Titel: Ein Abend zu Dritt
Autor: Lady Charena (März 2014)
Fandom: Torchwood 50 Ways
Episode: Season 2
Wörter: 1300
Charaktere: Jack Harkness, Ianto Jones, Dai
Pairing: Jack/Ianto
Rating: A/R, pg12, slash

Summe: Jack besucht Ianto in dessen Wohnung – und sieht sich erneut mit Dai, Iantos kleinem Kater konfrontiert, der ihn noch immer als Eindringling ansieht.

Fortsetzung zu „Der Konkurrent“

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.



"Ianto? Ist alles in Ordnung? Du schläfst doch etwa nicht schon?", fragte Jack amüsiert. "Wir müssen unbedingt etwas für deine Kondition tun." Dem sanften Spott folgte ein Kuss auf sein Schulterblatt.

Selbstgefälliger Bastard. Sobald Ianto wieder genug Kraft dazu hatte, würde er das Jack auch sagen. Im Moment jedoch hatte er die Mobilität und den Bewegungswillen von zu lange gekochten Spaghetti.




Nach einem langen, harten Tag war Ianto heute zunächst alleine nach Hause gefahren. Sichtlich zu Dais Freude. Der Kater wand sich schon auf der Türschwelle zur Begrüßung um seine Knöchel, und stakste dann mit steifen Beinen voran in die Wohnung, direkt zur Futterschüssel.

Nun, Ianto verstand einen Hinweis, also schleppte er sich zuerst zum Küchenschrank mit dem Katzenfutter, und dann, als Dai sich genüsslich den Bauch vollschlug, unter die Dusche. Das warme Wasser belebte ihn immerhin so weit, dass sich sein eigener Magen mit einem deutlichen Grollen zu Wort meldete.

Begleitet von einem zufrieden schnurrenden Dai durchsuchte er den Kühlschrank, der wenig Appetitliches zu bieten hatte - ursprünglich hätte er heute einkaufen gehen wollen, wie ihm verspätet einfiel. Aber dazu war keine Zeit geblieben, also griff er wieder einmal auf Tiefkühlpizza zurück. Morgen konnte er noch immer damit anfangen, sich gesünder zu ernähren…

Er hatte die Pizza gerade in den Backofen geschoben und sich hingesetzt, um die Wartezeit damit zu überbrücken, dass er einen in seinen Schoß gekuschelten Dai kraulte – wobei ihm fast die Augen zu fielen - als es an der Tür klingelte.

Ächzend hievte Ianto sich hoch. Dai balancierte auf seinem Unterarm, die Krallen in den Ärmel seines Bademantels gegraben. So konnte er die Nase zwischen Iantos Arm und seine Seite schieben. Noch war der Kater klein genug für diesen Trick, doch so rasch wie er wuchs…

Vermutlich war es seine Nachbarin, Mrs. Temple. Sie kümmerte sich um Dai, wenn er länger nicht nach Hause kommen konnte und es wäre unhöflich gewesen, jetzt so zu tun, als wäre er nicht da.

Doch ein Blick durch den Türspion zeigte ihm einen sehr vertrauten Militärmantel. Ianto setzte Dai sanft auf den Boden und öffnete die Tür. „Hi, Jack.“

Jack hielt lächelnd eine Papiertüte hoch. „Hast du schon gegessen?“

Er zögerte einen Moment, während Dai einen krummen Buckel machte und sich gegen seinen Knöchel schmiegte.

Ihre Beziehung veränderte sich langsam, doch bisher war Jack nie ohne ausgesprochene Einladung in seiner Wohnung aufgetaucht. Ianto hatte dieses Mal Grenzen gesetzt und Jack gab sich alle Mühe, diese zu respektieren.

Doch im Augenblick war sich Ianto einfach nicht sicher, ob er Gesellschaft vertrug. Andere als die unaufdringliche Nähe der schnurrenden Katzenkugel zu seinen Füßen.

Vielleicht verriet sein Gesichtsausdruck diese Unentschlossenheit, denn Jacks Lächeln verschwand. Einen Moment lang sah er sehr müde aus, dann straffte der ältere Mann die Schultern und schüttelte den Kopf. „Es tut mir leid, ich lerne es wohl nie, vorher anzurufen. Ich dachte nur…“ Jack brach ab, hielt ihm wieder die Papiertüte hin. „Hier, nimm das. Kein Grund das Essen kalt werden zu lassen.“

Dai murrte und hakte die Krallen in den Saum von Iantos Pyjamahose. Offenbar gefiel ihm das Herumstehen an der offenen Tür nicht. Die beiden Männer sahen automatisch zu ihm hinunter.

Ddrwg cath!“, tadelte Ianto zärtlich, beugte sich zu Dai hinunter und rettete seine Hose aus den Katzenkrallen. Er hob den Kater sanft hoch und setzte ihn paar Schritte entfernt wieder im Flur ab, bevor er sich erneut Jack zu wandte. „Ich habe gerade eine Pizza in den Ofen geschoben…“

Der ältere Mann nickte. „Ich verstehe.“ Er ließ den Arm mit der Tüte an seine Seite zurückfallen. „Wir sehen uns dann morgen im Hub, okay? Sag Dai Gute Nacht von mir.“ Er wandte sich zum Gehen.

„Jack, warte.“ Ianto folgte ihm ins Treppenhaus. „Eigentlich habe ich heute Abend überhaupt keine Lust auf Pizza. Warum bleibst du nicht, und wir essen zusammen?“

Nach einem Moment des Zögerns drehte Jack sich um und folgte ihm zurück in die Wohnung.

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Sie hatten größtenteils schweigend gegessen, während Dai unter dem Tisch seine Krallen an Jacks Schuhen wetzte. Ianto wollte den Kater ins Wohnzimmer sperren, doch Jack hinderte ihn lachend daran, meinte dass er sich keine Sorgen um seine Zehen mache. Nach einer Weile trollte sich der kleine Kater beleidigt auf den Küchenschrank und starrte düster auf die beiden Männer hinab. Jack hatte zu allem Überfluss bei seinem Spontanbesuch auch noch vergessen, ihm ein Geschenk mitzubringen!

Ianto gähnte, als Jack schmutzige Teller und benutztes Besteck in die Spülmaschine räumte und die leeren Kartons in den Müll warf.

Jack stützte beide Hände auf den Stuhllehnen links und rechts von Iantos Körper auf und küsste ihn auf die Stirn. „Geh schlafen. Ich finde selbst raus und…“

Bevor er den Satz beenden konnte, hakte Ianto den Arm um seinen Nacken und zog ihn wieder nach unten und in einen Kuss.

Von da an kam eins zum anderen und ein paar Minuten später landeten sie im Bett.

Ianto fühlte sich zu müde und zu unkoordiniert, um mehr zu tun, als da zu liegen und sich Jacks Händen zu überlassen. Sie hatten keinen „richtigen“ Sex, aber Jack tat da etwas mit seiner Zunge… das definitiv auf ein paar Planeten verboten war… Das war das letzte, an das er für eine sehr angenehme Weile dachte.

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In der Küche alleine gelassen, machte Dai einen gewagten Satz vom Küchenschrank auf die Fensterbank, stieß sich ab, segelte hinüber zum Tisch und von da auf den Boden. Er schüttelte sich und schnüffelte an Iantos Bademantel, der auf der Türschwelle lag. Nur ein paar Schritte entfernt fand er ein Hemd, um das Dai jedoch einen Bogen schlug, es roch nach Jack.

Der kleine Kater kaute eine Weile auf den Schnürsenkeln an Jacks rechtem Schuh, der auf die Seite gekippt im Flur lag. Dann nieste er und trollte sich ins Wohnzimmer wo er es sich auf der Couch bequem machte, bis es im Schlafzimmer still wurde, den Schwanz über die Nase geringelt.




Ianto nahm in der matten Beleuchtung des Raumes eine Bewegung aus den Augenwinkeln wahr. „Ist das Dai?“, murmelte er schläfrig.

„Wer sonst?“ Jack beobachtete amüsiert wie sich das Kätzchen langsam anpirschte und dann mit einem eleganten Satz aufs Bett sprang. „Denkst du, er hat sich wenigstens ein bisschen an mich gewöhnt?“

„Er hat dich zumindest nicht mehr gebissen, oder?“ Ianto rollte sich auf den Rücken. „Lass ihn nicht aufs Bett. Ich mag keine Katzenhaare im Bett.“

„Zu spät.“

Morgen früh fing er ganz bestimmt damit an, Dai besser zu erziehen. Aber jetzt war Ianto eindeutig zu müde dafür. Er schloss die Augen.

Vorsichtig – denn er erinnerte sich nur zu gut an die scharfen Zähne des Katers – streckte Jack die Hand aus. Dai ließ sich gnädig zwischen den Ohren kraulen, bevor er den Kopf weg zog, über Ianto hinweg kletterte und sich neben dem Arm des jungen Walisers in die zerknitterten Laken kuschelte.

Jack sah in unergründliche, grüne Augen, die ihn fixierten. Er lächelte und rückte näher an Ianto, einen Arm um seine Taille schlingend. Dai würde definitiv lernen müssen, Ianto mit ihm zu teilen. Es sollte nicht so schwer sein, das Vertrauen einer Katze zu gewinnen.

Es würde noch ein paar Stunden dauern, bis Jack über den durchgebissenen Schnürsenkel an seinem rechten Schuh fluchte – und dann herausfand, wozu Dai den Linken benutzt hatte…


Ende

Ddrwg cath! = ungezogene Katze (walisisch)