Titel: Auf der Suche
Teil 1 von 10

Autor: Lady Charena
Fandom: SK Kölsch

Pairung: Klaus, Jupp, div.
Rating: gen, Humor

Beta: T'Len
Archiv: ja
 


Summe: Klaus Sachen verschwinden plötzlich, dafür erhält er merkwürdige Briefe.

 

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.

 

 

Tag 1

 

„Wow, was ist denn hier passiert?“, wunderte sich Jupp, als er nach dem Mittagessen ins Büro zurückkam und sich der sonst so ordentliche Schreibtisch seines Partners Klaus Taube in ein papierenes Schlachtfeld verwandelt hatte. „Du solltest dir diese Predigt über Ordnung am Arbeitsplatz, die du mir regelmäßig zweimal die Woche hältst, mal selbst vorbeten.“

 

„Sehr witzig, Jupp.“ Klaus tauchte hinter einem Aktenstapel auf. „Und so ausgesprochen hilfreich. Warum zum Kuckuck hast du das Handy ausgeschaltet?“

 

„Oh Mann, jetzt komm aber wieder runter. Man wird doch mal in Ruhe Mittagessen gehen dürfen.“ Jupp hob einen Aktenordner auf, der von einem Stapel mit seinen Artgenossen gerutscht war.

 

„Mittagessen, ach was. So nennst du das also“, gab Klaus bissig zurück. „Ich hab’ dich doch gesehen, wie du mit der neuen Kollegin aus dem Raubdezernat abgezogen bist.“ Er fluchte leise, als er sich den Ellbogen an der Tischkante stieß.

 

„Genau wie du sagtest - sie ist neu. Und wenn man bedenkt, wo sie herkommt... die arme Kleine kennt sich doch in einer Stadt wie Köln überhaupt nicht aus.“ Jupp setzte sich auf die Tischkante – und brachte damit einen anderen Stapel an Papieren ins Rutschen. Wie eine Lawine glitten sie auf Klaus zu, der gerade unter dem Schreibtisch hervortauchte und begruben ihn unter sich.

 

Fluchend begann Klaus damit, die Papiere wieder aufzuheben. Und Jupp beteiligte sich, wenn es ihm auch nicht ganz gelang, seine Schadenfreude hinter einer schuldbewussten Miene zu verstecken.

 

„Wenn man bedenkt, wo sie herkommt“, äffte Taube ihn nach, der nicht gewillt schien, das Thema ruhen zu lassen. „Du lieber Himmel, Jupp, sie war zwei Jahre in Düsseldorf, nicht im Urwald von Borneo. Ich bin sicher, sie schafft die Wiedereingliederung in die Gesellschaft auch ohne dich.“

 

„Jetzt is’ aber gut, ja.“ Erstaunt sah Jupp seinen Partner an. „Was kümmert dich denn auf einmal, mit wem ich weggehe. Du hast ja bestimmt kein Interesse an ihr.“

 

„Aber sie ist eine sehr nette, junge Frau, mit der man sich ausgezeichnet unterhalten kann und... Und überhaupt geht es nicht um sie, sondern darum, dass ich dich nicht erreichen konnte. Wir haben um halb zwei einen Termin bei Haupt und die Akten mit den Statistiken, die ich seit drei Wochen dafür vorbereitet habe, sind verschwunden.“ Klaus fuhr sich durch die Haare, die ihre übliche ordentliche Frisur verloren hatten.

 

„Der Termin ist erst morgen. Druckst du halt alles noch mal aus“, schlug Jupp vor. „Ich helf’ dir auch beim Sortieren.“

 

„Der Termin ist heute. Jetzt! Haupt hat ihn vorverlegt, weil er morgen zu einer überraschend angesetzten Besprechung mit dem Polizeipräsidenten muss“, entgegnete Klaus gereizt. „Dazu braucht er die Zahlen aus meiner Statistik. Und jetzt setz’ dich verdammt noch mal in Bewegung und hilf’ mir suchen.“

 

Jemand klopfte auf den Schreibtisch. „Entschuldigung?“

 

Zwei überraschte Gesichter tauchten aus dem Papierberg auf und starrten Magdalena Klein an, die junge Kollegin aus dem Raubdezernat, über die sie gerade gesprochen hatten.

 

Jupp grinste. „Hallo Lenchen, schon Sehnsucht...“

 

„Ich glaube, das gehört Ihnen, Herr Taube“, meinte Magdalena und hielt Klaus zwei Aktenordner hin – während sie Jupps Bemerkung völlig ignorierte. „Irgendeine der Aushilfen in der Hauspost hat sie versehentlich mit dem Material fürs Archiv eingesammelt, obwohl kein entsprechender Vermerk darauf ist. Ich musste für uns auch nach ein paar verschwundenen Papieren suchen und dachte mir, dass Sie das bestimmt noch brauchen.“

 

Klaus nahm verblüfft die Ordner entgegen und schlug sie auf. „Meine Statistik“, meinte er erleichtert. „Ich weiß gar nicht, wie ich Ihnen danken soll, Frau Klein. Sie haben mir das Leben gerettet.“

 

Die junge Frau errötete. „Nennen Sie mich doch Magdalena, bitte“, entgegnete sie mit einem strahlenden Lächeln. „Ich meine, wir sind ja schließlich Kollegen.“ Sie wandte sich zum Gehen und wandte sich an der Tür nochmals um; und winkte Klaus zu, bevor sie sie zuzog.

 

„Danke... ähem, Magdalena. Nochmals vielen Dank“, rief ihr Klaus nach.

 

Jupp setzte sich auf die Fersen. „Wowowo, was war das denn eben? ‚Nennen Sie mich doch Magdalena, bitte’.“, flötete er. „Du, die steht auf dich.“

 

„Quatsch“, erwiderte Klaus sauer. „Nur weil du dir nicht vorstellen kannst, dass eine Frau auch...“

 

„Wenn die Herren die Güte hätten, ihre Turnstunde zu beenden – ich warte seit zwanzig Minuten in meinem Büro auf Sie“, ertönte Haupts Stimme mitten in ihrer Diskussion.

 

Jupp sprang auf, rutschte auf einem Blatt Papier aus und landete fast auf seinen vier Buchstaben. Nur ein beherzter Griff nach der Schreibtischkante rettete ihn vor einer publikumsreifen Einlage. Allerdings räumte er dabei fast die Hälfte der Akten und Papiere vom Tisch.

 

Durch das leise Rauschen von Papier, das wie Schneeflocken durch die Luft wirbelte, hörte Jupp seinen Partner gequält stöhnen. Und Haupts Aufforderung, hier erst Mal Ordnung zu schaffen, bevor sie sich in seinem Büro blicken ließen...

 

 

 

Tbc                                     Teil 2