Urlaub und andere Katastrophen

Teil 3

T’Len

2006

 

 

 

Fandom: SK Kölsch

Charaktere: Jupp Schatz/Klaus Taube

Kategorie: NC-17

Feedback: tlen11@freenet.de

Summe: Was soll’s: Ich bin im Urlaub, ich hab gute Laune, also kriegen die Jungs mal ein Happy End.

Teil 1, Teil 2

 

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen. Vielen Dank an Lady Charena fürs Beta.

 

 

Schwer atmend hielt Jupp auf dem Gipfel der Düne an und schnappte nach Luft. Verdammt, es war anstrengender als gedacht, durch den losen Sand zu stapfen. Er schnaufte ganz schön. Vielleicht hatte Klaus doch recht, er sollte mehr für seine Fitness tun. Andererseits, er hatte nie den Eindruck gehabt, Klaus wäre jetzt der Fitnessfreak, von seinem Tick meist vegetarisch zu essen mal abgesehen. Obwohl, Schwule sollten ja immer eitel sein. Und wenn er sich die meisten Typen im Hotel so ansah, stimmte das auch. Kein Gramm zuviel am Körper und Muskeln wie ein Bodybuilder. Er zog schon ständig seinen Bauch ein, um eine leidlich gute Figur zu machen. Was Klaus mit einem ziemlich süffisanten Lächeln und der Bemerkung, er wolle wohl doch jemanden aufreißen, kommentierte.

 

Da Jupp nicht noch einen langweiligen Tag im Hotel verbringen wollte, hatte er sich schließlich allein auf den Weg zum Strand gemacht. Denn Klaus weigerte sich hartnäckig ihn zu begleiten, wollte lieber am Pool liegen und lesen. Von wegen sportlich, dachte Jupp. Nur langweilig.

 

So war er allein losgezogen, um die Dünen zu erkunden. Seine Bedenken waren bei Licht betrachtet ja auch albern gewesen. Es war ja nun nicht so, dass hinter jeder Düne ein Schwuler lauerte, der über ihn herfallen wollte. Außerdem vermochte er sich notfalls auch ganz gut selbst zu verteidigen. Schließlich war er Polizist, verdammt noch mal.

 

Allerdings hatte er eindeutig die Größe der Dünen unterschätzt, als er, statt den direkten Weg zum Strand zu nehmen und dann am Wasser lang zu laufen, quer durch sie zu wandern begann. Jetzt war er schon über eine halbe Stunde unterwegs, immer auf und ab, und schien nicht vorwärts zu kommen.

 

Er schirmte seine Augen gegen die Sonne ab - eine Sonnenbrille mitzunehmen hatte er vergessen - und blickte zum Ufer. Vielleicht sollte er, überlegte er, lieber zurück gehen. Aber das schien ihm noch weiter als der Weg vorwärts zum Strand. Er blickte um sich, versuchte abzuschätzen, was der kürzeste und vor allem am wenigsten auf und ab gehende Weg war.

 

Da erblickte er, halb verborgen im Schatten, in der Senke zwischen zwei Dünen ein Liebespaar, das ganz offensichtlich voll zur Sache ging. Jupp lächelte und wollte sich bereits abwenden, als er stutzte. Irgendetwas stimmte da nicht. Jupp starrte angestrengt hin und dann plötzlich fiel der Groschen. Es waren zwei Männer, die sich da im Sand liebten.

 

Und noch etwas fesselte ihn. Ihre Stellung. "Ich dachte immer, die tun es nur von hinten, wie die Hunde", murmelte er vor sich hin. Doch diese beiden liebten sich offensichtlich so, wie er auch eine Frau lieben würde. Jupp starrte fasziniert auf das Paar. Obwohl er wusste, dass es sich nicht gehörte, konnte er die Augen nicht von ihm wenden. Unwillkürlich fragte er sich, ob Klaus genauso Sex machen würde? Und lag er oben oder unten?

 

Erst als er Stimmen hörte und sich von der anderen Seite eine Familie seinem Standort näherte, zwang er sich seinen Blick abzuwenden und weiterzugehen.

 

Doch das Paar ging ihm den ganzen Tag nicht aus dem Kopf. Es hatte so zärtlich gewirkt, so natürlich, was sie da taten.

 

///

 

"Ich habe dir gesagt, du sollst dich eincremen", tadelte Klaus ihn am Abend, als er die Röte auf Jupps Oberkörper sah. "Die Sonne brennt stärker als man durch die ständige Brise vom Meer her denkt."

 

Jupp zuckte mit den Schultern, was ihm einen schmerzhaften Laut entlockte.

 

"Leg dich hin", ordnete Klaus an. "Ich habe After-Sun-Creme, die kühlt."

 

Jupp ließ sich aufs Bett fallen und Klaus holte die Creme aus dem Bad. Langsam und vorsichtig begann er sie in Jupps Rücken und Schultern einzureiben. Der quittierte das mit leisem Stöhnen. Doch allmählich ließ der Schmerz nach und er fühlte die angenehm kühle Wirkung.

 

Gleichzeitig wurde er sich jedoch auch Klaus Händen auf seinem nackten Körper nur allzu bewusst. Wie sanft sie sich anfühlten, wie zärtlich. Und plötzlich sah er wieder das Bild des sich liebenden Paares vor seinem inneren Auge. Nur dass es plötzlich Klaus und seine Züge anzunehmen begann. Hastig schüttelte er den Gedanken ab.

 

"Dreh dich um, damit ich deine Brust eincremen kann", sagte Klaus.

 

Doch Jupp schüttelte heftig den Kopf. "Das mach ich selber", sagte er, blieb jedoch liegen, wie er war.

 

Wie hätte er Klaus auch erklären sollen, dass er gerade eine Erektion bekommen hatte.

 

///

 

Als sie später nebeneinander im Bett lagen, konnte er es einfach nicht mehr für sich behalten. "Ich hab vorhin ein Pärchen beobachtet, dass es in den Dünen getrieben hat", sagte er. "Ein schwules meine ich."

 

"Jupp, hast du denn überhaupt kein Taktgefühl", tadelte Klaus.

 

"Hey, ich stand oben auf ner Düne und hab mir die Gegend angekuckt. Wer's in aller Öffentlichkeit treibt, muss sich nicht über Zeugen wundern", verteidigte er sich. "Aber weißt du, was ich komisch fand?"

 

"Nein", erwiderte Klaus. „Aber ich bin sicher, du wirst es mir gleich sagen:“

 

"Wie sie's gemacht haben. Von vorn quasi.“ Er räusperte sich. „Ich meine, ich dachte, ihr tut das immer von hinten, du weißt schon wie ich’s meine." Er stotterte fast.

 

"Jupp, ihr Heteros habt die Missionarsstellung nicht gepachtet. Es gibt viele Spielarten der Liebe, egal ob hetero- oder homosexuell."

 

"Ja sicher", erwiderte Jupp. "Es tut mir wirklich leid, dass ich dir den Urlaub vermasselt habe. Wenn du möchtest", schlug er dann vor, "Suche ich mir morgen ein anderes Hotel. Gibt ja genug hier."

 

"Sei nicht albern, Jupp", sagte Klaus.

 

"Aber wenn du lieber dein Bett mit jemand anderem..."

 

"Ich habe dir doch gesagt, ich bin nicht hier, um jemanden aufzureißen", unterbrach ihn Klaus. "Ich suche keinen Urlaubsflirt für ein paar Tage. Ich möchte einfach ein bisschen Sonne und Ruhe."

 

"Und Schlaf", ergänzte er.

 

Jupp verstand. "Gute Nacht", sagte er.

 

"Gute Nacht", erwiderte Klaus.

 

Jupp hätte ihn zu gern gefragt, wo er denn nun beim Sex lag. Doch er traute sich nicht. Bevor er einschlief wanderten seine Gedanken wieder zu dem Paar am Strand.

 

///

 

Die Hände, die ihn berührten wirkten vertraut und doch ungewohnt. Sie waren männlich sickerte es allmählich in sein Bewusstsein. Klaus Hände. Sie massierten ihn, streichelten ihn, wanderten immer tiefer. Er wand sich in die Berührungen, wollte mehr, hob den Kopf, um den Besitzer der Hände zu sehen. Klaus kam in sein Sichtfeld, sein Mund näherte sich dem seinigen, kam immer näher, bis sie sich schließlich küssten. Die Hände waren derweil an seinem Glied angelangt, berührten seine Härte.

 

Jupp stöhnte auf und wurde wach. Sein Herz raste. Verdammt, wie hatte er bloß von Klaus träumen können und dann so etwas? Langsam wurde ihm bewusst, dass der Traum nicht ohne Folgen geblieben war. Er war tatsächlich erregt. Und wie.

 

Jupp fluchte innerlich. Er musste sich Erleichterung verschaffen. Aber er konnte sich doch nicht hier einen runterholen, wo Klaus neben ihm schlief. Was, wenn er aufwachte und bemerkte, was er tat?

 

Leise wand sich Jupp aus dem Bett. Im Dunkeln tappte er Richtung Bad und stieß sich dabei an einem Stuhl. Er biss sich auf die Zunge, um nicht laut zu fluchen. Schließlich hatte er die Tür gefunden. Leise schloss er sie hinter sich, dann machte er Licht. Jupp öffnete die Toilette, schob seine Shorts herunter und begann sich selbst zu streicheln.

 

Er bemerkte Klaus erst, als er hinter ihm stand. "Lass mich das machen", flüsterte er, die Stimme heißer und rau vor Erregung. Er griff um Jupp, löste seine Hand und schloss seine eigene um Jupps steifen Penis. Jupp lehnte sich zurück an Klaus Schulter, in seine Berührung, genoss die Nähe. Es fühlte sich so verdammt gut an, Klaus’ Hand an seinem Steifen. Da spürte er, wie sich Klaus’ Glied hart gegen seinen Oberschenkel presste.

 

Als hätte ihn das wieder zur Vernunft gebracht, rief er "Nein" und versuchte sich von Klaus zu lösen.

 

///

 

Abrupt setzte er sich im Bett auf. Er hatte geträumt realisierte er langsam. Geträumt, dass er geträumt hatte. Wie verrückt.

 

"Jupp, was ist denn?" Klaus verschlafene Stimme drang an sein Ohr.

 

"Nichts", erwiderte Jupp, bemüht seine Stimme ruhig zu halten. Sein Herz raste und ihm wurde bewusst, dass er wie in seinem Traum tatsächlich erregt war. Verdammt, er konnte sich doch jetzt keinen runterholen während Klaus neben ihm lag. Und wenn er jetzt ins Bad ging, würde Klaus nur Fragen stellen.

 

Das Paar in den Dünen kam ihm wieder in den Sinn und sein Traum war noch allzu lebendig. Jupp atmete tief ein und aus.

 

"Bist du in Ordnung?", fragte Klaus besorgt.

 

"Ich... ich hab geträumt", gestand Jupp. Er wusste nicht, was ihn plötzlich bewegte, Klaus von seinem Traum zu erzählen. Er tat es einfach, ohne darüber nachzudenken. Aber es fühlte sich richtig an. "Wir... taten es", sagte er zögernd. "Ich meine, du hast mich berührt, geküsst und ich war so erregt."

 

Klaus erwiderte nichts und so fuhr Jupp fort. "Dann wachte ich auf, also im Traum und war total geil. Ich ging ins Bad und du kamst mir hinterher und hast mich wieder berührt. Es war so... intensiv."

 

Klaus sagte noch immer nichts, aber Jupp glaubte, dass sich sein Atem beschleunigt hatte. "Die Vorstellung erregt dich", sagte er leise.

 

"Es tut mir leid", erwiderte Klaus.

 

"Ich bin es auch, erregt meine ich", gestand Jupp. Er rollte sich zu Klaus und presste sich an ihn. Er hörte, wie Klaus laut nach Luft schnappte.

 

"Jupp, nicht", bat er leise, doch Jupp hatte sich bereits über ihn gerollt. Ohne weiter darüber nachzudenken, küsste er Klaus. Der zögerte einen Moment, bevor er den Kuss erwiderte.

 

Jupp löste sich von ihm und zog sein Shirt und seine Shorts aus. Dann zerrte er an der Jacke von Klaus’ Pyjama. "Komm", sagte er. Zögernd ließ Klaus es zu, dass Jupp die Jacke aufknöpfte und ihm auszog. Dann streifte er auch die Hose ab.

 

"Bisst du dir sicher?", fragte er.

 

"Ich will dich berühren", erwiderte Jupp. "Und ich will, dass du mich berührst." Er spürte keine Zweifel.

 

Er legte sich eng neben Klaus und begann über dessen Brust zu streicheln. Allmählich wanderte seine Hand tiefer, über Klaus Bauch hinab. Er zögerte kurz, dann schloss er sie um Klaus’ Glied. Der holte zischend Luft. Jupp rieb ein paar Mal auf und ab. "Oh", machte Klaus.

 

"Fass mich an", bat Jupp.

 

Klaus rollte sich auf die Seite und streichelte zögernd über Jupps Oberkörper. Der schob die Hand ungeduldig dahin, wo er sie haben wollte.

 

"Ah", stöhnte er, als Klaus ihn zu streicheln begann. Er küsste den Freund und diesmal wurde der Kuss erwidert. Innbrünstig, leidenschaftlich. Ihre Zungen duellierten sich. Dann küsste Klaus sich seinen Hals herab bis zu seinem Adamsapfel.

 

"Klaus",  Jupps Atem hatte sich weiter beschleunigt. "Ich komm gleich", stöhnte er.

 

Klaus schob sich über ihn, löste Jupps Hand von seinem Penis und brachte ihre beiden Glieder in Kontakt. Jupps Aufstöhnen unterdrückte er mit einem erneuten Kuss. Er nahm Jupps Hand, schob sie mit der seinigen zwischen ihre aneinander gepressten Körper, so dass sie sich beide gemeinsam berühren konnten. Als sie zusammen kamen, erstickte ein weiterer Kuss ihr Stöhnen.

 

Langsam kehrte die Realität zurück, wurde ihr Atem wieder normal. "Jupp?", Klaus Stimme klang fragend und besorgt.

 

Jupp legte ihm den Finger auf den Mund. "Pscht", machte er. "Ich will jetzt nicht darüber reden." Und vor allem nicht darüber nachdenken, was eben passiert war. Unglaublich: Er hatte mit Klaus Sex gehabt, gewissermaßen.

 

Er spürte, wie Klaus neben ihm stumm nickte. Jupp legte den Kopf an die Schulter seines Freundes. "Lass uns schlafen", sagte er leise.

 

///

 

Als Klaus am nächsten Morgen erwachte fand er das Bett neben sich leer. "Jupp?", fragte er besorgt in die Stille des Zimmers hinein. Was letzte Nacht geschehen war, war ihm nur allzu bewusst. Er hatte es genossen und konnte es schwerlich bereuen, aber was war mit Jupp? Es war so weit entfernt wie nur möglich von allem gewesen, an das Jupp bisher geglaubt hatte. Wie würde er sich jetzt fühlen? Bereute er es?

 

"Ich bin hier", kam die Antwort vom Fenster hinter ihm. "Ich konnte nicht mehr schlafen, wollte dich aber nicht wecken."

 

"Bist du okay?"

 

"Sicher", erwiderte Jupp. Er zögerte. "Warum... ich meine, warum ist es passiert? Warum träume ich von dir und du machst mich plötzlich so scharf?"

 

"Ich... ich weiß es nicht", antwortete Klaus. "Es tut mir leid. Ich hätte nicht zulassen dürfen, dass es passiert."

 

"Quatsch", Jupp löste sich vom Fenster und trat ans Bett. "Es gibt nichts zu bereuen und komm bloß nicht auf die Idee, dir Vorwürfe zu machen. Ich hab ja wohl mit dem Ganzen angefangen. Es ist nur, ich versteh nicht, warum das alles so plötzlich..." Ein Lächeln stahl sich auf sein Gesicht. "Schwulsein ist doch nicht ansteckend, oder?"

 

Klaus schüttelte lächelnd den Kopf, wurde jedoch rasch wieder ernst. "Es war immer in dir, Jupp", sagte er.

 

"Du meinst, ich war all die Jahre schwul und hab nix gemerkt? Das ist doch Blödsinn." Jupp schüttelte energisch den Kopf. „Mann, ich hatte Spaß mit Frauen. Ich hab nen Kind.“

 

"Nicht schwul", sagte Klaus. "Bisexuell. Viele Menschen sind das von Natur aus, aber leben es nicht aus. Die meisten sind es sich wahrscheinlich gar nicht bewusst. Offensichtlich hat die Atmosphäre hier und das, was du gestern in den Dünen beobachtet hast, einiges aus deinem Unterbewusstsein gewissermaßen nach oben gespült. Etwas, dass du bisher so unterdrückt hast, dass du dir dessen nicht mal bewusst warst."

 

"Aber ich will mit keinem anderen Mann schlafen, nicht mal einen küssen", sagte Jupp. Er setzte sich auf die Bettkante. "Ich will nur dich. Was ist das mit uns?", fragte er.

 

"Die Frage musst du dir schon selbst beantworten, Jupp", erwiderte Klaus.

 

"Ich, ich weiß es nicht", sagte Jupp. "Ich weiß nur, dass ich mich bei dir irgendwie sicher fühle, geborgen, zu Haus. So habe ich nur bei Ellen empfunden. Es ist... als wären wir irgendwie füreinander bestimmt."

 

"Ich weiß", erwiderte Klaus. "Es geht mir genauso, von Anfang an. Trotz unserer Differenzen hatte ich rasch das Gefühl, ich sei angekommen, hätte gefunden, was ich all die Jahre gesucht habe, ohne es eigentlich zu wissen."

 

"Liebst du mich?", wollte Jupp wissen.

 

"Ich... ich... ja", gestand Klaus leise. "Ich habe mir nie gestattet, darüber nachzudenken", räumte er ein. „Doch ja, ich empfinde sehr viel für dich. Ich liebe dich.“ Eigentlich hatte er es all die Zeit gewusst, gespürt, gestand er sich jetzt ein, hatte sich auch deshalb nie groß für andere Männer interessiert. Doch er hatte es nicht wahr haben wollen, weil einfach nicht sein konnte, was nicht sein durfte. Doch jetzt schien auf einmal alles anders, alles möglich.

 

"Und wie nun weiter?", fragte Jupp.

 

"Das musst du wissen", erwiderte Klaus. "Ich... ich hätte sehr gern eine feste Beziehung, mit dir“, gestand er. „Aber ich werde nichts tun, was du nicht willst."

 

"Ich würde dich gern wieder küssen", sagte Jupp. "Und berühren."

 

"Ja", erwiderte Klaus und Jupp küsste ihn.

 

Er schob die Decke zur Seite und begann mit seinen Händen Klaus Körper zu erkunden. Langsam Zentimeter für Zentimeter. Klaus holte tief Luft und schloss die Augen. Als Jupp bei seinem Penis angekommen war, hielt er ihn zurück. "Mach langsam", bat er. "Sonst komm ich gleich." Allein Jupps Nähe, die plötzliche Aussicht auf eine Beziehung mit ihm, das Geständnis seiner Liebe – all das berauschte ihn, machte ihn schier verrückt vor Verlangen.

 

Jupp legte sich neben Klaus. "Du bist dran", sagte er und Klaus begann seinerseits auf Erkundungstour zu gehen.

 

"Ich will dich", flüsterte Jupp Minuten später in Klaus Ohr. „Ich meine, ich will dich richtig. So wie das Paar in den Dünen.“

 

"In meinem Waschbeutel ist, was wir brauchen", sagte Klaus schwer atmend und ließ sich wieder auf den Rücken fallen.

 

Widerwillig löste sich Jupp von seinem Freund und ging ins Bad. Gleich darauf kam er mit einem Päckchen Kondomen und einer Cremetube zurück. "Die?", fragte er Klaus.

 

Der nickte. "Schmier mich damit ordentlich ein und dich auch."

 

Jupp zog sich ein Kondom über, griff dann zur Creme. „Ich denke, du bist auf keinen Flirt aus“, sagte er, mit Eifersucht in der Stimme. „Warum hast du dann Kondome mit.“

 

„Es kann doch nie schaden, auf alles vorbereitet zu sein“, erwiderte Klaus.

 

Jupp zögerte, Klaus an so einer intimen Stelle zu berühren, doch dieser ermunterte ihn. Dann zog er Jupp über sich, küsste ihn ganz sanft. "Komm!", sagte er. "Komm in mich. Komm in mir!"

 

"Ja", erwiderte Jupp. Er fand, dass es sich ganz natürlich anfühlte, als er in Klaus eindrang. Und dann dachte er lange Zeit überhaupt nichts mehr.

 

///

 

"Wir verpassen das Frühstück", sagte Klaus später, als er in Jupps Armen lag.

 

"Ich bin nicht hungrig", erwiderte Jupp und legte seinen Kopf an Klaus Schulter. "Du?"

 

Klaus schüttelte den Kopf.

 

"War's schön für dich?", fragte Jupp. "War es das, was du von einem Partner erwartest?"

 

"Es war sehr schön für mich", erwiderte Klaus.

 

"Für mich auch", gestand Jupp. "Ich hätte nicht gedacht, dass es mit einem Mann so sein kann." Er seufzte zufrieden.

 

Jupp streichelte träge über Klaus Brust. "Ich würd's gern wieder tun, mit dir."

 

Klaus nickte erneut.

 

///

 

"Soll ich lieber für dich packen?", fragte Klaus mit Blick auf das Chaos, das Jupp mit seinen Sachen auf dem Bett angerichtet hatte.

 

"Ich will überhaupt nicht packen", erwiderte dieser. "Ich will nicht nach Hause."

 

"Sei nicht kindisch, Jupp", tadelte Klaus, obwohl er den Freund nur allzu gut verstand. Auch er war unwillig den Urlaub, der eine so unerwartete Wendung genommen hatte, zu beenden. Doch es blieb ihnen nichts anderes übrig. Die Arbeit wartete auf sie, die Pflicht rief.

 

Jupp sah ihn fragend an "Was wird aus uns?"

 

Es war so natürlich gewesen - so überraschend natürlich - einen Mann zu küssen, zu berühren, mit ihm zu schlafen. Nicht irgendeinen Mann, korrigierte er sich, Klaus. Klaus war etwas ganz besonderes, das spürte er genau. Was er in seiner Gegenwart empfand erinnerte ihn immer mehr an seine Beziehung mit Ellen. Er fühlte sich geborgen, geliebt, zu Haus. Vielleicht war es nicht die himmelsstürmende Liebe, wie man sie als Teenager empfand. Aber es war ein Gefühl von Vertrautheit, von Zusammengehörigkeit und das war weitaus besser.

 

Es hatte sich ganz natürlich angefühlt mit Klaus im Pool zu albern, am Strand entlang zu laufen - sogar Hand in Hand - und ihn zu lieben. Doch was würde im Kölner Alltag aus ihnen und ihren Gefühlen werden? Er konnte doch nicht einfach mit Klaus Hand in Hand ins Präsidium laufen und erklären, sie seien jetzt ein Paar. Und wie sollte er Flo beibringen, dass er keine Stiefmutter sondern einen Stiefvater bekam? Obwohl, Flo mochte Klaus sehr gern. Er hätte wahrscheinlich nicht mal ein Problem damit. Und er selbst sollte auch keines haben. Was spielte das Geschlecht schon für eine Rolle, wenn man sich liebte? Nur war das leichter gedacht als getan.

 

Er war sich nicht sicher, ob er bereit war, anderen gegenüber zuzugeben, dass er plötzlich homosexuelle Neigungen hatte. Er gab es ja sich selbst gegenüber kaum zu, trotz der letzten Tage. Aber er wusste auch, er wollte Klaus nicht verlieren. Er spürte, was sie verband, war etwas einmaliges, was sich festzuhalten lohnte.

 

"Ich habe Angst", gestand er.

 

"Es geht mir nicht anders", räumte Klaus ein. "Auch für mich ist das alles neu, Jupp. Ich hatte wenig feste Beziehungen bisher und bestimmt keine wie die unsere."

 

"Was geht es mit uns weiter?", fragte Jupp leise. „Im Alltag`“

 

"Das liegt an dir", erwiderte Klaus. "Du weißt, was ich mir von einer Beziehung erhoffe, Jupp. Ich wäre sehr gern mit dir zusammen, richtig als Paar. Aber das Tempo musst du bestimmen." Er wusste, würde er Jupp zu irgendetwas drängen, wäre ihre Beziehung beendet, bevor sie richtig beginnen konnte. Er musste warten, Jupp die nächsten Schritte tun lassen, aber er würde hoffen.

 

"Ja", sagte Jupp leise. Er zog Klaus an sich und küsste ihn. "Ich weiß nicht, wie es in Köln weiter gehen wird", fuhr er anschließend fort. "Aber ich weiß, dass ich dich liebe."

 

Ende