Was wir aus Liebe tun

T’Len

2003

 

 

 

Serie: TOS

Paarung: K/S

Code: NC-17, AU, ft

Feedback: tlen11@freenet.de

Summe: Kirk wird auf Veridian III gerettet und findet einiges Überraschende über seinen Retter heraus.

Anmerkung: Alternatives Ende zu „Generations“, Kirk überlebt.

 

Disclaimer: Leider gehören mir die Jungs und Mädels nicht.  Ich habe sie nur für ein bisschen Fanfiction-Spaß ausgeborgt. Damit sollen keine Urheberrechte verletzt werden. Und natürlich wird damit nichts verdient. Beachtet die Altersangabe und geht wo anders spielen, wenn ihr zu jung seit oder euch am Thema stört.

 

Vielen Dank an Lady Charena fürs Beta.

 

 

 

Er wusste, dass er fallen würde. Er wusste, dass er bald sterben würde. Er wusste, dass die zerstörte Brücke sein Gewicht nicht mehr lange würde tragen können – und es war ihm egal. Sein Leben hatte vor 80 Jahren geendet. Für die Geschichtsschreibung war er seit langem tot. Es machte keinen Unterschied, wenn er jetzt erneut starb.

 

Auch für ihn selbst spielte es keine Rolle. Was sollte er in einer Zeit, die nicht die seinige war. Das Leben, dass er gekannt und geliebt hatte, war vor Jahrzehnten beendet worden. Und seine wenigen Freuden waren sicher alle lange tot.

 

Noch einmal kamen die Erinnerungen an all das, was er einst geliebt hatte: Seine silberne Lady, die er einst selbst hatte zerstören müssen. Sein einziger Sohn, getötet auf einem Planeten, der ein Paradies hatte werden wollen und als Hölle endete. Die Frau, die er einst geliebt hatte, in einer dunklen Vergangenheit – von einem LKW getötet.

 

Er hörte noch einmal, wie Pille mit ihm schimpfte, wenn er ein – in den Augen des Arztes unnötiges - Risiko einging; und wie Scotty liebevoll über seine Maschinen sprach, so als wären sie lebende Wesen. Er sah Sulu und Chekov auf der Brücke der Enterprise, einander mit vertrauter Freundschaft neckend. Er sah Uhura, wie sie an ihrer Station saß – eine exotische Schönheit.

 

Und er sah Spock. Spock, seinen Ersten Offizier und besten Freund. Sein Herz schmerzte bei dem Gedanken an ihn und er wusste, dass es etwas gab, dass er wirklich bedauerte. Er hatte nie den Mut gefunden, Spock zu sagen, was er wirklich für ihn empfand. Mehr als Freundschaft

 

Wenn er nun eine zweite Chance bekommen würde... Spock war höchstwahrscheinlich der einzige seiner alten freund, der noch am Leben war. Aber sicher hatte er sich mittlerweile eine Partnerin gesucht und eine Familie gegründet. Sicher erinnerte er sich noch an ihn als lieben Freund und Kameraden. Und das sollte so bleiben. Er würde ihm nie die Wahrheit über seine Gefühle verraten.

 

Einen Moment lang fragte er sich, was wohl passiert wäre, wenn er sich dem Vulkanier vor einem Jahrhundert offenbart hätte. Er wusste, dass er Spock viel bedeutet hatte. Aber hätte er ihn auch lieben können? Nun war es zu spät über solche Möglichkeiten nachzudenken.


Er wusste, seine Zeit war endgültig vorbei. Er hatte noch einmal seine Pflicht erfüllt – wie unzählige Male zuvor. Er hatte noch einmal das Universum gerettet – hoffte er zumindest. Jetzt war es an der Zeit, sich mit dem Unvermeidlichen abzufinden.

 

Er fühlte, wie die Brücke endgültig nachgab und stählte sich innerlich für den harten Aufprall auf dem Boden tief unter ihm. Er hoffte, der Tod würde ihn schnell ereilen. Und er würde allein sterben – so, wie er es immer gewusst hatte. So, wie es bereits 80 Jahre zuvor im Deflektorraum der Enterprise B hatte sein sollen.

 

Er flüsterte ein leises Auf Wiedersehen zu alten Zeiten und alten Freunden. Er wollte sterben mit dem Bild seiner großen Liebe in seinen Gedanken und so stellte er sich einmal mehr Spocks geliebtes Gesicht vor. Und dann fiel James T. Kirk.

 

Eine starke Hand umschlang sein rechtes Handgelenk und heilt ihn fest, als die Brücke unter ihm lautstark in den Abgrund stürzte.

 

Er brauchte einen Augenblick, um zu realisieren, dass er nicht tot war, dass ihn jemand in letzter buchstäblich Sekunde gerettet hatte. Es musste Picard sein. Soran wäre ihm nie zu Hilfe geeilt. Der Captain der Enterprise D musste den verrückten Wissenschaftler ausgeschaltet, die Sonde gestoppt haben und war nun zu seiner Rettung geeilt.

 

Er blickte auf, sicher Picard zu sehen. Und dann weiteten sich seien Augen vor Überraschung, als er eines Gesichtes gewahr wurde, das mit Sicherheit das letzte war, was er jetzt und hier erwartet hätte zu sehen.

 

„Spock!“

 

Jim starrte seinen ehemaligen Ersten Offizier ungläubig an, als dieser ihn auf den festen Boden in Sicherheit zog. Es fiel ihm schwer zu glauben, dass er tatsächlich noch auf Veridian II war – und nicht tot oder wieder im Nexus.

 

Aber er sah, wie der Nexus den Planeten verfehlte, so er konnte nicht wieder in ihm sein. Picard eilte zu ihnen.

 

„Sie haben es geschafft. Ich gratuliere, Captain Picard.“

 

Picard schüttelte den Kopf. „Wir haben es geschafft.“ Und dann starrte der aktuelle Captain der Enterprise ungläubig auf den Vulkanier. „Botschafter Spock, was machen Sie hier? Wie sind Sie hierher gekommen?“

 

Der Vulkanier antwortete mit unbewegter Stimme. „Ich beobachtete den Nexus seit langem. Es war nur logisch, hierher zu kommen.“

 

***

 

Jim strahlte. Jetzt fühlte er sich wirklich wieder lebendig. Er war da, wo er hingehörte – an Bord eines Schiffes, dass zwischen den Sternen reiste.

 

Jim und Picard waren überrascht gewesen, als sie erfuhren, dass Spock ein kleines warpfähiges Schiff auf Veridian III hatte, versteckt hinter einer romulanischen Tarnvorrichtung. Die Sensoren der Enterprise hatten es so nicht entdecken können.

 

Jim hatte gelächelt, als Spock ihn die vulkanischen Schriftzeichen auf dem Rumpf des Schiffes übersetzte: Enterprise.

 

Spock hatte erklärt, dass er während er auf dem Nexus wartete, plötzlich Kirks Präsenz gespürt hatte. Die dünne mentale Verbindung, die zwischen ihnen entstanden war, als sie im Zuge ihres Dienstes Gedankenverschmelzungen durchführten, war plötzlich wieder zu vollem Leben erwacht. Also spürte Spock die Gefahr, in der Jim schwebte, und eilte ihm zu Hilfe.

 

Nun waren sie beide in dem kleinen Schiff auf dem Weg zur Erde. Natürlich waren sie an Bord der Farragut eingeladen worden, welche die Crew der Enterprise aufgenommen hatte. Aber der Vorteil lebende Legenden zu sein war es, dass niemand wagte ihnen zu widersprechen, als sie höflich aber bestimmt ablehnten.

 

Jim war dankbar für die Chance, eine Zeit lang mit Spock allein zu sein. Das sollte es ihm leichter machen, sich in seinem neugeschenkten Leben und mit all den Veränderungen, die sich zweifelsohne in den letzten Jahrzehnten ergeben hatten, zurechtzufinden. Niemand kannte ihn so gut wie Spock und schließlich gab es viel zu besprechen.

 

Aber Spock hatte während der letzten Stunden geschwiegen. Jim wusste, dass irgendetwas seinem Freund schwer zu schaffen machte. Und er wollte endlich herausfinden was.

 

„Spock, etwas beschäftigt dich doch. Was ist es?“

 

Jim war geschockt, als er die Traurigkeit in Spocks Augen sah, als der Vulkanier den Pilotensessel herum schwang. „Ich konnte noch nie etwas vor dir verbergen, Jim. Aber du wirst mich hassen, wenn du die Wahrheit kennst.“

 

Jim schüttelte den Kopf. „Du weißt, dass das nicht stimmt. Ich könnte dich nie hassen.“

 

Spock schaltete den Autopiloten ein, stand dann auf und ging in den hinteren Bereich des Schiffes, der den Schlaf- und Aufenthaltsbereich bildete. Jim folgte ihm und setzte sich aufs Bett. Spock blieb stehen, ihm den Rücken zugewandt.

 

Als der Vulkanier schließlich zu sprechen begann, war er so leise, dass Jim ihn nur mit Mühe verstand. „Soran war nicht allein. Er hatte Hilfe.“

 

Jim brauchte nicht zu fragen durch wen. Er wusste genau, dass Spock nicht von diesen klingonischen Renegatinnen sprach, von denen Picard ihm erzählt hatte. Die Antwort lag mit dem verhalten des Vulkaniers klar auf der Hand. „Du?“, flüsterte er.

 

Spock drehte sich um, seine Augen zeigten seinen Schmerz allzu deutlich. „Ja.“

 

„Warum?“

 

„Ich studierte den Nexus in den letzten 80 Jahren. Jim, ich wusste, dass du nicht gestorben warst an Bord der Enterprise B. Du weißt, dass wir eine mentale Verbindung haben wegen unseres Gedankenverschmelzungen. Obwohl die als tot galtest, konnte ich diesen Link noch immer spüren. Er war schwach, aber er war da. Es gab nur einen logischen Schluss, du musstest noch immer am Leben sein, wenn auch in einer anderen räumlichen und zeitlichen Ebene. Nachdem ich die Überlebenden der Lakul befragt hatte, war ich sicher, du wärest im Nexus. Seit damals habe ich nach einer Möglichkeit gesucht, dich zu retten... oder mich dir im Nexus anzuschließen.“

 

Jims Herz klopfte, als er dieses Geständnis hörte. Spock hatte ihm nie aufgegeben, hatte 80 Jahre lang nach ihm gesucht. Erinnerungen an Fantasien, die er im Nexus ausgelebt hatte, kamen ihn in den Sinn.

 

Er hatte angenommen, er wäre gestorben und im Himmel als er in Spocks Armen erwacht war. Das konnte einfach nicht real gewesen sein. Nachdem er herausgefunden hatte, dass er jedes mögliche Szenario schaffen konnte, hatte er sich vielen Fantasien hingegeben. Fantasien über sich und Spock. Fantasien, von denen er es nie gewagt hätte, sich ihnen im realen Leben hinzugeben. So hatte er sich von Spock im Sand Vulkans lieben lassen und ihn geliebt, während sie über die Ozeane der Erde trieben. Es war Himmel und Hölle zugleich gewesen, denn er wusste, alles waren nur Träume, die nie Realität werden würden.

 

Jim war froh gewesen, dass Picard ihn in einer seiner harmlosen Fantasien angetroffen hatte. Gelegentlich hatte er sich solchen Szenarios hingegeben, nur um sich selbst daran zu erinnern, dass nichts real war. Andere Szenarios waren einfach zu gut, als dass er nicht Gefahr gelaufen wäre, sich vollends in ihnen zu verlieren. In ihnen konnte er das Leben leben, dass ihm nie vergönnt gewesen war. Seine anfängliche Weigerung, Picard zu begleiten, hatte wahrlich nichts mit Antonia zu tun gehabt. Er hatte sich nie wirklich etwas aus ihr gemacht. Sie war nur eine von vielen Frauen gewesen, die er benutzte, um seine wahren Gefühle für Spock zu verdrängen.

 

Als Picard seine Hilfe erbaut, hatte er schließlich der Pflicht erlaubt Oberhand zu gewinnen – wie immer in seinem Leben.

 

Aber nun war er zurück im Leben und sein Freund hatte ihm gerade gebeichtet, dass er 80 Jahre lang nach ihm gesucht hatte, dass er mit dem verrückten Soran zusammengearbeitet hatte, dass er bereit gewesen war über 230 Millionen Menschen zu töten, um ihn zu finden. War auch Spock verrückt geworden? Wie konnte er das Leben eines einzigen über das so vieler setzen? Wie konnte er die Opferung von 230 Millionen unschuldiger Leben rechtfertigen?

 

Er erinnerte sich plötzlich, wie McCoy einmal zu Spock gesagt hatte, dass Liebe einen Mann dazu bringen konnte, jedwede Regel zu brechen. Konnte es sein, dass Spock ihn leibte und das deshalb getan hatte? Er musste es wissen. Es war an der Zeit, Spocks Wahrheit kennen zu lernen – und seine eigene zu enthüllen. Er hatte zu lange geschwiegen. „Spock, willst du wirklich sagen, dass du bereit warst Millionen Unschuldiger zu töten, in der wagen Hoffnung, dass ich im Nexus lebe. Das kann doch nicht dein Ernst sein?“

 

"Oh, Jim...“ Der Vulkanier senkte seinen Blick, als er antwortete. "Ich wusste nicht, dass Veridian IV bewohnt war. Soran hat es mir nicht erzählt und ich habe nicht gefragt... zu meiner Schande. . . Vielleicht wollte ich gar nicht wissen, ob etwas meine Pläne behindern könnte. Und selbst, wenn ich es vom Anfang gewusst hätte, weiß ich nicht, ob ich bereit gewesen wäre, ihn aufzuhalten." Er drehte seinem Freund wieder den Rücken zu.

 

Jim stand schweigend auf und legte seine Hand auf Spocks Schulter. "Erzähl’ mir alles", flüsterte er. Er könnte deutlich fühlen, wie der Vulkanier zitterte, als Spock begann zu sprechen.

 

"Jim, nachdem du im Nexus verschwunden warst, fühlte ich mich so allein. Mit deinem Verschwinden verlor ich meinen Lebenssinn. Und ich fühlte Schuld, weil ich nicht bei dir gewesen war, dich nicht beschützt hatte. Ich hätte bei dir auf der Enterprise B sein sollen, um dich zu beschützen oder mit dir zu sterben. Danach wollte ich nur noch sterben. Aber als ich erkannte, dass die Chance bestand, dass du doch noch lebtest, fand ich die Kraft weiterzuleben and alles, was möglich war, über den Nexus zu lernen. Als er vor 40 Jahren wieder in unserer Galaxie erschien, habe ich versucht, hinein zu kommen. Aber kein Schiff kann nahe genug an den Nexus heran,, ohne seine Zerstörung zu riskieren. Ich versagte kläglich. Aber ich gab nicht auf. Ich war fest entschlossen, eine andere Möglichkeit zu finden, um hinein zu gelangen.

 

"Vor fünf Jahren nahm Soran mit mir Kontakt auf. Ich hatte ihn zusammen mit dem anderen Überlebenden der Lakul befragt und deshalb wusste, dass ich Forschungen anstellte. Er schlug vor, dass wir unsere Ressourcen und Ergebnisse zusammenfügten. Er erzählte mir, dass er den Nexus über das letzten Jahrzehnten ebenfalls studiert hatte und dass er einen Weg gefunden habe, hinein zu gelangen. Ich war zum gleichen logischen Schluss wir er gelangt, dass die einzige sichere Möglichkeit auf der Oberfläche eines Planeten bestand. Aber ich wusste, dass kein Planet im direkten Kurs seines nächsten Erscheinens war. Dann erzählte Soran mir, dass er wusste, wie man den Weg des Nexus verändern könne, aber er brauche dazu meine Hilfe. Er sagte, wenn ein naher Stern explodieren würde, würde seine Schwerkraftwelle den Kurs des Nexus verändern. Er wollte eine Rakete bauen, die diese Explosion auslösen konnte, aber er brauchte dafür Trillitium und das konnte er nicht innerhalb der Föderation erhalten. Er brauchte jemanden mit entsprechenden Kontakten auch außerhalb."

 

Der Vulkanier schluckte hart, bevor er fortfuhr. "Ich ging nach Romulus. Diese Wiedervereinigungsbewegung, von der ich dir erzählt habe, gab mir einen guten und glaubhaften Grund, dort zu sein und Kontakte zu knüpfen. Ich fand Romulaner, der mit Trillitium experimentierten und besorgte die Sicherheitscodes, die Soran benötigte, um es zu stehlen. Ich wusste nicht – fand es erst später heraus, dass er den Klingonen seine Erfindung als Waffe verkauft hatte. Soran erzählte mir, dass er die Sonnen von Amargosa und Veridian zerstören würde. Amargosa hatte keine Planeten und die von Veridian seinen unbewohnt."

 

Jim fühlte sich wie  betäubt. Dieser Mann vor ihm konnte doch einfach nicht Spock sein, sein brillanter, neugieriger Wissenschaftsoffizier. Was zur Hölle war nur mit ihm geschehen? Wie hatte Spock so leichtgläubig sein können? "Spock, da klingt überhaupt nicht nach dir, Sorans Wort einfach als gegeben hinnehmend ohne es zu überprüfen – bei etwas so wichtigem."

 

"Ja, ich weiß, Jim. Wie ich bereits sagte, ich glaubte ihm unbesehen, weil es genau das war, was ich hören wollte. Ich war ein Narr. Ich weiß jetzt, dass ich unter etwas litt, was die Menschen als Besessenheit charakterisieren würden.“

 

Spock fuhr leise fort: “Ich habe dieses Schiff auf Romulus gekauft, damit es mich, auf dem Planten stehend, in den Nexus tragen könnte. Ich hatte vor, es zu benutzen, um ihn wieder zu verlassen, wenn ich dich gefunden hätte. Und wenn dies nicht möglich gewesen wäre, wäre ich für ewig bei dir geblieben.“

 

Spock schluckte erneut, bevor er fortfuhr: “Ich bin schuldig, Jim. Ich weiß, dass ich die Motivationen von Sorans Handlungen hätte hinterfragen sollen. Ich weiß, dass ich das Veridian System zu einem früheren Zeitpunkt hätte selbst untersuchen sollen. Es war einfach nicht wichtig für mich. Das einzige, was mir wirklich wichtig war, warst du. Als ich letztendlich bemerkte, dass Veridian IV bewohnt war, versuchte ich mit Soran zu sprechen, ihn zu überzeugen nach einer anderen Möglichkeit zu suchen. Er war nicht bereit, mir zuzuhören, und im Endeffekt gab ich rasch auf. Es war schon zu spät, einen anderen Plan zu entwickeln. Ich hätte ihn aufhalten können, wenn ich es wirklich gewollt hätte, aber ich unternahm nichts. Ich war zu weit gekommen, als dass ich nun aufgeben wollte. Ich wollte nur noch in den Nexus und zu dir. Dafür war ich bereit, alles zu opfern; die unschuldigen Veridianer und meine eigene Ehre.“

 

Jim war sprachlos. War dies wirklich der Spock, von dem er einst geglaubt hatte, dass er ihn besser kennen würde, als sich selbst? Konnte das der Mann sein, den er mehr als sein eigenes Leben geliebt hatte? Wie zur Hölle hatte all dies nur geschehen können? Wie konnte Spock sich bloß so sehr verändert haben? Und, um die Dinge noch schlimmer zu machen, war er selbst der Grund dafür gewesen. Er fühlte sich genauso schuldig wie der Vulkanier.

 

"Jim, ich weiß, was ich tat ist unverzeihlich und gegen alle Logik, aber ich..." Die Stimme des Vulkaniers brach. Nachdem er wieder Kontrolle über sie gewonnen hatte, fuhr Spock fort: "…Ohne dich war ich nichts mehr. Ich konnte ohne dich nicht leben. Wenn es auch nur eine noch so kleine geringe Chance gab, dass du noch lebtest, musste ich sie nutzen. Du bedeutest mir alles. Ich erkannte  dies nicht bis es zu spät war. Jim … ich habe dir nie davon erzählt... aber … ich... ich liebe dich."

 

Tränen liefen über die normalerweise so beherrschten Gesichtszüge. "Schhhh. Es ist gut, Spock. Alles wirf gut." Jim drehte den Vulkanier zärtlich um und begann, die Tränen wegzuwischen, während er beruhigende Worte murmelte.

 

Jims Gedanken überschlugen sich. Er konnte verstehen, dass Spock versucht gewesen war,, alle Regeln zu brechen. Er selbst hatte einmal alles geopfert, was ihm etwas bedeutete - sein Schiff, seine Karriere, sogar seinem Sohn - um diesen Mann zu retten. Aber er hatte nicht den Tod unschuldige Leute in Kauf genommen, um Spock zurück ins Leben zu bringen. Aber wäre er auch dazu bereit gewesen, wenn es keinen anderen Weg gegeben hätte?

 

Konnte Liebe so weit gehen, dass Spock einfach all das, woran er geglaubt hatte wegen ihm über den Haufen warf? Würde ihre Liebe  auf dieser Grundlage überhaupt eine Chance haben? Er wusste, dass er Spock noch immer liebte – nie aufhören würde ihn zu lieben - aber konnte er mit dem leben, was Spock bereit gewesen war zu tun? Selbst wenn im Endeffekt niemand getötet worden war.

 

Jim fand jetzt keine Antworten auf seine Fragen. Aber er musste Spock endlich seine eigene Wahrheit erzählen. "Ich liebe dich auch, Spock. Ich liebe dich schon seit Langem. Ich weiß nicht, wann ich genau begann mehr als Freundschaft für dich zu empfinden, aber ich fand nie den Mut, dir meine Gefühle zu gestehen. Ich hatte Angst, dass ich damit deine Freundschaft verlieren würde, wenn du mich nicht verstehen könntest."

 

Er küsste en Vulkanier und Spock erwiderte den Kuss sofort.. Als Jim seine Zunge gegen die heißen Lippen presste, wurde ihnen sofort Einlass gewährt. Er drang in den heißen Mund ein, sog dann Spocks Zunge in seinen eigenen.

 

Als sie nach Atem ringend ihren Kuss beenden mussten, schlang Jim seine Arme um Spocks Taille  und zog ihn eng an sich. Erfreut stellte Jim fest, dass er nicht der einzige war, der auf die langersehnte Zärtlichkeit  mit Erregung reagierte. Er könnte Spocks Erektion deutlich durch den Stoff ihrer Hosen spüren.

 

"Ich werde dich nie wieder verlassen, Spock. Ich verspreche dir, wir werden für immer zusammen bleiben." In dem Moment machte er sich keine Gedanken, was die Zukunft für sie bringen mochte. Morgen war ein anderer Tag. Jetzt wollte er im Heute leben.

 

Der Vulkanier nickte, küsste ihn dann wieder. Jim drückte Spock auf das schmale Bett herab und küsste ihn immer weiter. Er konnte einfach nicht genug bekommen. Schließlich entkleidete er den noch immer zitternden Vulkanier, stand dann auf, um sich selbst auszuziehen.

 

Als er sich wieder auf den heißen vulkanischen Körper gleiten ließ, zogen ihn starke Arme in eine feste Umarmung. Für einen Moment lag Jim ruhig da, genoss die erträumte Nähe. Dann begann er den Körper seines Liebhaber mit Mund und Händen zu erforschen.

 

Er begann bei den spitzen Ohren, leckten, biss und saugte sie, bis Spock sich unter ihm vor Erregung wand. Dann wanderte er tiefer, widmete seine Aufmerksamkeit zwei sehr grünen und sehr bald verhärteten Brustwarzen. Spock stöhnte vor Verlangen und Jim glitt weiter hinunter, um Spocks steifes Glied in den Mund zu nehmen.

 

Er leckte über die Spitze, dann entlang der Doppelringe, schwelgte in dem exotischen Geschmack und Geruch. Aber er spürte deutlich, dass dies nicht genug für Spock war. Und es war sicherlich auch nicht ausreichend für seine eigenen Bedürfnisse. Er hatte zu lange davon geträumt, als das er sich mit dieser Art Intimität begnügen konnte. Doch er wusste auch, wie sehr - fast schmerzhaft – er selbst erregt war und dass sie beide bald Erlösung brauchen würden. Jim errötete, als ihm einige seiner im Nexus ausgelebten Fantasien zu Bewusstsein kamen. Er schob sie von sich. Später würde genug Zeit sein, Spock davon zu erzählen und vielleicht das eine oder andere auszuprobieren..

 

Jetzt musste er sich um ihre unmittelbaren Bedürfnisse kümmern. Jim stieg wieder vom Bett und lief zum kleinen Badezimmer des Raumers, um eine Creme zu suchen, die sie als Gleitmittel benutzen konnten.

 

Die Liebe und das Vertrauen, die er in den Augen des Vulkaniers sah, als er zurück kam, ließ sein Herz einen Freudensprung machen.

 

Jim kniete sich neben seinen Geliebten und tropfte etwas Creme in seine Hand. Er beugte sich zu Spock, um ihn mit all der Zärtlichkeit, die er fühlte, zu küssen, während er vorsichtig einen Finger in ihn einführte. Der Vulkanier stöhnte in seinem Mund, aber er wehrte sich nicht, als Jim zuerst einen zweiten dann noch einen dritten Finger in ihn schobt. Jim bewegte seine Finger, um Spocks Muskeln zu entspannen.

 

"Jim, ich will... ich brauche... lass mich spüren, dass du lebst," flehte ihn der Vulkanier an.

 

"Ja, Spock, ich werde Liebe mit dir machen." Jim zog seine Finger zurück und bereitete sich selbst rasch vor. "Ich werde dich nicht verletzen,“ versprach er, als er sein Glied an Spocks Eingang platzierte und vorsichtig hinein drückte.

 

Jim versuchte verzweifelt, sich selbst zu beherrschen und kämpfte gegen den Drang an, sofort wild in Spock zu stoßen. Er glitt vorsichtig weiter hinein. Der Vulkanier unter ihn hatte seine Augen geschlossen und stöhnte leise. Jim lächelte als er das Vergnügen und das Freude spürte, die sein Geleibter ausstrahlte. Er lächelte vor eigenen Glück.

 

Jim drang ganz in hin ein, hielt dann still, damit Spock sich an ihn gewöhnen konnte. Als der Vulkanier schließlich wieder die Augen öffnete, sah Jim pure Liebe darin. Er beugte sich wieder herab, um die gewölbten Augenbrauen und die leicht geschwollenen Lippen zu küssen. “Liebe dich”, flüsterte er in ein spitzes Ohr, biss dann zärtlich in die Spitze.

 

Als Spock versuchte durch Bewegung seiner Hüften, Jim tiefer in sich zu treiben, zog er sich langsam  zurück bis nur die Spitze seines Penis eingebettet war. Er stieß wieder hinein und Spock stöhnte vor Verlangen wild auf, als er gegen seine Prostata rieb. “Ja, Jim... du.... lebst.“

 

Rasch fanden sie ihren Rhythmus von Stößen und Rückzügen, Küssen und Stöhnen. Die Liebe, die beide für zu lang verschweigen hatten, brannte höher und höher bis die Wellen von Lust und Begierde über ihnen zusammenbrachen, ihre Seelen und ihre Körper vereinten.

 

Als sie sich dem Höhepunkt näherten, griff der Vulkanier nach den Verschmelzungspunkten im Gesicht des Menschen. Jim hieß Spocks mentale Berührung willkommen und wusste instinktiv, dass er eine permanente Verbindung formen würde. "Ja, Spock, binde uns... für immer!"

 

***

 

Jim blickte sehnsuchtsvoll auf den grünen und blauen Planeten, der langsam unter ihnen rotierte. Zumindest vom Weltall aus schien sicht Erde in den letzten acht Jahrzehnten nicht sehr verändert zu haben. Aber was wartete auf der Oberfläche des Planeten auf ihn?

 

Was würde die Erde für sie beide bereithalten? Er wusste, dass er als Held begrüßt werden würde, als eine wiedergeborene Legende. Aber was war mit Spock? Wie er dereinst zurückgekehrt war, um sich den Konsequenzen seines Handelns zu stellen, so würde Spock es jetzt machen.

 

Während ihrer Reise zur Erde hatten sie immer wieder und wieder darüber diskutiert, versucht ins Reine zu kommen mit dem, was Spock getan hatte. Der Vulkanier fühlte sich schuldig für seine Unwissenheit und seinen Egoismus, und Jim fühlte sich schuldig, weil er der Grund für Spocks Handlungen gewesen war.

 

Sie hatten sich geliebt, verzweifelt versucht, jeden Augenblick dessen festzuhalten. Sie träumten so sehnsüchtig von einer gemeinsamen Zukunft und wussten doch, dass diese in weiter Ferne war.

 

Jim sagte sich selbst, dass niemand außer ihnen wusste, was wirklich auf Veridian geschehen war. Sie konnten es einfach für sich behalten, gemeinsam weggehen, sobald das Brimborium um seine Rückkehr vorbei war. Doch er wusste, dass sie dies nicht tun würden. Er konnte seine Zukunft nicht auf einer Lüge aufbauen. Und der Spock, den er liebte, würde sich nie aus der Verantwortung stehlen.

 

Nichtsdestotrotz drehte Jim sich zu Spock um, der die Landevorbereitungen traf und sagte: "Du weißt, dass wir ihnen nicht die Wahrheit erzählen müssen. Niemand weiß es und wir..."

 

"Jim, ich weiß es. Wir wissen es. Und ich kann mit dieser Lüge nicht leben. Ich habe es schon viel zu lang gemacht. Jetzt, da du hier bist, kann ich unser neues Leben – dich - nicht damit belasten. Ich bedauere nicht, was ich getan habe. Ich kann es nicht bedauern, da du lebst und das würdest du nicht, wenn ich nicht auf Veridian III gewesen wäre. Aber was ich tat, war Unrecht. Wenn es noch einen Funken Ehre und Anstand in mir gibt, muss ich mich den Folgen meiner Tat stellen.“

 

"Ich verstehe, Spock. Wirklich. Du wärest nicht der Mann, den ich liebe, würdest du jetzt anders handeln. Wir können nur hoffen, dass sie dir verzeihen werden, wie sie es mir damals taten. Du könntest nicht wissen, was Soran und die Klingoninnen planten und, im Endeffekt, hast du niemandem  geschadet. Außerdem Starfleet und die Föderation schulden dir mehr als einen Gefallen."

 

Er war sich nicht sicher, ob er wirklich glaubte, was er sagte, aber er wollte es so sehr glauben, wollte an der Hoffnung festhalten. Spock war des Übertretens mehrerer Föderationsgesetzen schuldig, trotzdem saget er: “Wir überstehen das schon... irgendwie, Hauptsache zusammen."

 

"Ich werde jede Strafe bereitwillig auf mich nehmen, Jim." Der Vulkanier seufzte, ergriff dann die Hand seines Partners. "Aber ich kann den Gedanken kaum ertragen, dass wir für eine lange Zeit r getrennt werden. Das wird die schlimmste Strafe für mich sein."

 

“Niemand kann uns trennen“, versicherte Jim. Schließlich war er Spocks Bondmate. Sie gehörten jetzt zusammen. Egal, wohin sie Spock schicken würden, er würde mit ihm gehen. Sogar ins Gefängnis, wenn es sein musste.

 

Als Spocks ihn schockiert anblickte, realisierte Jim, dass er seine Gedanken gelesen haben musste. “Nein!“ Spocks Stimme war voller Panik. “Ich werde nicht erlauben, dass du mit mir leiden musst.“

 

-Ende-

 

 

 

Fortsetzung in         Nachgedanken: Spock