Spezialauftrag

T’Len

2006

 

 

 

Fandom: Die 2

Charaktere: Danny/Brett

Kategorie: m/m-slash

Hinweise:  NC-17

Feedback: tlen11@freenet.de

Summe: Richter Fulton hat einen ganz speziellen Auftrag für Brett und Danny – und die beiden sind gar nicht begeistert. Zunächst.

 

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen. Vielen Dank an Lady Charena fürs Beta.

 

 

 

„Vergessen Sie es! Niemals! Sie haben wohl Ihr Pony zu heiß gebadet und dabei sind ein paar graue Zellen zu viel abgestorben?“ Wütend gestikulierend lief Danny Wilde durchs Zimmer, bis er schließlich vor Richter Fulton stehen blieb, den alten Mann, der ihn einst mit Brett zusammengebracht hatte und seitdem für so manches ihrer Abenteuer verantwortlich war, anstarrend. Schließlich wandte er sich um und ließ sich wieder in den Sessel fallen. „Niemals“, bekräftigte Danny.

 

Brett Sinclair saß lässig in seinem Sessel, ein Whiskyglas in der rechten Hand. „So ungern ich Daniel recht gebe“, sagte er mit ruhiger Stimme. „Aber ich fürchte, diesen Auftrag müssen wir leider wirklich ablehnen.“

„Bitte, überlegen Sie beide es sich noch einmal“, sagte der alte Richter mit eindringlicher Stimme. „Sie haben doch schon ganz andere Aufgaben gemeistert. Es handelt sich nur darum, einen Drogendealer auf frischer Tat zu überführen.“

 

„Sie vergessen nur eine Kleinigkeit zu erwähnen, geschätzter Rechtsverdreher, dass dies in einem schmutzigen Tuntenclub gesehen soll. Wenn es Orte gibt, die ein Daniel Wilde nie freiwillig betritt, dann kommt das gleich nach dem Finanzamt.“ Daniel ließ sich in den anderen Sessel fallen und schnappte sich das zweite auf dem Tisch danebenstehende Glas. „Prösterchen darauf.“

 

„Bitte, bedenken Sie doch den Skandal, den es gäbe, sollte uns bzw. mich dort jemand erkennen“, sagte Brett. „Meine Stellung im Oberhaus wäre untergraben. Das Ansehen meiner Familie...“

 

„Ich dachte, ihr seid dort alle Tunten, wo ihr euch doch so gern in Fummel und Krönchen schmeißt“, bemerkte Danny bissig. Worauf Brett ihm einen bösen Blick zuwarf, der – wie immer – natürlich an dem Amerikaner vollkommen abprallte.

 

„Ich kann Ihnen versichern, dass es sich um eine durch und durch seriöse, diskrete Anlage mit allem Komfort handelt“, betonte Richter Fulton. „Eben deshalb ist man dort ja so besorgt, dass ihre Anonymität und Diskretion für schmutzige Geschäfte missbraucht werden könnte und möchte anderseits auch nicht die Polizei einschalten, damit es keine unangenehmen Fragen für die Gäste gibt. Wenn Sie wollen, dann steigen Sie unter fremden Namen ab. Niemand wird Sie erkennen, das verspreche ich. Es wird auch alles bezahlt. Bitte, meine Herren.“

 

Brett seufzte und blickte Danny an. „Was meinst du?“

 

Wilde zuckte mit den Schultern. „Eure Lordschuftigkeit können mal wieder nicht Nein-Sagen, nicht wahr? Ihr habt ein zu gutes Herz, edler Herr.“

 

Sinclair wandte sich an Fulton: „Gut, aber Sie garantieren uns absolute Diskretion!“

 

Der Richter nickte. „Natürlich.“

 

Brett und Danny erhoben sich. „Hat mich wie immer überhaupt nicht gefreut, eure Richterlichkeit“, sagte Wilde zum Abschied, während Brett sich höflich verbeugte.

 

Fulton blickte den beiden Männern nach, als sie seine Wohnung verließen. Dieser Teil seines Plans hatte also funktioniert.

 

///

 

„Ihr Schlüssel, meine Herren.“ Freundlich lächelnd reichte der junge Mann an der Rezeption Brett den Schlüssel. „Sie haben Zimmer 314.“ Einen Tag nach dem Gespräch mit Richter Fulton waren sie in dem Club am Rande der Cote d’Azur eingetroffen. Dank Daniels Privatjet nach einer angenehmen und kurzen Reise aus London.

 

„Nur ein Zimmer?“ Danny starrte den Mann erstaunt an. „Und wo soll ich mein müdes Haupt zur nächtlichen Ruhe betten?“

 

„Oh, wir haben selbstverständlich ein großes Doppelbett. Sie werden vollkommen zufrieden sein“, versicherte der junge Mann eifrig und winkte einem Pagen, sich ums Gepäck der Neuankömmlinge zu kümmern.

„Also da hört sich doch alles auf“, knurrte Danny. „Ich bestehe auf meinem eigenen Zimmer. Sofort! Ich schlafe schon seit ich fünf bin allein. Jawohl!“

 

Brett war sehr versucht, zu bemerken, dass dies wahrscheinlich wieder aufgehört hatte, als Danny 15 geworden war. Immerhin verging kaum ein Tag, an dem sein Freund nicht mit einer Blondinen, Brünetten, Rothaarigen, Schwarzhaarigen oder einer irgendeinen Farbton dazwischen tragenden Dame flirtete. Doch er erinnerte sich noch rechtzeitig daran, wo sie waren und schluckte die Bemerkung herunter. Besser wohl man sprach hier nicht allzu offen über Frauen, um sich nicht verdächtig zu machen. Man wusste ja nicht, wer nun der geheimnisvolle Drogendealer war, der hier angeblich einen großen Coup landen sollte. Es konnte der freundliche Rezeptionist ebenso sein, wie einer der Gäste. Fultons Informant hatte ihm keine näheren Informationen geben können oder wollen.

 

„Bestünde die Möglichkeit, das Doppel- gegen zwei Einzelzimmer umzutauschen?“, fragte er, doch der junge Mann schüttelte den Kopf. „Bedaure, Sir, aber wir sind vollkommen ausgebucht.“

 

„Dann machen wir hier gleich wieder den Verschwindibus“, sagte Danny. „Komm, Durchschlaucht, schnapp dir dein Köfferchen und wir...“

 

Er unterbrach sich, als Brett ihm die Hand auf den Arm legte und raunte. „Vergiss nicht, warum wir hier sind.“ Und zum Portier gewandt fügte er entschuldigend hinzu: „Verzeihen Sie, bitte. Mein Freund ist etwas überarbeitet und braucht wirklich dringend Urlaub.“

 

Der junge Mann nickte verstehend und Brett führte Danny rasch zum Fahrstuhl. „Aber wehe, du schnarchst oder klaust mir die Decke. Dann stelle ich dich nächtens auf den Balkon. Falls dieser Saftladen hier so etwas überhaupt hat“, maulte Danny, als sich die Fahrstuhltür öffnete und ihnen ein junger, blonder Mann entgegentrat, der Brett freundlich anlächelte. Sein südländisch anmutender, gebräunter Teint stand im krassen Widerspruch zu seinen lebhaften, blauen Augen.

 

„Eine Unverschämtheit ist das, jetzt muss ich mit dem auch noch das Bett teilen. Schlimmer als bei der Armee ist das, jawohl“, knurrte Daniel, als Brett ihn hastig in die Kabine schob.

 

///

 

Als sie eine halbe Stunde später an den Pool traten, hatte Daniel sich wieder beruhigt. Eigentlich enthielt das Hotel auch wirklich alle Annehmlichkeiten, die man sich wünschen konnte. Richter Fulton hatte nicht zu viel versprochen. Das Zimmer war großzügig bemessen, sauber, hell und modern eingerichtet – und außer dem Problem mit dem Doppelbett mehr als ausreichend für sie beide. Die Poollandschaft war großzügig gehalten und hatte neben einem großen Schwimmbecken auch einen Whirlpool aufzuweisen, dazu reichlich Liegen um die Wasserflächen herum. Bis zum Strand waren es nur wenige Meter. Die kleine, von Felsen umsäumte Bucht schien kaum von Fremden genutzt zu werden und auch nicht von außen einsehbar zu sein. Ideal für geheime Treffen zwischen zwei diskreten Herren ebenso wie für schmutzige Geschäfte, wie Brett beim ersten Blick von ihrem Balkon aufs Meer registrierte. Im Haus selbst gab es ein Dampfbad, eine Sauna, einen Fitnessraum, Billard und ein Restaurant mit Bar. Dazu einige kleine Geschäfte, die alles anzubieten schienen, was man in einem Urlaub so benötigen könnte wie Sonnenöl und Handtücher – und einige Dinge, die Brett nicht unbedingt als erstes auf seine Einkaufsliste gesetzt hätte, Dildos und Handschellen zum Beispiel.

 

Danny ließ sich auf eine der freien Liegen fallen, streifte sein T-Shirt ab und warf es achtlos zur Seite. „Komm, schmeiß deine königlichen Knochen nieder. Du stehst mir in der Sonne“, sagte er zu Brett.

 

Sinclair drehte sich zu ihm um, einen missbilligenden Ausdruck zeigend. „Darf ich dich daran erinnern, mein lieber Daniel, dass wir hier nicht zu unserem Vergnügen sind.“

 

„Gerade deshalb möchte ich den Schweife blicken... wollte sagen den Blick schweifen lassen“,  erwiderte Wilde, schob sich die Sonnenbrille auf die Nase und sah sich um. Dafür, dass das Hotel ausgebucht sein sollte, befanden sich erstaunlich wenig Leute am Pool. Am anderen Ende das Gartens spielten ein paar junge Männer in knappen Badehosen Volleyball. Ein schon etwas älteres Pärchen unterhielt sich angeregt unter einem großen Sonnenschirm. Ihnen gegenüber döste ein junger Mann, dessen Bräune verriet, dass er sich schon längere Zeit dem Sonnenbaden hingeben musste. Nichts deutete drauf hin, dass hier in absehbarer Zeit ein größerer Drogendeal über die Bühne gehen würde. Alles war friedlich. Vielleicht verdächtig zu friedlich?

 

„Wenn du hier auf der faulen Haut liegen bleiben magst, ich ziehe es vor, einige soziale Kontakte zu knüpfen und diskrete Erkundigungen einzuholen“, betonte Brett. Er streifte sein T-Shirt und seine Shorts ab und legte sie fein säuberlich auf die Liege neben Danny.

 

„Nette Tapete, selbst gehäkelt?“, bemerkte dieser mit Blick auf Bretts Badehose, die in den britischen Nationalfarben gehalten war.

 

Sinclair zog es vor, diese Bemerkung zu ignorieren. Gerade war der junge Mann aus dem Fahrstuhl am Pool erschienen. Er lächelte zu Brett hinüber und Sinclair beschloss, mit ihm anzufangen.

 

„Schön hier, nicht wahr?“, sagte er, als er den anderen erreicht hatte.

 

„Ja“, erwiderte der junge Mann. „Sehr schöne Aussichten.“ Brett konnte sich das Eindrucks nicht erwehren, dass in dieser Antwort und dem Blick, mit dem er gemustert wurde, etwas sehr Zweideutiges lag.

 

„Sind Sie schon länger hier?“, fragte er.

 

„Schon zwei Wochen“, antwortete der junge Mann: „Aber erst heute wird der Urlaub richtig interessant.“ Wieder dieser Blick.

 

„Aha“, sagte Brett, dem nichts Intelligenteres mehr einfiel. Dabei war er doch sonst ein Meister der Konversation, aber irgendwie machte der junge Mann ihn nervös.


“Ich heiße Marc, Marc Chevalier“, stellte der sich jetzt vor. „Mein Vater ist Franzose, meine Mutter Schwedin:“ Aha, dachte Brett, das erklärt dann wohl die blonden Haare zum südlichen Teint. Er fragte sich, ob allein das ihn schon verdächtig machte – oder warum hatte er sonst plötzlich so ein mulmiges Gefühl im Bauch?

 

„Brett Si... Simpson“, antwortete Sinclair und ergriff die dargebotene Hand.

 

Bevor er reagieren konnte, hatte Marc diese an seine Lippen gezogen und geküsst. „Wie wäre es denn mit uns beiden?“, fragte er.

 

Brett schluckte. „Wie bitte?“, brachte er krächzend hervor.

 

Marc drängte sich an ihm. „Du machst mich ganz scharf“, flüsterte er. „Was hältst du davon, wenn ich dir mein Zimmer zeige?“ Brett spürte an seiner Hüfte überdeutlich, dass der junge Mann dies vollkommen ernst meinte.

 

Er trat hastig einige Schritte zurück. „Ich... äh...“ Er holte tief Luft und fand endlich seine Stimme wieder. „Was erlauben Sie sich! Ich bin schließlich nicht allein hier.“ Er blickte bezeichnend zu Daniel, der mit geschlossenen Augen auf seiner Liege döste. Soweit zum Thema: Die Umgebung beobachten. Musste er denn mal wieder alle Arbeit allein machen?

 

„Dein Freund hat dich doch gar nicht verdient, so herablassend wie er dich behandelt“, erwiderte Marc. „Ich habe euch beobachtet.“

 

„Aber er ist schrecklich eifersüchtig“, entgegnete Brett, dem so schnell keine bessere Ausrede einfiel, um den aufdringlichen Typen endlich loszuwerden.

 

„Er muss es ja nicht erfahren“, flüsterte Marc und näherte sich wieder Brett.

 

„Daniel!“, rief dieser in seiner Verzweiflung laut und hoffte inständig, Wilde würde wenigstens einmal hören, wenn man ihn rief.

 

Und tatsächlich, Daniel erhob sich von der Liege und trat zu ihnen. „Sie haben geläutet, eure Hoheit“, sagte er mit einer angedeuteten Verbeugung. „Was wünschen Sie von Ihrem untertänigsten Diener, Durchlocht?“

 

Brett verdrehte die Augen. Konnte Daniel denn nicht ein Mal ernst sein? „Ich sagte Marc, das ist Marc, mein Freund Danny“, stellte er die beiden vor. „Also ich sagte zu Marc gerade, wie schrecklich eifersüchtig du sein kannst.“ Stumm betete er, dass Daniel den Wink verstehen und mitspielen würde.

 

Und tatsächlich, es geschahen noch Zeichen und Wunder. Daniel richtete sich vor Marc zu seiner vollen Größe auf – was ihm immer noch fast einen Kopf kürzer sein ließ – und sagte: „Hör zu, Bürschchen, wenn du deine Griffel nicht von meinem Schatzi lässt, verbiege ich sie dir so, dass du sie künftig an deinen Ohren wiederfindest.“

 

Marc hob abwehrend die Hände. „Ist ja schon gut, man wird sich ja noch mal unterhalten dürfen.“ Er wandte sich zum Gehen, drehte sich dann aber noch einmal um und lächelte Brett zu. „Wir sehen uns.“

 

„Danke“, sagte Sinclair zu Wilde. „Das war Rettung in höchster Not. Der hat mich so was von angemacht.“

 

„Bitte, gern geschehen, Liebling“, erwiderte dieser und klopfte Danny auf sein Hinterteil. „Übrigens sexy Sitzfläche, Mylord.“ 

 

Brett starrte Daniel fassungslos hinterher, als dieser wieder zu seiner Liege ging.

 

///

 

Drei Stunden später saßen sie gemeinsam am Tisch und ließen sich das Abendessen schmecken, das heißt Daniel ließ es sich schmecken. Brett war der Appetit eher vergangen, nachdem Marc, der am Nebentisch saß und ihn lächelnd begrüßt hatte, ihm - als Danny gerade Nachschlag vom Büffet holte -  eine Serviette mit seiner Zimmernummer und der Aufforderung doch für einen „besonderen Nachtisch“ vorbeizukommen zusteckte.

 

„Gehen wir noch einen heben, auf dass die Kehle schön feucht und geschmeidig bleibe?“, fragte Danny, als sie ihr Essen beendet hatten.

 

Doch Brett, der Marc gerade in Richtung Bar verschwinden sah, schüttelte den Kopf. „Besser nicht.“

Danny folgte seinem Blick und grinste. „Da interessiert sich nun endlich mal jemand für eure Durchlochtigkeit und du lässt ihn so schnöde abblitzen. Willst du ihn denn nicht als nächste Lady Sinclair vor den Altar führen? Ist doch ein schnuckliges Kerlchen.“

 

„Du kannst ihn gern haben“, knurrte Brett und knüllte die Serviette auf seinen Teller. „Ich gehe jetzt zu Bett.“

 

„Gott, isser heute nich’ wieder empfindlich, der Holde“, erwiderte Daniel und beschloss, sich ein Weilchen an der Bar umzusehen. Vielleicht ließ sich dort ja etwas in Erfahrung bringen. Alkohol lockerte bekanntlich die Zungen und bisher hatten sie noch so rein gar nichts heraus gefunden.

 

Auch ein Ausflug zur Bucht hatte nichts eingebracht, außer dass sie ein Pärchen störten, das gerade in „Aktion“ war – und sie prompt einlud mitzumachen. Was sie natürlich höflich, aber bestimmt – okay, Daniel weniger höflich als Brett – ablehnten.

 

///

 

Fünf Tage später waren sie immer noch nicht weiter. Das Hotel schien erstaunlich friedlich und noch immer alles andere als ausgebucht. Auch wenn der Portier auf Dannys erneute Anfrage betonte, es sei kein Zimmer frei. Die Gäste schienen entweder bereits als Paar angereist zu sein oder hier Gesellschaft zu suchen – und in den meisten Fällen auch zu finden. Alles in allem, war jeder vor allem mit sich selbst – und gegebenenfalls seinem Partner – beschäftigt und es sah nichts nach illegalen Aktion aus, es sei denn in dem Herkunftsland des Betreffenden galt die Liebe zu Männern noch als solche.

 

Während Danny in seiner typischen Lebemann-Manier die Sonne und die Annehmlichkeiten des Hauses in vollen Zügen zu genießen schien und sich nur über den Mangel an weiblichem Personal beschwerte, fühlte Brett sich zusehends unwohl. Marc schien immer genau dort aufzutauchen, wo er sich gerade befand. Egal ob am oder im Pool, beim Essen, am Strand, in einem der Geschäfte, beim Billard oder wo auch immer.

 

Eine „zufällige“ Berührung im Pool, ein geflüstertes „Wie wäre es jetzt mit uns?“ am Büffet, ein „Ich werde ganz hart für dich“ im Fitnessraum  – und Brett wurde langsam aber sicher zum Nervenbündel. Als er schließlich sogar ein Päckchen mit der Aufschrift „Meinem lieben Brett, ich hoffe, du trägst das bald für mich“ und etwas, das er auf den zweiten Blick als Cockring identifizierte, vor ihrer Zimmertür fand, reichte es ihm endgültig. Leider gehörte sein Verehrer offensichtlich zu den Menschen, die ein Nein einfach nicht akzeptieren konnten. In der Hinsicht passte er eigentlich gut zu Daniel.


Apropos Danny. Der schien sich über das ganze köstlich zu amüsieren, fragte laufend, ob er sich bald einen Frack für die Hochzeit anfertigen lassen sollte und hatte überhaupt an ihrem ganzen Zwangsurlaub einen riesigen Spaß. Vor allem dann, wenn er Marc gegenüber mal wieder den Liebhaber geben konnte. Er legte besitzergreifend seinen Arm um Brett, tätschelte dessen Po und einmal küsste er ihn sogar mitten im Restaurant so heftig, das Brett fast der Atem wegblieb. Nur leider Marc beeindruckte das überhaupt nicht.

 

Und von dem verdammten Drogendealer fehlte nach wie vor jede Spur.

 

///

 

Brett schloss die Tür des Dampfbades hinter sich - er hoffte sehr, hier etwas Ruhe und Entspannung finden zu können - und atmete tief die warme Luft ein – was prompt zu einem Hustenanfall führte. Jemand klopfte ihm hilfsbereit auf den Rücken.


“Danke“, murmelte er und drehte sich um – nur um in Marcs lächelndes Gesicht zu schauen. Dessen Hand wanderte langsam tiefer. „Du machst mich so heiß, viel heißer als die Sauna“, wisperte dieser in Bretts Ohr und streichelte zärtlich sein Hinterteil.

 

Brett schloss kurz die Augen und stöhnte auf, dann riss er sich los und setzte sich auf die Steinbank, so weit weg wie möglich von Marc und zog das Handtuch fest um sich. „Kapier’ doch endlich, ich bin nicht interessiert“, sagte er. „Kapier’ es, bevor Danny noch Kleinholz aus dir macht.“

 

Marc schnaubte abfällig. „Als würde es deinen Freund überhaupt interessieren, mit wem du es treibst. Ich sehe doch, wie er dich behandelt und ich habe gehört, wie er ein Einzelzimmer verlangt hat.“

 

„Wir hatten einen Streit, aber der ist beigelegt“, bemühte sich Brett um eine Erklärung.

 

Doch Marc schnaubte nur erneut. „Das ist doch alles nur Show, was er hier abzieht. Ich wette, dein Freund ist gar nicht schwul. Er küsst dich doch nicht mal richtig. Außer das eine Mal.“

 

Brett zuckte unmerklich zusammen. Hatte Marc sie durchschaut? War vielleicht er gar der gesuchte Drogendealer und hatte die ganze Zeit über gewusst, dass sie auf ihn angesetzt waren? Spielte er deshalb mit ihm quasi Katz und Maus? Plötzlich kam seine Unbehaglichkeit nicht mehr von Marcs aufdringlicher Anmache.

 

„Natürlich ist Danny schwul, genauso schwul wie du und ich“, sagte er und hoffte, seine Stimme würde überzeugend genug klingen. „Nicht jeder zeigt alles in der Öffentlichkeit.“

 

„Und würde er auch das mit dir machen?“ Bevor Brett reagieren konnte, hatte Marc sich vor ihm hingekniet und das Handtuch zur Seite geschoben.

 

Der Mund des jungen Mannes näherte sich gerade Bretts Glied, als plötzlich die Tür zum Dampfbad aufflog und er sich in der nächsten Ecke wiederfand. „Habe ich dir nicht schon oft genug gesagt, du sollst deine Wichsgriffel von ihm lassen. Und das gilt auch für deine Fresse, sonst kannst du deine Zähne demnächst an einer Kette um den Hals tragen“, knurrte Daniel.

 

Marc rappelte sich auf und starrte Danny an. „Große Klappe und nichts dahinter“, knurrte er zurück. „Ich glaub’ dir nicht, dass du mit ihm was hast, dass du überhaupt schwul bist.“

 

Brett wollte Danny ein Zeichen geben, ihm irgendwie deutlich machen, dass er Marc für verdächtig hielt, aber durch die dicken Dampfschwaden konnte er seinen Freund nur schemenhaft erkennen. Doch Danny schätze die Situation offensichtlich auch so richtig ein.

 

„Ich bin so warm auf mir könntest du ganze Heerscharen an Spiegeleiern braten, glaub’ mir Bürschchen“, sagte er.

 

„Beweis es!“, forderte Marc ihn auf. Und deutete auf Brett. „Blas ihm einen!“

 

Sinclair hielt den Atem an, dachte: Jetzt fliegen wir auf. Danny würde sich nie zu so etwas herablassen. Entweder prügelte er Marc auf der Stelle windelweich und sie würden mal wieder im Gefängnis landen – vor allem, sollte Marc doch unschuldig sein – oder er würde ihre Tarnung auffliegen lassen und verschwinden.

 

Doch seltsamerweise geschah nichts von beiden. Daniel zuckte geringschätzig mit den Schultern, kniete sich vor Brett nieder und bevor dieser sich richtig versah, leckte eine feuchte Zunge sein Glied entlang. Brett stöhnte auf als Dannys Zunge zärtlich seine Eichel umspielte. Dann hob eine Hand sein Glied  vorsichtig an den Mund und der Amerikaner begann zu saugen.

 

Brett stöhnte erneut. Er wurde hart, er spürte es. Ganz deutlich. Er war so erregt. Seine Hände krallten sich in Daniels Haare, konnten sich nicht entscheiden, ob sie den Kopf von sich stoßen oder tiefer aufs ein Glied schieben wollten, um mehr von dieser herrlichen, warmen Feuchte zu spüren. „Danny... nicht“, stöhnte er. „Nicht... hier.“

 

Daniel ließ von ihm ab. „Du hast recht. Was sollen wir diesem Wichser hier noch eine Vorlage liefern, damit er sich selber einen runterholen kann.“

 

Er zog Brett auf die Füße. „Träum weiter, Bürschchen,  den hier, kriegst du bestimmt nicht ab.“

 

Damit schob er einen zitternden Brett zur Tür hinaus.

 

///

 

Sinclair wusste nicht zu sagen, wie er es in ihr Zimmer geschafft hatte. Mit zitternden Beinen lehnte er sich an die Tür, kaum dass sie sich hinter ihm geschlossen hatte. Unfähig noch einen weiteren Schritt zu gehen.

 

Er glaubte immer noch, Daniels Mund über sich zu spüren und – was viel schlimmer war - er war noch immer erregt.

 

„Warum hast du das getan?“, fragte er Daniel, der sich lässig aufs Bett fallen ließ.

 

„Was?“, fragte dieser zurück und Brett war sich sicher, er wusste ganz genau, was er meinte, tat dies nur, um ihn leiden zu lassen und sich an der peinlichen Situation zu weiden

 

Er holte tief Luft. „Mir einen geblasen“, sagte er schließlich. „Wie konntest du nur?“

 

„Oh entschuldige, Durchlocht, dass ich dich vor diesem lustigen Molch äh Lustmolch gerettet habe. Ich kann dich gern wieder in die Sauna zurück bringen, er wartet bestimmt noch.“

 

Brett schüttelte den Kopf. Er fühlte sich noch immer wie benebelt – und so verdammt erregt. Gott, das musste doch endlich wieder nachlassen. „Ich nehme eine kalte Dusche“, sagte er müde und drehte sich Richtung Bad.


Er kam keine drei Schritte weit. Katzengewandt war Danny vom Bett gesprungen und hatte ihn an die Wand gedrückt. „Nicht so eilig, Durchschlaucht. Wir wollen doch nix vergeuden“, flüsterte er an Bretts Ohr, glitt dann auf den Boden.

 

Langsam wanderten seine Hände über die Hüften des Lords, schoben den Bademantel auseinander, glitten dann über die kräftigen Schenkel, die Brett instinktiv spreizte. Er wusste nicht, wie ihm geschah, warum Danny ihn plötzlich so berührte, liebkoste? Er spürte nur das Blut, dass durch seine Adern rauschte, sich in einem einzigen Körperteil zu konzentrieren schien. Er musste so hart sein, wie noch nie zuvor in seinem Leben. Und er stöhnte.

 

Groß und dick ragte sein Glied vor Danny auf. Er fuhr mit den Fingerspitzen die Unterseite hinab, streichelte Bretts Hodensack, fuhr dann zurück zur empfindlichen Spitze.

 

„Danny, bitte“, flüsterte Brett. In diesem Moment war ihm alles egal. Warum Danny tat, was er tat. Was er danach über Brett und dessen geheime Begierden denken würde. Dass Danny nun alles erfahren musste, sein wohlverborgenes Geheimnis, dass er sich eigentlich mehr zu Männern hingezogen fühlte, als zu Frauen, dass er sich zu Danny hingezogen fühlte, seit er ihn kannte. Er wollte nur noch in diesen herrlichen Mund – und endlich kommen.

 

Brett atmete schwer und presste sich Dannys Mund entgegen. Dieser öffnete ihn, leckte mit der Zunge über die empfindliche Spitze, den Schaft entlang, wieder zurück. Dann nahm er die Eichel zärtlich zwischen die Lippen, saugte kurz daran, öffnete dann den Mund weiter. Ohne zu zögern, stieß Brett sein Glied hinein. „Ja...“, flüsterte er. „Ja.“

 

Daniel schien es keine Mühe zu bereiten, ihn vollkommen in sich aufzunehmen. Brett stöhnte wild, während er in Daniels Mund pumpte. Doch plötzlich spuckte der Amerikaner ihn aus. Brett öffnete die Lider, die er vor Ekstase geschlossen hatte, und starrte Danny aus glasigen Augen an. Wie konnte er gerade jetzt aufhören, wo er so kurz vor dem Höhepunkt stand? War alles nur ein grausames Spiel gewesen?

 

Dann sah er, dass auch Daniel, der sich aufgerichtet hatte, schwer keuchend atmete. Und die Wölbung unter seinem Bademantel machte deutlich, dass auch er erregt war. Daniel warf den Mantel ab und achtlos zu Boden. „Du bist dran“, keuchte er. „Ich mach’ hier nicht die ganze Arbeit alleine.“

 

Brett starrte für einen Augenblick auf Dannys Glied, dass sich groß und dick aufgerichtet hatte, dann sagte er: „Ich weiß was besseres.“

 

Er warf sich bäuchlings aufs Bett, zog die Schublade des Nachtkastens auf und warf Danny eine Kondompackung und eine Tube Gleitcreme zu, welche das Hotel als Service für seine Gäste dort deponiert hatte.

 

„Ah, eure Durchlocht bekommen gern Besuch durch die Hintertüre“, sagte Danny und kniete sich zu Brett aufs Bett.  Dieser rieb sich ungeduldig am Laken. „Mach hin“, stöhnte er. „Bitte.“

 

Danny ließ sich nicht zweimal bitten, zog sich das Kondom über und begann dann Brett einzuschmieren. „Wirklich netter Eingang, übrigens“, bemerkte er dabei. „Glatt wie ein Kinderpopo. Rasierst du dich etwa?“

 

Brett stöhnte. „Daniel, hör auf zu quatschen und fick mich endlich““

 

„Also Geduld ist wirklich nicht deine Stärke“, erwiderte Wilde. „Lernt ihr Engländer das nicht in euren Nobelkästen von Internat?“

 

Ein gequältes Stöhnen war seine Antwort. Danny beschloss, Brett zu erlösen und brachte sich in Position, drückte zu und drang in Brett ein. Dieser antwortete mit einem schmerzerfüllten Stöhnen und Danny hielt sofort inne, bis schließlich ein „Mach endlich weiter“ vom Lord zu hören war.

 

Danny stieß sein Glied bis zur Wurzel hinein und spürte, wie der Widerstand schwand. Brett stemmte sich auf Ellbogen und Knie hoch, so dass Danny Bretts Glied erreichen und im Rhythmus mit seinen Stößen massieren konnte. Beide keuchten. Brett krallte sich ins Laken, presste sich Danny entgegen, im Versuch, noch mehr von ihm in sich zu spüren. Und Danny tat ihm den Gefallen, fickte ihn wilder und wilder. Beide waren sie nur noch Sex und pure Lust und Ekstase.

 

Dann wurden Danny’s Stöße hektischer, unregelmäßiger, er jappste, bohrte sich tief in Brett – und kam mit einem erstickten Schrei. Im gleichen Moment erreichte auch Brett seinen Höhepunkt.


Erschöpft brachen sie übereinander zusammen.

 

//

 

„Was, was haben wir getan?“, flüsterte Brett Minuten später, als er wieder zu Atem gekommen war. Das Zimmer roch nach Schweiß und Sperma.

 

„Hat deine Mami dich nicht aufgeklärt, Brettylein“, erwiderte Daniel, der sich neben ihn gerollt hatte. „Oder dein Daddy.“

 

„Daniel, bitte - es ist mir ernst“, sagte Brett. „Wieso hast du mit mir geschlafen?“

 

„Du wolltest es, ich wollte es. Wir waren beide geil. Wo ist das Problem?“, antwortete der Amerikaner und streifte das Kondom ab, verknotete es und warf es zur Seite.

 

„Du hast das nicht zum ersten Mal gemacht“, stellte Brett fest. „Mit einem Mann, meine ich:“

 

„Du aber auch nicht“, gab Wilde zurück.

 

Sinclair schüttelte den Kopf. „Ich weiß seit meiner Internatszeit, dass ich eher auf Männer stehe und habe meine ersten Erfahrungen dort gemacht.“

 

„Ich verdanke meine zwar nicht dem höheren Bildungsweg sondern der Straße, aber das dürfte in dem Fall aufs selbe hinauslaufen“, erklärte Danny.

 

„Und warum hast bei Fulton dann so gegen den Auftrag protestiert? Man musste ja denken, du hast etwas gegen Homosexuelle“, wollte Brett wissen.

 

„Du warst auch nicht gerade begeistert, wenn es meine grauen Zellen mich deuchet“, erwiderte Danny.

 

„Ich hatte Angst, du würdest herausfinden, was mit mir los ist“, erklärte Brett. „Dass diese ganze Flirterei mit Frauen nur Fassade ist, dass ich eigentlich auf Männer stehe... auf dich stehe und du würdest dann nichts mehr mit mir zu tun haben wollen. Nicht mal als Freund.“

 

„Dito“, erwiderte Danny. „Auch ich dachte, du und die ganze Situation hier würden mich hier so scharf machen, dass ich über dein Hinterteil herfalle wie Mäuse über Käse. Hätte eure Lordschuftigkeit doch nie für so... offen gehalten. “

 

„Also willst du mich wirklich?“, vergewisserte sich Brett, der die plötzliche, glückliche Wendung in ihrer Beziehung noch gar nicht so richtig fassen konnte. „Mach ich dich wirklich scharf?“

 

„Wie Nachbars Lumpi“, versicherte Wilde.

 

Brett lächelte. „Ich glaube, der Auftrag fängt gerade an, mir doch noch Spaß zu machen:“

 

///

 

Am nächsten Morgen wurde Brett von saugenden Geräuschen geweckt. Genauer gesagt von einem heißen Mund, der sich an seinem Glied zu schaffen machte. „Was machst du da?“, fragte er überflüssigerweise.

 

„Frühstück“, erklärte Danny, der einen Moment von ihm abließ. „Ich stehe auf Würstchen:“

 

Als er Bretts Organ schön steif und feucht hatte, ließ er von ihm ab und richtete sich auf. „Und auf einen Ausritt am Morgen“, erklärte er und griff nach der Gleitcreme.


Dann schnappte er sich den Cockring, der noch auf dem Nachttisch lag.

 

„Nicht“, sagte Brett. „Ich wollte Marc sein Geschenk zurückgeben.“

 

Danny blickte ihn verwundert an.„Wieso Marc? Der ist von mir“

 

„Was?“, fragte Brett erstaunt zurück.

 

„Ich habe dir das Päckchen vor die Tür gelegt“, erklärte Danny.

 

„Aber wieso?“

 

„Ich wollte sehen, wie du reagierst, ob vielleicht doch Hoffnung besteht.“ Danny streifte Brett das Teil über. „Mit diesem Ring nehme ich dich zu meinem Pferd“, erklärte er und pfiff kurz einen Hochzeitsmarsch.. Dann zog er Brett ein Kondom über. „Alles aufsitzen!“ Er nahm auf Brett Platz.

 

Brett stöhnte auf, als sein Glied mühelos in Danny eindrang. Dessen Hände glitten über Bretts Brust, umspielten die Warzen, zwickten sie zärtlich, wanderten dann über den Bauch, die Arme. Während dessen ritt Danny ihn, in dem er sich erhob, Brett fast aus seinem Körper gleiten ließ, sich dann mit einem Ruck wieder auf ihn setzte. Gefangen in Dannys Rhythmus warf Brett seinen Kopf stöhnend auf dem Kissen hin und her.

 

„Ja, hüh Pferdchen hüh, lauf! Lauf! So gewinnen wir das Derby“, rief Wilde.

 

„Kannst du nicht ein einziges Mal die Klappe halten“, stöhnte Brett und stemmte sich auf seine Ellbogen, um Danny entgegen zu kommen.

 

„Nur wenn du sie mir verschließt“, erwiderte Danny und beugte sich für einen Kuss herab.

 

///

 

An diesem Tag verpassten sie fast das Frühstück. Glücklicherweise rechnete das Hotel damit, dass manche Gäste nicht zu den Frühaufstehern gehörten und hielt das Büffet bis 12 Uhr offen, wo es dann nahtlos ins Mittagsbüffet überging.

 

Als sie das Restaurant verließen, lehnte Marc lässig an der Wand des Ganges und lächelte sie an. „Soll ich dir heute zeigen, was ich alles mit meinem Mund kann?“, fragte er Brett.

 

Ehe dieser antworten konnte, hatte Danny Marc an die Wand gedrückt. „Hör zu, ich sag’s dir zum letzten Mal. Lass meinen Freund in Ruhe, sonst kannst du dein Essen künftig aus der Schnabeltasse lutschen. Comprende?“

 

„Danny“, warnte Brett und sah sich unruhig im Gang um. Doch sie waren allein.

 

„Ist ja gut“, Marc hob resignierend die Hände. „Ich lass euch in Ruhe. Soviel zahlt der Alte nun auch nicht, dass ich mich verprügeln lassen muss.“


Brett und Danny wechselten einen vielsagenden Blick. „Welcher Alte“, fragte Sinclair

 

Und als keine Antwort kam, setzte Wilde hinzu, Marc schüttelnd. „Los red’ schon!“

 

„So ein alter Knacker, ein ehemaliger Richter, glaube ich. Er hieß Fulton.“

 

Der Blick, den die beiden Freunde nun wechselten, war einer voller Überraschung. Danny ließ von Marc ab, behielt ihn aber im Auge. „Mann, red’ endlich!“, befahl er.

 

„Er kam vor zwei Wochen“, erwiderte Marc und rieb sich die Stelle an der Schulter, an der Danny ihn festgehalten hatte. „Buchte ein Doppelzimmer. Ich kam auch gerade an. Er fragte mich, wie lange ich bleiben würde und ob ich allein sei.“

 

„Und?“, drängte Brett als Marc mit seiner Erklärung stoppte.

 

„Er bot mir 500 Franc, die Hälfte sofort, wenn ich einen von euch anmachen würde. Ich sollte mit ihm flirten. Ob mehr passieren würde, war ihm egal. Hauptsache, der andere würde eifersüchtig werden. Als er ging, murmelte er noch etwas wie, das wird ihnen hoffentlich die Augen öffnen. Mehr weiß ich auch nicht, ehrlich. Ich schwöre es.“

 

Die beiden beachteten ihn nicht weiter und stürzten zum nächsten Telefon.

 

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„Also nun hören Sie mal... Sie.. Sie, Sie hinterhältiger Kuppler Sie... das ist... also wirklich... was bilden Sie sich... nein, ich beruhige mich nicht... bestimmt nicht... Sie werden dafür... dass schwöre ich... Sie...“ Nach einer Weile dieser abgehackten Konversation drückte Danny Brett den Hörer in die Hand. „Hier, er will dich sprechen.“

 

„Aha, ja verstehe... gut... Danke... Auf Wiederhören.“

 

Brett hängte den Hörer ein und sah Danny an: „Es gibt keinen Drogendealer.“

 

„Ich weiß.“

 

„Er hat uns hierher geschickt, damit wir ‚im geeigneten Ambiente endlich kapieren, was mit uns Sache ist’, wie er es ausdrückte.“

 

„Ich weiß.“

 

„Er hatte schon längst bemerkt, wofür wir blind waren und wollte uns auf die Sprünge helfen.“

„Ich weiß.“

 

Brett verdrehte die Augen. Selbst wenn Danny einmal nur kurze Sätze sprach, schaffte er es doch glatt, ihm auf die Nerven zu gehen. Aber er liebte diesen verdammten Kerl nun mal. Jetzt mehr denn je.

 

„Er sagt, für zwei Wochen ist alles bezahlt, wenn wir länger bleiben wollen, müssen wir selber zahlen.“

 

„Und willst du länger bleiben?“

 

„Unbedingt. Wegen mir für immer und ewig. Ich hoffe, deine Ölquellen sprudeln reichlich.“

 

„No logo, Durchschlaucht und du hast sicher auch noch ein bisschen Familiensilber dass wir verschätzen können, wollte sagen ein paar Schätze zum versilbern, wenn in der Börse Ebbe herrscht.“

 

Brett nickte. „Und was machen wir jetzt mit unserer freien Zeit?“

 

„Hm.“ Danny trat ganz nah an seinem Freund heran und flüsterte: „Was hältst du von einem Ausflug zum Meer?“

 

Brett grinste. „Und die Naturschönheiten bewundern?“

 

Danny erwiderte sein Lächeln „Unbedingt.“

 

„Ich bin dabei.“

 

„Na dann.“ Danny verbeugte sich. „Nach euch, Durchlochtigkeit.“

 

Und als er so Bretts Rückansicht sah, pfiff er leise durch die Zähne. Er wusste genau, welche „Naturschönheiten“ er als nächstes genauer bewundern wollte.

 

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„Wirklich schöne Aussichten“, murmelte Danny einige Zeit später, als Brett sich über ihn beugte.

 

Nach einem kurzen Abstecher in ihr Zimmer, um sich mit dem Benötigten zu versorgen, waren sie hinunter zur Bucht gelaufen und hatten tatsächlich eine ruhige Ecke ganz für sich allein gefunden, mit weichem Sand aber durch einige große Steine auch sichtgeschützt.

 

Nun kniete Brett, der darauf bestanden hatte „diesmal die Arbeit zu machen“ neben Danny, der auf dem Handtuch lag, und massierte dessen Brust mit Sonnenöl. Danny stöhnte wohlig, wurde als Bretts Hände tiefer glitten, aber bald lauter.


“Komm, sitz auf“, sagte er schließlich.

 

Brett stülpte rasch ein Kondom über Dannys steifes Glied, trug dann etwas Gleitcreme in sich selber auf. Er kniete sich über den Freund und wollte gerade den Penis an seine Öffnung führen, als er bemerkte, wie ein Schatten über sie fiel.

 

Er hob den Blick und sah Marc neben ihnen stehen. Auch Danny hatte ihn bemerkt. „Wie oft soll ich dir noch sagen, du sollst uns in Ruhe lassen“; knurrte er. „Verschwinde. Ich hab’ dem Alten gesagt, dass er gewonnen hat, kannst deine Prämie kassieren.“

 

Marc schüttelte den Kopf. „Ich wollte euch nicht stören“, sagte er entschuldigend. „Wirklich nicht. Aber ich war gerade an der Rezeption, als euer Richter anrief und bot an, euch zu suchen. Er lässt ausrichten, er braucht euch dringend in London. Ein Notfall.“

 

Brett und Danny starrten einander an.

 

„Also weißt du“; sagte Wilde schließlich. „Jetzt hasse ich ihn wirklich.“

 

Ende