Titel: Nikolausi
Autor: Lady Charena
Fandom: SK Kölsch
Charaktere: Jupp Schatz, Klaus Taube
Pairing: - -
Rating: pg, humor, oneshot
Archiv: ja

Summe: Jupp hat sich in eine Zwickmühle hineinmanövriert.

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.



Jupp musste endlich der Wahrheit ins betrübliche Auge blicken.

Er saß fest.

Enger als eng.

Enger als eine Wurst in der Pelle und fester als die angebrannten Rest im Topf, nachdem Flo zum ersten Mal versuchte, selbst Pudding zu kochen.

Wieso hatte er sich eigentlich zu so etwas überreden lassen?

„Ach komm‘, Jupp“, hatte der Kollege von der Bereitschaft gesagt. „Nun sei‘ mal nicht so und spring‘ für nen kranken Kollegen ein.“

Wenn er wenigstens an seinen Schreibtisch käme, wo seine Waffe in der Schublade lag, dann würde er ein Loch in das Ding schießen.

Langsam musste sein Kopf so rot sein wie der aufblasbare Nikolausanzug, in dem Jupp festhing. Und das nicht nur, weil sich sein Gesicht in etwa dort befand, wo man sonst eher seinen Gürtel fand.

Er war beim Anziehen in den einteiligen Anzug aus Versehen an das Ventil gekommen, dass das Ding dazu brachte, sich aufzublasen. Beide Arme waren nun an seinen Körper gepresst, während sich seine Hände irgendwo auf der Höhe der Knie befanden, denn er war gerade damit beschäftigt gewesen, die viel zu langen Beine hochzuziehen, als das Malheur geschah.

Noch war Jupp nicht verzweifelt genug, um Hilfe zu rufen. Doch er zog auch diese Demütigung bereits in Betracht.

Endlich ging hinter ihm die Tür auf und Jupp hoppelte halb, drehte sich halb um die eigene Achse, bis ein Paar wohlgepflegter Schuhe in seinem Blickfeld erschienen, die samt den eleganten Hosenbeinen nur einem gehören konnten – seinem Freund Klaus Taube.

Es hätte schlimmer kommen können, es hätte jemand von… Das Klicken einer Handykamera, die ausgelöst wurde, durchschnitt seine Erleichterung wie die Schere, die sich außerhalb seiner Reichweite befand und seine Zuversicht verpuffte.

„Wenn ich dieses Foto irgendwo entdecke…“, drohte er.

„Was dann?“, fragte Klaus grinsend. „Bekomme ich kein Geschenk in meinen Stiefel, Nikolaus?“

„TAUBE!!! Ich schwöre…“ Jupp biss die Zähne zusammen. „Bitte?“ Schuhe und Hosenbeine verschwanden aus seinem Sichtbereich und dann hörte Jupp zu seiner unbeschreiblichen Erleichterung das Zischen von Luft, die abgelassen wurde. Der Druck verschwand von seinen Armen und er konnte sich endlich aufrichten. Was er zu schnell tat, und der abrupte Mangel an Blut in seinem Kopf ließ ihn schwindlig werden.

Klaus fing ihn auf, bevor Jupp seinen Ruhmestaten noch einen Sturz hinzufügen konnte und schob ihn zu einem Stuhl.

Mit Klaus‘ Hilfe wurde Jupp den Anzug los. „Ein Wort darüber zu irgendwem, Taube – und ich…“

„Und du? Was?“, spottete Klaus und hielt das Handy hoch.

Jupp war wieder nahe dran, die Farbe zu wechseln, dieses Mal ganz ohne Mithilfe der Schwerkraft. „Wenn ich den überfälligen Monatsbericht von November alleine schreibe, löscht du dann das Bild?“, versuchte er es diplomatisch.

„Netter Versuch, aber du weißt genau, dass der schon so gut wie fertig ist.“ Klaus war unbeeindruckt.

„Wenn ich ihn fertig mache und den von Dezember schreibe?“, erhöhte Jupp den Einsatz.

„November, Dezember, Januar…“

Jupp stöhnte gequält auf, als Klaus seine Aufzählung ungerührt fortsetzte.

„…Februar und März. Dann lösche ich das Bild.“

„Jetzt sofort?“

„Abgemacht.“ Klaus nahm das Handy und drückte ein paar Tasten. „Du schreibst die Berichte.“

„Hast du das Foto gelöscht?“, fragte Jupp.

Klaus nickte und steckte das Handy in die Tasche.

„Gut.“ Jupp stand auf und gab dem Anzug, der jetzt eher einer roten Plastikpfütze ähnelte, einen Tritt. „Du kannst ja das Ding anziehen.“

„Oh, Jupp. Ich habe ein Foto gelöscht. Das andere, das dich von hinten zeigt, ist eigentlich noch besser gelungen. Und das dritte…“

Jupp griff aufstöhnend nach dem Anzug und stülpte ihn sich über den Kopf. Vielleicht hatte er Glück, das Ventil ging nochmal los und er erstickte, bevor Taubes Fotos die Runde im Revier gemacht hatten.

Wie hatte er sich nur zu so etwas überreden lassen können…

Ende

(dieses Bild hier: http://images.itemsearch.edelight.biz/resized/normal/220/XHOKfP5ivshR3ZWG.jpg diente als Inspiration für die Story