Weihnachten im Hub

T’Len

2015

 

 

 

Fandom: Torchwood (Tupperwood)

Charaktere: Jack Harkness/Ianto Jones, Rhearn, Tosh, Owen, Gwen, Andy, Kathy

Kategorie: PG

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Summe: Weihnachtsfeier im Hub

 

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen. Vielen Dank an Lady Charena fürs Beta.

 

 

„I saw Daddy kissing Santa Clause“, sang Jack und stahl sich einen Kuss von Ianto, der ihm hinter der geschlossenen Tür seines Büros gerade in den roten Weihnachtsmannmantel half.

 

„Ich bin sicher, das heißt Mommy“, bemerkte der junge Waliser und verdrehte gequält die Augen, als Jack sich schon wieder für einen Kuss zu ihm umdrehte, während er versuchte, den Kragen des Mantels zu richten.

 

„Spießer ohne Sinn für moderne Regenbogenfamilien diese Weihnachtsliederdichter“, beschwerte sich Jack und stopfte sich ein Kissen unters Hemd. Er grinste, als Ianto den „Bauch“ zurecht rückte und den Mantel. „Wenn mein Vater dich so sehen würde, müsstest du mich heiraten.“  

 

„Meinst du nicht, du übertreibst etwas?“, konterte Ianto und hielt den weißen Bart hoch, der auf dem Tisch lag.

 

„Ihr wolltet doch unbedingt eine Weihnachtsfeier“, erwiderte Jack. „Ich bin nur ein lieber Chef und erfülle meinen Angestellten den Wunsch.“

 

„Ich dachte da aber eher an einem netten Nachmittag im Cafe oder einen Bummel über den Weihnachtsmarkt“, bemerkte Ianto. „Nicht daran, dass wir den Hub in ein Winterwunderland verwandeln.“

 

Genau genommen war es die Schuld von Kathy und Andy, die von den Weihnachtsfeiern  mit ihren jeweiligen Kollegen schwärmten, an denen sie im letzten Jahr, also bevor Jack sie für Torchwood angeheuert hatte, noch teilgenommen hatten. Das hatte dann bei Gwen Erinnerungen an ihre Zeit bei der Polizei ausgelöst und sie hatte auf einer eigenen Weihnachtsfeier bestanden.

 

Zu Iantos Überraschung war Jack nicht nur sofort auf die Idee angesprungen, sondern hatte höchstpersönlich den Hub mit dutzenden von Lichterketten, Unmengen an Socken, Weihnachtsmännern aus Holz und Plaste und was er sonst noch so an mehr oder minder kitschigen Dekoartikeln auftreiben konnte, dekoriert. Iantos Meinung nach musste er halb Cardiff leer gekauft haben. Offensichtlich hatte Rhearns Vorfreude - sie war nun alt genug, um erstmals so richtig zu begreifen, worum es bei Weihnachten ging, zumindest bei dem Teil mit dem Weihnachtsmann und den Geschenken – mehr als nur abgefärbt auf ihren Vater.

 

Wenigstens hatte Ianto ihn davon abhalten können, auch überall im Hub Mistelzweige aufzuhängen. Natürlich befand sich ein Exemplar davon aber in Jacks Büro, woran Jack ihn gerade mit einem weiteren Kuss erinnerte.

 

Gwen hatte sich mit großer Begeisterung in Jacks Dekorationsbemühungen eingemischt und ihrerseits einen nicht unerheblichen Anteil an weiteren Kitsch beigesteuert. Während Tosh das Ganze mir ihrer üblichen Gelassenheit über sich ergehen ließ, murmelte Owen etwas von „Humbug“ und verschwand die meiste Zeit in seiner Krankenstation.

 

Wenigstens war es Ianto gelungen, Gwens Idee vom gegenseitigen Wichteln abzuwehren und hatte stattdessen lieber selbst eine Kleinigkeit für jeden seiner Kollegen und natürlich auch für seine Tochter (und sogar in Form besonders edler Schokolade für Myfanwy) besorgt. Er hatte zwar durchaus Vertrauen in den Geschmack seiner Kolleginnen und auch Andys, aber bereits bei Owen war er sich da nicht so sicher und er wollte sich lieber nicht ausmalen, was Jack ihn vor den Augen der anderen – und er war überzeugt, Jack würde es so drehen, dass er sein Wichtelpartner wurde – schenken würde.

 

„Nächstes Jahr bringe ich für dich ein Elf-Kostüm mit“, meinte Jack in Iantos Gedanken hinein.  „Spitze Ohren stehen dir bestimmt.“

 

Ianto zog es vor zu schweigen und machte sich in Gedanken eine Notiz, nächstes Weihnachten eine Urlaubsreise nach weit, weit weg ins Auge zu fassen.

 

„Meinst du nicht, unsere Kollegen sind ein bisschen zu alt, um noch an den Weihnachtsmann zu glauben?“, fragte er stattdessen, als Jack nach dem Sack mit den Geschenken griff. „Und Rhearn ist eh schon verwirrt, von den vielen Weihnachtsmännern überall in den Kaufhäusern und auf dem Weihnachtsmarkt, wo wir ihr erzählt haben, es gibt nur einen wahren.“  

 

„Sei doch nicht so ein Grinch“, erwiderte Jack und klopfte Ianto mit seiner Rute - er hatte wirklich an jedes Detail gedacht - auf den Hintern. Ianto sprang erschrocken zur Seite. „Ein Weihnachtsmann gehört doch zu eiern ordentlichen Weihnachtsfeier dazu. Ich mach das alles schließlich nur fürs gute Betriebsklima.“ Er grinste. „Ich hab das Kostüm übrigens gleich bis nach Weihnachten ausgeliehen. Wollen wir heute Abend mal überprüfen, ob du ein artiger Junge warst?“, Ianto zog es erneut vor zu schweigen.

 

Jack trat zu seinem Schreibtisch und hob einen kleinen Spiegel auf, den er dort abgelegt hatte, um sich nun von allen Seiten zu betrachten. „Perfekt“, meinte er. „Rhearn erkennt mich nie.“

 

///

 

Ihre Tochter saß auf dem Schoß von Tante Tosh und zerkrümelte mit Hingabe die Plätzchen auf ihrem Teller. Owen stritt sich mit Gwen über die Musikauswahl, da er ihre Weihnachtslieder als viel zu kitschig empfand und Kathy und Andy prosteten sich mit Glühwein zu. Ianto stellte fest, dass sein Kinderpunsch - er zog es vor nüchtern zu bleiben und für Rhearn und Gwen hatte er sowieso etwas Alkoholfreies zubereiten müssen, da konnte er den Punsch auch gleich selber trinken - kalt geworden und sein Stollen offensichtlich ebenfalls Rhearns Händen zum Opfer gefallen war.

 

Da hörten sie ein lautes Poltern und kurz darauf erschien Jack – pardon, der Weihnachtsmann - um die Ecke. „Vom draußen vom Walde, da komm ich her“, dröhnte er mit tiefer Stimme.

 

Rhearn starrte ihn mit großen Augen an und rutschte dann von Toshs Schoß. Ianto war alarmiert, da er dachte, ihre Tochter hätte sich vor Jacks Aufmachung erschrocken und wollte sich unter dem Tisch verstecken.

 

Doch stattdessen rannte das kleine Mädchen schnurstracks auf ihren Vater zu. „Dada“, rief sie begeistert und streckte sich, um Jacks kissengeweitete Mitte zu umarmen. „Dada Baby bekommen!“


Ende