Oh du fröhliche

T’Len

2006

 

 

 

Fandom: Bewegte Männer, SK Kölsch

Charaktere: Jupp Schatz, Falk von Schermbeck, Waltraud, Frank, Axel, Doro, Trixi

Kategorie: G

Hinweise: Humor, Crossover

Feedback: tlen11@freenet.de

Summe: Falk nimmt Jupp mit zur Weihnachtsfeier, nicht irgendeiner natürlich.

 

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen. Vielen Dank an Lady Charena fürs Beta.

 

 

 

„Du?“ Falk von Schermbeck wirkte wenig begeistert, als er seine Wohnungstür öffnete und sein Kollege Jupp Schatz davor stand. „Gibt es einen Fall?“

 

Jupp schüttelte den Kopf. „Ich war gerade in der Gegend und dachte, ich schau mal vorbei.“ Er hob ein Sixpack Kölsch hoch.

 

Falk wusste wohl, dass seine Wohnung nicht auf Jupps üblichem Wege lag.  Also musste er mit Absicht vorbei gekommen sein. Was eindeutig dafür sprach, dass er ziemlich verzweifelt sein musste. „Langeweile?“, fragte er.

 

Jupp zuckte in einer eher hilflosen Geste mit den Schultern. „Meine Mutter ist mit ihrer Freundin zum Christkindlmarkt nach Nürnberg gefahren und Flo kommt erst am 22. aus dem Internat. Ich dachte, wir könnten uns nen gemütlichen Abend machen. Irgendwo kommt bestimmt ein Spiel.“

 

„Tut mir leid“, erwiderte Falk. „Aber ich bin schon zu einer Weihnachtsfeier eingeladen. Im Rosenberg, am Dom.“

 

„Kann ich mit?“, fragte Jupp. Nichts konnte schlimmer sein, als sich allein zu Haus zu langweilen.

 

„Sicher. Aber es wird dir nicht gefallen.“

 

///

 

Das Rosenberg war ganz in Pink dekoriert. Pinkfarbene Kugeln, pinkfarbene Schleifen, pinkfarbene Kerzen und noch mehr pinkfarbene Schleifen schmückten das Lokal.

 

„Falk, Schätzchen, schön, dass du kommen konntest.“ Ein Weihnachtsengel, natürlich in Pink, der sich erst auf Jupps zweiten Blick hin als Mann entpuppte, begrüßte Falk mit einer überschwänglichen Umarmung und Küsschen rechts und links. Langsam schwante Jupp auf was für eine Party er da geraten war.

 

„Hallo, Waltraud“, grüßte Falk zurück.

 

Nachdem Falk endlich aus der Umarmung entlassen war, wandte sich Waltraud Jupp zu. „Dein Neuer?“, fragte sie. „Schnuckeliges Kerlchen.“

 

Als sie auch Anstalten machte Jupp zu umarmen, trat der hastig einen Schritt zurück.

 

„Hah, jetzt stehst du unter einem Mistelzweig“, rief Waltraud und drückte Jupp, eh er sich versah, einen Kuss auf die Wange.

 

„Das ist Jupp, mein Kollege“, stellte Falk vor und schob Waltraud hastig ein Stück zur Seite, bevor Jupp irgendwie unangebracht heftig reagieren konnte.

 

Hinter ihr war ein Mann aufgetaucht, der zu Jupps Erleichterung normal aussah, zumindest kleidungsmäßig. „Auch von der Kripo? Freut mich, ich bin Frank, vielleicht hast du ja Lust bei uns im Verein mitzumachen.“

 

„Verein?“, wunderte sich Jupp. „Habt ihr jetzt schon einen Club dafür gegründet?“ Er sah Falk fragend an.

„Frank ist im Vorstand des Vereins schwuler Kölner Polizisten“, erklärte Falk. „Dessen Weihnachtsfeier ist das hier.“

 

„Gott, wie viele gibt’s denn von der Sorte?“, wunderte sich Jupp.

 

„Mehr als du denkst“, grinste Falk.

 

„Und wir freuen uns immer über neue Mitglieder“, betonte Frank.

 

„Ich bin aber nicht schwul“, sagte Jupp hastig.

 

„Och, das können wir gern ändern“, flötete Waltraud und machte Anstalten, Jupp erneut küssen zu wollen. „Du stehst schon wieder unterm Mistelzweig.“

 

Jupp sah nach oben und stellte fest, dass fast die ganze Decke mit solchen Zweigen bedeckt war. „Ich geh erst mal zur Bar“, sagte er hastig.

Waltraud entdeckte derweil ein neues Opfer. „Norbert, Süßer!“, rief sie dem Neuankömmling zu.


Falk folgte Frank, um ein paar Kollegen zu begrüßen.

 

„Oh man, wo bin ich da bloß reingeraten.“ Jupp ließ sich stöhnend auf den Barhocker fallen.

 

„Was darf’s denn sein?“, fragte der junge Mann hinter der Theke.

 

„Ein Kölsch, falls es das hier überhaupt gibt.“ Sein Sixpack hatte er natürlich bei Falk zurückgelassen. Er konnte ja schlecht sein eigenes Bier in die Kneipe mitbringen. Obwohl er fast fürchtete, dass er das hier besser getan hätte. Bestimmt gab es nur irgendwelche bunten Drinks mit bunten Schirmchen und noch bunteren Namen.


„Klar, Mann, haben wir Kölsch. Ist doch keine Tuntenbar hier.“ Eine Flasche Bier wurde vor ihm auf den Tresen gestellt.

 

Jupp blickte überrascht auf. „Ich dachte?“

 

„Nö, die feiern nur hier.“ Axel deutete mit dem Kopf in Richtung des Partytrubels. „Du gehörst nicht zu denen, was?“

 

„Ne, bestimmt nicht“, versicherte ihm Jupp und nahm erst mal einen tiefen Schluck aus der Flasche. „Mein Freund, ich meine mein Kollege“, verbesserte er sich hastig. „Hat mich mitgeschleppt.“

 

Die Tür zur Küche öffnete sich und zwei junge Frauen wurden sichtbar. „Axel, wir brauchen dich hier“, rief Doro.

 

„Aber immer doch, Mädels“, antwortete Axel grinsend. „Ich bin doch immer bereit.“


„Als Weihnachtsmann“, ergänzte Trixi scharf.

 

Jupp starrte auf die Tür, die sich längst wieder geschlossen hatte. „Sind die echt?“, wunderte er sich. Man(n) wusste heutigentags ja nie. Vor allem hier und heute nicht.

 

„Und ob.“ Axel machte eine zweideutige Geste, mit seinen Händen pralle Brüste andeutend. „Ich sprech’ aus Erfahrung, glaub’ mir. Mit beiden.“

 

„Du Glücklicher.“ Jupp prostete ihm zu und trank seine Flasche aus. „Die würd’ ich auch nicht von der Bettkante schubsen.“

 

„Sorry, Kumpel. Ich muss den Weihnachtsmann für die Meute spielen. Waltraud hätte ja lieber nen Stripper gehabt, der ihr dann richtig den Hintern versohlt, aber das hat Frank ihr verboten“, erklärte Axel.

 

Jupp rutschte vom Hocker, zog ein paar Münzen aus der Hosentasche und legte sie auf den Tresen. „Ich verzieh mich besser“, sagte er. „Bevor hier noch einer auf dumme Gedanken kommt.“

 

Er fand Falk im engen Tanz mit einem Typen, der mindestens zehn Jahre jünger war als er. „Abklatschen ist später“, sagte der, als er sich näherte.

 

„Spinn nicht rum“, erwiderte Jupp. „Ich hau ab“, wandte er sich dann an Falk. „Bevor mich hier noch einer erkennt und im Büro irgendwelche blöden Gerüchte verbreitet:“


Falk nickte. „Mach’s gut. Ich seh’ dich Montag im Büro.“

 

Jupp wandte sich ab, doch Falk rief ihn zurück. „Du stehst genau unter einem Mittelzweig“, sagte er und ehe Jupp sich versah, hatte Falk ihn geküsst.

 

Jupp wischte sich hastig mit dem Handrücken über den Mund und eilte unter dem Gelächter der Umstehenden aus dem Lokal.


Ende