Titel: Drei kleine Schwul-chen
Serie: Star Trek – TOS
Episode: ---
Autor:     Lady Charena / Dezember 2001
Charaktere: James T. Kirk, Spock, McCoy, Pavel Chekov
Pairing: Kirk/Spock/McCoy, McCoy/Pavel
Rating: Humor/Parodie, slash, NC-17 / ab 18
Worte: 8410
Beta: T‘Len


Summe: Ein modernes Märchen frei nach Motiven aus „Drei kleine Schweinchen“.

Anmerkung: Ein weiteres Star Trek Märchen aus dem TOS-Sisters Fanzine „Es war einmal...“

Für den Titel habe ich bereits die Höchststrafe in die Schlechte-Wortspiel-Kasse einbezahlt. Wirklich!


Disclaimer: Star Trek gehört Paramount/Viacom. Bei dieser Story handelt sich um nicht-kommerzielle Fanfiction, es wird keine Verletzung von Urheberrechten beabsichtigt.





Es waren einmal drei Männer, die in einem großen, prachtvollen Haus lebten. Sie arbeiteten sehr erfolgreich als Makler und schwammen geradezu in Geld, was ihnen viel Missgunst und Neid einbrachte. Dazu kam noch, dass sie mehr oder weniger offen zeigten, mehr als Geschäftspartner zu sein. Die Leute sprachen bald – zunächst hinter vorgehaltener Hand – von den „drei kleinen Schwul-chen“. Und so sehr sich die drei Männer auch bemühen mochten, die Menschen in der kleinen Stadt begegneten ihnen mit Misstrauen und manchmal offener Ablehnung. Glücklicherweise waren sie nicht auf sie als Kunden angewiesen, da sie im ganzen Land Häuser auf- und wieder verkauften. So waren allerdings selten alle drei zu Hause, gelegentlich zwei, manchmal nur einer – und sehr oft gar niemand.

Also entschlossen sich die drei Männer jemanden aus der Stadt einzustellen, der in ihrer Abwesenheit auf das Haus achtete. Wie kaum anders zu erwarten, gestaltete sich aber auch dieses sehr schwierig. Obwohl die Entlohnung, die die „Schwul-chen“ auslobten, sehr hoch war und die Arbeit übermäßig nicht schwer, fand sich lange Zeit niemand, der den Job übernehmen wollte.

Schließlich stellte sich aber ein junger Mann vor, der mit seinen Eltern erst vor kurzem in die kleine Stadt gezogen war. Pavel – so hieß der Neunzehjährige – fand sich bald in seine Stellung als Gärtner-Chauffeur-Zimmermädchen-Hausmeister-Einkäufer... kurzum als „Mädchen für alles“ ein.

„Guten Abend, Doktor McCoy.“ Pavel begrüßte ihn freudestrahlend. „Wir haben Sie erst am Mittwoch erwartet.“

„Hallo, Pavel“, erwiderte Leonard McCoy, der eigentlich Arzt war, aber auf den Immobilienhandel umgestiegen war, um das Kapital für eine eigene Praxis zu verdienen. Inzwischen hatte er genügend Geld, um sich eine eigene Klinik zu bauen und insgeheim träumte er davon auch. Doch er wollte seine beiden Partner nicht im Stich lassen – und so blieb es vorerst ein Traum. „Ja, mir ist ein Termin geplatzt. Was heißt wir?“, erkundigte er sich, als er eintrat und seinen Aktenkoffer auf die Ablage warf. Er schlüpfte aus der Jacke – viel zu warm für die sommerlichen Temperaturen hierzulande - die ihm Pavel diensteifrig sofort nahm und an die Gardarobe hängte. „Wer ist denn noch da?“ Er betrachtete wohlgefällig die Beine des jungen Mannes, die in sehr knappen, abgeschnittenen Jeans steckten.

„Mister Kirk ist auch da, er ist heute Vormittag von seinen Verhandlungen im Osten zurückgekehrt. Und Mister Spock wird morgen Nachmittag eintreffen, er hat angerufen, dass ich ihn vom Flughafen abholen soll.“ Pavel trug ihm den Aktenkoffer nach. „Ist der Rest Ihres Gepäcks noch im Wagen?“

Der Arzt lächelte ihm zu, er hatte einfach eine Schwäche für den süßen Bengel. „Ja. Vielen Dank, Pavel. Bring’ es auf mein Zimmer.“ Er zog ein schmales Päckchen aus der Brusttasche seines Jacketts und überreichte es dem jungen Mann. „Und das ist für dich.“

Der gute Pavel wurde knallrot – teils vor Verlegenheit, teils vor Freude. „Oh ohh, das wäre do-doch nicht nötig gewesen“, bedankte er sich. „Vielen Dank, Doktor McCoy.“

McCoy tätschelte ihm die Schulter. „Es ist mir ein Vergnügen“, meinte er. „Na, pack’ es schon aus.“ Er sah ja, dass Pavel es vor Neugierde kaum aushielt.

Erneut knallrot werdend, weil man ihm seine Neugierde so leicht ansah, löste Pavel das Band um die schmale Schatulle und öffnete sie. „Wow“, flüsterte er. „Eine goldene Armbanduhr.“ Sprachlos starrte er den Arzt an, so eine wünschte er sich nämlich schon lange.

„Na, mach’ den Mund wieder zu“, brummte McCoy amüsiert. „Bevor du dir ein paar Fliegen damit einfängst. Und vergiss’ mein Gepäck nicht.“ Er gratulierte sich innerlich, als er sah, wie sehr er Pavel mit diesem Geschenk erfreut hatte.

„Ja, natürlich, Doktor McCoy.“ Pavel verbeugte sich und ging dabei rückwärts in Richtung Haustüre. „Nein, natürlich nicht. Ich kümmere mich sofort darum, Doktor McCoy. Und noch mal vielen Danke, Doktor McCoy.“ Damit war er aus der Tür, nicht ohne fast über die große Bodenvase zu stolpern, die direkt daneben stand. Kopfschüttelnd sah der Arzt ihm nach.

Tsk, tsk, tsk“, machte es über ihm. „Du hast unseren guten Pavel ja völlig aus der Fassung gebracht.“

McCoy hob den Kopf und blickte nach oben. Auf der Treppe, die in den ersten Stock führte, stand sein Partner Jim Kirk, die Unterarme auf das Treppengeländer gestützt und betrachtete ihn grinsend.

„Hallo, Jim“, meinte er ruhig. „Ich dachte, du bist erst am Montag zurück.“

Kirk kam die Stufen herab. „Ich dachte, du kommst erst am Mittwoch zurück.“ Er umarmte den Arzt und sie küssten sich zur Begrüßung. „Nur Spock ist wieder einmal pünktlich.“

McCoy lächelte und zog den Jüngeren enger an sich. „Wann ist er das nicht?“, meinte er spöttisch. „Der Mann ist eine wandelnde Uhr. In den zehn Jahren, die wir drei jetzt zusammen sind, ist er noch nicht ein einziges Mal zu spät gekommen.“ Sein Blick fiel auf gewisse Male, die Kirks Hemdkragen nicht völlig verdeckte. „Wie ich sehe, waren deine Verhandlungen erfolgreich?“

Jim grinste und zuckte mit den Schultern. „Ein Mann lebt nicht von der Arbeit allein.“ Er löste sich von dem Arzt und wies in Richtung Wohnzimmer. „Komm’, die seltene Gelegenheit, dass wir alle drei zusammen ein Wochenende verbringen, muss begossen werden.“

„War er gut?“, erkundigte sich McCoy, als er ihm ins Wohnzimmer folgte und den Drink nahm, den Kirk ihm reichte.

„Es war eine Sie“, entgegnete Jim und ließ sich mit einem Glas in einem der tiefen Sessel nieder. Er nahm genießerisch einen Schluck. „Und ja, sie war gut. Eine richtige Wildkatze. Soll ich dir die Kratzer zeigen, die sie hinterlassen hat?“

McCoy schüttelte den Kopf. „Du und deine Weibergeschichten.“ Er wählte den Sessel neben Jims und setzte sich. „Ich weiß nicht, was du daran findest.“ Seufzend streckte er die Beine aus. Er war nicht mehr der Jüngste und dieses ständige Umherreisen eigentlich ganz und gar nicht nach seinem Geschmack.

Jim grinste. „Ich lasse nicht gerne eine Gelegenheit sausen, die sich mir bietet – egal, ob es sich nun um einen Mann oder eine Frau handelt. Außerdem spricht mit dir der richtige. Du warst schließlich schon mal mit einer Frau verheiratet.“

McCoy winkte ab. „Du weißt genau, dass das nur pro forma war - um den Schein zu wahren, eben. Als schwuler Arzt hätte ich nie ein Bein auf den Boden bekommen.“

„Ach ja“, Jim räkelte sich. „Ich habe ja ganz vergessen, dass du aus einem kleinen Kaff stammst, in dem das noch ein Problem ist.“ Er leerte seinen Drink, stellte das Glas ab und stand auf. „Ich gehe baden. Hast du Lust, dich zu mir zu gesellen?“ Er lächelte auf die ihm eigene, charmante Art. „Wir könnten unser Wiedersehen ordentlich feiern.“

McCoy erwiderte sein Lächeln. „Ich komme gleich nach“, meinte er. „Zuerst muss ich noch einen Anruf erledigen.“

„Okay.“ Jim schob die Hände in die Hosentaschen. „Bis gleich.“ Er durchquerte das Zimmer. Sein in hautengen Jeans steckender Hintern wiegte sich derart verführerisch, dass sich der Arzt unwillkürlich über die Lippen leckte.

Doch nachdem Jim verschwunden war, stand er ebenfalls auf und trat durch eine Tür in den angrenzenden kurzen Flur, der zu seinen Räumen führte.

Im Erdgeschoss des großen, villenähnlichen Hauses befanden sich die gemeinsam genutzten Räumlichkeiten wie Küche und Wohnzimmer, sowie in einem Seitenflügel McCoys Räume. Im ersten Stock hatte Spock seine Räume, außerdem waren dort zwei Gästezimmer und ganz oben, direkt unter dem Dach residierte Jim.

Sein Koffer und die Aktentasche standen auf dem Tisch, als er eintrat. Aus seiner Jackentasche nahm er ein Adressbuch und blätterte durch die Seiten, während er ins Arbeitszimmer und an seinen Schreibtisch trat. Bei einem Eintrag stoppte er und tippte die Nummer in das Kommunikationsgerät. Es dauerte einen Moment, bis eine Verbindung zustande kam – und dann auch nur über Audio, der Schirm blieb dunkel.

„Ja?“

„Hallo, Jo“, meinte McCoy, während er aus den Schuhen schlüpfte, seine Krawatte lockerte und abnahm. Er knöpfte sein Hemd auf. „Bist du gut nach Hause gekommen?“

Leises Lachen tönte aus dem Lautsprecher. „Ja, bin ich. Hast du mit deinen Partnern schon über meinen Einzug gesprochen?“

McCoy seufzte, während er sein Hemd auf das Bett warf. „Noch nicht. Spock kommt erst morgen zurück, aber dafür ist Jim früher als erwartet aufgetaucht. Wir werden also alle drei Zuhause sein, da ergibt sich sicherlich eine günstige Gelegenheit.“

„Denkst du denn, sie werden Schwierigkeiten machen?“

Die Hose landete beim Hemd. „Ich glaube nicht. Jim hat sicherlich nichts dagegen – ganz im Gegenteil - und Spock... er schätzt seine Privatsphäre zwar über alles, aber ich denke, wenn er dich erst näher kennengelernt hat, sollte es kein Problem sein.“

„Gut, du musst es wissen. Du kennst sie schließlich lange genug. Ich mache hier alles klar und komme dann erst einmal am Dienstag her. Dann kannst du mich ihnen vorstellen.“

McCoy zog die Strümpfe aus und einen Morgenmantel über. „In Ordnung. Ich vermisse dich, Jo.“

„Wir haben uns doch erst vor zwölf Stunden getrennt, Len.“ Wieder leises Lachen. „Ich liebe dich, alter Mann.“

„Du sollst mich nicht so nennen.“ Der Arzt verzog das Gesicht. „Am Ende glaube ich es dir noch.“

Dass ich dich liebe? Oder dass du ein alter Mann bist, Len?“

„Beides.“ McCoy knotete den Gürtel des Morgenmantels zu und griff nach dem Schalter, der das Gespräch beenden würde. „Ich rufe dich morgen Abend wieder an, Jo, in Ordnung?“

„In Ordnung. Bis dann.“ Dann ertönte das leise Sirren einer unterbrochenen Verbindung. McCoy schaltete das Gerät aus. „Ich liebe dich auch“, meinte er leise. Lächelnd stand er einen Moment da und sah ins Leere, gab er dem Schreibtisch einen kleinen Klaps und verließ gutgelaunt pfeifend den Raum.


* * *


Jim hatte es sich bereits in der kreisrunden – in den Boden eingelassenen - Wanne bequem gemacht, die – gut ein Drittel des ganzen Zimmers einnehmend – groß genug war, um auch für vier Personen Platz zu bieten. Sein Kopf lag am Rand auf einem gefalteten Handtuch, in Griffweite befand sich ein Glas mit grünglitzerndem Inhalt, in dem blaue Perlen aufstiegen und an der Oberfläche zerplatzten. Fasziniert sah McCoy einen Moment lang zu. Eine von Jims unerklärlichen Leidenschaften waren exotische Cocktails. Dieser hier rangierte ganz oben unter dem Stichwort „exotisch“, da war er sich sicher.

Volle Lippen verzogen sich zu einem Lächeln. „Das hat aber lange gedauert“, meinte Jim und bewegte träge die Arme durch das dampfende, schaumbedeckte Wasser. Ein schwerer, aromatischer Geruch hing in der Luft.

„Ich musste noch einen Anruf erledigen“, wiederholte McCoy. Er öffnete den Gürtel und ließ den Morgenmantel auf den Boden fallen. „Du hast dich sicherlich auch ohne mich amüsiert.“

Jims Lächeln verbreiterte sich zu einem Grinsen. „Komm’ in die Wanne und sieh’ selbst nach.“

Er musste die Einladung nicht zweimal aussprechen. McCoy trat in das schäumende, heiße Wasser und ließ sich mit einem Seufzen neben Jim auf der – in den Rand der Wanne eingearbeiteten – Sitzbank nieder.

Der Jüngere griff nach ihm und zog ihn zu sich, halb auf sich, um ihn zu küssen.

Die Beine freitreibend, sein Oberkörper lag auf Jims, „schwebte“ McCoy im Wasser, gehalten nur von den Armen des anderen Mannes. Seine eigenen Hände waren bereits eifrig damit beschäftigt, über Jims Haut zu gleiten. Schließlich löste er sich von Jims Mund, um Atem zu schnappen. „Wie ich sehe, hast du mich trotz deiner „Wildkatze“ vermisst“, meinte er atemlos.

Jim sagte nichts. Er nahm einfach McCoys Hand und führte sie dorthin, wo er sie haben wollte.

Der Mund des Arztes verzog sich zu einem erfreuten Grinsen, als sich seine Finger um eine eindrucksvolle Erektion schlossen.

„Ich sagte doch, es hat lange gedauert...“, murmelte Jim.

Len zog die Hand zurück und veränderte seine Position, um auf die Sitzbank zu knien, die Beine über Jims gespreizt.

Die Arme des Jüngeren schlangen sich um seine Taille, zogen ihn eng an sich. Er spürte Jims hartes Glied gegen seinen Bauch reiben, sich dann gegen seinen Penis pressen, der ebenfalls anfing, sich zu versteifen. Dann glitten Jims Hände tiefer, auf sein Gesäß, ein Finger glitt in die Spalte, streichelte über die Öffnung zu seinem Körper, presste sich dagegen – und drang ein. Len presste sich vor, gegen Jims Penis und zurück, gegen den Finger, der sich quälend langsam in ihm bewegte. Ein zweiter Finger drang in ihn ein. Er war inzwischen schmerzvoll hart und die Stimulation, die Jims Finger ihm gaben, war zuwenig.

Mit einem Fluch löste McCoy sich von Kirks Mund und richtete sich weiter auf die Knie auf. Er stützte sich mit einer Hand auf Jims Schulter auf, schloss die Finger der anderen um das steife Glied des anderen Mannes. Mit einer seitlichen Bewegung des Beckens löste er die quälenden Finger aus sich und stieß im gleichen Moment nach unten, Jims Glied ganz in sich aufnehmend.

Jims Kopf fiel in den Nacken, er stöhnte laut auf. Aus den Augenwinkeln sah er Pavel eintreten und grinste. Dann schloss er die Lider, als Len sich auf und ab zu bewegen begann...

Unter ihm wölbte sich Jim so heftig auf, dass Wasser über den Rand der Wanne schwappte, stieß noch einmal tief in ihn – und kam.

Len warf den Kopf in den Nacken, schloss die Finger um sein eigenes Glied und brachte sich zum Orgasmus, noch bevor Jim in ihm ganz erschlafft war. Aufstöhnend löste er sich von seinem Partner, ließ sich rückwärts ins Wasser fallen, das über ihm zusammenschlug. Len tauchte wieder auf, zog sich an den entgegengesetzten Rand zurück. „Verdammt, eines Tages bringst du mich noch um, Jim“, meinte er atemlos. Er lehnte sich gegen die kühle Wanne und strich sich das Haar aus dem Gesicht. Eine Bewegung gerade noch am Rande seines Gesichtsfeldes ließ ihn aufsehen. „Pavel“, sagte er mit einem Lächeln. „Ist irgendetwas?“

Das Gesicht des jungen Mannes war knallrot und er sah zu Boden. „Ich-ich wollte nicht st-stören. Ich hab’ Sie gesucht, um Bescheid zu sa-sagen und Geräusche gehört. Ich w-wollte nur sagen, ich bin fertig.“ Er stotterte vor Aufregung.

Jim lachte leise, schöpfte mit der hohlen Hand Wasser auf und ließ es sich übers Gesicht rinnen.

McCoy betrachtete den verlegenen Pavel. „Gut. Ist sonst noch etwas?“ Sein Blick glitt über den schlanken Körper des jungen Mannes. Seine Jeans offenbarten seine Erregung.

Pavel sah auf. Einen Moment sah es so aus, als wollte er etwas sagen, doch dann schüttelte er den Kopf.

Der Arzt streckte die Hand aus. „Komm’ mal her“, sagte er leise. „Es ist okay.“ Seine Stimme klang so sanft, als versuche er, ein verängstigtes Tierchen anzulocken.

Zögernd kam Pavel näher, blieb aber einen Schritt vom Beckenrand entfernt stehen. Gegenüber hob Jim interessiert den Kopf.

„Keine Angst.“ McCoy richtete sich weiter auf und wandte sich Pavel zu. „Du hast uns gesehen, nicht wahr, Pavel?“ Er wartete ein zögerndes Nicken ab. „Das ist in Ordnung. Es war unser Fehler.“ Er bemerkte, dass der junge Mann sich etwas entspannte. „ Hast du so etwas zum ersten Mal gesehen?“, fragte er weiter. Wieder ein zögerliches Nicken. „Dann verstehe ich, wenn es dich verwirrt – und vielleicht auch ein wenig erschreckt – hat. Es ist nichts Schlimmes daran. Komm’, warum setzst du dich nicht hierher?“ Er klopfte auf den Rand der Wanne. “Dann können wir uns besser unterhalten.“

Pavel zögerte lange. Dann schlüpfte er aus seinen Schuhen, ließ sich vorsichtig auf dem Wannenrand nieder und tauchte die Beine ins Wasser.

„Na siehst du, das ist schon viel besser.“ Vor allem die Aussicht... Len legte wie zufällig, wie um sich festzuhalten, die Hand auf Pavels Oberschenkel. „Du hast doch kein Problem damit?“ Ein hastiges Kopfschütteln kam von dem jungen Mann, der nach wie vor verwirrt schwieg und McCoy nickte zufrieden. „Aber wie ich sehe, ist es nicht ohne Effekt auf dich geblieben.“

Schamesröte schoss in Pavels Gesicht. Vom entgegengesetzten Rand der Wanne kam unterdrücktes Lachen.

McCoy ignorierte es. Er stemmte sich hoch, um sich neben Pavel zu setzen, der den Blick abwandte. „Na, wer wird denn so schüchtern sein“, meinte Len sanft und drehte seinen Kopf herum, bis Pavel ihn anblickte. Dann beugte er sich vor und legte seine Lippen gegen die des jungen Mannes. Pavel schnappte erschrocken nach Atem und McCoy nutzte dies aus, um seine Zunge in seinen Mund gleiten zu lassen. Sanft vertiefte er den Kuss, löste sich dann von Pavel und wich ein wenig zurück. Seine Hand blieb jedoch auf seinem Oberschenkel, zog dort träge Kreise. Große, verwirrte Augen begegneten seinen, doch auch Erregung stand in ihnen. Hatte er sich also nicht getäuscht... McCoy lächelte erneut. „Lass’ mich dir helfen.“ Er beugte sich erneut vor, küsste Pavel, der sich – zögernd und vorsichtig, doch rasch mutiger werdend – bald aktiv daran beteiligte und bereitwillig den Mund öffnete. Seine Hand öffnete den Reißverschluss der Jeans, holte Pavels steifes Glied hervor.

Der junge Mann stöhnte an seinen Lippen auf, verkrampfte sich. „Psschh, vertrau’ mir. Es ist in Ordnung“, flüsterte McCoy. Er verschloss ihm erneut den Mund, formte einen Tunnel mit seinen Finger um Pavels Erektion und bewegte die Hand langsam auf und ab.

Es dauerte nicht lange und Pavels Hüften zuckten, stießen instinktiv nach oben und in den Tunnel aus Fleisch, den McCoys Finger für ihn bildeten. Er stützte sich mit beiden Händen auf, leicht nach hinten gebeugt, sein Kopf fiel in den Nacken. Entzückt beobachtete Len ihn, sein Gesicht, das sich vor Lust verzerrte, die Zähne, die sich in die Unterlippe gruben, um ein Aufstöhnen zu unterdrücken. Er sah, dass es eine unnötige Qual für den jungen, unerfahrenen Mann gewesen wäre, den Orgasmus hinaus zu zögern und beschleunigte seine Bewegungen. Als das harte Glied in seinen Fingern zu zucken begann, beugte er hastig den Kopf und schloss die Lippen um die Spitze.

Der Schock der warmen, feuchten Mundhöhle, die sich um ihn schloss, ließ Pavel erstarren – und dann füllte sich McCoys Mund mit leicht salzig schmeckendem Sperma. Pavel ließ sich mit einem erstickten Aufschrei auf den Boden sinken, rang nach Atem.

Sanft ließ er das erschlaffende Glied aus seinem Mund gleiten, leckte es sauber.

Pavels Augen öffneten sich, als er diese intime Berührung spürte. Er rückte von McCoy weg, stand auf und brachte seine Kleidung in Ordnung.

„Ist alles in Ordnung?“, erkundigte sich der Arzt. „Pavel, ich...“

„I-I-Ich muss nach Hause. Meine Eltern... warten b-b-bestimmt schon auf mich.“ Er drehte sich um und lief barfuss davon.

McCoy wandte sich zu Jim Kirk um.

„Ich hoffe, du hast ihn uns nicht vergrault“, meinte Jim mit einem Grinsen.

Der Arzt ließ sich wieder ins Wasser gleiten. „Quatsch. Es hat ihm gefallen.“ Er streckte sich und gähnte. „Ich spreche morgen mit ihm.“

„Wie ich sehe, stehst du noch immer auf Unschuld.“ Jim ließ sich zurück an den Beckenrand sinken. „Deshalb bist du ja damals auch auf mich hereingefallen.“

McCoy zuckte nur mit den Schultern. Er wurde wohl wirklich langsam alt, so fertig, wie er sich fühlte. „Wenn mich Spock nicht hinterher aufgeklärt hätte... ich hätte dir wirklich geglaubt, dass es das erste Mal für dich war. Himmel, Jim, du warst sechzehn, als Spock dich mit nach Hause gebracht hat. Und weit davon entfernt, eine Jungfrau zu sein.“

Kirk grinste erneut. „Als ich aus seinem Bett kroch, glaubte ich beinahe selbst, eine gewesen zu sein.“ Die Erinnerung schien ihn erneut zu erregen, seine Hand glitt ins Wasser und zwischen seine Beine und er begann, sich zu streicheln. „Wie lange warst du damals mit ihm zusammen? Ein halbes Jahr?“

Der Arzt nickte versonnen.

„Und da hat er bereits kleine Jungs abgeschleppt...“, stichelte Jim entspannt.

Len öffnete die Augen. „Er hat mir nie erzählt, was er an dir so bemerkenswert fand, dass er von seinen Gewohnheiten abwich, jemanden in unsere damalige Wohnung zu bringen. Er hat mich nie im Unklaren gelassen, dass ihm ein Partner allein zu wenig ist.“ Er schwieg einen Moment. „Ich freue mich, dass er hier sein wird. Wir haben uns seit fast zwei Monaten nicht mehr gesehen.“ Seine Lider waren bleischwer. Er gähnte – und stemmte sich aus der Wanne, bevor er im Wasser einschlafen würde. „Ich gehe ins Bett. Wir sehen uns dann beim Frühstück.“ Er griff nach einem der vorgewärmten Handtücher und trocknete sich ab. Den Morgenmantel in der Hand verließ er das Bad.

Jim murmelte etwas Unverbindliches und griff mit der freien Hand nach seinem Glas.


* * *


Als sich McCoy am nächsten Morgen verschlafen in der Küche einfand, war Jim bereits schrecklich munter. Er trank Kaffee und blätterte dabei in einem Stapel Unterlagen.

„Morgen.“ Len schenkte sich auch eine Tasse ein und lehnte sich neben Kirk an die Arbeitsfläche. „Du arbeitest schon?“

„Ich habe heute Morgen schon einen Anruf bekommen und sehe nur rasch etwas nach.“ Jim sah auf. „Du glaubst nicht, was für einen Spinner ich gerade an der Hand habe. Ein Typ namens G.B. Wolf. Er wollte ein Strohhaus.“

„Ein was?“ McCoy gähnte.

„Ein Haus ganz aus Stroh. Wo, war ihm völlig egal. Und stell – dir vor, durch einen dummen Zufall habe ich tatsächlich eines gefunden. Vor zwei Tagen habe ich ihm ein Angebot unterbreitet, heute morgen hat er mich angerufen, dass er das Haus kauft und den unterschriebenen Vertrag hergeschickt.“

McCoy brummte zustimmend. „Wo ist Pavel?“, fragte er dann – das Thema interessierte ihn weit mehr.

Jim grinste in seine Kaffeetasse. „Zum Flughafen, er holt Spock ab.“ Er blickte seinen Partner an. „Sag’ mal, du wirst dich doch nicht in das Bürschchen verknallt haben?“

„Du spinnst wohl“, erwiderte er etwas zu heftig. „Vergiss’, dass ich gefragt habe.“ McCoy setzte sich an den Küchentisch und starrte aus dem Fenster. Vielleicht hatte Jim nicht ja so unrecht...


* * *


Schweigend beendeten die beiden Männer ihr Frühstück. Plötzlich hob Jim den Kopf. „Spock ist da“, verkündete er, stand auf und verließ die Küche. McCoy folgte ihm etwas langsamer. Jim hatte da so eine Art sechsten Sinn, was Spock betraf.

Spock blieb an der Tür stehen, bis Pavel mit dem Gepäck an ihm vorbei und die Treppe hoch geeilt war. Dann nickte er seinen beiden Partnern zu. Er dankte Pavel, als der junge Mann zurückkehrte und dann das Haus verließ. Erst dann legte er sein Reisecape ab und umarmte kurz Jim, dann Len. „Ich freue mich, wieder hier zu sein“, sagte er ruhig. „Allerdings habe ich nicht erwartet, euch hier anzutreffen.“ Nachdem er schweigend der Erklärung der beiden anderen Männer gelauscht hatte, nickte er. „Ich verstehe“, meinte er nur. „Ihr entschuldigt mich? Ich habe einen anstrengenden Flug hinter mir.“ Damit ging er an ihnen vorbei nach oben.

Jim und Len sahen ihm nach. „Was hat er denn?“, fragte McCoy.

Jim runzelte die Stirn. „Keine Ahnung“, erwiderte er. Dann zuckte er mit den Schultern. „Lassen wir ihn in Ruhe. Wenn irgendetwas nicht in Ordnung ist, wird er uns schon einweihen.“ Er nahm seine Jacke und die Wagenschlüssel. „Ich bin über Mittag in der Stadt, ihr braucht mit dem Essen nicht auf mich zu warten. Bis heute Abend.“ Sprach’s und verließ das Haus.

McCoy sah ihm unschlüssig durch die offene Tür hinterher. Dann sah er Pavel um die Ecke verschwinden – mit einem Schubkarren voll Gartenwerkzeug. Seine Miene hellte sich auf und er verschwand fröhlich vor sich hinpfeifend in seinen Teil des Hauses, um sich anzuziehen...


* * *


Zum Abendessen fanden sich dann alle drei Männer ein. Jim war ausgesprochen munter und redselig, während die beiden anderen mit wenig Appetit in ihrem Essen herumstocherten und kaum Antworten gaben.

„Len, ich habe dir doch heute morgen von diesem Typen erzählt, der das Strohhaus gekauft hat? Stell’ dir vor, das Ding ist zusammengebrochen. Es muss einen heftigen Sturm gegeben haben und die Hütte ist wie ein Kartenhaus in sich zusammengefallen. Sachen gibt’s. Ich meine, dieses Strohhaus war zweihundert Jahre alt. Dann zieht dieser Wolf dort ein und es bricht zusammen.“

„Und? Wird er dich verklagen?“, fragte McCoy ohne großes Interesse.

„Was kann ich denn dafür.“ Wieder senkte sich Schweigen über die Runde. Schließlich legte Jim die Gabel beiseite. „Was ist mit euch los?“, fragte er. „Hier ist es ungefähr so lustig wie auf einer Beerdigung.“

McCoy brummte etwas Unverständliches. Er hatte den ganzen Vormittag vergeblich versucht, mit Pavel ins Gespräch zu kommen – außer einem heftigen Sonnenbrand jedoch nichts bekommen. Der junge Mann war ihm stets ausgewichen. Entsprechend schlecht war dann auch seine Laune. Er schob seinen Teller weg. „Ich gehe noch einen Trinken“, sagte er. „Hat einer von euch Lust, mit zu kommen?“ Beide – Jim und Spock – verneinten und Len zog ab, um seinen Frust in Alkohol zu ertränken.

Spock sah ihm fragend nach.

„Er hat sich in unser „Mädchen für alles“ Pavel verguckt. Aber der Kleine scheint nichts von ihm wissen zu wollen.“ Jim legte kurz die Ereignisse des vergangenen Abends dar. Dann stand er auf und trat hinter den Stuhl, in dem Spock saß. Er schob seine Hände in den tiefen Ausschnitt der Tunika, die der andere Mann trug und begann, seine Nackenmuskeln zu kneten. „Und was kann ich für dich tun?“, fragte er leise.

Spock tupfte sich die Lippen ab und legte dann die Serviette ordentlich zur Seite. „Weitermachen“, meinte er.

Jim grinste. Wenn es etwas gab, bei dem Spock hundertprozentig schwach wurde, dann war es eine seiner Spezialmassagen. „Du weißt, ich massiere dich mit Vergnügen. Aber nicht hier. Gehen wir zu dir oder zu mir?“

Spock griff nach seiner Hand und zog sie nach vorn, um seine Lippen gegen Kirks Handfläche zu pressen. „Gehen wir zu mir.“


* * *


Kaum hatten sie Spocks Schlafzimmer betreten, knöpfte Jim sein Hemd auf. „Hier ist es ziemlich heiß“, meinte er mit einem entschuldigenden Grinsen. Dann setzte er sich auf die Bettkante und klopfte einladend neben sich. Doch der andere ließ sich nicht neben ihm nieder, sondern blieb am Fenster stehen. „Ist irgend etwas passiert?“, hakte Jim schließlich nach.

„Ich bin seit gestern Mittag ein sogenannter „freier Mann“, Jim.“

Einen Moment wusste Kirk nichts damit anzufangen. Dann sah er verblüfft auf. „Die Scheidung von T’Pring...“

„...ist rechtsgültig.“

„Na, das ist doch ein Grund zur Freude, findest du nicht?“ Jim betrachtete ihn aufmerksam. Es kam keine Antwort. „Was passiert mit den Kindern?“

Spock war gemäß den Traditionen seines Volkes bereits als Kind von seinen Eltern mit einer Frau verheiratet worden. Als sich dann später herausstellte, in welche Richtung seine sexuellen Neigungen gingen, hatten seine Frau und seine Familie massiven Druck auf ihn ausgeübt, die Ehe aufrecht zu erhalten, um so nicht Schande über seinen Clan zu bringen. Homosexualität war ein gesellschaftliches Tabu. T’Pring stellte keine weiteren Forderungen an ihn – nicht etwas aus Verständnis oder Akzeptanz heraus, sondern weil sie sich derart vor ihm ekelte. Einzig, damit sie den Verpflichtungen gegenüber ihren Familien nachkommen konnten, hatten sie sich einige Male getroffen. Das Ergebnis dieser Begegnungen waren drei Kinder, allerdings durch künstliche Befruchtung entstanden.

„Sie bleiben bei ihrer Mutter. Es ist das Beste für sie.“, erklärte Spock schließlich. „Ich kann sie jederzeit sehen, doch da T’Pring mit ihnen „in den Schoss der Familie“ zurückgekehrt ist, werde ich wohl von diesem Recht nicht allzu oft Gebrauch machen.“

„Wie hat es deine Familie aufgenommen?“ Jim trat neben ihn und legte die Hand auf seinen Arm. Er war nicht überrascht, stahlhart angespannte Muskeln unter der Kleidung zu spüren. Er wusste, wie sehr Spock an seinen Kindern hing. Nur einmal war Jim ihnen begegnet, den inzwischen siebenjährigen Zwillingsmädchen T’Pira und T’Pola und dem vierzehn Jahre alten Siran. Diese Begegnung lag Jahre zurück, die Zwillinge waren damals noch Babys gewesen.

„Wie alles andere zuvor auch“, entgegnete Spock. „Schweigend. Aber T’Pring will eine neue Bindung mit einem Mann namens Stonn eingehen und hat deshalb die Scheidung durchgesetzt.“

„Bist du okay?“, bohrte Jim weiter.

Spock wandte sich ihm zu. Er legte beide Hände um Jims Gesicht, beugte sich vor und küsste ihn hart. Er drängte Jim gegen die Wand und presste sich an ihn. „Was meinst du?“, fragte er seidenweich, als er zurückwich. „Bin ich okay?“

„Scheißkerl“, meinte Jim grinsend und betastete seine Lippen, die bereits leicht anzuschwellen schienen. „Mich fast zu erschrecken.“

„Hast du mir nicht etwas angeboten?“

„Ich?“ Jim blickte ihn gespielt verwundert an. „Ich mache nie Angebote.“

„Und wenn ich dich darum bitte?“ Spock blickte ihn an, den Kopf leicht schräggelegt. Seine Augen, die nie eine gewisse Distanz verloren – auch nicht in den Armen eines Liebhabers - wirkten heute ferner denn je.

Jim blickte ihn an, berührte dann mit den Fingerspitzen seinen Mund. „Du bittest sonst nie um etwas. Es muss dir schlecht gehen.“

Spock fing seine Hand ein, hielt sie einen Moment fest in seiner. Er strich mit den Fingern über Jims Handrücken. „Ich möchte nicht über mich sprechen.“

Jim nickte. Er zog seine Hand zurück und begann damit seine Kleidung abzustreifen. Spock tat das gleiche, nur legte er sie ordentlich über einen Stuhl, während Jims auf dem Boden landeten. Dann ging Spock zum Bett und streckte sich mit dem Gesicht nach unten auf dem Bauch aus. Jim öffnete ein Schränkchen und kramte durch seinen Inhalt. Schließlich entnahm er eine Tube, die er auf das breite Bett warf und ein Fläschchen. Dann kniete er sich über Spock, öffnete die Flasche und gab ein wenig Öl auf seine Handfläche, um es zu erwärmen. Mit der anderen Hand strich er über den Rücken des anderen Mannes, die deutlich erkennbare Wirbelsäule nach. Er schob Spocks angewinkelten Arm nach unten, um den Unterarm zu entblößen. Unregelmäßige, dunkle Flecken zeigten sich auf der Haut.

Spock drehte den Kopf und sah ihn an. Sein Gesicht zeigte keine Regung.

Jim wandte den Blick ab und ließ das Öl auf Spocks Rücken tropfen. „Seit wann?“, fragte er dann.

„Spielt es eine Rolle?“

„Für mich schon.“ Jim begann, das Öl in Spocks Haut zu massieren. Etwas heftiger, als unbedingt notwendig gewesen wäre.

„Es ist mein Leben.“

„Verdammt, du redest Schwachsinn.“ Jim griff wütend nach der Ölflasche. „Halt’ also besser den Mund.“ Doch diesmal blieben seine Hände sanft, als er das Öl verteilte. Er hielt den Zorn unter Kontrolle. Sie hatten diese Diskussion schon zu oft geführt. Es war nicht der richtige Zeitpunkt dafür. Später, ja. Vielleicht. Er konzentrierte sich auf die rhythmische Bewegung seiner Hände, knetete und rieb und lockerte Muskeln, die zuvor wie aus Stahl gemacht schienen. Und wie immer wurde dann aus der Massage mehr Liebkosung...

Seine Hände glitten auf der nun eingeölten Haut leicht. Er rutschte tiefer, saß nun über den langen Beinen. Er beugte den Kopf, zog die beiden Gesäßhälften auseinander, um über die versteckte Öffnung zu Spocks Körper zu lecken.

Unter ihm stöhnte Spock auf. Hob sich ihm leicht entgegen. Jim verstand die Aufforderung und schob eine Hand unter ihn, um die Finger um das harte, heiße Fleisch zu schließen. Überrascht stellte er fest, dass klare Flüssigkeit über seine Hand perlte. Eine simple Massage genügte sonst nicht, Spock an den Rand des Orgasmus zu bringen. Er wich zurück, richtete sich auf die Knie auf. „Dreh’ dich um.“

Langsam kam Spock seiner Aufforderung nach.

Schweigend verteilte Jim etwas von dem Öl auf seinem Oberkörper – auch wenn er nicht umhin kam, zu bemerken, wie stark die Rippen hervortraten. Er senkte erneut den Kopf und leckte über die dunklen Brustwarzen, die sich unter seiner Berührung verhärteten. Heiße Feuchtigkeit benetzte plötzlich seinen Oberschenkel und Spocks Bauch. Jim blickte ihn an, doch Spock hatte die Augen geschlossen. Er glitt tiefer, leckte ihn sauber. Seine Zunge folgte der Länge von Spocks sich rasch erneut versteifenden Penis bis zur Spitze.

Er drückte Spocks Beine weiter auseinander, um zwischen ihnen zu knien und schob ein Kissen unter sein Becken. Seine Zunge glitt tiefer, spielte ausgiebig mit den schweren Hoden und glitt dann tiefer, in den Spalt. Ein Zischen antwortete ihm. Jim lächelte. Er angelte nach der Tube und bedeckte seine Finger mit Gleitcreme. Seine Zungenspitze umkreiste die Öffnung zu Spocks Körper, tauchte in sie ein. Er verteilte die Creme auf seinem Penis, brachte sich so zu voller Härte. Dann hob er den Kopf, sah auf. Spocks Finger waren in das Laken gekrallt, sein Glied hart und bereit. Nur sein Gesicht war wie gewohnt ohne Ausdruck. Jim lächelte erneut und drang mit einer einzigen Vorwärtsbewegung in ihn ein.

Lange Beine schlangen sich um ihn, drängten ihn tiefer. Jim schloss die Finger um Spocks Penis. Doch im gleichen Augenblick begann er in Jims Hand zu zucken und wieder ergoss sich heiße Flüssigkeit über ihn. Jim stützte sich links und rechts von Spock auf und begann, sich in ihn zu bewegen...

Später lagen sie lange ineinander verschlungen da. Jim hob den Kopf von Spocks Oberkörper und sah ihn an. Er strich ihm das dunkle Haar zurück, das in seine Stirn gefallen war. Von draußen fiel Sternenlicht in den Raum und spendete genügend Helligkeit, dass er in seinen Zügen hätte lesen können. Doch da war nichts zu erkennen. Nach einer Weile legte Jim den Kopf zurück. Sie schliefen so ein.


* * *


McCoy erwachte mit einem Brummschädel und einem wirklich üblen Geschmack im Mund.

Sein einziger Trost war, dass er sich in seinem eigenen Bett befand, wenn er sich auch nicht erinnern konnte, wie er dorthin gelangt war. Stöhnend rappelte er sich auf – und sah einen dunklen Haarschopf unter der Decke neben ihm hervorragen. Er zog die Decke weg und Pavel kam zum Vorschein. McCoys trübe Augen weiteten sich überrascht. Pavel? Wie kam der denn hierher? Vergeblich versuchte er, sich an irgendetwas des vorigen Abends zu erinnern, doch es blieb dunkel.

Schließlich stand er auf, um sich eine Kopfschmerztablette zu holen. Auf dem Weg ins Bad kam er an seinem Schreibtisch vorbei. Ein blinkendes Licht signalisierte, dass eine Nachricht wartete. Und das konnte sie auch gut noch eine Weile, beschloss er.

Eine kalte Dusche, zwei Kopfschmerztabletten und ein Vitaminstoß in Form eines großen Glas mit Orangensaft, das er aus der Küche holte, brachten ihn einigermaßen auf die Beine. Pille warf einen Blick auf das Bett, doch Pavel schlief noch immer und so beschloss er, das Problem „Wie-wo-was-wann-warum?“ auf später zu vertagen. Vielleicht war die Nachricht von Jo. Er erinnerte sich dunkel, einen Anruf versprochen – und vergessen – zu haben. Es war nicht Jo. Ein gewisser G. B. Wolf interessierte sich für ein Holzhaus, das Len im Angebot hatte. Verdammt früh, um Geschäfte zu machen – vor allem nach so einer Nacht – doch er schickte eine Antwort ab. Irgendwie kam ihm der Name des Kunden bekannt vor, aber als er Decken rascheln hörte, war das rasch vergessen.

Er eilte ins Schlafzimmer und sah gerade Pavel aus dem Bett klettern. Verlegen sahen sie sich an.

„Ich...“, begann Pavel, verstummte dann aber wieder.

„Es tut mir sehr leid.“ Len fuhr sich durch seine ohnehin in alle Richtungen abstehenden Haare. „Aber ich erinnere mich an überhaupt nichts mehr.“

„Sie haben mich von einer Kneipe aus angerufen und darum gebeten, dass ich Sie nach Hause bringe“, half Pavel aus.

„Das war alles?“, fragte McCoy bestürzt.

„Ja. Sie haben mir vorgeschlagen, hier zu schlafen, da es bereits sehr spät war. Aber wenn Sie mich jetzt entschuldigen, Doktor McCoy, ich möchte gerne nach Hause und mich umziehen. Ich schlafe normalerweise nicht in meiner Kleidung.“

Len ließ sich auf das Bett fallen. „Ja, natürlich. Bis später dann.“ Als sich die Tür schloss, seufzte er enttäuscht.


* * *


Es war weit nach Mittag, als Len wieder auftauchte. Er hatte noch eine Zeitlang geschlafen und verspürte jetzt einen Bärenhunger. In der Küche fand er Spock und Jim. Auf dem Tisch standen gebrauchte Teller, doch die beiden aßen nicht. Jim lehnte am Herd und Spock starrte aus dem Fenster. Dicke Luft, also.

McCoy schnappte sich einen Teller. „Du Jim, du wirst nicht glauben, von wem ich eine Nachricht bekommen habe“, plauderte er fröhlich darauf los, sich wieder daran erinnernd. „Bei mir hat sich dieser G. B. Wolf gemeldet. Er hat die Blockhütte gekauft, die ich seit ewigen Zeiten im Angebot habe.“ Mmmh, das roch gut.

„Was?“ Jim sah ihn verständnislos an, dann begriff er. „Ach so. Das ist eine komische Type.“ Er trat zu Spock und nahm ihn am Arm. „Len, wenn du uns entschuldigst, aber wir haben etwas zu besprechen.“

„Sicher, sicher, lasst euch durch mich nicht stören. Ich esse nur rasch eine Kleinigkeit und dann bin ich auch sofort wieder weg“, meinte McCoy. Das schmeckte auch gut!

Doch Jim verschwand bereits mit Spock im Schlepptau durch die Hintertüre in den Garten.

„Nein, verdammt noch mal, es geht mich natürlich nichts an“, fuhr Jim aufgebracht dort fort, wo McCoys Ankunft sie unterbrochen hatte. „Es kann mir ja vollkommen egal sein, dass du wieder dieses Zeug nimmst. Ich dachte immer, ich... wir... würden dir etwas bedeuten.“ Er wandte sich ab.

„Jim...“ Eine Berührung an seiner Schulter. „Es... ist nicht so, wie du denkst. Ich brauchte es wegen der Scheidung und meiner Familie...“

„Das ist auch so ein Punkt.“ Jim fuhr herum. „Warum hast du uns nicht Bescheid gesagt? Ich hätte meine Reise canceln und dich begleiten können.“

„Das hätte alles nur noch schlimmer gemacht, siehst du das denn nicht ein, Jim? Sie hätten es als Provokation betrachtet.“

Jim hielt ihn an den Oberarmen. „Wenn ich dich nur nicht so lieben würde“, flüsterte er. „Bitte, du musst mit den Injektionen aufhören. Siehst du denn nicht, dass du dich damit langsam umbringst?“

Spock sah zu Boden. „Ich... ich werde aufhören, ich verspreche es.“

„Du gehst wieder in die Klinik?“, drängte Jim. „Versprich’ es mir.“

Spock nickte. Dann beugte er sich abrupt vor und zog Jim an sich, um ihm den Mund mit einem fast verzweifelten Kuss zu verschließen.


* * *


Kopfschüttelnd begab sich McCoy einige Zeit später auf die Suche nach Jim und Spock. Das musste er ihnen unbedingt sofort erzählen. Er fand sie schließlich engumschlungen in einer verschwiegenen Ecke des Gartens. Jim lag unter Spock, die Beine um dessen Taille geschlungen.

„Ich finde das gar nicht nett, dass ihr ohne mich angefangen habt“, meinte McCoy.

Jim grinste. „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“, sagte er. „Aber komm’ doch zu uns. Wir haben gerade erst angefangen.“

Das ließ sich McCoy nicht zweimal sagen. Er trug seit der Dusche ohnehin nichts weiter unter seinem Morgenmantel.

Spock löste sich von Jim und rollte sich auf die Seite. Er stützte den Kopf auf den Ellbogen und sah zu, wie McCoy sein Glied Jim anbot und der den Mund öffnete.

Len warf den Kopf in den Nacken und seufzte zufrieden auf, als sein Penis zwischen Jims Lippen verschwand. Der Grund seines Kommens war vergessen. Er spürte Jims Hände auf seinen Hüften, die ihn dazu drängten, näher zu kommen, tiefer in die warme, feuchte Mundhöhle einzudringen. Er stöhnte protestierend auf, als ihm diese plötzlich wieder entzogen wurde.

„Wir wollen doch nichts überstützen“, meinte Jim grinsend. „Ich will euch beide spüren, wenn ich komme.“ Er drehte sich auf die Seite und sah über die Schulter. „Spock?“ Und streckte die Hand nach ihm aus.

Spock verstand und schmiegte sich an ihn, beide Arme um seine Taille schlingend. Sein steifer Penis glitt zwischen die Gesäßbacken des anderen Mannes, allerdings noch ohne in ihn einzudringen.

Len machte das gleiche auf Jims anderer Seite und bot ihm seine Rückseite.

Jim spreizte seine Gesäßbacken, brachte sich in Position, biss ihn in den Nacken – und drang mit einer Bewegung in ihn ein. Er war von Spocks Liebkosungen feucht genug, um problemlos in Len zu gleiten.

Len stöhnte auf und presste sein Gesicht in das weiche Gras. Jims Hände bearbeiteten seine Erektion und ließen Schauer durch ihn rinnen.

Auf diesen Moment schien Spock gewartet zu haben. Vorsichtig drang er in Jim ein. Er passte sich dem Rhythmus an, mit dem Jim in Len stieß und bewegte sich immer dann vorwärts, wenn Jim zurückwich.

Hinter einem Strauch versteckt, beobachtete ein neugieriges Paar Augen staunend die ineinander verschlungenen, zuckenden Leiber.

McCoy war der Erste, der den Orgasmus erreichte. Er rollte aufstöhnend aus Jims Armen und ergoss sich auf den Boden.

Jim, der noch nicht gekommen war, nahm seine Hand zu Hilfe und erreichte schließlich gemeinsam mit Spock den Höhepunkt. Erschöpft blieben sie ineinander verschlungen liegen.

Nach einer Weile hob Jim den Kopf. „Warum bist du eigentlich hier aufgetaucht, Len?“, fragte er.

„Was?“ McCoy drehte sich auf den Rücken, er war in der warmen Sonne halb eingeschlafen. „Oh, ich... ich wollte dir etwas Komisches erzählen.“

„Was denn?“ Jim kuschelte sich enger zurück an Spock.

„Das Holzhaus, das ich diesem G. B. Wolf verkauft habe, ist eingestürzt. Durch einen plötzlich auftretenden Sturm.“

Jims Augen weiteten sich vor Verblüffung. Vielleicht war aber auch Spocks Mund in seinem Nacken die Ursache...


* * *


Jetzt war er doch tatsächlich eingeschlafen. McCoy gähnte und rappelte sich auf. Spock und Jim waren verschwunden, vermutlich um sich eine bequemere Unterlage als den harten Grasboden zu suchen. Er stöhnte leise, als er in seinen Morgenmantel schlüpfte – sein Rücken schmerzte. Außerdem hatte er erneut eine Dusche dringend nötig. Vielleicht wurde er doch langsam zu alt für diese Art von Leben... Müde rieb er sich übers Gesicht. Als er aufsah, stand Pavel vor ihm.

Der junge Mann blickte ihn scheu an. „Hallo, Doktor McCoy. Ich wollte die Blumen gießen.“ Tatsächlich hielt er einen Gartenschlauch in den Händen.

McCoys Blick kehrte von Pavels Händen zu seinem Gesicht zurück - das den gleichen unschuldigen Ausdruck wie immer zeigte – und glitt dann wieder zu den Fingern des jungen Mannes, die den Schlauch umschlossen, wie... McCoys Augen weiteten sich. Nein, das war wohl ein Irrtum, ein Produkt seiner Phantasie... Doch es sah tatsächlich so aus, als würden Pavels Finger den Schlauch liebkosen, als wäre es... es etwas anderes. Fast fühlte er sie an sich... Er schluckte. „Ah, ja. Sicher. Es ist ja ziemlich warm, da können sie es sicher gut vertragen.“ Er riss seinen Blick von Pavel los und eilte an dem jungen Mann vorbei und ins Haus.

Pavel lächelte, bevor er sich tatsächlich den Blumen zuwandte.


* * *


Jim lag wieder in der Wanne, den Kopf auf ein zusammengefaltetes Handtuch gebettet. Schritte näherten sich ihm und er öffnete die Augen. „Und?“

Spock ließ sich neben ihm auf dem Rand der Wanne nieder, die langen Beine hochgezogen, damit sie nicht das Wasser berührten. „Es ist alles in Ordnung. Am Mittwoch werde ich in der Klinik erwartet.“

Jim drehte sich herum und sah ihn an. Dann richtete er sich auf, um ihn zu küssen. „Ich werde mitkommen.“

„Du weißt, dass das nicht geht. Ich darf in der ersten Zeit keinen Besuch empfangen.“ Spock strich ihm das feuchte Haar aus der Stirn, presste dann seine Lippen gegen die kühle Haut. „Dieses Mal werde ich es schaffen“, flüsterte er.

Hoffentlich, dachte Jim, doch er sprach es nicht aus. Stattdessen küsste er Spock. „Und bis Mittwoch werde ich auf dich aufpassen. Kommst du in die Wanne?“

Spock schüttelte den Kopf. „Ich muss noch mit Len reden.“ Er stand auf. „Es ist nur fair, wenn er die Wahrheit erfährt.“

Jim nickte. „Vielleicht kann er dir auch etwas geben, was die Zeit bis Mittwoch leichter werden lässt. Ich bin heute Abend zu einer Party eingeladen. Begleitest du mich?“

„Ich weiß nicht, ob ich...“

„Okay, kein Problem.“ Jim ließ sich rückwärts ins Wasser fallen. Prustend tauchte er wieder auf. „Ich bin sowieso nicht scharf drauf, hin zu gehen. Wir drei können uns auch einen gemütlichen Abend zuhause machen.“ Er sah Spock nach, als der den Raum verließ. Dann schlug er mit der flachen Hand auf die Oberfläche des Wassers, dass es in alle Richtungen spritzte. „Ich hoffe es so sehr, dass du diesmal schaffst, von diesem Zeug loszukommen.“


* * *


McCoy lag nackt ausgestreckt auf dem Bett. Vor seinem inneren Auge sah er Pavels Hände. Doch diesmal umschlossen seine Finger nicht den Schlauch, sondern sich um Lens steifes Glied, brachten es an diesen verführerisch unschuldigen Mund, der sich öffnete...

„Störe ich?“, drang Spocks belustigte Stimme in seine Phantasien.

Seufzend schlug Len die Augen auf. „Nein.“

„Bist du sicher?“ Spock blickte auf Lens Unterkörper. Dort hatten gewisse... Gedankengänge... sehr sichtbare Spuren hinterlassen.

McCoy sah an sich hinunter und grinste. Er zuckte mit den Schultern. „Willst du etwas dagegen tun?“, meinte er. „Oder soll ich die dritte Dusche an diesem Tag nehmen?“

„Ich habe gelesen, dass es ungesund ist, derart viel zu duschen.“ Spock öffnete die Robe, die alles war, was er trug und ließ sie auf den Boden fallen. Er näherte sich dem Bett und ließ sich von McCoy herunterziehen, glitt über ihn. Sein sich rasch versteifendes Glied rieb über Lens.

Aufstöhnend öffnete McCoy die Beine weiter und legte sie um Spocks, um ihn enger an sich zu pressen. Gleichzeitig stieß seine Zunge in den Mund es anderen Mannes vor. „Ich habe dich vermisst“, flüsterte er atemlos, als sie sich einen Moment voneinander trennten, um Luft zu holen.

„Das habe ich bemerkt.“ Spock senkte den Kopf und leckte an McCoys Hals entlang. Er konnte das heftige Schlagen seines Pulses unter der dünnen Haut ertasten. Salziger Schweiß prickelte auf seiner Zunge. Immer und immer wieder rieb er sein Glied gegen das seines Partners. Sein Mund schloss sich um Lens linke Brustwarze, als der sich unter ihm aufbäumte und sich Feuchtigkeit über Spocks Bauch und Penis ergoss. Das genügte, um seinen eigenen Orgasmus auszulösen.

Er rollte sich von Len und auf den Rücken.

„Um eine Dusche werde ich jetzt trotzdem nicht herumkommen“, murmelte McCoy nach einer Weile und begann zu lachen. Er stützte sich auf die Ellbogen und sah zu Spock hinüber. „Deswegen hast du mich aber bestimmt nicht gesucht, oder?“

Spock schloss die Augen. „Ich werde am Mittwoch in die Klinik zurückkehren“, sagte er tonlos.

McCoys Hand schoss über die Distanz zwischen ihnen und ergriff ihn am Unterarm. Er drehte ihn um, die er die Haut an der Unterseite mit ihren verräterischen Flecken sehen konnte. „Verdammt“, fluchte der Arzt. „Warum hast du nichts gesagt? Warum habe ich nichts bemerkt, als du das letzte Mal hier warst?“

Ohne ihn anzusehen, erzählte Spock von seiner Scheidung und der Reaktion seiner Familie.

„Aber das darf doch kein Grund sein, wieder mit diesem verfluchten Zeug anzufangen“, fuhr ihn Len an. „Du bringst dich damit langsam um, siehst du das denn nicht?“

„Das hat Jim bereits gesagt.“ Spock rollte sich von McCoy weg auf die andere Seite des Bettes. „Du musst es nicht wiederholen.“ Er setzte sich auf.

Len folgte ihm und legte die Hand auf seine Schultern. „Hey, tut mir leid, dass ich dich so angefahren habe. Es ist nur...“, er brach ab und fuhr sich durchs Haar. „Ich meine...“

„Es ist nicht das erste Mal, dass ich damit aufhöre oder es zumindest versuche - das meinst du doch“, beendete Spock den Satz. „Ich weiß, dass ich euch beide schon zu oft enttäuscht habe.“ Er schüttelte Lens Hand ab und stand auf. Er nahm seine Robe und zog sie über, während er zur Tür ging. „Ich will es nicht noch einmal.“

„Spock, warte. Ich...“ Die Tür schloss sich und schnitt Len das Wort ab. Aufstöhnend ließ er sich zurückfallen und vergrub sein Gesicht in den Kissen. Und - wie ihm in diesem Moment einfiel – er hatte sie noch immer nicht auf Jo vorbereitet.


* * *


Wie am vorherigen Tag trafen sie erst zum Abendessen. Diesmal war selbst Jims Laune gedämpft. Während des ganzen Essens ließ er kaum die Augen von Spock – doch der wich ihm aus.

Len schob schließlich seinen Teller weg. „Ich muss mit euch sprechen“, meinte er.

„Bitte.“ Jim lehnte sich zurück und griff nach seinem Glas. „Wir hören.“

Spock schwieg, er legte einfach sein Besteck zur Seite und verschränkte die Finger ineinander, um zu zeigen, dass er bereit war, zuzuhören.

„Ich... erwarte am Dienstag Besuch. Es ist jemand, der gerne eine Zeitlang hier wohnen würde“, begann Len.

Jims Augen verengten sich. „Hier? Ich dachte, dieses Haus ist nur für uns.“

„Es ist anders, als du denkst.“ Len trank einen Schluck Wasser, um seine trockene Kehle anzufeuchten. „Es handelt sich um meine Tochter.“

Nun hatte er die ungeteilte Aufmerksamkeit seiner beiden Partner. „Tochter?“, fragte Jim ungläubig. „Du hast eine Tochter? Du hast doch immer betont, dass du in deinem ganzen Leben nie etwas mit einer Frau hattest.“

Len zuckte mit den Schultern. „Sieh’ mich nicht so an“, verteidigte er sich. „Joanna wurde auf die gleiche Weise wie Spocks Kinder gezeugt. Es war eine Bedingung meiner Frau. Sie wollte ein Kind, ohne sich mit einem Ehemann herumärgern zu müssen und ich kam im Gegenzug zu einem „ordentlichen Lebenswandel“ und konnte als Juniorpartner in die Praxis meines Onkels einsteigen. Es war ausgemacht, dass ich sein Nachfolger werden sollte, wenn er in den Ruhestand ginge. Dass er nur zwei Jahre später sterben und seine Praxis seinem unehelichen Sohn hinterlassen würde, konnte ich doch nicht wissen. Meine Frau hat Joanna großgezogen und ich habe sie finanziell abgefunden. Jo ist jetzt neunzehn. Sie studiert Medizin und will endlich ihren Vater kennen lernen. Auf dem Rückweg von meinem letzten Geschäftstermin habe ich sie getroffen und mit ihr gesprochen. Sie weiß über mich und euch Bescheid und freut sich, euch kennen zu lernen. “

„Das ist ja eine schöne Überraschung“, bemerkte Jim sarkastisch. „Ich dachte eigentlich, ich sei’ von uns dreien der einzige, der jemals damit rechnen müsste, unerwartet Vater zu werden. So wie’s aussieht, bin ich jetzt der einzige, der keinen Nachwuchs produziert hat.“ Er stand auf. „Sachen gibt’s, die gibt’s gar nicht“, murmelte er, während er zur Bar trat. „Darauf brauche ich jetzt erst einmal einen Drink.“

„Ihr habt doch kein Problem damit, wenn sie hier wohnt, oder?“ Er blickte Spock an. Die Gästezimmer lagen schließlich in seinem Stockwerk.

„Nein, natürlich nicht. Ich werde ohnehin einige Wochen in der Klinik sein.“ Spock warf einen Blick zu Jim, der die Augen verdrehte, aber dann nickte. „Natürlich ist sie uns willkommen“, meinte Kirk. „Ich freue mich darauf, sie kennen zu lernen.“

„Gut.“ McCoy erhob sich. „Dann gebe ich ihr gleich Bescheid. Wir sehen uns später noch?“

Als er den Raum verlassen hatte, trat Jim hinter Spock und küsste ihn auf die Schläfe. „Wie geht es dir?“, fragte er leise.

Spock griff nach seiner Hand. „Es geht mir gut.“ Er zog aus der Jackentasche ein Blatt Papier und reichte es seinem Partner. „Wenn du dir das bitte einmal ansehen willst?“

Jim nahm es und las es aufmerksam durch. „Du hast dieses uralte Schloss verkauft? Diese eiskalte Steinbude. Toll, aber was ist daran so besonders?“

„Der Name des Käufers.“ Spock wies auf die betreffende Zeile. „Er heißt G. B. Wolf.“

„Ich glaube, ich muss mich setzen.“ Genau das tat Jim. „Man könnte meinen, es gibt keine anderen Makler auf der Welt, als uns. Jetzt fehlt nur noch, dass du mir sagst, dass dieses Haus nach seinem Einzug auch in sich zusammengestürzt ist.“

„Nein, das Haus steht noch. Aber G. B. Wolf ist gestern an einer Lungenentzündung gestorben.“

Jim sah ihn verblüfft an. Dann begann er zu lachen und umarmte Spock.

Ende