Titel: Was wäre wenn...
Teil: 2/6
Autor: T'Sihek
Serie: TOS
Paarung: K/S
Rating: PG
Zusammenfassung: Kirk und Spock kommen sich näher.
Fortsetzung von "Was wäre wenn... Teil 1" unter Verwendung einer eurer Vorschläge. Lasst euch überraschen, welcher.
Und vielen Dank an alle, die mir ihre Ideen geschickt haben.
Feedback: Gerne! MCKuppler@t-online.de
Archiv: Für private Zwecke jederzeit.
Disclaimer: Spock und Kirk gehören Paramount/Viacom. Der Rest gehört mir und ich beabsichtige nicht, einen Gewinn daraus zu erzielen - außer Spaß zu haben. Wer unter 18 ist oder homoerotische Erzählungen nicht mag, sollte bitte nicht weiterlesen.



Was wäre wenn... Teil 2
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Kirk wanderte unruhig in seiner Kabine auf und ab. Es müsste doch eine Möglichkeit geben, wie er herausfinden könnte, was mit Spock los war. Seit Wochen schien er irgendwie verändert zu sein. Kirk waren die Blicke nicht entgangen, mit denen Spock ihn immer wieder unauffällig musterte. Blicke, die mehr anzudeuten schienen...

Wenn er doch nur wüsste, wie Spock über solche Dinge dachte! Er selbst ging ebenso gerne mit Frauen wie mit Männern ins Bett. Spock hingegen...Kirk seufzte. Der Vulkanier schien immer so unnahbar, so unantastbar. Jeden anderen Mann hätte er schon längst verführt. Aber bei Spock wagte er es nicht so recht.

Möglichkeiten, ein eindeutiges Angebot zu machen, hatte es schon genug gegeben. Aber irgendwie brachte er es nie fertig, den letzten,
entscheidenden  Schritt zu machen. Er war ärgerlich über sich selbst. Himmel! Er benahm sich wie ein unreifer Teenager, der plötzlich seinem heimlichem Schwarm gegenüberstand. Was war nur los mit ihm?

Der Türmelder riß ihn unsanft aus seinen Gedanken und er fuhr nervös herum. So spät schon?

"Herein!"

Spock blieb einen Moment lang in der Tür stehen. Dank seines feinen Gehörs war ihm nicht entgangen, dass Kirk unruhig und nervös auf und abgelaufen war. Doch den Grund konnte er nur erahnen. Ruhig musterte er seinen Freund und Captain. War da ein Funkeln in
den Augen, dass sonst nicht da war? Er war sich nicht sicher.

"Nun kommen Sie schon herein, Spock und setzen Sie sich." Kirk deutete auf einen der Sessel, die an einem kleinen Tisch
standen. Das Schachspiel war bereits aufgebaut.

"Möchten Sie etwas trinken? Einen Tee?"

"Ja. Das wäre akzeptabel."

,Akzeptabel`... Kirk grummelte vor sich hin, während er beim Nahrungsreplikator Tee und Brandy bestellte. Es war zwar für Spock
völlig normal, sich so auszudrücken, aber es vereinfachte die Sache nicht gerade. Wie sollte er nur einem solchen eleganten und
zurückhaltenden Mann ein eindeutiges Angebot machen?

Er reichte Spock den Becher mit heißem Tee und für einen kurzen Moment berührten sich ihre Fingerkuppen. Spock reagierte nicht und Kirk war sich nicht sicher, ob er überhaupt etwas bemerkt hatte. Er selbst ließ fast den Becher fallen. Überdeutlich nahm er die höhere Körpertemperatur wahr. Und einmal mehr wünschte er sich den schlanken, sehnigen Körper berühren zu dürfen.

"Möchten Sie im Stehen spielen, Captain?"

"Wie, äh, was?"

"Ich fragte, ob Sie im Stehen spielen möchten, Captain. Oder wäre es Ihnen lieber, das Spiel auf einen anderen Abend zu verschieben? Sie werden offensichtlich von etwas abgelenkt."

Kirk sah Spock einen Moment lang verdutzt an, dann dämmerte es ihm, dass er noch immer leicht vornübergebeugt dastand und den Vulkanier betrachtete. Verflixte Tagträume! Er setzte sich schnell, bevor die Situation noch peinlicher wurde.

"Nein, nein. Ich denke, das Schachspiel ist genau das, was ich heute abend brauche. Lassen Sie uns anfangen."
Dass ihm der Sinn nach etwas ganz anderen stand, verschwieg er geflissentlich.

Spock bedachte ihn noch einen Moment lang mit einer hochgezogenen Braue und eröffnete dann das Spiel. Kirk schien wirklich völlig
abgelenkt zu sein. Er spielte unkonzentriert und machte beinahe einen Fehler, der sonst nur Anfängern unterlief. Und das war er bei weitem nicht mehr.

Spock beobachtete Kirk unter halb gesenkten Augenlidern. Das gedämpte Licht in der Kabine ließ das dunkelblonde Haar aufleuchten. Fast so etwas wie ein goldener Schimmer umgab den Captain...Kirk fuhr sich unruhig durch das Haar und eine widerspenstige Locke
fiel ihm sofort wieder in die Stirn. Es juckte Spock in den Fingern. Zu gerne hätte er sie wieder zurückgestrichen, die kühle, glatte Haut berührt. Doch er verwehrte sich diesen Wunsch, wie schon so viele Male zuvor.

Kirks Freundschaft bedeutete ihm sehr viel, war jener doch einer der Ersten, die ihn so akzeptierten, wie er war. Einer der wenigen, die nichts von ihm forderten, was er nicht freiwillig zu geben bereit war. Spock wusste nicht, wie Kirk zu gleichgeschlechtlichen Beziehungen stand. Sicher, er hatte ihn, wann immer möglich beobachtet; hatte auf alle Gerüchte und auf alles Getuschel gelauscht, auch wenn er es niemals offen zugegeben hätte. Kirk galt als Don Juan. Er konnte so gut wie jede Frau haben, die er wollte - und er wollte viele. Doch unter allen Eroberungen war niemals ein Mann gewesen.

Spock war sich unsicher, wie Kirk auf ein eindeutiges Angebot reagieren würde. So gut er den Menschen kannte: es gab immer wieder Situationen in denen er die Reaktion des andere nicht vorhersagen konnte. Kirk war und blieb unberechenbar. Es war eine jener
Eigenschaften, die ihn zu einem der besten aller Captains der Flotte machte. Eine der Eigenschaften, die Spock an ihm schätzte.

Seine Gedanken perlten durch sein Bewusstsein, während er Zug um Zug gegen Kirk gewann. Schließlich kippte Kirk seinen König um.

"Ich gebe auf, Spock. Sie hatten Recht. Ich bin heute nicht bei der Sache. Vielleicht sollten wir das Spiel tatsächlich auf einen anderen
Tag verschieben."

Spock nickte, fast ein wenig enttäuscht. Er genoß jede Minute in Kirks Gegenwart. Ob jetzt der richtige Moment wäre...

Doch Kirk wandte sich ab und stellte das Schachspiel auf seinen Platz in einem Wandregal. Spock verstand den subtilen Hinweis.

"Gute Nacht, Jim."

"Mh? Oh, ja. Gute Nacht, Spock."

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Als Spock gegangen war ließ sich Kirk schwer in einen Sessel fallen.

Mist! Er hatte es wieder verpatzt. Und dabei hätte er schwören können, dass Spock fast ein wenig gezögert hatte. War er enttäuscht
gewesen? Ärgerlich und frustriert ging er ins Bad. Eine kalte Dusche war zwar nicht das, was er sich jetzt wünschte, aber sie würde ihren Zweck erfüllen.

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Wird in Teil 3 fortgesetzt.

 

 

Teil 3