Titel: sweets for my sweet

Autor: Lady Charena

Fandom: House, MD

Charaktere: House, Wilson

Thema: # 022. Feinde

Word Count:

Rating: PG

Anmerkung des Autoren: Vielen Dank an T’Len für’s betalesen.

Summe: House hat eine Vorliebe für die roten Lollis aus dem Glas am Empfang der Klinik...

 

Die beiden Frauen tuschelten miteinander, schienen dann ihre Uhren zu vergleichen. Zur Sicherheit überprüften sie auch noch mal die große Uhr über dem Empfang.

 

„Okay, er wird gleich da sein. Dr. Cuddy hat ihn höchstpersönlich für heute eingetragen“, sagte die eine. „Ich habe die Tüte in meiner Schublade. Du gehst an den Eingang der Klinik und gibst mir ein Zeichen, wenn er aus dem Lift kommt. Hoffentlich taucht nicht gerade jetzt jemand auf.“

 

Die andere, etwas jüngere Frau schnitt eine enttäuschte Miene. „Warum muss ich Schmiere stehen? Und was ist, wenn er wieder jemand aus seinem Team schickt? Ich bin dafür, dass wir es bei Dr. Chase oder Dr. Cameron auch versuchen. Bei Dr. Foreman brauchen wir uns gar keine Mühe geben, der mag nichts Süßes.“

 

„Setz’ dich in Bewegung, Marcy. Ich bin die Ältere. Er kann jeden Augenblick hier sein. Ab mit dir an die Tür.“

 

Die beiden Frauen blickten sich an und grinsten. Dann eilte die jüngere Krankenschwester auf ihren Beobachtungsposten beim Eingang zur Klinik, während sich die andere dem Empfangstresen zu wandte und nach dem Glas mit den kleinen, roten Lollis griff, das dort bereit stand.

 

* * *

 

„Hier steckst du. Gibt es in deinem Büro eine Sturmflut, sucht Cuddy dich oder läuft die Wiederholung von General Hospital oder warum finde ich dich ohne Patienten in einem Behandlungszimmer?“ Wilson schloss die Tür hinter sich und steckte die Hände in die Taschen seines Kittels. Nicht, dass sich House nicht bereits ausgiebig über die zusätzlichen Klinikstunden beschwert hätte, die ihm Cuddy aufgebürdet hatte. Mehr noch, sie hatte sogar dafür gesorgt, dass sein Team andere Aufgaben für genau diesen Zeitraum erhielt, so dass er keine Möglichkeit hatte, den Dienst in der Klinik auf es abzuwälzen. Und da Wilson beschlossen hatte, dass unschuldige Patienten nicht unter House daraus resultierender schlechter Laune leiden sollten, das Krankenhaus einen Aufstand der Schwestern nicht verkraften würde oder sich der Vicodin-Verkauf in New Jersey nicht verdreifachen sollte, hatte er sich auf die Suche nach seinem Freund gemacht. Außerdem hatte er eine Lücke zwischen seinen Terminen und ihm war nicht danach, den aufgelaufenen Papierkram in dieser Zeit zu erledigen. Bei diesem Gedanken grinste er unwillkürlich. House hatte ihn wirklich korrumpiert.

 

House hatte es sich in einem der Behandlungsstühle bequem gemacht, allerdings war weder der Gameboy, noch der Minifernseher oder ein anderes seiner Spielzeuge in Sicht. Und eine Antwort blieb auch aus.

 

„Irgendwas nicht in Ordnung?“, fragte Wilson und lehnte sich gegen die Wand.

 

House grollte und warf einen der roten Lollis, die er immer aus dem Glas am Empfangstresen stahl, nach Wilson.

 

Der duckte sich. „Hey, was soll das?“ Er nahm die Süßigkeit in Augenschein. „Haben sie die Sorte gewechselt und verwenden jetzt zuckerfreie oder was ist los?“

 

House schnitt eine Grimasse und warf ihm einen Blick zu. Einen ‚geh-mir-nicht-auf-die-Nerven-Jimmy’-Blick. Er verschränkte grollend die Arme vor der Brust. „Sieh’ selbst nach.“

 

Wilson bückte sich mit einem Seufzen und hob den Lolli auf. „Okay“, sagte er dann. „Ich kann nichts besonderes daran entdecken. Hat Cuddy angeordnet, dass man sie mit Desinfektionsmittel einsprüht, oder was soll sein?“

 

„Sieh’ genauer hin, Jimmy!“ House Stimme hatte einen falschen Klang unendlicher Geduld angenommen, der in der Regel nichts gutes verhieß.

 

„Die Farbe ist heller, das Ding sieht durchsichtig aus. Aber sonst? Tut mir leid, ich...“ Wilson hielt den Lolli gegen das Licht und unterbrach sich selbst, als er einen Schatten in der Zuckermasse entdeckte. „Was ist das? Luftblasen?“, fragte er.

 

„Ameisen“, entgegnete House empört. „Sie haben die Lollis gegen solche mit Insekten drin ausgetauscht. Die kann man im Internet kaufen, genau wie kandierte Heuschrecken und mit Schokolade überzogene Vogelspinnen. Hat diesen Schwestern niemand gesagt, dass das hier ein Krankenhaus ist!“

 

Wilson sah ihn einen Moment lang verblüfft an, dann lachte er laut los. „Okay, was hast du den Krankenschwestern dieses Mal angetan, dass sie so furchtbare Rache an dir üben?“, meinte er amüsant. „Und wieso durfte ich nicht mitmachen?“ Die Feindschaft zwischen den Schwestern der Klinik und House schien in eine neue Runde gegangen zu sein.

 

House gab keine Antwort, sondern nur ein übellauniges Knurren von sich. Er betrachtete schmollend den Lolli in der Hand des immer noch feixenden Wilsons und begann einen Racheplan zu schmieden...

 

 

 

Ende