Titel:              Just like a woman

Autor:            Lady Charena

Fandom:          Satanic – Ausgeburt der Hölle

Paarung:         Pearl/Slue, Weasel, Sunny Boy

Rating:            Travesty, Violence, PG-15

Beta:              T’Len

Archiv:           ja

 

Summe:           Slue hat vergessen seiner Holden ein Valentinstaggeschenk zu besorgen. Und wie alle Frauen nimmt Pearl eine solch schändliche Missachtung sehr ernst. Zur Freude von Weasel, der seiner Angebeteten näher zu kommen hofft...

 

Fortsetzung zu „Pech für Slue“

 

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen. Songtext von Bob Dylan.

 

Infos zu Satanic finden sich unter: http://tostwins.slashcity.net/pech.htm

 

 

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Nobody feels any pain
Tonight as I stand inside the rain
Ev'rybody knows
That Baby's got new clothes
She takes just like a woman, yes, she does
She makes love just like a woman, yes, she does
And she aches just like a woman
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Der Regen setzte ein, kaum dass er den letzten Pinselstrich gemacht hatte. Fluchend schleuderte Slue den Pinsel weg und warf ein Tuch über sein Bild, während er gleichzeitig die Staffelei nahm und damit Richtung Haus rannte. Die Vordertür war abgeschlossen. Wütend rüttelte er daran, doch die verdammte Tür wollte nicht aufgehen. „Pearl!“

 

Doch die Lady seines Herzens öffnete nicht. Slue wurde jetzt aber richtig sauer. Sein kostbares Gemälde samt Staffelei balancierend, umrundete er das Haus und wollte durch die Hintertür ins Trockene. Doch der Eingang wurde ihm ebenfalls verweigert. Er hämmerte gegen die Tür und versuchte, durch das kleine Fenster ins Innere zu spähen. Doch die weißen Spitzenvorhänge, die Pearl so entzückend fand, versperrten die Sicht. „Pearl!!“

 

Etwas bewegte sich in der Küche. Das konnte nur Pearl sein. Sie trug wieder diesen abscheulichen Fummel mit den großen orange- und pinkfarbenen Blüten. Er hasste es. Er hatte ihr gesagt, sie würde darin aussehen wie seine Mutter. Er hatte ihr gesagt, dass sie darin fett aussah. Pearl trug es trotzdem. Irgendeine verklemmte kleine Schwuchtel – und Pearl weigerte sich, Namen zu nennen – hatte ihr beim Einkaufen in Harmony gesagt, sie würde darin wie ein junges Mädchen aussehen. Pah! Die Zeiten waren ja wohl längst vorüber. Dieses Weib trieb ihn noch in den Wahnsinn. Er hätte ihr nie erlauben sollen, dieses verfluchte Balg zu behalten. Kaum war das Kind im Haus, war diese Schlampe wie umgewandelt. Nur noch Sonny hier und Sonny da. „Jetzt mach’ endlich diese verdammte Tür auf!“

 

„Fick dich ins Knie, Slue!“, kam von drinnen die Stimme seiner liebenden Frau.

 

Das brachte das Fass zum Überlaufen. Mit knallrotem Gesicht schleuderte Slue das Bild – Sonnenuntergang Nr. 53 – samt Staffelei in den Dreck und warf sein beträchtliches Gewicht gegen die Tür. Die leistete keinen nennenswerten Widerstand, sondern kapitulierte mit einem müden Ächzen. Slue stolperte in die Küche und wäre fast auf dem Fußboden gelandet. Als er sich aufrappelte, stand Pearl vor ihm, die Fäuste in die Hüften gestemmt. Sie war gerade damit beschäftigt gewesen, sich die Haare aufzudrehen und hatte den Mund voll mit diesen kleinen Plastikspießen, mit denen man die Lockenwickler feststeckte. „Hast du noch alle Tassen im Schrank, Weib?“, fluchte Slue und schüttelte sich.

 

Regenwasser spritzte in alle Richtungen und traf natürlich auch Pearl, die kreischend die Plastikspieße ausspuckte. „Du bist ein solches Schwein, Slue“, schimpfte sie. „Jetzt sieh’ dir meinen Fußboden an. Und erst die Tür! Es regnet ja rein. Mach’ das sofort zu! Mein kleiner Schatz erkältet sich ja.“

 

Slue schnaubte verächtlich. Es hatte mal eine Zeit gegeben, da hätte sie sich um ihn Sorgen gemacht. Trotzdem drehte er sich um und versuchte die schief und nur noch an einer Angel hängende Tür zu zu drücken. Nach einigem Schieben, Zerren und Fluchen hatte Slue sie soweit geschlossen, dass er den Riegel vorschieben konnte. Er schnüffelte. Es roch nach angebranntem Essen.

 

Pearl war inzwischen wieder in aller Ruhe damit beschäftigt, Lockenwickler in ihr Haar zu drehen, während sie gleichzeitig in einer Modezeitschrift las. Doch Slue hatte keine Absicht, das ganze einfach auf sich beruhen zu lassen. Er war hier der Herr im Haus und wenn die Schlampe mal wieder einer ihrer Launen nachhing, dann konnte er das nicht durchgehen lassen. Er schnappte sich Pearls Lektüre und schleuderte die Zeitschrift quer durch den Raum.

 

Pearl ließ einen Lockenwickler fallen. „Was soll das?“, fragte sie scharf.

 

„Ich will wissen, welcher Teufel dich geritten hat, alle Türen abzusperren, wenn ich ins Haus will“, grollte Slue.

 

„Ach das kannst du dir nicht denken, was?“, gab Pearl schnippisch zurück. „Wirf mal einen Blick auf den Kalender, du Schnarchnase.“

 

Kalender, hä? Was zur Hölle wollte sie jetzt schon wieder von ihm? Was hatte er vergessen? Ihr Geburtstag war es nicht. Den würde Slue nie vergessen. Im ersten Jahr ihres Zusammenlebens hatte er das getan und Pearl war mit dem Messer auf ihn losgegangen. Yeah, das war lange her, da war sie noch ein heißblütiger kleiner Teufel gewesen, nicht die quengelnde Schnepfe, die sie jetzt war. Es war wirklich an der Zeit, dass er sich nach etwas neuem umsah...

 

„Ich warte!“, drang Pearls keifende Stimme in seine Gedanken.

 

Slue zuckte mit den Schultern. Pearls Kinn begann zu zittern. Verdammt, jetzt würde sie gleich wieder die große Heularie anstimmen. Wie er das hasste!

 

Und schon kullerten die ersten Tränen über Pearls Wangen. „Du liebst mich nicht“, schluchzte sie. „Du hast den Valentinstag vergessen.“

 

Hölle und Verdammnis! „Jetzt hab dich nicht so, Weib.“ Slue kannte seine Pearl zu lange, um sich von ihr beeindrucken zu lassen. „Ich habe eben viel um die Ohren, da kann man nicht an alles denken.“

 

Ein empörter Blick traf ihn, die Tränenflut verstummte sofort. „Viel um die Ohren?“, wiederholte Pearl giftig. Sie stand auf und warf den Korb mit den Lockenwicklern um. Die bunten Plastikdinger rollten quer durch den Raum. „Ich habe dich in den letzten Tagen nichts anderes tun sehen, als mit deinen Kumpanen in der Kneipe zu sitzen und dich zu betrinken! Nicht ein einziger verdammter Kunde war in dieser Woche hier! Und da willst du mir sagen, du warst beschäftigt? An mir bleibt doch die ganze Arbeit hängen. Ich habe ein großartiges Dinner für uns beide gekocht. Und ich muss mich schließlich um Sonny kümmern!“

 

„Du wolltest das Balg ja unbedingt.“ Slue mochte es nicht, wenn sie versuchte, ihn in die Ecke zu drängen.

 

Pearl ließ die Lockenwickler Lockenwickler sein und nahm den Korb auf, in dem Sonny ungeachtet des Lärmens friedlich schlief – er war an Schreiereien und Streitereien seiner „Eltern“ inzwischen gewöhnt. „Jetzt wären wir also wieder bei diesem Thema“, zischte sie wütend. „Du solltest dir ein Beispiel an Weasel nehmen“, schleuderte sie Slue an den Kopf. „Er war heute hier und er hat mir ein Geschenk gemacht und er hat mit Sonny gespielt, während ich deine dreckige Unterwäsche gewaschen habe.“

 

„Er war WAS???“ Slue fühlte wie ihm das Blut in den Kopf schoss. Weasel! Wenn er dieses kleine Arschloch erwischte, würde er nichts zu lachen haben. Darum also hatte der Bastard sich verdrückt, um hier um seine Frau rumzuscharwenzeln. Sollte er ihn jemals bei irgendwas erwischen, würde er  dieser kleinen, schwulen Null die Eier abreißen und sie ihn fressen lassen!

 

Pearl warf den Kopf in den Nacken. „Weasel weiß, was sich gehört. Er ist ein Gentleman, ganz im Gegensatz zu dir.“ Sprach’s, nahm das Baby und stolzierte hocherhobenen Hauptes aus der Küche. Sollte Slue doch im eigenen Saft schmoren, so lange er wollte. Eine Nacht auf der Couch sollte ihn Besseres lehren, als sie zu vernachlässigen, dachte sie, als sie die Treppe hoch lief und die Schlafzimmertür hinter sich verriegelte.

 

 

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Nobody has to guess
That Baby can't be blessed
Till she sees finally that she's like all the rest
With her fog, her amphetamine and her pearls.
She takes just like a woman, yes, she does
She makes love just like a woman, yes, she does
And she aches just like a woman
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Pearl summte leise vor sich hin, während sie das Morgenfläschchen für ihren kleinen Schatz bereitete. Es war keine Spur von Slue zu entdecken gewesen, als sie nach einer ungestörten Nacht nach unten ging. Sein Wagen stand nicht in der Einfahrt, vermutlich war er zu einem seiner Kumpel gefahren – oder zurück in die Kneipe, aus der er gekommen war. Was interessierte sie das schon. Slue konnte wohl kaum erwarten, dass SIE sich um IHN Sorgen machte, nach allem, was er ihr angetan hatte! Pearl steckte sich ihre Morgenzigarre an und begann damit, den angekohlten Braten vom Vorabend aus der Form zu kratzen.

 

Sonny quengelte, er hatte Hunger. Pearl nahm das Fläschchen aus dem Wasserbad und prüfte, ob es nicht zu heiß war, dann holte sie ihren Schatz aus dem Korb und fütterte ihn. Zu schade, dass Slue ihre Brüste kaputtgemacht hatte, sie hätte Sonny so gerne weiter gestillt. Als Sonny satt war, trug sie ihn ein Weilchen umher, damit er einschlafen würde und summte ein Wiegenlied für ihn.

 

Pearl öffnete einen Schrank und betrachtete liebevoll die aufgereihten Flaschen und Gläser. Was konnte sich eine Frau mehr wünschen. Ihr Blick glitt unentschlossen über die rosa Pillen, dann zu den goldfarbenen schimmernden Kügelchen – oder doch lieber die hellblauen Tabletten? Eigentlich war die Farbe egal, sie hatten alle die gleiche Wirkung – sie machten sehr, sehr glücklich. Eigentlich hatte sie ja beschlossen auf die kleinen Glücklichmacher zu verzichten, seit sie Sonny hatte. Aber es ging ihr heute wirklich nicht gut, nachdem Slue sie so abscheulich behandelt hatte. Schließlich nahm sie das neue Glas mit den orangefarbenen Kapseln – Weasel hatte es erst vor kurzem von einem Raubzug mitgebracht. Er war überhaupt so gut zu ihr, ein richtig guter Freund. Und er sorgte dafür, dass ihr die kleinen Muntermacher nie ausgingen.

 

Sonny grabschte mit seinem kleinen Patschehändchen danach und gurgelte etwas in seiner Babysprache. Pearl lachte und tätschelte ihm zärtlich die Wange. „Wenn du groß bist, darfst du Mamis kleines Geheimnis der guten Laune auch kennen lernen, mein Schätzchen.“ Sie schluckte zwei der Kapseln, spülte mit einem Glas Wein nach und setzte sich dann mit dem Baby in den Schaukelstuhl.

 

Vor sich hinsingend, von ihrer glanzvollen Tanzkarriere träumend, die sie für Slue aufgegeben hatte, schaukelte sie den ganzen Vormittag lang vor sich hin. Von Zeit zu Zeit streichelte sie gedankenverloren die Perlenkette, die Weasel ihr geschenkt hatte, mit der gleichen Zärtlichkeit wie das in ihrem Arm schlafende Baby.

 

* * *

 

„Pearl, mein Engel? Bist du Zuhause?“ Weasel hatte sich vorher gründlichst versichert, dass Slue nicht da war. Er schob sich ins Wohnzimmer. „Huhu? Schönste? Ich bin es.“ Nach all den Jahren schien es, als habe seine Göttin endlich das fette Schwein satt bekommen und Weasel sah seine Chance kommen. Er war es schließlich, der seit dem ersten Moment den Boden anbetete, über den seine Göttin wandelte und sich nach dem Staub auf ihrem Rocksaum verzehrte. Das Baby hatte ihm letztlich die entscheidenden Pluspunkte eingebracht, davon war Weasel überzeugt. Auch wenn Slue ihn fast erwürgt hätte.

 

Weasel kicherte leise vor sich hin, als er das Wohnzimmer durchquerte und in die Küche sah. Er trat neben den Schaukelstuhl und betrachtete seine Angebetete. Was für ein hübsches Bild sie doch mit dem Baby im Arm abgab.

 

Pearl schlug die Augen auf und lächelte träumerisch. Ihre Pupillen waren zu winzigen Punkten zusammengezogen, die fast völlig in der samtbraunen Iris verschwanden. „Hallo, Weasel“, flüsterte sie.

 

„Hallo, meine Göttin.“ Weasel grinste. „Geht es dir gut?“

 

Pearl nickte lächelnd und schloss die Augen wieder. „Mir geht es phantastisch.“ Sie summte vor sich hin. „Weißt du eigentlich, dass ich eine Ballerina hätte werden können? Aber wir hatten kein Geld für meine Ballettstunden und Mama hat es mir verboten.“

 

„Aber du bist so graziös und elegant wie eine Ballerina.“ Weasel nahm ihr das Baby ab und legte es in seinen Korb. Er würde sich nach einer Wiege umsehen, immerhin fühlte er sich für Sonny ein wenig verantwortlich. Hatte er doch schließlich das Baby angeliefert. Wie der Klapperstorch. Weasel kicherte.

 

Pearl schlug die Augen auf und sah ihn fragend an.

 

„Nichts Wichtiges, meine Schöne. Träum’ nur weiter.“

 

Lächelnd schloss sie die Lider wieder und begann erneut leise vor sich hin zu singen.

 

Weasel sah, dass der oberste Knopf ihres Kleides offen war. Nun, gab es eine günstigere Gelegenheit? Er ließ seine flinken Finger seinem Blick folgen und knöpfte zwei weitere Knöpfe auf. Er beugte sich tief über seine Angebetete und atmete ihr berauschendes Parfüm tief ein. Die Perlen, die er für sie gestohlen hatte, schimmerten auf ihrer blassen Haut. Weasel drückte seine Lippen auf ein Fleckchen Haut dicht über Pearls Schlüsselbein...

 

Pearl bewegte sich und seufzte leise. Zu Weasels grenzenlosem Entzücken spürte er ihre Hand an seinem Bein, dann über den Schritt seiner engen Jeans. Ihre Finger mit den langen roten Nägeln schlossen sich um seinen Schwanz, der sich deutlich abzeichnete.

 

„Wenn du deine Spielsachen in unbeschädigtem Zustand halten willst, du kleines Miststück, dann hebst du jetzt ganz langsam den Kopf an.“ Pearls Stimme hatte noch immer den gleichen liebenswürdigen Klang wie zuvor.

 

Allerdings war der Druck, den sie auf sein bestes Stück ausübte, alles andere als liebenswürdig. Weasels Grinsen verblasste und er hob hastig den Kopf. Pearl drückte noch ein wenig fester zu und Weasel winselte leise.

 

„Fass’ mich noch einmal an und ich schneide dir die Eier ab.“ Mit dieser innigen Ankündigung ließ Pearl Weasel los.

 

Der wich sofort von ihr zurück. „Aber ich dachte... nur... meine Göttin...“

 

„Du musst das so sehen, Weasel...“ Pearl begann wieder zu schaukeln. „Ich rette dir nur das Leben. Slue würde dich umbringen, wenn er wüsste, was du gerade getan hast.“

 

Weasel wechselte erneut die Farbe. Er hatte schon zu oft von Slues Wut gekostet, um ihre Worte so einfach als leere Drohung abzutun. „Ich... ähem... ich wollte eigentlich nur wissen... ob du... ob du irgendwas brauchst. Für das Baby oder so.“

 

Pearl lächelte. „Oh, das ist soooo nett von dir, Liebling. Aber ich habe alles, was ich brauche.“

 

„Na gut... dann gehe ich besser wieder.“ Weasel entfernte sich rückwärtsgehend von ihr.

 

Pearl winkte ihm nach, bis er außer Sicht geriet. Als sie draußen vor dem Haus das Motorrad anspringen hörte, lehnte sie sich mit einem zufriedenen Aufseufzen in ihrem Stuhl zurück und sah liebevoll auf das Baby. „Ist das nicht schön?“, fragte sie das schlafende Kind. „Deine Mami ist immer noch eine begehrenswerte Frau.“

 

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I was hungry and it was your world.
Ah, you fake just like a woman, yes, you do
You make love just like a woman, yes, you do
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Ende