Titel: Woke Up This Morning

Autor: Lady Charena
Fandom: SK Kölsch

Spoiler: Staffel 1+2

Paarung: Jupp Schatz, Klaus Taube
Rating: PG, short

Beta: T'Len
Archiv: ja

Summe: Klaus zieht seine Konsequenzen.

 

Langsam werden Fortsetzungen, die ich nicht schreiben wollte, zur Gewohnheit…

Fortsetzung zu „For The Comfort Of Ignorance“, “The Day After” und “You killed me with your kiss”.

 

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen. Lyrics von Nickelback

 

 

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Now I know why I hide my love from you somedays
No I don't mind keeping this bottled inside me
You came along, and tore this world out around me
Looks like you found me
Now I know why
I felt like shit when I woke up this morning
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Ihm war nicht nach Frühstück. Und eigentlich hätte er sich jetzt auf den Weg ins Büro machen sollen. Statt dessen stand er in der Küche, wie ein Tier, das sich in seinem Bau verbarg... wie ein verwundetes Tier, die Wunden leckend. Er nahm Jupps Kaffeebecher und begann ihn automatisch abzuwaschen, trocknete ihn ab, stellte ihn zurück auf den Tisch. Dann setzte er sich und wartete. Ohne genau zu wissen, worauf. Ohne zu hinterfragen, warum.

 

Nach einer Weile war auf dem Flur Jupps Stimme zu hören, kurz darauf trat sein Partner in die Küche. Er kratzte sich am Kopf, blickte Klaus an, zuckte mit den Schultern.

 

Taube stand auf, nahm den Kaffeebecher und trat an die Spüle, begann ihn auszuwaschen. „Wie geht’s Flo?“, fragte er, während er das Wasser abdrehte und nach dem Geschirrtuch griff.

 

Jupp lehnte sich neben ihn an die Arbeitsfläche, den Blick in die entgegengesetzte Richtung gerichtet. „Ich hab ihn wieder ins Bett gesteckt und bei der Schule krank gemeldet.“ Er beugte sich vor, stützte die Hände auf die Knie. „Verdammt, hatte ich einen Schiss, als ich ihn nicht finden konnte. Wie damals nach der Explosion im Roxy. Mir ist echt flau geworden.“

 

„Es ist doch alles gut gegangen“, erwiderte Klaus leise, sich der Dürftigkeit seiner Worte bewusst. „Du hast ihn wieder.“

 

„Ja. Gott sei Dank. Und dir.“ Jupp holte tief Luft, richtete sich auf und rieb sich mit beiden Handflächen übers Gesicht. „Gib’ mir noch fünf Minuten für eine Tasse Kaffee, dann fahren wir ins Büro.“

 

„Warum nimmst du dir nicht heute frei? Verbring’ den Tag mit Florian, unternimm’ irgendetwas mit ihm, das ihn ein wenig ablenkt.“ Klaus stellte den Kaffeebecher auf die Arbeitsfläche und schob ihn Jupp zu. Er hängte das Geschirrtuch ordentlich zum Trocknen auf, bevor er weitersprach: „Ich kläre das schon mit Haupt.“

 

„Ich weiß nicht.“ Jupp schob den Becher auf der Arbeitsfläche hin und her. Bis auf das leise kratzende Geräusch, das dabei entstand, war es still in der Küche. „Was soll ich Flo denn sagen? Wie soll ich ihm helfen? Ich kann doch selbst nicht wirklich damit umgehen, dass sie nicht mehr da ist.“ Er schwieg einen Moment. „Ich frage mich, wie lange es dauern wird, bis ich ihre Stimme vergessen habe.“

 

„Dafür gibt es keine... Regeln, keine Verhaltensbeispiele. Versuch’ doch einfach nur, ihm zuzuhören.“ Klaus nahm den Becher und hielt ihn unters heiße Wasser.

 

Jupp griff rüber und drehte den Wasserhahn zu. „Wie oft willst du den Becher noch spülen?“, fragte er leise. „Ist doch sauber.“

 

„Das ist mir gar nicht aufgefallen.“ Klaus sah den Becher an, als sehe er ihn zum ersten Mal bewusst. „Ich war ganz in Gedanken.“

 

Jupp nahm ihm den Kaffeebecher aus der Hand. „Ich hab gehört, was du zu Flo gesagt hast. Das hätte ich nie so hinbekommen. Dafür... dafür wollte ich dir danken“, sagte er leise. „Du findest wirklich immer die richtigen Worte.“

 

„Nicht immer.“ Klaus griff nach dem Geschirrtuch und trocknete seine Hände ab. „Ich weiß nicht... ich weiß nicht, was ich zu dir sagen soll.“

 

Jupp wandte sich von ihm ab, starrte aus dem Fenster, gegen die Anrichte gelehnt. „Soll ich dich ins Büro fahren?“, fragte er, ohne auf Klaus Worte einzugehen. „Dann spreche ich selbst mit Haupt wegen eines freien Tages.“ Mit einer Grimasse blickte er auf den Kaffeebecher, den er nach wie vor in den Händen hielt. Fast wie ein Talisman. Komischer Gedanke. Er stellte ihn weg. Dabei streifte sein Arm Klaus Hand und er sah auf, sah ihn an.

 

„Jupp, ich...“, begann Taube, doch er unterbrach sich, als sein Partner die Hand auf seinen Arm legte.

 

„Ich weiß“, sagte Jupp. „Ich bring das mit Flo in Ordnung und ab morgen kannst du dich wieder hundertprozentig auf mich verlassen. Ich weiß auch, dass ich das nie wieder gutmachen kann, was du für uns beide getan hast. Für mich.“

 

Klaus blickte ihn an – er lächelte, doch es wirkte alles andere als fröhlich. „Du bist...“ Er schüttelte den Kopf, sah wieder weg. „Du musst frischen Kaffee machen, wenn du noch welchen willst. Der von heute morgen ist kalt.“ Er zog seinen Arm weg, ging um Jupp herum und verließ die Küche.

 

Schatz machte eine Bewegung, als wollte er ihn aufhalten – doch er sagte nichts. Alles was er tat, war langsam die Küchentür zu schließen, die Klaus offen gelassen hatte. Er lehnte sich mit dem Rücken dagegen, ließ den Kopf in den Nacken sinken, fuhr sich durch die Haare und seufzte.

 

Auf der anderen Seite wandte Klaus sich der Tür zu, legte beide Handflächen gegen das kühle Holz und drückte für einen Moment die Stirn dagegen. Er hatte einen Anflug von Panik nieder zu kämpfen. Spürte, wie ihm die Situation langsam über den Kopf wuchs. Seine eigenen Gefühle waren ihm fremd geworden. Er war sich selbst fremd geworden. Gott, er musste von hier weg. Zumindest für ein paar Tage, um sich über einiges klar zu werden. Seufzend stieß er sich von der Tür ab und ging in sein Zimmer, um sich fürs Büro fertig zu machen.

 

 

Ende