Titel: Jack Junior
Autor: Lady Charena (Juni 2010)
Fandom: Torchwood
Episode: ---
Wörter: ~ 1180
Prompt: Watch out for the Dinosaur!
Charaktere: Jack Harkness, Ianto Jones
Pairing: Jack/Ianto
Rating: AU, pg, slash, oneshot
Beta: T‘Len
Archiv: ja


Summe: Ianto ist strikt gegen weitere Haustiere im Hub, und Jack versucht seine Meinung zu ändern...

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen. Oder um mit Stephen Fry zu sprechen: Not one word of the following is true.



„Kann ich ihn behalten?“

Ianto gab der Versuchung nach, mit den Augen zu rollen. Immerhin hatte er es die letzten drei Mal nicht getan, als Jack den gleichen Wunsch – wenn auch in leicht variierter Formulierung - äußerte. Manchmal... manchmal könnte er schwören, dass sich hinter der Fassade von Captain Jack Harkness ein maßlos verwöhnter Fünfjähriger versteckte.

„Nein“, entgegnete er knapp und warf einen Blick in den Rückspiegel. Oh, wunderbar. Zu dem schmollenden Ausdruck auf Jacks Gesicht fehlte nur noch, dass er ihm trotzig die Zunge rausstreckte. „Hast du eine Ahnung, wie groß das Ding sein wird, wenn es ausgewachsen ist?“

„Er ist kein Ding und im Hub ist Platz genug. Wir richten ihm ein Zimmer in einem der unteren Level ein.“

„Jack, sag’ mir bitte, dass das nicht dein Ernst ist! Wir bekommen ihn doch nicht mal durch die Tür!“ Oh gut, jetzt hatte er auch schon angefangen, von einem „ihm“ zu reden. „Und willst du ihn... es den Rest seines Lebens ohne Tageslicht einsperren?“

„Hey, willst du damit sagen, er ist fett? Das ist reiner Babyspeck. Überlebenswichtig, da wo er herkommt.“ Jack musste seinen Ärmel retten, der in einem Papageienschnabelähnlichem Mund zu verschwinden drohte. „Uh-uh, nicht meinen Mantel anknabbern, Schätzchen, sonst wird Onkel Ianto böse mit uns“, flüsterte er – allerdings nicht leise genug, dass es auf dem Fahrersitz nicht zu hören war.

Ianto konnte ein irritiertes Seufzen nicht unterdrücken. Typisch Jack, hin zu gehen und sich auf den ersten Blick zu verlieben. „Ich meinte, wenn er... es...“ Oh verdammt. „...wenn er ausgewachsen ist. Wie groß können sie werden? Sieben, acht Meter, richtig? Und das Gewicht liegt bei mehreren Tonnen?“ Sicher sah Jack jetzt ein, dass sie ihn nicht behalten konnten? Oh, bitte, bitte lass’ ihn Vernunft annehmen...

„Aber er mag mich. Er ist sofort zu mir gelaufen.“

Ianto korrigierte Jacks mentales Alter nach unten – der Tonfall seiner Stimme hätte jedem Dreijährigen zu Gesicht gestanden. „Vielleicht hält er dich für seine Mutter.“ Er wusste im gleichen Moment, dass er das nicht hätte sagen – sich nicht auf Jacks Spielchen einlassen - sollen.

Er warf wieder einen Blick in den Rückspiegel. Vielleicht konnten die anderen Jack diese hirnrissige Idee ausreden? Aber was machte er sich vor – Gwen und Tosh würden ihn unterstützen und Owen entweder eine Autopsie vornehmen wollen oder dumme Witze reißen. Beides vermutlich. Und an ihm blieb dann die Arbeit hängen. Oh nein, nein, auf keinen Fall.

„Macht dich das dann... uff... nicht so fest, mein Kleiner, das tut weh!... zu Daddy?“ Jack hoffte wirklich, dass diese Angewohnheit, ihn in die Rippen zu rammen, keine normale Form von Zuwendung war – die blauen Flecken mochten zwar nicht bleiben, aber es war auch nicht gerade angenehm. „Wir könnten uns ein kleines Haus auf dem Land kaufen und ihn großziehen. Sicher würden uns die Leute anfangs komisch ansehen, aber wir können sagen, er ist adoptiert. Obwohl ich denke, er hat deine Nase. Und... uff... eindeutig mein Temperament.“

„Sehr witzig, Jack. Haha.“ Der Stopp an einer roten Ampel ermöglichte es Ianto, nach hinten zu sehen. Er lachte dieses Mal wirklich, als er sah, dass Jack damit beschäftigt war, sein Hemd und einen seiner Hosenträger zurück zu erobern. „Na zumindest wissen wir jetzt, dass wir ihn zur Not mit deiner Kleidung füttern können.“

„Eindeutig mein Sinn für Mode“, fuhr Jack ungerührt fort, Iantos amüsiertes Schnauben ignorierend. „Und ein Kuschler – wie du.“

Stand bei Wikipedia wohl auch etwas darüber, ob Dinosaurier froren? Er hatte als Junge nie diese Phase durchgemacht und es war mehr durch praktische Erfahrung geglückt, heraus zu finden, was Myfanwy benötigte. „Vielleicht ist ihm kalt und er sucht Körperkontakt, um sich zu wärmen? Du bist ziemlich warm.“

„Ooooh, kaum haben wir ein Baby, schon findest du mich nur noch warm und nicht mehr heiß“, kam es vom Rücksitz.

Ianto steuerte den SUV in die Garage und parkte, nicht ganz um seine übliche Sorgfalt bemüht, bevor er den Kopf gegen das Lenkrad legte. „Ich werde ihn nicht erschießen“, murmelte er. „Das Blut bekomme ich nie wieder aus den Sitzen.“

„Ich will ihn behalten.“ Jack grinste, als er Ianto gequält aufstöhnen hörte und sah, wie er erneut mit der Stirn gegen das Lenkrad schlug. „Du kannst dir ja schon einmal einen Namen für ihn überlegen...“

„Jack!“

„Hmh, Jack Junior? Nicht, dass die Leute uns verwechseln...“

Ianto wand sich auf dem Sitz nach hinten und sah Jack an. „Niemand käme auf die Idee, dich mit einem Triceratop zu verwechseln, egal wie er heißt.“ Er presste Daumen- und Zeigefinger gegen den Nasenrücken. „Oh Gott, habe ich das gerade wirklich gesagt?“, murmelte er. „Bitte, Jack. Bitte schaff’ ihn einfach aus dem Wagen, bevor er anfängt, die Sitze anzuknabbern.“

„Es ist ein Baby, Ianto. Wir konnten ihn nicht alleine in den Kofferraum sperren. Was wenn er Panik bekommen hätte? Sicher, er ist noch ziemlich klein, aber immerhin fast so groß wie ein Weevil. Oder willst du der Polizei erklären, warum wir mit einem Dinosaurier in der Gegend herumfahren, falls wir einen Unfall haben, weil er im Kofferraum herum wütet?“ Jack öffnete die Tür und mit einiger Kraftanstrengung schuppste er „Jack Junior“ vom Sitz.

Der Baby-Triceratop gab ein protestierendes Quieken von sich, drehte sich auf den Hinterbeinen und verschwand im Schweinsgalopp tiefer ins Dunkel der Garage.

Ianto seufzte. Wenigstens hatte sich das Tor nach draußen automatisch hinter ihnen geschlossen und ihr Neuankömmling konnte nirgendwo hin. „Ich gehe jetzt und genehmige mir eine Tasse Kaffee zu meinem längst überfälligen Nervenzusammenbruch. Du kannst Tosh alleine erklären, warum sie nach Lebensformen scannen soll.“

Jack grinste, küsste ihn auf die Seite der Nase und machte sich auf die Suche nach seinem Dino-Baby.


### zwei Wochen später ###

„Was wird UNIT mit „Jack Junior“ anfangen? Sie werden ihn nicht töten, oder?“, sagte Ianto, als Jack zu ihm trat. „Sicher ist er lebendig viel wertvoller.“

Jack war bei dem Triceratop-Baby geblieben, bis das Betäubungsmittel wirkte und die UNIT-Soldaten die Transportkiste für den Flug verschlossen. Es ging auf dem Luftweg schneller und schonender als per LKW.

„Nein. Sie setzen ihn auf einer Insel ab, irgendwo wo es warm ist und es genug Pflanzen gibt, die er fressen kann. Und keine Menschen, weit und breit, außer vielleicht dem einen oder anderen Wissenschaftler. Was denkst du, woher die Idee zu „Jurassic Park“ kam?“ Jack grinste und schlang einen Arm um Iantos Mitte, als der Helikopter außer Sicht geriet. „Ich hatte... mich wirklich an ihn gewöhnt.“ Es war ein trauriger Unterton in Jacks Stimme.

„Es wird ihm dort sicher besser gehen als in unserem Keller. Tosh kann bestimmt in den Überwachungssatelliten hacken, sobald wir wissen, wohin er gebracht wird und wir können sehen, wie es ihm geht“, entgegnete Ianto – und obwohl er erleichtert war, nicht mehr für einen heranwachsenden Dinosaurier sorgen zu müssen, hatte er „Jack Junior“ doch auch ins Herz geschlossen. „Komm’ ich habe eine Idee wie wir unseren ersten Abend ohne Elternpflichten verbringen“, schlug er vor.

„Du weißt, ich liebe wie du denkst.“ Jacks Miene hellte sich sichtlich auf. „Myfanwy war übrigens nicht die erste Überraschung aus der Vergangenheit, die der Rift ausgespuckt hat. Obwohl ich nicht denke, dass irgendjemand den gigantischen Tausendfüssler als Haustier behalten wollte, der 1973 bei einer Hochzeit aufgetaucht ist...“




Ende