Titel: Drei in einem Bett?
Autor: Lady Charena (Februar 2017)
Fandom: Torchwood
Episode: ---
Worte: 1142
Charaktere: Owen Harper, Toshiko Sato, Ianto Jones, Jack Harkness (in order of appearance)
Pairing: Jack/Ianto
Rating: pg, Humor
Beta: T‘Len

Summe: Owen erlebt morgens in Jacks Büro eine kleine Überraschung...


Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.



Es war ein nun doch reichlich irritierter Dr. Harper, der den Kopf endlich auch in Jacks Büro steckte.

Es war der einzig erleuchtete Raum im ganzen Hub, der ansonsten dunkel und still war. Und sehr leer.

Was Owen, der normalerweise immer beschuldigt wurde - und das meist zu Unrecht, wie er fand - dass er zu spät kommen würde, sehr verwunderte. Vielleicht frühstückten Jack und Teaboy (oder gingen anderen Beschäftigungen nach) im Büro...

Doch nein, als er die Tür öffnete - mit der gebührenden Vorsicht, natürlich - befand sich auch hier niemand. Die Luke zu Jacks Quartier unter dem Büro war geschlossen und Owen klopfte gegen die metallene Klappe. „Harkness! Hey! Jemand zu Hause?“ Mit fast kindlichem Vergnügen gab er dem Ding noch einen ordentlichen Tritt, der dumpf durch den Raum hallte.

Es dauerte ein paar Minuten, dann öffnete sich der Deckel.

Doch statt Jack war es Tosh, die ihn verschlafen anblinzelte. „Guten Morgen“, murmelte sie, kletterte den Rest der Leiter hoch und ging an Owen vorbei aus dem Büro, der ihr mit offenem Mund nachsah, unfähig ein Wort heraus zu bringen. Tosh trug nur ein enges, sehr knappes Top und die Boxershorts eines Mannes, die ihr eindeutig zu groß waren und tief auf ihren schmalen Hüften saßen.

„Was zum Henker geht hier vor?!“, fragte der Arzt, als er seine Sprache wiederfand. War das der Restalkohol oder hatte er nicht genügend Kaffee getrunken, bevor er zur Arbeit gegangen war?

„Dir auch einen schönen, guten Morgen“, ertönte es spöttisch hinter ihm.

Owen dreht sich um. Ianto stieg eben aus der Luke - aber Teaboy  befand sich nicht in seinem üblichen geleckten Zustand. Er war unrasiert und ungekämmt und trug nur eine blaurot karierte Pyjamahose. Und ein Handtuch über eine Schulter.

„Ja? Ist etwas?“, fragte Ianto mit leicht ungeduldigem Unterton.

„Nichts“, brachte Owen schließlich verdutzt hervor. Ianto und Tosh? Zusammen? Und in Jacks Allerheiligsten?

„Okay, dann gehe ich jetzt duschen. Es ist zu kalt, um hier herum zu stehen, bis deine Gehirnwindungen in Bewegung kommen.“ Ianto trat an ihm vorbei und verschwand durch die Tür.

„Hey! Was ist mit Kaffee?“, rief ihm der Arzt hinterher. Er konnte Teaboy unmöglich das letzte Wort lassen.

„Gute Idee. Ich könnte auch eine Tasse vertragen.“

Wieder drehte sich Owen um. Im Gegensatz zu den beiden anderen war Jack wenigstens vollständig bekleidet, als er die Leiter hochkletterte Er zog seine Hosenträger gerade über die Schultern und sah den Arzt fragend an. „Was?“

Owen schüttelte den Kopf und lehnte sich gegen den Schreibtisch zurück, die Arme vor der Brust verschränkt. „Nichts.“

„Worauf wartest du dann noch?“ Jack rollte seinen Stuhl weg und nahm darauf Platz. Er gähnte und streckte sich ausgiebig.

„Gut geschlafen?“, fragte der Arzt sarkastisch.

„Keine Minute“, entgegnete Jack. „Es war eine ziemlich anstrengende Nacht, aber ich habe eine Menge geschafft. Sonst noch Fragen?“

Owen verzog das Gesicht. „Danke, nein, ich bin vollkommen bedient.“

„Willst du hier darauf warten, dass Ianto den Kaffee bringt?“, fragte Jack nach einem Moment.

„Ich warte darauf, dass Gwen die Leiter hochkommt und vor allem darauf, in welchem Zustand sie sein wird“, entgegnete Owen bissig. „Du machst wohl inzwischen vor gar nichts mehr Halt.“

„Gwen?“, wiederholte Jack. „Was hat Gwen damit zu tun? Sie war heute Nacht nicht hier. Wir drei haben das allein hingekriegt.“

„Aha. Ich dachte schon, ein schlichter Dreier wäre etwas zu langweilig für den großen Don Juan Harkness“, erwiderte Owen.

Jack verengte einen Moment lang die Augen, dann grinste er. „Owen, ich hätte wirklich ein wenig Dankbarkeit erwartet, dass wir dich nicht wegen so einer Kleinigkeit aus dem Schlaf gerissen haben.“

„Dankbarkeit?“, entgegnete der Arzt irritiert. „Mir hältst du vor, dass mein Privatleben meine Arbeit beeinträchtigt, aber es ist okay für dich, Tosh und Teaboy gleichzeitig in dein Bett zu zerren?“

Zu seiner Überraschung begann Jack zu lachen. „Wirklich, ich zerstöre deine Illusionen ungern, aber heute Nacht ist in meinem Bett gar nichts passiert. Ich war seit zwei Uhr morgens in meinem Büro und habe einen Riesenberg an Berichten abgearbeitet, die Montag in Whitehall sein müssen. Ich war nur kurz unten, um nach den beiden zu sehen und ein frisches Hemd anzuziehen.“

„Also was? Haben Tosh und Jones da unten eine Pyjama-Party abgehalten?“, fragte Harper ätzend. „Und du durftest dabei nur zusehen?“

„Wir haben heute Nacht einen verirrten Vidsic aufgesammelt. Er wartet in einem unserer Gästequartiere auf eine Rückfluggelegenheit. Es regnete in Strömen und Ianto war so nett, ihm seinen Mantel zu überlassen. Ianto und Tosh waren klatschnass und durchgefroren, als wir alle im Hub angekommen sind. Ich war nämlich  in Perth, wo jemand merkwürdige Lichter gemeldet hat, aber das war nur eine kaputte Beleuchtungsanlage“, erklärte Jack. „Also habe ich unseren Gast versorgt und Tosh und Ianto nach unten geschickt, damit sie ihre nassen Klamotten loswerden und sich aufwärmen können.“

„Auf dieser Folterbank, die du Bett nennst?“, erwiderte Owen skeptisch.

„Es ist Platz genug für zwei, wenn man sich gut versteht“, entgegnete Jack mit einem Augenzwinkern. „Aber ich muss dir als Arzt doch nicht erklären, dass es hilft, Körperwärme zu teilen, um rasch wieder warm zu werden, oder?“

„Die beiden waren die ganze Nacht in deinem Bett? Alleine? Praktisch nackt. Und nur um sich aufzuwärmen?“ Der Arzt schnaubte verächtlich. „Das kannst du deiner Großmutter erzählen.“

„Wenn du heute noch genießbaren Kaffee trinken willst, solltest du dich gegenüber Ianto mit deiner Meinung zurückhalten.“ Jack lehnte sich zurück, die Arme im Nacken verschränkt. „Er hat sich wie ein perfekter Gentleman benommen.“

„Wie enttäuschend für dich“, spottete Harper.  

„Oh, bei mir vergisst er das ziemlich schnell.“ Jack stand auf. „Ich gehe lieber mal nachsehen, ob er meine Hilfe beim Rückenwaschen braucht.“ An der Tür drehte er sich um. „Und Owen?“

„Was?“, kam es mürrisch von Harper.

„Anstatt dich wie ein eifersüchtiger Liebhaber zu benehmen, solltest du vielleicht mit Tosh reden.“ Jack hob eine Schulter. „Natürlich nur, wenn du auch an ihr interessiert bist. Ianto ist nämlich schon vergeben.“ Er verließ den Raum, ohne auf eine Antwort zu warten.

Owen schluckte eine bissige Bemerkung hinunter. ER und eifersüchtig? Auf Jonesy? In Jacks Träumen. Er schnaubte verächtlich, obwohl niemand da war, der ihn hören konnte und machte auf dem Absatz kehrt. Er sollte sich ihren Gast ansehen, nicht das der ihnen die außerirdischen Masern einschleppte. Was Harkness sich einbildete, er und Tosh! Sie war eine Kollegin. Und so etwas wie eine Freundin. Nichts sonst.

Vielleicht könnte er sie trotzdem mal zum Mittagessen in einen Pub einladen…


Ende