Titel: To Share The World With
Autor: Lady Charena (März 2015)
Fandom: Torchwood – Millennium Edition
Wörter: 2252
Charaktere: Jack Harkness, Ianto Jones, Originalcharakter: Dr. Adam Hill
Pairing: Jack/Ianto
Rating: AU, ab16, slash, hurt/comfort
Beta: T’Len

Summe:  Die Jungs genießen die ungestörte Zweisamkeit in ihrem neuen Quartier und später unterhält sich Dr. Hill mit Ianto.

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.





Torchwood: Millennium Edition – Teil 2: Always a Good Day to Die

Kapitel 2.17: To Share The World With


Jack erwachte langsam, spürte warmes Sonnenlicht auf der Haut, bevor er die Augen öffnete, um sich umzusehen. Obwohl es ihnen noch nicht gelungen war, den Raum über dem Tourismusbüro wohnlicher einzurichten – der Rift befand sich in einer hyperaktiven Phase, laut Alex nichts Ungewöhnliches – hatten sie es vorgezogen, hier zu schlafen. Sie hatten Kissen und Decken von ihrem Bett im Hub mitgenommen und den Stuhl, den Ianto in einem der Lager gefunden und mit einer frischen Schicht Farbe verschönert hatte. Der beherbergte jetzt ihre Kleidung. Ianto behauptete, er könne nicht schlafen, wenn alles auf dem Boden rumlag. Und das, obwohl die Holzdielen inzwischen blitzten und blinkten. Sie hatten sich kühl und glatt unter seinen bloßen Füßen angefühlt, als er zur Belustigung seines enseve im Halbdunkeln leise fluchend nackt durch den Raum hüpfte, nach ihrer Kleidung suchend.

Apropos Ianto… Sein Waliser lag ausgestreckt neben ihm, einen Arm quer über Jacks Brust gelegt, als wolle er sicher stellen, dass er sich nicht heimlich davon stahl. Iantos Gesicht war zwischen Jacks Schulter und dem Kissen vergraben und er spürte mit jedem Ausatmen des anderen Mannes seinen Atem gegen seinen Oberarm.

Jack drehte sich auf die Seite, um ihn anzusehen und – ohne aufzuwachen – drehte sich Ianto mit ihm. Er schaffte es, dabei nicht nur wieder seinen Arm über Jacks Brustkorb zu drapieren, sondern schob auch eines seiner Beine zwischen Jacks.

Hmmh, vielleicht schlief Ianto nicht ganz so tief, wie es schien… Lächelnd hakte Jack einen Arm um die Schultern des anderen Mannes. Sonnenlicht fiel über Iantos Gesichtszüge, über die blasse Haut, die dichten Wimpern und er schien das Licht selbst im Schlaf zu suchen, zu spüren. Immer wieder erstaunte es Jack, wie wichtig es ihm war, dass es Ianto gut ging. Als er den Doctor kennen gelernt hatte, noch schmerzend von dem zweijährigen Verlust an Erinnerungen und seinem Rauswurf bei der Time Agency, war er in sich selbst zurückgezogen gewesen, war mehr als zuvor nur noch an seinen eigenen Bedürfnissen interessiert und hatte diese verfolgt. Rose mit ihrer unglaublichen Wärme und der Doctor mit seinem Glauben daran, dass selbst in einem Dieb und Betrüger ein guter Kern steckte, den es zu retten sich lohnte… öffneten einen Spalt in seinem gutgeschützten Panzer. Ianto hatte nicht versucht, ihn zu zerstören. Ihm war es gelungen, hindurch zu schlüpfen und sich dahinter einzunisten. Der Panzer war noch immer da, und stärker als zuvor, weil er jetzt zwei zu schützen hatte. Aber gleichzeitig fühlte er sich nicht mehr isoliert und desinteressiert am Leben der Menschen um sie herum.

Sich auf einen Ellbogen aufrichtend, senkte er den Kopf und presste einen Kuss auf Iantos geschlossene Lippen. Dann einen auf seinen Mundwinkel, bevor er einer imaginären Spur über Iantos Wangenknochen folgte, über die Wölbung einer Braue, und wieder zurück nach unten über seine Nase.

Als er erneut Iantos Mund erreichte, blinzelte der Waliser verschlafen und lächelte zu ihm hoch. Er erwiderte Jacks Kuss und zog ihn näher zu sich, auf und über sich. „Hey“, murmelte Ianto. „Bore da, cariad.“ Er ließ den Kopf in den Nacken sinken, als Jacks Mund seinen Hals entlang glitt. Unter der blassen Haut konnte er Iantos Puls spüren, und das leichte Vibrieren, als der junge Waliser atemlos leise lachte. „Wir sind aber heute schon besonders wach.“

Jack grinste und presste einen Kuss auf Iantos Schlüsselbein. „Heißt das, ich soll aufhören?“, fragte er, während seine Zungenspitze eine glitzernde Spur über Iantos Haut zog. Er nippte sanft an Iantos Adamsapfel, der unter seiner Berührung hüpfte.

„Wage es“, murmelte der Waliser. „Das ist süß.“ Er hatte die Augen wieder geschlossen, so dass Jack den Schalk nicht darin tanzen sehen konnte.

„Süß?“ Ein wenig aus dem Takt gebracht, hob Jack den Kopf und betrachtete Ianto irritiert. „Ich bin… süß?“

„Das ist doch nichts schlimmes“, erwiderte Ianto, seine Stimme so unschuldig wie es nur ging.

„Okay, Mister Jones. Stellen wir eines klar.“ Jack setzte sich ruckartig auf, über die Oberschenkel des anderen Mannes kniend, die Handflächen links und rechts von Iantos Schultern in die Matratze stemmend. „Mir wurde schon oft gesagt, ich wäre ein Bastard, ein Dieb, ein fantastischer Liebhaber und der Retter des Tages. Aber noch nie hat es jemand gewagt, mich süß zu nennen. Ich. Bin. Nicht. Süß. Verstanden?“

„Wenn du darauf bestehst.“ Ianto lächelte ihn an, die Augen öffnend. „Aber du bist derjenige, der mich wachgeküsst hat, als wäre ich die Prinzessin in einem Märchen.“

„Vergleichst du dich mit einer Märchenfigur?“, fragte Jack lachend. „Ich wusste nicht, dass du gerne ein Mädchen wärst“, neckte er ihn.

Oi!“ Ianto zog in gespieltem Ärger die Nase kraus. „Das nimmst du sofort zurück.“ Er boxte Jack in den Oberschenkel – nur ein kleines bisschen.

„Wenn du darauf bestehst“, spottete Jack. „Du musst mich schon dazu zwingen.“

Ianto versuchte ihn abzuschütteln – ohne viel zu erreichen, nicht flach auf dem Rücken liegend, unter Jack – nicht, dass er es ernstlich versuchte. Dazu amüsierten sie sich viel zu gut. Während der Rangelei verlor Ianto die Decke und als der störende Stoff zwischen ihnen verschwand, zog er Jack auf sich herunter, bis sich ihre nackten Körper aneinander rieben. Ohne allzu große Eile, fast träumerisch. Ianto öffnete die Beine, schlang sie um Jacks Oberschenkel und Jacks Erektion presste gegen seine, die Berührung ließ sie beide aufstöhnen.

„Du versuchst zu schummeln“, bemerkte Jack mit einem Grinsen, seine Hüften gegen Iantos bewegend, mehr Reibung bewirkend. Ein Gefühl von Hitze stieg in seinem Brustkorb auf.

„Rate von wem ich… mach weiter damit… das gelernt habe“, stieß der jüngere Mann atemlos hervor. Er sog die Unterlippe zwischen die Zähne, biss darauf um sein Aufstöhnen zu ersticken.

Und Jack musste ihn einfach küssen, diese pinkfarbenen Lippen öffnen, Iantos Mund in Besitz nehmen. Ihn einatmen und jeden Laut, den der andere Mann von sich gab.

Ianto antwortete mit der gleichen Leidenschaft, küsste ihn zurück, schlang seine Arme um Jacks Schultern, um ihn noch enger an sich zu ziehen. Die Bewegungen ihrer Körper aneinander wurden hektischer, als die Anspannung zwischen ihnen stieg. Als Hormone und Lust die Kontrolle übernahmen und sie nur noch die Nähe des anderen spürten. Hände glitten über schweißglitzernde Haut, fest zugreifende Finger hinterließen rote Spuren, die so schnell verblassten, wie sie entstanden. Ianto drehte den Kopf zur Seite und biss Jack in die Schulter, als er den Höhepunkt erreichte, überrascht von der Heftigkeit mit der er kam, obwohl ihn Jack kaum berührte.

Jack rollte sich atemlos ein wenig zur Seite, drückte die Stirn gegen Iantos Oberarm. „Wir bleiben hier, okay?“, murmelte er. „Für immer. Vergiss Torchwood und den Doctor und den Rest dieses rückständigen Planeten…“

Leise lachend presste Ianto einen Kuss gegen Jacks Haare, gab ihm dann einen Klaps auf den Hinterkopf. Sie sprachen hier immerhin von seinem Planeten, rückständig oder nicht aus der Sicht eines Mannes aus dem 51sten Jahrhundert. „Was ist mit Frühstück?“, neckte er ihn. „Wir haben nichts zu essen hier. Was machst du, wenn du Hunger hast?“ Nicht zu vergessen, dass sie beide sehr bald eine Dusche brauchten…

„Spielverderber“, murrte Jack. Dann hob er den Kopf und grinste. „Hey, ich könnte dich essen.“ Er biss Ianto leicht in die Seite des Kinns.

„Weg von mir. Aus. Pfui“, wehrte der junge Waliser ihn lachend ab. „Nimm deine Pfoten weg, Jack.“

Sie rangelten, brachten sogar die Matratze auf dem neu gewachsten Boden ins Rutschen, lachten und liebten sie noch einmal, während immer mehr Sonnenlicht in den Raum drang. Und alles andere war vergessen. Zumindest so lange, bis das neu installierte Interkom, das mit dem Kommunikationssystem des Hubs verbunden war, sich mit dem unangenehmen Schrillen des Riftalarm meldete.

Ianto drohte, Zielübungen zu veranstalten und das Ding von der Wand zu schießen.


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„You know more about yourself when there is only one other person to share your world with...“
(Crusoe, Episode 1x06 Long Pig)


„Penny für deine Gedanken“, meinte Adam und setzte sich neben ihn auf die Couch. Er nahm seine Brille ab und begann die Gläser an der Vorderseite seines Hemds zu polieren.

Ianto wandte sich in seine Richtung und sah ihn an, ein amüsiertes Funkeln in den blaugrauen Augen. „Nur ein Penny? Das ist zu wenig. So billig bin ich nicht zu haben.“

„Das ist nicht, was Jack sagt“, entgegnete der Arzt mit einem Grinsen. Und wurde prompt rot, als er sich seine eigenen Worte nochmal durch den Kopf gehen ließ.

Der junge Waliser lachte. „Du solltest ihm nicht alles glauben, was er sagt“, neckte er Hill zurück. „Oder an die Wand in der Toilette schreibt.“

Adam setzte die Brille wieder auf und stimmte in das Lachen des jüngeren Mannes ein. Es war selten so ungezwungen zu hören. Er hatte den Eindruck... nein, er wusste, dass es Ianto inzwischen besser ging, als zu Beginn ihrer - nun, Gefangenschaft, es gab kein anderes Wort dafür.

„Es ist eine ernstgemeinte Frage. Falls du darüber sprechen willst, was dich beschäftigt.“ Er lehnte sich zurück. „Ich habe Zeit, ich bin überfällig für eine Pause.“

„Mehr Antworten für dein psychologisches Profil?“ Ianto zog die Augenbrauen leicht hoch.

„Oh nein, nein.“ Der Arzt hob die Hände. „Wie gesagt, ich mache gerade Pause. Aber meine Ohren können zuhören, während sich der Rest von mir ausruht.“

„Es war nichts Ernstes“, meinte Ianto nach einem Moment. „Ich habe nur daran gedacht, wie sich mein Leben verändert hat. Wenn ich nicht aus Wales weg gegangen wäre, wo würde ich dann jetzt stehen? Würde ich einen Job haben, der mir nichts bedeutet, den ich verabscheue, wie mein Vater? Und den Frust darüber jeden Abend im Pub ersäufen? Am Wochenende mit meinen Kumpels Curry essen, Rugby gucken und Bier trinken? Hätte ich eine Freundin, wäre ich vielleicht verheiratet mit Kindern, und würde mich fragen, was aus meinen Träumen geworden ist, wie meine Schwester?“

„Nichts Ernstes, ich verstehe“, erwiderte Adam mit einem amüsierten Lächeln. „Jeder stellt sich solche Fragen. Wäre ich Arzt geworden, wenn mein Bruder nicht gestorben wäre? Wäre ich glücklicher, wenn auch naiver, wenn ich nie für das Militär gearbeitet hätte? Oder nicht für Torchwood? Vielleicht wäre ich dann ein überarbeiteter, unterbezahlter und gestresster Landarzt geworden, mit Frau und Kindern, die ich zu selten sehe. Oder würde in einem Großstadt-Krankenhaus desillusioniert und desinteressiert Dienst nach NHS-Plan schieben.“

Ianto zog die Knie hoch und schlang die Arme um die Beine, das Kinn aufstützend. Er sah aus wie ein Teenager. „Ich dachte gerade, ob mir etwas fehlen würde, ob ich eine Lücke in meinem Leben spüren würde, wenn ich Jack nie getroffen hätte.“ Er drehte den Kopf zur Seite, um Adam wieder anzusehen. „Ich weiß, dass zumindest Alex denkt, dass… die Beziehung zwischen mir und Jack einseitig ist, dass ich Jack mehr liebe, als er mich.“ Ianto hob die Schultern. „Ich habe mich noch nie so sehr von jemandem geliebt gefühlt, wie von ihm. Es war immer so, als würde ich nirgendwo richtig reinpassen, als… glaub mir, ich weiß, wie das klingt… als wäre ich fremd.“ Er sah weg, plötzlich wieder jung und scheu. „Er hat mir an Weihnachten gesagt, dass er mich liebt, dass es ist als wäre ich… ein Teil von ihm“, sagte Ianto leise. „Dass ich mich nie wieder so fühlen muss, als würde ich nirgendwo hingehören, weil ich zu ihm gehöre.“

Adam nickte, wusste nicht, was er darauf antworten sollte. Aber er vermutete, dass Ianto auch keine Antwort von ihm erwartete. Seltsamerweise zweifelte er nicht daran, dass Jack ernst meinte, was er sagte – oder Ianto. Aber die beiden kannten sich erst so kurz. Und die Umstände, in denen sie sich befanden, schweißte sie natürlich eng zusammen. Was war in fünf, in zwanzig, in hundert Jahren? Alles was er bisher herausgefunden hatte, war dass die beiden faktisch unsterblich waren. Ihre Körper heilten. Was auch immer in ihnen war, diese Energie, sie heilte Wunden und sogar den Tod. Falls sie überhaupt alterten, dann im Verhältnis von Minuten zu Jahrhunderten. Er dachte nicht, dass die beiden Männer sich dessen voll bewusst waren und er plante, seine Theorien für sich zu behalten. Und letztlich waren es nur Theorien. Er konnte sich genauso gut irren, und die beiden würden normal altern, weil sich ihre unglaublichen Heilungsfähigkeiten ausschließlich auf Verletzungen konzentrierten.

Der Arzt berührte flüchtig Iantos Arm, drückte ihn kurz. „Sag mal, wäre es sehr unverschämt, wenn ich dich bitte, Kaffee zu machen? Ich habe nur Zeit für eine Pause, nicht für den Tiefschlaf, in den ich garantiert falle, wenn ich kein Koffein bekomme.“

Der junge Waliser lachte und stand auf. „Kein Problem. Espresso? Alex hat frische Bohnen mitgebracht, du wirst dich wundern, was das für einen Unterschied macht.“

„Du bist der Spezialist.“ Adam lehnte sich zurück, während Ianto in Richtung Küchennische verschwand. Dann grinste er plötzlich und begann seine Taschen abzuklopfen. In der Hosentasche wurde er fündig und fischte ein paar Münzen hervor. Er fand tatsächlich einen Penny und legte ihn auf die Couch, neben sich, mit dem Bild der Queen nach oben. Amüsiert legte er einen zweiten daneben. Er hatte definitiv mehr als einen Penny wert an Gedanken von Ianto erhalten. Adam war schon gespannt darauf, wie Ianto reagieren würde…



Ende (tbc)