Titel: Weihnachtswünsche
Autor: Lady Charena
Fandom: The A-Team

Pairung: Murdock, Face, B.A., Decker & Crane – und natürlich der Weihnachtsmann...
Rating: gen, Humor

Beta: T'Len
Archiv: ja

Summe: Höchste Zeit, Geschenke zu besorgen! Zu dumm, dass Decker offenbar den gleichen Gedanken hatte...

 

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.

 

 

Face hatte wirklich Schwierigkeiten, all die großen und kleinen, hübsch verpackten Päckchen im Griff zu behalten. Wie zum Teufel hatte er sich dazu überreden lassen können, heute einkaufen zu gehen? Er fluchte leise vor sich hin, als er endlich B.A. entdeckte. Die beiden reich verzierten Weihnachtsbäume, die den Eingangsbereich des Einkaufscenters schmückten, verblassten neben dem Goldglanz, der von ihm ausging. „Hey, B.A. Wie wäre es mit ein wenig Hilfe?“, fragte er trocken, als er sah, dass Baracus nur eine einzige, kleine Tüte trug.

 

B.A. grollte. „Hör’ auf zu quengeln, Face. Hier, hörst du vielleicht den Spinner jammern?“

 

Face sah Murdock an, der – ungeachtet der herumtrampelnden Leute – seine Päckchen auf den Boden gestellt hatte und aus einer großen Papiertüte mit grellem Zuckerguss verzierte Plätzchen in sich hineinstopfte. Irgendwie hatte er es fertig gebracht, den Zuckerguss nicht nur in seinem Gesicht und auf seinem Shirt zu verteilen, sondern auch auf den Päckchen, die um ihn herumlagen.

 

„Ich ziehe die Frage zurück.“ Face seufzte und gab dann einen empörten Ausruf von sich, als ihm eine alte Dame rigoros mit ihrem Gehstock in die Rippen stieß, da er ihr unabsichtlich im Weg stand. „Heh, was ist mit all diesem vorweihnachtlichen „Seid’ nett zueinander, Leute“ passiert?“, beklagte er sich.

 

Das Einkaufscenter war wirklich überfüllt. Und mit der süßlichen Weihnachtsmusik, die aus den Lautsprechern kam, mischten sich die Stimmen vieler, vieler eifriger Geschenkejäger. Immerhin waren es nur noch drei Tage bis Weihnachten.

 

„Sagt mal, Jungs, wie wäre es, wenn ihr mal ein wenig tragen helft?“ Face versuchte es erneut. „Immerhin sind die Geschenke für euch.“

 

B.A. knurrte und wandte sich von ihm ab. Ein definitives Nein.

 

Murdock dagegen leckte sich die Finger ab und meinte: „Ich helfe dir. Aber dann lässt du mich sehen, was du für den Großen hier gekauft hast, lässt du mich, Facey? Lässt du mich? Bitte.“

 

„Natürlich nicht. Du kannst doch keine fünf Minuten ein Geheimnis für dich behalten.“ Face klemmte sich ein Päckchen unters Kinn, das sich auf den Weg nach unten machte – vielleicht um mit seinen zuckergussverschmierten Kumpels zu spielen.

 

„Tut mir leid, Kemosabe.“ Murdock stopfte sich das letzte Plätzchen in den Mund und knüllte die Tüte zusammen. Er wirbelte herum, sprang in die Luft als wäre er ein Basketballspieler und versenkte sie in einem Mülleimer. Dann sammelte er in seiner üblich-konfusen Art die Päckchen auf – wie durch ein Wunder war noch niemand auf eins draufgetreten. „Hey, wisst ihr wie spät es ist?“, fragte er dann und ein breites, kindliches Lächeln erhellte seine Züge.

 

„Es ist viel zu spät“, murrte Face. „Ich wollte mich mit Tina in dem kleinen Cafe an der Maple treffen.“

 

„Es ist Zeit für Santa Clause“, erklärte Murdock. „Wir sind vorhin an dem Schild vorbei gekommen, am Weihnachtsdorf. Santa und all die Elfen und...“

 

„Halt die Klappe, Murdock“, mischte sich B.A. ein. „Das ist doch was für Kinder.“

 

„Ach komm’ schon, Großer. Für Santa ist man doch nie zu erwachsen.“ Murdocks braune Augen nahmen den flehentlichen Bettelblick an, den der Pilot perfektioniert hatte. Selbst Face brachte nichts vergleichbares zustande. Er erinnerte an einen eifrigen, kleinen Welpen, der gestreichelt werden wollte. „Wir gehen rüber. Wir sagen: ‚Hi, Santa. Wie geht es Mrs. Santa und Rudolph?“. Ich gebe euch auch was von meinen Plätzchen ab. Ich hab noch eine Tüte gekauft. Für den Colonel.“

 

„Du bringst dieses Zeugs nicht in meinen Van“, knurrte B.A. „Sieh’ dich an, Spinner. Du bist mit Zuckerguss beschmiert. Wenn ich was davon auf meinen Sitzen finde, werde ich persönlich dafür sorgen, dass du den Job dieses rotnasigen Rentiers übernehmen kannst.“ Eigentlich war er bester Laune, aber man konnte dem Spinner schließlich nichts durchgehen lassen. Und mit diesem bunten Zuckerzeugs auf seinen Sitzen war echt nicht zu spaßen.

 

„Hältst du es für möglich, dass er sich mit diesem Zeug vergiftet hat und halluziniert?“, fragte Face, als sie Murdock folgten. Der schlaksige Pilot bewegte sich durch die Menge, als wäre sie gar nicht da. Während Face eigentlich nur durchkam, weil B.A. ihm einen Weg bahnte. „Ich meine, denk’ nur an diese ganzen Farbstoffe und... Uff!“ Jemand hatte Peck angerempelt. Bevor er das Gleichgewicht verlieren und auf die Nase fallen konnte, hatte B.A. ihn am Kragen gepackt – was allerdings dazu führte, dass Face vorübergehend die Luft ausging. Er röchelte und ließ seine Päckchen fallen.

 

B.A. erbarmte sich seiner, stellte ihn auf die Beine und begann, die Päckchen aufzusammeln. Einen Teil drückte er in Face Arme, den Rest nahm er selbst. „Warum lässt du dir das nächste Mal nicht einfach eine Tüte geben, Dummkopf“, schimpfte er. „Ihr benehmt euch alle beide wie Fünfjährige.“

 

Face hatte schon wieder genug Luft, um sich dagegen zu verwehren. „Also hör mal, B.A. – du kannst mich und Murdock doch nicht so einfach vergleichen! Das ist, also echt, das ist eine Beleidigung für...“ Er sprach ins Nichts, denn Baracus hatte sich wieder an die Fersen des Piloten geheftet.

 

Sie fanden ihn schließlich kurz darauf am Weihnachtsdorf, wo – von einer Schar teils griesgrämig dreinschauender Elfen und ein paar Engeln (deren Anblick Face’s Gesicht aufhellten) kaum im Zaum gehalten – eine lange Reihe Kinder mit ihren genervt dreinblickenden Eltern warteten. Der Grund der Verärgerung der Erwachsenen war wohl das Schild „Santa ist in wenigen Minuten zurück“, das vor dem Zugang ins Weihnachtsdorf und Santas Thron stand. Nicht wenige Blicke ruhten misstrauisch auf Murdock, der sich mit seinen Päckchen eingereiht hatte. Er winkte ihnen grinsend zu.

 

„Gee, jetzt sieh’ dir das an“, meinte Face. „Er ist so leicht glücklich zu machen. Sollten wir uns nicht ein Vorbild an ihm nehmen? Ich meine, sich wieder so richtig zu freuen, wie ein Kind?“

 

„Wenn du dir an dem Spinner ein Vorbild nimmst, werde ich...“ B.A. unterbrach sich plötzlich und starrte angespannt über die Menschenmenge hinweg. „Hey, Faceman. Siehst du das?“

 

Am hinteren Ende der Schlange entstand unter den Neuankömmlingen Unruhe. Zwischen all dem künstlichen Schnee und den roten Schleifen und den buntgeschmückten Weihnachtsbäumen tauchten plötzlich grün Uniformierte auf.

 

„Das sind keine Elfen!“ B.A. schnappte sich Murdock und zerrte ihn aus der Reihe, ungeachtet dessen Protests.

 

„Denkst du, das ist der Grinch?“, fragte Murdock grinsend.

 

„Schlimmer“, erwiderte Face trocken. „Es ist Decker.“

 

Die drei sahen für einen Moment auf Decker, der sich mit dem unvermeidlichen Captain Crane an seiner Seite, einen Weg durch die wartendenden Kinder und ihre Eltern bahnte. Dann blickten sie sich an – und rannten los. Der einzige Ausweg war die Flucht in die buntbemalten Kulissen des Weihnachtsdorfes. Face war vorneweg, B.A. folgte ihm, den enttäuschten Murdock hinter sich herzerrend.

 

Decker sah sie fast im gleichen Moment und stolperte in seinem Eifer über einen – glücklicherweise leeren – Kinderwagen. Crane stoppte, um seinem fluchenden Vorgesetzten auf die Beine zu helfen. „Alles in Ordnung, Sir?“

 

„Bewegen Sie Ihren Arsch, Crane!“, knurrte Decker atemlos. „Sofort!“

 

“Ja, Sir.“ Crane wurde von einer Mutter mit Zwillingen ausgebremst, die den MP furchtlos anstarrten und Eiscreme auf seiner Hose verteilten, als er sich an ihnen vorbeizwängte. Ein paar Meter weiter wurde er von zwei Elfen zu Fall gebracht, die das ganze für einen Spaß zu halten schienen. Oder vielleicht waren sie auch nur mies gelaunt, weil sie so viel arbeiten mussten.

 

Decker sprang über einen mit Plastikzuckerstangen und künstlichen Tannenzweigen geschmückten Zaun, ungeachtet des Tohuwabohus von weinenden Kindern und geschockten und schimpfenden Eltern, das er hinterließ. Dann prallte er gegen etwas weiches, rotes, das urplötzlich in seinem Weg auftauchte. Nach Atem ringend warf sich Decker zurück, verlor das Gleichgewicht und landete auf dem Boden. Eine Plastikdekoration ging unter seinem Gewicht knirschend zu Bruch. Verwirrt sah Decker hoch und direkt in die fragenden Augen eines alten Knaben mit einem wirklich mächtigen Bart und rosafarbenen Apfelbäckchen. Er hatte beinahe den Weihnachtsmann über den Haufen gerannt.

 

„Nun“, sagte Santa Clause mit freundlicher Stimme. „Was wünschst du dir denn zu Weihnachten, mein Junge? Warst du auch immer brav?“

 

Decker rappelte sich auf und starrte den alten Knaben einen Moment verständnislos an. Dann stieß er ihn beiseite. „Smith!“, rief er und suchte sich einen Weg hinter die Kulissen, dorthin wo er B.A. und Face hatte verschwinden sehen.

 

Crane hatte sich endlich von den Elfen losgemacht und eilte seinem Colonel hinterher. Er schenkte dem Weihnachtsmann keinen zweiten Blick, der es sich auf seinem Thron bequem gemacht hatte.

 

Wie aus dem Nichts erschien eine Zigarre in dem weißen Bart und ein paar in schwarze Lederhandschuhe gekleideten Hände zündeten sie an. „Ich weiß nicht, Rod“, sagte Santa zu niemand bestimmten. „Ich glaube, diesen Wunsch kann ich dir nicht erfüllen. Du warst einfach zu ungezogen.“ Er lachte. „Ich liebe es, wenn...“

 

„Papa. Warum hat Santa eine dieser Stinkezigarren? Mommy sagt, dass Rauchen ungesund ist“, erklang die Stimme eines kleinen Mädchens.

 

Ihr Vater blickte den Weihnachtsmann tadelnd an. „Wissen Sie denn nicht, dass hier das Rauchen verboten ist?“, sagte er vorwurfsvoll. „Na, Sie sind vielleicht ein schönes Vorbild für die Kinder.“

 

Seufzend ließ Hannibal die Zigarre verschwinden und warf der kleinen Petze einen unfreundlichen Blick zu.

 

Ende