Verliebt, verlobt, wir werden heiraten

T’Len

2010

 

 

Fandom: SK Kölsch

Charaktere: Jupp Schatz/Klaus Taube

Kategorie: NC-17

Hinweise: Fortsetzung zu Verliebt, verlobt und fast verheiratet

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Summe: Jupp gewinnt eine Erkenntnis

 

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen. Vielen Dank an Lady Charena fürs Beta.

 

 

Er lehnte im Türrahmen und beobachtete den nackten Mann, der auf seinem Bett saß, den Kopf an die Wand gelegt, die Beine ausgestreckt, die Augen geschlossen, den Mund leicht geöffnet. Er beobachtete Hände, die sanft über den nackten Körper strichen, als wollten sie jeden Millimeter erkunden. Für einen Augenblick stand er nur da und sog den Anblick in sich auf. Dann stieß er sich von der Tür ab und trat zum Bett. Der andere öffnete die Augen und sah ihn überrascht an, als sich das Bett unter seinem Gewicht senkte. Er erstickte die aufkommende Frage, indem er den Finger auf die leicht geschwollenen Lippen legte. Er glitt zwischen die ausgestreckten Beine des Anderen, presste seine eigene Erektion gegen dessen. Er küsste ihn, ließ seinen Mund dann zum Ohr gleiten. „Ich will dich, Klaus“, flüsterte er. Die Hand, die das Kondompäckchen vom Nachttisch nahm, war Antwort genug.

 

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Schwer atmend saß Jupp in seinem Bett und versuchte den Traum abzuschütteln.

 

„Jupp, was ist los?“, fragte Klaus verschlafen neben ihm.

 

„Nichts“, erwiderte Jupp. „Ich... ich habe nur geträumt.“

 

„Willst du darüber reden“, bot Taube an.

 

Jupp ließ sich wieder ins Kissen sinken. Er schwieg. Wie sollte er Klaus sagen, dass er von ihm geträumt hatte. Nicht zum ersten Mal und nicht erst, seit sie zwangsweise ein Bett teilten, aber so intensiv, so eindeutig war es noch nie gewesen. Als er schließlich „Ich habe von dir geträumt... von uns... beim Sex“, flüsterte, war er sich fast sicher, Klaus sei schon wieder eingeschlafen und hätte ihn nicht gehört.

 

„Keine Bange, ich bin sicher, es gibt eine ganz harmlose Erklärung dafür, du bist nicht plötzlich schwul geworden, nur weil du neben mir schläfst“, erwiderte Klaus.

 

Jupp wunderte sich, warum das nicht die Antwort war, die er irgendwie erwartet… erhofft? hatte. Und warum war da dieser Stich im Herzen?

 

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„Oh hoppla, ich hatte Sie noch gar nicht erwartet.“ Jupp glaubte Bettina Meier kein Wort, von ihrer gespielten Überraschung, als er mit ihr zusammenstieß. Er war gerade zur Wohnungstür herein gekommen, während sie aus dem Bad trat – natürlich nackt.

 

„Wir haben Handtücher“, sagte er spitz.

 

Sie ignorierte die Bemerkung und lächelte ihn honigsüß an. „Aber mein Anblick wird dich doch nicht etwa stören“, säuselte sie. „Wo Frauen dich doch jetzt kalt lassen. Oder, bist du vielleicht doch noch ein ganzer Kerl?“

 

Sie zog an Jupps Jackenärmel, während sie so eng wie möglich an ihm vorbei ging. „Soll ich dich nicht doch, vom Gegenteil überzeugen?“ Ihre Hüften schwenkten einladend, als sie die Tür zu ihrem zeitweiligen Zimmer öffnete.

 

„Ich bin immer ein ganzer Kerl“, erwiderte Jupp.

 

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Klaus hatte noch einige Einkäufe erledigt, deshalb betrat er eine halbe Stunde später als Jupp die Wohnung. Er wunderte sich zunächst, warum Jupp nirgends zu sehen war, bis er Stöhnen aus dem Zimmer hörte, dass normalerweise er bewohnte.

 

Klaus hätte nicht zu sagen vermocht, was ihn veranlasste, die Tür zu öffnen, denn er wusste eigentlich genau, dass das nur eines bedeuten konnte und was er somit hinter der Tür sehen würde. Offensichtlich hatte er doch einen Hang zum Masochismus. Für einen Augenblick starrte er auf Jupp und Bettina. „Verdammt Jupp, kannst du nicht einmal nicht an dich denken?“, die Worte waren aus seinem Mund, ihm klar werden konnte, dass er kein Recht hatte, sie auszusprechen. Dann knallte er die Tür zu.

 

„Klaus!“ Jupp hatte von Bettina in dem Moment, als er Klaus’ Stimme hörte, abgelassen.

 

„Lass ihn“, sagte Bettina. „Er ist doch sowieso nichts für dich.“ Sie wollte ihn wieder über sich ziehen.

 

Doch Jupp war schon aus dem Bett.

 

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Er hatte gehofft, Klaus würde im Rättematäng sein, doch dort hatte ihn niemand gesehen. Wütend auf Bettina, aber vor allem auf sich selbst, dass er sich von ihr hatte provozieren lassen und ihr unbedingt seine Männlichkeit beweisen musste. Dabei war es keine einzige Sekunde gut gewesen hatte sich einfach falsch angefühlt. Er dachte wieder an seinen Traum der letzten Nacht und kam sich vor, als hätte er Klaus betrogen.

 

Er fand Taube schließlich zwei Stunden später am Ufer des Rheins. Irgendwie schien es sie beide immer dorthin zu verschlagen, wenn einer von ihnen Probleme hatte und Zeit zum Nachdenken brauchte. „Es tut mir Leid“, sagte er, als er an seine Seite trat.

 

„Nein Jupp, ich muss mich entschuldigen“, erwiderte Klaus sofort. „Ich habe kein Recht, dir Vorwürfe zu machen oder die gar vorzuschreiben, wie du dein Privatleben gestaltest. Das ganze Theater war eine Scheißidee, ich werde ihr die Wahrheit sagen und es sofort beenden.“

 

„Und ihr die Genugtuung geben“, sagte Jupp.

 

„Die hat sie doch schon“, erwiderte Klaus bitter.

 

„Sie hat mich angemacht, nicht ich sie. Und als du aufgetaucht bist, war noch gar nichts passiert. Wirklich nicht. Ich hatte nicht mal einen Steifen.“

 

„Du musst dich nicht vor mir rechtfertigen, Jupp“, betonte Klaus und wandte seinen Blick wieder ab.

 

 „Klaus“, Jupp griff nach seinem Arm und drehte ihn wieder zu sich. „Der Traum letzte Nacht…“

 

„Ich habe dir doch gesagt…“

 

„Lass mich bitte ausreden“, unterbrach Jupp Taubes Einwurf. „Es war nicht das erste Mal, dass ich von dir geträumt habe. Auch ohne deinen Psychologiekram weiß selbst ich, dass mein Unterbewusstsein mir was sagen will. Und ich hatte auf der Suche nach dir genug Zeit, darüber nachzudenken, mir klar zu werden, was uns alles verbindet, was du mir bedeutest.“ Er holte tief Luft. „Klaus, ich will dich und niemand sonst.“ Es war einfacher als gedacht, die Worte auszusprechen.

 

„Du meinst…?“, Klaus wusste nicht, was er erwidern sollte, zu unerwartet, zu überraschend kamen die Worte. Worte, die je zu hören er heimlich erhofft aber nie auch nur zu träumen gewagt hatte.

 

Jupp sah ihn bittend an. „Ich meine es ernst“, versicherte er. „Ich will mit dir zusammen sein, als Paar, als Partner, in jedem Sinne.“

 

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Von Bettina Meier war nichts zu sehen, als sie die Wohnung betraten. Flo würde die Nacht bei einem Freund verbringen. Er zog es vor, ihrem ungebetenen Besuch aus dem Weg zu gehen. Wie von selbst fanden sie den Weg ins Schlafzimmer.

 

„Ich hätte da eine Bitte“, sagte Jupp, als er die Tür schloss.

 

Jupp lehnte im Türrahmen und beobachtete Klaus, der auf seinem Bett saß, den Kopf an die Wand gelegt, die Beine ausgestreckt, die Augen geschlossen, den Mund leicht geöffnet. Er beobachtete Hände, die sanft über den nackten Körper strichen, als wollten sie jeden Millimeter erkunden. Für einen Augenblick stand er nur da und sog den Anblick in sich auf. Dann stieß er sich von der Tür ab und trat zum Bett. Klaus öffnete die Augen und sah ihn an, als sich das Bett unter seinem Gewicht senkte. Er legte den Finger auf die leicht geschwollenen Lippen, dann glitt er zwischen die ausgestreckten Beine, presste seine eigene Erektion gegen Taubes. Er küsste ihn, ließ seinen Mund dann zum Ohr gleiten. „Ich will dich, Klaus“, flüsterte er. Die Hand, die das Kondompäckchen, welche sie vorher dort deponiert hatten, vom Nachttisch nahm, war Antwort genug.

 

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Sie wusste, es gehörte sich nicht, doch sie musste ihrer Neugier einfach nachgeben. Vorsichtig drückte sie die Klinke herunter und spähte ins Schlafzimmer. Die eng ineinander verschlungenen Männer bemerkten sie nicht, doch sie wusste, gegen das, was sie da sah, hatte sie keine Chance.

 

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Jupp saß auf Klaus’ Schreibtischkante und beugte sich für einen Kuss zu ihm herunter. „Sie können das Theater beenden, meine Herren“, sagte Haupt, der in diesem Moment ins Zimmer trat. „Frau Meier ist abgereist. Sie musste dringend nach Wiesbaden zurück.“

 

„Wissen wir“, erwiderte Jupp. Sie hatten am morgen das Zimmer leer und einen Zettel auf dem Küchentisch gefunden. Offensichtlich war Bettina noch in der Nacht abgereist.

 

„Was haben Sie sich eigentlich gedacht, unsere Abteilung mit so einer dreisten Lüge bloß zu stellen?“, ereiferte sich Haupt nun. Seine Stimme wurde immer lauter.

 

„Ich weiß nicht, wovon sie reden, Chef“, sagte Jupp. Mittlerweile hatten sich auch Achim und Gino zu ihnen gesellt. „Hier hat keiner gelogen.“

 

„Sie wollen also allen Ernstes behaupten, Sie und Herr Taube seien ein Paar?“

 

„Ja“, sagten beide wie es einem Mund. „Wir beabsichtigen demnächst zu heiraten“, ergänzte Klaus.

 

„Ich bin wirklich von Ihnen enttäuscht. Aber bitte, wenn Sie die Scharade weiter spielen wollen, meinetwegen“ Haupt schüttelte den Kopf und ging hinaus.

 

„Ihr seid unmöglich“, meinte auch Achim. „Total unmöglich“, ergänzte Gino, bevor sie ihrem Chef folgten.

 

„Lass sie“, sagte Klaus, als Jupp anhob, um ihnen etwas hinterher zu rufen.

 

„Du hast Recht“, grinste Jupp. „Hauptsache wir wissen es besser.“ Dann küsste er Klaus.