Titel: appointment with the doctor
Fandom: Tupperwood
Pairing: Jack/Ianto
Rating: mpreg, slash, pg, crack







„Nein. Neinneinneinneinnein, oh nein. Wie konnte das nur passieren?“ Eine Handbewegung stoppte Jack, der den Mund geöffnet hatte, um zu antworten. „Nein, Captain. Danke. Das war eine rhetorische Frage.“

Jack warf einen besorgten Blick auf den jungen Mann mit den hellbraunen Haaren, der in dem begrenzten Platz seines Büros auf und ab ging, den Kopf in den Händen vergraben. Dann sah er Ianto an und zuckte mit den Schultern.

Ianto hielt Jacks Finger mit seinen verflochten und drückte sie beruhigend. Er wusste, wie wichtig seinem Partner die Anerkennung des Doctors war.

„So war das nicht vorgesehen“, murmelte der Mann. „Erst <Spoiler> dann <Spoiler>, oder war es doch erst <Spoiler>?“ Er hob endlich den Kopf und blickte Jack an. „Ein Kind? Jetzt?“ Vielleicht sollte er froh sein, dass er es dieses Mal wenigstens nicht aus dem Fernsehen erfuhr. Moment, nein – das würde erst noch passieren. Seine Vergangenheit. Jacks Zukunft. Aber da war nie die Rede von einem Kind im 21. Jahrhundert gewesen!

Jack zuckte mit den Schultern. Diesen Teil ihrer Unterhaltung wiederholten sie nun schon zum dritten Mal – und alles, was er zu sagen hatte, war bereits gesagt worden.

Ianto sah ihren Besucher an und seine Augenbrauen zogen sich schmerzlich zusammen als sein Blick wieder auf die Kombination von Fliege und Hosenträgern fiel.

„Gratuliere Jack. Nun ist es offiziell, deine Zeitlinie verursacht mir Kopfschmerzen.“ Er rieb sich die Schläfen. Vielleicht sollte er sich erst mal mit der Zeitlinie dieses formidablen jungen Mannes beschäftigen, der offensichtlich das Unmögliche geschafft und Captain Jack Harkness an die Leine gelegt hatte. Der Timelord sah an sich herunter. Er verstand nur nicht, warum Ianto Jones jedes Mal schmerzvoll zusammenzuckte, wenn er ihn ansah. Er hakte einen Finger unter einen seiner Hosenträger und ließ ihn grinsend zurückschnallen. Dann erinnerte er sich wieder, wieso er hier war und sein Gesicht legte sich in bedenkliche Falten.

Seufzend musterte er Jack. Was für ein Unterschied, seit sie sich zum letzten Mal gesehen hatten! Und nicht nur wegen dieses enormen Bauches, der es schwer machte, die Schwangerschaft des Captains zu übersehen. Irgendwas war anders an Jack… er konnte nur keinen Finger drauf legen!

„Allerdings verstehe ich jetzt, warum uns die Tardis unbedingt hierher gebracht hat.“ Der Doctor griente. „Wir wollten nämlich nach Barcelona – den Planeten, nicht die Stadt – und ihr ratet nie, was es dort gibt…“

„Hunde ohne Nasen“, kam es gleichzeitig von Jack und Ianto.

„Oh!“ Der Timelord zog die Augenbrauen an den Haaransatz hoch. „Habe ich das schon mal erzählt?“ Er wippte auf den Fersen. „Aber Jack, dieses Baby… Es ist schlicht unmöglich!“

Jack wuchtete sich mit einiger Mühe und Iantos Hilfe aus seinem Stuhl hoch. Er war wirklich… enorm. Er passte nicht einmal mehr in seinen Mantel! Und sein Rücken würde ihn noch umbringen. Aber er wollte auf eigenen Beinen stehen und nicht wie ein gestrandeter Wal in einem Stuhl liegen, wenn er den Doctor konfrontierte. „Ich werde es behalten“, sagte er heftig. „Wir werden es behalten. Du kannst über mich sagen, dass ich falsch bin, aber unser Baby kann nichts dafür.“

„Jack.“ Ianto eilte zu ihm und legte von hinten die Arme um ihn. „Owen hat gesagt, keine Aufregung. Das ist nicht gut für dich und nicht gut für unser Baby.“ Er warf dem Doctor über Jacks Schulter hinweg einen entschlossenen Blick zu. „Können wir dieses Gespräch später fortsetzen? Jack muss sich ausruhen. Anweisung unseres Doktors.“

Der Timelord öffnete den Mund. Und schloss ihn wieder, ohne einen Ton heraus gebracht zu haben. Er konnte sich nicht erinnern, wann zuletzt jemand so mit ihm gesprochen hatte. Der junge Mann mit den graublauen Augen konnte sich – ohne dass er es wusste – in eine Reihe mit Donna Noble und Jacky Taylor stellen.

„Komm‘, Jack.“ Ohne auf eine Antwort zu warten, legte Ianto den Arm um seinen Partner und führte ihn zur Tür.

Jack warf einen Blick über die Schulter weg und grinste, als er den noch immer wortlosen Timelord sah, der den Mund öffnete und schloss wie ein Goldfisch auf dem Trockenen und matt mit den Armen flatterte. „Meiner.“

Der Doctor seufzte und machte sich auf die Suche nach seinen Companions. Die beiden schienen sich mit Jacks Team bereits blendend zu verstehen.

Als er näher trat, lauschte er auf die Gespräche, die um ihn herum stattfanden.

Amy wurde offenbar von Tosh (Dr. Sato, oh an sie erinnerte er sich) und Gwen in ihre neuesten Planungen in Bezug auf Jacks Baby einbezogen – und es sprach für seine junge Begleiterin, dass sie bei Jacks Anblick kaum mit der Wimper gezuckt hatte.

Rory und Owen standen etwas abseits. Sie hatten einander flüchtig abschätzend gemustert, dann nickte Rory und schob die Hände in die Hosentasche und Owen zog die Schultern hoch und verschränkte die Arme vor der Brust.

Der Doctor seufzte erneut und blickte nach oben, wo sich etwas bewegte. Ein begeistertes Grinsen breitete sich über sein Gesicht aus. War das etwa ein Pteranodon?


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„Ich mache uns erst mal Tee“, sagte Ianto, als sie in ihr Zuhause traten. „Du legst dich hin und ruhst dich aus.“

„I-an-to“, quengelte Jack. „Ich bin nicht krank.“

„Nein, du bist schwanger. Ab ins Bett mit dir.“ Ianto gab ihm einen Klaps auf den Hintern. „Und wenn du brav bist, komme ich mit.“

Jack grinste. „Ich bin immer brav.“ Er legte die Handflächen bittend zusammen und setzte seinen besten, flehenden Blick auf. „Aber könnte ich statt Tee nicht Kaffee haben? Nur ein klitzekleines bisschen? Ich hab schon fast vergessen, wie er schmeckt.“

„Owen hat gesagt kein Kaffee. Das ist nicht gut für deinen Blutdruck.“ Ianto trat zu ihm und schlang die Arme um seine Taille, bevor er sich vorbeugte und Jack küsste. „Oh ja? Also ich weiß nicht. Mir kommt es so vor, als würdest du mich morgens nur noch küssen, um wenigstens an den Geschmack des Kaffee zu kommen, den ich trinken darf.“

„Ich glaube, ich wurde gerade gewaltig beleidigt, Mr. Jones.“ Jack schloss die Finger um Iantos Krawatte und zog daran. „Wie gedenkst du das wieder gut zu machen?“

Ianto lächelte. „Ich werde Kaffee trinken, bevor ich zu dir ins Bett komme.“

Jack zog ihn an sich und küsste ihn hart, ließ sie beide atemlos zurück. „Gott, womit habe ich dich verdient“, flüsterte er gegen die Lippen seines Partners. „Dich und ein Baby von dir. Das ist das Beste, was mir in meinem Leben passiert ist. Egal, was der Doctor sagt, okay?“

„Ich weiß, Jack.“ Ianto presste die Stirn gegen Jacks und legte eine Hand auf seinen Bauch. „Ich liebe dich auch. Und unser Baby.“

Sie blieben einen Moment so stehen, bis Jack plötzlich zusammenzuckte. „Wow, sie hat mich getreten!“

Ianto lachte und packte Jacks Schultern, um ihn in Richtung Schlafzimmer zu bugsieren. „Siehst du, ich bin nicht alleine der Meinung, dass du dich ausruhen sollst. Und sie? Letzte Woche warst du noch überzeugt, dass es ein Junge ist.“

Jack zuckte mit den Achseln. Sie hatten sich entschieden, sich mit dem Geschlecht ihres Kindes überraschen zu lassen und erstaunlicherweise hatte Owen dichtgehalten. Selbst Tosh und Gwen hatten kein Wort aus dem Arzt herausbekommen, egal womit sie ihn auch zu bestechen versuchten.

„Okay, ich beuge mich der Mehrheit.“ Um ehrlich zu sein, Jack war mehr als bereit, für eine Weile sein Gewicht von den Beinen zu bekommen. Seine Füße waren zu grotesken Ausmaßen angeschwollen. Und sein Rücken schmerzte. Hatte er das schon erwähnt?

„Gut, ab mir dir ins Bett.“ Ianto sah ihm nach, die Arme vor der Brust verschränkt. „Ich bringe dir sofort den Tee.“

Und Captain Jack Harkness, Ex-Time Agent, Ex-Conman, Ex-Companion und Leiter von Torchwood Drei bugsierte seinen Babybauch brav in Richtung Schlafzimmer.


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Ianto stellte die Tasse auf der Ablage ab und glitt neben seinem Partner aufs Bett. Jack hatte es ausgesucht und gekauft und das bedeutete, es bot Platz für eine Großfamilie. Und wer wusste, vielleicht würden sie den ja irgendwann auch brauchen…

„Hey“, sagte er leise und legte die Hand auf Jacks Bauch. „Geht’s dir gut?“ Schuhe, Krawatte und Jackett hatte er bereits abgelegt, bevor er in den Raum gekommen war.

Jack schlug die Augen auf und lächelte. „Von Minute zu Minute besser.“ Er legte seine Hand über Iantos und schob sie ein wenig tiefer. „Und weißt du, was mich noch mehr entspannen würde?“

„Ich glaube, ich kann es mir vorstellen.“ Ianto beugte sich über ihn und küsste ihn.

Jack stöhnte auf, als er den Kaffee im Mund seines Partners schmeckte und sog gierig seine Zunge in seinen eigenen Mund.  

Alles andere verlor an Bedeutung.


Ende