Episode: 2.09 Something Borrowed
Charaktere: Jack Harkness, Ianto Jones
Pairing: Jack/Ianto
Rating: slash, pg
Worte: 733

A/N: kleiner Epilog zu #10 und #11



„Owen hat mich davor gewarnt, dass du dich nicht an seine Anweisungen hältst, aber ich dachte, du hörst vielleicht auf mich?“ Jack nahm ihm das Tablett ab, das fast aus Iantos Händen gerutscht wäre. „Da dies ein Arbeits-Ding ist und ich dein Boss bin?“

„Ich war nicht wirklich schwanger, ich habe für zwei Wochen Wirt für ein Nostrovite-Ei gespielt. Und vom Felddienst bin ich ohnehin schon ausgeschlossen. Du musst mich also wirklich nicht behandeln, als wäre ich plötzlich aus Porzellan.“ Der junge Mann zupfte nervös sein Jackett zurecht und gab sich große Mühe, Jack nicht anzusehen.

„Ich dachte auch eher an deinen Arm… der in einer Schlinge stecken sollte, wenn ich mich richtig erinnere.“ Jack stellte das Tablett weg und hob Iantos Kopf an. „Hey. Wo ist die Schlinge?“

Widerwillig deutete Ianto auf die Schublade unterhalb der Kaffeemaschine und Jack half ihm, sie wieder anzulegen. „Wie soll ich damit arbeiten?“

„Ich verspreche dir, der Hub wird nicht zusammenbrechen, wenn du ein paar Stunden weniger arbeitest.“ Jack küsste ihn auf die Schläfe. „Wenn du nach Arbeitsstunden bezahlt werden würdest, könnten wir uns dich überhaupt nicht leisten. Hmh. Ich müsste dich vermutlich in Naturalien bezahlen.“

Das erste echte Lächeln seit Gwens Hochzeit erschien auf Iantos Gesicht. „Heißt das, du bist mein Bonus?“

„Absolut richtig. Steuerfrei, nach Ermessen des Bosses – das bin ich – ausschließlich an Ianto Jones auszuzahlen…“ Jack legte die Hände auf Iantos Hüften. „Du musst wirklich bei Gelegenheit das Kleingedruckte in deinem Vertrag lesen.“ Er beugte sich vor, um ihn auf den Mund zu küssen.

„Jack! Jack, du glaubst nicht, was ich…“ Gwen tauchte plötzlich in der Küchennische auf. „Oh, ist das Kaffee? Gut. Du glaubst nicht, welchen Vormittag ich hinter mir habe. Da war…“

„Gwen!“, unterbrach Jack sie. Er spürte, wie sich Ianto in seinem Griff verkrampfte. „Ist es eine Sache von Leben und Tod?“

Gwen blinzelte überrascht. „N-Nein“, sagte sie dann.

„Gut. Dann kann es warten. Wieso nimmst du nicht deinen Kaffee mit – und den für Owen und Tosh auch, vielen Dank? Ianto und ich haben noch etwas zu besprechen.“ Jack klang abweisend.

Die Abfuhr überraschte Gwen ausreichend, dass sie wortlos die Kaffeebecher nahm und ging.

„Wir haben etwas zu besprechen?“, fragte Ianto.

„Ich denke, wir waren gerade dabei, deinen nächsten Bonus zu diskutieren, oder?“ Jack küsste ihn.

„Das war alles?“, meinte Ianto. „Du musst mit meiner Arbeit nicht sehr zufrieden sein.“

„Nur ein winziger Vorschuss.“ Jacks Finger glätteten den Riemen der Schlinge. „Warum fahre ich dich nicht nach Hause, und du verbringst ein paar Stunden damit, dich auszuruhen. So bald ich frei bin, komme ich vorbei und wir reden mehr über... deinen Bonus.“

„Einverstanden.“

Dass Ianto tatsächlich ohne weitere Überredungsversuche zustimmte, sagte mehr als alles andere, dass er sich wirklich noch nicht wieder völlig erholt hatte.

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Er kehrte ein paar Stunden später in Iantos Wohnung zurück – eine Tüte mit einem Sixpack Bier und Takeout im Arm – und fand den jungen Waliser auf den Knien im Flur vor, die Ärmel hochgekrempelt und einen grauen Fleck auf dem Teppich mit einem Schwamm bearbeitend.

„So war das nicht gemeint.“ Er stellte die Papiertüte ab und zog Ianto auf die Beine. „Ich habe dich nicht nach Hause geschickt damit du hier weiter arbeitest.“

„Der Fleck…“, begann Ianto zu protestieren, doch Jack unterbrach ihn: „Ist so lange im Teppich, dass es auf einen Tag mehr nicht ankommt. Überhaupt, ich lasse den ganzen verdammten Fußboden ersetzen, wenn es dich dazu bringt, jetzt mit Putzen aufzuhören.“

Tosh hatte ihm dabei geholfen, in Iantos Wohnung sauber zu machen, während Ianto sich noch im Krankenhaus von der OP seines Arms erholte. Sie kam mit einer Tasche voll der industriellen Reinigungsmittel, die Ianto für den Hub palettenweise orderte; rückte Handschuhe zurecht, die zu groß für ihre Hände waren; und ging daran, die schwarzen Schlieren, die das Nostrovite-Blut auf dem Teppich und an der Wand hinterlassen hatte, energisch weg zu schrubben. Währenddessen machte er das gleiche mit Iantos Blut auf dem Küchenfußboden.

„Das ist nicht nötig. Wir können einfach einen anderen Teppich darüber legen.“ Ianto packte ihn mit seiner gesunden Hand am Revers und küsste ihn. „Aber danke für das Angebot.“ Er sah auf die Tüte. „Bleibst du zum Abendessen?“

„Ich bleibe die ganze Nacht.“ Jack beugte sich vor, um einen Kuss auf den Handrücken des verletzten Arms zu drücken, der in der Schlinge steckte, wo er hingehörte.

„Ist das Teil meines Bonus?“

„Nein.“ Jack sah auf. “Das ist mein Bonus.”


Ende

 

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