Challenge April bis Juni 2006

Verwendet folgende Wörter: Cockring, Katze, Marmelade, Politiker, Teddybär

 

Kommentar: Okay, die Story ist albern.

 

Titel: Das Liebste
Autor: Liliane Romano
Feedback: Ja! Hier oder liliane_romano@...
Beta: Flinkzunge
Rating: G
Art: Star Trek TOS, ein bisschen K/S

Zusammenfassung: Jede Spezies mag irgend etwas ganz besonders gern.
Disclaimer: Das Star Trek Universum gehört mir nicht und ich verdiene
damit kein Geld. Ich spiele nur ein bisschen mit den sexy Jungs und
den netten Mädels, die dort wohnen. Ich schreibe nur zum Spaß und
will keine Rechte verletzen.

Das Liebste

 

 

 

Captain Clumsy Snuggler, auf Landurlaub in San Francisco, setzte das fünfte Glas Brandy an seine Lippen und schlabberte es langsam, geräuschvoll und ohne Luft zu holen aus. Dann setzte er das Gefäß schwerfällig ab. Seine schwarzen Knopfaugen hatte er auf die farbenfroh changierende Glasoberfläche der Theke gerichtet. Ohne sein Gegenüber anzuschauen, sagte er deprimiert:

 

"Können Sie sich vorstellen, wie ich mich fühle, Jim? Nicht nur ich, sondern auch die anderen Angehörigen meines Volkes, die mit euch Menschen zu tun haben? Die Sternenfahrer, die Politiker, die Wissenschaftler? Wenn sie einen von uns erblicken, sehen sie ihren Lieblings - Plüsch – Teddybär  aus ihrer Kinderzeit vor sich und nehmen uns deshalb nicht ernst. Die erste Reaktion, die wir von Menschen erhalten, wenn sie uns sehen, ist ein breites Grinsen, etwa so, als sagten sie gerade "Marmelade". Dann versuchen sie - besonders die Ladies tun sich dabei hervor - sich in unsere Arme zu schmiegen. Wenn ich nicht hier auf diesem viel zu kleinen Bar - Hocker sitzen würde, sondern in einem der bequemen Sessel dort hinten, dauerte es keine fünf Minuten, bis eine von ihnen sich ohne viel zu fragen wie eine Katze in meine Arme schmiegen würde."

 

Captain Jim Kirk bemühte sich erfolgreich, nicht wie bei "Marmelade" zu grinsen und auch auf gar keinen Fall dichter an den drei Meter großen Clumsy heranzurücken, um sein weiches braunes Fell zu berühren. Stattdessen sagte er mit bemühtem Ernst in der Stimme:

 

"Wir meinen das nicht böse, Captain. Nehmen sie das Verhalten von uns Menschen doch einfach als Zeichen des Vertrauens. Normalerweise ist die Kindheit die schönste Zeit im Leben und wir fühlen uns glücklich, wenn wir nochmal Kind sein dürfen. Niemand setzt dieses Verhalten an den Tag um sie zu ärgern."

 

Der Teddybär schlug mit seiner Faust auf die Theke und funkelte den Captain der Enterprise böse an. Nun, er versuchte zumindest böse zu funkeln. Das war Jim klar. Aber er sah dabei eher aus wie ein...nun ja...Teddybär, der sich wegen eines erwarteten aber nicht bekommenen Weihnachtsgeschenkes ärgert.

 

"Sie verstehen mich nicht! Genau darum geht es doch! Wir wollen, dass man uns ernst nimmt, uns etwas zutraut, uns als gleichwertig zu den anderen Spezies der Föderation betrachtet! Doch niemand tut das, weil wir aussehen wie Schmuse – Spielzeug!"

 

Jim seufzte verständnisvoll.

"Ich kann sie verstehen, Captain Snuggler. Aber ich glaube, dieses Verhalten von uns Menschen den Angehörigen Ihres Volkes gegenüber wird vorübergehen. Die Faszination an Ihrem Äußeren wird nachlassen, sobald die Menschen sich an sie gewöhnt haben."

 

"Sind Sie sicher? Erst gestern, als ich mich während eines Stadtbummels auf dem Sockel des Zefram Cockring Denkmals..."

 

"Cochrane, Clumsy...Zefram Cochrane hieß der Entwickler des Warpantriebs..."

 

"Meinetwegen! Jedenfalls, als ich mich dort ausgeruht habe, hat sich eine Gruppe von jungen Erden – Mädchen auf Shoppingtour zu mir gesetzt und sich ohne zu fragen in meine Arme geschmiegt. Dabei haben sie albern gekichert und wollten gar nicht von mir lassen. Es hat mich etliche Mühe gekostet, sie nicht wutentbrannt von mir zu schubsen, sondern dabei höflich zu bleiben."

 

"Finden sie die menschliche Zuneigung zu Ihrer Spezies denn wirklich so schlimm?"

 

In diesem Moment betrat Spock die Bar, denn er hatte sich mit seinem Freund Jim dort verabredet. Er erblickte ihn und hielt auf ihn zu.

 

"Captain Snuggler, Jim...Guten Abend."

 

Kirk schenkte ihm sein Liebes – Lächeln.

"Schön, dass du da bist, T'hy'la. Ist es schon so spät?"

 

Spock nickte.

"In fünf Minuten von jetzt an ist der vereinbarte Zeitpunkt."

 

"Wie die Zeit vergeht...Ich bin gleich fertig."

 

"Ich werde draussen warten."

 

"Weshalb denn draussen, Spock?"

 

"Es ist mir hier drin zu laut."

Eilig verliess der Vulkanier die Bar.

 

Verwundert schüttelte Jim den Kopf.

"Was hat er nur, er ist doch sonst nicht so empfindlich?"

Er lächelte Captain Snuggler an und wunderte sich über dessen Miene, die auf einmal ganz anders wirkte. Irgendwie träumerisch. Sie verabschiedeten sich und zu Kirks Überraschung umarmte ihn der Teddybär.

"Habe ich das richtig mitgekriegt? Dieser Spock gehört Ihnen? Wenn ja, dann beneide ich Sie."

 

Jim war verwirrt über Clumsy's Reaktion. Er verabschiedete sich von ihm und folgte Spock.

 

*

Jim trat zu seinem Freund und drückte ihn an sich. Aber nur kurz, denn Spock mochte es nicht, wenn Jim ihn in der Öffentlichkeit berührte.

"Was war denn los? Es sah aus, als ob du vor Clumsy davon gelaufen bist."

 

"Gut beobachtet, Jim."

 

"Aber warum denn, Spock? Er ist ein lieber, weicher Teddybär und völlig harmlos. Oh je, wenn er das jetzt gehört hätte, würde er mir den Kopf abreißen. Lieb hin oder weich her."

 

"Die Vulkanier haben...Probleme mit den Individuen dieser Spezies, die für euch Menschen "Teddybären" sind. Die Besatzung des vulkanischen Erkundungsschiffes, das den Erstkontakt damals hergestellt hatte, hat sich danach geschlossen für eine Weile nach Gol zurückgezogen, um wieder zu sich zu finden. Für ein ganzes Jahr. Länger als es die Vulkanier getan haben, die den Erstkontakt mit den Menschen hergestellt haben."

 

"Wo liegt denn das Problem?"

 

"Wir Vulkanier sehen aus wie die "Klugen Himmelsgeister" bei ihnen auf Roosis Veltus."

 

"Nie gehört. Klingt aber lieb und ehrfurchtsvoll..."

 

Spock verzog das Gesicht.

"Die Erwachsenen dieses Volkes basteln und nähen für ihre Kinder Puppen, die sie ihnen zu bestimmten Festtagen schenken. Sie sollen kluge Himmelsgeister darstellen, die den Kindern, wenn sie nachts neben ihnen liegen, Wissen einflüstern und Ruhe in den Geist bringen.

Diese Puppen sehen zufällig genauso aus wie die Vulkanier. Seidige schwarze Haare, spitze Ohren, sehr schlanker Körper, ruhiger und ausgeglichener Gesichtsausdruck..."

 

"Jaaa...", sagte Jim und lächelte seinen Vulkanier an...

 

"Als die ersten Vulkanier auf Roosis Veltus ankamen, saßen sie nicht nur an den Konferenztischen, sondern wurden von den immerhin zwei Meter großen Kindern nur zu gern mit ins Bett genommen. Sie haben sich an sie geschmiegt und gehofft, am nächsten Morgen klüger und entspannter aufzuwachen. Die Erwachsenen haben nichts dagegen getan, denn auch sie sahen in den Vulkaniern die hilfreichen Klugen Himmelsgeister. Es ist den Vulkaniern bis heute nicht gelungen, sie von diesem Verhalten abzubringen. Wenn man ihnen erklärt, dass dieses ständige Anfassen für uns Kontakttelepathen sehr unangenehm ist, sind sie ganz schnell beleidigt. Und glaube mir, ein beleidigter "Teddybär" wird zu einem Raubtier.

Auch heute ist das noch so und deshalb meiden die Vulkanier diesen Planeten."

 

*

Später, als sie Arm in Arm im Bett lagen und Jim an Teddybären und Kluge Himmelsgeister denken musste, fragte er:

"Gibt es an uns Menschen etwas, dass ihr Vulkanier besonders mögt? Oder erinnern wir Menschen euch Vulkanier möglicherweise an eine Legende eures Planeten?"

 

"Wie kommst du darauf?"

 

"Könnte doch sein..."

 

"Es gibt durchaus eine Legende..."

 

Jim lachte und richtete sich auf.

"Erzähl."

 

Spock wollte zuerst nicht darüber sprechen, aber er konnte seinem T'hy'la keine Bitte abschlagen.

 

"Es gibt ein kleines Volk auf Vulkan, das Menschen wie dir ähnelt. Diese Vulkanier haben goldenes Haar und ein unbefangenes Wesen. Sie haben zwar, wie die anderen Vulkanier auch, die Lehren Suraks angenommen, aber sind trotzdem von ihrem Wesen her unvulkanisch offen und herzlich.

Eine alte Legende sagt, sie stammen von Naturgeistern und Wasserfindern ab, seien Garanten für ewig fruchtbares Land. In den Zeiten vor Surak waren sie äußerst begehrt und einer der größten Kriege auf dem Planeten wurde um den Besitz eines von ihnen geführt.

Vulkanische Männer werden auch heute noch beneidet, wenn sie einen von ihnen als Bindungspartner gewinnen können."

 

Jim war sprachlos. Dann verzog sich sein Mund zu einem breiten Grinsen.

"Soso...heißt das, du bist stolz darauf, dass ich, eine fleischgewordene Legende, dir...gehöre...????"

 

Spock schloss die Augen und seufzte.

"In gewisser Weise...Ja, Jim. Du bist meine liebste Legende...und ich bin stolz darauf, auch wenn das unlogisch ist. Aber...."

 

Er drückte Jim wieder auf das Bett und glitt auf ihn....

 

"...vor allem bin ich froh, dass diese Legende....wie hast du es genannt...?..... Fleischgeworden ist..."

 

 

***Ende