Weihnachtsengel

T’Len

2007

 

 

 

Fandom: Großstadtrevier

Charaktere: alle

Kategorie: G, Humor

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Summe: Weihnachten auf dem Revier

 

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen. Vielen Dank an Lady Charena fürs Beta.

 

 

 

 „Melden uns ab“, rief Dirk Matthies in Richtung des Büros von Rolf Bogner, dann wandte er sich zum Gehen.


„Wartet mal.“  Dietmar Steiner holte Dirk und Anna Bergmann an der Tür des Reviers ein. „Könntet ihr bitte gleich ein paar Dinge für unsere Weihnachtsfeier heute Abend mitbringen? Ist alles bestellt, müsste nur noch abgeholt werden. Die Adressen stehen drauf. Liegt alles auf eurem Weg.“ Er drückte Dirk einen Zettel in die Hand.


„Fünf Päckchen Glühwein, vier Stollen, 30 Brötchen, je zwei Kästen Bier und Mineralwasser“, las Dirk vor. „Sag mal, sind wir hier der Lieferservice oder was?“

 

„Ich hab den Aufschnitt vergessen.“ Dietmar nahm Dirk den Zettel wieder ab und schrieb noch rasch eine weitere Adresse darauf..

 

„Wir erledigen das schon“, sagte Anna und nahm den Zettel an sich.

 

„Danke.“ Dietmar strahlte. „Bist ein Schatz.“

„Und ich?“, schmollte Dirk.


„Ihr seid doch immer noch da“, sagte Rolf Bogner, der in dem Moment aus dem Büro trat. „Macht los, Henning und Harry warten im Einkaufszentrum auf euch.“

 

„Sind schon weg.“ Dirk zog Anna mit sich.

 

„Irgendwas hab ich vergessen“, überlegte Dietmar, als er an seinen Platz zurück ging.

 

„Die Dekoration“, sagte Lothar Krüger von seinem Schreibtisch aus.

 

Dietmar schüttelte den Kopf. „Hab ich gestern schon von zu Hause mitgebracht. Die selbstgebackenen Plätzchen auch. Aber irgendwas fehlt noch. Ich komm nur nicht drauf was.“

 

///

 

„Hohoho, warst du auch immer schön artig.“ Dirk zuckte zusammen, als ihn ein Schlag mit der Rute auf seinen Allerwertesten traf.

 

„Lass das, Henning“, tadelte er den Kollegen.

 

Der stand als Weihnachtsmann verkleidet vor ihm. „Hallo“, sagte nun auch sein Elf, alias Harry. Seit zwei Tagen ermittelten die Zivilfahnder bereits im Einkaufszentrum, nachdem es dort zu einer Reihe von Diebstählen gekommen war. Wie jedes Jahr nutzten Gauner das Gedränge der Vorweihnachtszeit besonders gern zu ihren Beutezügen. Deshalb hatten sich die beiden Ermittler als Weihnachtsmann und Elf, davon gab es mehrere im ganzen Einkaufszentrum, getarnt in den Trubel gemischt.

 

„Also, wo ist der Dieb?“, fragte Dirk.

 

„Wartet im Büro des Kaufhausdetektivs“, antwortete Harry. „Aber ein Dieb ist er nicht.“

 

///

 

„Also, dass ich das richtig verstehe“, sagte Dirk. „Sie beklauen die Leute nicht, Sie stecken ihnen kleine Präsente in die Taschen.“

 

Der junge Mann nickte. „Das ist doch nicht strafbar.“

 

„Ne, nur verrückt“, erwiderte Matthies.

 

„Warum tun Sie das?“, wollte Anna wissen. Harry und Henning hatten den jungen Mann geschnappt, als eine Kundin Alarm schlug, weil sie bemerkte, wie er sich an ihrer Handtasche zu schaffen machte.

 

„Die Menschen denken in der heutigen Zeit nur noch an den Kommerz und den Konsum. Gerade in der Vorweihnachtszeit. Ich will sie wieder an den wahren Wert des Festes erinnern.“

 

„Sehen Sie.“ Er reichte Anna eine Praline. „Geld ist nicht alles“, las sie vor, was auf dem Einwickelpapier stand.


„Aber Sie sind einschlägig vorbestraft wegen wiederholten Taschendiebstahls“, hielt Dirk ihm entgegen.

 

„Ich habe meine Strafe abgesessen und im Knast zu Gott gefunden“, erklärte der junge Mann. 

 

Dirk verdrehte gequält die Augen. „Und jetzt bekehren Sie andere?“

 

„ich will sie nur auf dem rechten Weg zurückführen.“

 

„Das ist wohl kaum strafbar, Dirk“, sagte Anna.

 

Matthies nickte. „Verschwinden Sie“, sagte er. „Aber bringen Sie Ihre Botschaft besser anders rüber, als mit Ihren Fingern in den Taschen fremder Leute.“

 

///

 

„ich find’s nett, wenn noch jemand an die wahre Bedeutung von Weihnachten glaubt“, sagte Anna als sie zu ihrem Streifenwagen gingen. „Er hat doch Recht, alles ist nur noch Kommerz und Konsum.“

 

„Ich wusste doch, du bist eine Romantikerin“, erwiderte Dirk und suchte in seiner Jackentasche nach den Autoschlüsseln. Er stutzte und holte eine Praline hervor, darauf stand: „Liebe deinen Nächsten.“

 

///

 

„Also Leute“, Rolf Bogner erhob sein Glas. „Trinken wir darauf, dass wir wieder ein erfolgreiches Jahr hinter uns haben. Möge das Neue genauso werden und vor allem, für die Kollegen, die Weihnachten Dienst tun müssen, wünsche ich euch ein paar ruhige Tage.“

 

„Hört, hört“, rief die Runde und jeder hob sein Glas.


„Also ich finde, Dietmar, du hast dich wieder selber übertroffen“, sagte Harry mit Blick aufs Büffet. Sie und Henning trugen noch immer ihre Kostüme.

 

„Aber irgendwas fehlt dieses Jahr“, meinte Henning.

„Das hab ich auch schon gesagt“, antwortete Dietmar, aber ich komm nicht drauf, was.“

 

„Hauptsdache genug Glühwein ist da.“ Dirk hob seine Tasse.

 

„Und Stollen“, ergänzte Anna und biss herzhaft in ein Stück.

 

„Deine Plätzchen sind wieder spitze, Dietmar“, lobte Rolf.

 

„Ich hab’s“, sagte plötzlich Lothar. „Schaut euch mal um, merkt ihr es nicht.“

 

Die anderen blickten sich im Raum um, zuckten aber hilflos mit den Schultern oder schüttelten den Kopf.

 

„Wir haben keinen Baum.“

 

Ende