Titel: Was wäre wenn...
Teil: 6/6
Autor: T'Sihek
Serie: TOS
Paarung: K/S
Rating: PG-17, First Time
Zusammenfassung: Kirk und Spock kommen sich näher.
Fortsetzung von "Was wäre wenn... Teil 1" unter Verwendung einer eurer Vorschläge. Lasst euch überraschen, welcher. Und vielen Dank an alle, die mir ihre Ideen geschickt haben.
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Archiv: Für private Zwecke jederzeit.
Disclaimer: Spock und Kirk gehören Paramount/Viacom. Der Rest gehört mir und ich beabsichtige nicht, einen Gewinn daraus zu erzielen - außer Spaß zu haben.
Wer unter 18 ist oder homoerotische Erzählungen nicht mag, sollte bitte nicht weiterlesen.
Teil 5

 


Was wäre wenn... Teil 6

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Auch an diesem Morgen war wieder alles so wie sonst. Mit einem Unterschied: Langsam begann sich ein schaler Geschmack in Kirk breit zu machen. Er kam einfach nicht voran. Alles, was er versuchte, ging schief.

Sicher, er hatte inzwischen schon einige Informationen zusammengetragen. So wusste er mit Sicherheit, dass gleichgeschlechtliche Paare auf Vulkan offenbar nicht unüblich waren. Spock schien ebenfalls einer solchen Beziehung nicht abgeneigt zu sein. Und hinter der stoischen vulkanischen Maske verbarg sich ein loderndes Temperament, wie der Kuss am gestrigen Abend bewiesen hatte.

Warum war Spock dann zurückgewichen? Was war falsch gelaufen?

Eine kleine Stimme im Ohr weckte die Hoffnung in ihm, dass die Zeitschleife ja vielleicht durchbrochen war und er schaltete sein
Terminal ein.

"Computer, Schiffsstatus."

Die vertraute Computerstimme antwortete sofort.
"Alle Systeme arbeiten einwandfrei. Keinerlei Krankmeldungen, keine laufenden oder beantragten Reparaturen. Derzeitige Mission..."

"Computer aus."

Er seufzte ergeben.
Dann würde er das Spiel also noch weiterspielen.

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Der Tag verlief genau, wie die vorherigen. Es gab nichts, was sich geändert hätte. Nichts, was ihm einen Hinweis gab.

Er saß die meiste Zeit vor sich hin brütend in seinem Kommandosessel und starrte auf die vorbeiziehenden Sterne.

Was war es, was Spock hatte zurückweichen lassen? Immer wieder wanderte sein Blick zu Spock. Er kannte den Vulkanier inzwischen recht gut. Kannte die Besonderheiten und Eigenheiten dieses einzigartigen Mannes.

Zumindest die, die Spock ihn sehen ließ. Er wusste praktisch nichts über dessen Privatleben, wie ihm plötzlich auffiel. Kurz hatte er
angenommen, Spock interessiere sich für eine seine Mitarbeiterinnen, was sich als falsch erwiesen hatte.  Er war durchaus an ihm, Kirk, interessiert...

Und dann begann es ihm zu dämmern. Mit erneuter Energie richtete er sich in seinem Sessel auf. Das war es! Jetzt wusste er, was falsch gelaufen war.

Als die Schicht zu Ende war, sprach er Spock erneut an.
"Wie wäre es später mit einer Partie Schach in meinem Quartier, Spock? Wir hatten in letzter Zeit nur wenig Gelegenheit zu einem
ungestörten Spiel."

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Kirk kehrte in seine Kabine zurück und gönnte sich ein schnelles Abendessen und eine ebenso schnelle Dusche. Doch er war weder bei einem noch beim anderen bei der Sache.

Seine Gedanken rasten.

Er ahnte, weshalb Spock am gestrigen Abend zurückgewichen war. Und Kirk konnte es ihm kaum verübeln. Sein Ruf als Frauenheld war unübertroffen und Spock hatte ihn oft genug in Aktion erlebt, um zu wissen, dass seine Affären nie von langer Dauer waren.
Und genau dies war etwas, was für Spock niemals in Frage kommen würde. Vulkanier waren dafür bekannt, eine praktisch nicht vorhandene Trennungsrate zu haben. Warum sollte Spock in dieser Hinsicht eine Ausnahme bilden? Er würde nur einmal einen Partner wählen. Kurze Affären oder gar Trennungen waren für ihn mit Sicherheit undenkbar.

Die Frage war nur, wie er, Kirk, ihm klarmachen konnte, dass es ihm ernst war? Die Erfahrungen der vergangenen Tage hatten ihn gelehrt, dass er Spock nicht so einfach verführen konnte und dann später über alles andere würde reden können. Spock wollte und brauchte vorher die Gewissheit, dass es als dauerhafte Beziehung gemeint war.

Er wanderte unruhig in seiner Kabine auf und ab, hoffte wie so oft durch die gleichförmige Bewegung den Knoten in seinen Überlegungen zu lösen.

Das Summen des Türmelders riß ihn aus seinen Gedanken.

"Herein."

Spock blieb einen Moment lang in der Tür stehen und betrachtete seinen Captain. Kirk wirkte beunruhigt. Etwas beschäftigte ihn und
Spock war auch nicht entgangen, dass er seit geraumer Zeit in seiner Kabine umhergewandert war.

"Nun kommen Sie schon herein, Spock und setzen Sie sich."

Kirk deutete auf einen der Sessel, die an einem kleinen Tisch standen. Das Schachspiel war bereits aufgebaut.

"Möchten Sie etwas trinken? Einen Tee?"

"Ja. Das wäre akzeptabel."

Kirk seufzte lautlos und gab die Bestellung an den Nahrungsreplikator weiter. Es fing an, wie jeden Abend. Im stillen schwor er sich, dass er alles dransetzen würde, dass dies der letzte dieser Abende war.

Er reichte Spock den Tee und setzte sich ihm gegenüber an den Schachtisch. Aus einer Laune heraus hatte er für sich selbst diesmal
auch Tee bestellt. Spock quittierte es mit einer leicht angehobenen Braue.

Kirk bemerkte, das dabei die Augen des Vulkaniers scheinbar größer wurden. Es waren schöne Augen...

"Jim?"

Abwesend versuchte er die Farbe zu erkennen. Im gedämpften Licht des Quartiers wirkten sie fast schwarz. Im hellen Licht der Brücke waren sie von einem dunklen, samtigen braun.  Unwillkürlich fragte er sich, wie sie sich wohl in Momenten der Leidenschaft verändern würden.

"Jim? Stimmt etwas nicht?"

"Wie, äh, was?"
Kirk blinzelte und wich Spocks forschendem Blick aus. "Ich bin in Ordnung. Ich war nur eben in Gedanken etwas abwesend."

Als Antwort legte Spock lediglich den Kopf etwas schief und hob wieder eine seiner Brauen. Er wirkte fast amüsiert. Dann nahm er zwei verschiedenfarbige Bauern vom Brett und verbarg sie in den geschlossenen Fäusten.

"Wählen Sie, Jim."

Ohne darüber nachzudenken, tippte Kirk kurz an die rechte Faust.

Schon dieser kurze Kontakt genügte, um ihn die wärmere Körpertemperatur des Vulkaniers wahrnehmen zu lassen. So etwas wie
ein leichter Stromschlag fuhr durch seine Hand und brachte ihn auf eine Idee.
Spock mochte keine direkten Verführungen, soviel hatte er inzwischen begriffen. Aber wenn er es langsam angehen ließe?

Er hatte schwarz gezogen und Spock eröffnete das Spiel.

Zunächst konzentrierte sich der Vulkanier völlig auf seine Strategie, doch nur zu bald wurde er sich der intensiven Blicke bewusst, mit
denen Kirk ihn bedachte. Etwas irritiert hob er eine Braue und begegnete dem goldbraunen Schimmern.

Kirk schwieg weiterhin, das Kinn in die Hand gestützt und sah ihn unverwandt an. Um dann ohne weiteres Kommentar seinen Zug zu machen. Spock sah auf das Spiel hinunter und versuchte sich an seine Strategie zu erinnern.
Was war nur los mit ihm? Kirk hatte ihn doch nur angesehen. Etwas, das er oft tat. Und dennoch hatte dieser Blick etwas in ihm
ausgelöst, das er nicht benennen konnte.

Als er unvermittelt den Kopf hob, war da wieder dieser seltsam intensive Blick.
"Jim?"

"Hm?"

Spock lehnte sich zurück und verschränkte die Arme vor der Brust. "Es fällt mir auf, dass Sie heute offenbar Schwierigkeiten haben, sich auf das Spiel zu konzentrieren. Darf ich nach dem Grund fragen?"

Kirk zuckte lächelnd mit den Schultern. "Oh, es ist nichts weiter.
Ich habe mich nur gefragt, warum Sie selbst in Ihrer Freizeit stets die Uniform tragen. Das ist alles."
Er sah kurz auf das Spiel und machte seinen Zug.

Es klang beiläufig genug um Spock zu beruhigen. Er analysierte die Spielsituation und entschied sich dann dafür, seine Strategie zu
ändern. Kirk schien gemerkt zu haben, was er vorgehabt hatte.
"Es handelt sich um adäquate Kleidung. Ich sehe keinen logischen Grund darin, sie zu wechseln, wenn die Schicht beendet ist."

"Schade eigentlich."

"Wie meinen Sie das?"

Kirk zog einen Turm und brachte damit einen von Spocks Springern in Bedrängnis.
"Naja. Man kennt Sie nur als der Offizier Spock. Von dem privaten Mann Spock sehen nur sehr wenige etwas. Selbst mir gegenüber öffnen Sie sich kaum, trotz unserer engen Freundschaft."

"Ich verstehe nicht ganz, was dieser Punkt mit der Wahl der Kleidung zu tun hat."

Wieder wanderte eine Braue nach oben, was Kirk nicht entging.

"Oh, eigentlich nicht viel. Es ist nur bei uns Menschen so etwas wie ein Symbol. Man definiert sich über die Kleidung. Es gab einmal ein Motto: Zeig mir, was du trägst, und ich sage dir, wer du bist."

"Ein sehr unlogisches Verhalten."

Kirk lachte über den trockenen Tonfall. Wer hatte behauptet, Vulkanier besaßen keinen Humor? Der hatte diesen hier nicht gekannt.
Er zuckte mit den Schultern.

"Nun, es ist ein menschliches Verhalten. Noch niemand hat behauptet, dass Menschen logisch seien."

Diesmal war es die andere Braue, die nach oben wanderte, wie Kirk sofort bemerkte.
"Dem stimme ich ohne Einschränkungen zu."

Spock brachte seinen Springer in Sicherheit und sah dann wieder auf. "Wenn es Ihnen jedoch so wichtig ist, können wir das Spiel kurz unterbrechen, damit ich meine Kleidung wechseln kann."

Kirk nickte, von dem Angebot sichtlich überrascht. "Gerne."

Er lehnte sich zurück und beobachtete, wie Spock mit seiner üblichen Eleganz aufstand und die Kabine durch das gemeinsame Badezimmer verließ. Es dauerte nur wenige Minuten, bis er in eine vulkanische Kombination aus schmaler enger Hose und Tunika zurückkehrte. Beides war aus kostbar schimmernder Seide, der Farbton ein fast schwarzes, im Licht changierendes grün. Es betonte den grünlichen Schimmer von Spocks Haut und ließ das schwarze  Haar noch dunkler erscheinen.

Kirk hielt unwillkürlich den Atem an. In dieser Kleidung erschien ihm Spock wie ein schwarzer Panther, halb verborgen von dichtem
Dschungelgrün.

"Ist diese Kleidung für sie angemessener?"

Kirk schloss langsam den Mund und registrierte erst jetzt, dass Spock sich bereits wieder gesetzt hatte. "Ja. Durchaus. Ich hatte keine
Ahnung, dass Sie so kostbare Kleidung an Bord haben. Sie sehen gut darin aus."

Wieder hob Spock eine Braue. "Es handelt sich um gewöhnliche Hauskleidung. Der Stoff wäre für die Wüste zu dünn und empfindlich."

Die nächsten Minuten konzentrierten sie sich auf das Schachspiel. Spock machte einen Zug und ließ seine Hand gedankenverloren neben dem Spielbrett liegen.

Kirk sah es und sah seine Chance gekommen. Er wusste inzwischen, dass Spock ihn wollte. Doch bisher war immer er es gewesen, der dem scheuen Vulkanier den ersten Schritt abgenommen hatte. Was, wenn er ihn diesmal so sehr reizen würde, dass es Spock war, der ihm endlich offen zeigte, was er wollte?
Er machte seinen Zug und ließ seine Finger wie zufällig über Spocks Handrücken gleiten. Eine an sich harmlose Berührung...

Spock sah kurz auf, doch er zog seine Hand nicht zurück.

Kirk plante etwas. Das war ihm schon auf der Brücke klar geworden, als er das übermütige Funkeln in den Augen gesehen hatte. Die
zufällige Berührung eben war nicht anders, als die anderen kurzen Berührungen von ihm. Und dennoch hatte diese eine ein seltsames
Kribbeln in ihm entstehen lassen.  Es schien ein interessanter Abend zu werden...

Kirk wurde mutiger. Es fing gut an!
Spocks Zug brachte seine Dame in Gefahr und er konterte, indem er den vorwitzigen Springer schlug.
Dann lehnte er sich entspannt zurück und streckte die Beine unter dem Tisch aus. Wie beabsichtigt, streifte er kurz gegen Spocks Bein, das jedoch sofort auswich.
Der Vulkanier sah nicht auf, scheinbar völlig auf das Spiel konzentriert.

Doch in ihm sah es anders aus. Konnte es sein? Oder waren es wirklich nur zufällige Berührungen?
Sein Traum der vergangenen Nacht fiel ihm wieder ein. Das Kribbeln in seinem Körper vervielfachte sich. Unwillkürlich verstärkte er seine Kontrolle. Er wollte Kirk nicht merken lassen, wie es in ihm aussah.

Kirk ließ Spock nicht aus den Augen. Doch der Vulkanier verzog keine Mine. Also würde er seine Bemühungen verstärken müssen...
Er beugte sich wieder über den Tisch, gab vor, sich auf die Figuren zu konzentrieren; den Kopf in eine Hand gestützt. Dank des vergangenen Abends wusste er, welche Bedeutung die Finger bei Vulkaniern hatten.
Nun würde er ausprobieren, was er mit diesem Wissen erreichen konnte. Scheinbar gedankenverloren ließ er seinen Zeigefinger über seine Wange und sein Kinn gleiten. Dort verharrte er kurz und strich dann langsam an den Lippen entlang. Und wieder zurück.

Einen Moment lang blieb er so, dann tippte er mit der Fingerkuppe gegen seine leicht gespitzten Lippen. Die Zungenspitze stahl sich
hervor und wanderte sehr langsam zwischen den Lippen entlang.

Dann griff er unvermittelt nach einer Figur und machte seinen Zug.

Spock, völlig in den Anblick der sinnlichen Bewegungen gefangen, konnte ein Zusammenzucken nicht mehr unterdrücken. Was für ein Spiel spielte Kirk hier?
Konnte er wissen, welche Wirkung sein Anblick auf ihn hatte? Sein Körper kribbelte jetzt nicht mehr - er bebte. Das Schachspiel
erschien ihm schon längst nicht mehr interessant. Entsprechend unüberlegt war sein nächster Zug.

Kirk sah überrascht auf. So etwas sah Spock aber gar nicht ähnlich! Reagierte er etwa endlich? Doch die stoische vulkanische Maske war wie immer undurchdringlich.
Es war schwer einzuschätzen, was Spock dachte. Meist waren es seine Augen, die ihn irgendwann verrieten. Denn so kontrolliert seine Mimik auch sein mochte, war es dennoch unglaublich, was dieser Mann mit seinen Augen auszudrücken vermochte.

Er durfte nicht zu schnell zu weit gehen, soviel hatte er begriffen. Aber wie weit war zu weit?

Nun, das Spiel würde in wenigen Zügen beendet sein. Er setzte seinen Läufer.

Spock wusste, dass er verloren hatte. Vielleicht in doppeltem Sinne?
Langsam streckte er die Hand aus und kippte seinen König um. Er hob den Blick und sah Kirk abwartend an. Was würde er jetzt tun?

"Wir scheinen heute beide nicht so ganz konzentriert zu sein. Was halten Sie davon, wenn wir uns einen Drink genehmigen? Ich habe vor kurzem die Aufzeichnung eines klassischen Konzertes erhalten. Wir könnten sie uns anhören."

"Ich nehme den Vorschlag gerne an."

"Gut."

Kirk stand auf und deutete auf das weitaus bequemere Sofa. Spock folgte der stummen Aufforderung und setzte sich an das eine Ende, während Kirk Brandy und Gläser holte und die Musik abspielen lies. Es handelte sich um ein mit klassischen Instrumenten interpretiertes modernes Werk. Spock kannte das im Original rein elektronische Werk und war von der völlig anderen Wirkung fasziniert. So bemerkte er nicht, dass sich Kirk fast direkt neben ihn setzte.

Kirk schenkte den Brandy ein und reiche Spock ein Glas. Wieder berührten sich dabei ihre Hände und Kirk ließ seine Fingerkuppen
sanft über Spocks gleiten als er die Hand langsamer als üblich zurückzog. Dabei ließ er Spock nicht aus den Augen.

Er legte den Kopf etwas schräg, imitierte damit eine Gewohnheit des Vulkaniers.
Mit seinem nächsten Vorschlag würde er deutlich die Grenze der vulkanischen Privatsphäre überschreiten.  Es kam alles darauf an, wie Spock reagierte, denn er wollte ihn keineswegs verärgern oder erschrecken. Dafür war ihm seine Freundschaft zu wichtig. Und er konnte ja nie wissen, wann die Zeitschleife beendet war.

"Sie wirken angespannt, Spock. Kein Wunder, wenn Sie den ganzen Tag über Ihre Konsole gebeugt stehen. Wenn Sie erlauben, werde ich Ihnen den Rücken massieren. Das wirkt Wunder."

Spock zögerte kurz. Er wünschte sich nichts mehr, als von Kirk berührt zu werden. Aber er war sich auch nicht sicher, was er sich
heute noch zumuten konnte. Allerdings wurde er langsam neugierig. Wenn Kirk tatsächlich versuchte ihn zu verführen - und danach sah es aus - wäre es interessant zu sehen, was er sich noch einfallen lassen würde. Er würde es ihm nicht leicht machen. Zumal er sich noch immer nicht über Kirks Motive sicher war.

Er kannte Kirks Ruf als Don Juan, wusste um mehr Affären als Kirk ahnte. Nie war jedoch ein Mann dabei gewesen. Allerdings war Kirk nicht wählerisch und er war oft schwer einzuschätzen. Wenn er wirklich an ihm interessiert war, würde er nicht locker lassen,
dessen war sich Spock sicher. Also konnte er ihn ruhig noch eine Weile zappeln lassen.

"Sie haben Recht, Jim. Meine Muskeln im Rücken sind tatsächlich verkrampft. Ich hatte noch keine Gelegenheit, sie adäquat zu lockern. Eine Massage wäre mir deshalb sehr willkommen."

"Fein. Dann sollten Sie allerdings die Tunika ausziehen."

Spock tat, wie ihm geheißen und wartete dann schweigend ab. Aufregung prickelte in ihm. Er beobachtete, wie Kirk kurz ins Bad ging und mit einem kleinen Flakon mit Öl wieder herauskam.
Auf einen Wink hin setzte er sich seitlich auf das Sofa, wandte Kirk den bloßen Rücken zu.

Kirk verrieb etwas Öl in den Händen und legte sie dann sanft auf die warme Haut. Der Kontakt löste ein Beben in ihm aus. Lange würde er das sicher nicht durchhalten können!
Etwas unsicher begann er, die tatsächlich verspannten Muskeln zu massieren. Er suchte jeden Knoten und bearbeitete ihn so lange, bis
sich er sich löste.

Es kostete Spock alle  Konzentration, um sich nichts anmerken zu lassen. Die kühlen Hände auf seiner Haut lösten ungeahnte
Empfindungen in ihm aus.  Das Kribbeln in ihm verstärkte sich, ballte sich irgendwo in seiner Magengegend zusammen und wanderte dann zielsicher in seine Lenden. Die Hose, die er trug, war zwar bequem, doch jetzt wurde sie ihm merklich zu eng. Hitze wogte in ihm heran, begann sein Denken zu verschlingen...

Kirk strich mit festen gleichmäßigen Bewegungen über die breiten Schultern. Die Muskeln waren feiner ausgeprägt als bei einem
Menschen. Er wusste jedoch, dass dies für Vulkanier typisch war. Die warme Haut schien unter seinen Händen zu pulsieren und er fragte sich, nicht zum ersten Mal, wie es wäre, mit Spock ins Bett zu gehen. Die samtbraunen Augen kamen ihm in den Sinn...
Würden sie die Leidenschaft des Vulkaniers widerspiegeln? Er knetete behutsam die verkrampften Muskeln, spürte dabei, wie sich Spock mehr und mehr entspannte.
Oh ja. Er würde diese Augen zum Glühen bringen.

Gedankenverloren stellte er sich vor, wie er den sehnigen Körper liebkosen würde. Er würde ihn küssen, die weiche Haut streicheln, bis Spock in seinen Händen zu Wachs werden würde... Aber erst, wenn Spock jede Kontrolle aufgab, wenn er sich völlig fallen ließ, würde er ihn von diesem süßen Wahnsinn erlösen....

Sein Körper reagierte stärker als es ihm lieb war auf seine Phantasien. Und ohne, dass er es bewusst gesteuert hätte, war seine
Massage zu einer Liebkosung geworden.

Spock bebte. Kirks Hände waren stärker, als er es vermutet hatte. Die verkrampften Muskeln in seinem Rücken waren merklich gelockert. Dafür war nun der Rest seines Körpers angespannt...

Er schloss die Augen und kämpfte um seine Selbstbeherrschung. Er wollte Kirk noch nicht merken lassen, wie sehr ihm die jetzt
zärtlichen Berührungen gut taten. Noch halfen ihm seine Meditationsformeln seine körperliche Reaktion im Zaum zu halten. Die
Frage war nur wie lange er diesem Wahnsinn, der mehr und mehr nach ihm griff, widerstehen konnte.

Alles in ihm schrie danach, Kirk die Kleidung vom Leib zu reißen und dieses Spiel zu beenden. Aber er wollte sicher sein. Er würde es
nicht ertragen können, nur eine Laune zu sein.

Dann wanderten Kirks Hände nach oben, liebkosten Hals und Genick.

Spock erstarrte. Sein Atem stockte, als die kühlen Finger weiter und weiter nach oben glitten, langsam in das seidenweiche schwarze Haar glitten.

Plötzlich strich der kühle Atem Kirks über seine Ohrmuschel und die Fingerkuppen berührten die zarte Haut hinter dem Ohrläppchen.

Seine Selbstbeherrschung fiel wie ein Kartenhaus im Sturm in sich zusammen und Spock wusste, dass er verloren war. Ganz gleich, wie ernst Kirk es meinte: Es spielte jetzt keine Rolle mehr.

Mit einem kehligen Knurren drehte sich Spock um und packte Kirks Handgelenke. Er zog den schwächeren Menschen ohne größere
Kraftaufwendung auf die Füße und drängte ihn dann gegen den Raumteiler, der den Wohn- vom Schlafbereich trennte.

"Du spielst mit dem Feuer, Jim."
Nur mühsam konnte er sich beherrschen. Allein die Freundschaft und Achtung, die er vor diesem Mann empfand, hielten ihn zurück. Er fing Kirks Blick ein.

Es war keine Furcht in den goldbraunen Augen. Nur ein ebenso starkes und unbändiges Verlangen, wie er es selbst empfand.

"Du selbst hast die Glut in Flammen aufgehen lassen. Nun sieh zu, wie du sie löschen kannst", raunte Kirk heiser und hob leicht den Kopf an. Spock hielt seine Hände mühelos mit einer Hand über seinem Kopf fest. Er wusste, dass er sich aus dem stahlharten Griff nicht würde befreien können, wollte es auch gar nicht.

Alles was er in diesem Augenblick wollte, war die fast entfesselte urwüchsige Leidenschaft des Vulkaniers vollends bloßlegen. Sein
Körper brannte. Er sehnte sich nach der Berührung dieser schlanken, kräftigen Finger auf seiner Haut. Wollte spüren, wie Spock sein
Verlangen stillte.

Spock ließ jede Maske, jede Kontrolle fallen. Seine Haut hatte einen leicht dunkleren Ton angenommen. Die Lippen waren leicht geöffnet und schimmerten ebenfalls grüner als sonst. Er atmete schnell und flach. Aber die Augen...

Sie glühten tatsächlich. In ihnen brannte ein Feuer, wie Kirk es noch nie zuvor gesehen hatte. Plötzlich presste Spock seinen Körper gegen seinen. Die heißen Lippen nahmen seine hungrig in Besitz. Sie versanken in diesem ersten Kuss.

Dem ersten wirklichen Kuss, wie Kirk mit einem Anflug von Galgenhumor dachte.
Er nahm kaum wahr, dass Spock ihn hochhob und mit einigen langen Schritten zum Bett trug, ohne den Kuss zu unterbrechen. Innerhalb kürzester Zeit waren sie beide nackt.

Die plötzlich aufbrechende Leidenschaft überraschte Kirk völlig. Es war Spock, der ihn mit teils festen, teils kaum wahrnehmbaren
Berührungen an den Rand des Wahnsinns brachte. Er konnte nichts anderes tun, als sich an die starken Arme zu klammern und Spock gewähren zu lassen.

Und Spock genoss jeden Augenblick. Zu lange schon hatte er davon geträumt, Kirk auf diese Weise nahe zu sein.
Es war Wahnsinn und völlig unlogisch so zu empfinden. Allerdings hatte er in diesem Moment Schwierigkeiten damit, überhaupt sagen zu können, was Logik war. Was sollte es also.
Seine Instinkte drängten ihn immer enger an Kirks Körper heran. Seine Haut stand in Flammen, dort wo sich ihre Körper berührten. Kirks hartes Glied drängte sich gegen ihn, fand den Weg zwischen seine Beine.

Der zusätzliche Reiz ließ ihn aufstöhnen. Er wollte ihn. Er brauchte ihn. Jetzt und sofort.

Ohne darüber nachzudenken drängte er mit den Knien Kirks Beine auseinander. Eine kurze Bewegung noch und er war da, wohin er wollte.

Kirk keuchte, als er den Druck gegen seinen Muskelring fühlte. Instinktiv entspannte er sich und hob sein Becken leicht an. Im
nächsten Moment wurde er von einem stahlharten, heißen Glied gefüllt. Sein eigenes Glied war zwischen ihren zitternden Bauchmuskeln gefangen.

Er schrie, als blanke Ekstase durch sein Bewusstsein wogte. Oh Gott. Niemals hatte er etwas ähnliches erlebt, nie zuvor eine solche Lust empfunden.

Spock verharrte reglos über ihm, keuchend und bebend. Auch er brauchte einen Moment, um die unglaublichen Empfindungen zu
verarbeiten, die von seinem Unterleib aus durch seinen ganzen Körper tobten.

"Jim, ich... ich will dir nicht weh tun", presste er stockend hervor, nicht sicher, weshalb der andere geschrieen hatte.

"Nein, es ist gut so. So gut..." Erneut stöhnte Kirk, bäumte sich unter dem sehnigen Körper auf. Sein Becken ruckte vor und Spock glitt noch tiefer in ihn, berührte jene besonders empfindsame Stelle tief in ihm...

Spock spürte  wie Wellen der Lust durch Kirks Körper liefen. Er konnte sich nicht mehr länger zurückhalten, bewegte sich wie in
Trance. Wieder und wieder stieß er in den engen, so heißen Kanal, bis er spürte dass die Welt um ihn herum explodierte.

Wellen blanker Lust schwappten über ihm zusammen. Rissen alles mit, was er jemals gewesen war. Ohne darüber nachzudenken senkte er den Kopf und biss fast zu fest in Kirks Schulter.

Kirk nahm kaum wahr, dass Spock ihn biss. Zu sehr lenkte ihn das Beben des vulkanischen Körpers ab. Spock stieß tief in ihn, schleuderte seinen heißen Samen wieder und wieder in seinen Körper. Er reagierte und ergoß sich mit einem lauten Schrei, klammerte sich an die starken Arme, die ihn hielten.

Es war viel zu schnell vorbei.

Als er wieder einigermaßen klar denken konnte, hob Kirk die Arme und schlang sie um den zitternden Vulkanier. Spock hatte den Kopf an seinen Hals gelegt. Er atmete ruhig, doch die Spannung in den schlanken Gliedern sagte Kirk, dass er nicht schlief.
Spock war schwer, schwerer als er gedacht hatte. Doch er genoss es, sein Gewicht auf sich zu spüren. Er streichelte sanft über die
Schultern und den Rücken.

Schließlich hob Spock den Kopf und begegnete seinem Blick. Die braunen Augen glühten noch immer im Nachhall der geteilten
Leidenschaft. Die Züge waren offen und spiegelten deutlich die ihn ihm tobenden Gefühle wider. Nie zuvor war er Kirk so verletzlich
erschienen.

Langsam hob er den Kopf und küsste Spock. Er zuckte nicht zurück, sondern erwiderte den Kuss mit der gleichen sanften Zärtlichkeit. Dann richtete er sich mit einem leisen Seufzen auf, um sich gleich darauf neben Kirk zu legen.

Halb auf einen Arm gestützt, ließ Spock den Blick über den nackten Menschen wandern. Er kannte Kirks Körper, hatte ihn oft genug nur leicht bekleidet gesehen. Doch nie war er ihm schöner erschienen. Die glatte Haut schimmerte leicht und glänzte an einigen Stellen noch immer verschwitzt...

Kirks leises Lachen holte ihn in die Realität zurück.

"Ich habe mich gefragt, wie lange du mir noch widerstehen kannst."

"Ich denke, du hast die Antwort gefunden. Aber du solltest nie wieder versuchen, an meiner Selbstbeherrschung zu kratzen."

Jetzt richtete sich auch Kirk auf. Er hob die Hand und ließ seine Fingerkuppen über Spocks Wange und Kinn streichen, verfolgte den
Umriß des Mundes und zog den Schwung einer Braue nach.

Spock verharrte reglos mit halb geschlossenen Lidern. Unwillkürlich öffneten und schlossen sich seine Hände, als erneut Begehren in ihm entstand.

Kirk bemerkte es und lächelte leicht.
,Wie eine Katze, die sich wohlfühlt`, dachte er amüsiert. ,Fehlt nur noch, dass er zu schnurren beginnt.`
Genau in diesem Moment wurde er sich der kaum wahrnehmbaren Vibration bewusst, die Spocks Körper erfasst hatte.
,Himmel! Er schnurrt tatsächlich!` Fasziniert ließ Kirk seine Hand weiter auf Wanderschaft gehen, erkundete die eleganten Ohren.

Spock seufzte leise und schmiegte seinen Kopf in Kirks Hand. Es tat so gut...

"So, so. Ich soll dich also nicht mehr verführen."

Etwas irritiert hob Spock eine Braue und Kirk beugte sich vor. Mit der Zungenspitze tippte er dagegen und küsste dann die zarten
Augenlider.

"Was willst du tun, wenn ich genau das noch viele Male vorhabe?",
murmelte er in den bereitwillig geöffneten Mund.

"Es genießen."

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Kirk erwachte und räkelte sich entspannt. Er hatte gut geschlafen und fühlte sich frisch und ausgeruht.
Ausgeruhter, als er es hätte sein dürfen!

Blitzartig saß er im Bett und sah sich verstört um. Er war allein!

Verdammt. Was sollte das nun wieder? Verzweifelt verbarg er den Kopf in den Händen. Hielt die Zeitschleife immer noch an? Würde es niemals enden?

Langsam stand er auf und sah sich in seiner Kabine um. Nichts deutete darauf hin, dass Spock die Nacht in seiner Kabine verbracht hatte, so wie er es eigentlich in Erinnerung hatte.
Oh diese letzte Nacht... Spocks Ausdauer und seine Phantasie schienen grenzenlos zu sein. Irgendwann in den Morgenstunden waren sie völlig erschöpft und befriedigt eng aneinandergeschmiegt eingeschlafen. Es hatte keine Fragen, keine Zweifel mehr zwischen ihnen gegeben. Sollte er auch das wieder verloren haben? Verdammt. Er sehnte sich nach Spocks Nähe. Er wollte ihn bei sich haben, bei ihm sein. Er wollte ihn spüren, für ihn da sein, wenn Spock ihn brauchte. Schon lange wusste er, dass sich ein einsamer und sensibler Mann hinter der stoischen Maske verbarg. Gestern Nacht war ihm Spock zum ersten Mal richtig glücklich erschienen. Er hatte sogar leise gelacht. Sein Vertrauen in ihn war grenzenlos gewesen.
Er wollte ihm dies immer ermöglichen. Er wollte ihm ein Freund und Partner sein. Nach dieser Nacht noch mehr als jemals zuvor...

Hoffnungslos ließ er den Blick durch den Raum schweifen. Nein, nichts war so, wie es sein sollte. Es lag keine Kleidung auf dem Boden. Das Bett war frisch und sauber. Es standen keine angefangenen Brandygläser auf dem Tisch, das Schachspiel stand an seinem Platz im Regal. Auf seiner Schulter war keine Spur von Spocks Biss zu sehen. Er fühlte sich sauber und ausgeruht, war kein bisschen wund...

Er ließ den Kopf hängen und starrte auf seine bloßen Füße.

"Jim?"

Sein Kopf ruckte hoch und er starrte verblüfft auf Spock, der splitternackt und mit noch nassem Haar aus dem Bad kam.

"Was ist los?"

Langsam klappte sein Mund wieder zu und er setzte sich auf die Bettkante.
"Spock? Träume ich oder bist du wirklich hier?"

Spock setzte sich neben ihn und betrachtete ihn verwirrt. "Ich bin sowohl körperlich als auch geistig anwesend. Was verstört dich so?"

Ganz automatisch kam Leben in Kirks Hände und er griff nach Spock. Tastete über den sehnigen Körper, so als könnte er seinen Augen nicht trauen.

"Du bist wirklich hier? Die letzte Nacht ist wirklich geschehen und du erinnerst dich daran?"

"Ja Jim?" Spock fing seine Hände ein und hielt sie behutsam fest. "Was ist los? Fühlst du dich nicht gut? Soll ich McCoy rufen?"

"Nein... nein. Ich bin schon in Ordnung. Es ist nur..."

Kirk löste eine Hand aus Spocks Griff und fuhr sich durch die Haare. 
Dann hob er den Kopf.

"Ist dir bei deinen Messungen gestern etwas Besonderes aufgefallen?"

"In diesem Raumgebiet treten bekanntermaßen immer wieder leichte Verzerrungen im Raum-Zeit-Gefüge auf, deren Ursprung und Auswirkung bisher nicht näher untersucht wurde. Wie haben gestern in der Tat eine dieser Verzerrungen am Rand gestreift. Ich habe den Vorfall im Logbuch vermerkt, doch es kam zu keinerlei Auswirkungen. Dies wäre der einzige Vorfall, der zu deiner Frage passt."

Kirk nickte abwesen.  Das war es also gewesen... Nun, vielleicht hatte nur er die Zeitverwerfung wahrgenommen. Auch gut. Er wollte
jetzt keinen Gedanken daran verschwenden.

Spock sah ihn noch immer besorgt an, als er den Blick wieder hob.
Fast scheu nahm er Spocks Hand in die seine.

"Spock, ich... Als ich vorhin aufgewacht bin, dachte ich, ich hätte die letzte Nacht mit dir nur geträumt. Es wäre nicht das erste Mal
gewesen", fügte er mit einem halben Grinsen hinzu.
"Und als ich mich in der Kabine umsah, war nichts so, wie es nach einer solchen Nacht sein sollte. Himmel! Ich bin völlig ausgeruht und ausgeschlafen. Ich bin weder wund, noch kann ich eine Spur von deinem Biss letzte Nacht auf meiner Schulter entdecken..." Er schwieg und zuckte hilflos mit den Schultern.

Zu seiner Überraschung lächelte Spock sanft. Nicht das Beinahe-Lächeln, dass er nur in Kirks Gegenwart zeigte, sondern ein echtes,
wirkliches Lächeln. Die Wirkung, die es auf die sonst so steifen und harten Züge hatte, war umwerfend.
Kirk konnte ihn nur atemlos ansehen.

Spock schien sich dieser Wirkung überhaupt nicht bewusst zu sein, als er trocken antwortete.
"Dafür gibt es durchaus eine logische Erklärung. Zum Einen, bin ich bereits seit einiger Zeit wach und habe inzwischen aufgeräumt. Zum Anderen war die restliche Zeit, die uns für die Nachtruhe geblieben war, zu kurz, um eine adäquate Tiefschlafphase zu erreichen. Ich habe deshalb eine Meditation vorgezogen und auch dich darin mitgenommen. Du hast nicht geschlafen, sondern mit mir meditiert. Und da mein Körper ähnlich mitgenommen war wie der deine, habe ich weiterhin die Zeit genutzt um eine leichte Heiltrance zu initiieren. Deshalb sind alle Wunden und die Erschöpfung verschwunden."

Kirk lehnte sich lachend gegen Spock und zog dessen Kopf zu sich herunter. Er küsste ihn übermütig und gab ihn dann wieder frei.

"Und ich dachte schon, ich hätte diese wunderbare Nacht nur geträumt! Jage mir um Himmels Willen nie wieder einen solchen Schrecken ein, Mister. Ich glaube nicht, dass ich das überleben würde."

Einen endlos langen Moment versanken ihre Blicke ineinander. "Ich möchte nämlich nie wieder ohne dich aufwachen, oder überhaupt ohne dich sein", flüsterte Kirk leise und legte seine Hand an Spocks Wange.

Langsam wanderte einer der ausdrucksstarken Brauen nach oben. "Weißt du wirklich, was du da sagst, Jim?"

Kirk nickte ruhig. "Ja. Ich möchte immer mit dir verbunden sein. Ich weiß nicht, wie du es bezeichnest, aber ich weiß, dass es unter
Vulkaniern eine lebenslange mentale Bindung gibt. Genau das ist es, was ich mit dir teilen möchte."

Spock schluckte trocken. Es war mehr, als er jemals zu träumen gewagt hatte. Vorhin, als er unter der Dusche stand und die letzten Spuren von ihrer Liebesnacht von sich abwusch, hatte er sich eingestanden, dass er nie auf diese Leidenschaft würde verzichten wollen. Er hatte noch immer nicht gewusst, wie ernst es Kirk tatsächlich war. Doch er war bereit gewesen, sich damit abzufinden, wenn er genug von ihm haben würde...

Wie in Zeitlupe glitten seine Finger über Kirks Gesicht um schließlich auf den Kontaktpunkten zu verharren.
Dann zog er plötzlich die Hand zurück.

"Was?"

Spock schüttelte traurig den Kopf. "Es wäre eine lebenslange Verbindung, Jim. Ich... ich wünsche sie mir zu sehr, als dass sie
jemals wieder getrennt werden könnte. Du wärest für den Rest deines Lebens mit mir verbunden. Jeder kann die Gedanken und Empfindungen des andere wahrnehmen. Es gibt keine Geheimnisse mehr zwischen uns. Ich begehre nur dich, aber was ist, wenn du eine Frau triffst, mit der du eine Familie gründen wolltest. Es wäre dir unmöglich."Spocks Stimme war immer leiser geworden, als er seine größten Ängste aussprach.

Kirk nahm ihn sanft in die Arme.
"Ich will dich, seit ich dich zum ersten Mal gesehen habe, Spock. Es war mir nur nie wirklich bewusst, wie sehr ich dich liebe. Ich habe dich begehrt, habe mich nach dir gesehnt. Aber ich wusste nicht, wie du über diese Dinge denkst. Du warst stets so unnahbar, so unantastbar. Du hast nie zu erkennen gegeben, ob Dinge wie Liebe und Zärtlichkeit in deinem Leben überhaupt eine Rolle spielen.
Die Frauen, die zahlreichen Affären, waren nur dazu da, um mich von dem abzulenken, was ich scheinbar nicht haben konnte. Und selbst Männer interessierten mich nicht mehr, seitdem ich dich kannte. Nicht das ich es nicht versucht hätte: es kam mir nur so vor, als würde ich dich betrügen. Ich konnte schlichtweg nicht. Ich liebe dich Spock, mehr als alles andere. Und alles was ich möchte
ist die Zeit die uns bleibt mit dir zu verbringen. Es war schrecklich, als ich heute morgen allein aufgewacht bin. Das möchte ich wirklich nicht mehr erleben."

Spock lehnte sich schwer an ihn, schmiegte sich haltsuchend in die Umarmung. Jim liebte ihn!
Er ließ zu, dass seine eigenen tief verborgenen Empfindungen an die Oberfläche drängten, ließ zu, dass seine Liebe zu Jim alle Zweifel
fortspülte. Plötzlich konnte er Jim wahrnehmen. Ohne dass er die Kontaktpunkte berührte, ohne dass er ganz bewusst das Partnerband formte, konnte er fühlen, wie die Verbindung ganz von allein entstand. Er konnte Kirks Staunen und das Glück fühlen, dass der andere empfand, als sich ihre Seelen fanden und verbanden. Es war wie ein Taumel, ein Rausch, aus dem es kein Erwachen zu geben schien.

Langsam ebbte der Sturm ab und beide konnten das feste Band zwischen ihnen wahrnehmen. Die Realität gewann wieder an Substanz, die Wirklichkeit kehrte zurück.

Spock richtete sich auf, schuf ganz bewusst eine körperliche Distanz. Prüfend betrachtete er Jim, der seinem Blick lächelnd und gelassen begegnete. Es war keine Berührung mehr nötig: Das Band würde sie für immer vereinen.

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Auch diesmal lachten die guten Geister des Universums nicht - sie nickten sich vielmehr zufrieden zu.

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Ende