Titel: Sprechstunde, die Siebte
Autor: Lady Charena
Fandom: Dr. House
Paarung: Dr. House, eine Patientin
Rating: gen
Archiv: ja

Summe/Hintergrund: Dr. Cuddy hat House zu Extra-Sprechstunden verdonnert und das bekommen die Patienten ab. Alle bisher erschienen Sprechstunden sind unter: www.tostwins.slashcity.net zu finden.

 

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen. 

 

 

„Ich bin nicht krank“, sagte die blonde Frau, die auf der Untersuchungsliege saß und mit den Beinen baumelte, als Dr. Gregory House den Raum betrat.

 

House zog in gespielter Überraschung die Augenbrauen hoch. „Schön“, erwiderte er trocken. „Dann mache ich früher Mittagspause und komme in der Cafeteria endlich mal an die guten Sachen.“ Er wandte sich zum Gehen.

 

„Hey, warten Sie. Ich brauche eine Krankschreibung.“

 

House steckte einen Finger ins Ohr. „Ich scheine Probleme mit dem Gehör zu haben. Sagten Sie nicht, Sie wären nicht krank?“

 

„Ich bin nicht krank, ich brauche nur eine Krankschreibung“, erwiderte die Frau.

 

„Ich weiß, ich werde diese Frage bereuen: Warum?“ House setzte sich auf einen Hocker.

 

„Natürlich, weil ich einen freien Tag brauche und mein Chef mir keinen Urlaub geben will.“

 

„Natürlich“, meinte House. „Chefs sind manchmal so... ungeheuer verständnislos.“

 

„Und ich brauche unbedingt einen freien Tag. Bekomme ich jetzt meine Krankschreibung?“

 

House gab sich den Anschein zu überlegen. „Ähhh... Nein.“

 

„Okay, hören Sie. Wenn ich blaumache ohne eine Krankschreibung zu bringen, wirft mein Chef mich raus. Es ist aber wirklich, wirklich wichtig, dass ich Dienstag frei bekomme“, sagte die Patientin. „Ich werde mich am Dienstag nämlich umbringen.“

 

„Oh. Okay.“ House stapelte die Hände auf dem Griff seines Stocks und stützte das Kinn darauf. „Nun, wieso sorgen Sie sich dann noch um eine Kündigung?“

 

„Wenn ich einen Tag unentschuldigt fehle, bekomme ich in diesem Monat nicht genug Arbeitsstunden zusammen und mein Lohnscheck reicht nicht mehr für meinen Mietanteil.“ Die Frau begann in ihrer Handtasche zu kramen. „Hey, kann Sie ein Schokoriegel gnädiger stimmen? Mit Nüssen.“

 

„Mit Nüssen. Wow“, wiederholte House beeindruckt. „Das ist eine echte Versuchung.“ Sein Blick folgte der Frau, die ungehalten auf und ab ging. „Wieso wollen Sie sich umbringen?“

 

„Ich glaube nicht, dass Sie das etwas angeht.“ Sie warf die Handtasche auf die Liege und starrte durch das winzige Fenster auf den Parkplatz, wandte dem Arzt den Rücken zu.

 

„Okay.“ House zuckte mit den Achseln. „Haben Sie sich schon entschieden, wie Sie’s tun?“

 

Die Frau warf ihm einen Blick über die Schulter zu. „Was?“

 

House drehte den Stock in den Händen. „Das ist wichtig“, fuhr er fort. „Erhängen? Wenig Aufwand und man braucht nicht viel dazu.“ Er musterte sie. „Nein, zu unsicher. Sie könnten beim Versuch eine Schlinge an die Decke zu knüpfen, vom Stuhl fallen und sich den Knöchel verstauchen.“ House rieb sich die Stirn. „Der Klassiker? Tabletten. Aber sehr unzuverlässig in der Wirkung. Sie könnten rechtzeitig gefunden werden.“

 

„Meinen Sie das ernst?“, fragte die Frau verblüfft.

 

„Die Rasierklinge in der Badewanne, auch immer gerne genommen“, fuhr House fort, als hätte sie nichts gesagt. „Gibt natürlich ne ziemliche Schweinerei und kommt bei dem, der einen findet meistens nicht so gut. Sie wohnen doch nicht allein.“

 

„Woher wissen Sie das?“

 

House zuckte mit den Schultern. „Sie sagten etwas von einem Mietanteil.“

 

„Ich teile mir eine Wohnung mit meiner Schwester.“ Sie sah wieder aus dem Fenster. „Am Dienstag fährt sie für fünf Tage weg.“

 

„Fünf Tage.“ House rieb sich nachdenklich das Kinn. „Bei dieser Witterung. Das wird eine Willkommensüberraschung, die Ihrer Schwester nicht gefallen wird.“

 

„Muss ich mir das alles anhören? Können Sie mir nicht einfach diesen Wisch unterschreiben?“

 

„Ich arbeite nur für mein Gehalt.“ House warf einen Blick auf seine Uhr und klopfte mit dem Stock auf den Boden. „Warum gehen wir nicht in die Cafeteria, und setzen dort unsere Unterhaltung fort? Ich brauche etwas zu trinken, um die Medikamente in meinem Blut zu verdünnen. Und wir finden eine Lösung für Ihr Problem. Was immer dieses Problem auch sein mag.“ Er stand auf und streckte die Hand aus. „Meinen Schokoriegel, bitte. Ich bestehe immer auf Bezahlung im Voraus.“

 

Die verblüffte Frau fischte den Schokoriegel aus ihrer Handtasche und drückte ihn House in die Hand. Der grinste und schob ihn in die Tasche seiner Jacke. Dann öffnete er die Tür. „Ich persönlich würde es übrigens machen, wie dieser Kerl in dem Roman von Jules Verne...“ House hinkte aus dem Raum, ohne abzuwarten, ob sie ihm folgte.

 

Der Nächste, bitte...

 

 

Ende