Titel: Wochenend Speciale
Autor: Lady Charena
Fandom: House, MD
Charaktere: House/Wilson, Cuddy
Thema: # 007. Tage
Word Count: 754
Rating: PG, slash
Anmerkung des Autoren: Vielen Dank an T’Len für’s betalesen.

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.



„Leg’ einen Zahn zu, da ist Cuddy.“ Wie immer bei solchen Gelegenheiten bewegte sich House mit überraschender Geschwindigkeit, den überraschten Wilson im Schlepptau.

„House, das ist kindisch“, zischte Wilson, als er beinahe stolperte. Nur House Hand um seinen Arm bewahrte ihn vor einem Sturz – bei dem sie womöglich beide auf dem Flurboden gelandet wären. „Wir sind so oder so zu spät dran und es ist...“

Lisa Cuddy trat ihnen in den Weg. „Das ist völlig richtig“, sagte sie kühl – sie hatte die letzten Worte Wilsons mitangehört. Sie musterte den Onkologen. „Nun, ich bin das von ihm gewöhnt“, meinte sie mit einem Nicken in House Richtung. „Aber ich finde es erstaunlich, dass er Sie mit seiner Unpünktlichkeit angesteckt hat.“

„Guten Morgen, Dr. Cuddy“, sagte House mit honigsüßer Stimme. Er ließ Wilsons Ärmel los und stützte sich übertrieben schwer auf seinen Stock. „Sie sollten nicht so hart zu Jimmy hier sein“, fuhr er fort. „Seine Frau hat die Scheidung eingereicht und er hat das ganze Wochenende damit verbracht, zu trauern.“

Cuddy musterte Wilson, der rot angelaufen war und wütend „House“ zischte. „Ich bin überzeugt, Sie sind ihm hilfreich zur Seite gestanden.“

„Natürlich.“ House ignorierte das sichtliche Unbehagen seines Freundes. Er setzte eine übertrieben nachdenkliche Miene auf und tippte mit dem Zeigefinger gegen sein Kinn. „Wilson und ich waren in dieser neuen Bar.“ Er schüttelte den Kopf und seufzte. „Tja, wir werden uns dort nicht mehr sehen lassen können.“

„House!“, kam es warnend von Wilson.

Er senkte die Stimme zu einem verschwörerischen Flüstern und neigte sich zu Cuddy. „Sehen Sie, er hat sich ganz fürchterlich betrunken, mich eine halbe Stunde lang befummelt und sich dann auf den mechanischen Bullen übergeben.“

Lisa Cuddy sah ihn einen Moment fassungslos an, dann nahm ihr Gesicht den üblichen Ausdruck toleranter Resignation an. Sie warf Wilson einen entschuldigenden Blick zu. „Das klingt wirklich nach einem... amüsanten... Wochenende.“ Das Gesicht des Onkologen nahm langsam wieder einen normaleren Farbton an, nachdem er mehrmals zwischen rot und weiß gewechselt hatte. „Ich hoffe, Sie kommen zum Boardmeeting heute Nachmittag pünktlich.“

„Das werde ich“, entgegnete Wilson etwas gepresst.

„Gentlemen, ich denke Sie haben beide Patienten, die warten. Da möchte ich Sie nicht weiter aufhalten.“ Mit einem Nicken kehrte Lisa Cuddy in ihr Büro zurück.

Wilson folgte House, der auf den Lift zu ging. „Was zum Teufel fällt dir ein, so etwas zu behaupten?“, fragte er ärgerlich. „Was muss sie jetzt von mir denken?“

„Beruhige dich. Sie hat mir kein Wort geglaubt.“ House grinste, als er mit seinem Stock den Rufknopf des Lifts betätigte. „Aber stell’ dir nur ihren Gesichtsausdruck vor, wenn ich ihr gesagt hätte, was wir wirklich die letzten drei Tage gemacht haben.“ Die Lifttüren öffneten sich und House humpelte in die Kabine.

Wilson folgte ihm. „Das... das würdest du doch nicht tun?“, fragte er verunsichert, als er sich gegen die Wand der Kabine lehnte. „Oder? Greg? Du hast mir versprochen, diskret zu sein. Ich meine, zumindest vorerst. Bis mit Julie alles geklärt ist. Greg?“

„Keine Panik, Jimmy. Das hebe ich mir für eine besondere Gelegenheit auf.“

„Bitte, kannst du einmal ernst sein?“

House wandte sich ihm mit einer Grimasse zu, doch als er Wilsons Gesichtsausdruck sah, drückte er auf den Knopf, der den Lift anhielt. „Ich werde nicht lügen, James“, erwiderte er. „Aber ich habe auch nicht vor, dich in der Halle zu küssen.“ Er grinste. „Obwohl es eine reizvolle Idee ist. Die ganzen Krankenschwestern würden...“ Er wurde wieder ernst, als Wilson eine resignierte Miene aufsetzte und beugte sich vor, um ihn zu küssen. „Okay? Ich habe nicht vor, dieser Hexe irgendwelche Munition zu liefern, die sie bei der Scheidung gegen dich verwenden kann.“ Er streckte die Hand aus und ließ seine Finger liebkosend über die Wange des jüngeren Mannes gleiten. Wilsons Augen weiteten sich bei der unerwarteten – und eigentlich eher untypisch zärtlichen – Geste. „So lange du weißt, dass du mir gehörst, ist es mir egal, ob es sonst jemand weiß.“

Bevor Wilson eine Antwort darauf gefunden hatte, wandte sich House bereits ab und brachte den Lift zur Weiterfahrt. Einen Moment darauf erreichten sie ihr Stockwerk und er folgte House aus der Kabine. „Greg?“

House warf ihm einen fragenden Blick über die Schulter zu, die Hand bereits an der Tür zu seinem Büro.

„Danke“, sagte Wilson.

House lächelte. Dann blitzte es in seinen blauen Augen auf. „Du kannst mir heute Abend zeigen, wie dankbar du mir bist“, meinte er mit einem übertrieben lüsternen Grinsen.

Wilson lachte unwillkürlich und rieb sich den Nacken, bevor er sich kopfschüttelnd abwandte, um zu seinem eigenen Büro weiter zu gehen.


Ende