Sträußchen wechsle dich

T’Len

2003

 

 

 

Serie: M*A*S*H

Paarung: diverse Ärzte und Schwestern des 4077, plus der Rest der Crew.

Code: G, Humor

Feedback: tlen11@freenet.de

Summe: Valentinstag im Camp

Februar-challenge des Fanfictionparadieses

 

Disclaimer: Leider gehören mir die Jungs und Mädels der 4077. nicht. Ich habe sie nur für ein bisschen Fanfiction-Spaß ausgeborgt. Damit sollen keine Urheberrechte verletzt werden. Und natürlich wird damit nichts verdient.

 

Vielen Dank an Lady Charena und Michaela fürs Beta.

 

 

 

„Oh, was für ein herrlicher Strauß!“ Mit einem erfreuten Ausruf stürzte sich Margaret Houlihan auf die roten Rosen, die sie gerade im Eingang zum Post-OP entdeckt hatte. Frank hatte also tatsächlich daran gedacht! Und sie hatte schon geglaubt, er hätte diesen ganz besonderen Tag einfach vergessen. Sie musste ihm Abbitte leisten.

 

Da kam jener auch schon herein. „Oh Frank“, Margaret warf sich in seine Arme. „Du bist ein Schatz. Wo hast du nur die Rosen aufgetrieben?“

Major Burns runzelte die Stirn. „Welche...?“ Da sah er den Strauß in Margarets Hand. Wer hatte es gewagt, ihr dieses Geschenk zu machen? Bestimmt dieser unmögliche Pierce, der versuchte doch sowieso ständig seinem Schätzchen nachzustellen. Oder McIntyre, der sich für unwiderstehlich hielt.

 

Frank wollte gerade aufbrausen, als ihm auffiel, das Margaret, die ihn noch immer umarmte, offensichtlich ihn für den edlen Spender des Straußes hielt. Nun, wie hieß es so schön, einem geschenkten Gaul...

 

„Die Königin der Blumen für meine Königin“, sagte er galant – und beglückwünschte sich zu seiner raschen Reaktionsfähigkeit.

 

Margaret löste sich von ihm und strahlte ihn an. „Oh Frank, ich werde mich erkenntlich zeigen. Wenn du hier fertig bist...“

 

Er nickte eifrig und sie zog ihn zur Tür.

 

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Radar O’Reilly ging rasch hinter der nächsten Ecke in Deckung. Verdammt! Er hatte doch seine angebetete Louise in den Post-OP gehen sehen. Woher war denn plötzlich die Houlihan gekommen? Und jetzt hatte sich diese Zicke auch noch seinen schönen Strauß geklaut.

 

Hatte die überhaupt eine Ahnung, welche Mühen es ihn gekostet hatte, einen Strauß roter Rosen zu besorgen, hier mitten in Korea? Nun gut, Strauß war etwas übertrieben für die drei Röslein und das schon etwas welk aussehende Grün drumherum, aber immerhin. Er konnte nur hoffen, dass niemand die medizinischen Aufklärungsbücher vermissen würde, die er Sparky im Tausch dafür geschickt hatte – von Henry Blakes gutem Brandy ganz zu schweigen.

 

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„Oh Frank“, Margaret seufzte wohlig als Burns an ihrem Hals knabberte. Da klopfte es an der Tür.


“Wer ist da?“, rief sie unwirsch.

 

„Ähem Major Houlihan, Major Burns“, erklang Radar’s Stimme von draußen. „Colonel Blake möchte Sie sprechen. Sofort.“

„Major Burns ist nicht hier,“ antwortete Margaret.

 

Wer’s glaubt, dachte Radar, dann rief er: „Dann richten Sie es ihm bitte aus, wenn Sie ihn sehen“ und ging rasch in Deckung.

 

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Wenige Augenblicke später huschte ein sich nach allen Seiten umsehender Frank Burns aus dem Zelt. Als er sich einige Meter entfernt hatte, blieb er stehen und wartete auf Margaret. Kaum, dass sich diese ihm angeschlossen hatte und beide außer Sichtweite waren, huschte Radar ins Zelt und holte seinen Strauß.

 

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„Ich habe Sie rufen lassen?“ Henry Blake runzelte verwirrt die Stirn. Wieso konnte er sich nicht daran erinnern.

 

„Das hat zumindest Ihr Schreiber gesagt“, erwiderte Margaret. Wenn das wieder ein Scherz war...  bestimmt hatten Pierce und McIntyre O’Reilly dazu angestiftet, die gönnten ihr und Frank einfach ihr Glück nicht... aber dann, Gnade ihnen Gott.

 

 „Nun“, Henry räusperte sich, „Dann wird es wohl seine Richtigkeit haben. Was wollten Sie denn von mir?“

 

„Oh Sir“, Margaret stampfte wütend mit dem Fuß auf. „Wenn hier Disziplin und Ordnung herrschen würden..:“ Dann rauschte sie hinaus. Frank folgte ihr stumm auf dem Fuß.

 

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Das Vorratslager! Radar nickte zufrieden über seinen neuen Plan. Er würde die Blumen dort deponieren und Louise unter einem Vorwand hinein schicken. Sie würde vielleicht überrascht sein, dass er daran gedacht hatte.

 

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„Rosen?“ Schwester Maggie Dish blickte erstaunt auf den Strauß über den sie fast gestolpert wäre. Wer legte denn so etwas im Vorratslager ab? Nachdenklich spähte sie zur Tür hinaus, ob irgendjemand zu sehen sei.

 

Ihr Blick fiel auf Hawkeye Pierce. Nun ja, das sah dem alten Schwerenöter ähnlich, sie auf diese Weise rumkriegen zu wollen. Aber Rosen hier – da hatte er sich echt Mühe gegeben – und sich eine Belohnung verdient.

 

„Hawkeye!“, rief sie ihn. „Danke!“

 

Pierce runzelte überrascht die Stirn, als Dish ihn umarmte. „Wie komme ich zu der Ehre?“, fragte er, als sie ihn losließ.

 

Maggie schwenkte den Rosenstrauß. „Ich wusste es immer, unter der rauen Schale steckt ein unverbesserlicher Romantiker“, lachte sie.

 

„Die Rosen...“ Hawk brach ab. Wer immer das Sträußchen dort auch abgelegt haben mochte, er würde sich hüten, einer willigen Schwester zu widersprechen. Immerhin war weit und breit niemand sonst zu sehen, wie er sich mit einem raschen Rundumblick vergewisserte, der Anspruch auf die Blumen hätte erheben können.

 

Er deutete ins Innere des Vorratslagers. „Wenn wir einmal hier sind, was hältst du davon, mir richtig zu danken?“

 

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Radar schimpfte leise vor sich hin, als er seine Deckung hinter der Ecke aufgab. Schlimm genug, dass er Louise nirgends hatte finden können, nun erntete auch noch Hawkeye den Dank für seine Mühen. Als hätte der es nötig, mit Blumen anzukommen!

 

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„Wer immer es ist, verschwinde oder ich mache Hackfleisch aus dir“, knurrte Hawkeye, als es an der verschlossenen Tür des Vorratslagers klopfte. Wieso hatten die Leute nur immer so ein lausiges Timing?

 

„Hawk?“, fragte Radar zaghaft: „Sie werden im Post-OP verlangt. Sofort.“

 

„Hm... komme.“ Einen längeren Moment später öffnete Hawkeye die Tür, sich noch seinen roten Bademantel überstreifend. „Wehe es ist nicht wichtig“, brummte er, als er davon ging.

 

Radar spähte in das Lager hinein und sah Dish, die sich gerade ihre Uniform ordnete. „Major Houlihan hat nach ihnen verlangt“, sagte er und streckte seine Hand nach den Blumen aus. „Ich werde den Strauß zum Schwesternzelt bringen.“

 

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Das Schwesternzelt. Ja, das war es. Wenn er Louise nirgends finden konnte, dann hatte sie bestimmt den Dienst getauscht. Vielleicht feierte sie mit den anderen Schwestern. Er würde den Strauß einfach vor dem Zelt ablegen. Dann musste sie ihn ja finden.

 

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„Nanu?!?“, Schwester Bigelow staunte nicht schlecht, als sie aus dem Zelt trat und die Blumen sah. Sie blickte sich um und erspähte Captain McIntyre, der gerade Richtung Sumpf unterwegs war.

 

Trapper! Wer hätte das gedacht. Sie hatte ja gar keine Ahnung gehabt, dass er an ihr interessiert war. Aber, warum nicht. Er war schließlich ein attraktiver Mann.

 

Sie rief ihn.

 

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Hinter dem Zelt biss sich Radar wütend in die Faust, um nicht laut loszuschreien. Waren die denn alle blind? Warum sah denn keiner das „Herzlichen Glückwunsch“ Schild am Strauß? Dann musste doch klar sein, für wen er war. Es hatten doch nicht alle heute Geburtstag.

 

Er stürmte nach vorn. „Hawkeye hat im OP nach Ihnen beiden verlangt, Trapper“, erklärte er kategorisch bevor McIntyre überhaupt verstanden hatte worum es Bigelow ging. Dann nahm Radar der Schwester den Strauß ab. „Ich kümmere mich darum.“

 

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Die Dusche! Wenn Louise nicht im Zelt war und keinen Dienst hatte, war sie bestimmt unter der Dusche. Er würde die Blumen dort ablegen.

 

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„Henry, du Schatz!“ Schwester Leslie Scorch fiel ihrem Begleiter lächelnd um den Hals, als sie die roten Rosen vor der Frauendusche liegen sah. „Und ich dachte schon, du hast nichts mehr für mich übrig.“

 

Henry Blake – das Handtuch über seiner Schulter signalisierte, dass auch er hatte duschen wollen – runzelte verwundert die Stirn. Was hatte Leslie denn auf einmal?

 

In diesem Moment kam Radar wie aus dem Nichts angerauscht. „Sie werden am Telefon verlangt, Sir“, erklärte er. Und zu Leslie gewandt, fuhr er fort: „Sie wollen doch nicht mit den Blumen duschen, oder?“

 

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Mit einem Kopf, der fast genauso betrübt hinunter hing wie die mittlerweile arg ramponierten Blumen in seiner Hand, stand Radar mitten im Lager. Er hatte sich alles so schön ausgemalt. Louise würde den Strauß finden und wissen, dass nur einer im Camp in der Lage war, ihn zu besorgen. Sie würde zu ihm kommen, ihm für seinen Einfallsreichtum danken, seine romantische Ader loben und dann... vielleicht...

 

Doch was sollte er nun tun? Es würde ihm wohl nichts anderes übrig bleiben, als den Strauß direkt zu überreichen – bevor er weiter in falschen Händen landete. Radar holte tief Luft und sah sich um.

 

Da kam tatsächlich Schwester Louise Anderson aus dem Messezelt. Radar wartete, bis sie sich von dem sie begleitenden Pater Mulcahy verabschiedet hatte, dann trat er auf sie zu, den Rosenstrauß hinterm Rücken verborgen.

 

Er räusperte sich – und räusperte sich noch einmal. Verdammt, warum fehlten ihm nur immer im entscheidenden Moment die Worte? Diese Super-Klasse-Wunder-Frau verschlug ihm einfach die Sprache. Aber schließlich brachte er ein zaghaftes „Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag“ hervor.

 

Louise lächelte ihn an – was Radars Herz weiter in die Hose sinken ließ. „Das ist süß von dir, Radar, aber du irrst dich. Ich habe am 14. März Geburtstag, nicht am 14. Februar.“ Sprach’s und ließ ihn stehen.

 

///

 

„Verdammt! Verdammt!! Verdammt!!!“ Wütend schleuderte Radar die Blumen auf die Erde. All die Mühe umsonst!

 

„Was hast du denn, Kleiner?“ Radar blickte auf und sah in Corporal Klingers Gesicht  bzw. das, was ein riesiger, breitkrempiger rosafarbener Hut davon noch erkennen ließ. Klinger klopfte ihm kameradschaftlich auf die Schulter. „Wer wird denn am Valentinstag so schlechte Laune haben?“

 

„Valentinstag?“ Radar blickte ihn stirnrunzelnd an.

 

„Aber ja. Was denkst du, warum ich das rosafarbene Kleid angezogen habe. Rot wie die Liebe..:“ Klinger drehte sich einmal um die eigene Achse, wobei sein Rock im Wind flatterte. „Sag bloß, du hast ganz vergessen, dass heute Valentinstag ist?“

 

„Valentinstag!“, wiederholte Radar und strahlte. „Dann kann ich ja doch...“

 

Er hob den Strauß auf und schüttelte den Staub ab.

 

///

 

Und dann brach die Hölle über ihn herein.

 

„Rosendieb!“

„Das ist mein Strauß!“

 

„Her damit!“

 

„Meine Blumen!“

 

Houlihan, Dish, Bigelow und Scorch stürmten von allen Seiten auf ihn ein.

 

-Ende-