Ungeahnte Erfahrungen
 

 

  Autor: Charrycat Martina.Birkner@t-online.de
  Serie:  Star Trek
  Paarung: K/S
  Rating: NC17, h/c , first Time
  Kapitel 1/4

 Summe:  Jim trinkt einen Tee und erlebt daraufhin so was ähnliches wie das vulkanische Pon Farr. Natürlich ist Spock an seiner Seite.

  Disclaimer: Star Trek gehört Viacom/Paramount. Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.

Dies ist meine altererste Story! Über jeden Feedback und Verbesserungsvorschläge bin ich sehr dankbar. Man lernt aus Fehlern ungemein.



  Kapitel 1


  Spock nippte gedankenversonnen an seinem Fruchtnektar und beobachtete die Gäste in der Bar, in welche sein Captain ihn verschleppt hatte.

  Sie hatten einen anstrengenden Tag hinter sich und waren beide froh, den Tag angenehm ausklingen lassen zu können.

  In vier Tagen würde die Enterpreise sie wieder abholen.

  Die Mission lief gut und es sah danach aus, als würden sie den Kristall ziemlich bald zu einem günstigen Preis erwerben können.

  "Was ist das eigentlich, was Sie da trinken, Spock?", riss Kirks Stimme ihn aus seinen Gedanken.

  "Ein einheimischer Fruchtsaft, Captain. Er erinnert mich an irdischen Johannisbeersaft"

  "Lassen Sie mich einmal nippen?"

  "Natürlich, probieren Sie."

  Kirk griff nach dem Glas und probierte vorsichtig.

  Er spülte den Saft von seiner linken Mundseite auf die rechte und schluckte die Flüssigkeit schließlich runter.

  "Hmmmmm, besser als Johannisbeersaft", urteilte er und nahm noch einen Schluck.

  Skeptisch sah Spock ihn an, als nach dem zweiten Schluck ein dritter kam, dann ein vierter, ein fünfter....

  Mit einem "Spock, Sie haben Geschmack" stellte Kirk schließlich das leere Glas wieder auf Spocks Seite des Tisches.

  Spocks linke Augenbraue kletterte bis unter seinen schwarzen Haaransatz, als er die Aktion mit einem trockenen "dessen bin ich mir bewusst Jim, allerdings nutzt er mir wenig, wenn ein gewisser James Tiberius Kirk, seines Zeichens Captain der Enterprise, diesen Geschmack teilt. Jim, das war mein Saft! Die nächste Runde zahlen Sie", kommentierte.

  Ein verschmitztes Grinsen machte sich auf Jims Gesicht breit.

  "Ooch, Spock - das tut mir aber leid. Wissen Sie, ich habe Freude daran, Sie zu reizen"

  "Tatsächlich? Nun, dann sollten Sie sich aber auch im klaren sein, dass gereizte Vulkanier auch recht unangenehm werden können", konterte Spock mit einem kleinen Funkeln in den Augen.

  "Das würde aber bedeuten, dass man Vulkanier ärgern kann. Verärgerung ist aber eine Emotion. Und Emotionen sind ihnen doch fremd."

  "Nun Jim, ich bin zur Hälfte Mensch wie Sie wissen. Sie sollten mich besser kennen."

  "Sie geben also zu, Emotionen zu haben?"

  "Habe ich das jemals Ihnen gegenüber bestritten?"

  "Ja, das haben Sie."

  "Das ist nicht korrekt Jim. Ich habe immer von Kontrolle gesprochen und Logik, aber niemals das Vorhandensein von Emotionen bestritten. Das ist ein Unterschied".

  "Aber anderen gegenüber, z.B. zu Pille haben Sie das gesagt."

  "Das ist ganz was anderes."

  "Ach ja, sie sind ein Lügner."

  "Bin ich nicht."

  "Sind Sie doch."

  "Nein." - "Doch." - "Nein." - "Natürlich sind Sie das."

  "Ich habe nicht gelogen - nur etwas, na ja, halt etwas - hm..."

  "Geflunkert", vollendete Jim den gestammelten Satz

  "Na gut, sie haben Recht. Aber sie müssen zugeben, dass ich gegenüber Dr. McCoy unmöglich die Wahrheit sagen konnte. Die wäre, wie die Menschen sich auszudrücken pflegen, ein gefundenes Fressen für ihn gewesen."

  "Das glaube ich ihnen gerne. Aber mich haben Sie nicht belogen."

  " Hätte das denn einen Sinn?"

  "Nein, ich durchschaue Sie besser als jeder andere auf dem Schiff."

  "Leider, es ist schwierig, etwas vor Ihnen zu verbergen", gab Spock gespielt gequält zurück.


  Sie saßen noch eine Weile in der Bar und lauschten der fremdartigen Musik und dem Lachen der Einheimischen Gäste.

  Jim´s Gedanken kreisten um die alte Frau, die erheute besucht hat.

  Man hatte ihm den Tipp gegeben, sie unbedingt zu besuchen. Er würde es nicht bereuen, versprach man ihm.


  Natürlich war er neugierig gewesen und während Spock einige Recherchen über den gesuchten Kristall anstellte, besuchte er derweil die alte Dame.

  Er hatte den Weg sofort gefunden und stand schon nach kurzer Zeit vor einem Zelt.

  Vorsichtig trat er ein.

  "Kommen Sie näher" forderte ihn eine Stimme auf.

  Seine Augen mussten sich erst an die dunklen Lichtverhältnisse gewöhnen und so konnte er nur die Richtung ausmachen, aus der die Stimme kam.

  Zögernd machte er ein paar Schritte in Richtung der Stimme.

  "Nicht so zögerlich, kommen Sie", hörte er wieder die Frau sagen.

  Nun konnte er sie sehen, eine alte runzlige Frau in einem langen, vornehmen Gewand gekleidet.

  Er erinnerte sich früher auf der Erde einmal Bilder von Zigeunern gesehen zu haben.

  Irgendwie bestand da eine gewisse Ähnlichkeit.

  "Guten Tag", grüßte er sie freundlich.

  "Ich grüße Sie ebenfalls. Was ist Ihr Wunsch?" fragte die alte Dame.

  Jim zögerte. Ja, warum war er eigentlich hier?. Pure -Neugierde? Was sollte er sagen?

  "Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht so genau", antwortete er schließlich.

  "Nun, dann kann ich Ihnen auch nicht helfen", erwiderte sie.

  "Man sagte mir, ich solle Sie besuchen. Ich würde es nicht bereuen", versuchte er seine Anwesenheit zu erklären.

  "Das ist ja schon mal ein Anfang. Sie sind also hier, weil Sie neugierig sind und eine Antwort haben möchten, was Sie hier erwartet."

  "Ja, so könnte man es ausdrücken", bestätigte Jim.

  "Stellen Sie mir eine Frage", forderte die Alte ihn auf.

  "Gehe ich richtig in der Annahme, dass Sie Fragen beantworten", erkundigte sich Jim.

  "Die Fragen, die Sie haben, können nur Sie selbst beantworten. Ich kann lediglich helfen, Ihnen den Weg zeigen. Sie scheinen jedoch Ihre Frage nicht zu kennen", antwortete die Dame.

  "Ich verstehe nicht, bitte erzählen Sie mir mehr", forderte Jim sie auf.

  "Jedes Wesen hat eine Frage die in seinem innersten brennt. Das Problem ist nicht die Antwort auf diese Frage, sondern die Frage selbst. Kennst du erst die Frage, dann ist die Antwort meist nicht mehr weit. Jedes Wesen kann sich die Frage selbst beantworten.  Es muss nur wissen, was zu beantworten ist", erläuterte sie.

  "Das hört sich logisch an. Aber was ist Ihre Aufgabe dabei", fragte Jim.

  "Ich führe Frage und Antwort zusammen. Ich zeige den Weg zur Frage und den Weg zur Antwort"

  Klingt ja geheimnisvoll, dachte Jim. Er war gespannt wie es weitergehen würde.



  "Möchtest du deine Frage kennen lernen und die Antwort", fragte sie.

  "Ja", antwortete Jim neugierig

  "Dann setze dich hier hin, Captain Kirk", forderte sie ihn auf, drehte sich um und verschwand hinter einem Vorhang.

  "Woher wissen Sie wer ich bin", rief Jim ihr hinterher.

  Sie kam mit einer Tasse in der Hand zurück, aus welcher der Dampf einer heißen Flüssigkeit emporstieg.

  "Das Universum beherbergt Geheimnisse, die niemand kennt und niemand jemals in seiner Ganzheit vollständig erfassen wird", erwiderte sie und reichte ihm die dampfende Flüssigkeit.

  "Bist du wirklich bereit, deine Frage kennen zu wollen. Ich muss dich warnen. Ich kenne deine Frage noch nicht und ich weiß nicht, welchen Weg du gehen wirst, um sie kennen zu lernen. Es kann ein schmerzhafter und auch gefährlicher Weg werden, den Du gehen
musst und es gibt keine Garantie, dass dir die Antwort gefallen wird", warnte
sie eindringlich.

  Jim schluckte. Auf was hatte er sich da bloß eingelassen. Aber er würde jetzt nicht kneifen

  Spock würde ihm eine gehörige Standpauke halten, wenn er davon erführe.

  "Ich bin bereit", antwortete Jim

  "Dann trinke", forderte sie ihn auf und fügte hinzu, "du wirst auf deinem Weg nicht allein sein. Dein Kratan wird dich begleiten."

  "Was ist ein Kratan", fragte Kirk und schlürfte die süße Flüssigkeit.

  "Dein Kratan ist das Wesen, welches bis in deine Seele blicken kann, dein Gefährte, Freund, Vertrauter, das Wesen, welches Du am meisten vertraust", antwortete die Alte.

  "Hmnn, ich habe zwar Freunde, aber ob ihre Beschreibung auf sie zutrifft. Ich habe da so meine Zweifel", bemerkte Jim.

  "Wenn du nicht weißt, wer dein Kratan ist, so wirst du ihn auf deiner Reise kennen lernen", erklärte sie und fuhr amüsiert fort, "Es kamen schon Leute zu mir, die letztlich darüber erstaunt waren, einen Frosch zum Kratan zu haben."

   Na toll, dachte Jim, ein Frosch - genau dass, was ich mir wünsche.

  "Geh nun". forderte die Frau Jim auf.  "Ich wünsche dir viel Glück auf deiner Reise."

  Jim stand auf, bedankte sich und machte sich auf den Weg zum vereinbartenTreffpunkt.



  "Jim", riss Spocks Stimme ihn aus seinen Gedanken. "Es ist spät und wir sollten gehen."

  "Natürlich Spock, Sie haben Recht. Morgen wartet ein anstrengender Tag auf uns."



  Jim stand auf und ging hinter Spock zum Ausgang der Bar.

   Komisch,  dachte er, warum ist mir so schwindlig. Ich habe doch gar nicht so viel getrunken?



  Das Gelächter der Leute in der Bar kam ihm plötzlich unnatürlich laut vor.

  Sein Blick war getrübt, so dass er nicht sah, wo er hintrat. Jim stolperte und fand sich plötzlich von zwei starken Armen aufgefangen.

  "Captain", fragte Spocks Stimmer besorgt, ihn immer noch festhaltend. "Ist Ihnen nicht gut?"

  "Uhhh - Spock - ich weiß nicht, mir ist plötzlich so schwindelig geworden."

  Haltsuchend schlang er seine Arme um den Vulkanier und lehnte sich an ihn.

  Wie angenehm, dachte Jim, von zwei starken Armen gehalten zu werden.

  Langsam schaute er nach oben, direkt in das Gesicht des Vulkaniers, dessen linke Augenbraue amüsiert Richtung Haaransatz kletterte

  "Wenn Sie nicht möchten, dass die Gäste hier falsche Schlussfolgerungen ziehen, sollten Sie mich besser loslassen, Jim."

  "Oh, natürlich", erwiderte Jim und ließ Spock zögernd los, konnte jedoch ein leise gemurmeltes "Schade" nicht unterdrücken welches den Ohren des Vulkaniers nicht verborgen blieb.

  Spock verzichtete jedoch auf einen Kommentar und tat so, als hätte er es nicht gehört.

  Allerdings machte er sich Gedanken über den Zustand des Captains. Ob er zuviel getrunken hat?


  Sie hatten beide noch einen weiten Weg zu Fuß zurückzulegen, um zu ihrer kleinen Hütte am See zu gelangen, welche ihnen für die Dauer ihres Aufenthalts zur Verfügung gestellt wurde.

  Die Hütte war mit einem Schlafzimmer, einem Wohnzimmer, Bad und Küche recht klein, genügte aber den Ansprüchen der beiden Offiziere.

  Auch die Tatsache, dass sie sich dass Bett teilen mussten, spielte keine Rollen, hatten sie dieses bereits öfters getan.

  Schweigend liefen die beiden nebeneinander her.

  Jims Schwindel war verschwunden und er führte sein Unwohlsein auf den Alkohol zurück. Eine andere Erklärung hatte er dafür nicht.

  Sie waren ungefähr eine halbe Stunde durch den kleinen Wald gelaufen, an dessen anderen Ende sich der See  befand, als Jim plötzlich stehen blieb.

  Er lehnte sich an einen Baum und schloss die Augen.

  Irgendwie war ihm wieder komisch. Kein Schwindel wie vorher, aber dafür wurde ihm zunehmend heißer. Er hatte das Gefühl, als müsste sein Gesicht glühen.

  Spock war auf der Stelle an seiner Seite.

  "Jim, was ist mit Ihnen? Ist ihnen wieder schwindlig?", fragte er und musterte Kirk eingehend.

  Jim sah Spock an und dachte: wie sexy Spock doch ist, besonders, wenn er so besorgt dreinschaut. Das konnte er ihm natürlich nicht sagen.

   "Nein, Spock,  mir ist nicht schwindlig. Ich weiß es nicht, mir ist so heiß",  antwortete er stattdessen.

  Spock tastete nach Jims Stirn. Sie fühlte sich tatsächlich wärmer an.


  Und seine Berührung - so zart! Wie sich seine Hand wohl anfühlt, wenn sie
zärtlich über meinen Hals streicht. Uhhh - ich könnte jetzt....


  Ohne Vorwarnung griff Jim nach Spocks Hand, hielt diese eisern umklammert und schmiegte seine Wange in Spocks Handfläche.

  Hmmnn, wie zart seine Haut doch ist, dachte Jim.

  Spock erstarrte. Was hatte das zu bedeuten, was tat Jim da.

  "Spock, Sie sind sexy, wissen Sie das eigentlich", schnurrte Jim Spock zu.

  Ob sich Jim krank ist? Wahrscheinlich hatte er wirklich nur zuviel getrunken und weiß nicht, was er von sich gibt. Anders ist sein Verhalten nicht zu erklären, dachte Spock, musste jedoch insgeheim zugeben, dass es ihm nicht unangenehm war, was ihn verwirrte.

  "Jim, Sie haben zuviel getrunken. Wir sollten weitergehen und schnell die Hütte erreichen. Etwas Ruhe wird Ihnen gut tun", sagte Spock und ignorierte das seltsame Gefühl in seiner Magengegend. Darüber würde er sich später Gedanken machen, wenn er Jim sicher in die Hütte und ins Bett verfrachtet hat.


  "Deine Ohrspitzen haben mich schon immer gereizt. Ob sich dort wohl eine erogene Zone verbirgt", wisperte Jim und strich mit der anderen Hand über Spocks rechte Ohrspitze

  Spock konnte ein Zittern nicht unterdrücken und genoss die Berührung für einen kurzen Moment. Schnell fand er jedoch in die Realität zurück.

  Jetzt reicht es, dachte Spock, wenn er nicht aufpasste fand er sich mit Jim noch auf den Boden wieder und würde...Stopp! Soweit durfte er nicht denken. Das hier ist sein Captain und bester Freund. Er ist nicht er selbst


  Er spürte mit einmal, dass Jim sich versteifte und blickte ihn an.

  "Spock! Was mache ich hier", rief der Captain überrascht zog wie elektrisiert seine Hand von Spocks Ohrspitze zurück und starrte auf Spocks Hand an seiner Wange, die er immer noch umklammert hielt.

  "Um ehrlich zu sein, ich weiß es auch nicht, Jim. Sie waren für kurze Zeit völlig weggetreten. Ich nehme an, dies liegt an dem Alkohol, den Sie konsumiert haben", antwortete Spock und atmete erleichtert auf. Er war sich der Gefahr durchaus bewusst, in der er gerade schwebte.

  Es hätte nicht mehr viel gefehlt und er hätte seinem Gefühl nachgegeben.

  Es schien, als hätte er noch mal Glück gehabt. Vulkanier glauben zwar nicht an Glück, aber anders konnte er das nicht beschreiben.


  "Ja aber, warum...", begann Jim. "Habe ich Sie belästigt Spock? Das tut mir leid. Ich.. ich weiß nicht, was da in mich gefahren ist", versuchte Jim sein Verhalten zu erklären.

  "Ich versichere Ihnen, dass Sie mich in keiner Weise belästigt haben", beruhigte Spock ihn.

  "Aber ich habe doch..., was habe ich überhaupt gemacht? Spock, was habe ich noch gemacht, ist da noch mehr?", wollte Jim beunruhigt wissen.

  "Nein", antwortete Spock wohlwissend, dass er Jims Bemerkungen von vorhin verheimlichte. Aber er wollte Jim nicht noch mehr beunruhigen.

  "Spock! Bitte! Da ist doch noch was, ich spüre es, Sie sagen mir nicht alles. Bitte, ich muss es wissen", flehte Jim.

  Resigniert seufzend sah Spock ein, dass er den Rest wohl auch noch erzählen müsste.

  "Sie sagten ich sei sexy und fragten sich, ob sich hinter meinen Ohrspitzen eine erogene Zone verbirgt", gestand Spock schließlich und war froh, dass Jim in der Dunkelheit nicht sehen konnte, wie er grün anlief.

  "Waaaas?", brach es aus Jim heraus. "Was habe ich gesagt? Spock sagen Sie mir, dass das nicht wahr ist. Sie scherzen oder?", fragte Jim unsicher.

  "Ich versichere Ihnen, dass ich über solche Dinge nicht zu scherzen pflege. Aber Sie sollten dies einfach vergessen. Sie waren nicht sie selbst. Sie wussten nicht, was Sie da sagen."

  "Aber Spock, ich habe Sie sexuell belästigt. Sie, meinen Ersten Offizier, meinen besten Freund und dazu noch einen Vulkanier. Und Sie tun so, als wäre das völlig normal, als würde ich das jeden Tag tun. Spock, dafür können Sie mich vor ein Militärgericht bringen."

  Spock trat einen Schritt näher zu Jim. Er musste den Captain irgendwie beruhigen.

  "Jim. Ich habe nicht vor ein solches zu tun, eben deshalb weil es nicht normal ist, Sie dies nicht jeden Tag tun und weil Sie ebenfalls mein bester Freund sind. Davon abgesehen ist die Tatsache, dass ich Vulkanier bin unerheblich."

  "Aber, gerade Sie als Vulkanier. Das muss doch entsetzlich für Sie gewesen sein", versuchte es Jim weiter.

  "Ich bitte Sie, Jim, glauben Sie wirklich, Vulkanier wären asexuelle Wesen?"

  "Na ja, wenn ich ehrlich bin, der Gedanke ist mir schon gekommen", gab Jim kleinlaut zu.

  Spock lachte leise, drehte sich um und ging weiter Richtung See.

  Jim lief Spock hinterher

  "Spock, habe ich mich verhört oder haben Sie gerade gelacht?"

  "Mit Ihren Ohren schein alles in Ordnung zu sein, Jim"

  "Ich habe Sie noch nie lachen hören."

  "Ich wurde auch noch nie von meinem Captain ‚angemacht', wie es die Menschen auszudrücken pflegen", erwiderte Spock.

  "Nun, dann ist es für uns beide wohl das erste Mal."

  "In der Tat. Und hören Sie endlich auf zu bummeln. Es ist spät und wir sollten uns beeilen", ermahnte Spock.

  Das Eis war gebrochen. Dennoch machte sich jeder seine eigenen Gedanken über den Vorfall.

  Als sie die Hütte erreichten genehmigten sie sich noch ein Glas Wasser und bereiteten sich dann für die Nacht vor.

  So ganz hatte Jim sein Verhalten jedoch noch nicht akzeptiert.

  "Spock?", fragte er.

  "Ja, Jim."

  "Haben Sie keine Angst, sich weiter mit mir das Bett zu teilen, ich meine ich könnte doch..."

  "Jim", begann Spock. "Angst ist ein Gefühl vor dem Unbekannten. Wenn das Unbekannte jedoch bekannt ist, ist Angst unlogisch.“

  "Aber Sie wissen doch gar nicht, was in der Nacht passiert", versuchte es Jim weiter.

  "Was sollte denn Ihrer Meinung nach passieren? Es gibt zwei Alternativen: Wir gehen jetzt schlafen und wachen morgen erholt wieder auf oder wir gehen jetzt schlafen und Sie versuchen mich zu verführen. Die Alternativen sind also nicht unbekannt", erklärte Spock trocken.

  "Na ja, aber falls letzteres passiert, was ich nicht hoffe, ich meine..."

  "Was dann, Jim?", unterbrach ihn Spock. "Auch dafür gibt es mindestens zwei mögliche Alternativen.“

  "Und die wären?", fragte Jim neugierig.

  "Alternative 1: ich lasse mich darauf ein und wir beide wachen morgen unausgeschlafen auf."

  Jim errötete, was Spock mit einer hochgezogenen Augenbraue quittierte. Er fuhr jedoch ungerührt fort. "Alternative 2: ich wehre Sie ab und stelle Sie ruhig. In diesen Falle wachen nur Sie unausgeschlafen auf."

  "Und wenn Ihnen die Abwehr nicht gelingt?", stocherte Jim weiter.

  Irgendwie machte ihm das Spiel Spaß.

  "Ich glaube kaum, dass es Ihnen gelingen wird, mich zu vergewaltigen. Sie vergessen, dass ich als Vulkanier über physische Kräfte verfüge, die über die Ihrigen weit hinausgehen" , gab Spock trocken von sich.

  "Und wenn doch?", fragte Jim weiter. Er konnte es einfach nicht lassen. Er spürte genau, dass irgendetwas mit ihm nicht stimmte, sonst würde er sich nicht so verhalten.

  Warum versuchte er, Spock nur so aus der Reserve zu locken? Aber er konnte nichts dagegen tun. Sein Verstand riet ihm zum Schweigen, seine Zunge gehorchte ihm jedoch nicht.

  Außerdem spürte er wieder dieses Kribbeln in seinem ganzen Körper und die Hitze die in ihm hochstieg.

   Verdammt, dachte er,  ich manövriere mich hier in ein gefährliche Situation. Ich muss mich zusammenreißen.

   Aber allein schon der Gedanke an ihn und Spock gemeinsam in diesem Bett und die Vorstellung, was man dort so alles machen könnte....

  STOP!!!! Ich darf nicht daran denken, ich muss mich kontrollieren. Ich habe doch vorher nie solche Gedanken gehabt

  "Dann hätten wir beide ein Problem", riss Spocks Stimme ihn aus seinen Gedanken. "Wir würden  beide unausgeschlafen aufwachen, hätten eine Menge Hämatome am Körper und ungewohnt schmerzende Stellen. Aber ich glaube nicht, dass es dazu kommen wird. Also ist es unlogisch, darüber nachzudenken.“

  "Nun lassen Sie uns endlich schlafen gehen", sagte Spock und schlüpfte unter die Decke.

  Ungewohnt schmerzende Stellen? Was meint er denn damit. Spock vergewaltigen? Ich? Wie soll dass überhaupt funktionieren? Er ist doch ein Mann!!, grübelte Jim als es ihm wie Schuppen von den Augen fiel.

  Knallrot im Gesicht rief Kirk: "Ich gehe noch mal duschen" und verschwand blitzschnell im Badezimmer.

  Kopfschüttelnd über das seltsame Verhalten seines Captains zog Spock die Decke höher, lauschte dem Rauschen des Wassers aus dem Badezimmer und war auch schon bald eingeschlafen.

  (Fortsetzung folgt)


Teil 2