Titel: Sprechstunde, die Sechste
Autor: Lady Charena
Fandom: Dr. House
Paarung: Dr. House, ein Patient
Rating: gen
Archiv: ja

Summe/Hintergrund: Dr. Cuddy hat House zu Extra-Sprechstunden verdonnert und das bekommen die Patienten ab.

 

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„Und auf ein Neues“, murmelte Dr. Gregory House, als er die Tür zur Hölle... nun, manche mochten es auch Sprechzimmer nennen... öffnete.

 

Auf der Behandlungsliege saß ein junger Mann. Er sah auf. „Vorsicht, Sie treten auf ihn!“

 

House zog die Augenbrauen hoch und blieb stehen. Er sah nach unten auf den Fußboden. Er sah... nichts. „Ihn?“

 

„Na, auf den Elefanten“, setzte der Patient hinzu.

 

„Verzeihung“, erwiderte der Arzt trocken und machte einen Bogen um den Elefanten. „Ich bin Dr. Gregory House, aber ich rufe wohl besser einen Kollegen.“

 

„Einen Irrenarzt?“ Der Patient sprang von der Liege. „Dann bin ich weg.“

 

„Wie? Nein.“ House schüttelte den Kopf. „Ich dachte an einen Augenarzt. Für mich. Es beunruhigt mich doch etwas, einen Elefanten übersehen zu haben.“

 

Der junge Mann musterte ihn misstrauisch. „Sie können ihn sehen?“

 

„Natürlich.“ House zog sich einen Hocker aus der Ecke und setzte sich. „Jetzt, wo Sie ihn mir gezeigt haben. Und warum sind Sie beide hergekommen?“

 

„Eigentlich ist es eine ‚Sie’, ein weiblicher Elefant. Ich nenne sie Mathilda, nach dem Song „Waltzing Mathilda“ von Rod Steward. Und ich bin ihretwegen hier. Ich habe das Gefühl, ihre Farbe hat sich verändert, sie leuchtet nicht mehr so hübsch. Und sie ist dicker geworden.“

 

„Aha.“ House rieb sich das Kinn. „Ich bin kein Veterinär, aber ich würde sagen, setzen Sie Mathilda einfach auf Diät.“

 

Der Patient sah ihn ziemlich empört an. „Diät? Wissen Sie denn nicht, dass rosa Elefanten nur Buttermilch trinken?“

 

House öffnete den Mund, schloss ihn wieder und blickte mit ehrlicher Bestürzung auf den Boden. Verzeihung, auf Mathilda. „Das tut mir entsetzlich leid. Ich kann Mathilda ja mal abhören. Da sie mich nicht kennt, halten Sie sie vielleicht lieber fest.“

 

Der Patient nickte und stand auf. Er setzte sich auf den Boden und umschloss mit den Armen den Elefanten. Mathilda musste ungefähr so groß wie ein Bernhardiner sein, dem Abstand seiner Arme nach zu urteilen.

 

House setzte sich etwas mühevoll zu ihm auf den Boden und nahm sein Stethoskop aus der Tasche, um Mathilda abzuhören. „Scheint alles in Ordnung zu sein.“

 

„Aber sie muss krank sein“, sagte der junge Mann und kraulte Mathilda hinter den Ohren. „Sehen Sie doch nur, wie blass das Rosa geworden ist. Mathilda ist jeden Morgen übel. Und ihre grün und lila Streifen leuchten überhaupt nicht mehr.“

 

„Oh, die Streifen.“ House machte ein nachdenkliches Gesicht. „Tja, bei Morgenübelkeit würde ich auf eine Schwangerschaft tippen. Kennen Sie die Elefanten, mit denen sich Mathilda so herumtreibt? Vielleicht hat sie einen Freund.“

 

„Bitte – wer hat einen Freund?“, erklang hinter ihnen Dr. Cuddys ungläubige Stimme.

 

House sah nicht mal auf. „Das ist Dr. Cuddy“, meinte er und deutete auf sie. „Lassen Sie sich von ihrem Aussehen nicht täuschen, sie ist halb Mensch, halb Maschine und sie mag keine Elefanten.“

 

„Ich mag Elefanten“, entgegnete Cuddy irritiert und verschränkte die Arme vor der Brust. „Um was geht es hier?“

 

„Korrektur“, sagte House. „Sie mag keine rosa Elefanten mit grün-lila-Streifen.“ Er stopfte das Stethoskop wieder in die Tasche seines Kittels und stand langsam auf. „Wie könnte sie sonst Mathilda übersehen.“

 

„Mathilda?“ Dr. Cuddy sah aus, als wäre sie bereit, jemand mit einer Zwangsjacke zu rufen.

 

„Mathilda. Ich habe gerade festgestellt, dass sie trächtig ist und bald ein prächtiges kleines Baby haben wird.“ House sah Cuddy endlich an und grinste, dann stand er auf, schwer auf seinen Stock gestützt.

 

„Tatsächlich?“, fragte die Verwaltungschefin trocken.

 

Auf der Miene des Patienten zeigte sich Besorgnis, als er aufstand. „Ich weiß nicht, ob mein Vermieter mir erlaubt, zwei Elefanten in meiner Wohnung zu halten“, murmelte er gedankenverloren.

 

„Wenn es ein Problem damit gibt“, erwiderte House. „Ich würde Mathildas Baby gerne adoptieren.“

 

Dr. Cuddy blinzelte, als sie zur Seite trat und dem jungen Mann Platz machte, als der das Sprechzimmer verließ. Er schien House nicht gehört zu haben, sondern sprach mit sich selbst. Oder mit dem Elefanten... „Ich weiß, ich werde diese Frage bereuen“, sagte sie. „Aber was ging hier eben vor sich? Haben Sie einen Patienten mit Halluzinationen gehen lassen?“

 

„Der Patient?“ House blickte sie geheuchelt überrascht an. „Er war nur hier wegen des Drogentests, zu dem ihm seine Bewährungsauflagen zwingen. Die Schwester hat ihn ein Becherchen füllen lassen und seine Daten aufgenommen, weil er einen Arzt sprechen wollte. Wegen Mathilda.“ Er schüttelte den Kopf. „Äußerst nachlässig, wie am Empfang die Akte ausgefüllt wurde.“

 

„Sie hätten ihn in die psychologische Abteilung einweisen müssen. Offensichtlich ist er geistesgestört. Oder high.“

 

„Sein Test ist negativ.“ House blätterte in der Akte. „Jetzt sieht er eben rosa Elefanten mit grün-lila-Streifen. Ich finde, das ist schon wesentlich besser als sich diesen Dreck in die Adern zu jagen.“

 

Dr. Cuddy machte eine resignierte Handbewegung. „Wieso haben Sie dieses Theater mitgemacht und so getan, als würden Sie den Elefanten untersuchen? Reine Neugier“, fügte sie hinzu. „Ich wusste nicht, dass Sie auch als Veterinär arbeiten.“

 

„Nun, ich sagte ihm natürlich, dass ich kein Tierarzt bin und dass das Krankenhaus eventuell Schwierigkeiten macht, wegen der Versicherung und der Bezahlung...“

 

„Dr. House. Wenn auch nur die Behandlung eines rosa Elefant in Ihren Unterlagen auftaucht...“, drohte Cuddy.

 

House machte ein unschuldiges Gesicht. „Oh, ich habe nur einen ärztlichen Rat gegeben.“ Er schlug die Patientenakte auf und schrieb in die Spalte „Name“ neben den des jungen Mannes „Mathilda.“. In die Spalte „Geschlecht“ trug er „weiblich“ ein und unter „Diagnose“ setzte er „Feststellung einer Schwangerschaft“.

 

 

Der Nächste, bitte...

 

 

Ende