neu: Alles nur Tarnung (House MD, PG, gen, Humor - House, Wilson, Hector)
Titel: Alles nur Tarnung
Autor: Lady Charena
Fandom: House, MD
Charaktere: House, Wilson, Hector
Thema: # 099. Freie Wahl: Spielzeug
Word Count: 875
Rating: PG, gen
Anmerkung des Autoren: Vielen Dank an T’Len fürs betalesen.

Summe: Freund- wie Feindschaften muss man pflegen. Oneshot, kurz.

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.




„Auf keinen Fall kommt er noch einmal in diese Wohnung.“ House verschränkte die Arme vor der Brust und lehnte sich gegen den Türrahmen, um Wilson den Zutritt zu versperren. „Nimm’ diesen... diesen wandelnden Wischmob und schaff’ ihn dorthin zurück, wo du ihn hergeholt hast.“

Wilson seufzte – und obwohl er wusste, dass er seine Worte möglicherweise gleich bereuen würde, sagte er: „Benimm’ dich nicht wie ein Fünfjähriger und lass’ mich rein. Ich verspreche dir, ich passe auf ihn auf. Er wird nichts anknabbern. Aber ich konnte ihn nicht mit in mein Hotel nehmen.“

Doch House machte keine Anstalten, aus dem Weg zu gehen. „Dann lass’ ihn in deinem Büro. Da stehen so viele Geschmacklosigkeiten herum, dass es sogar diesem Vielfrass den Appetit verderben wird.“

Hector knurrte leise, als hätte er die Beleidigung verstanden.

„Halt’ du dich da raus“, wandte sich House an ihn und wünschte sichtlich, dass er seinen Stock mit zur Tür gebracht hätte. „Wieso hat ihn dir Bonnie überhaupt wieder auf den Hals gehetzt? Hast du den letzten Scheck zu spät abgeschickt?“

„Ich bezahle keine Alimente mehr für sie. Was du begrüßen solltest, denn es bedeutet, ich kann dir mehr pumpen.“ Wilson kniff die Augen zusammen und presste die Finger gegen den Nasenrücken. Er hätte auf seinen Instinkt hören sollen, und nicht herkommen... „Sie ist auf einer Fortbildung für zwei Tage und niemand sonst wollte sich um Hector kümmern. Außerdem denke ich, du hast ihn so eingeschüchtert, dass er nicht mal wagen wird, deine Schuhe auch nur anzusehen. Und ich habe ihm Spielzeug gekauft, auf dem er herumkauen kann.“ Er hob die Tüte, die er bei sich hatte, um diesen Punkt zu unterstreichen.

„Ist da auch irgendwas in deiner Tüte, das mich dazu bringt, nicht an dir herum zu kauen?“ House grinste, als sich Wilsons Augen weiteten. „Essen, Jimmy. Ich spreche von Essen.“

„Ich rufe den Pizzadienst“, bot Wilson an. „Und bezahle natürlich.“

„Zu wenig“, entschied House. „Warum lässt du ihn nicht im Hotel?“

„Weil sie mich sonst rauswerfen.“ Wilson näherte sich langsam dem Ende seiner Geduld.

„Ihr könnt immer noch unter einer Brücke schlafen.“

„Fein. Hector mag Brücken“, erwiderte Wilson sarkastisch.

„Gut zu wissen. Warum machst du nicht einen Spaziergang mit ihm auf einer? Ein Fußtritt und das Problem ist erledigt“, schlug House vor.

„Greg! Es ist nur ein Hund. Findest du nicht, du übertreibst langsam ein bisschen?“

„Das ist kein Hund. Das ist der weiße Hai, der sich aus Bosheit verkleidet hat.“ House war offensichtlich nicht bereit auch nur einen Millimeter nachzugeben. Schon aus Prinzip nicht. „Es ist eine Beleidigung, dass ich zusammen mit diesem Hund zur Gattung der Säugetiere gehöre.“

Wilson seufzte, seine Schultern sackten nach unten. „Okay. Gut. Du hast gewonnen.“ Er zog an Hectors Leine. Der Hund hatte sich auf dem Fußabtreter niedergelassen und schien die Diskussion aufmerksam zu verfolgen. „Wir werden dich nicht länger belästigen.“ Sie waren bereits auf dem Bürgersteig und auf dem Weg zu Wilsons Auto, als House ihn zurückrief.

„Wilson.“

Er drehte sich um, sah ihn fragend an. House stand auf der obersten der beiden Stufen, mit einer Hand gegen den Türrahmen gestützt.

„Okay, komm’ rein und bring diese Töle mit, wenn es sein muss.“ Er drehte sich um und ging in seine Wohnung zurück.

Wilson folgte ihm rasch und warf noch hastig einen Blick auf Hectors Pfoten, glücklicherweise war es trocken draußen und sie sauber geblieben. Dann fiel ihm ein, dass er vielleicht statt des Spielzeugs besser einen Maulkorb für den Hund gekauft hätte... aber dazu war es jetzt zu spät. Er musste eben ein Auge auf ihn haben.

House hatte es sich auf der Couch bequem gemacht. „Du weißt, wo das Telefon und die Nummer vom Pizzadienst ist.“ Er schnappte sich die Fernbedienung. „Und ich bestimme, was angesehen wird.“

„Natürlich.“ Wilson legte seine Jacke über die Sessellehne und stellte seine Tüte ab, band dann Hector mangels Alternativen an einem Bein des Klaviers fest, bevor er in die Küche ging, um nach zu sehen, ob sich etwas Essbares – oder zumindest Trinkbares - in House’ Kühlschrank befand, oder ob er das auch gleich mitliefern lassen sollte.

„Ich habe gelesen, dass Kinder von fünf Jahren und darunter die gleichen Programme mögen wie ich“, kam es von House, der sich durch die Sender zappte, auf der Suche nach etwas, das ihm gefiel.

„Warum wundert mich das nicht?“, murmelte Wilson und zog das Handy aus der Brusttasche seines Hemdes. Er hatte House’ Lieblingspizzalieferdienst natürlich als Kurzwahl abgespeichert... Ein paar Minuten später kam er mit einer Plastikschüssel, aus der er zuerst eine tote Spinne gekippt hatte, bevor er sie mit Wasser für Hector füllte, zurück ins Wohnzimmer. Aus dem ein seltsames Ächzen und nervtötendes Quietschen ertönte. „Wo ist...?“ Der Hund saß nicht mehr dort, wo er ihn zurückgelassen hatte. „House, hast du...?“ Er drehte sich zur Couch um und verstummte.

Hector lag neben House auf der Couch, die Ohren aufgerichtet und die Augen wie gebannt auf die Hundespielzeuge gerichtet, die House aus der Tüte holte und mit kindlichem Vergnügen ausprobierte, wie er ihnen die merkwürdigsten und haarsträubendsten Geräusche entlocken konnte.

Wilson grinste. „Nun weiß ich endlich, was du zu deinem nächsten Geburtstag statt der üblichen Stripperin bekommen wirst...“

House warf ihm einen Blick zu, der beinahe das Wasser in der Schüssel gefrieren ließ, aber sein Freund lachte nur.

Ende