Heimkehr

T’Len

2009

 

 

 

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Fandom: Torchwood

Charaktere: Jack/?

Kategorie: PG

Hinweise: Spoiler für Children of Earth

Feedback: tlen11@freenet.de

Summe: Hat Jack die Erde wirklich verlassen oder ganz andere Pläne?

 

Da ich das Ende nie mögen werde, von den ganzen Plot-Holes mal abgesehen, mal wieder der Versuch einer Neuschreibung.

 

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen. Vielen Dank an Lady Charena fürs Beta.

 

 

 

"Willkommen zu Hause." Ein Lächeln empfing Jack Harkness, als sich seine Gestalt im Transporterstrahl langsam verfestigte.

 

"Klein aber mein", erwiderte er, doch sein Lächeln erreichte die Augen nicht.

 

Jack sah sich um. Der Raum wirkte bis in den letzten Winkel mit Technik vollgestopft. Auf verschiedenen Schreibtischen blinkten Bildschirme. Das leise Summen leistungsstarker Computer war zu hören. Treppen führten tiefer hinab. Die sie begleitende Dunkelheit schien voller Geheimnisse. Jack atmete tief durch. Zum ersten Mal seit sechs Monaten fühlte er sich wieder einigermaßen heimisch.

 

"Ich hoffe, alles ist zu deiner Zufriedenheit?"

 

Jack nickte. "Bestens. Wenn ich jetzt noch einen guten Kaffee bekomme, bin ich rundum glücklich."

 

"Ist schon aufgesetzt und wird sofort serviert."

 

Jack ging zu einem der Bildschirme und setzte sich davor. An die Wand gegenüber war "Torchwood 3 B" gemalt. Jack lächelte. "Na, das nenne ich ein wahres Willkommen, Ianto."

 

Für einen kurzen Augenblick erreichte das Lächeln auch seine Augen.

 

///

 

"Du hast mir gefehlt. Es war eine viel zu lange Zeit", sagte Ianto Jones.

 

"Du mir auch", erwiderte Jack und blickte kurz zu seinem Gefährten auf, als dieser die Tasse mit dampfenden Kaffee vor ihm absetzte.

 

Ianto blieb neben den Schreibtisch stehen. Jack bemerkte, dass ihm etwas auf der Seele zu liegen schien.

 

"Was ist los?", fragte er.

 

"Gelungene Abschiedsvorstellung." Ianto deutete auf den Computerbildschirm, vor dem Jack jetzt saß, an dem er zuvor die Szene mit Gwen Cooper verfolgt hatte.

 

"Hast du etwa an meinen schauspielerischen Fähigkeiten gezweifelt?", fragte Jack mit tadelnd erhobener Augenbraue.

 

"Würde ich mir nie wagen", versicherte Ianto.

 

"Deine Vorstellung als sterbender Schwan damals war aber auch nicht schlecht", erwiderte Jack.

 

"Ich habe jedes Wort so gemeint, wie ich es gesagt habe", sagte Ianto.

 

In Jacks Blick trat Wärme, als er seine Hand ausstreckte und Ianto sanft am Arm berührte. "Ich weiß", sagte er und ein zärtlicher Unterton schwang in seiner Stimme mit.

 

Ianto streckte die Hand nach ihm aus und Jack stand auf, um den jüngeren Mann zu umarmen. Sie küssten sich leidenschaftlich.

 

"Ich weiß, dass ich viel von dir verlangt habe", sagte Jack, als sie sich wieder von einander lösten. "Es ist nicht einfach, alles hinter sich zu lassen. Glaube mir, ich spreche aus Erfahrung."

 

Er zog eine Packung Retcon aus der Hosentasche und treckte sie Ianto hin. "Wenn du deine Familie besuchen willst..."

 

Ianto schüttelte den Kopf. "Sie sind besser ohne mich dran", sagte er leise und Jack hörte deutlich das Beben in seiner Stimme. „Ich habe ihnen genug Schwierigkeiten bereitet. Ich will nur, dass es ihnen gut geht."

 

"Sie werden in den nächsten Tagen ein Schreiben eines Anwalts erhalten, der ihnen mitteilt, dass soeben eine Million Pfund aus deiner Lebensversicherung an sie ausgezahlt wurde. Sie werden auch erfahren, dass der gute Onkel Ianto für jedes der Kinder ein großzügiges Ausbildungskonto eingerichtet hat. Und natürlich ist der ‚Staat’ für ein neues Auto aufgekommen." Jack setzte sich wieder.

 

Ianto starrte ihn mit weit aufgerissenen Augen an. "Du hast das alles organisiert?", fragte er. "Aber wie? Die Torchwood-Gelder sind eingefroren, seid es uns nicht mehr gibt."

 

Jack lächelte. "Die offiziellen, ja. Aber ich habe meine Reserven, von denen niemand etwas weiß. Die sind mehr als ausreichend, damit wir uns für Jahre über Wasser halten können."

 

"Warst du deshalb das letzte halbe Jahr unterwegs?", fragte Ianto. "Um solche Dinge zu regeln?"

 

"Auch", erwiderte Jack ausweichend.

 

Ianto sah das Aufflackern von Traurigkeit in Jacks Augen. "Es tut mir Leid, was passiert ist... mit Steven", sagte er leise.

 

Jack berührte mit einer Geste der Dankbarkeit kurz Iantos Arm. "Du kannst jederzeit gehen, ich will, dass du das weißt. Wir verschaffen dir eine neue Identität", wechselte er das Thema.

 

Ianto schüttelte den Kopf. "Jack, du weißt, ich würde alles für dich tun", erwiderte der jüngere Mann bestimmt. "Aber ich verstehe immer noch nicht, warum alle Welt glauben soll, du seiest von der Erde verschwunden und ich tot."

 

"Weil sie hoffentlich leichtsinnig werden, wenn sie glauben, dass die Luft rein ist und Torchwood nicht mehr existiert."

 

"Wer?" Ianto setzte sich auf die Schreibtischkante.

 

Jack zuckte mit den Schultern. "Das wüsste ich auch gern."

 

Er sah Ianto in die Augen. "Johnson wollte uns infiltrieren, bevor die 456 Kontakt aufgenommen hatten", erklärte er. "Sie hatte diesen Doktor Patanjali auf uns angesetzt, wohl wissend, dass wir früher oder später wieder einen Arzt im Team brauchen würden. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob die Sache mit dem Hitchhiker Zufall oder Falle war. Frobishers Mordbefehl nach dem Auftauchen der 456 hat die Pläne verändert, aber ich glaube nicht, dass er die einzige und  treibende Kraft hinter der ursprünglichen Idee war."

 

"Du denkst also, irgendjemand da draußen will uns noch immer loswerden?", fragte Ianto.

 

"Ich halte das für eine hohe Wahrscheinlichkeit", antwortete Jack. "Irgendjemand hat ein großes Interesse daran, Torchwood auszuschalten. Jemand, der so gut ist, dass wir es bisher nicht bemerkt haben. Ich hoffe, wenn der- oder diejenigen sich nun am Ziel wähnen, werden sie das, weshalb sie uns los werden wollten, beginnen und wir können herausfinden, wer und was dahintersteckt."

 

"Aber wenn sie versuchen, diese Basis auch zu zerstören?" Ianto sah sich im Raum um. Vieles erinnerte an den Hub, wenn auch an eine wesentlich kleinere Ausgabe.

 

Jack schüttelte den Kopf. "Niemand weiß davon außer mir. Sie taucht in keinen Unterlagen auf. Die Ausrüstung stammt aus inoffiziellen Quellen, nichts, was jemand nachvollziehen könnte. Ich habe vor Jahren begonnen Stück für Stück diese Basis aufzubauen, weil mir immer klar war, dass wir möglicherweise eines Tages ein Ausweichquartier brauchen."

 

"Was ist mit Gwen?", wollte Ianto wissen. "Warum hast du sie nicht eingeweiht? Warum diese Abschiedsszene für sie?"

 

"Weil sie besser dran ist, wenn für sie das Kapitel Torchwood ein für allemal abgeschlossen ist", erwiderte Jack. Gedankenverloren spielte er mit der Retcon-Packung, die er auf den Tisch gelegt hatte, nachdem Ianto sie ablehnte. "Ich wollte nicht riskieren, ihr das Mittel während der Schwangerschaft zu geben. Und irgendwie", er suchte nach den richtigen Worten. "Irgendwie erschien es mir nicht fair, ihr und Rhys die Erinnerung zu nehmen."

 

"Sie könnte uns nützlich sein, als Kontakt zur Außenwelt", sagte Ianto.

 

"Nein", wehrte Jack ab. "Dies ist weniger denn je ein Job, von dem man am Abend nach Hause gehen kann. Die Gefahr der Entdeckung wäre viel zu groß. Du kennst Gwen, sie wäre nicht mit einer Rolle im Hintergrund zufrieden. Wenn sie wüsste, dass und warum wir hier sind, würde sie mit dabei sein wollen, voll und ganz. Nein, sie soll ihr Leben leben, mit ihrem Mann und ihrem Kind. Es ist besser so." Wehmut schwang in seiner Stimme mit.

 

"Und wenn man versucht, sie auszuschalten? Ich meine, wenn du Recht hast und jemand ist hinter Torchwood her."

 

"Allein und in ihrem Zustand ist sie wohl kaum eine Bedrohung. Außerdem war Gwen viel zu kurz dabei. Sie weiß nicht wirklich viel, dass ihr nun weiterhelfen könnte, wollte sie allein und ohne Basis weiterarbeiten." Er grinste leicht. "Rhys wird schon dafür sorgen, dass sie sich ganz schnell anderen Dingen zuwendet.“

 

Er wandte sich ab und gab einige Befehle in den Computer ein. Auf dem Bildschirm wurde die Außenaufnahme eines Hauses sichtbar, vor dem gerade ein Wagen vorfuhr, aus dem ein Paar ausstieg. Die Frau war sichtbar schwanger.

 

"Du überwachst ihr Haus", stellte Ianto fest.

 

"Nur zur Sicherheit", erwiderte Jack.

 

Ianto war sich nicht gewiss, ob Jack damit nun sicherstellen wollte, dass es nicht doch jemand auf Gwen abgesehen haben könnte oder ob er eher fürchtete, dass sie eben Torchwood nicht so einfach aufgab, wie er hoffte.

 

"Außerdem", fuhr Jack fort. "Ist sie wohl doch nicht so clever, wie ich dachte, wenn sie tatsächlich annehmen konnte, ich würde die 456 konfrontieren, ohne geeignete Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen."

 

"Sie kannte den individuellen Schutzschild nicht, den ich benutzt habe", erwiderte Ianto. "Wenn du ihn mir nicht zufällig gerade an dem Tag zum Ausprobieren gegeben hättest, als du..." Er brach ab, zu schrecklich war noch immer die Erinnerung an die Explosion, die Jack zerrissen hatte.

 

"Wenn du ihn nicht bei dir gehabt hättest, hätten wir etwas anderes gefunden", erwiderte Jack. "Oder ich hätte dich nicht mitgenommen. Nur ein Idiot konnte annahmen, dass sich die 456 von mir einfach so provozieren lassen würden ohne ihrerseits zu reagieren."

 

"Du hast also wirklich gewusst, dass sie uns angreifen würden?", sagte Ianto.

 

"Ich habe nicht damit gerechnet, dass sie das ganze Haus verseuchen", erwiderte Jack. Seine Stimme zitterte, als er an die vielen sinnlosen Opfer dachte. Nur eine von vielen - zu vielen - Fehlentscheidungen in seinem Leben. "Sonst hätte ich es evakuieren lassen. Aber ich war sicher, sie würden uns beide angreifen und damit die Gelegenheit geben, deinen Tod zu inszenieren."

 

Er strecke die Hand aus und streichelte Ianto über die Wange. "Die Droge ließ deine Leiche erschreckend echt aussehen. Als ich wieder aufwachte und dich so liegen sah, dachte ich..." Er brach ab. "In Zukunft heißt es jedenfalls nur noch du und ich", ergänzte er forsch.

 

"Nicht ganz", erwiderte Ianto. Just in diesem Moment drangen von unten Flügelschläge empor.

 

Jack hob überrascht die Augenbrauen. "Er lebt?"

 

Der Pterodactoron erschien über ihren Köpfen und drehte majestätisch seine Kreise. "Ich habe ihn unter den Trümmern gefunden, als ich sie auf deinen Befehl hin heimlich nach verwertbarer Technik durchsuchte", erklärte Ianto. "Er war fast verhungert und dehydriert, aber ich konnte ihn doch nicht einfach dort liegen lassen", fügte er entschuldigend hinzu.

 

"Ist schon in Ordnung", erwiderte Jack. "Haben wir eben ein Haustier auf unserer einsamen Insel. Hast du alles organisiert wie besprochen?"

 

Ianto nickte. "Wir haben Vorräte für mindestens ein halbes Jahr." Er deutete auf den Saurier. "Auch für ihn. Ich habe eine Kühleinheit mehr installiert. Nachschub wird alle 20 Wochen an eine große Postbox geliefert. Von dort können wir ihn mit deinem neusten Spielzeug hierher transportieren."

 

"Schade, dass der Transporter soviel Energie verbraucht, dass er sich jedes Mal eine Woche lang aufladen muss. Er wäre ein ideales Transportmittel für uns", sagte Jack. Er rzuckte mit den Schultern. „Na gut, machen wir das beste aus unserer Lage, Freitag.“

 

"Ich habe auch ein Doppelbett eingebaut", bemerkte Ianto mit einem koketten Lächeln.

 

Jack grinste. "Na das nenne ich doch mal ein gutes Angebot." Er stand auf und streckte die Hand nach Ianto aus. "Komm."

 

Der Kaffee blieb vergessen zurück.

 

Ende