Gemeinsamkeiten

T’Len

2008 - 11

 

 

 

Fandom: SK Kölsch/Mit Herz und Handschellen

Charaktere: Klaus Taube/Leo Kraft

Kategorie: NC-17, m/m-slash

Hinweise: Fortsetzung zu „Leidensgenossen

Feedback: tlen2@freenet.de

Summe: Klaus und Leo verbringen einen netten Abend miteinander.

 

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen. Vielen Dank an Lady Charena fürs Beta.

 

 

„Na habe ich zu viel versprochen?“ Klaus Taube prostete Leo Kraft mit seinem Weinglas lächelnd zu.

 

„Nein, es war himmlisch.“ Leo legte die Serviette, mit der er sich gerade den Mund abgewischt hatte, auf den Teller. Dieser war bis auf den letzten Krümel leer gegessen. Sie saßen in einer kleinen Pizzeria. Das unscheinbare Haus in der Seitenstraße hatte nicht annähernd etwas von der gemütlichen Atmosphäre im Inneren verraten. Tische in Nischen, die sie vor den Blicken der anderen Gäste verbargen, leise Musik im Hintergrund, fantastisches Essen und ein guter Wein, dazu ausgesprochen nette Gesellschaft - der Abend hätte nicht angenehmer verlaufen können. Eine Meinung, bei der sich beide einig waren. Leo lächelte sein Gegenüber an.

“Woher kennst du dich in Wiesbaden so gut aus?“, fragte er. „Das hier ist doch garantiert ein strenggeheimer Geheimtipp.“ Sie waren noch vor der Vorspeise beim Du angelangt gewesen und hatten sich bis zum Hauptgang über Berufliches unterhalten, bevor sie zu privateren Themen übergingen.

 

„Wenn man fast zehn Jahre in einer Stadt wohnt, lernt man sie kennen“, erwiderte Klaus. „Auch ihre geheimsten Geheimtipps.“

 

Leo wölbte die Augenbrauen. „Du warst früher hier tätig? Bei der Kripo?“

 

„Beim BKA“, antwortete Klaus.

 

Nun war Leo sichtlich überrascht. „Was hast du verbrochen, dass sie dich nach Köln abgeschoben haben? Deinen Vorgesetzten angemacht?“

 

Klaus schüttelte lächelnd den Kopf. „Nein, das war meine Entscheidung. Ich bin freiwillig gegangen.“

 

Leo stützte die Ellbogen auf den Tisch und beugte sich etwas vor. „Darf ich neugierig sein und fragen warum?“ Auch wenn die Kölner Sonderkommission, so viel hatte er an diesem Abend aus ihren Gesprächen entnommen, äußerst erfolgreich arbeitete – und er war sich sicher, dass dies nicht zuletzt Taubes Kompetenz zu danken war, auch wenn sein Gegenüber dies mit keiner Silbe durchblicken ließ – vom Bundeskriminalamt zur normalen Kripo war zweifelsohne nicht gerade der Weg nach oben auf der Karriereleiter.

 

Klaus nickte. „Du darfst. Teils aus beruflichen Gründen, teils privat.“

 

„Es ist aber nicht gerade ein Karrieresprung“, stellte Leo fest.

 

„Karriere ist nicht alles“, erwiderte Klaus.

 

„Wem sagst du das. Ich sollte auch zum BKA, vor ein paar Monaten“, warf Leo ein. „Ich habe abgelehnt. Ein Schreibtisch ist nichts für mich. Ich brauche die Arbeit vor Ort, mit den Leuten.“ Für einen Moment wirkte Leos Lächeln bitter. „Ich fürchte, selbst wenn ich von diesem Lokal gewusst hätte, geändert hätte das meine Meinung nicht.“

 

„Ich wäre manchmal froh gewesen, wenn ich nur am Schreibtisch hätte sitzen können“; sagte Klaus. „Ich war, bin es eigentlich immer noch, Profiler. Spezialgebiet Serienmörder. Ich musste die Tatorte sehen. Und die Opfer. Um mich in die Psyche der Täter hineinversetzen zu können.“

 

Er hielt inne, als der Ober erschien, um abzuräumen und ihnen den Verdauungsschnaps zu bringen. Sie kippten ihn beide in einem Zug.

 

„Irgendwann“, fuhr Taube fort. „Konnte ich kaum noch schlafen, weil ich die Bilder nicht mehr aus meinen Gedanken bekam. Dann half ich bei einem Fall in Köln. Als man mir das Angebot machte, zu bleiben, griff ich zu. Jetzt habe ich wieder mehr direkte Ermittlungsarbeit weniger Psychologie. Es ist noch immer nicht einfach, aber ich fühle mich wohl. Das Team stimmt, die Arbeit macht wieder mehr Spaß und ich habe Freunde gefunden.“

 

„Und die privaten Gründe?“ Leo lächelte entschuldigend. „Entschuldige, dass ich so neugierig bin. Aber ich habe nicht so häufig Gelegenheit, mich mal mit einem schwulen Kollegen auszutauschen. Trotz allem Fortschritt scheinen wir doch eine seltene Spezies bei der Polizei zu sein. Zumindest die offen Schwulen.“

 

„Kein Problem“, erwiderte Klaus. „Meine langjährige Beziehung war in die Brüche gegangen. Er hatte einen anderen und ich dachte, eine Ortsveränderung kann mir nicht schaden.“

 

„Und gibt es...?“ Leo brach seine Frage ob, fürchtete, sie sei nun doch zu indiskret, obwohl ihm die Antwort brennend interessierte, mehr als er womöglich bis eben gedacht hatte.

 

Klaus schüttelte den Kopf. „In unserem Job? Wo ist da noch Zeit für ein Privatleben?“

 

Leo seufzte. „Wem sagst du das. Mein... Partner, der Mann, mit dem ich einige Jahre zusammengelebt habe und von dem ich dachte, dass es für die Ewigkeit ist, er hat mich verlassen, weil er plötzlich mit den Belastungen meines Berufs nicht mehr klar kam. Er sagte, er könne nicht mit der ständigen Angst leben, dass mir eines Tages im Einsatz etwas passieren könnte. Er wollte, dass ich mich hierher versetzen lasse, aber ich konnte es nicht tun. Es ging einfach nicht. Das war das Ende unserer Beziehung.“

 

„Das tut mir leid.“ Klaus griff über den Tisch und drückte Leos Hand.

 

Leo hielt sie fest. „Danke. Ich bin darüber hinweg, mittlerweile.“ Er ließ die Hand los und Klaus zog sie zurück.

 

„Ist sicher nicht einfach, in München offen schwul zu leben?“, fragte er.

 

„In der Stadt geht es, zumindest besser als auf dem Land“, erwiderte Leo. „Meine Nachbarin erzählt mir ständig, dass ich unbedingt eine Frau im Leben brauche und hat dabei wahrscheinlich sich selbst im Auge, obwohl sie meine Mutter sein könnte. Ein Kollege hat sein Repertoire an Schwulenwitzen und Vorurteilen im Laufe unserer Zusammenarbeit sicher mindestens verdoppelt. Aber alle anderen akzeptieren es. Mich zu verstellen kam für mich nie in Frage.“

 

„Für mich auch nicht“, sagte Klaus.

 

„In Köln ist es sicher etwas leichter“, meinte Leo. „Auch einen Partner zu finden.“

 

„Die Szene ist nicht mein Ding“, erwiderte Klaus. „Lieber ein gutes Buch oder eine schöne CD, dann und wann einen Theaterbesuch, als Kneipe und Party.“

 

„Geht mir genauso“, gestand Leo.

 

„Ich hätte gern wieder was Festes“, sagte Klaus. „Jemanden mit dem man seine Interessen teilen, neben dem man jeden Abend einschlafen kann.“

 

„Und jeden Morgen aufwachen“, ergänzte Leo.

 

Klaus nickte.

 

Leo beugte sich über den Tisch und lächelte ihn an. „Was hältst du davon, wenn ich bezahle und wir den Abend woanders fortsetzen?“

 

///

 

„Zu dir oder zu mir?“ Leo schwenkte die Flasche Wein, die sie sich im Restaurant hatten mitgeben lassen, als sie den Hotellift betraten.

 

„Welche Etage hast du?“, fragte Klaus.

“Sechste“, erwiderte Leo.

 

„Dritte“, sagte Klaus.

 

„Also zu dir, ist näher“, entschied Leo.

 

///

 

„Schenk schon mal ein, ich komme gleich wieder.“

 

Während Klaus auf die Toilette ging, suchte und fand Leo einen Korkenzieher in der Bar, öffnete die Flasche und füllte zwei Gläser. Er reichte eines an Klaus, als dieser zurück kam.


“Bier wäre dir sicher lieber gewesen“, sagte Klaus, nachdem er es dankend entgegengenommen hatte. Immerhin hatte Leo während ihres Essens auch lieber Bier statt Wein getrunken.

 

„Ich hab nix gegen ein Gläschen dann und wann“, erwiderte Leo. „Nur selten die Gelegenheit dazu. In München trinkt man halt lieber Bier und wird schräg angesehen, wenn man was anderes bestellt.“

 

„Wem sagst du das“, erwiderte Klaus. „Ist in Köln nicht anders. Versuch dort mal ein Glas Wasser zu bekommen:“

 

„Wollen Sie dazu Handtuch und Seife?“, ergänzte Leo.

 

Sie mussten beide lachen.

 

„Genau“, erwiderte Klaus.

 

Leo hob sein Glas. „Auf einen wunderschönen Abend“, sagte er und stieß gegen Klaus’ Glas. „Der hoffentlich noch nicht so bald zu Ende ist.“

 

„Auf einen wunderschönen Abend“, erwiderte Taube. Er wirkte plötzlich sehr ernst.


“Was ist?“, fragte Leo, dem der Stimmungswandel seines Gefährten nicht entgangen war.


“Ich musste gerade daran denken, dass eigentlich Jupp hierher fahren sollte“, erklärte Klaus. „Er hat sich mit Händen und Füßen gewehrt und mich quasi angefleht, an seiner Stelle zu gehen:“

 

„Gott sei Dank“, sagte Leo. „Mit ihm hätte ich sicher nicht so viel Spaß gehabt.“

 

Klaus lachte. „Nein, er wäre garantiert lieber mit der Blondine aus Hamburg ausgegangen als mit dir.“

 

„Und Nina hätte den Muskelprotz aus Berlin angebaggert. Bei ihrem Talent immer die falschen Männer zu erwischen, wäre er entweder verheiratet oder schwul“, erwiderte Leo und nun lachten beide.

 

Doch dann wurde Leo ernst. Er stellte sein Glas ab. „Ich würde dich gern küssen“, sagte er und schaute Klaus direkt in die Augen.

 

Taube erwiderte seinen Blick. „Dann tu’s.“

 

Leo nahm ihm das Glas aus der Hand und stellte es auf der Bar neben seinem ab. Dann trat er zu ihm, legte einen Arm um Klaus’ Taille und küsste ihn. Sehr sanft, sehr zärtlich. Er ließ er seinen Mund zu Klaus Ohr wandern, blies sanft hinein. „Hast du Lust?“, wisperte er mit rauer Stimme.

 

Klaus nickte. „Sehr.“

 

///

 

„Es ist eigentlich nicht meine Art, gleich am ersten Abend mit jemanden im Bett zu landen“, sagte Leo später, als sie nackt nebeneinander lagen.

 

„Meine auch nicht“, gestand Klaus.

 

Sie ließen sich Zeit, viel Zeit, den Körper des anderen zu erkunden, erst mit ihren Händen, dann mit ihren Mündern.

 

"Klaus?" Mehr als dem geflüsterten Namen bedurfte es nicht, um zu verstehen. Taube nickte sofort seine Zustimmung. "Hast du was da?", flüsterte Leo in Klaus´ Ohr.

 

"Im Bad", lautete die Antwort. Nur widerwillig löste sich Leo von seinem Partner, um zu holen, was sie brauchten.

 

"Mach langsam", bat Klaus, als er zurück kam. "Es ist eine Weile her für mich."

 

"Natürlich."

 

///

 

Leo richtete sich aus der Seitenlage auf und zog Klaus mit sich, ohne sich vollkommen aus ihm zurück zu ziehen. Auf den Fersen hockend, hielt er Klaus in seinem Schoss fest. "Es ist wunderschön mit dir", flüsterte er. "Du bist wunderschön."

 

Klaus stöhnte, als Leos Hände über seinen Körper wanderten und vor allem seinen empfindlichen Brustwarzen Aufmerksamkeit schenkten. Er lehnte sich in die Umarmung zurück. Leo küsste zärtlich seinen Hals. „Für mich ist es auch wunderschön“, flüsterte er heiser.

 

"Ich brauch’s ein bisschen heftiger", flüsterte Leo. „Ist das okay mit dir?"

 

"Und wie ", erwiderte Klaus sofort.

 

Leo schob ihn nach vorn, so dass er auf allen Vieren vor ihm kniete. Er hielt sich an Klaus Hüfte fest und begann, rascher in ihn zu stoßen.

 

///

 

"Danke." Sie lagen wieder nebeneinander im Bett. Leo an Klaus Rücken geschmiegt, einen Arm um Klaus geschlungen. Befriedigt. Glücklich.

 

"Ich danke dir", erwiderte Klaus.

 

Leo küsste wieder seinen Nacken. "Was dagegen, wenn ich bleibe? Ich bin viel zu faul, um aufzustehen und nach oben zu gehen."

 

"Ich finde es schön, nicht allein einzuschlafen", antwortete Klaus.

 

"Und aufzuwachen", ergänzte Leo in Erinnerung an ihr früheres Gespräch.

 

"Genau."

 

Er schmiegte sich enger in Leos Arme und bald waren sie eingeschlafen.

 

Ende