Titel:              Underneath my skin
Autor:            Mazza

Serie:             CSI Miami

Spoiler:                     3.16 In Flammen / Nothing to lose

Paarung:         Horatio/Yelina

Rating:           m/f, NC-17, A/R

Archiv:                     ffp

 

Summe:          Wie es nach „In Flammen (Nothing to lose)“ weitergehen könnte.

 

Ausgangspunkt (canon): Yelina weiß nun, dass Madison nicht Horatios „Fehltritt“, sondern die Tochter ihres verstorbenen Mannes ist. Raymond Caine hatte mit der drogensüchtigen Suzie Barnam eine Beziehung, während er undercover in der Drogenszene lebte. Horatio stieß auf der Suche nach einem drogenabhängigen Bombenbauer auf Suzie und erfuhr von ihrer Beziehung zu seinem Bruder. Er half ihr, aus der Szene herauszukommen, ihre Sucht zu bekämpfen und ermöglichte ihr einen Neubeginn in einem anderen Bundesstaat. Später tauchte sie mit ihrer Tochter und ihrem gewalttätigen Ehemann, der ebenfalls mit Drogen dealt, wieder in Miami auf. Horatio fand heraus, dass der Dealer dahinter gekommen war, dass es sich bei Raymond um einen Polizisten handelte und ihn getötet hatte. Er sorgte nach dessen Verhaftung dafür, dass Suzie und Madison ein neues Leben beginnen konnten. Ein zufälliges Zusammentreffen zwischen Yelina und Suzie im CSI, sowie Madisons auffallende Haarfarbe, brachten Yelina zu der irrtümlichen Annahme, dass Horatio der Vater des Mädchens sei. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich ihre Beziehung in eine gemeinsame Richtung zu entwickeln begonnen, doch Yelina konnte ihm nicht verzeihen, dass er ihr die Existenz seines Kindes verschwiegen hatte. Und da Horatio sie in ihrem Irrtum beließ, wandte sich Yelina Rick Stetler zu, eine später ebenfalls unglücklich endende Beziehung. Als jedoch Madison an Leukämie erkrankt und eine Knochenmarkspende die einzige Möglichkeit ist, ihr Leben zu retten, ist Horatio gezwungen, Yelina die Wahrheit zu sagen, da weder er noch Suzie als Spender in Frage kommen. Obwohl sich Yelina zuerst vehement wehrt, auch nur darüber nachzudenken, dass ihr Sohn ein möglicher Spender ist, bringt sie ihn am Ende der Episode doch ins Krankenhaus.

 

Disclaimer: Keiner der Charaktere gehört mir, diese Story wurde nicht geschrieben, um damit irgendwelche Urheber-Rechte zu verletzen.

 

 

 

* * * * * * * * * * * *

             Teil 1

* * * * * * * * * * * *

 

 

In Gedanken verloren sah er durch die Scheibe in das Isolierzimmer. Madison schlief ruhig, der Arzt hatte ihnen noch einmal versichert, dass – sollten keine unvorhergesehenen Komplikationen eintreten – jede Chance bestand, dass sie wieder völlig gesund werden würde. Eine endgültige Diagnose war jedoch erst in einigen Monaten, vielleicht in einem Jahr, zu erstellen, wenn feststand, dass ihr Körper das Knochenmark ihres Halbbruders nicht abstieß.

 

Madison bewegte sich, ihre Lider flatterten, doch sie erwachte nicht. Vielleicht träumte sie. Horatio hob die Hand, presste die Handfläche gegen die Glasscheibe. Abgesehen von einer Schwester und Suzie durfte vorerst niemand zu ihr. Die Chemotherapie hatte ihr Immunsystem völlig zerstört, nur so war ihr Körper in der Lage, Rays gesundes Knochenmark zu akzeptieren. Es hatte bereits begonnen, neue Zellen zu produzieren, doch vorerst musste das Risiko, dass sie eine Infektion bekam, auf ein Minimum beschränkt werden. Er fragte sich, wie es in Zukunft sein würde; wo Madisons neuer Platz war, nun da Yelina die Wahrheit kannte.

 

So in Gedanken bemerkte er zuerst nicht, dass jemand zu ihm trat. Dann legte sich ein Arm um seine Schulter und sein Körper spannte sich in einer reflexhaften Abwehr an – doch im gleichen Augenblick nahm er Yelinas vertrautes Parfüm war und wandte den Kopf nach ihr. Er blickte sie fragend an. Yelina lehnte sich an seinen Rücken, das Kinn auf seine Schulter gestützt. Horatio legte die Hand über ihre Finger, die sich auf seiner Brust fanden. Er sah wieder auf das schlafende Kind, genoss einfach nur das Gefühl ihres warmen, weichen Körpers an seinem; ihr leises Atmen; den langsamen Herzschlag, den er durch ihre Kleidung spürte.

 

„Wie lange bist du schon hier?“, fragte sie. „Den ganzen Abend, die halbe Nacht?“

 

„Ein paar Stunden“, entgegnete Horatio. „Ich dachte, du wärst längst nach Hause gefahren?“

 

„Sie ist eine kleine Schönheit. Wie geht es ihr?“, fragte Yelina nach einem Moment, ohne auf seine Frage einzugehen.

 

„Ihr Zustand ist stabil. Sie schläft ruhig.“ Er versuchte nicht enttäuscht zu sein, als sie sich von ihm löste und neben ihn trat. „Ist mit Ray junior alles in Ordnung?“

 

Sie wandte sich ihm zu. „Es geht ihm gut.“ Yelina lächelte. „Ich glaube, er ist enttäuscht, dass er keine größere Narbe behalten wird, um sie seinen Freunden zeigen zu können. Und er ist neugierig auf Madison.“ Sie schüttelte den Kopf und ihr Haar streifte die Seite seines Gesichtes, denn er hatte sich unwillkürlich ihr zugeneigt. „Es ist verblüffend, wie einfach das alles für ihn ist. Er akzeptiert ihre Existenz ohne Schwierigkeiten. Eigentlich hätte ich etwas anderes erwartet, vor allem nach den Problemen, die wir in den letzten beiden Jahren miteinander hatten.“

 

„Ray ist ein Teenager, Yelina, aber er ist ein guter Junge. Vielleicht sollten wir uns an ihm ein Vorbild nehmen.“

 

Sie blickte ihn an. „Wir? Damit meinst du wohl eher mich. Es tat weh, zu erfahren, dass er mich betrogen hat. Es tut immer noch weh. Ich habe Raymond so geliebt, aber erst seit er tot ist, wird mir klar, wie wenig ich ihn eigentlich gekannt habe.“

 

„Du hast großen Mut bewiesen, indem du zugestimmt hast, dass Rays Blut getestet wird. Und die Knochenmarkspende... Du bist außergewöhnlich, Yelina.“

 

Sie schüttelte den Kopf. „Ich bin auch eine Mutter, Horatio. Und ich konnte mir vorstellen, wie verzweifelt Suzie sein musste. Was für Ray junior gilt, gilt auch für Madison – sie sollen beide nicht für die Fehler ihres Vaters büßen.“ Wieder suchte ihr Blick das schlafende Mädchen. „Du hättest es mir sagen müssen, Horatio. Spätestens dann, als ich dachte, sie wäre deine Tochter.“

 

„Ich sah keinen Sinn darin, dir die Wahrheit zu sagen. Es hätte dich nur verletzt.“ Er suchte ihren Blick, studierte die ihm zugewandte Seite ihres Gesichts, fand die Spuren, die Müdigkeit und Sorge in den letzten Tagen darin hinterlassen hatten. Doch er wusste nicht, was sie dachte.

 

„Also hast du den Kopf für deinen kleinen Bruder hingehalten, wie immer. Eigentlich hätte ich es besser wissen müssen, als dir Vorwürfe zu machen. Mein Stolz wollte es nur nicht zulassen, dass ich über die vermeintliche Kränkung hinweg sah. Ich sollte dich besser kennen.“

 

„Du dachtest, ich hätte mich mit einer Informantin eingelassen. Deine... Enttäuschung war verständlich.“

 

Yelina lachte leise und knuffte seinen Oberarm. „Horatio Caine, du bist manchmal wirklich unerträglich verständnisvoll. Ich versuche mich dafür zu entschuldigen, dass ich so schlecht von dir dachte.“

 

Horatio lächelte, senkte dann den Blick und seine Züge wurden wieder ernst. „Entschuldige dich nicht“, sagte er leise. „Ich habe dich belogen, dir die Wahrheit vorenthalten.“

 

„Die Wahrheit für sich zu behalten, ist nicht immer eine Lüge.“

 

Er sah sie an. „Eine... überraschende Aussage von einer Polizistin.“

 

Yelina schüttelte den Kopf. Dann lächelte sie, beugte sich vor und küsste ihn auf die Wange. „Ändere dich bitte nie, Horatio“, sagte sie leise, den Mund dicht an seinem Ohr.

 

„Yelina, ich...“ Seine Stimme klang belegt.

 

Sie trat einen Schritt zurück, verschränkte die Arme vor der Brust. „Wo ist Suzie?“, unterbrach sie ihn. „Hast du sie nach Hause geschickt?“

 

Horatio blinzelte, wandte sich halb von ihr ab, um auf Madison zu sehen. „Nein, dazu konnte ich sie nicht überreden. Sie will ihre Tochter nicht alleine lassen. Aber eine der Schwestern hat sie dazu gebracht, dass sie sich hinlegt und ein wenig schläft. Sie ging erst weg, nachdem ich ihr versprochen hatte, hier zu bleiben und auf Madison zu achten.“ Er spürte Yelinas Hand an seinem Rücken, die Wärme, die von ihr ausstrahlte und sich in seinem ganzen Körper auszubreiten schien.

 

„Möchtest du, dass ich ein wenig mit dir hier stehe?“, sagte sie leise.

 

„Du solltest bei Ray sein“, erwiderte Horatio, obwohl es gut tat, sie so nahe zu spüren. „Für den Fall, dass er aufwacht und Angst bekommt.“

 

„Mein Sohn hat jede Nacht durchgeschlafen, seit er ein Baby war. Es wird nicht schaden, wenn ich noch ein wenig hier bleibe. Ich möchte es. Ich glaube, Madison braucht alle Liebe und Unterstützung, die sie bekommen kann.“ Sie lehnte sich an seine Seite, legte den Kopf an seine Schulter.

 

Fast wie aus eigenem Wollen schlang sich sein Arm um ihre Taille, zog sie enger an ihn. Horatio drehte das Gesicht, vergrub es in ihrem weichen, duftenden Haar und schloss die Augen. „Danke“, flüsterte er.

 

 

 

* * * * * * * * * * * *

             Teil 2

* * * * * * * * * * * *

 

 

Ray junior hatte die OP bestens überstanden, er war längst aus dem Krankenhaus entlassen worden und auch Madison befand sich weiter auf dem Weg der Besserung. Zwei Wochen vergingen, bevor Horatio die Gelegenheit fand, Yelina zwischen zwei Vernehmungen auf dem Korridor anzutreffen.

 

Er legte den Arm um seine Schwägerin und führte sie auf die Galerie, wo sich gerade niemand sonst aufhielt und die ein wenig Privatsphäre bot. „Du hast mir eine Nachricht hinterlassen“, meinte er angespannt und nahm die Sonnenbrille ab. „Ist alles in Ordnung?“

 

Yelina lächelte und legte die Hand auf seinen Arm. „Das sollte ich dich fragen. Warum rufst du mich nie zurück? Ich muss ein Dutzend Nachrichten auf deinem Anrufbeantworter zurückgelassen haben.“

 

Horatio wich ihrem Blick aus. „Es war... wirklich sehr viel zu tun in den letzten Tagen, Yelina. Das ganze Labor hat Überstunden gemacht. Außerdem war ich oft bei Suzie im Krankenhaus. Sie hat sonst niemanden, der sich um sie kümmert. Und keine deiner Nachrichten klang wirklich dringend, also...“

 

„Schon gut. Ich versteh’ das.“ Sie wartete, bis er aufsah. „Ich habe eben von Frank gehört, dass ihr euren Fall gelöst und den Kerl geschnappt habt.“ Yelina zögerte, entschied sich dann für den Sprung ins kalte Wasser. „Ich möchte dich einladen. Zum Abendessen. Jemand hat mir von einem wundervollen neuen Restaurant erzählt und ich denke, wir sollten es ausprobieren.“ Sie sah die Überraschung in seinem Gesicht, genau wie das Zögern. Und ließ ihm keine Gelegenheit, sich eine Ausrede für eine Absage zu überlegen. „Ich werde kein Nein akzeptieren, Horatio. Wir müssen uns über ein paar Dinge unterhalten.“

 

Seine Brauen zogen sich zusammen, eine Falte entstand auf seiner Stirn, doch er fragte nicht weiter nach. „Einverstanden. Soll ich dich abholen?“

 

Yelina nickte und drückte seinen Arm. „Um acht. Ich bringe Ray zu meiner Mutter, er übernachtet bei ihr. Wir haben alle Zeit, die wir brauchen.“ Sie zögerte, als sie den merkwürdigen Ausdruck in seinem Gesicht sah – fast so, als hätte sie etwas gesagt oder getan, das ihn verletzte.

 

Doch dann lächelte er und die Falte verschwand von seiner Stirn. „Ich freue mich.“ Dann klingelte sein Handy. „Entschuldige.“ Er zog das Gerät aus der Tasche und warf einen Blick auf das Display, bevor er das Gespräch annahm. „Ja, Frank?“

 

Yelina überließ ihn seiner Arbeit und ging.

 

* * *

 

Er war fast eine Viertelstunde zu früh vor Yelinas Haus. Horatio nahm die Sonnenbrille ab, als er aus dem Wagen stieg und steckte sie in die Tasche. Dann holte er einen kleinen Strauß mit kaum erblühtem Jasmin vom Rücksitz, den er im Vorbeigehen an einem Stand direkt vor dem Krankenhaus entdeckt hatte.

 

Er war nicht lange geblieben, nachdem er sah, dass Suzie auf dem Bett neben ihrer Tochter eingeschlafen war. Blass und dünn sah sie selbst noch viel zu jung aus, um dies alles zu überstehen. Madison war dagegen wach und beschäftigte sich mit einem Kinderbuch voll Tierzeichnungen, sie winkte ihm lachend zu, als sie Horatio auf der anderen Seite der Glasscheibe entdeckte. Eine bunte Mütze verbarg, dass sie als Folge der Chemotherapie inzwischen fast alle Haare verloren hatte. Er bat eine der Schwestern auf der Kinderstation, Suzie einen Umschlag zu geben. Er enthielt einen Scheck. Als Madison krank wurde, verlor Suzie wegen der Fehlstunden ihren Job, aber das hatte sie ihm verschwiegen, genauso wenig wie sie ihn um Geld bitten würde. Er hatte es durch einen Zufall erfahren, als sich ihr Vermieter an ihn direkt wandte, da er den Mietvertrag unterzeichnet hatte. Für jemanden mit einer Vergangenheit wie Suzie war es schwer, in einer ordentlichen und sicheren Gegend eine bezahlbare Wohnung zu bekommen.

 

Horatio zögerte, als er bemerkte, dass die Tür nur angelehnt war. „Yelina?“

 

„Komm’ herein“, antwortete sie. „Ich bin gleich bei dir.“

 

Er stieß die Tür auf und trat ein. Fast sofort stellte sich das leichte Unbehagen ein, dass er jedes Mal spürte, wenn er dieses Haus betrat. Die Erinnerung an seinen Bruder war hier überall. Er hatte den beiden beim Einzug geholfen und er und Raymond hatten sich fast darin überboten, Yelina jeden Handgriff abzunehmen. Sie war damals im vierten Monat mit Ray junior schwanger gewesen. Er trat ins Wohnzimmer und legte den Jasmin auf den Tisch. Er bemerkte fast sofort, dass Yelina die Anordnung der Fotos verändert hatte, seit er zum letzten Mal hier gewesen war. Die Familienfotos, die auf dem Bücherregal an der anderen Wand des Raumes gestanden hatten, waren nun auf ihrem alten Platz: einer Kommode, auf der auch Fotos von Yelinas Familie in Kolumbien standen. Außerdem hing ihr Hochzeitsfoto wieder an der Wand darüber und eins, das einen strampelnden Ray junior in den Armen seines halb amüsiert, halb hilflos wirkenden Onkels zeigte, während Raymond feixend daneben stand. Yelina hatte es aufgenommen, als Ray junior ein paar Monate alt war. Er streckte die Hand aus, berührte den Rahmen des Bildes, als könnte er mit dieser Berührung die Vergangenheit noch einmal heraufbeschwören. Er musste nur die Augen schließen, um Raymonds schadenfrohes Lachen zu hören und Yelinas amüsierte Ermahnung an ihren Schwager, das Baby doch einen Moment still zu halten, damit das Bild nicht verwackelt wurde.

 

„Es ist dann aber doch ein wenig verwackelt worden, nicht wahr? Ich bin keine gute Fotografin, ein Glück, dass du mich nicht in deinem Team hast.“

 

Horatio drehte sich zu ihr um. „Woher wusstest du, dass ich daran dachte?“, fragte er verblüfft. „Du bist...“ Er unterbrach sich, sah wie verlegen kurz weg, sah sie dann wieder an und räusperte sich. „Du siehst in diesem Kleid sehr schön aus.“ Seine Stimme klang belegt.

 

„Danke.“ Yelina betrachtete ihn mit schiefgelegtem Kopf. „Alles okay mit dir?“ Sie lächelte, als er sie fragend ansah. „Du wirkst so überrascht.“

 

„Du wirkst heute Abend so verändert“, entgegnete er im gleichen Tonfall. 

 

Yelina schüttelte lächelnd den Kopf. „Wir sehen uns nur zu selten außerhalb der Arbeit, Horatio. Das sollte sich ändern. Wir sind doch eine Familie.“

 

„Ja. Das sollte sich ändern.“

 

Sie sah, wie sich seine Augen verengten. Das einzige Zeichen von Nervosität, dass er sich je zu zeigen erlaubte. „Du hast mir Blumen mitgebracht? Wie schön.“ Da er noch immer nicht reagierte, nahm Yelina den Jasmin und ging damit in die Küche, um ihn ins Wasser zu stellen. Sie war sich nicht sicher, wem sie damit mehr Zeit und Gelegenheit geben wollte, sich in den Griff zu bekommen – sich selbst oder Horatio. Seine Blicke... sie schüttelte den Kopf und holte eine leichte, grobmaschige Stola aus dem Schlafzimmer, bevor sie zu ihm zurückkam.

 

Horatio hatte sich wieder den Fotos zugewandt. Er hielt eines davon in der Hand, und der Haltung seines Kopfes nach zu schließen, hing er wieder Erinnerungen nach. Yelina trat zu ihm, nahm ihm das Bild aus der Hand und stellte es an seinen Platz zurück. Es war ein altes Foto, eines das Raymond und Horatio Seite an Seite zeigte; ein Bild von Raymonds Abschlussfeier an der Polizeiakademie. Der Stolz auf dem Gesicht des älteren Bruders war kaum zu verkennen, während Ray selbstsicher in die Kamera grinste. „Keine traurigen Erinnerungen heute Abend, Horatio“, sagte sie.

 

„Es sind nicht nur traurige, Yelina“, erwiderte er leise.

 

„Ich weiß.“ Sie hob die Hand, strich mit den Fingerspitzen über seine Stirn, wie um die steile Falte zu glätten, die über seiner Nasenwurzel erschienen war. „Lass’ uns gehen“, fuhr sie fort und hakte sich bei ihm ein.

 

* // * // * // * // *

 

Yelina hielt ihn zurück, bevor sie das Restaurant betraten, dessen Eingang mit blühenden Zitrusbäumchen geschmückt war. „Während des Essens sprechen wir nicht über die Arbeit, einverstanden?“

 

Horatio nickte. Er blieb einen Schritt zurück, als man sie an einen freien Tisch führte und beobachtete Yelina. Sah die Blicke, die sie auf sich zog.

 

In der gedämpften Beleuchtung schien sie wie flüssiges Sonnenlicht einen fahlen Glanz zu verbreiten. Er fühlte sich an eine elfenbeinerne Orchidee erinnert.

 

* // * // * // * // *

 

Als sie zurückkehrten, regnete es. Ein feiner, warmer Nebel, der sich leicht klebrig wie Tau auf der Haut anfühlte und von ihrer Kleidung gierig aufgesogen wurde.

 

Im Schutz der offenen Haustüre standen sie sich gegenüber. Horatio blickte sie an, hob die Hand, ließ sie wieder sinken, ohne sie berührt zu haben. Atmete ihren Duft ein. „Ich... werde jetzt besser gehen.“

 

Yelina schüttelte den Kopf. „Ich lasse dich nicht gehen.“

 

Und dann lag sie in seinen Armen, ein federleichtes Geschöpf aus Parfüm und Spitze, dessen Körper die fließende Verformbarkeit und Zartheit eines Sommernebels besaß. Er glaubte zu träumen, und wegen dieser völligen Unwirklichkeit achtete er nicht mehr auf seine Zweifel, sondern folgte einfach ihr, als sie ihn ins Haus zog. Ein-, zwei- , dreimal streiften sich ihre Lippen, zu flüchtig für einen Kuss. Yelinas Absatz verfing sich und sie stolperte. Instinktiv streckte er die Hand aus, um sie zu stützen, und spürte dabei, wie ihre rechte Brust an seinem Arm entlang streifte. Seine Finger schlossen sich um ihre – aber es war sie, die ihn festhielt. Ihre Hand, klein, zart, aber hartnäckig. Ihr Gesicht kam seinem ganz nah, nur Zentimeter, dann gar nicht mehr entfernt, war kein Gesicht mehr, nur noch ein weicher Mund. Und seine Angst ging unter in einer Woge der Begierde, die um so schrecklicher und köstlicher war. Sie legte ihre freie Hand an seine Wange und ihre Fingerspitzen schienen zu brennen, obwohl sie eiskalt schienen, so wie auch Schnee auf der Haut brennen konnte.

 

„Sag’ es“, forderte sie leise, dicht an seinem Mund. „Was ist es.“

 

Er hob die Hand, strich eine feuchte Strähne aus ihrem Gesicht zurück. „Ich hatte Angst, du würdest mir nie verzeihen können.“

 

„Ich dachte zuerst auch, es wäre unmöglich. Aber dann wurde mir klar, warum du das getan hast. Du wolltest nicht, dass uns wehgetan wird. Seit Rays Tod kümmerst du dich um uns.“

 

„Ich könnte nie einfach zusehen, wie...“

 

Sie unterbrach ihn, legte einen Finger auf seinen Mund. „Hör’ mir bitte zu. Du hast mehr getan, als nur für uns zu sorgen. Du hast nie aufgegeben, bis Rays Tod aufgeklärt wurde. Du hast für seine Fehler gerade gestanden. Sogar um Suzie und Madison hast du dich gekümmert. Und du hast nie etwas für dich verlangt. Wir haben dich eigentlich gar nicht verdient.“

 

Sie sah zu ihm auf. „Was ist es, was du willst, Horatio? Was wünschst du dir?“

 

Wie nicht anders zu erwarten, wich er ihrem Blick aus, schloss die Augen, senkte den Kopf. „Ich kann nicht, Yelina.“

 

„Sieh’ mich an. Bitte.“ Sie nahm seine Hände in ihre. „Bitte.“

 

Mit sichtlichem Widerwillen öffnete er die Lider, sah sie an. Seine Augen, klar, wie von einem inneren Licht erhellt; sie war sich nicht sicher, ob eine Frage darin stand oder sie bereits die Antwort lesen konnte.

 

„Sieh’ mich an“, flüsterte sie erneut. “Ich weiß... du wolltest mich nie anders sehen, als die Frau deines Bruders. Aber Raymond ist nicht mehr bei uns. Ich habe ihn geliebt, ich liebe ihn auf eine besondere Weise immer noch – aber ich kann nicht den Rest meines Lebens um ihn trauern. Und du auch nicht. Es ist doch nichts falsches an dem, was du fühlst. Was ich fühle.“ Sie nahm seine Hände, legte sie um ihr Gesicht. „Es ist okay, los zu lassen. Horatio.“

 

Sie sah die Anspannung in seinem Körper; in der Weitung seiner Augen; hörte sie in seinem nun fliegenden Atem – und lehnte sich vorwärts, bis ihr Gesicht seinem ganz nahe war.

 

„Yelina, bitte...“

 

Sie sah ihm in die Augen, sah die Qual darin, aber auch das Verlangen. „Ssch, vertrau mir.“ Sie küsste seine Wange, den Mundwinkel, dann seine Lippen. Sanft. Vorsichtig. Er wich nicht zurück.

 

„Yelina.“

 

„Ssch“, flüsterte sie wieder und küsste ihn erneut. „Es ist gut. Alles ist gut.“ Sie presste ihre Stirn gegen seine, hörte den leisen, fast klagenden Laut, der über seine Lippen kam; halb Stöhnen, halb Seufzen.

 

„Bitte.“ Resignation lag in diesem Wort, in seiner Stimme. „Bitte. Yelina.“ Seine Hände schoben sich in ihr Haar, hielten sie fest, als er sie küsste. Sein Kuss war wie er selbst. Sanft. Zärtlich. Ohne zu drängen, ohne zu fordern – aber mit wachsender Leidenschaft unter der selbstauferlegten Zurückhaltung.

 

Yelinas Hände glitten in seinen Nacken, über seinen Rücken. Sie zog ihn zu sich, als er das Gesicht an ihrem Hals vergrub, ein Zittern glitt durch seinen Körper, schien sich auf sie zu übertragen und dort langsam zu verebben. „Ssch. Es ist okay.“ Wieder küsste sie seine Wange, dann löste sie sich sanft von ihm, behielt seine Hand in ihrer, als sie vor ihm stand. Horatio blickte zu ihr auf und dieses Mal war sie es, die die Augen niederschlug. Sie spürte ihre eigene Erregung, spürte Wärme und Feuchtigkeit zwischen ihren Schenkeln und ein Gefühl der Schwere in ihrer Brust. Aber keine Zweifel. Sie lächelte und zog an seiner Hand - und wie in Trance stand er auf und folgte ihr.

 

Sie führte ihn in ihr Schlafzimmer. Und als er stehen blieb und sie fragend ansah, lächelte sie erneut, schüttelte den Kopf. Sie trat hinter ihn, die Hände auf seinen Schultern, drückte ihr Gesicht dicht an seinen Nacken, spürte das Kitzeln seiner Haare an ihren Wangen, noch ein wenig feucht vom Regen. Tief atmete sie seinen Geruch ein, schob das Jackett von seinen Schultern. Das Zittern hatte aufgehört, er stand völlig still, die Arme gesenkt und ließ sich von ihr die Jacke abstreifen. Sie lehnte sich an ihn, spürte wie ihre Brüste unter der Seide ihres Kleides zusammengedrückt wurden, spürte die Regenfeuchte seines Hemdes. Die Wärme seiner Haut darunter. Sie schlang die Arme um ihn, hielt ihn fest, drückte die Handflächen auf seine Brust, bis sie fühlte, dass er sich entspannte. Sie flüsterte seinen Namen.

 

Erst dann wandte er sich zu ihr um, ließ sie die Verletzlichkeit in seinen Augen lesen. Yelina nickte und lehnte sich vorwärts, in seine Umarmung, seinen Kuss. „Es ist in Ordnung“, flüsterte sie an seinem Mund, als seine Hände über ihre bloßen Schultern, dann ihren Rücken glitten, stockten.

 

Er öffnete den einzelnen Knopf, der das Kleid im Nacken schloss. „Bist du sicher?“, fragte er leise.

 

Sie rückte ein wenig von ihm ab, um ihm in die Augen sehen zu können. „Ich bin sicher.“

 

„Yelina.“ Für einen Moment schien es, als wolle er noch etwas sagen, doch er blieb stumm.

 

Sie griff nach oben, nach seinen Händen, umschloss und führte sie, so streiften sie gemeinsam den oberen Teil des Kleides ab, der sich in sanften Falten um ihre Taille legte. Ihre Brustwarzen verhärteten sich, richteten sich auf, das Gefühl der Schwere in ihren Brüsten verstärkte sich, sandte kleine, süße Stiche in ihren Unterkörper.

 

Seine Hände lagen auf ihren Hüften und er küsste sie erneut, diesmal mit mehr Leidenschaft und ihr Kopf bog sich leicht nach hinten. Ihre Finger spreizten sich auf seinem Brustkorb, sie spürte das Pochen seines Herzens unter ihrer Handfläche.

 

Sie flüsterte wieder seinen Namen, und ihre Stimme zitterte. Doch ihre Hände waren ganz ruhig, als sie sein Hemd aufknöpfte; ihre Finger darunter gleiten ließ; über seine Haut, warm und noch ein wenig feucht vom Regen. Sie schob es über seine Schultern, folgte ihm über seine Arme, senkte den Kopf, presste ihre Lippen auf die empfindliche Stelle direkt über dem Schlüsselbein. „Ssch“, flüsterte sie, als ein Schauer durch ihn lief.

 

Endlich glitten seine Hände weiter, umrundeten ihre Taille, fanden den weiteren Knopf, der den Rockteil des Kleides schloss. Vielleicht hatte sie genau diesen Moment im Sinn gehabt, als sie es auswählte... Er öffnete den Knopf und wie ein weicher Strom aus Seide glitt der Stoff von ihren Hüften, ihre Beine entlang, um sich um ihre bloßen Füße zu schlängeln.

 

Er löste sich von ihr, nur einen Moment, um ein wenig zurück zu treten, und sie spürte seinen Blick wie eine Berührung auf der Haut. Sein Hemd glitt von den Armen und unbeachtet auf den Boden hinter ihm. Er hob die Hand und strich eine Strähne aus ihrem Gesicht zurück. Es war eine Geste so voll Zärtlichkeit, dass sie ihre Wange in seine Handfläche presste, wie ein Kind.

 

Ohne seinen Blick auch nur für eine Sekunde loszulassen, öffnete sie seinen Gürtel. Horatios Finger glitten über ihre, stoppten sie. Sie befreite ihre Hände, legte einen Finger über seinen Mund. „Bitte.“

 

In der Stille klang ihr Herzschlag in ihren eigenen Ohren wie Donnergrollen, während sie darauf wartete, dass er... und er reagierte, schlang die Arme um sie und hob sie hoch.

 

Blitzschnell schlang sie die Arme um seinen Nacken, zog ihn mit sich hinunter aufs Bett, als er sie dort ablegte. Zog ihn in einen Kuss. Oder vielleicht hatten sie gar nicht aufgehört, sich zu küssen, seit sie den Raum betreten hatten. Es gab keinen Anfang mehr und kein Ende...

 

Yelina drehte den Kopf zur Seite, um ihn anzusehen, als er zu ihr kam. Sie ließ den Kopf in den Nacken sinken, schloss die Lider vor der Intensität in seinen Augen. Spürte seinen Atem, seinen Mund an ihrem Hals, als er sich über sie beugte. Ihr Körper hob sich ihm entgegen, als sie seine Lippen an ihren Brüsten fühlte. Ihre Hand glitt um seine Mitte, zog ihn enger an sich. Sie spürte ihn an ihrem Schenkel hart werden.

 

Wie ein müdes Kind legte er die Wange auf ihren Bauch, eine Hand spielte fast träge über ihre Haut, während er mit der anderen nach ihrem Slip griff, ihn hinunter und weg zog.

 

„Bitte, Horatio“, wiederholte sie, dann sagte sie nichts mehr, hob das Gesicht zu seinem und küsste ihn, während sie mit der einen Hand seinen Hinterkopf hielt und mit der anderen seinen Rücken hinab, die Wirbelsäule entlang strich.

 

Seine Lippen öffneten ihre weit, er glitt mit dem linken Arm hinter sie, sie spürte, wie sich seine Finger auf ihrem Rücken spreizten, sie hielten. Langsam schob er sich über sie, stützte sein Gewicht ab.

 

Sie öffnete die Augen, als er sich hoch stützte, und zwischen ihre Beine glitt. Dann umfing sie seine Wärme, die Härte seines Körpers und er spann sie ein in einen Kokon aus diesen Empfindungen, aus seinen Küssen und seiner Erektion, die sich warm und beharrlich an die sanfte Wölbung ihres Bauches drückte.

 

Yelina stöhnte leise und biss ihn in die Unterlippe, ihre Hand bewegte sich ungeduldig abwärts, unter seine Schenkel, umschloss seinen Penis, glitt daran empor und führte ihn zu sich. Ihre Knie hoben sich, doch Horatio schien es nicht eilig zu haben. Er küsste sie wieder, sah sie dann an und die Mischung aus Zärtlichkeit und Verlangen in seinem Blick machte sie atemlos.

 

Sie bewegte die Hüften, flüsterte seinen Namen – und erst da drang er in sie ein, so langsam, so sanft, wie er sie geküsst hatte. Sie schlang beide Arme um seinen Nacken, zog seinen Kopf zu sich hinab. Ihr Atem flog und für einen Moment hielt er inne, und es schien, als würde er sich zurückziehen, doch dann machte er langsam weiter. Schließlich bewegte er sich tief in ihr, aber immer noch langsam, so langsam, dass sie vollkommenen Kontakt spüren konnte, als er über die empfindlichste Stelle in ihr glitt, sich fast ganz aus ihr zurückzog und wieder in sie eindrang.

 

Es war als würden sie sich schon seit ewiger Zeit lieben. Sie bewegten sich im Einklang und als Yelina glaubte, kaum mehr atmen zu können, verlagerte er sein Gewicht ein wenig, und seine Hand kam zwischen sie, ein Teil der Feuchtigkeit und des Kontakts. Sie fühlte sich, als würde sie sich um ihn herum und in sich selbst falten, ihn völlig umschließen. Und jedes Mal, wenn er sich ein wenig zurückzog, streichelten seine Finger zärtlich abwärts, spürte sie die Reibung seiner Finger und des Schafts seines Penis gleichzeitig. Dann glitt seine Hand wieder langsam an ihr hoch, während er noch tiefer in sie eindrang und sie sich bremsen musste, um es nicht zu schnell enden zu lassen.

 

Sie biss ihn in die Unterlippe und sein Blut perlte auf ihrer Zunge, als sie sich herumdrehten und Yelina sich über ihn schob. Langsam richtete sie sich auf, und seine Hände spreizten sich auf ihren Brüsten, stützten und liebkosten sie zugleich. Horatio sah zu ihr auf und lächelte unwillkürlich über die Art, wie ihm das Haar ins Gesicht fiel. Seine Augen waren wie verschleiert und verrieten ihr, dass er sich in der sinnlichen Zone irgendwo zwischen Lust und Schmerz verlor. Ein Blutstropfen schimmerte in seinem Mundwinkel und sie senkte den Kopf, um ihn wegzuküssen. Seine Hände glitten um ihre Hüften, versuchten ihre Bewegungen zu verlangsamen, zu stoppen. Doch Yelina spürte, dass es kein Zögern und Abwarten mehr geben konnte. Sie warf den Kopf zurück, stützte beide Handflächen auf seine Brust und führte eine wiegende Abwärtsbewegung aus, die sie beide an die Grenze und darüber hinaus führte.

 

Horatios Augen schlossen sich, Yelinas eine Sekunde später, als sie kam, begleitet von einer warmen Flut, die sich durch ihren ganzen Körper ausbreitete. Einen Augenblick danach spürte sie, wie er in ihr pulsierte, hörte ihn stöhnen.

 

Langsam glitt sie in ganzer Länge auf ihn, und er zog sie dicht an sich, hielt sie, als sie die Wange auf seine Brust legte und seinem Herzschlag lauschte.

 

 

 

* * * * * * * * * * * *

             Teil 3

* * * * * * * * * * * *

 

 

Yelinas Finger glitten langsam über seine Brust, spreizten sich an seiner rechten Seite aus. Sie hob den Kopf, als ihre Fingerspitzen eine kleine, runde Narbe aufspürten. Sie glitt ein wenig tiefer, presste einen Moment ihre Lippen dagegen. „Versprich mir bitte, dass du vorsichtig bist. Ich will nicht noch einmal den Mann verlieren, den ich liebe. Versprich es.“ Unter ihrer Wange spürte sie, wie ein Schauer durch ihn lief.

 

„Yelina...“ Seine Stimme war rau und unsicher.

 

„Versprich es. Bitte.“

 

Kitzelnd wie Federn glitten ihre Haare über seine Haut, als sie den Kopf bewegte. „Ich verspreche es“, flüsterte er. Und die Sehnsucht danach, dass es ein Versprechen wäre, dass er halten konnte, machte die Lüge nicht weniger schwer.

 

* // * // * // * // *

 

Die Zeit glitt ineinander über, vielleicht Stunden, vielleicht nur Minuten. Vielleicht schliefen sie eine Weile.

 

Es war sicher nicht der richtige Zeitpunkt, aber der Gedanke kam hartnäckig zurück, so oft er ihn auch beiseite zu schieben versuchte. „Yelina, was ist mit...was ist mit Stetler?“ Seine Fingerspitzen malten träge Kreise auf ihre Haut.

 

„Meine Beziehung mit Rick ist vorbei.“ Yelina hob den Kopf, doch es war zu dunkel, als dass er ihr Gesicht lesen konnte.

 

„Weiß Rick das?“

 

„Wir haben bereits eine Auszeit genommen. Bei unserem nächsten Treffen werde ich ihm sagen, dass es aus ist.“ Sie ließ sich zurücksinken und er nahm sie in die Arme, hielt sie fest, spürte ihren Herzschlag an seiner Haut.

 

„Bitte sei vorsichtig, Yelina. Rick ist gefährlich.“ Er drückte sein Gesicht in ihr Haar.

 

„Ich kann auf mich aufpassen“, flüsterte sie.

 

Ihr Mund auf seiner Haut, ihre Hände, brachten das endlose Gedankenkarussell in seinem Kopf zumindest für eine Weile zum Stillstand. Der Morgen war noch fern.

 

Ende

 

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“There’s a strange thing with the Caine family. We may bend, but we never break.”

 

Spoiler für nicht CSI-Miami-Dauerseher: nur ein paar Folgen später kehrt Raymond Caine zurück.