Titel: Was wäre wenn...
Teil: 5/6
Autor: T'Sihek
Serie: TOS
Paarung: K/S
Rating: PG-13
Zusammenfassung: Kirk und Spock kommen sich näher.
Fortsetzung von "Was wäre wenn... Teil 1" unter Verwendung einer eurer Vorschläge. Lasst euch überraschen, welcher. Und vielen Dank an alle, die mir ihre Ideen geschickt haben.
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Archiv: Für private Zwecke jederzeit.
Disclaimer: Spock und Kirk gehören Paramount/Viacom. Der Rest gehört mir und ich beabsichtige nicht, einen Gewinn daraus zu erzielen - außer Spaß zu haben.
Wer unter 18 ist oder homoerotische Erzählungen nicht mag, sollte bitte nicht weiterlesen.
Teil 4

 



Was wäre wenn... Teil 5

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Der nächste Morgen begann wie die drei vorherigen und langsam machte sich Verzweiflung in Kirk breit. Alles war wie an den Tagen zuvor. Resigniert spielte er das Spiel mit. Die Dialoge waren ihm schon so vertraut, dass er sich nicht mehr auf sie konzentrieren musste um richtig zu reagieren. Und selbst wenn er einen Fehler machte: es änderte nichts.

Das war es! Nichts änderte sich. Es war zum Verrückt werden!

Sein Blick klebte an Spock und er sehnte sich nach nichts anderem, als ihn endlich berühren zu dürfen.

Und wieder lud er ihn zu einem Schachspiel ein...

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Kirk wanderte unruhig in seiner Kabine auf und ab.

Oh ja. Diesmal würde er es anders machen. Sie würden Schach spielen.
Aber wie!

Und wieder riss ihn der Türmelder aus seinen Gedanken.

"Herein!"

Spock blieb einen Moment lang in der Tür stehen. Mit den Augen suchte er Kirk, doch er konnte ihn nirgends entdecken. War er zu früh?

"Nun kommen Sie schon herein, Spock und setzen Sie sich. Ich habe das Spiel schon aufgebaut", kam Kirks etwas undeutliche Stimme aus dem Schlafbereich.

"Möchten Sie etwas trinken? Einen Tee?"

"Ja. Das wäre akzeptabel."

"Gut. Ich bin sofort da."

Spock hob etwas irritiert eine Braue. Doch er verkniff sich eine Antwort. Schließlich war es offensichtlich, dass Kirk bereits
anwesend war...

Als Kirk sich schließlich zu ihm gesellte und ihm den Tee reichte musterte Spock ihn einen Moment lang. Nichts an dem Erscheinungsbild oder der  Mimik des Captains verriet, weshalb er so lange gebraucht hatte. Er wirkte sogar noch ruhiger und beherrschter als sonst üblich.

In Spock begannen Alarmsirenen zu schrillen.

Zwar war Kirk einer der wenigen Menschen, deren Selbstbeherrschung an die eines Vulkaniers heranreichen konnte, doch war es gerade für diesen Menschen unüblich sich in der Gesellschaft eines Freundes so sehr zu beherrschen.

Ergo: Er hatte etwas zu verbergen.

Behutsam, damit Kirk den Unterschied nicht merkte, senkte er seine Schilde. Doch zu seiner Überraschung konnte er nichts von Kirks sonst so offensichtlichen Empfindungen wahrnehmen. Also blieb ihm nur eine Möglichkeit: er würde ihn fragen müssen.

"Darf ich mich erkundigen, was Sie momentan beunruhigt?"

Kirk stutzte kurz und musterte Spock. Hatte der Vulkanier etwa seine Gedanken gelesen?
Er schluckte und schalt sich dann selbst einen Narren. Spock würde niemals seine telepathischen Fähigkeiten einsetzen ohne ihn vorher um Erlaubnis zu bitten. Er würde es sich allerhöchstens erlauben die oberflächlichen Emotionen wahrzunehmen. Und das war etwas, was ihm Kirk schon vor langer Zeit gewährt hatte.

"Nichts, was das Schiff oder die Crew im allgemeinen betrifft."

Eine Augenbraue kletterte unter den akkurat gekämmten Pony. "Nicht die Crew im allgemeinen? Dann schließe ich daraus, dass Ihre Gedanken von einer einzelnen Person beschäftigt werden?"

Kirk versuchte beiläufig zu klingen. Verdammt! Spock kannte ihn zu gut! Er wollte doch erst einmal herausfinden, wie Spock dachte. Dann wäre immer noch genug Zeit, um zu entscheiden, wie es weitergehen sollte.

"So könnte man es nennen."
Er würde ihn ablenken müssen. Und er wusste auch schon wie.
"Aber lassen wir dass mal. Wie gesagt, es betrifft weder das Schiff noch unseren derzeitigen Auftrag."
Er deutete auf das Spielbrett.

"Ich würde Sie gerne mit einer an der Akademie gebräuchlichen Variante der Schachregeln bekannt machen. Sie wird öfters auf, sagen wir privateren Veranstaltungen gespielt."

Wieder kletterte eine Braue nach oben und Spock bedachte ihn mit einem intensiven Blick. Doch er enthielt sich eines Kommentars. Er ahnte dumpf, was Kirk mit privateren Veranstaltungen meinte.

"Inwiefern unterscheidet sich diese besagte Regel von den üblichen?"

Kirk nippte an seinem Drink. "Es ist mehr eine Ergänzung. Die üblichen Regeln bleiben erhalten."

Er nahm zwei verschiedenfarbige Bauern vom Brett und ließ Spock wählen, während er weitersprach.
"Der Unterschied besteht darin..." Himmel! Warum wurde es ihm auf einmal so heiß?
Spock schwieg weiterhin und musterte ihn intensiv. Konnte er denn nicht woanders hin sehen?

"Worin, Jim?"

Kirk hob irritiert den Blick. "Bitte?"

Die zweite Braue wanderte nach oben und Spock legte den Kopf etwas schief. "Worin besteht der Unterschied, oder vielmehr jene besagte Ergänzung?"

"Äh, Aja. Jetzt weiß ich es wieder." Kirk schwitzte. Das fing ja gut an. Eigentlich hatte ja er Spock zum ,schwitzen` bringen wollen!
Wo blieb nur seine übliche Tollkühnheit? Er würde morgen im hintersten Eck des Laderaumes danach suchen müssen.

"Also: Jeder, der eine Figur verliert muß ein Kleidungsstück ablegen."

Spocks Brauen schienen noch ein Stück höher zu wandern. Kirk biss sich auf die Lippen. Es war wohl doch keine so gute Idee gewesen. Und das schlimmste kam ja erst noch!

"Ich gehe nicht davon aus, dass das alles ist?"

Woher zum Kuckuck wusste Spock das nun wieder?

"Nein. Der Verlierer muß dem anderen einen Wunsch erfüllen."

Kirks Gesicht schien zu glühen und Spock betrachtete interessiert die deutlich röter gewordene Gesichtsfarbe. Er wusste inzwischen genug über Menschen und speziell über diesen Einen, um die Anzeichen deuten zu können: Er wollte unbedingt etwas von ihm wissen, was er sich nicht offen zu fragen getraute. Deshalb dieser Umweg über das Spiel.

Spock bezweifelte, dass es sich um etablierte Regeln handelte, obwohl sie ihn entfernt an Strip-Poker erinnerten, wovon er tatsächlich in seiner eigenen Studienzeit an der Akademie gehört hatte. Nunja.

Er beschloss, eine von Kirks eigenen Taktiken anzuwenden.

Er schob seinen Stuhl zurück und stand auf. Der entsetzte Gesichtsausdruck des Captains war sein sofortiger Lohn und sagte ihm,
dass sein Bluff funktioniert hatte.

"Was haben Sie vor, Spock?"

"Diese Variante erscheint mir wenig logisch. Ich kann keinen Sinn darin erkennen, das Schlagen von Figuren als Anlass zum Entkleiden zu nehmen."

Mist!
Kirk hob beschwichtigend beide Hände. "Bitte Spock. Es ist ein Spiel. Es erhöht den Reiz und ist ein vergleichsweise einfacher und
harmloser Einsatz. Lassen Sie es uns nur einmal versuchen."

Kirk legte alle Überredungskunst in seinen Blick und suchte Spocks Augen. Für einen Moment lang versank er in dem braunen Glanz...

Spock zögerte merklich. Kirk wusste, dass er ihm nichts abschlagen konnte, wenn er ihn so ansah.
Und Kirk spürte, dass er gewonnen hatte. Er legte den Kopf schräg und sah zu Spock auf.
"Übrigends. Sie wissen ja: Wer überlegt, sucht Gründe nicht zu müssen."

"Lessing, Nathan der Weise", antwortete Spock ganz automatisch und setzte sich langsam wieder. Er gab auf.

"Nun, einverstanden..." Er hob eine Hand um einer Bemerkung Kirks zuvor zu kommen. "Unter einer Bedingung. Es wird eine vulkanische Variante hinzugefügt."

Kirk nickte ergeben. Dieses Zugeständnis würde er machen müssen.

"In Ordnung. Wie lautet sie?"

"Wer eine Figur verliert, kann wählen: Entweder er beantwortet eine Frage, oder er entledigt sich eines Kleidungsstücks."

Kirks Stimmung erhellte sich wieder. Er hatte schon mit Schlimmerem gerechnet. Und abgesehn davon: so schlecht klang diese Variante gar nicht. Eröffnete sie ihm doch ganz neue Möglichkeiten!

"Einverstanden."
Er entspannte sich wieder und sie begannen zu spielen. Allerdings merkte Kirk schon nach wenigen Zügen, dass Spock es ihm diesmal nicht leicht machen würde. Schneller als ihm lieb war, war er Stiefel, Strümpfe und Uniformhemd los geworden, während Spock noch keine einzige Figur verloren hatte. Wenn er sich nicht frühzeitig outen wollte, würde er als nächstes eine Frage beantworten müssen...

Doch dann sah er eine Chance und setzte seinen Läufer. Spocks Braue ruckte hoch, als einer seiner Bauern aus dem Spiel genommen wurde.

Kirk grinste breit. "Nun, welche Option wählen Sie?"

Spock zögerte nicht. "Eine Frage bitte."

Der Captain lehnte sich zurück und verschränkte die Arme vor der Brust. Endlich! Jetzt hatte er die Chance etwas von jenen Dingen zu erfahren, die Spock für gewöhnlich verschwieg.

"Nach welchen Kriterien wählen Vulkanier einen Partner, wenn sie nicht bereits schon als Kinder gebunden worden sind?"

Spocks Gesichtsausdruck wechselte innerhalb von Sekundenbruchteilen von Überraschung, über leichtem Ärger, Unsicherheit und Ablehnung zu völliger Kontrolle. Er lehnte sich ebenfalls zurück und nahm einen Schluck von seinem Getränk.

"Dies ist eine sehr direkte Frage, die den persönlichen Bereich eines Vulkaniers betrifft."

"Sie sagten nichts über die Natur der Fragen."

Spock nickte knapp. Kirk hatte ihn überrumpelt. Nun, es war nicht das erste Mal.
Er fixierte einen Punkt rechts oberhalb von Kirks Schulter und ignorierte geflissentlich dessen breites Grinsen.
"Eines der wichtigsten Wahlkriterien ist die mentale Kompatibilität. Erst danach kommen Beruf, persönliche Vorlieben und Meinungen,
Aussehen oder Geschlecht."

Kirk nickte. Das war doch schon was. Er wartete, ob Spock noch etwas hinzufügen würde, aber  offensichtlich hielt er die Frage für
ausreichend beantwortet.

So, so. Das Geschlecht spielte also eine untergeordnete Rolle. Hatte er vielleicht doch noch eine Chance?

Spock setzte seinen Turm und plötzlich war Kirk in der Zwickmühle.
Beim nächsten Zug waren gleich mehrere seiner Figuren bedroht. Für gewöhnlich spielte Spock kein Kamikaze-Schach, doch diesmal schien er sich keine Hemmungen aufzulegen.
Würde er eben in den sauren Apfel beißen!

Er setzte seinen Springer und verlor prompt einen weiteren Bauern.
Spock bedachte ihn mit einer gehobenen Braue. "Kleidung oder Frage?"

Kirk schluckte. Das Glitzern in den dunklen Augen war ihm nicht entgangen.
"Die Frage."

Spock ließ ihn einen endlosen Augenblick lang zappeln. "Diese Person, die momentan Ihre Gedanken beschäftigt... was empfinden Sie für sie?"

Kirks Kinnlade klappte nach unten. Moment mal! Wer versuchte hier wen aus der Reserve zu locken? Und das ganze schien dem Vulkanier auch noch zu gefallen, wenn er die Kombination aus schräggelegtem Kopf, fast-Beinahe-Lächeln, verschränkten Armen und diesem Glitzern in den Augen richtig deutete.

"Was ich empfinde...?" Diesmal war es Kirk, der an Spock vorbeistarrte.
Was empfand er für Spock? Die Frage war gar nicht so einfach zu beantworten!
"Freundschaft, Loyalität, Achtung, Respekt, Neugierde. Ich bin... fasziniert und fühle mich von... der Person angezogen."
So, jetzt war es heraus. Und seltsamerweise erschienen ihm seine eigenen Gefühle nun gar nicht mehr so sonderbar, wenn er die schlanke Gestalt vor sich musterte.

Spock betrachtete ihn noch einen Moment lang wie ein seltenes Insekt und wandte sich dann wieder dem Spiel zu. Durch seinen Zug hatte er Kirk unbeabsichtigt mehrere Möglichkeiten eröffnet, die dieser prompt nutzte. Wieder verschwand eine von Spocks Figuren vom Brett.

"Frage?"

"Frage."

War da ein leiser Seufzer gewesen? "Also gut, Frage."
Kirk überlegte nicht lange. Spock war nach seinem abgebrochenen Pon farr keine neue Bindung eingegangen. Weder an Bord, noch auf Vulkan. Das wusste er mit Sicherheit.
"Sie sind nicht mehr gebunden."

"Ist das eine Frage oder eine Feststellung?"

"Letzteres. Nun zu meiner Frage: Gibt es eine Person, die Sie für eine mögliche neue Bindung in Betracht ziehen?"

Langsam kam Spocks Blick nach oben. Doch diesmal war der Ausdruck in den dunklen Augen für Kirk nicht zu deuten.

Spocks Gedanken rasten. Er befand sich auf gefährlichem Terrain. Unsicherheit und der Wunsch nach Offenheit rangen in ihm um die
Oberhand. Sein nächtlicher Traum drängte sich ungefragt in sein Bewusstsein und er spürte, wie Herzschlag und Blutdruck plötzlich
anstiegen. Er konnte Kirk mit allen Sinnen wahrnehmen, war sich der Gegenwart des anderen plötzlich mehr als deutlich bewusst. Wohin
würde das hier führen?

"Ja." Seine eigene Stimme klang heiser in seinen Ohren und er hoffte inständig, dass Kirk es nicht gehört hatte.

Er wurde enttäuscht, wie der plötzlich veränderte Gesichtsaudruck des Captains bewies. Er hatte Lunte gerochen und würde die Spur
weiterverfolgen, um ein irdisches Sprichwort zu verwenden.
Nun, im Moment war er erlöst.

Kirk nickte wie in Gedanken. Er beobachtete Spocks Zug. Diesmal brauchte der Vulkanier deutlich länger als üblich um sich zu
entscheiden. Doch er schaffte es, keine seiner Figuren zu gefährden. Kirk grinste breit. Ein weiterer Hinweis.

Spock verharrte reglos, als Kirk seine Figur setzte. Seine Dame war bedroht, aber er hatte in diesem Zug keine Figur verloren. Nun, er
ahnte was Kirks nächste Frage sein würde. Aber war er soweit, sie auch zu beantworten?

Sie spielten schweigend weiter und Spock kämpfte darum die Oberhand zu gewinnen. Nur schaffte er es diesmal nicht. Seine Gedanken waren so sehr abgelenkt, dass es ihm schwer viel, sich gegen Kirk zu behaupten. Schon im nächsten Zug verlor er eine weitere Figur.

"Frage?"
Kirk grinste breit. Der Vulkanier würde sich lieber die Zunge abbeißen, als noch eine Frage zu beantworten. Wobei ihm die zweite
Variante auch sehr erstrebenswert erschien. Und er wurde nicht enttäuscht.

"Nein."
Spock streifte wortlos seine Stiefel von den Füßen und stellte sie ordentlich neben seinen Stuhl.

Sie spielten weiter, und schon bald trugen sie beide nur mehr noch ihre Uniformhosen und die Unterwäsche.

Kirk ließ den Blick über Spocks sehnigen Oberkörper wandern. Der Vulkanier trug ein enges schwarzes Thermoshirt, dass nichts der
Phantasie überließ. Es spannte sich knapp über die breiten Schultern und den deutlich muskulösen Brustkorb. Der Körperbau eines Vulkaniers war insgesamt schlanker, die Glieder länger als bei einem Menschen, die Muskeln aber dennoch nicht weniger ausgeprägt. Und genau diese Mischung war es, die Spock in Kirks Augen so attraktiv machte.
Und dann die helle, leicht grünliche Haut! Der Kontrast zum schwarzen Stoff!
Kirk atmete tief durch. Spock ganz in Schwarz tat seiner Selbstbeherrschung definitiv nicht gut! Er spürte, wie sein Herzschlag anstieg und sich Hitze in seinem Schoß zu sammeln begann.

Aber auch Spock schien deutlich unruhig geworden zu sein. Er kämpfte sichtlich um seine Selbstbeherrschung und richtete alle Konzentration auf das Spielbrett. Kirks nackten Oberkörper - er trug nie ein Shirt unter dem Uniformhemd - ignorierte er beharrlich.

Kirk grinste zurieden.

Der nächste Zug kostete wieder Kirk eine Figur und er beschloss, Spock noch ein wenig mehr zu provozieren.
Als der Vulkanier den Blick hob um seine Wahl zu erfragen, stand er aufreizend langsam auf. Spock verfolgte jede Bewegung mit den Augen und schluckte deutlich.

Kirk ließ seine Hände über seinen Brustkorb wandern und verharrte kurz am Hosenbund. Dann öffnete er betont langsam den Knopf und schob dann den Reißverschluss nach unten. Spocks Blick schien seine Haut zu versengen, als er die Hose millimeterweiße öffnete und dann begann über die Hüften nach unten zu schieben.

Kirk schluckte. Die Augen des Vulkaniers brannten sich in seine Haut und brachten sein Blut zum Kochen. Er spürte deutlich, dass er bald mehr verraten würde, als er es jetzt eigentlich schon wollte.
Um seine wachsende Erregung zu verbergen drehte er Spock den Rücken zu und schob die Hose mit lasziven Bewegungen weiter nach unten.

Atemlos verfolgte Spock jede Bewegung. Er hatte keine Zweifel mehr, was Kirk beabsichtigte. Der Anblick, der sich ihm bot, war so
eindeutig, dass er keine weitere Frage mehr brauchte. Sein Blut rauschte in den Ohren und er unterdrückte ein Stöhnen, als ihm Kirk ein in enge schwarze Shorts gekleidetes, sehr muskulöses und gut geformtes Hinterteil entgegenreckte. Er schloss die Augen.

Erst, als er hörte, dass Kirk sich wieder setzte, sah er auf. Kirk hatte bereits gezogen.

"Ihr Zug, Spock."

Haselnussbraune Augen fingen die dunkelbraunen mit einem herausfordernden Funkeln ein, ließen erwartungsvolle Schauer über
Spocks Rücken rieseln.

Ja, es war sein nächster Zug, der alles bestimmen konnte. Er riss sich von dem goldenen Glanz los und richtete seine Aufmerksamkeit auf das Schachspiel. Und dann sah er die Möglichkeit.

Er setzte seine Königin.

"Schachmatt."

Kirk, noch immer in den Anblick des Vulkaniers versunken, wurde unsanft aus seinen Träumereien gerissen. Er starrte ungläubig auf das Brett.

Verflixt!
Verflixt!
Verfl...

Spock hatte Recht. Er war schachmatt. Im doppelten Sinne. Denn jetzt würde er ihm einen Wunsch erfüllen müssen.

Langsam begegnete er den samtigen Augen.

Spock lehnte sich langsam zurück, ein vielsagendes Glitzern in den Augen.
"Ihren eigenen Regeln zu Folge müssen Sie mir nun einen Wunsch erfüllen."

"Hrchn."
Kirk räusperte sich und versuchte es noch einmal.

"Welchen?"

Spock stand langsam auf und ging um den Tisch herum. Er blieb knapp vor Kirk stehen, genoss sichtlich die fast greifbare Spannung zwischen ihnen.

Kirk sah atemlos zu ihm auf. Nie war ihm ein anderer Mann so sinnlich, so erotisch erschienen wie der sonst so unantastbare Spock
in diesem Moment...

"Lass mich dich küssen."
Die Stimme war nur ein Flüstern, dennoch rauh vor Verlangen.

Und Kirk war verloren. Das war mehr, als er vermutet hatte!
Er nickte langsam, ließ zu, dass Spock nach seinen Händen griff und ihn hochzog.

Doch es waren nicht die Lippen des Vulkaniers, die im nächsten Moment seine Welt aus den Angeln hoben.

Spock hob die Hand, die Finger zum vulkanischen Gruß gespreizt. Kirk zögerte kurz, doch nach einem auffordernden Nicken Spocks erwiderte er die Geste etwas unsicher.
Das sollte ein Kuss sein? Enttäuschung breitete sich in ihm aus und er wollte die Hand wieder sinken lassen, doch dann drückte Spock
plötzlich seinen Zeigefinger gegen seinen. So etwas wie ein elektrischer Schlag fuhr durch Kirks Körper, vibrierte in jeder Zelle, in jeder Faser. Sein Atem stockte und er konnte ihn nur ansehen.

Spock hielt seinen Blick fest, strich dabei ohne den Kontakt zu unterbrechen, mit Zeige und Mittelfinger seiner Hand über Kirks
Handrücken. Die Berührung war so langsam und so zart, dass er sie kaum wahrnahm, doch in seinem Innern löste sie ein Feuer aus. 

Kirk spürte, wie seine Knie weich wurden. Doch bevor er zu taumeln begann, ließ Spock ihn los. Die plötzliche Leere in seinem Inneren ließ Kirk nach Luft schnappen. Was war das? Er war zu keiner Regung fähig, selbst das Atmen war etwas, dass ihm in diesem Moment schwer fiel. Sicher, er war nicht gerade ein Mauerblümchen. Doch keine Erfahrung, die er in so mancher leidenschaftlichen Nacht gemacht hatte, hatte ihn auf diese Intensität vorbereitet. In ihm begann sich eine Erkenntnis zu formen: Er hatte gerade eben das vulkanische Äquivalent eines Kusses erlebt. Atem und Herzschlag setzten wieder ein.

Spock beobachtete ihn stumm. Ein feines Lächeln umspielte seine Lippen, als er sich langsam zu ihm beugte und ihn tatsächlich auf
eine sehr menschliche Art und Weise küsste. Seine Lippen waren warm und trocken, doch nicht so rau, wie er es erwartet hatte. Erneut drohten die Knie unter Kirk weich zu werden.
Doch diesmal klammerte er sich an Spock. Sein Verstand weigerte sich zu begreifen, was hier geschah. Sein Körper reagierte völlig
instinktiv, als seine Hände sich unter das schwarze Shirt schoben und über den warmen Brustkorb strichen.

Spocks Arme umfingen ihn, hielten ihn behutsam. Ihre Lippen begegneten sich hungrig und erst, als beiden die Luft knapp wurde,
lösten sie sich wiederstrebend voneinander.

Kirk lehnte, noch immer bebend, den Kopf an Spocks Schulter. An seiner Schläfe konnte er den rasenden Puls des Vulkaniers fühlen,
hörte den flachen, schnellen Atem.

"Spock..."
Er wagte nur zu flüstern, wagte es nicht, dem Vulkanier in die Augen zu sehen.

Doch Spock verharrte reglos. Kirks Ruf drängte sich in sein Bewusstsein. Kirk war bekannt für seine schnellen und kurzweiligen
amourösen Abenteuer.War es das, was er wollte? Ein schnelles Abenteuer, einige angenehme Stunden?

Er sehnte sich nach dem kräftigen, kühlen Körper in seinen Armen. Wollte ihn berühren und berührt werden. Zu lange wünschte er es sich bereits.

Es gab jedoch auch noch andere Dinge, die er bedenken musste. Würde er es ertragen können, Kirk weiterhin auch jeden Tag zu sehen, jeden Tag mit ihm zusammen zu arbeiten, wenn diese Nacht vorbei war? Die Enterprise war zu seiner Heimat geworden. War er bereit, sich mit einer Nacht zufrieden zu geben, oder würde er das Schiff verlassen müssen?
Kirk war noch nie treu gewesen. Würde er es jetzt sein können?

Spock kannte die Antwort.
Langsam schob er Kirk von sich und suchte den Blick der goldbraunen Augen.

"Nein, Jim."

"Was?"
Kirk sah ihn verwirrt an. Hunger und Verlangen schimmerten in seinen Augen und fast hätte Spock nachgegeben.
Er straffte seine Gestalt und trat einen Schritt zurück. Schuf damit eine Distanz, die er nicht wollte, aber in diesem Moment mehr als
alles andere brauchte.

"Nein, Jim. Wir sind Offiziere der Sternenflotte und es gibt Regeln, die wir in dieser Funktion einhalten müssen. Sie wissen selbst, dass private Beziehungen zwischen Offizieren des Führungsstabes untersagt sind. Die Gefahr einer Beeinflussung in der Ranghierarchie ist..."

Kirk hob unwirsch die Hand und drehte ihm den Rücken zu. "... ist zu groß. Bla bla bla. Glauben Sie das wüsste ich nicht!"

Kirk klang beleidigt, verwirrt und verletzt. Das war das letzte, was Spock gewollt hatte. Aber er hatte keine andere Wahl.

"Wir sind machtlos gegen diese Regeln, Jim."

Kirk reagierte nicht, starrte nur stumm auf das Schachspiel vor ihm Spock wartete noch einen Moment, dann ging er.

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Als Spock gegangen war ließ sich Kirk schwer in einen Sessel fallen.

Mist!
Er hatte es wieder verpatzt.
Was war nur schief gegangen? Er fuhr sich mit einer Hand durch die Haare, grübelte still, was er falsch gemacht hatte. Eine bleierne
Müdigkeit erfasste ihn und er beschloss erst einmal zu Duschen und dann schlafen zu gehen. Wenn er eine Nacht darüber schliefe, würde ihm vielleicht eine Lösung einfallen.

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Wird in Teil 6 fortgesetzt.



Teil 6