Superweib

T’Len

2007

 

 

 

Fandom: SK Kölsch

Charaktere: Jupp, Falk, Achim und eine schöne Unbekannte

Kategorie: G, Humor

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Summe: Achims „Freundin“ hat es Jupp angetan, doch übersieht er da nicht vor Begeisterung eine Kleinigkeit?

 

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen. Vielen Dank an Lady Charena fürs Beta.

 

 

 

„Beeil dich, Jupp.“ Achim Pohl winkte Jupp Schatz ungeduldig zu, während der in aller Gemütlichkeit durch die Flughafenhalle schlenderte.

 

„Was hetzt du denn so und wo ist überhaupt Falk?“, fragte Jupp, als er vor Achim stehen blieb und seine Reisetasche absetzte. Denn eigentlich hatte Falk ihn nach seinen zwei Wochen Mallorcaurlaub abholen wollen.

 

„Der muss noch was erledigen“, erwiderte Achim. „Und ich muss auch noch mal weg. Also komm in die Hufe.“

 

„Nu drängel doch nicht so.“ Jupp nahm seine Tasche wieder auf und folgte Achim zum Parkplatz. „Ich hab schließlich noch Urlaub.“

 

„Aber ich nicht“, erwiderte Achim. „Wie war’s denn?“

 

„Malle war echt ne Wucht“, begann Jupp zu erzählen. „Und die Bräute erst, alle erste Sahne.“

 

///

 

„Da geht es aber nicht zu mir“, sagte Jupp im Auto. Achim hatte ihm mit Mühe ausreden können, selbst zu fahren. Er wusste schließlich, wie Jupp zu fahren pflegte. Und er wollte seinen Wagen gern noch ein bisschen behalten – in ganzem Zustand.

 

„Ich muss noch mal am Präsidium vorbei“, erwiderte Achim.

 

„Wow“, machte Jupp, als sie vor diesem anhielten. Eine langbeinige, vollbusige Blondine im knappen Mini, Seidenstrumpfhose und hautengen Glitzertop, die Augen hinter einer getönten Brille verborgen, näherte sich dem Wagen. „Wo hast du die denn aufgegabelt?“

 

Er sprang hastig aus dem Wagen und hielt ihr die Tür zur Rückbank auf. Er hatte schließlich Manieren auch wenn seine Mutter gern das Gegenteil behauptete.

 

„Ich bin Jupp Schatz“, stellte er sich vor und ergänzte, während er wieder auf dem Beifahrersitz Platz nahm, „Sind wir uns schon mal begegnet? Sie kommen mir irgendwie bekannt vor.“ Nicht, dass er glaubte, diese scharfe Braut schon mal gesehen zu haben, die hätte er bestimmt nicht vergessen, aber der Spruch kam einfach immer.

 

„Aber Jupp, das ist doch...“, begann Achim.

 

„Franka“, wurde er von der Rückbank mit sanfter Stimme unterbrochen. „Es ist mir ein Vergnügen, Herr Schatz. Was für ein passender Name.“ Eine behandschuhte Hand streckte sich über die Lehne, Jupp entgegen. Er ergriff sie und drückte einen Handkuss darauf.

 

Achim gluckste im Bemühen ein Lachen zu unterdrücken, als er wieder Gas gab.

 

///

 

„Darf ich Sie noch zu einem Kölsch einladen?“, fragte Jupp Franka, als Achim vor dem „Rättematäng“ hielt.

 

„Wir haben schon was vor“, sagte Achim hastig.

 

„Tut mir leid, vielleicht ein andermal“, ertönte es sanft vom Rücksitz.

 

„Wo hast du bloß diese Klassefrau aufgetrieben und was will sie mit dir?“, flüsterte Jupp Achim zu, als er ausstieg. Er hatte sie während der ganzen Fahrt im Spiegel angestarrt. Er wollte Achim ja nicht zu nahe treten, aber was wollte eine Traumfrau wie Franka mit ihrem Aktenlurch. Die hatte doch was besseres verdient und vor allem fand sie es auch locker. Ihr mussten doch die Männer zu Füßen liegen. Also er täte es ganz bestimmt, wenn sie ihn ließe. 

 

„Nicht jeder achtet nur auf Äußerlichkeiten wie du, Jupp“, antwortete Achim spitz.

 

Franka kletterte aus dem Wagen, um vorn Platz zu nehmen. Jupp bot ihr rasch eine helfende Hand an, nicht ohne dabei auf ihren prallen Busen zu starren. Sie lächelte ihn zuckersüß an und Jupp bekam weiche Knie.

 

„Danke, Hübscher“, sagte sie mit Schlafzimmerstimme.

 

„Also, wenn Sie es sich anders überlegen“, Jupp wühlte in seiner Börse nach einer Visitenkarte, zuckte dann hilflos mit den Schultern. „Achim weiß, wo ich zu finden bin.“

 

„Ich werde darauf bestimmt zurück kommen.“

 

Jupp schloss die Tür. Franka kurbelte das Fenster herunter und winkte ihm zum Abschied zu. Jupp starrte ihr mit offenem Mund hinterher.

 

Als Achim Gas gab, konnte er sich ein Lachen nicht mehr verkneifen. Franka stimmte mit ein.

 

///

 

„Sehr gute Arbeit, Herr von Schermbeck, Herr Pohl.“ Heinrich Haupt wirkte sehr zufrieden, als er am nächsten Tag seine Truppe zur Dienstbesprechung zusammen hatte.

 

„Was habt ihr denn ohne mich so getrieben?“, fragte Jupp.

 

„Unseren Job gemacht, Jupp“, erwiderte Falk. „Was sonst? Oder hältst du dich für unentbehrlich?“

 

„Mit diesen Fotos müssten wir beweisen können, dass unser Mann tatsächlich unser Mann ist“, meinte Haupt.

 

„Wohl eher unsere Frau“, bemerkte Jupp und blätterte die Bilder, die Achim mitgebracht hatte, durch.  Denn darauf war eindeutig eine Frau zu sehen, mal allein, mal mit anderen Frauen. Plötzlich stutzte er, da war doch Franka. „Hey, das ist ja deine Braut von gestern.“ Er hielt Achim das Foto hin.

 

„Braut?“, Gino grinste.

 

Haupt öffnete den Mund, um etwas zu erwidern, doch Falk schüttelte hastig den Kopf.

 

„Nur eine Bekannte, die mir ein bisschen Gesellschaft geleistet hat“, erwiderte Achim und tauschte einen verschwörerischen Blick mit Falk.

 

„Also läuft zwischen euch nix?“, wollte Jupp wissen. Er starrte wieder auf das Bild. Ob er es wohl heimlich einstecken könnte? Oder einen Abzug bekommen? „Na hab ich mir gleich gedacht. So ein Superweib hat schließlich Klasse.“

 

„Sie ist ganz dir“, erwiderte Achim pikiert.

 

///

 

Missmutig starrte Jupp in das Bier, dass seine Mutter ihm nach Feierabend in der Kantine des Präsidiums serviert hatte. Achim hatte sich geweigert, ihm Frankas Adresse und Telefonnummer zu geben, nur gemeint, sie werde ihn schon finden. Nicht mal ihren Nachnamen hatte er verraten wollen. Dann hätte er wenigstens selber versuchen können, etwas herauszufinden.

 

Verdammter Mistkerl. Spielte den Beleidigten und dass nur, weil er angedeutet hatte, er würde Achim nicht zutrauen so ein Superweib wie Franka aufzureißen. Was war das auch für eine Frau! Diese Schlafzimmerstimme! Und erst die langen Beine! Vom Busen ganz zu schweigen!!!

 

Wie gern wäre er heute Abend mit ihr ausgegangen. Was trinken, bisschen tanzen und dann, wer weiß...

 

„Hallo, schöner Mann.“

 

Jupp hob ruckartig seinen Kopf, als er die Stimme hörte. Ihre Stimme!

 

„Was... was machen Sie denn hier?“

 

„Sie beim Wort nehmen“, Franka strahlte ihn an und Jupp glaubte die Sonne aufgehen zu sehen. Sie war genauso sexy gekleidet wie am gestrigen Abend, die Augen hinter einer dunklen Brille verborgen. Jupp fragte sich unwillkürlich, welche Farbe sie wohl hatten.

 

Jupp sprang auf und rückte Franka den Stuhl zurecht. „Darf ich Ihnen etwas anbieten?“

 

„Ein Wasser“, erwiderte sie. Jupp rief eifrig nach seiner Mutter, dann setzte er sich wieder.

 

„Schön, dass Sie gekommen sind.“ Er lächelte sie an.

 

„Ich hoffe, Ihre Einladung steht noch“, sagte sie und schlug ihre Beine suggestiv übereinander.

 

„Je... jederzeit“, stotterte Jupp und kam sich vor wie ein verliebter Teenager. Diese Frau machte ihn ganz irre. Ihm war heiß. Und wenn sie ihn weiter so anlächelte, dann stand bald nicht nur seine Einladung, sozusagen.

 

Aber irgendetwas an ihr schien ihm irgendwie vage vertraut. Hatte er sie wirklich noch nie gesehen? Nein, bestimmt nicht, so eine Frau vergaß er doch nicht. Trotzdem fragte er: „Sind Sie sicher, dass wir uns noch nie begegnet sind? Vor gestern Abend, meine ich.“

 

Sie lachte laut auf. „Jupp, wie bist du bloß Kriminalbeamter geworden, bei deiner miesen Beobachtungsgabe. Außerdem brauchst du wohl ne Brille.“

Er stutzte. Diese Stimme kannte er nun ganz bestimmt.

 

„Falk?“, fragte er verwundert.

 

„Natürlich.“ Falk nahm die Brille und die Perücke ab, während Jupp ihn mit offenem Mund anstarrte. Am Nebentisch kicherten zwei Polizisten in Uniform. Schatz wandte sich zu ihnen um. „Is’ was?“, fragte er ungehalten. Die beiden schüttelten hastig den Kopf.

 

Jupp wandte sich wieder zu Falk. „Bist du jetzt total pervers geworden oder was?“

 

„Josef Schatz, ich muss doch sehr bitten, deine Ausdrucksweise ist unerhört“, erwiderte an Falks Stelle Bertha, die gekommen war, um ihm sein Wasser zu bringen. Falk dankte ihr lächelnd.

 

„Machst du jetzt einen auf Frau und lässt dich umoperieren?“, fragte Jupp.

 

„Also, jetzt weiß ich, was mir die letzten zwei Wochen gefehlt hat, deine Vorurteile“, antwortete Falk sarkastisch und nahm einen großen Schluck aus seinem Glas.

 

„Na Karneval is’ jedenfalls nich’“, erwiderte Jupp.

 

„Wenn du Haupt heute früh besser zugehört hättest, statt nur auf mein Foto zu glotzen, hättest du mitbekommen, dass Achim und ich in einem Club ermittelt haben, der hauptsächlich von Transvestiten besucht wird. Es ging darum, festzustellen ob unser Verdächtiger bzw. Verdächtige ein und dieselbe Person sind. Ein Teil der Zeugen hatte ihn nämlich als Mann, andere als Frau beschrieben.“

 

„Achim hatte auch ein Kleid an? Gibt’s solche Größen überhaupt?“, fragte Jupp ungläubig. „Das Bild hät’ ich ja gern gesehen:“

 

„Also wirklich, Jupp“, tadelte seine Mutter.

 

„Nein, er war nur mein männlicher Begleiter. Ganz normal“ Falk grinste. „Du warst ja nicht da.“

 

„Na das hätte noch gefehlt, dass ich mich mit dir in so ner Bude rumtreibe“, erwiderte Jupp.

 

„Also gestern warst du noch ganz scharf darauf, mich einzuladen. Und wenn ich das richtig sehe, nicht nur auf ein Kölsch.“ Falk trank sein Glas aus und reichte es Bertha.

 

„Noch eines?“, fragte sie.

 

Er schüttelte den Kopf. „Danke, nein.“

 

Sie wuschelte ihm zärtlich durchs Haar. „Ist er nicht eine Schönheit?“, fragte sie liebevoll.

 

„Was hast du denn damit zu schaffen?“, wunderte sich Jupp.

 

„Oh, deine Mutter hat mir nur ein bisschen geholfen, beim Schminken und so“, antwortete Falk an ihrer Stelle und schlug die Beine suggestiv zur anderen Seite übereinander. Jupp starrte automatisch darauf, bis ihm schlagartig bewusst wurde, wessen Beine es waren und er hastig den Blick abwandte. Falk, dem das nicht entgangen war, grinste. Bertha hatte sich derweil entfernt.

 

„Und die hier?“, fragte Jupp und machte eine Brüste-andeutende Bewegung. Verdammt, die Dinger sahen so prall aus, die konnten doch gar nicht unecht sein.

 

„Aufblasbare“, antwortete Falk. Er setzte sich die Perücke wieder auf, griff dann zur Brille. „Gefallen sie dir?“ Er grinste erneut. „Wenn du sie anfassen willst...“

 

Jupp ignorierte das Angebot sicherheitshalber. „Aber ich denke, der Fall ist abgeschlossen, warum läufst du dann immer noch so rum?“, wunderte er sich.

 

Falk lächelte ihn an. „Och, ich dachte, ich komm jetzt immer so zur Arbeit, wenn's dir doch so gefällt.“

 

„Was?“

 

Falk musste ob Jupps entsetztem Blick lachen. „Keine Bange, ich bin verabredet. Morgen komm ich wieder als Mann.“

 

„Also du tust echt alles, um nen Typen aufzureißen, was?“, meinte Jupp.

 

„Ich geh zu einem Kostümball zu Gunsten der AIDS-Hilfe“, erwiderte Falk. „Solche Feste gibt’s hier in Köln nämlich nicht nur im Karneval. Und ich dachte, da kann ich die Sachen gleich nutzen, bevor ich sie zurück gebe.“

 

Er stand auf und beugte sich zu Jupp. Mit suggestiver Stimme fuhr er fort: „Es sei denn natürlich, deine Einladung steht noch. Dann lass ich den Ball gern sausen.“

 

Bevor Jupp reagieren konnte, hatte er ihm einen dicken Kuss auf die Wange gedrückt und einen riesigen Lippenstiftabdruck hinterlassen.

 

Als Falk hastig die Kantine verließ hörte er hinter sich das Lachen der Kollegen, während Jupp hektisch an seiner Wange rubbelte.

 

Ende