Titel: The Only Heaven
Autor: Lady Charena (Juni 2015)
Fandom: Torchwood – Millennium Edition
Wörter: 2154
Charaktere: Jack Harkness, Ianto Jones
Pairing: Jack/Ianto
Rating: AU, ab18, slash, hurt/comfort
Beta: T’Len

Summe: Ich denke, ich schulde euch noch, was im letzten Kapitel (2.20 Regen in Wales) unter der Dusche passiert ist…

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Torchwood: Millennium Edition – Teil 2: Always a Good Day to Die

Kapitel 2.21: The Only Heaven


My Church offers no absolutes
She tells me, "Worship in the bedroom."
The only heaven I'll be sent to
Is when I'm alone with you

Hozier, Take me to Church




Ianto legte ein frisches Handtuch auf den Rand des Waschbeckens – die einzige Ablagemöglichkeit in der Nähe der Dusche – und öffnete die Duschkabine, um den Hahn für das heiße Wasser weit aufzudrehen. Es dauerte einen Moment, dann ging ein Rattern und Ächzen durch die alten Rohre und Wasser schoss aus dem runden Duschkopf. Was so ein bisschen Entkalken doch bewirkte… Ehrlich, was diese Geheimbasis am dringendsten zu brauchen schien, war eine Art Hausmeister, der sich um solche Dinge kümmerte.

Zufrieden trat Ianto in die Kabine, zog die Glastür (ebenfalls von ihm kürzlich entkalkt und blank poliert) hinter sich zu, um die kältere Raumluft auszuschließen. Dampf begann die Dusche zu füllen und das heiße Wasser prasselte hart auf ihn herab, vertrieb Müdigkeit und die Anspannung des vergangenen Tages aus seinen Muskeln. Ianto wandte das Gesicht einen Moment in den Wasserstrahl, die Augen fest zusammen gekniffen, hob dann die Hände und rieb sich übers Gesicht. Seine Finger fanden einen angetrockneten Farbrest an der Schläfe und entfernten ihn, dann fuhr er sich prüfend durch die Haare. Der junge Waliser öffnete die Augen und drehte sich um, zu dem eingebauten Regal an der Duschwand, auf dem sich Shampoo und Duschgel befanden. Ein kalter Luftstrom strich über die Rückseite seiner Beine.

„Brauchst du damit Hilfe?“

Ianto warf einen Blick über die Schulter. „Mach die Tür hinter dir zu, es zieht“, erwiderte er mit einem Lächeln und nahm die Shampooflasche vom Regal. Er hatte damit gerechnet, dass er nicht lange alleine unter der Dusche bleiben würde.

Jack zog die Kabinentür hinter sich zu und pflückte das Shampoo aus Iantos Hand. „Bleib so“, meinte er, als der andere Mann sich zu ihm umdrehen wollte. Er presste einen Kuss auf Iantos Schulter.

Der junge Waliser nickte, machte aber einen halben Schritt zur Seite und legte den Kopf leicht in den Nacken. Er drehte den Hahn ein wenig nach rechts und das Wasser floss langsamer, sanfter, kribbelte mehr über seinen Brustkorb, als dass es darauf prasselte.  

Starke Finger, selbstbewusste Finger, massierten seine Kopfhaut, als Jack mit einer zärtlichen Sorgfalt das Shampoo in seinen Haaren verteilte, die er meistens hinter seiner lässigen Haltung verbarg. Es fühlte sich so gut an. Zwischen Jacks Berührung und der des Wassers auf seiner Haut, breitete sich eine kribbelnde Wärme in Iantos ganzem Körper aus. Mit einem Seufzen ließ er den Kopf etwas mehr in den Nacken sinken, mehr in Jacks Hände, die ihn auffingen.

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Ein leises, protestierendes Murmeln kam über die Lippen seines Partners, als Jack schließlich Iantos Kopf nach vorne tippte, unter den Wasserstrahl, um den Schaum aus seinen Haaren zu spülen. Er schob die Shampooflasche, die er neben sich auf den Boden gestellt hatte, mehr an den Rand der Duschwanne, um nicht darüber zu stolpern und griff an Ianto vorbei nach dem Duschgel. Er beugte sich vor, und küsste Ianto, als der jüngere Mann sich zu ihm umdrehte, legte dann einen Finger über Iantos Mund, als der etwas sagen wollte.

Jack quetschte eine großzügige Menge des grünlich schimmernden Gels auf seine Handfläche und warf die Flasche aufs Regal zurück, ohne sich die Mühe zu machen, sie richtig zu schließen. Ein würziger, zitroniger Geruch stieg auf, als er das Duschgel zwischen den Handflächen zu Schaum verrieb.

Ianto sah ihm dabei direkt in die Augen – dann nahm er die Arme nach hinten, stützte sich mit ihnen gegen die Wand ab. Er schloss die Lider mit einem träumerischen Ausdruck auf dem Gesicht.

Ein Schritt nach vorn brachte Jack direkt unter den Wasserstrahl und näher zu dem anderen Mann. Er verteilte den Schaum über Iantos Brustkorb, spürte wie sich Iantos Herzschlag unter seiner Berührung beschleunigte, konnte seine Erregung riechen, die wie ein teures Parfüm von der weißen, warmen, sauberen Haut aufstieg. Über das Rauschen des Wassers hörte er Iantos Atemzüge, tief, regelmäßig, fast ein Wispern in einer Sprache, die nur sie beide verstanden.

Er konnte Iantos Überraschung fast spüren, als er stoppte und in die Hocke ging, um die Füße des jüngeren Mannes zu waschen. Ein Laut, halb Frage und halb Seufzen, kam über Iantos Lippen, als Jack seinen linken Fuß anhob und seine Zehen zuckten kurz in Jacks Griff, als denke er daran, ihn weg zu ziehen. Es erstaunte Jack noch immer, wie wenig Selbstbewusstsein Ianto in Bezug auf seinen Körper hatte, sogar Teile davon als unansehnlich oder hässlich empfand. Er presste den Daumen gegen Iantos Fußsohle, folgte der Wölbung zur Ferse, massierte jeden einzelnen, langen, eleganten Zeh, bis sie sich nicht mehr einrollten wie ein ängstliches Tier und er Ianto leise Aufstöhnen hörte.

Nachdem der rechte Fuß die gleiche Aufmerksamkeit erhalten hatte, widmete sich Jack seinen Beinen. Seine Finger umrundeten spielerisch Iantos Knöchel und dann rieb er Schaum mit langen, gleichmäßigen Bewegungen über Iantos Waden und in die empfindliche Haut seiner Kniekehlen, arbeitete sich zu den Oberschenkeln vor, an denen sich Gänsehaut bildete, als er kühleren Atem gegen die erwärmte Haut pustete.

Jack setzte sich einen Moment zurück, sah nach oben, musterte Iantos Gesichtsausdruck, ließ die Handflächen auf den Oberschenkeln des anderen Mannes ruhen. Ianto hatte die Unterlippe zwischen die Zähne gesogen, die Augen nach wie vor geschlossen, ein Ausdruck tiefer Konzentration spielte über seinen Gesichtszügen. Normalerweise hätte Jack ihn damit aufgezogen – Sex sollte keine so ernste Sache sein – aber irgendwie schien es nicht richtig, das intime Schweigen, verwoben mit dem weißen Rauschen des Wassers, zu brechen.

Er senkte den Blick wieder, presste einen Kuss gegen Iantos Bauchnabel, spürte seine wachsende Erektion, die sich dabei gegen die Seite seines Halses schmiegte. Er musste kam mehr tun, als den Kopf ein wenig mehr zur Seite zu drehen und er leckte über die glitzernde Spitze von Iantos Penis. Er folgte mit der Zunge den Wassertropfen den ganzen Schaft entlang und zurück zur Spitze, umrundete sie und sog dann die ganze Erektion in seinen Mund, so tief es ging.

Iantos Handflächen klatschten gegen die Fliesenwand, sein Rücken bog sich durch und er warf den Kopf mit einem lauten Aufstöhnen in den Nacken.

Irgendwie schaffte Jack es, selbst anderweitig beschäftigt, zufrieden zu grinsen und ließ dann langsam Iantos Erektion aus seinem Mund gleiten. Er leckte sich über die Lippen und sah aus halbgesenkten Lidern zu Ianto hoch, der ein sehr sexy klingendes Grollen ausstieß, als er bemerkte, dass Jack aufgehört hatte.

Aber er war noch nicht fertig mit seinem jüngeren Liebhaber. Seinem nassen und eingeseiften Liebhaber.

Jack stand auf und füllte seine Handfläche erneut mit dem schimmernden Gel, verrieb es zu Schaum, bevor er diesen auf Iantos Bauch und über seinen Brustkorb verteilte. Presste die Hände gegen die harten Brustwarzen, spielte einen Moment damit, und entlockte Ianto ein weiteres Aufstöhnen.

„Jack.“ Ianto klang atemlos, aber es war nichts Zögerndes in seinem Griff, als er mit beiden Händen Jacks Hüften packte, um ihn näher zu sich zu ziehen. Seine Finger pressten tief genug in Jacks Haut, dass sie bei jedem anderen Mann noch tagelang blaue Flecken hinterlassen hätten. Bei ihm würden sie rasch verschwinden, wie bei Ianto auch.

Aber Jack schüttelte den Kopf. „Geduld“, meinte er mit einem Lächeln, legte die Hände auf Iantos Schultern und drehte ihn herum. Dann fuhr er damit fort, Schaum über Iantos Rücken zu verteilen.

„Geduld“, murmelte Ianto, sich mit den Händen gegen die Wand abstützend. „Das von einem Mann, der mich sonst kaum meine Kleidung ausziehen lässt, bevor er mich ins Bett zerrt.“

Jack lehnte sich vor, biss ihn ins Ohrläppchen. „Lass mich“, sagte er, sein Mund dicht an Iantos Ohr. Sein Atem streifte die Seite von Iantos Gesicht und ein Schaudern lief durch den Körper des anderen Mannes. „Ich liebe deine Haut“, flüsterte Jack, presste einen Kuss gegen Iantos Schläfe. „So weich. So blass.“

Iantos Kopf fiel nach vorn, sein Atem beschleunigte sich hörbar.

Mit einer Hand verteilte Jack Schaum über Iantos Gesäß, die andere befasste sich mit Iantos Erektion.

„Manchmal möchte ich mich darauf verewigen. Dich kratzen, beißen, meine Spuren auf dir hinterlassen, auf dieser weißen, blassen Haut. Damit man sieht, dass du mir gehörst.“ Seine Worte unterstreichend, biss Jack leicht in eine Schulter. Ianto presste sich mit einem Aufstöhnen gegen ihn zurück und Jacks Mittelfinger glitt in seine Gesäßspalte, presste gegen die Öffnung zu Iantos Körper. Presste in ihn hinein, öffnete ihn, unterstützt vom Schaum.

Ianto fluchte guttural, murmelte etwas auf Walisisch, das Jack nicht verstand. Oh, aber Worte waren auch gar nicht nötig. Alles was er wissen musste, sagte ihm Iantos Körper, der sich seiner Berührung entgegen wölbte. Der junge Waliser drehte den Oberkörper um ihn zu küssen und krallte eine Hand in Jacks Haar, als Jack den Kopf senkte und ihn sanft in den Hals biss. „Jack….“

„Ich will dich in mir, Ianto.“ Jack betrachtete zufrieden das Mal, dass er an Iantos Hals hinterlassen hatte. Rotes Blut, das an die Oberfläche stieg und die Abdrücke seiner Zähne füllte, bis sie sich deutlich sichtbar von der blassen Haut abhoben. Er leckte mit der Zunge darüber, spürte die Vertiefungen unter seiner Zungenspitze und den wilden Pulsschlag noch tiefer darunter.

„Wo ist…?“, fragte der jüngere Mann heiser. „Wir müssen…“

„Nicht nötig.“ Jack grinste und zog leicht an Iantos Schulter, der sich in seinen Armen umdrehte.

Ianto küsste ihn, hart, während seine rechte Hand über Jacks Nacken glitt, seinen Hinterkopf packte. Seine linke Hand folgte der Wölbung von Jacks Wirbelsäule nach unten, tauchte zwischen die Gesäßhälften – und fand etwas Unerwartetes. Vielleicht hätte er es erwarten sollen. „Du hast das geplant“, murmelte Ianto, den Kopf ein wenig zurücknehmend. Er rieb die Fingerspitzen aneinander, feucht und glitschig von etwas anderem als Wasser. Deshalb stand also die Tube mit wasserfestem Gleitgel nicht an ihrem gewohnten Platz auf dem Regal. „Was ist mit…?“ Ianto sah ihn fragend an, erwartete das Jack ein Kondom von irgendwo herzauberte.

„Nicht nötig“, wiederholte Jack und küsste ihn. „Vertrau mir.“ Er drehte sich um, nahm die gleiche Haltung wie zuvor Ianto ein, mit den Händen gegen die Wand abgestützt. Sah über Schulter zu dem anderen Mann, eine Augenbraue auffordernd hochgezogen.

Nicht, dass Ianto an diesem Punkt noch groß aufgefordert werden musste. Er folgte Jack, eine Hand auf Jacks Hüfte gelegt, während er mit den Fingern der anderen Jack weiter öffnete. Doch Jack hatte sich bereits gut vorbereitet und Iantos Finger glitten leicht durch den entspannten Muskelring. Er konnte sie mühelos durch seinen Penis ersetzen. Sie stöhnten beide auf, als Ianto mit einem einzigen, kraftvollen Stoß ganz in Jack eindrang.

Sein Partner presste gegen ihn zurück, den Kopf in den Nacken werfend. Er griff mit einer Hand nach hinten, versuchte Ianto noch tiefer in sich zu nehmen. Mit jedem Stoß wurde Jacks Erektion gegen die kalten Fliesen gepresst, während das heiße Wasser aus dem Duschkopf auf seine Schultern prasselte und die gegensätzlichen Empfindungen steigerten und echoten in den Vibrationen wieder, die durch seine Wirbelsäule zu seinem Unterkörper wanderten und zurück.

Er zwang sich tief Luft zu holen, lehnte sich gegen die Wand und lachte atemlos, als er Ianto doch tatsächlich ungeduldig knurren hörte. Wenn erst einmal die unschuldige Fassade ab war. Wie hatte Adam gesagt… etwas von stillen Wassern.

Ianto steigerte seine Geschwindigkeit und den Winkel seiner Stöße und es dauerte nicht lange, bis Jacks ganzer Körper zu beben anfing, und er kam, das Gesicht gegen die Fliesen gequetscht, Iantos komplettes Gewicht gegen ihn gepresst.

Er drehte sich langsam um, als Ianto einen Schritt zurück machte und sich an die gegenüberliegende Wand lehnte. Jack beobachtete ihn einen Moment, das in die Stirn gepflasterte Haar, die geschlossenen Augen, die zerbissenen Lippen, sein fliegender Brustkorb, der vollkommen offene und gelöste Ausdruck auf seinem Gesicht…

Jack schlang die Arme um Iantos Taille und zog ihn zurück unter den Duschstrahl, um Schaum und Sperma von ihnen abzuwaschen, bevor das warme Wasser zu Ende war.

Ianto öffnete die Augen, helle blaue Augen mit geweiteten Pupillen, die ihn fast in diesen Blick hinein zu ziehen schienen. „Natürlich vertraue ich dir“, sagte Ianto leise, schlang die Arme um seinen Nacken und küsste ihn. „Sehna ru ensev.“ Er hatte sich die Worte gemerkt, die Jack in seiner Muttersprache zu ihm gesagt hatte. „Enseve Jack.“

Sie blieben unter der Dusche in ihrer eigenen Welt, bis das Wasser kalt wurde und sie zur Flucht zwang.




Ende


Sehna ru ensev.“ Ich liebe dich (siehe auch: „Weihnachten mit der Familie“ Kapitel: Millennium Edition, Story „Ein Ort, an den man gehört“)