Vulkanier wandte sich stumm um Hilfe bittend an Richard, den menschlichen Mann seiner Schwester. Dieser nickte zustimmend und Selenos erhob sich. "Ich weiß nicht, ob es eine Bedeutung hat, aber egal wie es sich verhält, ich kann nicht darüber sprechen. Mein Schwager wird Ihre Frage beantworten." Er verließ er den Raum. Richard räusperte sich. "Meine Dame, meine Herren, das Problem in der Beziehung zwischen Simis und Selenos war eine gewisse Einseitigkeit." Kirk erstarrte. "Die beiden hatten ihre Beziehung schon seit zwei Jahren auf Eis gelegt, sozusagen. Sie hatten beschlossen, das Band nur sehr selten zu benutzen. Also selten als telepathische Brücke und, was viel wichtiger ist, nicht mehr als Brücke für ihre Emotionen. Wenn also Selenos sagt, er hatte mit Simis am Abend telepathischen Kontakt, dann war dieser sicher der einzige in, nun, schätzungsweise einer ganzen Woche. Im Gegensatz zur Art ihrer Beziehung wie sie früher gewesen ist, ein unvorstellbarer Unterschied. In Wirklichkeit hatte er Simis nicht vor einigen Tage verloren, sondern schon vor einigen Jahren. Ich werde Ihnen den Grund erklären und ich denke, Sie werden ihn verstehen. Als die beiden sich vor zwölf Jahren auf Vulkan zum ersten Mal begegneten und sich wenig später auf der Erde wieder sahen, stand Selenos etwa zwei Jahre vor der Hochzeit mit seiner Verlobten. Er war auch damals schon ein, nun sagen wir, ungewöhnlicher Vulkanier. Seine Ausübung vulkanischer Disziplin war schon immer recht gering. Sie haben das selbst bemerkt. Verstehen Sie mich nicht falsch. Niemand, der ihn kannte, nahm ihm das übel. Selenos ist ein sehr angenehmer Mann. Großzügig, sanft und höflich. Was machte es da schon, wenn seine Leidenschaft manchmal überkochte und er auch sonst seine Emotionen nicht besonders gut unter Kontrolle hatte? Auch wenn viele Vulkanier streng sind mit sich selbst und den anderen Angehörigen ihres Volkes, wissen sie doch ein unbefangenes, liebenswürdiges Wesen zu schätzen. Sicher schon deshalb, weil die meisten von ihnen anders sind. Außerdem ist Selenos ein Künstler und wie unter Menschen sind Künstler auch unter Vulkaniern mit besonderen moralischen Rechten ausgestattet. Zwischen Simis und Selenos war es Liebe auf den ersten Blick. Ich habe es damals miterlebt und weiß wovon ich spreche. Selenos riss Simis mit sich in einen Strudel aus Wärme, Liebe und Leidenschaft und dieser genoss es. Selenos und seine Verlobte trennten sich in gutem Einvernehmen und nur wenige Wochen später banden sich die beiden Männer. Diese Glückseeligkeit hielt viele Jahre an. Doch eben nicht für immer. Simis versuchte, die überquellenden Emotionen seines Gefährten auszugleichen, um seine eigene emotionale Selbstkontrolle nicht zu verlieren. Aber es gelang ihm nicht. Stattdessen wurde Selenos immer unkontrollierter und gefährdete damit auch Simis. Sie sprachen darüber, ständig, später stritten sie sich auch. Doch Selenos wollte sich nicht zur Selbstbeherrschung zwingen lassen. Irgendwann genügte die Liebe, die beide verband, nicht mehr aus als Basis für eine Beziehung. Selenos Arbeit am 'Lichtgefährten' brachte dann wohl das Fass zum überlaufen. Als vor zwei Jahren das dichterische Werk in seine entscheidende Phase trat und Selenos' Emotionen glühten, hielt Simis es nicht mehr aus. Er setzte die vorrübergehende Reduzierung ihrer Kontakte über das Band durch, verweigerte Selenos das...intime Beisammensein...und vermied auch sonst den Kontakt zu ihm. Nachdem Selenos vom wahren Todeszeitpunkt seines Gefährten erfahren hatte, war ihm schnell klar, das etwas nicht stimmte. Er hat mit mir darüber gesprochen, müssen Sie wissen, und er wusste, dass die Natur seiner Beziehung mit Simis eine wichtige Rolle spielen würde bei der Aufklärung dessen Todes. Er sagte mir, in den ganzen zwei Jahren, als Simis die mentale Funkstille erzwungen hatte, hatte er eben diese Funkstille nie gespürt, wenn er im Wald von Tribas'mink an seinem Werk arbeitete. Dort spürte er Simis Liebe genauso stark wie früher in seinem Geist. Keine telepathische Kommunikation, wohlgemerkt, nur die Emotion. Deshalb verbrachte er wohl auch viele Nächte lang im Wald, sagte er mir. Im Wald von Tribas'mink fühlte er sich Simis so nah wie früher. Selenos nahm an, dass sein Gefährte in den Nächten, die sie getrennt verbrachten, seine geistige Nähe suchte, es ihm aber am Tage nicht eingestehen wollte. Vergessen Sie nicht, die beiden haben sich geliebt, und wenn Vulkanier lieben, ist das viel intensiver als bei uns Menschen." Spock starrte nach unten, das Gesicht bleich, die Hände verkrampft. "Das passt", bemerkte er mit rauer Stimme, "das passt in meine Theorie." Er blickte Jim an. "Ich vermutete, dass eine fremde Wesenheit die Kontrolle über das Partnerschaftsband übernommen hatte. Und nach diesen Ausführungen erscheint mir die Auflösung des Falles sehr nah zu sein." Spock machte eine Pause. Dann blickte wieder zu Jim. "Irgendwo im Wald von Tribas'mink existiert eine unbekannte intelligente Wesenheit, vielleicht nur geistiger Art, vielleicht auch zusätzlich teils oder ganz von materieller Natur. Und dieses Wesen hat mit seinen Fähigkeiten die Kontrolle über das Partnerschaftsband von Simis und Selenos übernommen und Simis später getötet, sicher auch das Labor zerstört." Jim stimmte ihm zu. "Das scheint wahrscheinlich, Mr. Spock." Dr. M'Benga nickte. "Selenos verbrachte lange Zeit im Wald. Das Wesen spürte seine Leidenschaft. Es nahm die Stelle von Simis ein. Aber warum?" Kirk antwortete. "Ein Parasit vielleicht, der sich von Emotionen ernährt, von telepathischer Kommunikation eventuell. Wir haben das schon erlebt, wie Sie wissen." "Unwahrscheinlich, Captain, unlogisch." Jim blickte seinem Freund in die Augen. "Erklären Sie, Spock." "Nun, das Wesen hat Selenos nicht geschadet, ihn stattdessen positive Emotionen erleben lassen. Geschadet hat es Simis, indem es ihn, vermutlich mit seinen telepathischen Kräften, getötet hat. Und vergessen Sie nicht, es hat sicher auch das Labor zerstört. Warum hätte ein Parasit das tun sollen?" "Ich verstehe", sagte Dr.McCoy. "Glaube ich jedenfalls. Meiner Meinung nach handelte das Wesen aus Liebe zu Selenos. Ich denke, es spürt Selenos Schmerz über das Scheitern seiner Beziehung zu Simis, und weil es selbst Selenos liebte, wollte es den scheinbaren Verursacher von Selenos` Schmerz vernichten. Es nahm auch den Zusammenhang zwischen Simis und dem Labor wahr und zerstörte es. Das Wesen wollte einen glücklichen Selenos, emotional geladen, und, es wollte ihn für sich allein. Ich weiß nur nicht, wo es sich zur Zeit befindet." Spock schüttelte den Kopf. "Fast korrekt, Doktor, aber nicht ganz." Jim schaute ihn fragend an. "Was hat Pille übersehen, sagen Sie es." "Wir sollten Mr. Selenos nach dem Lichtgefährten fragen." Titel: Die Legende vom Lichtgefährten Kapitel 4 von 9 Autor: Liliane Romano Serie: Star Trek TOS Paarung: K/S, S/m, K/m First Time Rating: NC17, ein bisschen Dies ist eine homoerotische Liebesgeschichte. Wer unter 18 ist oder homoerotische Erzählungen nicht mag, sollte bitte nicht weiterlesen. Zusammenfassung: Eine alte vulkanische Legende erwacht zum Leben und ein emotionaler vulkanischer Dichter hilft Kirk und Spock sich zu finden. Feedback: Ja. Hier oder liliane_romano@yahoo.de Archiv: Ja Beta: T'Sihek. Nach ihren Hinweisen - vielen Dank dafür! - habe ich nach der Erstveröffentlichung das eine oder andere nochmal korrigiert. Disclaimer: Das Star Trek Universum gehört mir nicht und ich verdiene damit kein Geld. Ich spiele nur ein bisschen mit den sexy Jungs und den netten Mädels die dort wohnen. Ich schreibe nur zum Spaß und will keine Rechte verletzen. Kirk stellte sich Spock in den Weg, als dieser wie die anderen den Besprechungsraum verlassen wollte. "Bleiben Sie hier, Mr. Spock." "Ich habe noch im Labor zu tun, Sir. Dort müssen noch einige Einstellungen vorgenommen werden, die für den Fall von Bedeutung sind." "Sicher müssen Sie das, und ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mich in Ihre Pläne und Gedankengänge einweihen würden. Sie wussten über die Ereignisse auf Tribas schon vor der Besprechung mehr als ich jetzt nachher weiß. Was zum Beispiel hat es mit dem Lichtgefährten auf sich? Wann wollen wir Mr. Selenos danach fragen?" "Nach den Einstellungen, die ich vornehmen muss." Spock wandte sich wieder zum Ausgang. "Danach werden Sie mich informieren?" "Selbstverständlich, Captain." "Richtig, Mr. Spock. Ich bin der Captain, und auch, wenn Sie von wissenschaftlicher Arbeit und einer Menge anderer Dinge mehr verstehen als ich, brauche ich genügend Informationen darüber. Von Zeit zu Zeit habe ich Entscheidungen zu treffen, wie Sie sicher wissen. Informationen wären dabei sehr hilfreich." "Ich werde Sie informieren, Captain. Ich sehe nur keinen Sinn darin, Ihnen meine Vermutungen ausführlich darzulegen, so lange es sich nur um Vermutungen handelt und nicht um gesicherte Erkenntnisse. Ich würde nur Ihre und meine Zeit verschwenden und Ihre Gedanken zu sehr in Anspruch nehmen." "Nun, Mr. Spock, wenn Sie das so sehen...Nehmen Sie Ihre Einstellungen vor und treffen Sie sich dann mit mir auf dem Freizeitdeck. Dort werden Sie mich informieren und danach befragen wir Selenos." °°° Jim betrat das Freizeitdeck und der Anblick, der sich ihm bot, veränderte sein ,Ich-geb's-auf, Spock'-Gesicht in ein ,Zum-Glück- sind-nicht-alle-Vulkanier-gleich'-Antlitz. Selenos thronte auf einem der Tische im Raum, die Beine zum Schneidersitz verschränkt und rezitierte aus einem Buch. ,Seine Gedichte sicher', dachte Jim. Um ihn herum saßen oder standen mindestens 20 weibliche und einige männliche Besatzungsmitglieder und lauschten ihm. Einige wirkten andächtig, und andere, wie Uhura, die beinebaumelnd neben ihm auf dem Tisch saß, lächelten versonnen. Der Vulkanier wehrte die Bitten der Zuhörer um Zugabe ab. "Dies war das einzige Gedicht, das ich bisher in Standard übersetzt habe, meine Damen und Herren...Außerdem scheint mir, der Captain will mich sprechen. Wenn Sie mich bitte entschuldigen würden..." Die Zuhörer verstreuten sich in den verschiedenen Teilen des Freizeitdecks und Kirk trat auf Selenos zu. "Ich möchte allein mit Selenos sprechen, Lieutenant Uhura. Leihen Sie ihn mir für eine Weile aus?" Uhura war als einzige der Zuhörer nicht von Selenos' Seite gewichen und schien auf Kirks Worte verlegen zu reagieren. Dann nickte sie, hüpfte vom Tisch und verschwand unter den anderen. "Sie haben einen Fanclub, Mr. Selenos." Der Mann lächelte offen. "Bisher kannten nur Vulkanier meine Poesie. Ich hatte nie daran gedacht, sie für Menschen zu übersetzen. Doch es ist sehr angenehm, von Fremden anerkannt zu werden." Jim blickte versonnen in das offene Gesicht des vulkanischen Dichters. ,So anders als Spock...er versteckt weder seine Freude noch seinen Schmerz.' "Selenos, wir wollen Sie noch nach einigen Dingen fragen. Spock hat wohl eine Theorie, die mit dem Lichtgefährten zu tun hat. Ich muss gestehen, ich weiß nicht, worauf er hinaus will. Ich weiß nicht mal, was ,Lichtgefährte' bedeutet. Erklären sie es mir?" Elegant schwang sich der Vulkanier vom Tisch. "Wenn Sie es wünschen, Captain... Der Lichtgefährte ist eine vulkanische Mythologie, die ihren Ursprung vor 7140 Jahren hat. Auf der Erde existieren keine wahrheitsgemäßen Aufzeichnungen, die solange zurückreichen, oder?" "Ja. Erst seit 500 Jahren sind die Aufzeichnungen verlässlich genug, um Ereignisse in wahr oder erfunden zu unterteilen." "Auf Vulkan ist dies schon seit etwa diesen 7140 Jahren der Fall. Logischerweise kann der Zeitpunkt nicht exakt bekannt sein. Zu eben dieser Zeit geschah etwas, was die Vulkanier nach Surak meist verdrängen." "Sie meinen, es könnte geschehen sein, Selenos." "Es könnte auch nicht geschehen sein. Doch in meinem Herzen verankert ist die Hoffnung, die Mythologie vom Lichtgefährten entspräche der Wahrheit. Sie leuchtet als ewiges Glück in der Verbundenheit mit dem Universum." Kirks Lächeln wurde breiter. "Nach diesem poetischen Satz würde mein Erster Offizier erst mal eine ganze Nacht meditieren, um seine Emotionen unter Kontrolle zu bringen. Sie sind ein ungewöhnlicher Angehöriger ihrer Spezies, wie ihr Schwager Richard Matisse schon erklärte. Sie lassen sich ihre Gefühle von niemandem einengen. Wenn Sie Ihre Werke in Standard übersetzen, gewinnen Sie mich sicher als Leser. Schon seit ich Sie zum ersten mal erlebte, habe ich den Eindruck, Sie schwingen vor Poesie und Gefühlen." Er schwieg. ,Was rede ich da? Das kann ich doch nicht...Schon bin ich im Fanclub und habe noch nicht mal ein Gedicht von ihm gehört.' Selenos blickte ihn prüfend an, dann fuhr er fort. "Unser Planet ist eine Wüste, lebensfeindlich solange wir denken können. Die Vulkanier mussten schon immer um ihr Überleben kämpfen. Der Tod durch Mangel an Wasser und der Tod im Kampf gegen die Nachbarstämme um das Wasser waren alltäglich. Auf Vulkan herrschten Gewalt und Durst. Als die technische Entwicklung voranschritt, hätten diese Tode beendet werden können. Doch die Vulkanier waren an Gewalt zu sehr gewöhnt, innerlich gewöhnt, als dass sie mit ihr hätten brechen können. Unser Volk fand andere Wege, sich der eigenen Ausrottung näher zu bringen." Kirk nickte. "Atomwaffen. Spock hat davon erzählt. Seinen Worten nach hätte Ihre Spezies ohne Suraks Philosophie der Beherrschung der Emotionen nicht mehr lange überlebt." "Das ist sicher wahr. Doch die Legende vom Lichtgefährten weist auf eine zweite Möglichkeit." "..." "Vor 7140 Jahren wanderte ein Bilderkünstler, ein Maler und Reliefkünstler, wenn man so will, von Oase zu Oase. Er lebte einige Tage bei dem Stamm, der dort wohnte, verkaufte ihm seine Kunst gegen Wasser und ein Feuer bei Nacht, wanderte weiter zur nächsten Oase und zum nächsten Stamm. Wir Vulkanier genossen auch damals, als Durst und Gewalt herrschten, Schönheit und Kunst. Dieser Künstler, sein Name spielte nie eine Rolle, konnte von seinen Werken leben. Er hatte Wasser bei Tag, Feuer bei Nacht. Das hat den Vulkaniern, zusammen mit ihrer künstlerischen Seele, damals genügt. Den meisten genügt es noch heute. Eines Tages begegnete der Künstler dem besten Schmied auf Vulkan. Es dauerte nicht lange bis die Bildermotive des wandernden Künstlers die Arbeiten des Schmiedes zierten. Sie hatten sich ineinander verliebt und liebten sich von Tag zu Tag mehr. Ihre Liebe ließ ihre gemeinsamen Werke zum schönsten und besten werden, was Vulkan jemals gesehen hatte. Sie wurden berühmt, man verehrte sie für ihre Fähigkeiten und ehrte ihre Verbundenheit in Liebe. Trotz aller Gewalt kannte unser Volk damals den Wert der Liebe. Sie wissen, Captain, dass bei uns Vulkaniern in einer engen Verbundenheit zwischen zwei Individuen auch die geistige Verbundenheit über das Partnerschaftsband sehr wichtig ist. Unsere Fähigkeit, den Geist anderer wahrzunehmen, an seinen Gefühlen und Gedanken teilnehmen zu können und zwei Individuen geistig durch das Band zu verbinden, verhilft uns zu einer anderen Wahrnehmung des anderen. Sie verhilft auch - und das ist sehr bedeutsam - zu einer anderen Wahrnehmung des Universums. Zurück zu den beiden Liebenden. Ihre Einheit schuf eine ungewöhnlich starke und von Liebe geprägte Schwingung ihrer Geister. Die anderen Vulkanier bemerkten das, fühlten sich in ihrer Nähe wohl und dann ereignete sich etwas bis dahin unbekanntes. Die Legende erzählt es so. Eines Tages schwang das Band, das die beiden verband so stark, dass sie in die Schwingungen des Universums überging, in die Schwingungen der Schöpfung. Und was passiert, wenn die eigene Schwingung mit jener der Schöpfung in Einklang kommt? Das Universum nahm die Schwingung der beiden auf als sei sie schon immer ein Teil von im gewesen. Normalerweise sind die Schwingungen von uns gewöhnlichen Wesen nicht gleichmäßig genug, nicht stark genug oder ganz einfach von zuviel Hass verzerrt, um der Schwingung der Schöpfungskraft nahe zu kommen." "Klingt wie Esoterik. Diese Gedanken sind auch auf der Erde bekannt. Bei den Vulkaniern ist das natürlich anders. Sie erleben geistige Kraft ihr Leben lang." "Richtig, Captain. Die Bezeichnung Lichtgefährte bedeutet auf Vulkan soviel wie >Der Gefährte, mit dem man so eng verbunden ist, dass man zusammen mit ihm das Licht erreicht.< Licht, Jim, bedeutet bei uns nicht dasselbe wie bei Ihnen. Bei uns ist Licht etwas geistiges. Seit den Tagen des Künstlers und des Schmiedes bedeutet Licht Gleichklang mit dem Universum. Dieser Zustand, den die beiden erreichten, die sich so sehr liebten, die so eng verbunden waren, war das Licht. Auf einmal besaßen der Künstler und der Schmied einen Teil der Schöpfungskraft des Universums, auf einmal hatte die Oase, in der sie lebten, immer genügend Wasser. Die beiden Liebenden erschufen erst unbewusst, später bewusst das Wasser, die Nahrung, den Frieden. Sie vollendeten ihre Kunst. Die Oase erblühte in geistiger Hinsicht und sie erblühte von Pflanzen, die Schatten und Nahrung spendeten. Sogar Bäume wuchsen. Vor der Zeit der Legende vom Lichtgefährten ist in keiner Überlieferung von diesen Gewächsen die Rede. Seit dieser Zeit jedoch gibt es Bäume auf unserem Planeten, natürlich nicht so viele wie bei Ihnen auf der Erde. Die Oase, in der die beiden lebten, existiert noch heute - sie ist die vegetationsreichste Region auf Vulkan. Die Vulkanier fürchten sich im Geheimen vor ihrer geistigen Kraft. Sie wissen, wozu sie fähig sind. Deshalb wurde es schon vor Surak nicht gern gesehen, wenn jemand die Lichtgefährten - Legende erforschen wollte. Nach der Reformation wurde sie aus dem Bewusstsein der Vulkanier verdrängt. Unendliche Liebe, dank der man die Schöpfungsebene erreicht, passt nicht zur Beherrschung der Emotionen. Die Schöpfungsebene ist anders als die Surak - Philosophie. Bei Surak werden die präzise Logik und die Beherrschung der Emotionen bei deren Schulung zu einer instinktiven Anwendung durch den einzelnen. In der Lichtgefährtenlegende gibt es keine Logik, nur Liebe, nur geistige Verbundenheit. Die Schöpfungskraft des Universums ist Logik und Liebe in einem." Jim nickte verstehend mit dem Kopf. "Beeindruckend, Selenos, wirklich...Und Sie? Sie hatten insgeheim gehofft, ihr Partner Simis könnte zu Ihrem Lichtgefährten werden, zumindest symbolisch, mit Ihnen einen andern Weg einschlagen als den der kalten Logik. " Selenos wandte sich für einen Moment ab. Er nickte und fokussierte dann etwas hinter Kirk. Dieser drehte sich um. Spock. Jim hatte sein Eintreffen nicht bemerkt. "Einen Moment noch, Spock. Ich höre mir gleich ihren Bericht an." Selenos blickte den Captain ein wenig wehmütig an. "Simis war nicht mein Lichtgefährte. Ich hatte es mir gewünscht, aber dieser Wunsch war unlogisch von Anfang an. Er war mein Freund und mein Geliebter im Körper und im Geist. Mein t'hy'la, wie man auf vulkanisch sagt. Das war wundervoll genug, doch ich habe das nicht verstehen wollen. Ich suchte nach der Emotion der Lichtgefährten und habe dabei meinen t'hy'la verloren." Jims Herzschlag hatte sich erhöht, sein Mund wurde trocken. ,T'hy'la', dachte er, ,Spock hat mich so genannt, als er mich nach seiner missglückten Hochzeit um Verzeihung gebeten hatte. Er sagte mir, es bedeute Freund.' Langsam drehte er sich um und schaute Spock in die Augen. "Spock..." Der Vulkanier wollte seinem Blick ausweichen, konnte es nicht. "Spock, du hast mich...Es heißt Geliebter, nicht nur Freund..." Jetzt wandte Spock sich ab. "Du wusstest..." Selenos murmelte etwas und zog sich zurück. Jim trat dicht an seinen Freund heran. "Du hast mich Geliebter genannt, doch du weist mich zurück?" "Ich will es nicht, Jim." "Ich liebe dich, Spock, du weißt das. Wenn du mich auch liebst..." Jim hoffte auf Spocks Antwort, doch der Vulkanier schwieg. "Empfindest du für mich dasselbe?" "Jim, bitte...es ist nicht so einfach...Ich will, dass alles so bleibt zwischen uns wie es ist. Es ist besser so." "Warum, Spock? Es ist unlogisch, wenn wir es beide wollen." "Es ist nicht unlogisch...bitte Jim, lass mich..." "Worauf wartest du, Spock? Wenn du mich liebst, worauf wartest du dann?" Der Vulkanier schwieg, schaute den Menschen nicht an. "Befürchtest du, eine Liebesbeziehung zwischen uns beiden würde nicht funktionieren? Glaubst du, sie hätte keine Zukunft? Fürchtest du, ich könnte dir nicht treu sein?" Spock antwortete nicht. "Worauf wartest du, wenn du mich liebst? Oder fürchtest du dich davor? Spock, bitte antworte mir!" Spock sah Jim in die Augen, seine Lippen bebten. "Die Emotion, Jim...Sie ist für mich...und all das was du gesagt hast...Bitte, Jim, nicht...bitte lass mich..." Kirk schwieg. ,Das ist es also, t'hy'la. Du schreckst zurück vor deinen Gefühlen und du traust mir nicht, traust uns beiden nicht.' Spock straffte die Schultern. "Captain, ich würde es vorziehen, mit meiner Arbeit fortzufahren. Ich muss Mr. Selenos noch einige Fragen stellen. Den Bericht bekommen Sie später, Sir." Er drehte sich weg und floh. Kirk warf sich auf sein Bett. ,Wir lieben uns, Spock. Ich hatte die Hoffnung nie verloren.' Instinktiv drehte er sich auf den Bauch und rieb sich an der Matratze. ,Oh, Spock, t'hy'la, ich liebe dich.' Er dachte an die Zeit zurück, bevor er sich Spock genähert hatte, damals während ihres Landurlaubes auf der Lichtung. Als er seinen Freund küssen wollte und der ihn zurück stieß und ihm unmissverständlich klar machte ,ich will es nicht'. Wenn Jims Sehnsucht vor dieser Zeit zu groß wurde, wenn ihn Spocks Nähe zu sehr erregte, fühlte er diese Erregung als ein glückliches Gefühl in seinem Körper und genoss es. Er dachte an Spock, wenn er mit einem anderen Mann schlief, mit einer Frau oder wenn er sich selbst streichelte, so wie jetzt...Nach Spocks Zurückweisung änderte sich das. Für eine ganze Weile verkrampfte er sich, sobald er bei Spock an mehr dachte als an Freundschaft und Loyalität. Für eine ganze Weile fühlte er sich schlecht und schämte sich dafür, wenn er erotische Gedanken an seinen Freund erlebte. Inzwischen hatte sich ihr Verhältnis entkrampft, zum Glück, und sie waren wieder die besten Freunde. Jim fühlte, er würde gleich kommen..."Spock", hauchte er, "Spock..." Während sich sein Körper entspannte, er in den Schlaf hinüberglitt, verzog sich sein Gesicht zu einem Lächeln. Er hatte wieder Hoffnung, den Vulkanier bald in Wirklichkeit in seinen Armen halten zu können. Sehr bald. ,Spock liebt mich. Wir lieben uns. Ich weiß es...Bald sind wir zusammen.' °°°°° "Sie können mir also keine weiteren Informationen über dieses fremde Wesen im Wald von Tribas'mink geben?" "Nein, Commander Spock. Ich spüre, da ist etwas in meinem Erinnerung, doch ich kann sie nicht aktivieren." "Wenn Sie gestatten, Mr. Selenos...ein mindmeld könnte hilfreich sein." Der Vulkanier zuckte mit den Schultern. "Vielleicht wäre er das. Aber als ich vor einigen Tagen mit meiner Schwester T'Adrana eine geistige Verbindung hatte, kam nichts zum Vorschein. Wenn Sie glauben, mehr erfahren zu können...Beginnen Sie." Spock legte die Finger an Selenos' Gesicht. "Dein Geist zu meinem Geist, deine Gedanken zu meinen Gedanken..." ,Du hast eine Blockade in deiner Erinnerung...ich versuche, sie zu durchbrechen...' ,Hör auf, es schmerzt...hör auf..' Spock zog sich etwas zurück, berührte nur noch die oberen Erinnerungen. ,Das Wesen hat deinen Partner getötet. In deinem Geist kann ich vielleicht finden, was nötig ist, um es zu finden, um alles aufzuklären...' ,Nein, Spock, geh' nicht tiefer, bleib hier...Ich möchte dir etwas zeigen...von meinem t'hy'la...sieh dir an, wie es war...' Die Erinnerungen Selenos' umfingen Spock wie ein sanftes Rauschen an einem Brunnen in der Oase der mythischen Lichtgefährten. Die Liebe, das Glück, die geistige Verbundenheit von Simis und Selenos. ,Es ist..' ,Wundervoll, Spock, spürst du es? Soviel, so stark...' ,Ja...' Selenos umfasste Spocks Hüfte, zog ihn dicht an seinen Körper. ,Du kannst es auch erleben, wenn du willst...Du liebst deinen Captain...und er liebt dich...lass es zu...' Spock wollte sich aus Selenos' Emotion befreien, ihre Geister trennen. Doch die Emotionen, die er für Jim empfand, ließen ihn bleiben. ,Ich zeige dir, wie es sein könnte, wenn du dir deine Emotionen eingestehst, wenn du deine Angst davor überwindest...Genieße es...' Spock sah in Jims Augen. Er lag auf ihm, küsste seine vollen Lippen, streichelte seine Hände...Tat all das mit seinem t'hy'la, was er heimlich begehrte... Spock spürte, wie sich sein Geschlecht versteifte und als er merkte, dass er sich an Selenos rieb, wich er erschrocken zurück. ,Bleib, Spock...nur einen Augenblick noch...' Spock konnte und wollte sich nicht wehren, wollte wieder in Gedanken seinen t'hy'la küssen, wollte in ihn eindringen... Er kam wieder zu Bewusstsein, als der Höhepunkt ihn überrollte. Spock trennte ihre beiden Geister, schwer atmend. Selenos drückte ihn noch immer an sich. Auch ihn hatte der Höhepunkt erreicht. "Siehst du, Spock, so schön ist es. Lass es zu...du und Jim, ihr gehört zusammen. Du kannst diese Gefühle immer wieder erleben, wenn du mit ihm zusammen bist", flüsterte Selenos an seinem Ohr. ,Kontrolle', dachte Spock, ,Kontrolle...' Er löste sich aus den Armen des anderen Vulkaniers, erblickte die Spuren des Höhepunktes an ihrer beider Kleidung, sah Selenos erschrocken an. "Selenos, du kannst doch nicht...das ist gegen alle Regeln..." "Du wirst mir noch dafür dankbar sein. Eines Tages. Ich habe dir gezeigt, was sein könnte wenn du es wagst. Ihr liebt euch. Also, Spock, sage mir: Worauf wartest du?" Später lag Spock auf dem Meditationsstein in seiner Kabine, versuchte zur Ruhe zu kommen. ,Es darf nicht sein, ich darf nicht die Kontrolle verlieren. Es ist zu gefährlich...' Später, noch immer nicht ganz beruhigt, begab er sich zu den Enterprise-Ingenieuren auf Tribas und beteiligte sich an den Untersuchungen. °°° Jim saß im Kommandosessel als ihn Spocks Ruf erreichte. "Wir haben etwas gefunden, Captain. Ich schlage vor, die Kommandocrew trifft sich in einer halben Stunde im Besprechungsraum." "Einverstanden, Spock." °°° Angespannte Gesichter. ,Das sieht nach ..' "Captain", unterbrach Spock seine Gedanken. "Ich sagte Ihnen heute morgen, ich wäre nicht sicher, ob meine Vermutungen richtig sind. Eine von Ihnen war es tatsächlich nicht. Ich hatte den Ingenieuren Anweisungen gegeben, einer meiner anderen Theorien nachzugehen und sie fanden etwas." "Was?" "Die Ingenieure haben die Reste des Labors noch mal untersucht." "Berichten, Sie, Mr. Spock." "Wir haben an mehren übriggebliebenen Resten des Labors biologische Substanzen gefunden, die jemand dort angebracht haben muss." "Was für eine Art von Substanzen?" "Das Labor wurde absichtlich von einem der Kolonisten vernichtet. Bei den biologischen Substanzen, die wir bei den ersten Untersuchungen nicht beachtet hatten, handelt es sich um hochwirksamen Sprengstoff." ^^^^ Titel: Die Legende vom Lichtgefährten Kapitel 5 von 9 Autor: Liliane Romano Serie: Star Trek TOS Paarung: K/S, S/m, K/m First Time Rating: NC17, ein bisschen Dies ist eine homoerotische Liebesgeschichte. Wer unter 18 ist oder homoerotische Erzählungen nicht mag, sollte bitte nicht weiterlesen. Zusammenfassung: Eine alte vulkanische Legende erwacht zum Leben und ein emotionaler vulkanischer Dichter hilft Kirk und Spock sich zu finden. Feedback: Ja. Hier oder liliane_romano@yahoo.de Archiv: Ja Beta: T'Sihek. Nach ihren Hinweisen - vielen Dank dafür! - habe ich nach der Erstveröffentlichung das eine oder andere nochmal korrigiert. Disclaimer: Das Star Trek Universum gehört mir nicht und ich verdiene damit kein Geld. Ich spiele nur ein bisschen mit den sexy Jungs und den netten Mädels die dort wohnen. Ich schreibe nur zum Spaß und will keine Rechte verletzen. Persönliches Logbuch des Captains : Aus dem scheinbar mysteriösen Fall auf Tribas ist doch noch ein Kriminalfall geworden, denn das Forschungslabor wurde durch Sprengstoff vernichtet, nicht durch eine fremde mentale Macht. Das heißt, die Flutwelle, die der Explosion folgte und bei der Tausende Kolonisten verletzt wurden, ist indirekt auch die Schuld des Attentäters. Spock wird mich und Selenos in meiner Kabine gleich über die neueste Entwicklung informieren und ich vermute, es wird noch die eine oder andere Überraschung ans Tageslicht treten. Zum Glück habe ich heute aber auch eine angenehme Überraschung erlebt: Meine große Liebe erwidert meine Gefühle! Es wird noch etwas dauern, bis alle Zweifel und Hindernisse beseitigt sind, aber dann.... "Bevor ich Ihnen unsere neuen Erkenntnisse mitteile, möchte ich den Fall zusammenfassen." Spock fing Jims warmes Lächeln auf. Noch immer spürte er das entspannte Gefühl des Orgasmus' in seiner Körpermitte, hervorgerufen durch Selenos, der ihm während des mindmelds seine Gefühle für seinen Freund und Captain vor Augen geführt hatte. Selenos hatte nach dem Höhepunkt, der auch ihn überrollt hatte, in Spocks Badezimmer seine Hosen gesäubert. Er selbst hatte es nicht. Sein Sperma, vergossen für seinen t'hy'la. Nur selten zuvor hatte Spock den Gipfel der Lust erlebt, denn normalerweise hielt er seine Körperfunktionen unter Kontrolle. Doch dieses Mal... Bevor Spock sich auf den Meditationsstein gelegt hatte, um zur Ruhe zu kommen, hatte er seine Hosen gewechselt und die mit dem Samen in einer Schublade verstaut. ,Dein Liebessaft...', hatte Selenos zu ihm gesagt, bevor er Spocks Quartier verließ, ,bewahre ihn eine Nacht auf und morgen früh kannst du es verstehen. ' ,Was verstehen?' hatte er den Dichter gefragt. ,Deine Gefühle, Spock. Sie sind kraftvoll und schenken dir Glück und Freude. Deine Kleidung wird dich an sie erinnern. Und weil dir deine Gefühle dies schenken, ist es richtig, sie zu beachten. Sie erzählen dir, was du dir wünschst, was du brauchst, und das ist mehr als deine Forschungsarbeit und dein Pflichtgefühl gegenüber dem Schiff. Es ist neu für dich, ich weiß, aber ich rate dir auch nicht, dein ganzes Leben auf den Kopf zu stellen. Du bist nicht wie ich. Ich sage dir nur eines: Du würdest sie immer wieder erleben, die Küsse, die Zärtlichkeiten und du könntest wieder und wieder die Lust spüren, wenn er dich berührt, wenn du in ihn eindringst. Und dann, wenn du die Erregung nicht mehr steigern kannst... ' Dann war Selenos noch einmal dicht an Spock herangetreten und hatte an seinem Ohr die Worte geflüstert, die ihm nun schon seit Stunden nicht mehr aus dem Kopf gingen: ,Dir, t'hy'la, deinem Mund, deinen Händen und deinem Innersten, dir schenke ich den Saft meiner Liebe und meiner Leidenschaft.' Für einen Moment schloss Spock die Augen. Zu schön war die Erinnerung. Wieder fühlte er, wie sich sein Glied mit Blut füllte. ,Kontrolle', ermahnte er sich... "Mr. Spock?" Seine Worte. Die Worte seines t'hy'la. "Spock? "Ja, Captain...Die Zusammenfassung... Kirk lächelte. "Sie sind etwas unkonzentriert, Mr. Spock. Was ging Ihnen denn soeben durch den Kopf?" Spock schaute ihn erschrocken an, senkte dann den Kopf, als wäre er bei etwas Verbotenem ertappt worden. Sein Geschlecht war noch immer steif und er hoffte, in den nächsten Minuten nicht aufstehen und hinter dem Schreibtisch hervortreten zu müssen. Spock sprach in Gedanken eine Meditationsformel und begann endlich mit seinem Bericht. " Das Forschungslabor auf Tribas wurde mit Hilfe chemisch aktivierter biologischer Substanzen zur Explosion gebracht. Wir wussten bis vor wenigen Minuten nicht von wem, noch warum. Jetzt wissen wir es. Das Labor wurde zur Explosion gebracht, um die Flutwelle auszulösen." "Was!" Kirk sprang auf. "Jemand wollte absichtlich eine Naturkatastrophe auslösen?! Wer würde so etwas tun?" Er schaute seinen Ersten Offizier ungläubig an. "Ist das eine Theorie? Haben Sie Anhaltspunkte?" Er zögerte, dachte über das eben gehörte nach. "Nein, sie sagten, Sie wissen es. Wer war es, sagen Sie's endlich!" Spock lehnte sich zurück. Er hatte seine Ruhe wiedergewonnen, seine Wissenschaftsoffiziersmiene aufgesetzt und genoss die ungläubige Reaktion seines Captains. "Die Untersuchungen der letzten Stunden haben neue Erkenntnisse ergeben. Ich werde sie gleich erläutern. Zuvor möchte ich jedoch unser bisheriges Wissen zusammenfassen." "Wer, Spock, wer würde eine Flutwelle auslösen? Das ist im Moment die entscheidende Frage. Das wichtigste zuerst." Mit unschuldigem Blick schaute Spock seinem Captain in die Augen. "Die bisherigen Erkenntnisse sind wichtig, Captain. Es geht um den Zusammenhang." Kirk sank auf seinen Stuhl zurück. "Fangen Sie einfach an, Spock. Sie wissen, was Sie tun." "Ja, Sir. Wir kennen den Todeszeitpunkt von Mr. Simis, dem Laborleiter. Es ist derselbe Zeitpunkt, zu dem das Labor explodierte. Es ist jedoch nicht derselbe Zeitpunkt, zu dem sein Partner Selenos den Riss des Partnerschaftsbandes spürte. Er spürte den Riss des Bandes in dem Moment, als die Flutwelle hereinbrach, das heißt, zwei Stunden später. Wir hatten daraus die Erkenntnis gezogen, dass in den Wäldern von Tribas'mink ein fremdes Wesen mit großer mentaler Macht existiert und die Kontrolle über das Partnerschaftsband übernommen hatte. Für zwei Stunden. Mit dem Ankommen der Flutwelle riss das Band. Es schien von Anfang an logisch, im Ankommen der Flutwelle am Strand die Ursache für das endgültige Reißen des Bandes zu sehen. War das fremde Wesen von der Flutwelle betroffen? Wurde es vielleicht sogar dabei getötet? Wenn ja, wo lebt oder lebte dieses Wesen? Die Flutwelle hatte den weit entfernten Wald nämlich nicht erreicht. Der zweite Grund ist der Tod von Mr. Simis, dem mit geistiger Macht die Venen zum Platzen gebracht worden waren. Der dritte Grund für unsere Theorie von dem fremden Wesen sind die Aussagen von Selenos und Richard Matisse, dem Ehemann seiner Schwester. Mr. Matisse berichtete uns von den persönlichen Differenzen zwischen den Partnern und dem Minimieren ihres Bandes. Doch von Selenos erfuhren wir, dass er beim Schreiben seiner Gedichte zur Lichtgefährten-Legende eine große mentale Berührung spürte. Er sprach sie seinem Partner zu. Selenos nahm an, Simis hätte aus Sehnsucht nach ihm das Band aktiviert, ihm das aber verschwiegen. Ich halte es aber für ausgeschlossen, dass Selenos während seiner Aufenthalte im Wald von Tribas'mink nie einen Verdacht schöpfte. Seinen Angaben nach hat er nie daran gezweifelt, dass Simis die mentale Berührung auslöste. Selenos hatte überhaupt nie etwas ungewöhnliches im Wald bemerkt. Er schrieb an seinem Werk und genoss die mentale Kraft, die er im Wald spürte." Spock sah Selenos fragend an. "Ist das korrekt?" Der Dichter nickte. "Aber das ist sehr unwahrscheinlich. Selenos müsste wenigstens irgendetwas bemerkt haben. Aber er hat es nicht." "...und das bedeutet, Mr. Spock?", fragte Jim. "Das bedeutet, das Wesen hatte zu diesem Zeitpunkt mehr Macht, als wir zuerst glaubten. Es hat Selenos beeinflusst, damit er nichts ungewöhnliches bemerkt. Selenos ist jedoch nicht der einzige, der von dem Wesen beeinflusst worden war. Mit dem Ziel beeinflusst wurde, nichts ungewöhnliches zu bemerken. Ich habe Theorien aufgestellt und die Ingenieure und die anderen Spezialisten der Enterprise mit neuen Parametern versorgt, um Klarheit zu erlangen. Mr. Scotts Team fand daraufhin die Explosionsstoffe und ich fand auch was ich gesucht hatte." "Als Autor von Kriminalromanen hätten Sie sehr berühmt werden können, Spock. Spannung bis zum Schluss", sagte Jim. "Es geht um die Natur und die Macht des Wesens. Wenn es, wie ich annahm, geistig sehr mächtig ist oder war, müsste das festzustellen sein. Seine Existenz oder irgendwelche Anomalien auf Tribas. Deshalb haben wir den Planeten gescannt und die Ergebnisse mit den verschiedensten Scans der vergangenen Jahre, die von dem Planeten gemacht wurden, verglichen. Die Ergebnisse bestätigen meine Theorie." " Was haben Sie herausgefunden?" "Geologische und biologische Veränderungen auf der Oberfläche des Planeten, in tiefen Erdschichten und in der Atmosphäre. Ständig ansteigend seit 20 Monaten . Noch vor zwei Jahren war Tribas ein normaler Klasse M Planet. Heute ist er auf anomale Weise verändert. Erhöhte Temperaturen in den Erdschichten, molekulare Veränderungen im Gestein und in den Gewässern. Beinahe alle wildwachsenden Pflanzen auf Tribas durchliefen eine deutlich schnellere Evolution als normal und es entwickelten sich mindestens 450 neue Arten - und diese neuen Pflanzen wachsen rapide. Wir stellten diese Veränderungen ausschließlich durch das Auswerten der routinemäßig durchgeführten Langstreckenscans der Föderationssatelliten fest. Diese werden meist nur gesammelt und erst dann gründlich ausgewertet, wenn ein direkter Grund dafür vorliegt. Die Wissenschaftsabteilung von Starfleet sieht keinen Grund zur gründlichen Auswertung dieser Routinescans. Schließlich gelten sie nur den Föderationskolonien - und dort führen deren Wissenschaftler eigene Untersuchungen durch. Wir haben die Routinescans ausgewertet, einen Teil davon, korrekt ausgedrückt, und unsere Wissenschaftler auf Tribas haben von mir den Auftrag erhalten, eigene Untersuchungen anzustellen. Kurz vor diesem Treffen erhielt ich die ersten Ergebnisse. Sie gleichen denen der Langstreckenscans. Doch in den wissenschaftlichen Unterlagen, den Computernetzwerken allgemein oder sonst irgendwo auf Tribas war von diesen Veränderungen nirgendwo die Rede. Abgesehen von dem explodierten geologischen Labor hat der Planet ein Institut für Chemie und eines für Physik und von keinem der Wissenschaftler dort wurden die Veränderungen registriert." Spock schwieg einen Moment. "Ich bin mir sicher, die Lichtgefährtenlegende hat mit den Ereignissen zu tun. Selenos hat im Wald an Gedichten zu dieser Legende gearbeitet. In ihr geht es auch um Schöpfung, und was auf Tribas in den letzten zwanzig Monaten geschah, ist Schöpfung." Kirk schaute Spock an. Ungläubig. "Eine Legende, die Wirklichkeit wurde? Geschieht die Legende hier?" "Sie hat mit ihr auf irgendeine Weise zu tun, aber sie geschieht nicht. In der Legende gab es keine unbekannte Macht, die Individuen manipuliert hat. Es gab in der Legende nur zwei Liebende, die dank der Schwingungen ihres Partnerbandes, ihres Liebesbandes, einen Teil der Schöpfungsmacht erlangten. " "Spock, ich habe da eine Theorie..." "Ohne Zweifel eine uneindeutige und unbewiesene", seufzte Spock. "Das haben Theorien nun mal an sich." "Jim", sagte Spock, "Theorien habe ich auch und sicher vermuten wir dasselbe, doch wie eindeutig ist Ihre Vermutung? Ist sie nicht eher ,schwammig'? Spock warf einen Blick auf Selenos. "Ein zweiter mindmeld könnte Klarheit bringen." Selenos antwortete nicht. "Was ist mit den Veränderungen? Haben Sie den Kolonisten geschadet?", fragte Kirk. "Nicht auf diese Weise, nicht im Sinn von direkten Gefahren aus der Umwelt." "Und niemand hat die Veränderungen registriert?" "Doch, Captain. Einer schon. Jemand mit genügend mathematischem und geologischem Wissen, um die Kettenreaktion zu berechnen, die er mit einer ganz bestimmten Sprengstoffmenge und - kombination auslösen würde. Das Labor wurde zerstört, um über den Weg von Druckwelle und dem Sturz der Felsen in den Binnensee die Flutwelle auszulösen - und das Wesen aufzuhalten, wie ich glaube. Aufgrund der Tatsachen gibt es nur einen Kolonisten, der - selbst unbemerkt- die Veränderung erkennen, die Explosion berechnen und das Labor präparieren konnte." Spock blickte Selenos in die Augen. "Simis", flüsterte der Dichter. "Simis hätte den Kolonisten nie bewusst Schaden zugefügt. Das ist mir bewusst. Ich gehe davon aus, er hätte die Kolonisten rechzeitig vor dem Eintreffen der Flutwelle gewarnt. Doch er starb, bevor er es hatte tun können. Vielleicht hat er mit seinem Eingreifen die Kolonisten gerettet. Wenn er bemerkte, was in der Kolonie geschah, wenn er mehr wusste als wir zum jetzigen Zeitpunkt wissen...hat er den richtigen Weg gewählt. Das Wesen ist inaktiv, schwer verletzt oder tot. Er muss gewusst haben, wo es sich befand und wie er die Kolonie von dessen Beeinflussung befreien konnte. Wir dürfen nicht vergessen: Das Wesen veränderte mit geistiger Macht den Planeten und manipulierte die Bewohner, damit diese die Veränderung nicht bemerkten. Ich bin noch nicht sicher, wie es das getan hat, nur dass es mit Selenos zusammenhängt. Auch das Ziel kann ich nur vermuten und auch, wie sehr die Kolonisten gefährdet waren." Spock schaute Selenos noch immer in die Augen, Bedauern im Blick. "Unser letzter mindmeld hat keine Ergebnisse gebracht. Sie hatten Blockaden im Gedächtnis und ich nehme an, das Wesen hat diese verursacht. Stimmen Sie einem zweiten Versuch zu, Selenos? Um die offenen Fragen zu klären? Dann erfahren wir vielleicht auch, wieso Simis jetzt tot ist. Schließlich ist er von dem Wesen für einen langen Zeitraum nicht beachtet worden, für den ganzen Zeitraum seiner Vorbereitungen für die Explosion." °°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°° Selenos saß auf dem Stuhl, bemüht, sich zu entspannen. Jim lehnte, ihm gegenüber, an der Wand. Der Dichter hatte die Hände zu Fäusten geballt, öffnete sie, schloss sie wieder. Seine Augen taten es den Händen nach und suchten irgendwo nach Halt. Jim schenkte ihm das aufmunterndste Lächeln, zu dem er fähig war. "Ich will das nicht...", flüsterte Selenos. Spock stand hinter seinem Rücken und er unterbrach den Weg seiner Hände zu dessen Gesicht, als er Selenos' leise Worte hörte. "Ich kann es nicht gegen Ihren Willen tun. Wenn Sie nicht zustimmen..." "Doch...ich stimme zu", sagte Selenos eine Spur lauter. "Es muss sein, schon wegen meines t'hy'la." Die Blicke von Kirk und Spock trafen sich. ,Jetzt nicht', dachte Jim, ,Spock muss sich konzentrieren. Später...' Spock legte die Fingerspitzen seiner rechten Hand auf Selenos' Wange. "Selenos...ich beginne jetzt..." "Ja, tu es..." "Dein Geist zu meinem Geist, deine..." Kirk hatte es schon mehrmals erlebt. Er wusste, was Selenos jetzt erleben würde. Er kannte die vulkanische Gedankenverschmelzung aus eigener Erfahrung. Das sanfte Anklopfen, das vorsichtige Eindringen von Spocks Gedanken in die seinen. Den kurzen Anflug von Panik, wenn dann Spocks Geist ihn einzunehmen schien. Die ersten Male hatte er sich in jenem Moment dem Ertrinken nahe gefühlt, doch inzwischen hatte er gelernt, sich bewusst fallen zu lassen. Kirk beobachtete Spock und Selenos. Die Gesichter der beiden Männer ähnelten sich während der Verschmelzung, wie Jim erstaunt feststellte. ,Ich fühle Angst, Spock.' ,Weil ich so tief in deinen Geist eindringen muss. Deine Angst ist verständlich.' ,Aber du bist mehr Vulkanier als ich, auch wenn du genetisch zum Teil Mensch bist. Du bist diszipliniert, und könntest deine Angstgefühle beherrschen.' ,Du solltest deine Disziplin schulen lassen, Selenos. Wende dich an einen Lehrer, wenn alles vorbei ist. Du hast mir vorhin gesagt, ich muss mein Leben nicht auf den Kopf stellen, um meine Gefühle für Jim zuzulassen. Für dich gilt das selbe. Zur Zeit ist deine vulkanische Disziplin, deine Beherrschung der Emotionen zu gering, außerhalb der Toleranz. In diesem Zustand bist du vielleicht sogar eine Gefahr für andere. Du weißt, wie heiß vulkanische Emotionen brennen können und dass unser Volk sie deshalb beherrschen muss.' ,Darf ich um dich als meinen Lehrer bitten? Du wärst mir lieber als ein Fremder.' ,Das erforderte Zeit, die ich nicht habe.' ,Ja, daran hatte ich nicht gedacht." ,Selenos, ich versuche jetzt, deine Blockaden aufzubrechen. Es wird wieder schmerzen.' ,Warte. Möchtest du nicht erst noch einmal deine Gefühle für Captain Kirk erleben? Diese Emotionen würden uns entspannen und dann ist das Aufbrechen der Blockaden nicht mehr so schmerzhaft.' ,............' ,Spock?' '.Wenn du nicht wieder zu weit gehst?' ,Ich werde nicht übertreiben. Das wäre....zuviel Entspannung.' ,Ja.' °°°Jim stand vor Spock. Hinter ihm loderte ein Feuer. Der Vulkanier sah sich um und erkannte eine hochwandige Höhle, in der Mitte ein Bett, mit dunkelrotem, seidigem Stoff überzogen. Kein Bett zum Schlafen, nein, ein Bett, gebaut damit zwei Partner sich Liebe und Leidenschaft schenken können. °°°Schüchtern trat der Mensch näher, senkte den Blick. ,Spock...t'hy'la...' ,Ja...t'hy'la...' ,Ich...' Jim blickte zögernd zu Spock auf. Dann, ohne den Vulkanier aus den Augen zu lassen, zog er sich das goldene Hemd über den Kopf, legte es unsicher auf den Boden. ,Ich liebe dich, Spock. Ich begehre dich. Fühlst du so wie ich? Wollen wir unsere Gefühle...gemeinsam erleben...' Spock trat langsam zu ihm. Er berührte Jims kühle Wange. Der Mensch schmiegte sich in seine Hand. Dann öffnete er seine Hose. ,Nein..' ,Nein?' fragte Jim ungläubig. ,Ich meine...ich will das tun...' Spock sank langsam auf die Knie und Jims Hände legten sich auf seinen Kopf. Der Vulkanier bewegte seine Finger federleicht über Jims Beine, griff sich dann entschlossen den Bund und zog die Hose nach unten. Kein Slip war im Weg. Kirk beobachtete die beiden, die beinahe regungslos erschienen. Dann stieß er überrascht den Atem aus, als er sah, wie sich Spocks Geschlecht versteifte. ,Was...' Jims Blick glitt zu Selenos, sah die selbe Erregung bei ihm. 'Was tun die beiden?' Er sah, wie sich Spock an der Stuhllehne rieb. Kurz nur. Spock berührte Jims Körper mit seinem Mund, seinen Händen. Jim stöhnte und Spock erhob sich, zog den Mann seiner Träume zu dem dunkelroten Bett. Dann fiel ihm ein, dass dies nur ein mindmeld war und er dieses Mal nicht weitergehen durfte, auch Selenos warnte ihn, rief seinen Namen. Er konzentrierte sich wieder auf seine Aufgabe und begann, die Blockaden in Selenos' Gedächtnis aufzubrechen. ,Was ist dahinter, Selenos...öffne die Tür...' ,Wie...Du siehst das Schloss davor...' ,Ich werde es zerbrechen...' Mit der Wucht seiner Gedanken zerbarst das Schloss. Selenos schrie auf, schrie so laut, dass Jim zu ihm stürzte. ,Nein', ermahnte er sich, ,Ich darf nicht eingreifen. Spock weiß was zu tun ist.' ,Was.....' Als Spock sah, was sich hinter der Tür befand, verstand er. Einen Wimpernschlag nur brauchte er für das Erkennen. ,Ein Irrtum', dachte er, ,ich habe mich geirrt.' Die Bilder liefen noch einmal ab, und jetzt verstand sie auch Selenos. Wie ein Berserker sprang Selenos auf, schlug um sich, traf die anderen beiden Männer im Raum mit der Kraft und Verzweiflung eines Mannes, welcher erkannte, dass er das Eine getan hatte, was es nie hätte tun wollen, dass durch seine Schuld das geschehen war, was nie hätte geschehen dürfen. Spock war nach Selenos' Ausbruch aus der Gedankenverbindung an die Wand getaumelt. Dann war er von dem um sich schlagenden Selenos getroffen worden und lag jetzt bewusstlos auf dem Boden der Kabine. Kirk gelang es dieses Mal, Selenos auszuweichen. Mit letzter Kraft erreichte er den Kommunikator an der Wand, schlug darauf und rief den Sicherheitsdienst. Captains Logbuch: "Der Erste Offizier Mr. Spock ist verletzt worden. Er war mit Mr. Selenos eine vulkanische Gedankenverschmelzung eingegangen, um die Rätsel auf Tribas zu lösen, und diese wurde aus mir bisher unbekannten Gründen unterbrochen. Mr. Selenos schlug wie im Rausch unkontrolliert um sich und traf Spock an der Schläfe. Er liegt zur Zeit auf der Krankenstation und ich hoffe, er ist bald wieder bei Bewusstsein. Selenos wurde ruhig gestellt und wird von seiner Schwester T'Adrana betreut." In der Krankenstation angekommen, begab sich Kirk sofort zu der Liege, auf der sein Erster Offizier lag. "Er ist gleich wieder bei sich, Jim", hörte er McCoys Stimme hinter sich, "ich bin gespannt, was er erfahren hat. Nach Selenos' Reaktion zu urteilen, muss es etwas furchtbares gewesen sein." "Das ist ziemlich wahrscheinlich, Pille." "Hast du keine Ahnung, was geschehen sein könnte?" Jim dachte an die kurze Phase sexueller Erregung, die er bei den beiden Männern beobachtet hatte. "Ich weiß nicht, was geschehen ist. Es begann meinem Eindruck nach recht...angenehm für beide. Dann fing Selenos an zu schreien, doch das dauerte nicht lange. Für einige Sekunden schien dann alles wieder friedlich, bevor Selenos...ausrastete..." "Captain..." Spock war erwacht und schaute Jim ins Gesicht. "Captain, ich kann Ihnen sagen, was Selenos aus dem mindmeld ausbrechen ließ." Jim wartete, sah wie Spock mit dem Aussprechen der nächsten Worte zögerte. "Er wollte es nicht tun und konnte sich auch nicht daran erinnern. Selenos hat mit seiner mentalen Kraft Simis getötet." Autor: Liliane Romano Email: liliromano@arcor.de Altersangabe: ab 15 Art: K/S, K/male Hinweis: Das Star Trek Universum gehört mir nicht und ich verdiene damit kein Geld. Ich spiele nur ein bisschen mit den sexy Jungs und den netten Mädels, die dort wohnen. Titel: Die Legende vom Lichtgefährten Kapitel 6 von 9 Autor: Liliane Romano Serie: Star Trek TOS Paarung: K/S, S/m, K/m First Time Rating: NC17, ein bisschen Dies ist eine homoerotische Liebesgeschichte. Wer unter 18 ist oder homoerotische Erzählungen nicht mag, sollte bitte nicht weiterlesen. Zusammenfassung: Eine alte vulkanische Legende erwacht zum Leben und ein emotionaler vulkanischer Dichter hilft Kirk und Spock sich zu finden. Feedback: Ja. Hier oder liliane_romano@yahoo.de Archiv: Ja Beta: T'Sihek. Nach ihren Hinweisen - vielen Dank dafür! - habe ich nach der Erstveröffentlichung das eine oder andere nochmal korrigiert. Disclaimer: Das Star Trek Universum gehört mir nicht und ich verdiene damit kein Geld. Ich spiele nur ein bisschen mit den sexy Jungs und den netten Mädels die dort wohnen. Ich schreibe nur zum Spaß und will keine Rechte verletzen. ICH LIEBE DICH "Er wollte es nicht, konnte sich auch nicht daran erinnern. Selenos hat mit seiner mentalen Kraft Simis getötet." Spock schloss wieder die Augen. Er hatte immer noch Schmerzen, nachdem Selenos ihn während des mindmelds in seiner Verzweiflung gegen die Wand geschleudert hatte. Kirk zog hörbar die Luft ein. "Hat er es unter dem Einfluss des Wesens getan?" "Es gibt kein ,Wesen', Jim. Jedenfalls nicht in der Art wie wir es als ,Wesen' bezeichnen würden. Eher eine Art von Bewusstsein. Was es exakt ist... Selenos hatte das telepathische Band zu Simis aktiviert, was er nach der Abmachung zwischen ihnen aber nicht hätte tun dürfen. Er wollte ihm mitteilen, dass er den "Lichtgefährten" vollendet hat. Aber in jenem Moment glitt Simis' Plan, die Explosion und die Flutwelle auszulösen, durch seine Gedanken. Selenos erschrak. Er nahm in Simis' Gedanken etwas wahr, was er verhindern wollte. Etwas zerstörerisches. Das Ziel, mit den Wassermassen der Flutwelle die >Lichtebene zu schwächen<. So habe ich es verstanden. Er sendete ein telepathisches Signal aus, allerdings zu spät, um Simis an seinem Vorhaben zu hindern. Dieses Signal hat Simis getötet." "Vulkanier sind dazu in der Lage, ihren Bindungspartner zu töten, indem sie ein telepathisches Signal senden?" Kirk war erschüttert. Spock widersprach. "Nein. Das ist nicht möglich. Selenos telepathisches Signal war extrem verstärkt worden. Selenos wollte ihn nicht töten. Es sollte nur ein Signal sein, auf das Simis hören sollte. Auch das kann ich im Moment nicht genau erklären. Aber ich glaube, ich weiß, woher wir die fehlenden Informationen bekommen können. Ich bin mir sicher, Simis hat sie außerhalb der Computernetzwerke festgehalten." Ein leises Stöhnen kam aus seinem Mund, was Dr. McCoy zu ihm eilen ließ. "Sie brauchen noch Ruhe, Spock. Einige Stunden Schlaf werden Ihnen gut tun." "Ich stimme Ihnen zu, Doktor. Vorher...Captain, bitte lassen Sie im Haus von Mr. Simis nach handschriftlichen Unterlagen suchen, dort könnten wir Antworten finden." "Wieso in handschriftlichen Unterlagen?" "Weil es den Anschein hat, als durchdringe und beeinflusse die Energie, die von dem Bewusstsein, welches wir soeben noch für ein Wesen gehalten hatten, alle Computernetzwerke...und die Gehirne der Kolonisten, die ja in gewisser Weise auch Computernetzwerke...biologische...sind...Das habe ich zu spät erkannt. Damit die Informationen, die Mr. Simis gefunden hatte, außerhalb des Einflusses des allumfassenden Bewusstseins sicher gespeichert sind...hat er sie vielleicht auf Papier aufbewahrt. Wir wissen, Simis war als einziger nicht beeinflusst worden von dem Bewusstsein." Spock sank wieder zurück auf die Krankenliege und döste ein. McCoy verließ den Raum, doch Kirk blieb noch eine Weile bei Spock stehen. Er betrachtete ihn und nach einer kurzen Weile streichelte er seine Wange. Der Vulkanier drehte sich weg, entzog sich seinen Berührungen. "Bitte, Captain", murmelte er, "berühren Sie mich nicht. Sie wissen doch, sonst spüre ich Ihre Emotionen und dann kann nicht schlafen." In Jim stieg ein warmes Gefühl empor. Er beugte sich dicht an das spitze Ohr seine Freundes. "Empfindest du meine Gefühle als unangenehm, mein T'hy'la?" Spock antwortete nicht. *****************Simis - 12 Jahre vorher*************** Noch nie zuvor war Simis in Außenwelt gewesen. Jetzt stand er auf dem Raumhafen von Paris-Orly und versuchte, sich in dem Stimmengewirr und den bunten Beschilderungen zurechtzufinden. Sein Vater, der als untergeordneter Diplomat hier auf der Erde arbeitete, hatte ihn zu einem Besuch eingeladen. Er wollte hier auf der Erde mit seinem Sohn über dessen Zukunft beraten und ihm nebenbei einen Einblick in seine Arbeit gewähren. Doch Simis würde nicht wie sein Vater Diplomat werden. Vor wenigen Tagen hatte er seine Ausbildung zum Geologen vollständig abgeschlossen und sein weiterer Weg würde ihn sicher in eines der vielen Forschungslabore führen, die Vulkan in verschiedenen Teilen der Föderation unterhielt. Gut ausgebildete Wissenschaftler wurden in der ganzen Föderation gebraucht. Unzählige neu entdeckte Planeten warteten nur auf einen Tross von Spezialisten, um ihr Geheimnisse preiszugeben. Simis war 32 Jahre alt, fast 33 und bis zu seinem ersten pon farr hatte er noch einige Jahre als unverheirateter Mann vor sich. Seine Eltern hatten ihn als Kind nicht verlobt. Sie hofften, später, wenn er erwachsen sei, eine für sie selbst besonders zweckdienliche Verbindung für ihn arrangieren zu können. Sie dachten dabei an eine der Töchter aus den höchsten Clans, zu denen ihr eigener Clan noch nicht ganz zählte. Es dauerte nicht lange und Simis hatte den richtigen Weg zu den Taxi-Gleitern gefunden. Höflich sprach er die Pilotin an und saß kurz darauf neben der jungen Erdenfrau auf dem Beifahrersitz. Sie hatte ihn freundlich nach dem Ziel gefragt, sein weniges Gepäck verladen und ohne weitere Worte den Gleiter gestartet. Mit versteckter Neugierde beobachtete Simis das Treiben in der Stadt, durch die sie glitten. Zu seiner Überraschung wirkte sie viel stiller, als sein Vater sie ihm beschrieben hatte. >Paris gilt den Menschen als inoffizielle Hauptstadt ihres Planeten. Der Grund dafür ist emotioneller Natur. Die Stadt ist viel zu dicht besiedelt und ständig muss ihre Bausubstanz erneuert werden. Ich verstehe nicht, wie sich die Menschen in ihr überhaupt zurechtfinden können und weshalb sie gern hier leben. Sie ist laut und eng.< "Monsieur...verraten Sie mir Ihre ersten Eindrücke von unserer Stadt?" unterbrach die Taxi-Pilotin seinen Gedankengang. "Ruhiger, als ich vermutet habe. Es heißt, die Stadt sei laut und eng, doch ich habe einen anderen Eindruck. Nicht so ruhig wie eine vulkanische Stadt, doch nicht so laut wie erwartet." Sie lächelte ihn an, was eine für den jungen Vulkanier ungewohnte mimische Reaktion war. Wenn Vulkanier lächelten, verging dieser emotionelle Moment meist sehr schnell, wusste er. "Sie kommen von einem sehr heißen Planeten, Monsieur. Deshalb ist Ihnen vielleicht entgangen, wie heiß es heute hier ist. Wir haben fast 40°C und bei diesen Temperaturen fliehen die Pariser aus der Stadt ans Meer. Dann ist sie langsam, leer und schon fast gemütlich." Als Simis an der vulkanischen Vertretung aussteigen wollte, hielt ihn die Pilotin auf. "Monsieur, ich möchte nicht aufdringlich erscheinen...trotzdem...ich möchte Ihnen etwas geben. Hier auf dieser Karte stehen mein Name, meine Anschrift und meine Com-Nummer." Sie überreichte ihm eine kleine Karte und blieb bei ihrem Lächeln. "Falls Sie länger in der Stadt bleiben, rufen Sie mich doch einfach an. Wir könnten einen angenehmen Abend verbringen und vielleicht, wenn Sie Lust haben, eine angenehme Nacht..." Simis nahm die Karte, stieg aus, nahm sein Gepäck und verabschiedete sich höflich. Er war verwirrt, wusste nicht, was die Frau von ihm erwartete. Er drehte sich noch mal zum Gleiter um und sah, wie sie ihm winkte. Dann startete sie das Taxi und Simis betrat die Botschaft. "Bonjour, Monsieur Simis", begrüßte ihn ein Botschaftsmitarbeiter. "Ihr Vater musste kurzfristig die Botschaft verlassen. Ich schlage vor, Sie erfrischen sich in dem Badezimmer seines Büros und machen einen kleinen Rundgang durch die Stadt. In spätestens vier Stunden ist er wieder hier und wird sie empfangen. Wenn sie es wünschen, können Sie natürlich auch in seinem Büro warten oder sich in der Botschaft, zum Beispiel im Garten aufhalten. Meine Empfehlung ist jedoch ein Stadtrundgang, denn soweit ich weiß, hat Ihr Vater einen längeren Aufenthalt für Sie hier eingeplant." Der Mensch geleitete Simis zu den Räumen seines Vaters. "Einen längeren Aufenthalt hat er für mich geplant?" Simis war überrascht. "Das hatte er nicht erwähnt." Der Mensch lächelte. "Er ist wohl der Meinung, wenn Sie in einem Labor eines fremden Planeten mit vielen Außenweltlern arbeiten werden, sollten Sie vorher schon einmal mit Außenweltlern Kontakt gehabt haben." Eine halbe Stunde später stand Simis wieder vor der Botschaft. Erst zögerte er kurz, dann begann er seinen Stadtrundgang. Als er vier Stunden später wieder vor der Botschaft stand, steckten in seiner Kleidung sechs Visitenkarten von irdischen Frauen, drei von irdischen Männern und zwei Einladungen zu verschiedenen Geburtstagsparties. Vor vier Stunden, zu Beginn seines Stadtbummels, hatten ihn seine Schritte zunächst zu einem Park gelenkt. Dort genoss er eine Weile an einem Springbrunnen den ungewohnten Anblick sprudelnden Wassers und wurde bald von einer Gruppe sehr junger Frauen angesprochen, die sich umstandslos zu ihm auf den Rand des Springbrunnens setzten und ihn alsbald mit neugierigen Fragen bombardierten, wie: "Bist du schon lange in der Stadt? / Bist du gebunden? /Hast du heute Abend schon was vor?/ Und am Wochenende? Da hast du doch sicher Zeit?" Simis hatte die Fragen höflich und freundlich beantwortet, die Einladungen für den heutigen Abend dankend und verwirrt abgelehnt und die ersten Visitenkarten mit Namen, Adressen, Com-Nummern und dem einen oder anderen glitzernden Herzchen drauf in seine Tasche gesteckt. Dann zog es ihn weiter zu einem großen Boulevard im Zentrum der Stadt. Er besichtigte dort ein edel geschmücktes Kaufhaus, in dem er Dinge erblickte, die ihn an Begriffe an wie "Energie -und Ressourcenverschwendung" und "Typisch menschliche Unlogik" erinnerten. Eine Verkäuferin sprach ihn an, zeigte ihm eine Fotoserie über eine Region namens Marne -la -Vallée und steckte dem jungen Vulkanier die nächste Visitenkarte zu. Auf dem Rückweg pausierte er in einem Straßencafé. Dort trank er ein leicht bitteres Getränk, welches ihm der Kellner empfohlen hatte. Einige Studenten setzten sich zu ihm und ihre Fragen klangen auch nicht viel anders, als die der jungen Frauen im Park. In dem Café bekam der Vulkanier dann die nächsten Com-Nummern. Hätte Simis dort im Café einige Minuten früher schräg nach oben, zu dem Haus gegenüber geschaut, hätten seine Blicke die des vulkanischen Dichters Selenos getroffen, der ihn vom Fenster einer kleinen Pariser Wohnung aus beobachtete. Simis wusste nicht, dass Selenos hier war und ihn gesehen hatte. Aber wenn, hätte er sich an seine ungewohnte Reaktion erinnert, als er ihm vor einer Weile auf Vulkan begegnet war. Eine Reaktion seines Geistes und seines Körpers, die er noch nie erlebt hatte und die er erst nach zwei Wochen hatte unter Kontrolle bringen können... ***********Selenos - 12 Jahre vorher******************** Die Hitze draußen in der Stadt drang nicht bis ins Zimmer vor. Hier war es kühler und deshalb streifte sich Selenos, als er aufstand, eine Robe über. Er warf einen Blick zurück zum Bett und genoss den Anblick des nackten jungen Mannes darauf. Blonde, leicht wellige Haare waren auf Vulkan unbekannt und auf Selenos übten irdische Männer mit diesem Merkmal einen unwiderstehlichen Reiz aus. Es hatte den Vulkanier gestern Abend nicht viel Mühe gekostet, ihn zu verführen. Eigentlich gar keine Mühe, denn viele Menschen waren förmlich verrückt nach den dunklen, attraktiven vulkanischen Männern. Selenos genoss deren Interesse und er hatte recht schnell die Vorteile erkannt, welche ihm die leidenschaftlichen Nächte mit ihnen brachten. Sie beruhigten seinen Geist und seinen Körper und verzögerten das Einsetzen des Pon Farr. Aber ihm blieben noch höchstens zwei Jahre bis es unabänderlich so weit war. Die meisten Vulkanier lebten enthaltsam vor der Ehe und selbst nach der Heirat hielten sie sich mit der körperlichen Liebe zurück. Nicht Selenos. Nur widerwillig hatte er die Beherrschung der Gefühle erlernt und ignorierte sie, so oft ihm das möglich war. Seltener als er es sich gewünscht hätte, bekam er diese Möglichkeit. Selenos war als Kind von seinen Eltern verlobt worden. Er war mit dem Mädchen aufgewachsen, sie verstanden sich gut, aber wollten eigentlich nicht heiraten. Selenos musste aber eine feste Beziehung eingehen, denn das Pon Farr ließ ihm keine Wahl. Er trat ans Fenster und sein Blick nach draußen wurde von einem Vulkanier angezogen, der sich zögernd in eines der typischen Pariser Straßencafés setzte. Simis. Selenos' Herzschlag erhöhte sich. Simis, der junge Mann, der ihm vor zwei Monaten im Museumskomplex von Shikar in die Arme gelaufen war. Er erinnerte sich genau an ihn. Mit einem schüchternen Blick war er zwei Schritte zurückgewichen, hatte sich vorgestellt und sich für seine Ungeschicktheit entschuldigt. Selenos erinnerte sich genau. Sehr genau sogar, denn sein Herzschlag hatte sich auch damals erhöht und in seiner Seele blitzte etwas auf. Als Simis um die nächste Ecke verschwunden war, hatte sich Selenos an der kühlen Mauer abstützen müssen, denn dieses eine Gefühl, dieses intensive Leuchten in seinem Innern, hatte ihn schwindlig werden lassen. An jenem Abend hatte Selenos meditiert, seinen Geist halbwegs zur Ruhe gebracht und nicht gewusst, ob er auf ein Wiedersehen mit Simis hoffen sollte oder lieber nicht. Liebe, Sehnsucht, Lust. Ja, Selenos hatte dieses Gefühl, was ihn überfallen hatte, schnell erkannt. Er war Dichter und oft genug sprach seine Poesie von genau diesen Emotionen. Ihm war die alte vulkanische Legende vom "Lichtgefährten" eingefallen, in der zwei Männer so sehr in Liebe verbunden gewesen waren, dass die Schwingung ihres T'hy'la-Bandes die Schöpfungsebene erreichte. Tief in seinem Innern lebte die Sehnsucht nach jener Legende, die Sehnsucht nach einem T'hy'la, einem Seelenbruder, einem Geliebten im Körper und im Geist. Als er Simis jetzt wiedersah, fragte er sich, ob dies seine Chance war, seine Sehnsucht zu stillen. Eine Sehnsucht, die größer und wichtiger war als die leidenschaftlichen Nächte mit attraktiven blonden Männern von der Erde. Sein Körper hatte auch jetzt noch, nach den intensiven Stunden mit dem Menschen vor ihm im Bett, sofort reagiert. Als Selenos nun sah, dass der junge Mann aus seinem Erschöpfungsschlummer erwacht war, kehrte er zu dem durchwühlten Bett zurück. Sie küssten sich und der junge Mann lachte unwillkürlich über die wieder entfachte Lust in dem Vulkanier. "Sag noch einer, ihr Vulkanier braucht keinen Sex...du bist ja unersättlich. " "Ich bin eine Ausnahme. Und außerdem stehen mir als Dichter besondere moralische Freiheiten zu. Die meisten anderen Vulkanier gestatten sich solche unbeherrschten Gefühle nicht, aber ich bin ich und ich genieße die Entspannung, die sie bringen." Selenos drehte den blonden Mann auf den Bauch und streichelte ihn. Kühle, leicht feuchte Haut unter seinen Händen...Er zog ihn ein Stück nach oben und drang in ihn ein. Instinktiv berührte er den Mann mit den Fingerspitzen an der Wange, stellte eine leichte geistige Verbindung her. Eine leichte Verbindung...nur eine ganz leichte...weiter durfte er nicht gehen... °°° "An wen hast du vorhin gedacht, mein schöner Vulkanier?, fragte der junge Mann und küsste Selenos Ohrspitzen. "Ich hatte dich in meinem Kopf und weiß, du hast nicht an mich gedacht." Selenos löste sich aus seinen Armen, drehte sich zur Seite. "Es tut mir leid." "Weil du nicht an mich gedacht hast beim Sex?" "Ja." "Dachtest du an jemanden, in den du verliebt bist?" "Verliebt...ich bin ihm nur einmal begegnet. Ich habe ihn vorhin in dem Café gegenüber wiedergesehen." "Liebe auf den ersten Blick?" "Ja. Ich glaube, das ist der richtige Begriff dafür." "Wundervoll." "Ja." "Hast du vor ihn wiederzusehen?" "Ich brenne, wenn ich an ihn denke." "War das ein Ja?" "Ja." ****************Simis und Selenos********************* Simis begegnete dem Dichter im Louvre wieder. Selenos schlenderte am selben Tag und zur selben Stunde durch dessen Gänge wie er. Diesmal stießen sie nicht zusammen wie vor zwei Monaten in Shikar. Sie erblickten sich schon von weitem, erkannten sich und hielten aufeinander zu. Selenos begrüßte ihn mit seinem so typischen Lächeln und verursachte damit in Simis' Geist einen Wirbelwind und in seinem Körper eine prickelnde Woge der selben Gefühle wie bei ihrer ersten Begegnung. Selenos lud Simis in die Villa am Stadtrand ein, die der Familie seines Schwagers gehörte. Dort stellten sie alle einander vor, aßen zu Abend und danach begleitete Simis den Dichter in sein Zimmer. Sie machten es sich in den weichen Sesseln bequem und Selenos trug ihm seine Gedichte vor. Simis verwirrten die Emotionen in diesen Gedichten und Selenos' selbst verwirrte ihn noch mehr und er wurde unruhig. Selenos schien die Unruhe in Simis zu erkennen und beendete den Abend. Er brachte Simis mit einem Gleiter zurück ins Zentrum von Paris. "Ich möchte Sie wiedersehen, Simis", sagte er leise, und der Angesprochene konnte nur nicken. "Morgen zehn Uhr an der Botschaft?" Wieder konnte Simis nur nicken, denn seine Stimme reagierte nicht. Als Simis danach in seinem Bett lag und einschlafen wollte, stellte sich dieser einfache Akt zum ersten Mal in seinem Leben als unmöglich heraus. Wegen des Aufruhrs in seinem Körper und seinem Geist begann er eine beruhigende Meditation. Zwei Stunden später brach er sie erfolglos ab. Er verkroch sich unter der Bettdecke, wo sein Körper weiterhin seltsame Signale ausstrahlte und ihn dazu zwang, zu dessen Beruhigung etwas zu tun, was er zu diesem Zeitpunkt noch nicht verstand. Danach schlief er schließlich ein. Am Morgen nach ihrem Wiedersehen im Louvre trafen sich Simis und Selenos wie verabredet an der Botschaft wieder. Der Dichter lud ihn zu einem Ausflug nach Marne - la -Vallée ein, dem Ort in der Nähe von Paris, den Simis neulich in dem Fotoband im Kaufhaus gesehen und den er am Abend zuvor erwähnt hatte. Sie nahmen in dem rasanten Zug Platz, der sie zu ihrem Ziel bringen würde und Simis schaute sich auch hier neugierig, aber unauffällig um. Nicht weit von ihnen lagen ein Mädchen und zwei Jungen halb neben -, halb übereinander und dösten vor sich hin. Ihr Alter schätzte Simis auf 16 Erden-Jahre. Doch er schaute peinlich berührt wieder in eine andere Richtung, als er die Berührungen zwischen den dreien bemerkte. Der eine Junge streichelte die Hand des Mädchens mit der einen und den nackten Bauch mit der anderen Hand. Der zweite strich immer wieder zärtlich über die Beine des Mädchens und ließ seine Hand immer öfter unter ihren Rock gleiten. Das Mädchen selbst schnurrte unter den zärtlichen Berührungen ihrer beiden Begleiter und rückte instinktiv noch näher an sie heran, um sie noch intensiver genießen zu können. Solche Berührungen in der Öffentlichkeit waren für Vulkanier undenkbar. Sie standen weder im Einklang mit ihrer Privatsphäre noch mit der erlernten Beherrschung der Emotionen. Doch seit gestern stand es bei Simis mit dieser Beherrschung auch nicht zum Besten. Er ertappte sich mehrmals dabei, wie er tief Luft holte, um den Duft des Dichters einzuatmen. In Marne -la -Vallée besichtigten sie den neuen "Begegnungspark der Föderation". Sie konnten beide ihr Lächeln nicht unterdrücken, als sie bei der Darstellung der Vulkanier und deren Kultur angelangt waren. "Sind wir denn so?", flüsterte Simis seinem Begleiter zu. "Sie stellen uns als perfekt dar." "Manche Vulkanier führen sich ihnen gegenüber auch so auf." "Das entspricht aber nicht dem IDIC Prinzip. Schauen Sie, Selenos, diese Wachsfigur, die einen Vulkanier darstellt. Haben Sie jemals einen Mann gesehen, der eine solche körperliche Perfektion besitzt und solche ästhetischen Gesichtszüge?" Selenos blickte seinem Begleiter in die Augen. "Haben Sie noch nie in einen Spiegel gesehen, Simis?", flüsterte er. Simis verstand es sofort. °°°°°°°°°° Die beiden Vulkanier trafen sich in den nächsten Wochen fast täglich und Simis verschwieg seinem Vater instinktiv seine Ausflüge und die Poesie-Stunden im Halbdunkel von Selenos' Zimmer in der Villa. Die Gefühle, die Simis am Abend nach ihrem Wiedersehen zu schaffen gemacht hatten, bekam er nach einer Weile unter Kontrolle. Er hatte meditiert, sich selbst erforscht und erkannt, was er fühlte. Gefühle, die Vulkanier immer beherrschen sollten. Liebe und Leidenschaft. Simis hatte sich in Selenos verliebt, begehrte ihn. Er wusste, was er wollte. Sein Geist und sein Körper sehnten sich nach dem Dichter und er genoss dieses Sehnsucht. Er wünschte sich, Selenos zu berühren, eins zu werden mit ihm. Doch Selenos berührte ihn nie, stets blieb er auf Abstand zu ihm. Und auch niemals bat er darum, seine Finger auf Simis' Verschmelzungspunkte legen zu dürfen. Einmal nur ergriff Selenos die Hände von Simis und streichelte sie. Für einen kurzen Moment. Dann war er zurückgezuckt, mit einem Ausdruck von Unsicherheit und Panik im Blick. Simis konnte es nicht verstehen. Er hatte den Eindruck gehabt, Selenos fühle wie er. Doch der Dichter schien ihre freundschaftliche Beziehung nicht intensivieren zu wollen. Simis war verwirrt, verstand Selenos' unerwartete Zurückhaltung nicht. Selenos liebte seinen Freund und obgleich er wusste, dass Simis sein Gefühle erwiderte, zögerte er. Die tiefen Emotionen, die der Dichter für Simis empfand, erschienen ihm in ihrer Dimension unfassbar. Ja, selbst als eigene Dimension. Ihn ergriff eine Art Ehrfurcht davor. Er glaubte, diese unfassbare Dimension nicht wert zu sein. Als Vulkanier mit zu wenig Disziplin und seiner Vorliebe für kurze leidenschaftliche Abenteuer mit attraktiven irdischen Männern schien er sich dafür nicht gut genug. Zwei Monate nach ihrem Wiedersehen im Louvre teilte Selenos ihm mit, dass er die Erde verlassen würde. Da beschloss Simis, die Initiative zu ergreifen. "Ich liebe dich, Selenos", sagte er zu ihm. "Ich will, dass wir T'hy'la sind, verbunden im Körper und im Geist." Simis hatte sich die Kleidung vom Körper gestreift, sie achtlos auf den Boden in Selenos' Zimmer geworfen. "Du weißt nicht, worauf du dich einlässt", hatte Selenos geflüstert, "ich liebe dich auch, aber ich habe dich nicht verdient. Ich bin unbeherrscht, du hast jemand besseren verdient als mich." "Du redest Unsinn, T'hy'la, wir wollen es beide, ich weiß es. Ob du deine Emotionen beherrschen kannst oder nicht, ich will dich." "Deine Eltern werden einer Bindung zwischen uns nicht zustimmen." "Sie werden mich nicht aufhalten. Sie haben mich noch nie zu etwas gezwungen. Sie werden meinen Wunsch respektieren." Selenos kniete sich vor seinem t'hy'la nieder. "Du willst es wirklich? Dann berühre DU mich, Geliebter, du musst damit beginnen, nicht ich. Bei jedem anderen würde ich es tun, aber nicht bei dir. Wenn du es willst...dann berühre mich..." Simis führte Selenos zum Bett, legte sich neben ihn, entkleidete ihn. Dann wollte und konnte sich Selenos nicht mehr beherrschen. Er glitt auf den nackten Körper von Simis und begann, ihn zu lieben... ...glitt in seinen Geist und umwogte ihn mit seiner Liebe. Tat mit ihm, was sie beide wollten. Trank vom Saft der Liebe und der Leidenschaft seines t'hy'la. Kniete sich zwischen seine Schenkel und gab Simis, was dieser sich wünschte. Simis hielt sich nicht zurück, genoss es, tat es ihm gleich. Sie waren zusammen, waren t'hy'la. °°°°°° Einige Tage später informierte Simis seine Eltern über seine Bindungsabsicht. Zuerst lehnten sie ab, doch Simis ließ sich nicht beirren und versuchte, sie zu überzeugen. Die Mutter von Simis konnte ihre Enttäuschung über die Entscheidung ihres Sohnes kaum verbergen. Seinem Vater öffnete sich Simis in einem Mindmeld und dieser verstand ihn. Er verteidigte Selenos gegenüber seiner Frau und bereitete die Bindungszeremonie vor. Seine Eltern vertrauten ihm und wollten der Erfüllung seines einzigen, seines größten Wunsches, nicht entgegenstehen. In der Zeit, als sie begannen, ihre Liebe miteinander zu teilen, wuchs in Selenos' Dichterherz ein zweites unbändiges Verlangen heran. Die selbst für seine unbeherrschte Natur beinahe zu intensiven Gefühle für seinen T'hy'la schienen von ihm zu wollen, dass er die Geschichte der legendären t'hy'la aus der Lichtgefährten-Legende neu schrieb. Selenos spürte den Drang, all seine Poesie in ein Werk zu legen, dass die Macht und das Glück der Liebe zeigt. Irgendwo in seinem Innern versprach ihm flüsternd eine Stimme, dass er und Simis die neuen Lichtgefährten sein würden... °°°°°°°°°°°°°° "Du hast doch gehört, was meine Mutter gesagt hat und wir sollten und daran halten. Erst nach der Bindungszeremonie werden wir wieder miteinander schlafen. Das ist doch ein Kompromiss zu unseren Gunsten. Sie akzeptiert dich nicht und wenn wir uns nicht an die Abmachung halten, lehnt sie vielleicht noch in letzter Minute unsere Bindung ab." "Aber wir haben doch schon miteinander geschlafen. Sie will mir doch nur zeigen, dass sie unsere Beziehung nicht gut heißt und stellt deshalb diese unlogische Forderung." "Es sind noch 27 Tage und 18 Stunden bis zu unserer Bindung. Kannst du es nicht solange aushalten?" "Ich kann es, T'hy'la. Kannst du es?" Simis verdrehte seine Augen. "Wenn ich es nicht aushalten kann, ist es deine Schuld. DU liest mir stundenlang deine Poesie vor und DU nimmst ohne zu fragen meine Hände und streichelst sie..." "Du hast es genossen. Das erste Mal, das zweite Mal, das dritte M..." Jetzt fing Simis an zu lachen. "Du bist ein ganz schlimmer Verführer, T'hy' la..." "Ich bin Dichter." "Ja, das hat mich auch verführt." Dann wurde Simis ernst. "Ich will dich etwas fragen, Selenos. Es heißt, wenn vulkanische Männer nicht sexuell enthaltsam leben, ist das Pon Farr nicht so schmerzhaft. Ist das wahr?" "Ich habe schon davon gehört. Vulkanische Männer, die zum Beispiel mit Menschen verheiratet sind, deuten das an. Menschen sind nämlich fast ständig sexuell erregt und so MÜSSEN sich Vulkanier Ihnen anpassen. Wenn diese Vulkanier dann sagen, sie könnten das Pon Farr sogar genießen, wissen sie also wovon sie reden..." ...und so geschah es auch. Die beiden Männer genossen viele Jahre ihre Liebe und Ihre Leidenschaft. Zweimal erlebte Selenos seine unendliche Lust im Pon Farr zusammen mit seinem T'hy'la. Ihre tiefe Beziehung verhinderte die Fieberschmerzen und sie konnten es beide genießen. So geschah es dann auch bei Simis, doch bald darauf hatte sich schon ein Schatten auf ihr Glück gelegt. Der Schatten der unbeherrschten Emotionen von Selenos. Der Schatten, der Simis' Geist über ihr Partnerband leiden ließ, weil die Überflutung durch Selenos' Emotionen ihm die Beherrschung seiner eigenen Emotionen unmöglich machte. Der Schatten zu intensiver und unbeherrschter Gefühle, die nach einer Weile dazu führten, dass Simis eine Entscheidung treffen musste, die ihm selbst unerträglich schien. "...ich habe keine andere Wahl, Geliebter." Simis' Stimme war traurig, aber er blickte seinem t'hy'la fest in die Augen. "Außerdem bin ich gezwungen, für eine sehr lange Zeit zu meditieren, um meine eigenen Gedanken zu ordnen und meine Emotionen unter Kontrolle zu bringen. Wir werden unsere Beziehung solange einschränken bis du deine Arbeit am "Lichtgefährten" beendet hast. Dann fällt sicher die Anspannung von dir ab und deine Emotionen werden sich wieder auf ein akzeptables Maß einpendeln." "Das werden wir nicht, T'hy'la....Das kannst du nicht verlangen." Selenos' Hände zitterten, als er das Ansinnen von Simis hörte. "Doch, Selenos. Ich kann und ich werde es verlangen. Deine Emotionen zerstören mich, und auch wenn du das nicht nachvollziehen kannst, so ist es doch die Wahrheit." "Nein, T'hy'la, ich kann nicht ohne dich leben..." Simis packte Selenos an der Schulter, schüttelte ihn. "Ich habe keine Wahl. Du zerstörst mich und du zerstörst unsere Beziehung mit deinen extremen Emotionen." Seine Stimme wurde weich. "Vollende deine Arbeit am "Lichtgefährten", T'hy' la. Dann wird alles wieder gut. Du brauchst mich nicht, um dein Werk zu vollenden." Selenos fiel vor seinem Geliebten auf die Knie. "Doch, ich brauche deine Nähe dafür, Geliebter. DU bist mein Lichtgefährte. Bleib bei mir." Simis kniete sich zu Selenos auf den Boden, streichelte seine Hände. "Ich bin dein T'hy'la. Der Lichtgefährte ist eine Legende." "Für mich ist er real. Du bist es. Wenn zwei T'hy'la sich unendlich lieben, wenn sie verbunden sind als wäre es nie anders gewesen, als wäre alles andere falsch, dann werden sie zu Lichtgefährten. Genau das ist es, was ich mir mit dir vorstelle." "Ich weiß. Aber du verstehst nicht, dass wir schon so eng verbunden sind, wie du es dir wünschst. Ob wir die legendäre Lichtebene, den Gleichklang mit dem Universum, erreichen oder nicht, ist irrelevant." Simis stand auf und zog Selenos auf die Beine. Er umfasste ihn, streichelte ihm den Rücken. "Vertrau mir, T'hy'la. Wir werden uns nicht trennen, wir schränken nur für ein Weile unsere Beziehung ein und minimieren unser Band..." "Nein! Niemals! Das darfst du nicht..." Selenos vergrub seinen Kopf an Simis' Schulter und begann zu weinen. Sein Partner hatte ihn noch nie so sehr weinen sehen. Jetzt jedoch klammerte sich dieser an ihn und konnte damit gar nicht mehr aufhören. Irgendwann löste sich Simis aus der verzweifelten Umarmung seines T'hy'la und brachte diesen zu ihrem gemeinsamen Bett. Er legte sich nicht zu ihm. Und er würde es auch nie mehr tun. Nachdem Selenos zwei Jahre später die Arbeit am "Lichtgefährten" beendet hatte, würde Simis tot sein. DIE LEGENDE VOM LICHTGEFÄHRTEN Leise betrat Kirk die Kabine seines Ersten Offiziers, in der sich Selenos auf dem Bett erholte. Seine Schwester T'Adrana hatte sich dort um ihn gekümmert, da die Krankenstation mit den Verletzten von Tribas überfüllt war. Die Frau stand auf, als er näher trat. "Mein Bruder ist wach und es geht ihm besser. Er hat sich hier in Mr. Spocks Kabine schnell erholt, denn das vulkanische Ambiente tut ihm gut. Wenn Sie es wünschen, können Sie mit ihm sprechen." Jim bedankte sich und T'Adrana verließ den Raum. Selenos deutete mit der Hand auf den Stuhl neben seinem Bett. "Bitte setzen Sie sich, Captain." Jim tat es. "Spock hat es mir gesagt. Es ist nicht Ihre Schuld, machen Sie sich keine Vorwürfe. Ihr Signal war verstärkt worden, deshalb starb Simis, nicht wegen Ihnen." "Ich weiß." "Gut." Sie schwiegen und Jims Blicke wanderten über den Vulkanier, der mit geöffneten, feuchten Augen auf Spocks Bett lag. Selenos trug das weiße Hemd halboffen und eine ebenso weiße kurze Hose. "Er ist erregt", dachte Jim überrascht. Unübersehbar. Selenos' Geschlecht zeichnete sich überdeutlich unter der Hose ab. Der Vulkanier lachte leise und Kirk wandte den Blick ab. "Ich musste die ganze Zeit an Simis denken. Wir haben in den letzten beiden Jahren kein einziges Mal miteinander geschlafen. Ich konnte ihn nicht dazu verführen. Er wollte Abstand zu meinen unbeherrschten Emotionen. Mein Feuer floss daraufhin noch stärker in den ,Lichtgefährten'. Jetzt ist das Werk vollendet und mein Lichtgefährte tot. Niemals mehr werde ich in ihm sein können...Ich beneide Sie, Jim." "Mich?" Kirk war überrascht und schaute Simis in die Augen. "Weil Sie bald mit dem Mann Ihrer Träume zusammen sein werden. Spock wird nicht mehr lange zögern." Jims Herzschlag erhöhte sich. "Sie sind sich da sicher?" Selenos richtete sich auf. "Ich bin sicher, Jim. Zweimal haben Spock und ich eine Geistverschmelzung miteinander erlebt und beide Male hat der Gedanke an Ihre Berührungen ihn erregt...so wie mich der Gedanke an Simis erregt hat", er deutete mit dem Kopf auf seine Erektion. "Spock ergeht es nicht anders bei dem Gedanken, Sie lieben zu dürfen." Selenos schaute ihm nachdenklich in die Augen, dann hob er seine Hand, griff sanft, aber ohne zu zögern in Kirks Haar und strich zärtlich darüber. "Sie sind ein schöner Mann, Jim. Bevor ich mit Simis zusammen war, habe ich Männern wie Ihnen nicht widerstehen wollen." Kirk schwieg. Er wusste keine Erwiderung auf die Worte des vulkanischen Dichters. "Jim, bitte öffnen Sie die Schublade hinter Ihnen." "Was ist da drinnen?" "Etwas für Sie. Von Spock." Kirk verstand nicht, doch er öffnete die Schublade. "Da liegt ein Kleidungsstück, eine Hose." "Nehmen Sie sie." Jim hob die Hose aus der Schublade. "Spocks Uniformhose", sagte er, "was ist..." Dann fühlte er die noch nicht ganz getrocknete sahnige Flüssigkeit an seinen Fingern. "Das ist...ist das?" Kirk sah Selenos fragend an. "Ja. In unserem ersten mindmeld habe ich Spock seine Gefühle für Sie vor Augen geführt und das, was Sie da unter Ihren Händen spüren, ist sozusagen...das Resultat davon. Ich sagte ihm, er solle den Saft seiner Liebe eine Nacht aufbewahren, damit er am nächsten Tag sieht, wie kraftvoll seine Gefühle für Sie sind und dass sie ihm Freude und Glück schenken." "Wenn das stimmt..." "Es stimmt. Spock liebt und begehrt Sie. Er wird bald zu Ihnen kommen." Jim vergrub sein Gesicht in Spocks Hose und genoss die Leidenschaft seines t 'hy'la. Persönliches Logbuch des Captains Es ist nach Mitternacht und ich bin todmüde. Doch ohne die kleine bunte Pille aus der Krankenstation, die noch auf meinem Nachttisch liegt, könnte ich trotzdem nicht einschlafen. Die Geschehnisse der letzten Stunden haben mich durcheinander gebracht und mir eine Dimension gezeigt, die ich bisher noch nicht kannte. Zuerst hatte mir Selenos, der ungewöhnlich emotionelle Vulkanier, Spocks Gefühle für mich gezeigt und die Hoffnung in mir auf eine Zukunft mit ihm ins Unermessliche gesteigert. Eine Weile später erfuhr ich, welche Erkenntnisse Spock aus den handschriftlichen Unterlagen von Mr. Simis gewonnen hat, die wir in dessen Haus auf Tribas gefunden hatten. Spock hatte mir in meiner Kabine gegenüber gesessen und mir mit ungewöhnlich leiser und heiserer Stimme von der Macht der Liebe erzählt. Natürlich drückte er sich nicht ganz so aus, aber genau darum geht es in den Ereignissen auf Tribas 1. Ich kann sie immer noch nicht fassen, und den erneuten emotionellen Ausbruch von Selenos, seinen Schmerz, als er die Aufzeichnungen seines t'hy'la gelesen hatte, kann ich sehr gut nachvollziehen Wir Menschen glauben an die Kraft der Liebe und den Vulkaniern geht es tief in ihrem Innern auch nicht anders. Doch ein solch deutlich erlebbares Übergreifen der Emotion ,Liebe' in die materielle Welt hat kein Mensch und hat auch kein Vulkanier je erlebt... ***********************wenige Stunden vorher************************ "...ich habe die handschriftlichen Unterlagen von Simis ausgewertet und werde Ihnen eine Zusammenfassung geben. Sie enthalten die Lösungen der meisten Rätsel." Spock überzeugte sich mit einem Blick von der ungeteilten Aufmerksamkeit des Captains. "Captain, was aus den Aufzeichnungen von Mr. Simis hervorgeht, ist in seiner Dimension größer als ich vermutet habe. Aber es klärt nicht alle Fragen. Als Simis die vorrübergehende Trennung von Selenos durchgesetzt hatte, begann er mit dem Meditieren. Er wollte seinen Geist wieder kontrollieren, was ihm durch Selenos' emotionelle Überflutung immer weniger gelungen war. Seine Meditationen waren sehr diszipliniert und sehr tief. Tiefer auch als die der anderen Vulkanier auf Tribas 1. Wegen dieser tiefen Meditationen konnte Simis dem Einfluss des Bewusstseins auf Tribas entkommen. Deshalb bemerkte er als einziger die Veränderungen auf dem Planeten. Aber wen er auch deshalb ansprach, Selenos oder einen der anderen Kolonisten, ignorierte ihn, reagierte einfach nicht. Er gab die Daten in die Computer ein und sie wurden nicht abgespeichert. Er versuchte eine Subraummitteilung und der Sender sendete nicht. In seinen Meditationen und bei seinen Untersuchungen erkannte Simis die Ursache. Der Planet Tribas 1 besitzt ein Bewusstsein und damit steuert er instinktiv seine natürlichen Vorgänge. Temperatur, Flora, atmosphärische Vorgänge und so weiter. Dieses Bewusstsein durchdringt netzartig den ganzen Planeten. Der Gedanke, dass Planeten eine Art Bewusstsein haben, ist eine altbekannte Theorie, doch was hier auf Tribas geschah, war neu. Die Energie des Bewusstseins von Tribas 1 wurde plötzlich verstärkt. Warum? Simis hat es in seinen Meditationen erkannt. Ursache ist die Kraft der Liebe zwischen Simis und Selenos, die so groß war wie die Liebe des Künstlers und des Schmiedes in der Legende vom ,Lichtgefährten'. Ihr Bindungsband schwang so stark, dass die Stärke seiner Schwingung tatsächlich auf gewisse Weise die Lichtebene berührte." "Also doch!" Kirk sprang auf. "Was geschah genau, Spock? "Nun, Captain, auch wenn wir Vulkanier es uns nicht eingestehen wollen: Von der Lichtgefährten-Legende geht eine starke Kraft aus." "...und von der Liebe zwischen Selenos und Simis", warf Kirk ein und lächelte Spock an. Spock wich Jims Blick aus. "Ja, davon auch und darum geht es. Die Lichtgefährten-Legende ist zwar stark, aber sie ist eigentlich nur eine Legende. Vielleicht hat sie sich so ereignet, aber das ist irrelevant. Von Bedeutung ist Selenos' Glaube an die Legende, sein Wunsch, er und Simis könnten die neuen ,Lichtgefährten' werden. Selenos glaubt an die Legende und die Liebe zwischen Simis und ihm war, wie mir jetzt klar ist, in der Tat stark genug, um die ,Lichtebene', also die Schöpfungsebene zu erreichen. Die Stärke der Lichtgefährten-Legende allein hätte nicht diese Wirkung erreichen können. Aber dann kam die Stärke der Liebe zwischen Simis und Selenos, das wegen ihrer Liebe starke Schwingen ihres T'hy'la-Bandes, hinzu. Dadurch wurde die alte Lichtgefährten-Legende mit Leben erfüllt, sie wurde aktiviert, könnte man sagen. Selenos ist ein emotionell unbeherrschter Telepath und die Gefühle für seinen T'hy'la und die Legende sind, wie wir wissen, sein Lebenssinn. Als Simis und Selenos die Lichtgefährten-Legende durch ihre Liebe zueinander mit Leben erfüllten, transportierte Selenos sie unbewusst auf telepathischem Weg in das Bewusstseinsnetz des Planeten. Die mentale Kraft, die Selenos im Wald von Tribas'mink immer wieder spürte, war vermutlich die Kraft des Planetenbewusstseins, denn die Kraft der Legende erhöhte die Energie im Bewusstseinsnetz des Planeten um das x-fache. Das ist der Grund für die beschleunigte Evolution auf Tribas und das ungewöhnlich hohe Pflanzenwachstum. Was monatelang auf Tribas geschah, ist Schöpfung, wie in der Legende. Es geschah zwar unbewusst, aber es geschah." "Liebe ist die stärkste Kraft im Universum", sagte Jim, "und sie ist die einzige Kraft, welche die Schöpfungsebene erreichen kann. Simis war also tatsächlich Selenos' Lichtgefährte. Er wiederholt es immer wieder, aber wir hielten es für ein Symbol." Sie schwiegen beide. Kirk versuchte, das gehörte zu verarbeiten. Dann hob er leise wieder zu sprechen an. "Simis und Selenos hatten ihr Band minimiert und trotzdem war es stark und stabil genug, das Bewusstsein eines ganzen Planeten so hochgradig zu beeinflussen... Soviel Liebe...Vulkanische Gefühle sind in ihrer Macht wirklich...eindrucksvoll..." Spock schwieg, schaute seinen Freund nicht an. "Sie hatten zwar ihr Band minimiert, aber blieben in Liebe verbunden. So...stark... Ist Selenos bewusst, dass er sich seinen Wunsch, mit Simis die ,Lichtebene', den Gleichklang mit der Schwingung des Universums zu ereichen, erfüllt hat?" "Nein, Jim. Er weiß es nicht." "Wir sollten es ihm sagen." "Ja." Dann fiel Kirk etwas ein. "Sagen Sie, Spock, warum spürte es Selenos nicht, als das Band, das ihn mit Simis verband, riss? "Unbekannt. Ich hoffe, wir finden es später noch heraus." "Aber warum spürte er seinen Tod zwei Stunden später, als die Flutwelle hereinbrach?" "Auch noch unbekannt." "Sie sagten, dass Sie bei der Geistverschmelzung Blockaden in Selenos' Geist durchbrechen mussten. Welche Ursache hatten diese?" "Ich bin nicht sicher. Möglicherweise hat sie Selenos selbst errichtet. In dem Moment als er merkte, dass sein Warnsignal an Simis tödlich war. Eine automatische Reaktion aus Schutz vor dem Schock, den Simis' Tod bewirkt hätte." Jim dachte nach. "Wissen Sie, warum die Kolonisten auf Tribas die Veränderungen nicht bemerkten und wie und warum sie von dem Planetenbewusstsein beeinflusst wurden?" "Laut seinen Aufzeichnungen glaubte Simis, dass alle biologischen und technischen Netzwerke des Planeten instinktiv in sein Bewusstseinsnetz eingegliedert wurden, als sich dessen Energie verstärkte. Die Bewohner betrachteten die Vorgänge auf Tribas als richtig, als logisch, als das, was geschehen solle, denn das Planetenbewusstsein empfand die Veränderungen auch so. Deshalb wurde die Ungewöhnlichkeit der Vorgänge nicht zur Kenntnis genommen. Die Computernetzwerke reagierten ebenso. Sie konnten, weil sie kein eigenes Bewusstsein und keine bewusste Intelligenz besitzen, sogar noch leichter beeinflusst werden." "Was bezweckte Simis denn nun eigentlich mit der Explosion und der Flutwelle, Spock? Wollte er das Planetenbewusstsein ablenken oder so ähnlich?" Der Vulkanier nickte. "Ja, so stand es in Simis' Aufzeichnungen. Er sah keinen anderen Weg und vermutete zu Recht, dass die Naturkatastrophe das Bewusstseinsnetz erschüttern würde und es sich für eine Weile auf die Behebung der Schäden würde konzentrieren müssen. In dieser Zeit hätte es seine Energie instinktiv darauf gelenkt und die Kolonie wäre seinem Einfluss entglitten." "Dann hätte Simis genügend Zeit gehabt, die Kolonisten erst vor der von ihm verursachten Flutwelle in Sicherheit zu bringen, sie aufzuklären und mit ihnen Maßnahmen gegen die Beeinflussung zu ergreifen. Ist die Kolonie vollständig befreit von dem Einfluss?" "Nicht völlig, aber die Bewohner haben inzwischen die Veränderungen erkannt. " "Existiert noch die Gefahr der Beeinflussung?" "Nein. Das Bindungsbandes zwischen Selenos und Simis ist gerissen. Deshalb kann sich die Energie nicht erneut verstärken." "Spock, ich gehe zu Selenos und gebe ihm Simis' Unterlagen." "Selenos könnte sehr emotional reagieren. Seien Sie vorsichtig, Jim." "Das werde ich. Übrigens, ich wurde informiert, dass die Eltern von Simis morgen an Bord kommen. Sie sind Diplomaten. Kennen Sie sie zufällig?" "Ich kenne sie, aber das ist lange her...Doch ich erinnere mich, dass die Mutter von Simis mit seiner Beziehung zu Selenos nicht einverstanden war. Aber sein Vater hatte sich plötzlich auf die Seite seines Sohnes gestellt und Selenos verteidigt. Sie selbst lehnte Selenos als Partner für ihren Sohn ab." "Das klingt nicht gut. Am besten, ich informiere ihn erst morgen. Hat Selenos eine eigene Kabine zugewiesen bekommen?" "Ja, Gästequartier Nummer 3. Er hat es vorhin bezogen. Jim, seien sie vorsichtig, wenn sie zu ihm gehen." "Das sagten sie schon." "Ich weiß." °°°°° Selenos saß im Lotussitz auf dem Boden und Jim setzte sich neben ihn, denn der Dichter wollte nicht allein sein, während er die Aufzeichnungen seines toten t'hy'la las. Der Vulkanier hatte einen geringen Lichtpegel eingestellt, doch noch hoch genug für ihn, um die Schrift zu lesen. Das Gesicht von Selenos lag im Schatten und Kirk konnte es nicht erkennen. Er fühlte die Hitze, die von seinem Körper ausging, die auch Spock ausstrahlte. Bei Kirks vulkanischem Ersten Offizier stand die hohe Körpertemperatur meist im Kontrast zu seiner Ausstrahlung. Vulkanier präsentierten sich anderen meist unnahbar kühl. Doch in der kurzen Zeit, in der er Selenos kannte, hatte er ihn nicht einen einzigen Moment als unnahbar empfunden. Im Gegenteil. Kirk hörte Selenos Stimme, nicht warm und sanft wie sonst, sondern abgehackt, heiser. Er stützte sich mit den Händen ab und sprang hoch. "Ich habe es nicht bemerkt? Simis und ich haben die Lichtebene erreicht und ich konnte es nicht erkennen?" Jim stand auf und trat zu ihm. "Sie haben erreicht, was Sie sich immer gewünscht hatten. Sie haben mit der Kraft der Liebe die Schöpfungsebene berührt. Die Lichtgefährten-Legende ist wahr. Vor 7000 Jahren war sie es und sie ist es heute." "Wieso konnte ich es nicht sehen, obwohl doch seit zwölf Jahren meine Gedanken fast nur um Simis und die Legende kreisen?" Selenos packte Kirk an den Armen, schaute ihn an, fassungslos, mit einem Blick irgendwo zwischen Hölle und Verdammnis. "Die Lichtgefährten-Legende endet nicht mit dem Tod. Sie endet im ewigen Leben der beiden Lichtgefährten auf einer anderen Daseinsebene! Aber mein Lichtgefährte ist tot! Was habe ich denn erreicht?" "Glauben Sie mir, ich kann Ihre Gefühle sehr gut nachvollziehen. Sie haben den Mann verloren, den sie lieben und dies ist etwas, das niemand erleben möchte. Sie haben mit Simis die Lichtebene erreicht und können dieses Glück nicht mit ihm teilen. Aber was Sie erreicht haben, kann Ihnen niemand nehmen..." Selenos krallte seine Finger noch stärker in Jims Arme. Seine Augen glühten und Kirk unterdrückte einen Schmerzensschrei. "Simis ist tot! Mit ihm, dem Mann den ich liebe, habe ich die Lichtebene erreicht. Das heißt, was ich erreicht habe, WURDE mir genommen!" Er schleuderte Kirk von sich und dieser konnte sich nur dank seiner antrainierten Reaktionsschnelligkeit vor dem Aufprall auf die Tischkante retten. Selenos stürmte aus der Kabine, doch er kam nicht weit. Kirks Erster Offizier stand davor und betäubte ihn mit einem sicher gesetzten Nackengriff. *********************Am nächsten Morgen************************** Jim hatte genüsslich Eier und Toast zum Frühstück in sich hinein geschaufelt. Als Spock sich zu ihm setzte, trank er gerade die letzten Tropfen seines Kaffees. "Jim", sagte er, "ich möchte etwas mit dir besprechen, privat. Kannst du in einer halben Stunde in meine Kabine kommen?" Kirks Puls erhöhte sich. "Es ist soweit", dachte er, ,Spock will mich und jetzt sagt er endlich Ja.' "Natürlich, Spock. Ich komme dann gleich zu dir." Der Vulkanier stand wieder auf, verließ die Messe ohne zu frühstücken. ,Es ist soweit', dachte Kirk und schloss die Augen, ,Spock und ich...in einer halben Stunde...' °°°°°° Die Tür zu Spocks Kabine glitt auf, kaum dass Kirk vor ihr stand. Er betrat den Raum und sah Spock in dessen Mitte. Der Vulkanier trug nicht wie sonst seine Uniform, sondern eine dunkle Robe, bestickt mit für Jim unverständlichen Schriftzeichen. Spock wartete, bis Jim vor ihm stand, dann umfasste er ohne zu zögern mit den Händen die Oberarme seines Freundes. Er schaute Jim forschend in die Augen, sprach nichts. ,Sag' es doch einfach, Geliebter', dachte der Mensch, ,bitte sag' es.' Dann begann Spock zu sprechen. "Was ich dir jetzt sage, Jim, fällt mir nicht leicht. Aber es ist nicht mein Wunsch, dass du dich wieder so...schlecht fühlst wie damals. Deshalb habe ich beschlossen, diesmal offen mit dir zu sprechen...Freunde sollten immer offen sein zueinander..." Jim erstarrte. ,Was, wieso...' "Wir werden keine Liebesbeziehung miteinander eingehen. Alles wird bleiben, wie es ist, auf einer rein freundschaftlichen Basis. Keine...Küsse, keine Berührungen über das notwendige hinaus. Nichts, was für eine freundschaftliche Beziehung zu intim ist. Ich will mich diesen Emotionen nicht aussetzen. Kirk wurde schwindelig. "Spock, was...ihnen nicht AUSSETZEN?" Der Vulkanier löste die Hände von Jims Armen und drehte sich von ihm weg. "Ich will es nicht, Jim. Aber...ich will dich auch nicht anlügen, und deshalb..." Er drehte sich wieder um und schaute Jim in die Augen. "Meine Gefühle sind nicht anders als deine...und doch darf es nicht sein...Ich weiß, du verstehst den Grund nicht. Du sagtest mal zu mir ,Es ist unlogisch, wenn wir es beide wollen.' Doch es ist nur so, dass du die Logik nicht verstehst...." Er holte Luft, drehte sich wieder weg von seinem Freund. "Ich habe es mir nicht leicht gemacht, doch du hast erlebt, was Emotionen bewirken. Das war schon damals der Grund, deinen Wunsch nach einer Liebesbeziehung abzulehnen. Selenos und Simis haben sich geliebt, und doch ist ihre Beziehung gescheitert. An Selenos' intensiver Liebe gescheitert. Du siehst, wie Selenos leidet. Du selbst hast wie er seelische Schmerzen erlebt, wenn du jemand verloren hattest. Als Surak damals seine Philosophie der Beherrschung der Emotionen durchsetzte, wusste er sehr genau, weshalb er auch bei der Liebe keine Ausnahme zuließ und auch deshalb werden Ehen auf Vulkan meistens auf andere, pragmatischere Weise begonnen. Liebe kann eine angenehme Emotion sein...dessen bin ich mir bewusst. Doch was kann sie außer dem Angenehmen noch bewirken? Eifersucht, Verlustgefühle, Ängste, am Ende sogar Hass. Auf Tribas konnte erst eine Naturkatastrophe die Auswirkung der Emotion Liebe stoppen. Sie hatte tausende Menschen und Vulkanier ihrer eigenen Gedanken beraubt. Du selbst hast den Schmerz gespürt und die Schatten erlebt, die von Emotionen ausgehen. Ich als Vulkanier erlebe Emotionen viel stärker als du. Deshalb will ich sie nur sehr begrenzt zulassen. Ich will mich selbst vor ihnen schützen. Ich habe die Auswirkungen verschiedener Emotionen erlebt......und aus diesem Grund will mich ihnen nicht aussetzen. Ich kann mir vorstellen, wie du dich jetzt fühlst, Jim. Es...tut...mir leid...aber glaube mir, es ist besser so." "Spock", flüsterte Jim, Wut und Tränen kaum noch zurückhaltend. "Du kannst das doch nicht ernst meinen. So einen Unsinn habe ich noch nie gehört. Du weißt doch, was Liebe ist...Du hast Angst vor deinen Gefühlen, ich fasse es nicht. Und deshalb willst du mir, willst du uns, das antun?" Jim wandte sich zur Tür, drehte sich noch einmal zurück und stellte mit mühsam beherrschter Stimme nur eine Frage. "Sage mir, mein Freund, worauf du wartest. Wartest du auf jemanden, den du nicht liebst, damit du dich nicht der Liebe AUSSETZEN musst? Wenn du eines Tages eine Beziehung eingehst, dann mit jemandem, der deine Emotionen und deine Seele nicht berührt?" Weiter: Teil 7 Titel: Die Legende vom Lichtgefährten Kapitel 7 von 9 Autor: Liliane Romano Serie: Star Trek TOS Paarung: K/S, S/m, K/m First Time Rating: NC17, ein bisschen Dies ist eine homoerotische Liebesgeschichte. Wer unter 18 ist oder homoerotische Erzählungen nicht mag, sollte bitte nicht weiterlesen. Zusammenfassung: Eine alte vulkanische Legende erwacht zum Leben und ein emotionaler vulkanischer Dichter hilft Kirk und Spock sich zu finden. Feedback: Ja. Hier oder liliane_romano@yahoo.de Archiv: Ja Beta: T'Sihek. Nach ihren Hinweisen - vielen Dank dafür! - habe ich nach der Erstveröffentlichung das eine oder andere nochmal korrigiert. Disclaimer: Das Star Trek Universum gehört mir nicht und ich verdiene damit kein Geld. Ich spiele nur ein bisschen mit den sexy Jungs und den netten Mädels die dort wohnen. Ich schreibe nur zum Spaß und will keine Rechte verletzen. Kapitel 7 "Jim." Spocks Stimme hielt ihn auf, aber er wandte sich nicht um. Er wollte nur noch schnell weg von ihm, weg von dem Mann, den er liebte, von dem er Nacht für Nacht träumte. Weg von dem Mann, der das selbe fühlte wie er und ihn trotzdem nicht wollte. War Spock klar, was er ablehnte? Wollte er wirklich keine Liebesbeziehung mit dem Mann, den er liebte? "Jim.." Kirk schaute Spock noch immer nicht an, als er mit leiser bitterer Stimme fragte: "Was ist, Spock? Willst du mir sagen ,Lass uns einfach Freunde sein'?" Kirk verkrampfte die Finger am Türrahmen. "Wir sind Freunde und wir werden es immer sein. Doch wie viel mehr wert ist eine intime Beziehung mit dem Mann, den du liebst und begehrst?" Spock legte seinem Freund zögernd die Hand auf die Schulter. Doch er zog sie schnell wieder weg, als er merkte, wie Jim sich verkrampfte. "Ich hatte nicht erwartet, dass du es verstehst, T'hy'la." Kirk fuhr herum, funkelte ihn wütend an. "Nenn mich nicht t'hy'la, wenn du mich zurückweist!" Spock zuckte zusammen. Jim senkte den Kopf. "Bitte entschuldige, Spock. Es ist selbstverständlich deine Entscheidung, gleich, ob ich sie verstehe oder nicht." Spock nickte ruhig. "Kommst du noch einmal mit herein? Ich war noch nicht zu Ende." Er sah seinen Freund sanft an. Kirk nickte und folgte Spock wieder in dessen Kabine. Die Tür schloss sich hinter ihnen und Spock zog Kirk behutsam an sich. Er zögerte nicht bei seiner Umarmung, doch Jim konnte die Berührung des geliebten Freundes nicht genießen. "Deine Herablassung brauche ich nicht." Der Vulkanier löste die Umarmung, legte die Hände auf den Rücken. Spocks Stimme wurde leise. "Ich habe dich nicht aus Herablassung umarmt." Kirk holte tief Luft, schüttelte den Kopf. "Du liebst mich." "Ja, Jim", flüsterte der Vulkanier. "Deshalb willst du keine Beziehung mit mir." "Keine intime Beziehung." "Du hast Angst davor." "Ich habe dir meine Gründe erklärt." "Ich hoffe, du erkennst bald wie unlogisch du handelst." "Du hast keine Ahnung von Logik, Jim." Über Kirks Gesicht huschte ein gequältes Lächeln. "Mag sein, Spock. Aber es geht hier nicht um Logik, es geht um Liebe." Er schaute seinen Freund traurig an und unterdrückte den Impuls ihn zu berühren. Wieder flüchtete er aus Spocks Nähe. °°°° Jim betrat seine Kabine, in der ihm sofort der wegen einer Nachricht blinkende Computer ins Auge fiel. Er stellte überrascht Spock als Absender fest, den er erst vor wenigen Minuten verlassen hatte. Der Vulkanier bat ihn um vier freie Stunden, wegen der Konzentration auf eine dringend notwendige Meditation. Kirk seufzte und bejahte die stumme Anfrage mit einem Knopfdruck. ,Ach Spock, willst du die unerwünschten Emotionen in dir unter Kontrolle bringen, sie aus deiner Seele verbannen? Es gibt doch eine viel angenehmere Möglichkeit, mit ihnen umzugehen...' Kirk wusste, er benötigte selbst ein Ventil für die Gefühle, die ihn seit Tagen in Anspruch nahmen. Er beschloss, sich für eine Weile beim Sport auszutoben, bevor er seine Pflichten wahrnahm, zog sich um und begab sich zum Freizeitdeck. °°°° Selenos sah seine Schwester unwillig an. "Du hattest das nicht zu entscheiden. Ich wollte den "Lichtgefährten" jetzt noch nicht veröffentlichen." "Ich glaube, du wolltest ihn nach Simis' Tod überhaupt nicht mehr veröffentlichen. Aber unsere Heimatwelt braucht ihn, jetzt, wo sich die Legende als wahr erwiesen hat, erst recht. Das ist der Grund, aus dem ich dein Werk nach Vulkan übermittelt habe." "Aber du hast doch hoffentlich nicht auch noch einen Bericht über das Planetenbewusstsein nach Vulkan gesendet!" "Nein. Das würde gegen die Sternenflottenregeln verstoßen." "Es existieren auch logische Regeln über die Urheberschaft geistiger Werke." "In diesem Fall hielt ich einen Verstoß für richtig. Im ,Lichtgefährten' geht es weder um Regeln noch um Logik. Du weißt, was Vulkan braucht und der ,Lichtgefährte' ist ein Teil davon." T'Adrana blickte ihren Bruder provokativ an. "Vor einigen Tagen war dir noch klar, wie bedeutend dein Werk ist. Deine grandiose Poesie hätte auf Vulkan sogar dann eine beachtliche Wirkung, wenn in den letzten Tagen alles anders gekommen wäre, wenn sich die Legende nicht unerwartet manifestiert hätte. Du wünschst dir Änderungen in der offiziellen, vulkanischen Philosophie und in diesem Punkt sind wir beide uns seit langem einig." "Es war nicht mein Ziel Vulkan zu verändern, als ich die Poesie zur Lichtgefährten-Legende schrieb." "Unser Heimatplanet wird sich aber verändern. Dank deinem Werk. Es wird nicht lange dauern, bis die Vulkanier erkennen, dass es mehr gibt als Logik. Liebe vor allem, und damit meine ich nicht Liebe, die sich beschämt verbirgt. Ich meine Liebe, die offen als Liebe hervortritt..." T'Adrana unterbrach sich, als sie Captain Kirk kommen sah. Jim hatte von dem Gespräch der Geschwister nichts mitbekommen. Sie begrüßten einander und dann ließ T'Adrana die beiden Männer allein. Selenos stand, in heller Sportkleidung, vor einem Boxsack. "Ich habe vorhin eine Meditation versucht, ich verspürte eine Art Zwang dazu, was ich vorher gar nicht kannte, aber es blieb bei dem Versuch. Da beschloss ich, meine unkontrollierten Emotionen an diesem Ort loszuwerden. Eine nützliche Maßnahme, wenn nur Wut das Problem wäre. Doch um mit dem Tod meines Geliebten fertig zu werden, wird sie nicht genügen. Heute Nachmittag werde ich es noch einmal versuchen, ganz langsam, Schritt für Schritt, Ebene für Ebene. Ich bin nicht geübt im Meditieren und so werde ich wohl erst am späten Abend, wenn überhaupt, ein Ergebnis erzielen." "Dafür ist im Moment keine Zeit. Ein Shuttle mit Ihren Schwiegereltern an Bord wird in acht Stunden die Enterprise erreichen." Selenos riss die Augen auf. "Meine Schwiegereltern? Seit wann wissen Sie das schon, Jim?" Kirk zuckte mit den Schultern. "Seit gestern Abend. Ich hielt es aber nicht für eine gute Idee, Ihnen das sofort mitzuteilen. Ihr...Befinden war nicht dem entsprechend." Der Vulkanier drehte sich wieder zu dem Boxsack, drosch auf ihn ein, als wolle er ihn für sein Befinden verantwortlich machen. Doch nach ein paar Schlägen stoppte er, zog sich die Handschuhe aus und warf sie weg. "Heute fühle ich mich auch nicht besser. Ich brauche die Meditation, aber ohne Hilfe werde ich es wahrscheinlich so oder so nicht schaffen." Selenos' Augen schlossen sich für einen Augenblick. "Ich möchte meinen Schwiegereltern nicht begegnen, wir verstanden uns nie besonders gut. Die Mutter von Simis hat es nie verwinden können, dass ihr Sohn einen unbeherrschten Dichter als Partner gewählt hat. Sie wollte eine Frau aus höchsten Kreisen für ihn als Partnerin, vor allem wohl zu ihrem eigenen Vorteil. "Jim..", seine Stimme klang dunkel und ein wenig schüchtern, "bitte helfen sie mir, ich will Simis' Eltern nicht allein gegenübertreten. Ich fühle mich schuldig an seinem Tod." Jim nickte. "Natürlich. Ich bleibe bei Ihnen, wenn Sie ihnen gegenübertreten...Was ist denn mit Ihrer Schwester, sie bleibt doch sicher auch bei Ihnen?" "Ich hoffe nicht. Sie ist so etwas wie eine Revolutionärin, will das vulkanische Konzept der Beherrschung der Emotionen aufweichen, harmlos ausgedrückt. Meine Schwiegermutter entspricht ihrem genauen Gegenteil. Sie sind sich nur einmal, während unserer Bindungszeremonie, begegnet und nach nur einer Minute der Begegnung zwischen ihnen hielt ich es für angemessen, mit einem Nervengriff gegen T'Adrana den Tag meiner Hochzeit zu retten." Jim lachte. "Ich hatte noch keine Gelegenheit, T'Adrana besser kennen zu lernen. Liegt die Abneigung gegen vulkanische Traditionen in der Familie?" Es sollte ein Scherz sein, doch Selenos' Blick verfinsterte sich. "An diesem Thema sollten Sie nicht rühren, Jim." "Ich meinte meine Worte nicht provokativ und wollte nicht an einem verbotenen Thema rühren." "Ich weiß. Im Moment bin ich noch weniger als sonst Herr über meine Emotionen. Ich bitte Sie um Nachsicht für meine Reizbarkeit...u