Der werfe den ersten Stein

T’Len

2003

 

 

 

Serie: TOS

Paarung: S/Mc, K/m, m/m, Cha/m

Code: NC-17, AU

Feedback: tlen11@freenet.de

Summe: Spock und McCoy haben mit einer homophoben Flotte zu kämpfen, wozu auch Kirk zählt.

 

Disclaimer: Leider gehören mir die Jungs und Mädels nicht.  Ich habe sie nur für ein bisschen Fanfiction-Spaß ausgeborgt. Damit sollen keine Urheberrechte verletzt werden. Und natürlich wird damit nichts verdient. Beachtet die Altersangabe und geht wo anders spielen, wenn ihr zu jung seit oder euch am Thema stört.

 

Vielen Dank an Lady Charena fürs Beta.

 

 

 

 

/*/*/  Veränderungen der Zeitebene

 

 

„Herein!“ Jim Kirk setzte das Brandy-Glas, an dem er gerade genippt hatte, so heftig ab, dass er es fast umwarf. Fluchend drehte er sich zu seinem Besucher um.

 

„Was hat dich so lange aufgehalten, Pille? Zu beschäftigt mit... dich vögeln zu lassen?“ Kirks Stimme klang sarkastisch.

 

„Jim, bitte.“ Leonard McCoy setzte sich seinem Captain und Freund gegenüber. „Lass mich erklären.“

 

„Da gibt es nichts zu erklären, schließlich habe ich alles mit eigenen Augen gesehen.“ Kirk schüttelte sich innerlich, als er sich an die Szene erinnerte, die er keine halbe Stunde zuvor erlebt hatte.

 

/*/*/

 

Jim betrat die Krankenstation. Offensichtlich hatte Leonard ihre Verabredung für ein gemeinsames Abendessen in der Offiziersmesse und – anschließend - einige Drinks in seinem Quartier vergessen. Es war ihm kein Notfall von der Krankenstation gemeldet worden, also was immer McCoy aufgehalten hatte, es sollte kein großes Problem sein.

 

Er hatte gerade die Tür zu McCoys Büro erreicht, als er drinnen ein lautes Stöhnen hörte.

 

„Pille!“ Besorgt, seinem Freund könnte etwas zugestoßen sein, eilte Jim in den Raum ohne vorher das Signal zu bedienen, dass seine Ankunft angekündigt hätte.

 

Doch die Szene, die sich seinen Augen bot, ließ ihn abrupt anhalten. McCoy beugte sich nackt über seinen Schreibtisch. Und hinter ihm sein Erster Offizier... Kirk konnte nicht glauben, dass er gerade Spock und den Arzt in flagranti erwischt hatte – in voller Aktion.

 

Doch dem war tatsächlich so. Er schnappte vor Überraschung laut nach Luft.

 

„Aufhören!“, schrie er und erregte damit die Aufmerksamkeit der beiden Männer, die ihn bis zu diesem Augenblick noch nicht bemerkt hatten.

 

Leonard öffnete seine Augen und starrte ihn an. „Jim“, stöhnte er. Geschockt sah Kirk die pure Lust in den blauen Augen. Spock starrte ihn ebenfalls an, schien ihn aber gar nicht richtig wahrzunehmen. Der Vulkanier stieß weiter kräftig in McCoy, was diesem zu unkontrolliertem Stöhnen veranlasste. Leonard krallte seine Hände um die Kante des Schreibtisches, um dem heftigen Ansturm seines Liebhabers standzuhalten. „Oh Gott“, stöhnte er.

 

Als Jim endlich wieder die Kraft fand, sich zu bewegen, drehte er sich um und stürmte aus dem Büro. „Jim, warte!“ Er war sich nicht sicher, ob McCoy das ernsthaft wollte, doch gerade als er den Ausgang der Krankenstation erreichte, hörte er die ekstatischen Schreie der beiden.

 

/*/*/

 

Kirk schenkte sich einen neuen Drink ein, nicht daran denkend, seinem Besucher auch einen anzubieten. „Wo ist Spock? Warum bist du allein gekommen?“ Er machte sich nicht die Mühe, seinen Ärger aus seiner Stimme zu verbannen.

 

„Ich habe ihn überredet, in seinem Quartier zu bleiben. Ich dachte, ich spreche besser erst einmal allein mit dir“, antwortete Leonard, sicherheitshalber verschweigend, dass Spock sich alles andere als wohl fühlte. Es war besser, der Vulkanier würde momentan nicht mit dem Captain konfrontiert. Nicht auszudenken, was passierte, wenn Spock die Kontrolle über sich verlor.

 

Jim stand auf und wanderte unruhig in seinem Quartier hin und her. „Wie, zum Teufel,  konntet ihr mir das nur antun?“, fragte er, ohne wirklich eine Antwort zu erwarten. „Du bist dir doch bewusst, dass ich euch melden muss?“

 

„Nein!“ McCoy sprang auf. „Das kannst du doch nicht tun, Jim!“

 

„Ich habe keine andere Möglichkeit. Du kennst die Regeln so gut wie ich, Pille. Die Flotte erlaubt keine homosexuelle Beziehung zwischen Offizieren im aktiven Dienst. Ganz zu recht, meiner Meinung nach.“

 

Leonard griff nach Kirks Arm und drehte den Captain zu sich herum. „Verdammt, Jim! Du hast in den letzten fünf Jahren mehr als eine Regel gebrochen.“

 

Kirk schüttelte ihn ab. „Fass mich nicht an, du Perverser“, schrie er.

 

McCoy konnte seinen Ohren kaum trauen. Er hatte erwartet, dass Jim wütend war, weil er sie in flagranti ertappt hatte. Aber so eine harsche Reaktion hätte er nicht erwartet.

 

„Verdammt, Jim, wir leben nicht mehr im Mittelalter. Diese Regeln sind altmodische Überbleibsel, die schon längst abgeschafft hätten werden sollen. Ich hätte nie gedacht, dass du so intolerant bist.“

 

„Möchtest du wissen, warum?“ Hass spiegelte sich in Kirks Augen. Er bedeutete McCoy, sich wieder zu setzen. „Ich kann es dir erzählen. Alles begann in einem Sommer in Iowa.“

 

/*/*/

 

Es war einer dieser heißen Sommer in Iowa gewesen, Schulferien. Der zwölfjährige Jim Kirk hatte es sich mit einem altertümlichen Buch zwischen Strohballen auf dem Dachboden der elterlichen Scheune bequem gemacht. Er liebte es, dort zu liegen, zu lesen und zu träumen. Es war sein Lieblingsversteck, wenn er seine Ruhe haben wollte. Sonst bestand sein Vater nur wieder darauf, dass er lernte oder seiner Mutter half. Aber er wollte seine Ferien genießen. Und momentan hieß das für ihn, seine Leidenschaft für echte Bücher zu pflegen, vorzugsweise mit Geschichten, die einst als Science Fiction beschrieben wurden. Niemand verstand sein Interesse daran. Und wenn sein Vater ihn erwischt hätte, hätte er nur darauf bestanden, dass er sich wieder seinen langweiligen Schulunterlagen widmete.

 

Plötzlich erklingende Schritte ließen ihn zusammenschrecken. Vorsichtig rutschte er zur Luke und spähte nach unten. Glücklicherweise war es nur sein vier Jahre älterer Bruder Sam und Marc, ein 17-jähriger Junge von der Nachbarfarm und seit langem Sams bester Freund.

 

Beruhigt, dass wohl keine Gefahr einer Entdeckung – oder gar des Verrates – drohte, wollte Jim sich zurückziehen und wieder seinem Buch widmen, doch als er sah, wie die beiden Jungen hastig ihre T-Shirts abstreiften, blieb er neugierig vorn liegen. Was sie wohl vorhatten?

 

„Bist du dir wirklich sicher?“ Marc ließ spielerisch eine Hand über Sams nackte Brust gleiten.

 

Der ältere Kirk-Sohn nickte. „Ich will es jetzt und ich will es mit dir.“

 

Marc beugte sich vor, schlang seine Arme um Sams Oberkörper und zog ihn zu einem innigen Kuss an sich.

 

Die Augen des heimlichen Beobachters weiteten sich überrascht. Gebannt beobachtete er, wie die beiden Jungen sich danach weiter entkleideten, bis sie ganz nackt auf dem Scheunenboden standen. Zu seiner Überraschung stellte er fest, dass beide erregt waren.

 

Marc deutete auf einige in der Ecke stehenden Strohballen. Sam nickte, ging zu ihnen und beugte sich darüber. Jim schob sich vorsichtig ein Stück weiter vor, um einen besseren Blick zu haben. Zwar blieben die Gesichter der beiden Jungen im Schatten verborgen, doch die Bewegungen ihrer Körper konnte er gut sehen.

 

Und so beobachtete er, wie Marcs Hände über die Pobacken seines Bruders glitten. Dann schien er einen Finger oder zwei einzuführen. Sam stöhnte auf, doch es klang nicht gequält.

 

„Du musst sagen, wenn es weh tut“, flüsterte Marc, als er sich vornüber beugte und Küsse auf Sams Rücken platzierte. Dann zog er sich zurück.

 

Jim sah, wie er eine Tube vom Boden aufhob und sein erregtes Glied mit dem Inhalt einschmierte. Dann griff er erneut nach Sams Hinterteil. „Kann ich?“

 

„Ja.“

 

Vorsichtig und langsam drang Marc in Sam ein - begleitet von heftigem Atmen beiderseits. „Oh Gott, so eng...“, stöhnte Marc. „Wie... fühlst... du dich?“, fragte er schließlich.

 

„Voll“, kam Sams gepresste Antwort. „So... voll, aber... gut.“

 

Marc hielt still, offensichtlich um Sam Gelegenheit zu geben, sich an seine Penetration zu gewöhnen. „Mach weiter!“, forderte dieser nach einem Moment der Ruhe. Sein Liebhaber begann sich heftiger zu bewegen, kräftiger in ihn zu stoßen und ihr Stöhnen wurde lauter.

 

So miteinander beschäftigt hörten sie im Gegensatz zu Jim die Schritte nicht, die sich rasch näherten. Erst als starke Hände nach ihnen griffen, bemerkten sie Sams Vater. Sie schrieen vor Schmerz, als sie roh auseinander gerissen wurden. Marc taumelte zu Boden. Mit vor Zorn gerötetem Gesicht stand George Kirk über ihm, die Reitpeitsche in seiner Hand erhoben.

 

„Vater, nicht“, flehte Sam. 

 

Jim duckte sich ängstlich in seinem Versteck. Die Erregung, die sich seiner – zu seiner großen Überraschung – bemächtigt hatte, während er seinem Bruder und dessen Freund beim Sex zu sah, war rasch verflogen, sein eigenes Glied wurde wieder schlaff.  Sein Vater musste gerade vom Ausritt zurückgekommen sein, vermutete er angesichts dessen Reitkleidung und -peitsche. Vermutlich hatte er das Stöhnen der Jungen gehört. Jim mochte gar nicht daran denken, was passieren würde, wenn sein Vater ihn bemerkte.

 

„Verschwinde!“, herrschte George Marc an, die Peitsche drohend schwingend. „Und wenn ich dich Perversen noch einmal in der Nähe meines Sohnes sehe, hole ich meinen Phaser.“ Marc raffte schnell seine Sachen vom Boden auf und rannte hinaus, begleitet von einem entschuldigenden Blick Sams.

 

„Und nun zu dir.“ George wandte sich seinem vor Angst zitternden Sohn zu. Seine Stimme klang gefährlich ruhig, als er sagte: „Beuge dich wieder über den Ballen.“

 

„Vater, ich liebe Marc“, warf Sam leise ein. Doch George stieß ihn roh auf das Stroh. Dann klatschte die Peitsche auf den nackten Rücken und das nackte Hinterteil seines Sohnes. Sam wimmerte vor Schmerzen.

 

„Sei still, du Weichling“, herrschte George ihn an. „Mein Sohn wird keine dieser perversen Schwuchteln, die sich die Schwänze anderer Männer in den Hintern stecken lassen.“

 

Wieder und wieder schlug die Peitsche erbarmungslos auf den jungen Körper ein, bis Sam schließlich halb bewusstlos auf den Boden rutschte. „Das soll dich lehren, noch einmal so einen perversen Kerl an dich heranzulassen“, knurrte George Kirk, ohne sich um den Zustand seines Sohnes zu kümmern.

 

Er zerrte Sam auf die Füße.  „Verschwinde! Du hast bis auf weiteres Hausarrest. Und bevor ich morgen die Erde verlasse, werde ich bei der Sicherheitsabteilung der Sternenflotte anmelden. Die werden schon einen ordentlichen Mann aus dir machen.“

 

„Aber ich will doch Wissenschaftler werden“, warf Sam leise ein, während er sich mit vorsichtigen Bewegungen ankleidete.

 

George hob erneut die Peitsche. Er sagte nichts, doch sein Blick sprach Bände.

 

Sam rannte, so schnell es seine schmerzende Rückseite zuließ, aus der Scheune.

 

Jim hatte kaum gewagt zu atmen, während er den Zorn seines Vater auf seinen Bruder mit ansehen musste. Als er jetzt Luft holte, geriet ein Strohstückchen in seinen Mund und er konnte den Hustenreiz nicht unterdrücken.

 

George Kirk hatte es gehört und blickte nach oben. „Jim, bist du das?“, rief er.

 

Wohl wissend, dass sich weiter zu verstecken sinnlos sein würde, kletterte Jim die schmale Leiter, die zum Dachboden führte hinunter. „Ich habe nur gelesen, Vater“, flüsterte er flehentlich und vor Angst zitternd.

 

George musterte ihn für einen Augenblick intensiv, senkte dann die Peitsche. „Lass dir das eine Lehre sein, Jim, wenn ich dich je dabei erwische...“ Er ließ das Ende des Satzes offen, doch Jim verstand auch so.

 

/*/*/

 

„Jim, es ist traurig, dass dein Vater ein so altmodisch denkender Mann war, aber du solltest es doch besser wissen“, sagte McCoy als Jim seine Erzählung beendet hatte.

 

Kirk starrte ihn unfreundlich an. „Am nächsten Tag verließ mein Vater die Erde für eine Mission, von der er nicht lebend zurückkehren sollte. Am Abend fand ich Sam erneut in der Scheune – tot. Er hatte sich erhängt. Sein Abschiedsbrief besagte, dass er nicht weiterleben wollte mit dem Gedanken, dass Vater ihn verurteilte für das, was er war.“

 

Jim verstummte und Leonard atmete hörbar ein. „Es tut mir so leid, das zu hören, Jim. Wirklich. Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Es ist etwas Schreckliches geschehen. Aber es hat doch nichts mit Spock und mir zu tun. Bitte gib uns nicht die Schuld für etwas, dass Jahrzehnte zurückliegt.“

 

Kirk beugte sich nach vorn und starrte McCoy an. „Das ist nicht alles, Pille. Das ist nicht alles.“

 

 

Fortsetzung in Teil 2