Titel: Baban
Fandom: Tupperwood
Pairing: Jack/Ianto
Rating: mpreg, slash, pg



Jack rollte auf den Rücken und schlug die Augen auf. Wie spät war es?

Das Bett neben ihm war leer, die Lampe auf dem Nachttisch war eingeschaltet und noch während er schläfrig überlegte, ob ein Alarm Ianto weggerufen hatte – und wieso er nichts davon bemerkt hatte – glitt seine Hand in einer automatischen Liebkosung über seinen Bauch. Über seinen flachen Bauch.

Für die Dauer eines Herzschlages glitt Panik durch ihn – er hatte befürchtet, dass das passieren könnte; dass er getötet wurde und aufwachte und das Baby einfach weg war. Aber er fühlte sich nicht, als wäre er gestorben… Und dann erinnerte er sich an den vergangenen Tag, und an die Geburt ihrer Tochter.

Das Stillkissen in der Mitte des Bettes und die Wiege waren leer, genau wie Iantos Hälfte des Bettes – was ihm eine ziemlich gute Idee gab, wieso sein Partner auf den Beinen war. Jack rollte auf die andere Seite und grinste unwillkürlich, als er zum ersten Mal seit einigen Monaten wieder unbehindert von seinem Babybauch auf die Beine kam. Sich wieder frei bewegen zu können… Beide Hände auf seinen flachen Bauch gelegt, blieb er einen Moment stehen – es fühlte sich seltsam an, fast als wäre er… leer… oder leerer als zuvor.

Dann hörte er das Schreien von unten und war aus dem Raum, die Treppe hinunter gelaufen und in der Küche, fast bevor er völlig registrierte, dass er sich in Bewegung gesetzt hatte.

Ianto drehte sich zu ihm herum, das schreiende Baby auf dem Arm und im blassen Morgenlicht, das durch die Fenster kam, einen derart hilflosen Ausdruck im Gesicht, dass Jack ihn unter anderen Umständen damit aufgezogen hätte.

„Sie hat geweint und ich wollte nicht, dass sie dich weckt. Es kommt ohnehin so selten vor, dass du so tief schläfst. Ich wollte sie füttern, ich dachte, sie hat Hunger. Sie will aber nicht trinken, sie weint nur. Und…“ Ianto brach ab und wich einen Schritt zurück, als Jack ihm das Baby abgenommen hatte. Er stellte das Fläschchen ab und verschränkte die Arme hinter dem Rücken, seine Schultern steif. „Vielleicht… vielleicht mag sie mich nicht.“

Jack riss seinen Blick von dem rot angelaufenen, knittrigen Gesichtchen seiner Tochter los – sie hatte aufgehört zu schreien sobald er sie auf den Arm genommen hatte und nuckelte nun zufrieden an der Spitze seines kleinen Fingers – und sah zu dem jüngeren Mann hinüber. „Bist du okay?“

„Ja… ja, klar.“ Ianto wandte sich ab und trat zur Kaffeemaschine hinüber. „Das sollte ich dich fragen, du hast gestern… ich meine, es geht dir doch gut, oder? Ich meine, ich weiß, dass du immer okay-okay bist. Und sieh‘ dich nur an. Ich meine, Rhi würde dich umbringen, wenn sie dich so sehen könnte – keine Schwangerschaftsstreifen und kein Kilo mehr als vor dem Baby.“ Der Deckel der Kaffeedose glitt aus seiner Hand und landete scheppernd auf dem Boden. „Ich muss Martha anrufen, ich habe ihr versprochen, sie anzurufen – und Tosh und Gwen haben Textnachrichten geschickt, ich muss… ich kümmere mich darum, sobald ich dir Kaffee gema…“

Weiter kam Ianto nicht, als Jack mit der freien Hand nach seiner Schulter griff und als der andere Mann zu ihm herumwirbelte, beugte er sich vor und küsste ihn. Auf den Mund. Hart. Mit einem erstickten Laut, fast einem Schluchzen, lehnte sich Ianto gegen ihn, vergrub sein Gesicht gegen Jacks Hals und hielt sich an ihm fest. Instinktiv den Körper zur Seite gedreht, damit er das Baby nicht zwischen ihnen einklemmte, das sicher in Jacks anderem Arm lag, gegen seine Brust geschmiegt.

Jack ließ die Finger seiner freien Hand durch das Haar seines jungen Liebhabers gleiten und drehte den Kopf, um seine Wange zu küssen, bevor er den Mund gegen sein Ohr presste. „Ich möchte, dass du etwas für mich tust“, sagte er leise. „Einverstanden?“

Ianto nickte nach einem Moment, ohne aufzusehen.

„Gut. Dann gehst jetzt nach oben, ziehst dich aus und nimmst eine lange heiße Dusche, bevor du wieder ins Bett gehst.“

„Das geht nicht, ich muss…“

„Du musst gar nichts.“ Er rieb mit der Fläche des Daumens besänftigende Kreise in Iantos Nacken und entlang des Haaransatzes. „Es ist in Ordnung, Ianto“, murmelte er. „Du bist viel zu angespannt. Du bist erschöpft. In den letzten Monaten hast du dich wunderbar um uns gekümmert und du hast dafür gesorgt, dass Torchwood trotz allem weiterhin reibungslos lief. Jetzt musst du mir erlauben, dass ich mich um dich kümmere. Geh‘ nach oben und leg‘ dich wieder schlafen.“ Er küsste Ianto auf die Stirn. „Ich gebe ihr etwas zu essen, und sobald sie schläft, komme ich zu dir.“ Einen Moment lang versteifte sich Ianto nur noch mehr in seiner Berührung. „Bitte?“

Dann nickte der junge Mann erneut. Er presste einen Kuss gegen Jack Schlüsselbein, bevor er sich aufrichtete. „Es tut mi…“

Jack stoppte ihn mit einem Finger über den Lippen. „Keine Entschuldigungen. Du musst dich für gar nichts entschuldigen.“ Er beugte sich vor, um ihn zu küssen – und das Baby wählte diesen Augenblick, um ein Wimmern von sich zu geben.

„Ich schätze, daran müssen wir uns gewöhnen.“ Ianto wich einen Schritt zurück.

„Geh‘ duschen, ich versorge sie.“ Jack lächelte. „Oder traust du mir das nicht zu?“, fragte er neckend.

Ianto streckte die Hand aus und streichelte mit den Fingerspitzen über den Rücken ihrer Tochter, was sie offenbar dazu bewegte, von Wimmern zu Geschrei zu wechseln. Ein Schatten glitt über Iantos Gesicht, bevor er sich ruckartig umdrehte und die Küche verließ.

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Er arrangierte sie vorsichtig in ihrem Bettchen, deckte sie zu und zog die Wiege vorsichtig noch näher zum Bett, so dass er sie von dort aus im Blick behalten konnte. Ianto war noch nicht zurück, aber das Rauschen von Wasser aus dem Bad war verstummt. Jack streckte sich auf dem Bett aus, die Arme hinter dem Kopf verschränkt und beobachtete das schlafende Baby. Er hatte sich so nie gesehen, so domestiziert. Mit einem festen Partner, und jetzt sogar wieder einem Kind.

Als Ianto aus dem Bad kam, wandte er den Kopf und streckte die Hand nach dem jungen Mann aus. Ianto löschte das Licht, bevor er ins Bett kam und wortlos gegen ihn rollte.

Jack schlang den Arm um Iantos Mitte, zog ihn eng an sich, küsste seinen Nacken und schloss die Augen. Das hier war alles wert, was auf der Valiant passiert war; und jeden einzelnen Tod in seinem langen Leben.

Ende