Titel: Sumo-san
Autor: Lady Charena (Dez. 06)
Fandom: SK Kölsch
Paarung: Jupp, Falk
Rating: gen, Humor
Beta: T'Len
Archiv: ja

Summe/Hintergrund: Falk und Jupp auf dem Rummel.

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„Okay, dann rück mal raus damit.“ Falk drehte sich zu Jupp um.

„Raus? Mit was?“, gab Schatz zurück und fluchte leise, als er einen Senffleck auf seinem Hemd entdeckte. Er rieb mit dem Handrücken daran herum, was nur dazu führte, dass der Fleck noch größer wurde.

„Raus mit dem Haken.“ Falk drückte ihm seine unbenutzte Serviette in die Hand. „Wie komme ich zu der Ehre, von dir auf den Rummel eingeladen zu werden? Und du hast sogar das Abendessen bezahlt.“ Okay, Abendessen war vielleicht ein etwas missverständlicher Begriff für die Würstchen am Stand, die zu den Senfklecks auf Jupps Hemd geführt hatten. Aber es zählte ja der gute Wille.

„Kann ich nicht einfach nett zu meinem Kollegen sein? Zu meinem Freund?“ Jupp gab sich alle Mühe, empört zu klingen.

„Okay.“ Falk streckte sich. „Und was nun? Zuckerwatte und Autoscooter?“

Jupp grinste und hörte für einen Moment auf, an seinem Hemd herum zu schrubben. „Hör’ mal, damit dürfte ich ja nicht mal mehr Flo kommen.“ Ein Schatten flog über sein Gesicht, als er seinen Sohn erwähnte. „Er würde sagen, dass er für den Kram zu alt ist.“

Falk blickte ihn an, die Arme in die Hüften gestützt. „Das ist es also“, sagte er. „Es geht um Florian.“

Jupp sah sich nach einem Abfallbehälter um. „Also ich hätte jetzt Lust auf ein Kölsch. Sind wir nicht auf dem Weg hierher an einer Kneipe vorbeigekommen?“ Er ging weiter.

„Hey, warte mal.“ Falk folgte seinem Partner und hielt ihn am Arm fest. „Was ist los? Klartext jetzt, Jupp Schatz.“ Er zog ihn zur Seite, weg von einer lärmenden Gruppe, die sich an ihnen vorbeizwängte.

Schatz wandte sich ab, starrte auf eine Losbude, als wäre sie der faszinierendste Anblick seit langem. „Ich vermisse ihn“, murmelte er.

„Was hast du gesagt?“, fragte Falk, obwohl er ihn gut verstanden hatte.

„Verdammt, ich habe gesagt, ich vermisse Florian“, wiederholte Schatz ärgerlich. „Bist du jetzt taub oder was?“

„Schon gut.“ Beschwichtigend hob Falk die Hände. „Es ist doch völlig natürlich und okay, dass du deinen Sohn vermisst. Er kommt in den Ferien doch nach Hause? Das ist nicht mehr lange hin.“

Jupp zuckte mit den Schultern und schob die Hände in die Taschen. „Vielleicht kommt er. Vielleicht auch nicht. Gestern Abend haben wir miteinander telefoniert und er druckste so herum, dass er möglicherweise an einem Sommercamp teilnehmen kann. Zusammen mit den anderen Jungs aus dem Internat.“

„Deshalb bist den ganzen Tag so gut gelaunt wie ein Bär mit Honigallergie.“

Jupp schnitt eine Grimasse. „Ich bekomme ihn monatelang nicht zu Gesicht. Abgesehen von zwei Wochenenden. Und dann will er nicht mal in den Ferien nach Hause kommen.“ Er seufzte. „Ganz offensichtlich fühlt sich mein Sohn jetzt zu erwachsen, um Zeit mit seinem alten Vater zu verbringen.“

„Und warum besuchst du ihn nicht häufiger? So weit ist München nun auch nicht wieder weg. Und komm’ nicht, dass es wegen der Arbeit nicht geht. Das können wir doch unter uns regeln. Du hättest nur was sagen müssen, wozu sind wir Freunde.“ Falk legte den Arm um Jupps Schulter. „Weißt du was, wir sollten dich Brummbär jetzt auf andere Gedanken bringen. Ein Freund hat mir erzählt, dass es hier was gibt, dass dir bestimmt auch gefällt.“

„Mir gefällt? Etwa so ’nen Tuntenkram?“, kam es misstrauisch von Jupp, der noch immer seine Verärgerung und Enttäuschung nicht ganz überwunden hatte. „Uff.“ Er krümmte sich übertrieben stark zusammen, als ihn Falks Ellbogen andeutungsweise in die Magengrube traf.

„Du kannst nicht anders, was?“ Falk grinste. „Irgendwo hier gibt es Sumoanzüge. Wie wäre es mit einem kleinen Ringkampf? Wenn du gewinnst, übernehme ich deinen nächsten Wochenenddienst und du fährst zu Flo nach München. Wenn ich gewinne... habe ich etwas gut bei dir.“

„Ringkampf?“, wiederholte Jupp lachend. „Du hast keine Chance gegen mich, Falk.“

Falk zuckte mit den Schultern. „Wir werden sehen“, erwiderte er cool. „Schatz-san.“

Jupp starrte ihn an. „Sag’ mal, bist du sicher, dass du nie Klaus Taube begegnet bist?“

„Deinem früheren Partner? Wieso? Versuchst du mich abzulenken?“

„Nein.“ Jupp setzte sich in Bewegung und Falk folgte ihm. „Klaus war ein Japan-Fan und eines Tages hatten wir diesen Fall, mit einem echten Samurai...“

Seine Stimme ging im Lärmen der Menschen und der Musik der Fahrgeschäfte unter, als sie im Getümmel verschwanden.


Ende