Wundert sich noch irgendjemand darüber, welcher Nebencharakter mir am meisten im Gedächtnis geblieben ist? :)

Titel: Unhappy Hours 5 to 7 p.m.
Autor: Lady Charena
Fandom: House, MD/Shrek 2
Pairung: House/Wilson, Doris aka The Ugly Stepsister
Rating: PG, bisschen slash, Humor/Satire, xover, challenge
Beta: T'Len
Archiv: ja

Summe: House und Wilson kommen vom Weg ab. Ganz, ganz weit vom Weg ab...
Antwort auf die Barkeeper-Challenge des FanfictionParadies. Die Beschriftung auf dem Schild und dem Plakat an der Kneipe stammen aus dem Bonus Teil der DVD und wurden von mir im Original übernommen.

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.




„Es tut mir leid, okay?!“ James Wilson hatte für gewöhnlich eine Engelsgeduld. Aber nachdem er seit Stunden nichts als Häme und Spott von seinem Beifahrer erdulden musste, war auch der letzte Funke davon aufgebraucht.

Gregory House schnitt eine Grimasse und gab sich erschrocken. „Kein Grund laut zu werden, Jimmy“, entgegnete er und kehrte dazu zurück, mit dem Griff seines Stocks den Takt zu „Highway to hell“ auf das Armaturenbrett zu klopfen.

Wilson trat auf die Bremse und riss seinem Freund den Stock aus der Hand – und warf ihn in der gleichen Bewegung aus dem Seitenfenster, das glücklicherweise heruntergekurbelt war.

„Hey!“, protestierte House. „Es ist nicht meine Schuld, dass wir uns verfahren haben, also hol’ mir gefälligst meinen Stock zurück. Ich brauche ihn noch.“

Der jüngere Mann legte erschöpft die Stirn gegen das Lenkrad. „Ach ja?“, erwiderte er sarkastisch. „Um mir damit vors Schienbein zu schlagen? Gott, ich hasse dich, Greg.“

House grinste. „Nein, du liebst mich, Jimmy.“ Er deutete auf den dichten Wald, der den schmalen Weg links und rechts von ihnen säumte. „Und das hier ist die Strafe dafür, dass du dich mit meiner Mutter verbündet hast, um mich zu einem Treffen mit ihr nach Boston zu schaffen. Wir hätten ebenso gut fliegen können.“

„Wenn du dich in einem Flugzeug wie ein normaler Mensch aufführen könntest...“

„Oach, Jimmy. Ich bin zutiefst verwundet von deinen Worten. Flüge sind so entsetzlich langweilig.“

Wilson schnaubte. „Es ist ein Kurzstreckenflug, um Himmels Willen, Greg. Der Aufenthalt auf dem Flughafen und das Einchecken dauert vermutlich länger als der ganze Flug nach Boston.“ Er drehte den Kopf zur Seite und blinzelte House an. „Und zumindest bliebe bei einem Flug die Hoffnung, dass du jemanden so sehr beleidigst, dass sie dich ohne Fallschirm aus dem Flugzeug schmeißen.“

House grollte und zeigte die Zähne.

Mit einem Seufzen setzte sich der jüngere Mann auf und rieb sich den verspannten Nacken. „Ja, richtig, mach’ nur so weiter. Dann stecken wir dich für den nächsten Flug in einen Käfig und du reist im Gepäckraum wie ein Schoßhündchen. Das heißt, wenn du es durch die Quarantäne schaffst.“ Er lachte laut auf und wehrte House ab, der die Gelegenheit natürlich nicht vorübergehen ließ, sondern sich zu ihm hinüberbeugte, kläffte, seinen Schritt und dann seinen Nacken beschnüffelte, um ihm dann das Gesicht abzulecken - und ganz allgemein die schlechte Imitation eines noch schlechter erzogenen Hundes abgab. „Du bist so... durchgedreht...“ oder high, doch das dachte Wilson nur. „...dass das Wort verrückt gar nicht mehr auf dich zutrifft, weißt du das?“

House zog sich, nach einem Kuss auf Wilsons Nase, auf seine Seite des Wagens zurück. „Hol’ das Stöckchen, Jimmy“, entgegnete er leichthin.

Kopfschüttelnd stieg Wilson aus und nutzte die Gelegenheit, seine müden Muskeln zu strecken. Er machte ein paar Schritte und klaubte den Stock aus dem Gras seitlich des Weges.

House nutzte die Gelegenheit, als James nicht hinsah, eine weitere Vicodin zu schlucken. Längere Zeit in einem Autositz, sogar mit den regelmäßigen Pausen die sie einlegten, war eine Qual für sein Bein. Er verstaute die Pillen wieder in seiner Jacke und begann damit, fast gedankenverloren, den Oberschenkel zu reiben, um die Spannung in den verbliebenen Muskeln zu lindern. Es war vergebliche Mühe, doch trotz dieses Wissens führte er die Geste inzwischen fast instinktiv aus. Er lehnte sich in den Sitz zurück und schloss die Augen. Trotz des Geplänkels mit Wilson und der kurzlebigen Heiterkeit, die es hervorgerufen hatte, verspürte er noch immer die alte Unsicherheit über ein Zusammentreffen mit seinen Eltern, die er hinter schnippischen Bemerkungen und Spott verbarg. James wusste das. Es war vermutlich der Grund, warum er ihn überhaupt so lange ertragen hatte, die immer dünner zu einem Strich zusammengepressten Lippen James’ das einzige, dass seinen Ärger verrieten.

Er öffnete die Augen, als die Tür auf seiner Seite geöffnet wurde. James lehnte dagegen und sah besorgt auf ihn hinab. House starrte so lange zurück, bis Wilson als erster den Blick abwandte. „Und?“, fragte er dann.

„Ich habe da vorne ein Schild gesehen, dass auf eine Art Gasthof oder so was hinweist. Dann können wir deine Mutter anrufen und ihr sagen, dass wir uns vermutlich verspäten werden. Dieser komplette Wald ist ein einziges Funkloch.“ Wilson schnitt eine Grimasse. „Es heißt übrigens ‚The Poison Apple’. Ich bin sicher, es wird dir dort gefallen.“ Er warf die Autotür zu und trat um den Wagen herum auf die Fahrerseite, um hinter dem Steuer Platz zu nehmen.

* * *

Knappe zwanzig Minuten später hielten sie vor einem Gebäude, dass geradewegs aus einem billigen Horrorstreifen mit mittelalterlichen Häusern zu stammen schien. Düster, niedrig, aus Stein gebaut und mit so etwas ähnlichem wie Stroh gedeckt, dass sich wohl im Laufe der Zeit und unter dem Einfluss der Witterung dunkel verfärbt hatte. Es gab einen Turm. Die kleinen Fenster bestanden aus bunten, runden Glasscheiben, aber eine dicke Staubschicht lag darüber.

„Jimmy, ich bin sicher, dass wir umgebracht und zerstückelt werden, um anschließend in Einmachgläsern zu landen, wenn wir da reingehen“, meinte House, als er seine Beine aus dem Auto manövrierte und dann den Rest nachschob. Sein Stock sank in dem schlammigen Boden leicht ein.

„Das Leben ist nicht wie in diesen billigen Horrorstreifen, die du dir so gerne reinziehst.“ Wilson betrachtete stirnrunzelnd ein Schild, das neben der Tür angebracht war.

„The Poison Apple
Unhappy Hour
Nightly 5 – 7 p.m.“

...las Wilson laut vor und warf einen Blick auf die Uhr. Es war kurz vor zwei. Er seufzte. Natürlich war noch geschlossen. Na zumindest telefonieren lassen würde man ihn sicher. Darunter war eine Art Plakat angebracht, dass die „Attraktionen“ des Lokals bekannt gab:

„Nightly Gnome Tossing
Spicy Dragon Wings
Pickled Eyeballs
Crunchy Children Fingers

No one under XXI served!”

„Was zum...?”, fragte Wilson verblüfft.

House trat neben ihn und las das Plakat ebenfalls, er lachte. „Ich will eine Portion Spicy Dragon Wings“, meinte er sofort. „Komm’ schon, das wird spaßig. Ich glaube, du hattest recht. Hier wird es mir gefallen.“

„Ja, aber... Pickled Eyeballs?“, fragte Wilson irritiert und blieb stehen. „Und was sind: Crunchy Children Fingers?“

„Irgendwelche schrägen Namen, um die Touristen anzulocken“, tat House es mit einem Schulterzucken ab. „Die Dragon Wings kommen aus der Tiefkühltruhe, die Eyeballs sind vermutlich eingelegte Oliven und das andere irgendwas Frittiertes.“ Er grinste diabolisch. „Erinnerst du dich noch daran, als du mich gezwungen hast, mit meinem Team essen zu gehen und ich den Regenwurmteller bestellte?“

Wilson rümpfte die Nase. „Das hat mich gelehrt, dir nie wieder die Wahl zu überlassen, wohin wir gehen“, murrte er. „Das war widerlich.“

„Ich dachte, Chase fällt gleich in Ohnmacht und Cameron übergibt sich auf ihren Teller mit falscher Ameisensuppe – oder war es umgekehrt? – dabei waren es nur frittierte Makkeroni.“ Die Erinnerung an diesen Abend ließ blaue Augen träumerisch aufblitzen. „Ein Restaurant, in dem es gefakte Insektenmenüs gibt, das ist einzigartig auf der Welt. Ich bin sicher, sogar die Kakerlaken in der Küche und die Spinnweben an der Decke waren aus Plastik.“

„Und ich habe gelernt, dass es tatsächlich noch jemanden mit einer perverseren Phantasie gibt, als dich. Und das ausgerechnet in New Jersey, wo man darauf wetten konnte, dass du das Lokal finden würdest.“

„Tja, die Segnungen des Internets“, entgegnete House grinsend. „Suchmaschinen und Porno.“

Wilson ignorierte das. „Wirklich, nur ein Verrückter kann auf die Idee kommen, normale Lebensmittel so umzustylen, dass sie aussehen, als wären die Gerichte mit Insekten gemacht worden. Das ist noch widerlicher als die Restaurants, in denen sie tatsächlich Menüs mit Insekten servieren.“ Er seufzte. „Allein schon darüber nachzudenken bereitet mir Kopfschmerzen. Und dieser Ort hier ebenfalls. Das gefällt mir nicht“, fuhr er fort.

„Los’ jetzt, setz’ deinen Arsch in Bewegung“, rief House vom Eingang her. Er musste sich bücken, denn der Türbogen war ziemlich niedrig. Die Holztür quietschte, als er sie aufdrückte.

Wilson seufzte und folgte ihm. Er blieb auf der Türschwelle stehen. Der Raum war nicht besonders hoch und durch die schmutzigen Fenster fiel nur wenig, aber dafür blassfarbiges Licht über eine Einrichtung, die direkt aus dem Set für einen Mittelalter- oder Fantasyfilm stammen könnte. Niedrige, grob gezimmerte runde Tische mit einer Art dreibeinigen, aber ebenfalls nicht sehr hohen, Hockern davor. Kandelaber mit Kerzen an der rußigen Decke. Totenschädel als Kerzenhalter auf den Tischen. Eine offene Feuerstelle. Fässer, die in einer merkwürdigen Schrift mit „Death Dew“ beschriftet waren. Eine lange Theke, hinter der eine Frau damit beschäftigt war, Gläser zu polieren.

„Wir haben noch nicht geöffnet!“, sagte eine dunkle, raue Männerstimme. „Verflucht, diese engen Schuhe bringen mich noch um. Das war das letzte Mal, dass ich mir was aus Aschenputtels Schrank leihe.“ Letzteres war offenbar nicht an die beiden Neuankömmlinge gerichtet.

Wilson blinzelte überrascht. Die Worte – und die Stimme – waren aus dem Mund der Frau gekommen... die gar keine Frau war, wie er erkannte, als er näher kam, sondern ein hässlicher, schlecht geschminkter, sehr kräftig gebauter Mann in einem Kleid.

House lehnte sich gegen die Theke und hängte seinen Stock an die Wand. „Er hier...“ er wies mit dem Daumen rückwärts auf Wilson. „...hat sich verfahren. Wie kommen wir aus diesem Wald heraus und zurück auf den Highway? Wir waren auf dem Weg nach Boston.“

„Auskünfte gibt es nur in der Verbindung mit einer Bestellung“, erwiderte die „Frau“ und musterte nun seiner... ähem... ihrerseits House. Sie griff hinter sich und legte ein Foto in einem Silberrahmen um, so dass der darauf abgebildete, blondhaarige Mann nicht mehr zu sehen war. „Und ausschenken darf ich erst nach fünf Uhr.“

„Hören Sie, wo ist denn das Telefon? Es scheint hier ein ziemlich großes Funkloch zu geben“, fragte Wilson. „Unsere Handys funktionieren nicht, aber ich müsste dringend jemand anrufen, um Bescheid zu geben, dass wir uns verspäten.“

Ein geringschätziger Blick traf ihn. „Telefon?“

Wilson beschloss das als ein „Nein“ zu interpretieren. „Könnte ich vielleicht einen Kaffee bekommen?“

„Kaffee?“, wiederholte die Dame hinter dem Tresen verächtlich. „Sieht das aus wie eine Farbucks Filiale? Hier gibt’s nur Bier, Wein und Gift. Das wird zwar selten bestellt, aber ich hab immer was vorrätig.“ Sie blinzelte House zu. „Kann ja nicht Schneewittchen für ein Heidengeld die Rechte an dem Namen für diese Kneipe abkaufen und dann keine giftigen Äpfel auf der Speisekarte stehen haben, oder?“

„So, dieses... Etablissement gehört also Ihnen Mrs... oder Miss...?“, fragte House.

Der jüngere Mann seufzte. Es war nicht zu übersehen, dass House an dieser bizarren Unterhaltung mit dem Clown hinter der Theke Gefallen fand. Wie nicht anders zu erwarten.

Er... Sie... beugte sich vor. „Doris... nenn’ mich einfach Doris, Hübscher.“

House warf Wilson über die Schulter hinweg einen spöttischen Blick zu. „Doris, könntest du nicht eine klitzekleine Ausnahme für uns machen?“, fuhr er fort, die Stimme zu einem vertraulichen Tonfall gesenkt. „Mein Freund Jimmy hier braucht was Heißes...“, er legte eine Kunstpause ein und Doris kicherte rau. „...zu Trinken, sonst schläft er über dem Steuer ein. Und ich...“ Er senkte seine Stimme weiter, doch Wilson stand direkt hinter ihm und konnte jedes Wort verstehen. „...brauche was, damit mich die Langeweile nicht umbringt. Seine Großmutter fährt schneller und riskanter als er.“

Doris kicherte entzückt – zumindest klangen die Geräusche, die ihr breiter, grellrot geschminkter Mund produzierte, so ähnlich. Sie fuhr sich durch die Haare. „Nun gut, ich könnte ja mal eine Ausnahme machen“, sagte sie. „Solche Gäste habe ich nicht oft. Normalerweise sind nur ein paar Zwerge oder sprechende Bäume da...“

„Zwerge?“, echote Wilson verblüfft. „Sprechende Bäume? Ist das irgendein Slang?“

„...oder was sich sonst noch so an Gesindel im Wald herumtreibt. Kopflose Reiter, phsaw. Oder die Kerle von der Stadtwache, die nach ein paar Bier zuviel das Grabschen anfangen...“

„Stadtwache?“, ließ sich Wilson erneut vernehmen.

„...und als Frau ist man ja fast wehrlos“, fuhr Doris mit gekonntem Augenaufschlag fort. „Aber ich weiß mir zu helfen.“ Sie zog eine fast mannsgroße, doppelköpfige Streitaxt unter dem Tresen hervor. „Den gab’s beim Friar’s zum Medieval Menü als Überraschung dazu.“ Sie packte die Axt zurück. „Bringt sogar den Piraten Respekt bei.“

House zog die Augenbrauen hoch. „Eindrucksvoll“, entgegnete er trocken.

„Ich... ähem... gehe nur mal schnell zum Auto und hole mein Handy“, meinte Wilson. „Vielleicht haben wir das Funkloch hinter uns gelassen.“

Doris – und House – ignorierten ihn.

„Akzeptieren Sie Kreditkarten?“

„Kreditkarten?“, wiederholte Doris in einem Tonfall, der besagte, dass sie von IHM natürlich wieder so etwas erwartet hatte. Dann wandte sie ihre Aufmerksamkeit wieder House zu. „Na, wie wäre es jetzt mit einem Bier, Hübscher?“

„Wenn du mir verrätst, in welcher Richtung Boston liegt?“

Wilson schloss aufatmend die Tür hinter sich. Mehr als zehn Jahre Bekanntschaft mit House und dessen bizarren Sinn für Humor und perversen Gedankengängen hatten ihn abgestumpft – aber das hier war einfach zu viel. Er öffnete die hintere Tür und holte seine Jacke heraus, aus der er das Handy fischte. Allerdings vergeblich, immer noch kein Netz.

Er sah frustriert auf, als die Tür sich erneut öffnete und House heraus trat. Er stieg ein und klopfte ungeduldig mit dem Stock gegen die Fahrertür. „Los’ jetzt, ich weiß wohin wir müssen.“

Wilson warf seine Jacke zurück, knallte die Tür zu und nahm hinter dem Lenkrad Platz. „Wieso auf einmal die Eile?“ Er warf einen Seitenblick auf House. „Anschnallen.“ Er startete den Wagen und lenkte ihn zurück auf den Weg. „Was ist mit deiner Freundin?“

„Sie hat mir vorgeschlagen, dir aus den vergifteten Äpfeln gemachten Cidre zu servieren“, entgegnete House leichthin. „Und dann mit mir durch zu brennen.“

„Was?“, fragte Wilson verständnislos.

„Ganz offenbar gibt es da einen Kerl, den sie Prince Charming nannte, der sie sitzen gelassen hat oder ihre Avancen nicht erwidert, oder so was...“

„House...“, begann Wilson.

„Keine Sorge, ich habe ihr versprochen, dass wir auf der Heimfahrt nochmal vorbeikommen, und ich sie dann...“

„House!“

* * *

„Greg?“

„House!“

Etwas kaltes, nasses traf sein Gesicht und wickelte sich darum und er schreckte hoch. Schmerz schoss durch seinen Rücken und sein Bein, als er sich ruckartig aufsetzte und das nasse Handtuch von seinem Gesicht klaubte. Er war auf der Couch eingeschlafen. House blickte in besorgte, braune Augen und ließ sich knurrend zurücksinken.

„Verdammt, ich konnte dich nicht wach kriegen.“

Wilson klang angepisst und House schloss die Augen wieder. Huch. Ein verrückter Traum. Das war entweder zu viel Vicodin gewesen... oder zu viel Bourbon. Wilson würde ihm wegen beidem die Hölle heiß machen. Das beste war, ihm gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen. „Das wäre alles nicht passiert, wenn du dich nicht verfahren hättest.“

Verblüfftes Schweigen antwortete ihm. „Ähem... Greg?“, fragte James nach einem Moment. „Wovon redest du?“

House schlug ein Auge auf und musterte Wilson, der sich neben ihn aufs Sofa gequetscht hatte. „Wir waren auf dem Weg nach Boston, um meine Eltern zu treffen und du hast dich verfahren.“

„Wir waren was?“, fragte Wilson verwundert. „Wie viel hast du getrunken?“, setzte er misstrauisch hinzu. Er beugte sich vor, musterte den Tisch, auf dem neben einer Flasche, einem Glas und dem unvermeidlichen Vicodin auch eine DVD-Hülle lag. Dem bunten Cover nach ein Zeichentrickfilm? Shrek 2. Der Titel sagte ihm nichts.

„Auf dem Weg nach Boston, weil du dich mit meiner Mutter verschworen hast, um mich zu diesem Treffen zu schleifen“, fuhr House fort und schloss das eine Auge wieder. „Dann hast du dich verfahren und wir landeten in dieser schrägen Kneipe, die The Poison Apple hieß und hinter der Theke war so ein Kerl in einem Fummel und Make-up, der mit mir durchbrennen wollte.“ Er murrte, als Wilson eine Hand auf seine Stirn legte, um die Temperatur zu prüfen. „Ich bin nicht krank, ich hatte nur einen irren Traum. Wow. In Farbe und 3-D. Ich konnte sogar sehen, was du denkst.“

„Das du geträumt haben musst, ist mir inzwischen auch klar“, erwiderte Wilson trocken. Er zog seine Hand langsam zurück. „Ein Kerl in einem Fummel und Make-up?“, fragte er dann ungläubig.

House brachte erneut seine Eulenimitation und blinzelte Wilson an. „Ich bin eben unwiderstehlich“, meinte er mit einem Grinsen und griff nach James’ Krawatte, um ihn zu sich herunter zu ziehen.

„Du bist entweder high... oder so was von blau...“, murmelte Wilson gegen seinen Mund, doch seine Missbilligung klang reichlich halbherzig, als House ihn küsste.


Ende