Frohe Steinnachten

T’Len

2006

 

 

 

Fandom: Familie Feuerstein

Charaktere: Fred, Wilma und Pebbles Feuerstein, Barney, Betty und Bamm-Bamm Geröllheimer

Kategorie: G, Humor

Feedback: tlen11@freenet.de

Summe: Fred und Barney brauchen Geld für Weihnachten.

 

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen. Vielen Dank an Lady Charena fürs Beta.

 

 

 

„Bald nun ist Steinnachtszeit, fröhliche Zeit“, sang Barney Geröllheimer fröhlich vor sich hin, während er mit seinem Freund Fred Feuerstein von der Arbeit nach Hause fuhr.

 

„Sei bloß still“, knurrte Fred und drückte ärgerlich auf die Vogelhupe, als vor ihm ein Wagen scharf nach links abbog ohne vorher zu blinken.

 

„Bist du heute wieder brummig“, beschwerte sich Barney. „Ich liebe Steinachten. All die leckeren Plätzchen, die Betty backt und wie schön das Haus duftet, nach Kerzen und Tannengrün“, schwärmte er.

 

„Und Schwiegermutter kommt wieder zu Besuch und beklagt sich, dass ich immer noch nicht Millionär geworden bin“, setzte Fred die Aufzählung missmutig fort. „Ich weiß nicht, was ich Wilma schenken soll. Am Ende mache ich es ihr doch wieder nicht recht, sie weint und das ganze Fest ist verdorben. Außerdem hat Mr. Schiefer schon wieder das Steinnachtsgeld gekürzt.“

 

Barney seufzte. „Ein bisschen Extra-Kies könnte ich auch gebrauchen, damit ich Betty und Bamm-Bamm was Schönes kaufen kann.“

 

„Halt an!“, rief er plötzlich und Fred trat so kräftig auf die Bremse, dass Barney fast aus dem Wagen geflogen wäre.

 

„Was ist los?“, fragte Fred, das verärgerte Hupen der Fahrzeuge hinter sich ignorierend.

 

„Ich hab's“, rief Barney und deutete auf ein Schild auf der anderen Straßenseite. „Das Felsental Shoppingcenter sucht stundenweise einen Steinnachtsmann samt Gehilfen“, stand dort vor dem großen Einkaufszentrum. „Wir könnten uns doch nach Feierabend ein bisschen Schotter dazuverdienen.“ Er musterte Fred von der Seite her. „Die richtige Figur für einen Steinnachtsmann hast du auf jeden Fall schon.“

 

„Haha, sehr witzig“, antwortete Fred.

 

///

 

„Es war eine blöde Idee von dir, echt saublöde“, schimpfte Fred am nächsten Tag, während er versuchte, sich in einen roten Mantel zu zwängen.

 

„Was sollen wir bloß sagen, wenn man fragt, wo wie waren?“

 

„Wieso?“, wunderte sich Barney. „Heute ist doch unser Wasserbüffelvereinsabend. Morgen würden wie zum Bowling gehen und übermorgen zum Skat. Betty und Wilma werden uns also gar nicht vermissen.“

 

„Ich red’ doch nicht von unseren Frauen, ich meine unsere Kameraden. Was sagen wir ihnen?“, erwiderte Fred und zerrte an seinem Mantel, der partout nicht zugehen wollte.

 

„Hihi, du bist selbst für den Steinnachtsmann zu dick“, kicherte Barney.

 

„Sehr witzig.“ Fred war nicht zum Scherzen aufgelegt. „Hilf mir lieber hier herein.“

 

Gemeinsam schafften sie es schließlich mit aller Kraftanstrengung, den Gürtel zu schließen, gerade rechtzeitig als ihr Boss hereinkam. „Seit ihr Witzfiguren endlich fertig?“, fragte er missmutig. Fred und Barney kam der Mann irgendwie bekannt vor.

 

„Mr. Schiefer“, las Barney auf dem Namensschild. „Haben Sie zufällig einen Verwandten, dem ein Steinbruch gehört?“

 

„Mein Cousin“, erwiderte Mr. Schiefer. „Wieso?“

 

„Unser Boss“, erklärte Fred. „Wir werden ihn morgen früh schön von Ihnen grüßen.“

 

„Bloß nicht“, wehrte Schiefer ab. „Ich kann den eingebildeten Schnösel nicht leiden.“ Er drückte Barney einen Sack in die Hand. „Nicht vergessen, nur ein Geschenk pro Kind. Wir sind ein Einkaufszentrum kein Wohltätigkeitsverein.“

 

„Jawohl, Mr. Schiefer“, sagten Fred und Barney in gewohnter Demut.

 

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„Was für eine blöde Idee“, schimpfte Fred eine Stunde später erneut, als gerade einmal keine Kinder zum Steinnachtsmann drängten. Er rieb sich die schmerzenden Beine, vor die die Kinder, wenn sie ungeduldig auf seinem Schoß hin und her rutschten, immer wieder traten. „Mir tut alles weh.“

 

„Was soll ich da sagen“, erwiderte Barney. Er streckte sich. Als Gehilfe des Steinnachtsmannes war es seine Aufgabe, die Kinder auf Freds Schoß zu heben und ihnen, nachdem sie dem Steinnachtsmann ihre Wünsche verraten hatten, wieder herab zu helfen sowie jedem ein kleines Geschenk – meist Süßigkeiten - aus seinem Sack zu geben. Manche Kinder waren fast größer als er. Das strengte ganz schön an. „Du kannst wenigstens sitzen, ich muss die ganze Zeit stehen.“

 

Fred schnappte sich Barneys Sack und angelte eine Zuckerstange heraus.


„Hey, lass das!“, rief Barney.
„Die sind für die Kinder.”

 

„Ich hab’ aber Hunger“, erwiderte Fred.

 

„Das wird Mr. Schiefer nicht gefallen.“ Barney brachte den Sack rasch wieder an sich, bevor Fred weitere Süßigkeiten stibitzen konnte.

 

„Papperlapapp, der Steinnachtsmann muss schließlich bei Kräften bleiben.“ Fred schob sich die Stange im Ganzen in den Mund und kaute begeistert.

 

„Was schenkst du eigentlich Wilma?“, wollte Barney wissen, um vom Thema Essen abzulenken.

 

„Weisch nischt“, nuschelte Fred. Er schluckte die Stange herunter. „Vielleicht den neuen, superschnellen Steinschnellkochtopf, der im Schaufenster steht.“

 

„Du denkst wirklich immer nur an das eine“, meinte Barney und kicherte.

 

„Ach, und was schenkst du Betty?“ Fred klang beleidigt.

 

„Weiß auch noch nicht“, räumte Barney ein. „Sie hat mal angedeutet, dass sie sich eine hübsche Brosche wünscht. Vielleicht finde ich da ja was.“

 

„Das kostet aber ne Menge Kies“, meinte Fred

 

„Wilma“, sagte Barney plötzlich.


„Was?“, fragte Fred.

 

„Da ist Wilma.“ Barney deutete zur Treppe. „Und Betty auch. Mit den Kindern.“

 

„Mist“, fluchte Fred. „Hoffentlich erkennen sie uns nicht.“


„Na dich bestimmt nicht, hinter deinem Bart“, meinte Barney

 

Die Frauen waren mit Pebbles auf dem Arm und Bamm-Bamm an der Hand mittlerweile nähergekommen. „Kuckt mal, der Steinnachtsmann“, sagte Wilma jetzt. Pebbles zappelte ungeduldig auf ihrem Arm. „Papa!“, rief sie.

 

„Och, wie süß, sie denkt der Steinnachtsmann sei Fred“, meinte Betty.,

 

„Nein Schatz, das ist der Steinnachtsmann. Du darfst dir bei ihm etwas wünschen und das bringt er dir dann zu Steinnachten“, erklärte Wilma.

 

„Papa“, beharrte das Mädchen.


„Bamm-Bamm“, rief Bamm-Bamm und haute mit seiner Keule so heftig auf den Boden, dass alle in die Luft hopsten.

 

„Vielleicht erinnert sie sich ja noch, wie Fred letztes Jahr im Steinnachtsmannkostüm durch den Kamin kam“, meinte Betty. „Auch wenn sie damals noch so klein war.“

 

„Du wolltest wohl sagen, durch den Kamin wollte und auf halber Strecke stecken blieb“, kicherte Wilma.


„Oh ja.“ Betty stimmte in ihr Lachen ein. „Die Felsentaler Feuerwehr musste ihn heraushieven.“

 

„Sehr witzig“, brummelte Fred in seinen Steinnachtsmannbart. Mittlerweile standen die anderen direkt vor ihm.

 

„Hast du was gesagt, Steinnachtsmann?“, fragte Wilma.

 

„Ich meinte nur“, brummte Fred und bemühte sich, seine Stimme so gut wie möglich zu verstellen, während Barney Pebbles auf seinen Schoß hob. „Papa“, sagte das Mädchen erneut. „Pscht“, flüsterte ihr Barney zu.

 

„Ihr Mann arbeitet bestimmt hart, damit sie und ihr Töchterchen ein schönes Steinnachtsfest haben“, fuhr Fred fort. „Sie sollten nicht über ihn lachen.“

 

„War doch nicht bös gemeint, guter Steinnachtsmann“, sagte Betty.

 

Pebbles gluckste vor sich hin und zerrte an Freds Bart. Bamm-Bamm haute erneut auf dem Boden und alle hüpften hoch.

 

„Was wünschst du dir denn von Barney?“, wollte Wilma wissen und Barney spitzte die Ohren.

 

„Ich hab da neulich in der Schmuckabteilung so eine hübsche Schmetterlingsbrosche gesehen“, erzählte Betty. „Ich hoffe, Barney hat meine Andeutungen diesbezüglich verstanden.“

 

Barney grinste zufrieden.

 

„Fred ist da ja leider total taub auf den Ohren“, seufzte Wilma. „Ich hätte so gern eine nette Kette, die im Schaufenster mit dem Herzchen hat mir so gut gefallen, aber er kommt bestimmt wieder mit einem Kochtopf an.“

 

„Kommt Kinder, wir müssen weiter.“ Betty griff nach Bamm-Bamms Hand.

 

„Ja“, sagte Wilma. „Ich muss noch den Ganssaurier fürs Steinnachtsessen holen.“ Sie hob Pebbles von Freds Schoß.

 

„Bamm-Bamm“, machte Bamm-Bamm.

 

Barney schenkte den Kindern noch rasch ein paar Süßigkeiten, dann zogen die Frauen weiter. Pebbles winkte über Wilmas Schulter zurück. „Papa.“

 

///

 

Der Steinnachtsabend wurde ein voller Erfolg. Schwiegermutter hatte sich kurzfristig entschieden, doch lieber Wilmas Bruder in Stein Angeles zu besuchen. Dafür waren die Geröllheimers nach dem Essen herüber gekommen. Der Ganssaurierbraten war ein einziges Gedicht gewesen. Pebbles und Bamm-Bamm spielten mit Dino und ihren neuen Spielsachen. Betty strahlte als sie ihre neue Brosche auspackte.

 

„Für dich, Schatz“, Fred drückte Wilma ein kleines Päckchen in die Hand.

 

„Nanu, kein Kochtopf“, wunderte die sich, denn dafür war das Päckchen eindeutig zu klein. Ihre Augen wurden groß, als sie die hübsche Kette mit dem Herzanhänger auspackte. „Fred, das ist...“, stotterte sie. „Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Die ist wunderschön.“

 

Sie küsste Fred. „Woher wusstest du, dass ich mir genau so eine Kette schon seit langem wünsche?“

 

Fred strahlte. „Och, das hat mir der Steinnachtsmann geflüstert.“

 

Ende