Titel: Abschied von Cardiff
Autor: Lady Charena (April 2015)
Fandom: Torchwood - Greyfriars Arms Hotel-Universum
Wörter: 2810
Charaktere: Jack Harkness, Toshiko Sato, Alex Hopkins, Andy Davidson, Original-Charaktere: Tomos Williams, Geraint Miller, Thom
Pairing: Jack/Ianto (Freundschaft, pre/slash, Flirten), Andy/Tosh
Rating: AU, ab 12, slash/het
Beta: T’Len


Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.



Tomos Williams hielt nur seinen Aktenkoffer in der Hand, als er aus dem Aufzug trat und zur Rezeption ging. Sein restliches Gepäck befand sich bereits im Kofferraum seines Wagens. Am gestrigen Nachmittag, nach dem Tee, hatte er sich von Rhiannon verabschiedet und ein paar Trinkgelder verteilt. Er wusste, dass er die Schwester seines Freundes beleidigt hätte, wenn er ihr Geld anbot, also steckte er zwei Geldscheine in einen Umschlag, schrieb darauf, dass dies eine kleine Einlage in die Sparbüchsen der Kinder wäre und schob ihn in einem unbeobachteten Moment in Rhis Schürzentasche.

„Guten Morgen, Miss Tosh“, begrüßte er die junge Frau, die mit dem Sortieren der Post beschäftigt war.

„Guten Morgen, Mr. Williams.“ Toshiko sah mit einem Lächeln hoch und legte die Briefe zur Seite, die sie in der Hand hielt. „Mr. Jones ist gerade nicht da.“

„Ich weiß.“ Tomi stellte den Koffer ab und lehnte sich gegen die Rezeption. „Er und Rhi holen Johnny aus dem Krankenhaus ab. Warum um alles in der Welt lassen sie ihn nicht mit einem Krankenwagen hierher bringen? Das wäre doch für alle viel bequemer.“

„Mr. Davies hat sich entschieden geweigert.“ Tosh rückte ihre Brille zurecht. „Mrs. Davies hatte ihn fast im Krankenhaus gelassen.“

Tomi lachte. „Es tut mir wirklich leid, dass ich heute abreisen muss. Dem Greyfriars Arms scheinen ja interessante Zeiten bevor zu stehen. Aber jeder Urlaub endet.“ Er hob di Schultern. „Jetzt bleibt mir nur noch, nach der Rechnung zu fragen. Und ich weiß, dass es eine gibt, ich habe Ianto schon gesagt, dass ich auf keinen Fall seine Gastfreundschaft missbrauche und nicht für mein Zimmer bezahle.“

„Ich hoffe, Sie hatten eine schöne Zeit in Wales.“ Tosh schlug das Rechnungsbuch auf und legte ihm die Rechnung vor, die ihr Chef selbst ausgestellt hatte.

„Es war herrlich.“ Tomi überflog die Aufstellung und schüttelte den Kopf. „Sieht so aus, als gewährt er mir trotzdem den Freunde-und-Familie-Rabatt.“ Er zog sein Scheckbuch aus der Innentasche seines Jacketts und nahm den Stift, den Tosh ihm reichte. Nachdem er die Zahlen kurz im Kopf überschlagen hatte, stellte er den Scheck auf den Betrag aus, den er für angemessen hielt. Er hatte genug von der Situation des Hotels mitbekommen, um zu wissen, dass Ianto es sich eigentlich nicht leisten konnte, alten Freunden Nachlass auf die Zimmerpreise zu gewähren – und ehrlich, es würde keine Delle in seinem Bankkonto hinterlassen. Schwungvoll unterschrieb er, wedelte einen Moment mit dem Scheck, bis die Tinte trocken war und faltete ihn in die Rechnung, die er dann Toshiko zusammen mit dem Stift zuschob. „Darf ich Sie noch um einen winzigen Gefallen bitten?“ Er steckt das Scheckbuch zurück und nahm dafür einen Umschlag aus der rechten Seitentasche seiner Jacke. „Würden Sie das Ianto geben?“

Tosh nahm den Umschlag und legte ihn neben das Rechnungsbuch, zwischen dessen Seiten sie die Rechnung samt Scheck steckte. Sie würde ihn später in die Kasse im Büro legen, wenn sie die Abrechnungen machte. „Selbstverständlich.“

Tomi hob seinen Aktenkoffer auf. „Dann leben Sie wohl, Miss Sato.“ Mit einem Nicken wandte er sich ab und ging Richtung Ausgang.

„Auf Wiedersehen, Mr. Williams. Und gute Fahrt.“ Tosh sah ihm nach, bis die Tür hinter ihm zufiel, dann machte sie sich wieder an die Arbeit. Den Brief für ihren Chef legte sie in die Schublade unterhalb der Schreibfläche, damit er nicht zwischen die andere Post geriet.


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„Wir kommen hier in Cardiff nicht weiter“, meinte Alex, die Arme vor der Brust verschränkend. Er lehnte sich gegen seinen Schreibtisch zurück und musterte sein versammeltes Team. Nur seine eigenen Leute, nicht die Londoner Wissenschaftler, hatte er zur Morgenbesprechung in sein Büro gerufen. „Also bleibt uns nichts anderes übrig, als zum Anfang zurück zu kehren. Damit meine ich, zurück an den Absturzort des Flugzeuges. Vielleicht haben wir irgendetwas übersehen.“

„Aber wir haben da oben doch jeden Stein zweimal umgedreht, Boss“, wandte Geraint ein.

„Dann drehen wir eben alle Steine zum dritten Mal um.“ Alex sah ihn an. „Es hat seither getaut, vielleicht findet ihr einen Hinweis, der unter dem Schnee versteckt war.“

„Ihr?“, fragte Jack. „Bedeutet wer?“

„Danke für deine Meldung als erster Freiwilliger“, entgegnete Alex trocken. „Geraint, du darfst Jack begleiten.“

„Danke, dass du mich freiwillig gemeldet hast, Boss“, kam es sarkastisch von Geraint. „Ich bestehe übrigens auf getrennte Zelte.“

„Ich bin schwer getroffen“, spottete Jack und tat so, als wollte er dem neben ihm stehenden Geraint einen Klaps auf den Hintern geben. Der andere Agent machte einen Schritt zur Seite, und stieß gegen einen seiner Kollegen, der wiederrum fluchte, als Geraint ihm auf den Fuß trat.

„Ihr sollt da oben auch kein Ferien-Zeltlager abhalten“, mischte sich Alex ein, bevor die Albernheiten überhand nehmen konnten. „Wir brauchen neue Informationen. Dass wir bisher kein neues Opfer gefunden haben, heißt nicht, dass es keines gibt. Keiner von euch wird ernstlich glauben, dass diese Kreatur einfach verschwunden ist.“ Er seufzte, als die anderen schwiegen. Selbst Jack sparte sich eine Bemerkung. „Okay, Geraint. Jack. Packt eine Tasche mit allem, was ihr für drei Tage in der walisischen Wildnis braucht. Ich will euch in fünfzehn Minuten in der Garage sehen, dann suchen wir aus, was ihr an Ausrüstung mitnehmt. Thom, du kümmerst dich um Proviant.“

„Meine Sachen sind alle im Hotel.“ Jack verschränkte ebenfalls die Arme vor der Brust, starrte seinen Chef an. „Alle meine sauberen Sachen, um genau zu sein. Du schickst mich doch bestimmt nicht mit schmutzigen Socken in die Wildnis, oder?“

„Als wären es die schmutzigen Socken, die dich ins Hotel ziehen“, spottete Thom.

Hopkins seufzte erneut und richtete den Blick zur Decke. Er schloss einen Moment die Augen und schien stumm bis zehn zu zählen. „Jack, du hast exakt dreißig Minuten, keine Extratouren. Das reicht um ein paar Klamotten und Waschzeug in eine Tasche zu werfen.“ Alex öffnete die Augen wieder und sah Jack an. „Nachdem wir uns unterhalten haben. Ihr anderen macht euch an die Arbeit.“ Er schwieg bis sich die Tür hinter dem letzten Teammitglied geschlossen hatte und fuhr sich dann mit der Hand durch die Haare.

„Meine saubere Kleidung ist wirklich im Hotel“, begann Jack.

„Das ist es nicht“, unterbrach ihn Alex. Er sah sich um, als wolle er sich vergewissern, dass niemand in den schattigen Ecken lauerte. „Ich hatte einen Anruf von Direktorin Hartman. Sie weiß von diesem kleinen Computer, diesem…“ Er machte eine Geste mit der Hand, als ihm der Begriff nicht sofort einfiel.

„Laptop“, ergänzte Jack automatisch. „Woher weiß sie davon? Wir haben doch jeden Hinweis darauf aus den Berichten entfernt. Die anderen wissen nichts davon.“

Alex trat hinter seinen Schreibtisch und ließ sich schwer in den dahinter stehenden Stuhl fallen. „Adam Smith.“ Er beugte sich vor, stützte die Arme auf der Schreibfläche auf. „Er hat dich beschuldigt, dass du etwas vom Fundort gestohlen hast. Also hat er dich damit gesehen.“

„Auch wenn er mich damit gesehen hat, woher sollte er wissen, um was es sich handelt?“ Jack trat seinerseits an den Schreibtisch, stemmte die Handflächen auf die Tischoberfläche und sah Alex an. „Dieses… kriecherische Wiesel muss uns belauscht haben.“ Er schlug mit den Handflächen auf den Schreibtisch. „Und hat es entweder Yvonne oder dieser Hexe von Tante gepetzt. Ich bringe ihn um. Wir können immer noch sagen, ein Weevil hat ihn erwischt.“

„Du wirst ihn in Ruhe lassen.“ Alex stemmte sich hoch, bis er Gesicht zu Gesicht mit Jack stand, wenn auch getrennt durch den Schreibtisch. „Denkst du, mir gefällt das? Aber wir sind abhängig vom Wohlwollen Londons. Das ist eine Tatsache. Und Adam Smith hat Einfluss. Das ist ebenfalls eine Tatsache. Und sie wissen von dem Laptop.“

„Noch eine Tatsache?“, warf Jack spottend ein.

„Ja“, entgegnete Alex ruhig. „Die Direktorin hat die Reisesperre für ihn aufgehoben. Er soll morgen nach London zurückkehren. Und zwar mit dem Computer.“

„Hast du ihr gesagt, dass dieses Gerät die Zeitlinie verändert kann?“

„Natürlich.“ Hopkins sah ihn an. „Aber er kann nichts mitnehmen, das nicht mehr da ist.“

„Denkst du, er nimmt dir ab, dass du den Computer passenderweise gerade verlegt hast?“, meinte Jack skeptisch. „Oder dass sich Yvonne einfach so abspeisen lässt?“

„Nein.“ Alex zog sein Notizbuch aus der Tasche, kritzelte ein paar Zahlen und Buchstaben darauf, riss das Blatt Papier heraus und reichte es Jack. „Das ist der Code zum Raum mit den Safes. Und das ist die Nummer des Safes. Du weißt, wie der Verbrennungsofen im Keller funktioniert.“

„Es ist ein temporäres Schloss. Niemand kann es vor dem einprogrammierten Datum öffnen.“ Jack warf einen flüchtigen Blick auf den Zettel. „Hast du das Yvonne nicht gesagt?“

„Glaubst du wirklich, es gibt keine Möglichkeit, ein Zeitschloss zu umgehen?“ Alex zog einen Schlüsselbund aus der Tasche und öffnete eine Schublade seines Schreibtisches damit. Er nahm ein ovales, graues… Gerät… heraus und legte es vor Jack auf den Tisch. „Das hier ist ein universaler Schlossöffner. Und ein Aufzeichnungsgerät. Damit kann man den Inhalt einer ganzen Bibliothek einlesen, in digitale Informationen umwandeln und abspeichern. Einfach nur, indem man es einschaltet und damit an einer Buchreihe entlang fährt.“ Er zuckte mit den Schultern. „Es darf nur mit besonderer Genehmigung der Direktion verwendet werden. Yvonne hat mir befohlen, es zu benutzen.“ Er schob das Gerät näher zu Jack. „Ich werde jetzt gehen und mich darum kümmern, dass alles für euren Ausflug in einem der Wagen ist.“

„Wieso ich?“, fragte Jack.

„Weil ich dafür sorgen werde, dass Smith bei mir in der Garage ist und nicht hier herumhängt, während du das Ding entsorgst. Und später werde ich sehr überzeugend erstaunt sein, dass es nicht mehr da ist, wenn ich mit ihm zusammen den Safe öffne.“ Alex trat um den Schreibtisch. „Hast du ein Problem damit?“

„Sie wird dir trotzdem die Hölle heiß machen, das weißt du, richtig?“ Jack musterte seinen Boss.

„Sie kann mir nichts beweisen.“ Alex hob die Schultern. „Und sie wird es nicht an die große Glocke hängen. Auch Yvonne Hartman muss sich gegenüber jemandem verantworten und ich habe sie vor Zeugen darauf hingewiesen, dass es sich um ein Artefakt handelt, dass die Zeitlinie verändern kann. Sie kann nicht gegen die Torchwood-Charta verstoßen, wie es ihr gefällt. Ein Wort in das richtige Ohr und ihre steile Karriere könnte sehr schnell enden.“

„Diese Seite kenne ich ja gar nicht an dir, Alex.“ Jack ließ den Schlossöffner in seinem Mantel verschwinden.

Hopkins lachte. „Ich bin überrascht, dass ich dich überraschen kann.“ Er wurde wieder ernst. „Beeil dich, okay? Du hast trotzdem wirklich nur dreißig Minuten, um ins Hotel zu fahren und zu packen.“

„Yes, Sir. Boss.“ Jack grinste, eilte an Alex vorbei und hielt ihm mit einer übertriebenen Verbeugung die Tür auf. „Ich werde fliegen. Du bezahlst die Strafzettel, richtig?“


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„Andy!“ Tosh lächelte, als ihr Verlobter ins Hotel trat. „Was machst du hier? Es ist doch nichts passiert?“, fragte sie dann besorgt, obwohl das breite Grinsen auf Andy Davidsons Gesicht nicht dafür sprach, dass sie sich Sorgen machen musste.

„Ich hatte Sehnsucht nach dir.“ Andy legte seinen Helm auf dem Rezeptionstresen ab und strahlte seine Zukünftige an. „Wir haben uns seit vorgestern nicht mehr gesehen.“

„Es war Iantos erster freier Abend seit Monaten und auch nur, weil sein Freund Mr. Williams heute abgereist ist, sonst hätte er sich nie frei genommen.“ Toshs Wangen hatten sich rötlich verfärbt und sie strich sich die Haare zurück. „Ich habe dich auch vermisst“, setzte sie scheu hinzu.

Andy nestelte an seiner Tasche herum und zog schließlich einen Brief hervor. „Mein Bruder hat geschrieben. Bryn und Angelica sind einverstanden, sie sind sogar begeistert davon, dass wir die Flitterwochen bei ihnen verbringen wollen. Und sie freuen sich so darauf, dich kennen zu lernen. Wo mein Bruder doch schon die Hoffnung darauf aufgegeben hat, der Kleine könnte doch noch eine Frau finden.“ Er grinste. „Wir können eine ganze Woche in ihrem Cottage wohnen. Es befindet sich auf ihrem Croft, aber wir wären trotzdem so alleine und ungestört, wie wir sein wollen. Die Landschaft ist sehr schön und Angelica meint, es wäre im Sommer besonders romantisch.“ Er stoppte um Luft zu holen. „Was sagst du dazu, mein Engel?“

„Das klingt wunderbar, aber…“ Tosh zögerte. „Deine Mutter? Was wird sie dazu sagen, wenn du sie eine ganze Woche alleine lässt?“

„Meine Mutter wird sich damit abfinden müssen, dass sie nicht mit in meine Flitterwochen kommen kann“, erwiderte Andy. „Meine Nichte wird zur Probe für diese Woche bei ihr wohnen.“ Er legte den Brief ab und nahm beide Hände seiner Verlobten in seine eigenen. „Du hast es dir doch nicht anders überlegt, oder? Tosh, ich sterbe, wenn du mich nicht heiratest.“

„Das könnte ich niemals zulassen.“ Tosh lächelte. Sie sah sich rasch um, beugte sich dann über die Theke und küsste Andy. „Und es klingt wirklich fantastisch. Ich kann es kaum erwarten.“

Glücklich strahlte Andy sie an. „Und ich erst.“

„Gute Nachrichten?“, erklang eine Stimme hinter ihnen und die beiden fuhren auseinander.

Jack hob entschuldigend die Hände. „Es tut mir leid, dass ich störe“, meinte er.

„Captain.“ Tosh rückte ihre Brille zurecht. „Wir haben nur…“

„Über unsere Flitterwochen gesprochen.“ Andy klemmte sich seinen Helm unter den Arm und wandte sich zu ihm um. „Wir werden sie in Schottland verbringen. Auf dem Croft meines Bruders in den Highlands.“ Er platzte förmlich damit heraus und neben Stolz schien auch eine Art archäischer Warnung in seiner Stimme mitzuschwingen. Finger weg, Kumpel, die gehört mir.

„Gute Wahl.“ Jack setzte den Rucksack, den er über der Schulter getragen hatte, zu seinen Füßen auf den Boden. „Sehr romantisch und abgelegen, ideal um mit einer schönen Frau ungestört zu sein.“ Er zwinkerte Andy zu. „Beneidenswert.“

Und abrupt war Andy wieder der nette, schlaksige Polizist mit dem sommersprossigen Gesicht und roten Haaren. Er lächelte Tosh verliebt an, nickte Jack grüßend zu und verließ pfeifend das Hotel.

„Was kann ich für Sie tun, Captain Harkness?“, fragte Tosh.

Jack stützte die Handflächen gegen den Rand des Rezeptionstresen. „Leider bleibt mir heute keine Zeit zum Plaudern, Toshiko. Ist Ianto in der Nähe?“

„Mr. Jones ist noch nicht zurück“, erklärte Tosh. Als Jack sie fragend ansah, setzte sie hinzu: „Er und Mrs. Davies bringen Mr. Davies aus dem Krankenhause nach Hause.“

„Natürlich. Mica hat mir erzählt, dass ihr Vater das Krankenhaus verlassen darf.“ Jack warf einen Blick auf die Uhr.

Er war bereits spät dran. Den Laptop aus dem Safe zu holen, hatte nicht lange gedauert. Das Ding zu verbrennen, war vielleicht keine so gute Idee gewesen. Eine gefühlte Ewigkeit verging, bis das Gehäuse schmolz. Es blieb ein unförmiger Klumpen aus Metall und Plastik übrig, der aber keine Rückschlüsse mehr darauf zuließ, um was es sich einmal gehandelt hatte. Und niemand konnte etwas damit anfangen. Nur zur Sicherheit, ließ er die Überreste auch gleich in der Müllpresse verschwinden.

„Dann… hinterlasse ich ihn eine Nachricht.“ Jack sah auf, als Tosh ihm sofort ein Blatt Briefpapier mit der Anschrift des Hotels, dezent in einer Ecke, zuschob und ihm dann Iantos Füller reichte.

„Ich denke nicht, dass Mr. Jones etwas dagegen hat, wenn Sie ihn benutzen“, meinte sie mit einem Lächeln.

„Danke.“ Er zwinkerte ihr zu. „Klug und schön. PC Davidson ist ein glücklicher Mann.“ Toshiko errötete und beschäftigte sich angelegentlich damit, das Briefpapier zu ordnen. Jack starrte einen Moment auf das leere Papier. Er hätte lieber mit Ianto selbst gesprochen - privat – über die Begegnung auf dem Korridor, die direkt aus einem Theaterstück stammen konnte.

Die Zeit drängte, also schrieb er nur rasch eine unverfängliche Mitteilung, dass er für drei Tage Cardiff verließ und dass er hoffte, dass sie nach seiner Rückkehr miteinander sprechen konnten. Jack faltete die Notiz zusammen und steckte sie in den Umschlag, den Tosh ihm freundlicherweise ebenfalls hinlegte. Er klebte ihn zu, schrieb Iantos Name auf die Vorderseite und schob ihn zusammen mit dem Füller Toshiko zu.

„Ich kümmere mich darum, dass er ihn gleich bekommt“, versprach sie.

Jack machte sich eine gedankliche Notiz, nach seiner Rückkehr ein kleines Geschenk für sie zu finden. Ein rückwirkendes Verlobungsgeschenk vielleicht. „Das wäre großartig. Vielen Dank, Miss Sato. Ich hasse es, zu plaudern und zu rennen, aber meine Zeit ist um. Ich wünsche Ihnen weiterhin einen wundervollen Tag.“ Jack schwang seinen Rucksack über die Schulter. Er winkte ihr zu und machte sich auf den Weg zur Tür.

„Guten Tag, Captain Harkness.“ Tosh nahm den Brief für ihren Boss, das Reservierungsbuch und einen Stapel Belege, die sich in Rechnungen für ihre Gäste verwandeln würden, mit ins Büro. Sie legte den Umschlag in die Mitte von Iantos Schreibtisch und machte sich an die Arbeit. Ein Teil ihrer Gedanken beschäftigte sich mit der Hochzeit und Andys Neuigkeiten über Schottland – und darüber vergaß sie, ihrem Chef auch Tomis Nachricht zu geben.


Ende (tbc)