Verliebt, verlobt und fast verheiratet

T’Len

2006

 

 

 

Fandom: SK Kölsch

Charaktere: Jupp Schatz, Klaus Taube, Florian Schatz, Bettina Meier

Kategorie: PG, Humor

Hinweise: Fortsetzung zu Verliebt, verlobt und noch immer nicht geschieden.

Feedback: tlen11@freenet.de

Summe: Bettina zieht tatsächlich bei Jupp und Klaus ein.

 

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen. Vielen Dank an Lady Charena fürs Beta.

 

 

 

„Wie konntest du bloß zustimmen, dass sie bei uns wohnt?“, fragte Jupp Klaus, als sie allein in ihrem Büro waren.

 

„Hättest du lieber vor den Kollegen als Lügner dagestanden?“, fragte Taube zurück.

 

„Ja. Verdammt noch mal, Haupt glaubt doch tatsächlich, ich penn mit dir“, schimpfte Jupp. „Das darf einfach nicht wahr sein. Du gehst jetzt sofort zu ihm und klärst diese ganze Scheiße auf. Schluss mit dieser Schmierenkomödie.“

„Jupp“, sagte Klaus ruhig. „Wie, glaubst du wohl, wird er reagieren, wenn er erfährt, dass seine zwei Untergebenen nicht nur ihn, sondern auch eine Mitarbeiterin vom BKA belogen haben? Er fühlt sich doch bis auf die Knochen blamiert. Das wird ihm nicht gefallen.“

 

„Vorsichtig ausgedrückt“, ergänzte Jupp. Haupt wirkte immer so ruhig, aber aus mehr als einer Erfahrung wusste er, dass diese Fassade täuschen konnte.

 

„Eben“, erwiderte Klaus.

 

„Ehrlich gesagt, dieser blöden Bettina würde ich den Triumph nicht gönnen, uns zu enttarnen“, gestand Jupp ein. „Sagt, unser Laden sei primitiv. So eine Frechheit.“

 

„Na also“, sagte Klaus. „Sind doch nur knapp zwei Wochen. Wenn sie weg ist erkläre ich alles. Versprochen. Sie kann in deinem Zimmer schlafen und du schläfst bei mir. Euer altes Ehebett ist doch groß genug für zwei.“

 

„Ich soll mit dir in einem Bett schlafen?“, fragte Jupp entsetzt.

 

„Keine Bange, ich vergewaltige dich schon nicht“, lächelte Klaus.

 

///

 

„Das ist Ihr Zimmer.“ Jupp stieß die Tür zu seinem Raum mit dem Fuß auf. „Ist nicht aufgeräumt. Wir haben keinen Besuch erwartet. Da drüben ist das Bad und da die Küche.“ Er deutete in die entsprechende Richtung. „Handtücher sind in der untersten Schublade vom Schrank. Bettwäsche eine drüber. Sie müssten das Bett frisch beziehen. Aber das können Sie ja, nehme ich an, sind ja eine Frau.“

 

Jupp machte keine Anstalten, Bettina Meier zu helfen, so wie er ihr auch nicht ihr Gepäck abgenommen hatte, im Gegensatz zu Klaus. Wer seine Truppe beleidigte war bei ihm unten durch. War schlimm genug, dass diese Tussi bei ihnen einquartiert worden war. Fast konnte er Klaus sogar verstehen, dass er vor dieser Furie die Flucht ergriff.

 

„Wer ist das denn?“, fragte Flo, der neugierig aus seinem Zimmer kam.

 

„Eine alte Bekannte von Onkel Klaus“, erwiderte Jupp und bedeutete Flo und Klaus, ihm in die Küche zu folgen. Taube stellte den Koffer im Flur ab, dann folgte er seinem Freund und dessen Sohn.

 

„Wohnt sie jetzt hier?“, wunderte sich Flo.

 

„Nur für zwei Wochen. Sie ist beim BKA und jetzt in Köln, um uns einige neue Computerprogramme vorzustellen. Alle Hotels waren ausgebucht“, erklärte Klaus.

 

„Und wo schläfst du, Papa?“, fragte der Junge. „Wenn sie dein Zimmer hat?“

 

Jupp grinste schief. „Das erklärt dir am besten auch Onkel Klaus.“

 

Flo sah Taube fragend an. Der schluckte. „Bei mir. Sie denkt, dein Vater und ich... wir wären verlobt“, erklärte er stockend.

 

„Echt?“, fragte Flo.

 

Jupp zuckte nur resignierend mit den Schultern und deutete auf Taube. „Alles seine Schuld.“

 

„Sie... ist sehr an mir interessiert, Flo. An mir als Mann“, erklärte Klaus. „Ich ließ sie in dem Glauben, dein Vater und ich, wir seien.... ähem.... ein Paar, in der Hoffnung, sie würde ihre Bemühungen dann aufgeben. Und ich wäre dir sehr dankbar, wenn du ihr nicht das Gegenteil erzählst. Auch wenn man eigentlich nicht lügen sollte, das weißt du ja hoffentlich.“

 

„Okay, ich verrat nix“, erwiderte Florian.

 

„Aber wehe, du sagst zu irgendjemand anderem etwas“, schärfte Jupp ihm ein. „Weder in der Schule noch im Rättematäng noch sonst wo ein Wort. Verstanden?“

 

„Wenn du willst.“ Flo zuckte mit den Schultern. „Aber ich fänd’s cool.“

 

„Was?“, fragte Jupp irritiert zurück.

 

„Na, wenn ihr zusammen wärt. Zwei Väter zu haben ist doch toll. Außerdem ist Schwulsein doch total ‚In’, seit dieser Politiker im Fernsehen gesagt hat ‚und das ist gut ist.“

 

Jupp starrte seinen Sohn entsetzt und sprachlos an, während Klaus sich ein Grinsen nicht verkneifen konnte. „Du gehst besser deine Hausaufgaben machen, Flo“, sagte er.

 

„Ich fass es nicht.“ Als Flo den Raum verlassen hatte, fand Jupp seine Sprache wieder. „Mein Sohn findet es cool, wenn ich ne Schwuchtel wäre.“

 

„Dein Sohn ist in seinen Ansichten eben wesentlich weiter als du, trotz *deiner* Erziehung“, bemerkte Taube spitz.

 

„Also hör mal, du, du...“, entrüstete sich Jupp. „Wenn der bei dir irgendwas aufgeschnappt hat, dann...“

 

„Wie oft soll ich dir noch sagen, Homosexualität ist keine ansteckende Krankheit, sondern eine natürliche Veranlagung“, unterbrauch Klaus ihn, nun auch sichtlich wütend. „Sollte dein Sohn eines Tages feststellen, dass er schwul ist, dann ist das niemandes Schuld und du hast es verdammt noch mal zu akzeptieren.“


„Flo wird keine Tunte, das schwör ich dir“, erwiderte Jupp und fügte hinzu, als er sah, wie sich Taubes Blick verdüsterte: „Ach vergiss es einfach.“

 

Er stürmte aus dem Zimmer und rannte fast Bettina Meier um, die gerade aus dem Schlafzimmer kam, nur ein knappes Handtuch um die Hüfte geschlungen. Jupp starrte auf ihren blanken Busen. „Können Sie sich nichts überziehen?“, knurrte er.


„Ich konnte kein größeres Handtuch finden“, flötete sie. „Und es stört Sie doch sicher nicht, wenn ich so rumlaufe, wo Frauen Sie doch jetzt kalt lassen. Oder?“ Sie lächelte ihn kokett an und presste sich dabei an ihn.

 

„Aber mich stört es“, erwiderte Taube, der mittlerweile zu ihnen getreten war und zog Jupp ein Stück ur Seite. „Vor allem, wenn der Junge dich so sehen sollte.“

 

„Ich bin ja schon weg“, erwiderte Bettina indigniert und verschwand im Bad.

 

Jupp starrte ihr hinterher. „Gott, was für Möpse“, murmelte er.

 

„Garantiert nicht echt“, erwiderte Taube trocken.

 

„Und diese Dinger machen dich echt nicht an?“, wollte Jupp wissen.


“Nein“, betonte Taube. „Und dich besser die nächsten zwei Wochen auch nicht. Ich bin nämlich ein ungeheuer eifersüchtiger Verlobter.“

 

Ende

 

Fortsetzung: Verliebt, verlobt, wie werden heiraten