neu: Wanna be a Rockstar? (House MD, slash, PG, Humor)
Titel: Wanna be a Rockstar?
Autor: Lady Charena
Fandom: House, MD
Charaktere: House/Wilson
Rating: PG, Humor, slash
Anmerkung des Autoren: Vielen Dank an T’Len fürs Betalesen. Ich muss nicht extra erwähnen, dass „Poison“ einer meiner Lieblingssongs ist und man ihn wirklich, wirklich, wirklich laut hören muss???

Summe: Über Musikgeschmack lässt sich streiten... Oneshot

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen. Lyrics: Alice Cooper.



„Hey, House, hast du meine...“ Wilson unterbrach sich, als er sah, dass ihm keine Aufmerksamkeit geschenkt wurde.

House hatte Kopfhörer auf und lag mit geschlossenen Augen lang ausgestreckt in dem Loungesessel, der in die Nähe der Stereoanlage gerückt worden war. Die Kopfhörer waren nämlich von der alten Sorte, riesig und mit einem etwas über zwei Meter langen Kabel an die Anlage angeschlossen. Er hatte versucht, House dazu zu überreden, sich eine kabellose Version anzuschaffen, damit es keine Umbauarbeiten mehr in Anspruch nahm und er das Sofa benutzen konnte, oder auch auf dem Bett liegen – doch vergeblich. Und allzu sehr wagte er auch nicht, auf dem Thema zu beharren. Es war immerhin schon ein riesiger Kompromiss von House’ Seite, dass er gelegentlich darauf verzichtete, die Musik in einer Lautstärke zu hören, die den Putz von der Decke rieseln ließ und seine Nachbarn die Wände hochtrieb. Vorzugsweise natürlich dann, wenn Wilson arbeitete. Aber nachdem er einige Male demonstrativ seine Sachen gepackt und zurück ins Krankenhaus gefahren war, um in Ruhe in seinem Büro zu arbeiten, waren eines Tages die Kopfhörer aus den magischen Tiefen von House’ Flurschrank aufgetaucht. Mit House konnte es eben nie einfach sein.

Er trat zu ihm und stupste sein Knie an, um House’ Aufmerksamkeit zu erringen. Blaue Augen sahen mit einer Undeutbarkeit zu ihm hoch, die entweder bedeutete, dass House etwas im Schilde führte – oder aber, dass er Schmerzen hatte und versuchte, es sich nicht anmerken zu lassen. Doch die Entspannung in House’ langer Gestalt sagte ihm, dass es zumindest nicht letzteres war. Das rechte Bein lag über dem angewinkelten Linken. Wie um die erzwungene Bewegungslosigkeit der unteren Extremitäten auszugleichen, spielten seine Hände ein wildes Trommelsolo in der Luft.

„Was ist los?“, fragte House – genauer gesagt, er schrie es fast, weil er seine eigene Stimme nicht hören konnte – was Wilson eine gute Vorstellung von der Lautstärke gab, die der Kopfhörer abfing.

Kurzentschlossen zog er den Stecker aus der Stereoanlage – und zuckte erschreckt zusammen, als es direkt neben ihm aus einer der Boxen plärrte: „I want to taste you but your lips are venomous poison - You're poison running through my veins -You're poison, running through my blood. I don't want to break these chains ... Poison – You’re poison – running through my blood.. One look could kill… My pain, your thrill…”

An dieser Stelle hatte er sich so weit von dem Schock erholt, dass er den Lautstärkeregler auf Null drehte. Die sich anschließende Stille war ohrenbetäubend, und die Luft schien nach zu vibrieren.

„WAS...“ Wilson unterbrach sich, als er merkte, dass seine Stimme zu schrill und viel zu laut klang. Aber durch das Klingeln in seinen Ohren konnte er sich kaum selbst hören. „Was zum Teufel war das???“

House nahm die Kopfhörer ab. „Jimmy, haben deine Eltern dich wirklich in einen Keller gesperrt und erst zu deiner Hochzeit rausgelassen?“, spottete er. „Das war Alice Cooper“, setzte er hinzu, als würde das alles erklären.

„Ich hätte es eher für einen Hörsturz gehalten.“ Wilson rieb sich über sein Ohr. „Wie kannst du so einen Lärm nur aushalten?“ Als House den Mund öffnete, hob er abwehrend die Hand. „Vergiss’ es, ich will es gar nicht hören.“

House grinste. „Wenn du so redest, klingst du genau wie meine Mutter, Jimmy. Und das ist soooooo was von abtörnend.“

„Gut“, entgegnete Wilson streng. „Und ich habe tatsächlich vergessen, was ich von dir wissen wollte.“ Er seufzte resigniert und trat kopfschüttelnd von House weg.

Beziehungsweise wollte er das, doch der Griff von House’ Stock hakte sich um sein Handgelenk und zerrte daran. „Aua. Ich wünschte, du würdest das nicht tun. Meine Ohren funktionieren. Zumindest sobald sie ihren Dienst wieder aufnehmen.“ Er hakte sich los und drehte sich um. „Was ist?“

„Krüppel? Kabel? Hallo? Es steckt sich nicht von selbst wieder ein“, sagte House mit seiner besten Leidensmiene.

Wilson murrte, bückte sich aber trotzdem und steckte die Kopfhörer wieder ein. Dann drehte er die Lautstärke hoch, allerdings auf einen Wert, den er als vernünftig ansah.

„Lauter!“, forderte House. „Millionen von Teenagern in aller Welt wollten in den Siebzigern wegen diesem Mann Teufelsanbeter werden. Sie haben seine Konzerte sogar verboten, weil er da lebenden Fledermäusen... oder waren es lebende Hühner?... den Kopf abbiss.“

„Das erklärt seine Faszination“, erwiderte Wilson trocken, die Arme vor der Brust verschränkt. Er dachte gar nicht daran, die Lautstärke hochzustellen.

„Jimmy!“

Er schüttelte den Kopf.

„Wilson. Stell’ es lauter, man kann diese Musik nicht bei Zimmerlautstärke genießen.“

„Auf keinen Fall.“

„Du benimmst dich schon wieder wie meine Mutter“, schmollte House. „Du hast verdammtes Glück, dass du nicht so aussiehst wie sie.“

„Das freut mich wirklich ungem...arrggh...“, weiter kam Wilson nicht, denn House griff blitzschnell nach seiner Krawatte – er war praktischerweise nahe genug zu ihm getreten – und zog ihn zu sich hinunter, um ihn zu küssen. Verdammt, er lernte es wohl nie... Dann gab er seufzend nach und stützte sich links und rechts von House’ Armen auf, was den Druck von seinem Kehlkopf nahm und damit die unmittelbare Gefahr, von House erdrosselt zu werden.

„James. Bitte“, flüsterte House dicht an seinem Mund und er konnte einen Schauer nicht unterdrücken, der bei diesem Tonfall und diesen beiden Worten durch ihn lief. Und er wusste, er würde später dafür bezahlen.

„Okay“, erwiderte er resignierend und House ließ seine Krawatte los. Mit der einen Hand lockerte er den zugezogenen Knoten, mit der anderen drehte er den Lautstärkeregler auf.

House grinste zufrieden und schloss die Augen wieder. Er begann lautstark mitzusingen: „Your mouth, so hot -- Your web, I'm caught -- Your skin, so wet -- Black lace on sweat -- I hear you calling and it's needles and pins. I wanna hurt you just to hear you screaming my name. Don't wanna touch you but you're under my skin -- deep in – I wanna kiss you but your lips are venomous poison… You’re poison running through my veins…”

Wilson musterte ihn kopfschüttelnd, die Hände in die Hüften gestemmt, aber konnte nicht verhindern, dass ihm der Text eine Gänsehaut verursachte. Er lachte verlegen über sich selbst.

Da gab es eine ganz Welt voll vernünftiger, erwachsener Menschen da draußen – und er verliebte sich in einen 48jährigen Teenager, der keine Anstalten machte, diesen Zustand jemals zu ändern.

Sah wirklich so aus, als hätte er ‚verdammtes Glück’.

Ende