Überstunden

T’Len

2010

 

 

 

Fandom: SOKO Stuttgart

Charaktere: Jo Stoll/Rico Sander

Kategorie: NC-17

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Summe:  Rico bekommt bei der nächtlichen Arbeit Besuch.

 

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen. Vielen Dank an Lady Charena fürs Beta.

 

 

„Also deshalb machst du immer Überstunden, wusste ich es doch.“

 

Rico Sander zuckte zusammen, als er die Stimme seines Kollegen Jo Stoll hinter sich vernahm. Hastig wollte er die Paniktaste drücken, doch Jo war schneller. Er beugte sich über Rico und blockte dessen Hand ab. Dann besah er sich den Computerbildschirm näher und pfiff leise durch die Zähne.

 

„Jaja, die stillen Wasser“, sagte er und grinste Rico frech an. „Aber solltest du dir so was nicht besser zu Hause anschauen? Oder geilt es dich besonders auf, dass im Büro zu machen. Die Gefahr entdeckt zu werden und so weiter.“

 

Rico war bis in die Haarspitzen errötet. „Es ist…“ Er räusperte sich, weil seine Stimme ihm nicht gehorchen wollte. „Es ist nicht, was du denkst.“

 

„Nicht?“, fragte Jo zurück. Seine linke Hand lag jetzt auf Ricos Schulter. „Das sind keien anckten Männer in eindeutigen Posen auf deinen Bildschirm? Du ziehst dir keine Schwulenpornos rein, weil es dich anturnt? Hältst du mich für blind?“

 

Rico räusperte sich erneut. „Das… das ist der Computer unseres Opfers. Martina wollte, dass ich ihn mir ansehe, ob ich vielleicht einen Hinweis finde.“

 

Gott war ihm heiß. Warum war Jo überhaupt noch hier? Die anderen hatten doch schon vor einer Stunde Feierabend gemacht. Und da war es schon nach 21 Uhr gewesen. Nervös schlug er die Beine übereinander. Hoffentlich bemerkte Jo nichts.

 

Doch sein Kollege machte überhaupt keine Anstalten zu verschwinden. Im Gegenteil, Jo rieb mittlerweile Kreise über Ricos Schulter und beugte sich dann wieder über ihn. „Ist dass das einzige Bild?“, fragte er, seinen Blick auf die zwei nackten Männer in eindeutiger Pose fixiert.

 

„Ne…nein.“ Rico hatte seine Stimme noch immer nicht wiedergefunden. „Es gibt hunderte davon.“

 

„Na zumindest wissen wir jetzt, an welchem Ufer er geangelt hat.“ Jo rückte noch ein Stückchen näher. Zumindest kam es Rico so vor. Er schluckte nervös. Hoffentlich bemerkte er nicht seinen geöffneten Hosenstall. Warum ging Jo nicht endlich?

 

„Irgendwas Verdächtiges dabei?“, wollte der stattdessen wissen. „Minderjährige? Gewalt? Heimliche Aufnahmen, die zur Erpressung taugen?“

 

Rico schüttelte den Kopf. „Alles legal, soweit ich es bisher gesehen habe. Explizit aber legal.“

 

„Gibt es nur Bilder oder auch Videos?“ Jos Hand war mittlerweile von Ricos Schulter zu seinem Arm hinab gewandert und streichelte nun diesen.

 

Rico unterdrückte mit Mühe ein Stöhnen und verkniff sich eine Antwort. Die war aber auch nicht notwendig. Jo hatte sich die Maus geschnappt und klickte sich durch einige Verzeichnisse, bis er fand, was er suchte.

 

„Jo, muss das sein? Du bringst mir alles durcheinander“, protestierte Rico schwach. Sein Blick aber klebte wie fixiert an den zwei Burschen, einer blond, einer dunkelhaarig, einer eher zart, der andere sportlich, die sich auf dem Bildschirm miteinander vergnügten.

 

„Wir sollten morgen die Szenekneipen abklappern, vielleicht kennt ihn dort jemand näher, weiß mit wem er sich getroffen hat, ob es einen boyfriend gab. In seiner Wohnung haben wir bisher jedenfalls keine Hinweise auf eine wie auch immer geartete Beziehung gefunden“, sagte Jo. Er grinste und deutete auf den Bildschirm. „Vielleicht waren das und seine Hand ja seine besten Gefährten. Aber wir sollten uns trotzdem umhören.“

 

„Ich habe ihn nie…“ Rico hielt inne und biss sich auf die Zunge.

 

„Was ist?“, fragte Jo betont unschuldig.

 

„Nichts“, erwiderte Rico hastig. In Gedanken fügte er hinzu: Nun geh schon endlich. Seine Hand juckte und ein anderes Körperteil noch viel mehr. Er war sich sicher, ihr Opfer nie in der Stuttgarter Schwulenszene gesehen zu haben, aber er würde einen Teufel tun und dies Jo auf die Nase binden.

 

Ehe Rico sich richtig versah, hatte Jo ihn plötzlich vom Stuhl hoch gezogen und gegen den Schreibtisch gepresst. Er küsste ihn heftig. Rico starrte ihn mit weitaufgerissenen Augen an. „Das wollte ich schon immer mal tun. Ich fand immer, du hast so einen richtig schönen Kussmund.“

 

„Du… du bist…“, stotterte Rico. Er konnte definitiv nicht mehr klar denken. Als wäre nicht eh schon ein Großteil seines Blutes beim Betrachten der Bilder der Schwerkraft nach unten gefolgt, tat Jos Kuss nun sein Übrigens dazu. Zumal das definitiv eine Entwicklung der Ereignisse war, mit der er im Traum nicht gerechnet hätte. Obwohl er zugegebenermaßen schon öfters von Jo geträumt hatte. Im Schlafen wie im Wachen.

 

„Bi“, erklärte Jo mit einem leichten Schulterzucken. „The best of both worlds.“

 

Er bemerkte, dass Ricos geöffnete Hose von den schmalen Hüften zu rutschen drohte, ging in die Knie und zog sie ganz herunter. „Ich hatte dich schon länger in Verdacht, in der Pinkliga zu spielen“, gestand er. „Aber du warst immer so verschlossen. Doch nun habe ich ja den eindeutigen Beweis.“

 

Mit einer raschen Bewegung zog er auch Ricos Slip bis zu dessen Knien. Er leckte sich genüsslich über die Lippen, als er sah, was daraus hervorsprang. Kurz hob er den Blick zu seinem jungen Kollegen. Doch dessen Haltung, das Becken ihm entgegengedrückt, die Lippen zu einem Stöhnen geöffnet, signalisierten Jo, dass er nicht mit einer Anzeige wegen sexueller Belästigung am Arbeitsplatz rechnen musste, wenn er weiter machte.

 

„Jo… Jo…Jo“, stöhnte Rico kurze Zeit später atemlos, während sich seine Hände in Jos Haare krallten.  Sein Stöhnen mischte sich in das der mittlerweile unbeachteten Protagonisten auf dem Bildschirm.

 

Schließlich ließ Jo von ihm ab, richtete sich auf und küsste Rico leidenschaftlich. „Dein kleiner Hintern macht mich schon lange scharf“, flüsterte er anschließend in Ricos Ohr. Er drehte Rico herum und ging wieder in die Hocke. Das Video war längst vergessen.

 

Rico schnappte überrascht nach Luft, als sich plötzlich Jos Zunge in ihn bohrte. Schließlich ließ dieser von ihm ab, richtete sich wieder auf und presste einen Kuss in Ricos Nacken. Anschließend trat er ein Stück zurück und machte sich an seiner Hose zu schaffen.

 

Rico drehte den Kopf, um ihn anzusehen. „Du Jo“, sagte er leise. „Ich mach’s aber nur mit Gummi.“

 

„Logo“, erwiderte Jo. „Ich auch.“ Er hielt inne, die Hand am Reißverschluss und deutete mit dem Kopf  auf den Schreibtisch. „Du hast nicht zufällig welche darin versteckt.“

 

Rico schüttelte den Kopf. „Und im Präsidium gibt es noch immer keine Automaten. Scheiße“, fluchte Jo. „Statt dass sie mal was sinnvolles aufstellen als die blöden Kaffeeautomaten, die sowieso nie funktionieren.“

 

Er schloss seine Hose wieder. „Komm, zieh dich an. Wir fahren schnell zu mir.“

 

„Geht nicht“, wehrte Rico ab.

 

„Dann eben zu dir, wenn dir das lieber ist“, erwiderte Jo.

 

„Du verstehst nicht“, sagte Rico. „Ich muss das hier fertig machen.“

 

„Oh, komm schon“, entgegnete Jo. „Selbst Kaiser und Martina können nicht dauernd verlangen, dass du die ganze Nacht durch arbeitest. Das hat doch sicher Zeit bis morgen.“

 

„Das… das ist es nicht.“ Rico errötete erneut. Etwas, dass ihm sehr gut stand, wie Jo fand. Allerdings stand ihm selbst etwas ganz anderes und die Entwicklung, die sich gerade anbahnte, gefiel ihm ganz und gar nicht. „Was dann?“, fragte er.

 

„Ich...“ Rico warf einen hilflosen Blick auf den Computer. „Ich…“

 

Bei Jo fiel der Groschen. „Du hast Angst, dass du wieder geil wirst, wenn du dir das Morgen ankuckst, während alle da sind“, stellte er fest.

 

Rico nickte.

 

„Verstehe.“ Jo ging zur Tür.

 

„Was jetzt? Wo willst du hin?“, fragte Rico irritiert. Hatte er sich vor Kurzem noch gewünscht, Jo würde verschwinden, damit er beenden konnte, was er unter dem Eindruck der Bilder begonnen hatte, so wollte er nun das genaue Gegenteil. Jo konnte doch nicht einfach aufhören, so… mittendrin.

 

„Ich suche die nächste Kneipe mit Kondomautomat“, antwortete Jo.

 

///

 

„Jo… Jo, warte mal!“

 

„Was, was ist?“ Irritiert hielt Jo in seinen Bewegungen inne. „Tu ich dir weh?“

 

Er hatte Rico über den Schreibtisch gebeugt und hielt ihn an den Hüften fest, während er immer wieder in ihn stieß.

 

„Das Video“, keuchte Rico.

 

„Oh komm. Du willst mir doch nicht weiß machen, dass du noch einen Porno brauchst, um geil zu werden, während ich dich ficke. Jetzt bin ich aber wirklich beleidigt.“

 

„Nein“, sagte Rico verzweifelt. Es fiel ihm schwer, klare Gedanken zu fassen geschweige denn, diese zu artikulieren. „Es ist anders. Schau doch. Da ist unser Opfer dabei.“

 

Jo versuchte über Ricos Schulter auf den Bildschirm zu spähen ohne sich von ihm zu lösen. „Er hat selber in einem Porno mitgespielt?“

 

„Ich weiß nicht“, erwiderte Rico. „Es sieht nicht sehr professionell aus. Eher wie selbst aufgenommen.“

 

„Wenn er seinen Lover gegen dessen Willen gefilmt, das Video veröffentlicht oder ihn womöglich mit der Aufnahme gar erpresst hat, könnte darin ein Mordmotiv liegen“, überlegte Jo. „Er könnte es heimlich mit einer Webcam oder einer Überwachungskamera aufgenommen haben.“

 

„Über…wachungs… kamera“, stotterte Rico plötzlich, als ihm etwas einfiel. Ihm wurde heiß – und diesmal lag es weder an Jo noch an dem Porno auf dem Bildschirm.

 

Jo spürte wie Rico sich versteifte und den Blick zur Decke richtete, wo sich ihre Kamera befand, eine Notwendigkeit angesichts der sensiblen Hard- und vor allem Software mit der der IT-Spezialist arbeitete. Er ahnte schlimmes.

 

„Sie ist doch nicht an, wenn du den Raum geöffnet hast“, sagte er.

 

„Sie schaltet sich automatisch zum regulären Feierabend an, wenn ich sie nicht wieder manuell ausschalte“, erklärte Rico.

 

Jo stöhnte und diesmal war es nicht vor Erregung. Die begann sich gerade merklich zu verabschieden. Er löste sich von Rico. „Bitte sag mir, dass du sie abgestellt hast.“

 

Rico drehte sich um und schüttelte betrübt den Kopf.

 

Ende